Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1715 (23.11.1923)
- Date
- 1923-11-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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flelft 4 Freitsß Wiener Morgeniettrrng. Ae österreichischen UniverfitSts-Skandale. Ser Friedemvertrag v>n Saint-Srrmain. Dir„Reichspost" enthält -gestern die folgende vielfjvjenbe Mitteilung: „In bet Satzung bet deutschen Hochschule tontmev, die sich mit den Stu-de:rterrkr<üvallet: zu beschäftigen batte, wurde von einem Mitglied der völkischen Fraktion, Herrn M einze!, gegen die Vorstandsmitglieder der Kammer T z ö b l und P «schke der Borwurf erhoben, dag sie die letzten bedauerlichen Dorsälle m i t i n s z e n i e r t oder doch wenigstens davon gewußt hatten. Auf den energischen Protest der gesamten katholischen Fraktion ,nutzte der Vorsitzende Kienzl den Herrn TzoA und Pftchl« offen bestätigen, daß dieser Dor>- wurf in keiner W e i se ge r ech: se r t ig: sei und daß die beiden Vertreter auch gar nrchr iu der Lage gewesen wären, an der Inszenierung der Krawalle mnzuarbeiien oder im vorandavon zu wissen/'' Hier zeig: tick « i ne Spu r, die roeiter zu vensolgen Sache der zuständigen Behörden, vor allem aber der Rektorate. wäre. Man sicht setz: ein werrig deuriicher hinter die Kulissen der Exzesse und es zeig: sich, ioie lugenbosi die von völkischer Seite lo.mnende Darstellung ist. die sich in. b*nt Tagesorgan der wiener Hakenkreuze: finde: und die weisrnachen will, datz die „deutsche Stüdenreuschas: als solche für die Wirderaufnachne d:s Stichreuberriel'^ä ist, da es nicht augeh:. daß den 'deutschen Srndiecertdeu Wege n der jüdisch en A n m a tz u n g c n n u b N n?, u f o in ur Iichkciter: dal Studium aus längere Zeit unmöglich wird. Diese Abhilfe zu schaffen, liegt in der iRoch: des Akademischen Senates. an dem es gelegen ist. d:e b e rechtigren Forde r'u nge n der dsutschen Surdenten zu erfüllen. Die deutschkatholische Studenretq^afi. bar kerne eichchiltige und ründeulip« Stellunguahn:« zn den Forderuncien drr deuischeu Studentenschaft ringeiwuunen und will schembar einer Eu:- scherduilg aus dem Wege gehen. Äe erhofft sicy noch immer von Verhandlungen einen Erfolg, die bercirs vor einem deyoirnen wurde::." Es ist unb'kannt, welche Perdandtungrn hier genrem: sind, sicher aber ist, datz di« „jüdischen Amnatzungen und Unzukömnvlichkeiten", wie man aus der „Rcichsposl" erlicht, durchaus nicht von jüdischer Seite begangen wurden. Gestern herrschte Ruhe. Heute vormittags tritt drr Akademische Senat Zusammen, um über die Wiederaufnahme des Vorlefungsbetrieb: s cur der Universität zu entscheiden. Auf den Geist, der in den Professorenkreisen herrsch:, wirft eine Zuschrift des Professors Dr. Durig an die „Reichspost" ein scharfe» Licht, drr das Organ des Bundeskanzlers, wie es sagt, gerne Aufnahme gewährt. Der Hoftat Durig schreibt also: „Ich habe als Dekan ungefähr zwei Drittel drr Ostjude n, die sich zur Aufnahme an die medizinische Fa- Mtat meldeten, angewiesen und zwei Icchre vor dem Ws Grund des deutschen Hochschultages erfolgten Beschlüsse des Senates als Norm festgelegt, datz nur solche Galhftaner, Ungarn :rsw. auftunehmen sei»::, die ein ausgezerchnetes Maturitätszeugnis vorweiftn. Russische Juden und Juden aus dem ehemaligen Reichspolen wurden prinzipiell abgewiesen. Dellers habe ich eingefuhrt. datz selbst die Aufnahme der znffelassenen Auslandsjuden prinzipiell an di« Unterftrtignng eines Raversts gvbvnden war, in welchem der Jude rechtsverbindlich erklärt, datz er amch im Falle der nachträglichen Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft kein Recht zur Ausübung der ärztlichen Praxis in Oesterreich erwirbund außerdem noch verfügt, datz den Neuemtretenden prinzipiell keinerlei Begünstigung, Gleichstellung usw. gewahrt werde. Das Prozentverhäünis der aufgenommenen Ostinden war daher in meinem Dekanate geringer als in den vorangegangenen Dekanatsjahren. Im Jahre vor meinem Dekanat waren an der medizinischen Fakultät 6t, im darausfolgenden Wintersemester (Dekan Fischet) 14 Ostinden. während meines Dekanats ebrr nur sechs Osiiuden inskribie«. Allerdings habe ich cs vermieden, mich der getroffenen Benfüqnugen und des Erfolges der Einschränkung um der GuM der Studenten willen zu r ü h m e n. Die aufgenommenen Santen habe ick nach vollkommen einheitlichen Prinzipien behandelt, es sind ja durch die Gesetze und durch Ehrlichkeit und Offenheit Grenzen gesetzt, die nicht überschritten werden können, wie dies unser vrrhrter Herr Bundeskanzler Dr. Seipel in seinen Wahlreden nachdrücklich betont hat. Aus Liebedienerei gegen die Studenten habe ich Einseitigkeit ni? begangen und werde sie auch nicht begehen, denn ich bin hem« immer noch der Meinung, datz di« Professoren die Studenten zu erziehen haben, sich aber nicht von den Studenten erst zu erziehen haben lassen. W e r d e n d i e G e s e tz e, die für die Aufnahme l\er Studenten gültig sind, geändert, so wird sich auch für die Behandlung der Juden an der Universität eineandere Richtlinie ergeben Ich stelle fest, datz während meines Dekanats keine schrankenlos« Ausnahme von O st i u den erfolgt ist und in: Gegenteil, die Aufnahme der Dstfudcn in weitgehendster Weise und nach klar umrisfenen einheitlichen Normen herabgedrückt wurde." Sprich: das nicht Bände, diese unter Berufung auf EhrlühLeit und Offenheit erfolgte Abtvrisung der „Ostjuden"? Dieser Hofrat gesteht öffentlich ein, datz er die um Auifnahme ansuchen» den Juden (man beachte seinen Ton!) zur Unterfertigung eines R«v:rj«8 gezwungen hat und datz er den Neueintretemden prinzipiell sogar die Gleichstellung verweigert hat. Er hat i:cy, sagt er, an die gesetzlichen GrenM gehalten, wie dies „unser vrrchrter Herr Bundeskanzler m seinen Wahlreden nachdrücklich betont hat." U-Nd da rede noch jemand von der jüdischen Anmaßung! Wie die Professoren, genau so sind die Srudeuten, in diesem Geist erzieht der Hoftat Durig di« zuWnf- %n Führer des deutschen Volkes in Oesterreich. Es ist darunr kein Wunder, wenn in den Prokinzstödren >:* Muster der Wiener Metropole von Studenten arischer Marke genau nachgecchmt und nur den rauheren Sitten der Provinz erHprechenh modifiziert wird. Ueber die Vorfälle in Vra^ wo bekanntlich ein« erlogene Beleidigung eines Hochschullehrers durch «inen nicht rsstzustellenden Mischen Studierenden der Anlatz zu einem Aufschamnrn der arischen Volksseele wurde, geht uns von ltnfer-cm dortigen Korrespondenten der folgende Bericht zu: Der Sportklub Hakvah in Graz hatte, wie schon berichtet, für Donnerstag den 15. d. ein Kino für eine Sondervorstellung eines jüdischen Films gemietet. Dies kam den Grazer Hakenkreuzlern zu Ohren, die den Plan faßten, die Vorstellung zu verhindere. Dies gelang ihnen auch. Arrs dem Heimwage vom Kino jedoch kam es zu einer Auseinandersetzung Zwischen dem Unilveusitätsdozelü'eu Dr. de Crini§ und eitt-igen jüdischen Pass amen. Diescs Vorkommnis benützte die deutsche Siichrntenfchaft, um einen Willkomm neu Anlaß zu finden, gegen die jüdischen 'Studenten vorzugehen. Tatsächlich fatzte der deutsche Studentenausschuß -am Samstag den Beschluß, die jüdischen Studenten am Betreten der beiden Hochschulen zu hindern. Als Vorwaird gaben sic au, daß cs jüdische Studenten gewesen stien, die Dr. dc Criurs beschimpft hätten. Am Montag begab sich eine Abordnung der jüdischen Studenten fiism Rektor, um seine Stellungnahme zu erfahren. Gleichzeitig boten sic den akadennschen Behörden, «um ihnen zu bcaveiftn, daß jüdische Snrdcnten an den Vorfällen nicht t«rlgeuommen hätten, eine Kvnfrontirrnng sämtlicher jüdischer Studenten «it Dr.dr.CriniS au. Der Dekan der medizinischen Fakultät Prof. Dr. Pfeifer war damit sofort einverstandkn und drückte seine Befriedigung darüber ans, datz die jüdischen Studenten selbst in solch erfolgreicher Weise bemüht roareu. die Sachlage restlos zu klären. Er lub die jüdischen Sti:deuten für 4 Uhr nachmittgs ins inedizrnische Dekanat ein, wo die Konfrontierung startfinden sollte. Es fanden sich auch zur festgesetzten Zeit die jüdischen Studenten und ein die Konfrontierung verlief vollkommen e r g c b u i slo si Der Dekan begab sich hierauf inii den Vertretern der jüdischen Studentenfchaft ins Rektorar und ersuchte die übrigen jüdlsthen Siudeuren, auf die tveiteren W-eisungeu des Rektorats zu warten. Diesem Verlangen kam die jüdische Studentenschaft nach und wartete i-n der Vorhalle der Vniverfttäl. Plöblich sammelten sich dort die deutschen Studenten, die durch Z-ugng von der Technik verstärkt wurden. Als die Lage für die iirdischen Studenten bedrohlich wurde, erschi n auf ihr Verlangen der Rektor sn der Vorhalle, dem die deutschen Studemeu ihr Ehrerrwort gaben, die jüdischen Studenten unbehelligt zu lassen. Ebenso erklärte später ein Ausschutzmitglied der deutschen Studentenschaft ehren wörtlich, dafür einF^stehen, datz sich die jüdische Stwdentenfkhaft rmbchell'.gt enijfernen könne. Daraufhin verließen di« jüdischen Str^drnten die Universität. Kaum hatten ste jedoch den Universttätsaarten verlassen, als die deutschen Studerrten mit den Rufen ,Auf die Straße nach!" mit erhobenen Stöcken gegen die jüdischen Studmten losstürmltem Dre durch Passanten herbeigerusene Sicherheitswache dechindertees, daß die jüdischen Stud-nten von der großen Uebermacht tätlich angegriffen wurden. Die Dache begleitete nun die jüdischen Studenten ins AnrtshanS. Ihnen folgte die Menge der deutschen Studenten unter fortwährendem Johlen und Schreien. Sie ließen es sich nicht nchmen, am Woge aus einer ihrer Kneipen mit leeren Bierflaschen und Glasern bewaffnete Kommilitonen zur Verstärkung zu holen. Nim konnten sie ihr Heldentum dadurch betveisen, daß sie über die Köpfe der Wache hinweg die jüdischen Studenten mit ihren Waffen bewarfen. So kanren die jüdischen Studenten, geleitet von der Lieder singenden, johlenden und Bierflaschen und Gläser werfenden Heldenschar ins Amtshaus, wo sie einige Stunden in Schutzhaft gehalten wurden. Es folgten nun Exzesse der deutsche:: Studenten in der Stadt, wobei die Polizei zur Wiederherstellung der Ruhe mit blanker Waffe einschrerten mutzte. Um 9 Uhr abends zerstreuten sich die Kinobeschützer und Retter des Deutschtums unter Mstngurrg nationaler Lieder. Dien.stag fand eine allgemeine deartsche «Mndeutenvrrstmvmlmtg statt, an der auch die Rektoren beider Hochschulen, der Dekan der medizinischen FakrrktÄ und mehrere Pwfessoren, teilnahmen. Don diesen wurden die deutschen Studenten Ms das Ungesetzliche ihres DorgechenS aufmetßfam gemacht. Die deutsche:: Studenten hoben nun ihren Beschlmtz von Samstag (Sperre Leider Hochschulen für die jüdischen $3rr) auf und beschlossen, die jüdischen Studenten vorläufig als aeduldet« Gäste anzusohen. Soweit unser Berichterstatter. Damit der Ausdruck „geduldete Gäste" nicht irgendwie via Graz L'ben bekomme And dann in Wien durch irgend einen Diener oder Durig mit Ehrlichkeit und Offenheit zu rechtsverbindlichen Rekursen benükt werde, halten wir es für nottvendig, darauf hinzuweisen. daß a:^h für jüdische Eimvohner Oesterreichs einstweilen noch die StaatLgrmndgesetze gelten, daß aber auch Oesterreich den Friedensvertrag von Saint-Gcrmain mvtersertrgt hat, der im Abschnitt 5 über den M i n o r i i 8 t e us ch u tz spricht. Im Artikel 68 verpflichtet sich Oesterreich, allen seinen Einwohnern vollen Schutz ihres Lebens und ihrer Freiheit, ohne Unterschied der Geburt, der Nationalität, der Sprache, Rasse oder Religion zu gewähren. Noch deutUcher heißt es im Artikel 66: „Alle österreichischen Staatsbürger sind vor dem Gesetz« gleich und genießen ohne Unterschied der Rasse, der Sprache oder Religion die gleichen bürgerlichen und politischen Rechte." Artikel 67 bestimmt: „Jene österreichischen Staatsbürger, welche einer völkischen, religiösen oder sprachlichen Minderheit angehören, ge° niehen dieselbe BchaMnng und dieselben rechtlichen und tatiäÄlichen GarEien. tafe dia übrigen österreichischen Staats- 33. November 1923 :ifv. 1715 Därger." Im Artik 69 anerkenn - Oesterreich, daß in dem Matze als die Bestimmung«,: d?-- .^:g«u Artikel Personen <betrefsrn, die einer nationa>len, reügivsen oder sprachlichen Minorität angehören, diese Bestimmungen internationale Verpflichtungen darstellen und unter die Garantie des Völkerbundes gestellt sind. Iw zweiten Absatz dieses Artikels anerkennt Oesterreich, daß jedes Mitglied des Völkerbundes das Recht hat, bn' Aufmerksam keil des Rates auf jede Verletzuug oder jede Gefahr einer Verletzung dieser Verpflichtungen zu lenken. Jur letzten Absatz dieses Artikels 69 aber wird zwischen den alliierten und assoziierten Mächten einerseits, der Republik Oesterreich andererseits vereinbart, daß im Falle einer'Meinungsverschiedenheit bezüglich dieser Artikel zwischen der österreichischen Regierung und einer der alliierten Hauptmächte oder einer anderen Macht, welche Mitglied des Völlerbnndrates ist, dies!: Meinttugsv.'rschiedenheit als ein Differenzpunlt von mlernalionalem Charakter gemäß >dem WorklMt de8 Artikels 14 de? Bölkcvbundpaktcß angesehen und, wenn die andere Seite es verlangt, dem ständigen intern at ionalen Gerichtshof unterbreiict wird. Wir ftagen nun di« Regierung Seipel und alle, die cangehr, ob sie die Praktische Anlvendnng der Garaniieklausel d:S Artikels 69 wünschen und ob sie damit einverstanden sind, daß durch die .Hetzprofessoren und Hetzsbndenten die Einmengung des Auslandes direkt provoziert wird. Wir loerdcn auf keinen Fall htlbcn, daß unsere Studenten als „geduldete Gäste" iul Sinne des bei den Völkischen geltenden Gastrechtes bchandelt werden. MMrmorandumdersoMWchrnProsrffsren. Die Vereinigung sozialistischer Hochschulprofessoren hat folgenden Beschluß gefaßt und gestern durch die Professoren Ha h n, H a r t m a n:r und L-ehur a n:: deni Rektor überreicht: Die Bereinigurrg sozialistischer Hock,schullehrer lenkt die Auftnerkchnk.'it beä Akademischen Senates daraus, daß während der wüsten und bffchänrenden Szenen, deren Schauplatz unsere Universität in den letzten Tagen war, Studenten mrd Stud«Minnen lediglich aus diesem Grunde roh mißhandelt wurden, weil sie sozialistische Vereinsa-bzeichen truger:; ftrner auch die Tatsache, datz ein s o z i a l i st is ch e r Hochschullehrer in seinem Institut« überfallen und seiner sozialistischen Gesinnung wegen beschimpft und tätlich bedroht wurde. Endlich ans die Drohung dcr Exzedeuten gegen die Lehrtätigkeit der Sozialisten. Di« Vereinigung sozialistischer Hochschullehrer erwartet vom Akademischen Senat nicht nur Sühne für alle diese AusschreÄuugeu sowie selbstverständlich auch für die den elementarsten Rechts-grundsätzen wider fpreckienden Exzesse gegen jüdische Studenten, sorchern auch wirksame Maßnahmen zu deren Verhinderung in der Zukunft, vor allem aber eine klar« Stellungldahm« gegen die allem Anschein nach in einen: Teile der Wiener Studentenschast verbreiteten Meinung, datz gewaltsame Unterdrückung sozialistisch Geisiunter stillschweigend und ohne entsprechenden Gegemnatznahmen hingenonnncu werden. Dr« Vereinigung sozialistischer Hochschullehrer hält es für ihre Pflicht, auf die Folgen arvfmerksam zu machen, die eü gegen chren Willen haben müsse, wenn es den akademischen Behörden :richt gelänge, 'bi? in ihrer übergroßen Mehrheri fried fertige und arbeitsfrsudige Studentenschaft vor dem Terror einer Minderheit zu schützen und wenn auch weiterhin die Ge sinnung, zu der sich zwei Drittel der Bevölkerung Wiens und fast die Hoffte der Gesamtbevölkeruug der Republik bekennt, ans dem Boden der Universität Getvalttätigleiten und Feindseligkeiten auSgesehi blieben. Sozialdemokratische Stadecken beim Rektor. Di« Vertreter der sogrätdemolratischen Studenten und Aademikervereinigung haben gestern mittags beim Rektor der Universität Vorgesprächen mrd ihn: ein Memorandum an den Akademischen Senat übergeben, in den: sie folgende -FovderuN'- gen stellen: 1. O «s f n u n g d « r U n i v e r s i t 6 4 bis spä testens Montag und Sicherung des ungestörten Studio nbe trieb es durch alle zur Vevfügilmg stehenden Mitieln. 8. Erklärung der U n i v e r s i t ä t 8 r a m p e als n i ch p akademische:: Boden. 3. Feststellung der für di« Vorfälle Verantwortlichen. 4. Vorladung der B « r t r e t c r a l l e: Studentengruppon. 5. Vorbereitung der Wahl einer allgemeinen S-tudontenvertretung. Der Rektor versprach, die Forderungen dem Akademischen Senat vorznlegen. Die sozialdemokratischen Studenten erklären, ihr ferner«? Derhälten von der Erledigung ihrer Forderuiigen abhängig zu machen. 6Ute antisemitische Hehversammlmg. Wie wir erfahren, wurden gestern abendsin studentische: und völkischen Kreisen Flugzettel verteilt, die folgenden Wortlaut hatten: Einladung der Partei revolutionärer Antisemiten der „K^nt^R -U der am 29. November 1923 im GastbauS Twaroch, HerbeckÜratze 9, tim 8 Uhr abends sr<^ findenden Versammlung. Thema: Ter Hochschulskandal. D i e „K" -Gruppe. Die zuständigen Behörden werden ans diese Hetzversannnlung besonders aufmerksam gemacht! Die Streiks ln der MetMndustrie. Wider Erwarten hat die Situation in der Metall» industrie gestern eitle Verschärfung erfahret Die Vev schiebung der Berh andluttgen über die neuen Forderungen der Angestellten auf Montag hat unter den Angestellten große Erregung hervorgerufen, die sich in einer Arbeitsniederlegung in denelektro« technischen Betrieben äußerte. E3 stehen insgesamt ül«r 5000 Anaettellte im Streik. m\b Ävar t» folgenden!