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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-21 · Heft 1713 (21.11.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1713 (21.11.1923)
Date
1923-11-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Sk. ms Wien, Mittwoch Die deuitsche Stwdenter»schaift hat i'ich immer -und a.uch Setzt ÄS Hüterin der Ruhe und Ordnung betrach- «et. Au 8 diesem Grunde de dauert sie die bisherigen Bor- Me, die daS Hinhailten der deutschen Stude»»teNfchaft durch die BeKrechungen des hohen «Vaidemischen ScmteS und ein- KÄner Profefforenkollegien und der immer offensichtlicher Mtage tretende Wille der akademischen Behörden, drese Ansagen nicht zu erfüllen, verursacht haben. Auf Grund der offiziellen Erklärung ^amtlicher Rektoren am Hochfchultam Deutschüsterrnchs im Jänner ISA glaubte die dsulsche Studentenschaft, daß dre Deutscherhaltung unserer Hochschrlle durch Maßregeln der akadsmischen Behörden hinreichend gesichert werde. Der feste Wille der deutschen Studentenschaft, gemeinsam mit den Mdvmischen Behörden und ihren Lchrern die zur Erhaltung bei deutschen Charakters unserer .Hochschule efforderlichen Maßregeln zu treffen, offenbarte sich darin, daß die deutsche Studentenschaft, obzwar die Verordnung, die vom hohen Ägdemischen Senat zu Beginn des Sommerstmesters erlasien wurde, nach Meinung der deutschen Studentenschaft keine geeignete Maßnahme zur Deutscherhaltung der Universität darstellte, dennoch von eigenen Maßnahmen abstand. Die deutsche Studentenschaft stimmte einer Bo währungsfrist für die vom akademischen Senat getroffenen Maßnahmen zu. Die auf Grund der Versprechungen erhofften Wirkungen blieben aus. Entgegen den Zusicherungen am Hochschultage wurde nLuerdiucis ein Jude (Prof. FisrUj zum Dekan der inedizinischen Fakultät gelwählt. Der Einspruch der deutschen Studentenschaft dlielb unbeantwortet, föaift gleichzeitig wurde Privatdozent Dr. Kappelmacher vom Professoren- Mllsgium der philosophischen Fakultät prinw loco zum Professor vovjpschlbagen. Ob eine Abnahme der vistiüdtschen Hörer zu verzeichnen ist. entzieht sich der Beurteilung der deutschen Stuidentenschaft. Doch sprechen Gründe dafür, daß auch hier den berechtigten Forderungen der deutschen Studentenschaft nicht völlig Rechnung getvaaen wurde. Da Studenten recht, mit dessen voWöürgerlichsm «Aufbau sich die Rektoren einverstandrn erklärt haben und dessen Einführung sie warm befürworteten und versprachen, ist n ick) t gepöben worden. Dagegen sind di« Grundsätze dieses Stuldentemechtes durch die Anerkennung des jüdischliberalen Deutschen Stndentenbundes durchbrochen worden. Der Protest der deutschen Studenten gegen die Alrmaßungen jener Korporationen, die di« Hmlptträ-ger des Deutschen Stnldeirtenbunves sind, wurde mit einem a I lgemeinen Farbenverbot beantwortet. Die Anregung der deutschen Studentenschaft in betreff der Schaffung einer Lehrkanzel für Deutschtumskunde blieb unbeachtet und -unbeantwortet. Im Gegenteil find die deutschen Studenten genötigt, volkSbürgerlich bedeuifame Vorlesungen, wie das Kolle-a über Volkswirtschaftspolitik. bei einem voAsfreumden Lehrer (Prof. Grün-- b e r q) zu hören. Angehende Germanisten finden in der deutschen Universität Wien «kein von einen: deutschen Professor geleitetes germanistisches Proseminar. , Diese Austände an einer deutschen Universitär und die Nichterfüllung der wiedcßholt gegebenen AufichT-rungen müssen Äs die Gründe für di« ungeheuere Erregung uwer den deutschen Studenten angesehen werden, aus denen allein die Bonfälle der lebten Tage zu begreifen sind. Die deutsche Studentenschaft der Universität Men lehnt daher jede Verantwortung ab und ist nicht in der Lage, Ruhe und Ordnung zu gewährleisten, so lange nicht lhr-n Forderungen, deren Berechtigung vo-n akademisch«» Amtswaltern wiederholt anerkannt wurde. Genüge geschahen ist. Reue Nandalszenen an der Grazer vnlverslM. Äraz, 2H. November. Di« jüdischen Studenten wurden auch gestern am Betreten der Universität gehindert. Nach« mittags fand eine Versammlung der deutschvölkischen Studentenschaft statt, an der die Rektoren der Universität und der technischen Hochschule teilnahmen. Diese abends an der Universität abgshaltene nvasstichafl besuchte Versammlnng der «dsutfchviMschm Sttlden» ten nalhm nach längerer Wechfelrebe folgernden von der Stu» denterÄannmer gostellton Antrag an: In Anbetracht der Absicherung der beiden RMoven, daß die in der Angelegenheit Dr. Decrinis ausfindig ge- 'machien SlbnDigen de r fchärfften Bestrafung Mchülhrt werden, b schließt die Studentenvevsommlung. vorÄuifdg von ihrer Abboehrmaßnahme ahMchen, die unter dem Kvmgeden Druck der Verhältnisse ergriffen worden war. Ein Znsatzantvag, di« jüdischen Hörer nur Äs geduldete Gäste anMcheu, fand obenifalls Annahme. Wie das Röktovat rmttM, hat die Untersuchung für die bei dem Vorfall mit Dr. Decrinis bisher ÄS anwesend genannten f ii fr i s,;i e n Studenten nichts Belastendes zu- 8n 3««»drnck. An der Innsbrucker Universität haben die «haieriEveu^wi» schon Studonten die Besetzung der Lehrkanzel für Gynäkologie «unmöglich gemacht. Für dtcise Stelle war «in Wiener Frauenarzt und Dozent der Wiener Universität in Vorschlag geibrächt Warden. Da den Hakenkronzlern die Masse" des Professors nicht genügend „rem" effchien, so geschah es, daß er von der Übernahme der Lehrkanzel Mviickivat und daß die Innsbrucker medizinische Fakultät Leinen Ordinarius für Geburt shiffe und Gynäkologie hat. . , MlfcheNumeru» clausus-Svfer an Ualienifchea UnivMAen. Di« italienische UnterrichtKverwaltnirg hat sich, wie ev« Mnerlich, vor geraumer Zeft 'bereit erklärt, bedürftigen ausländischen Studenten, denen aus politischen Gründen das Studium an den Hochschulen ihrer Heimländer unmöglich gemacht wird, die Befreiung von den Studientaxen zu gewähren und sogar gewisse Stipendien für diese Ausländer m Aussicht gestellt. Wie man den italienischen Blattern entnimmt, geht nun da§ italienisch« Unterrichtsministerium daran, Än-en gewissen Betrag für diese WohllsaihrtSgwecke. bereitzustellen, da die Genewfität und das Entgegenkommen der italienischen 'Unterrlch^tövertvaltM'g, welche durch ihre Haltung den kulturwidrigen Hochschulgeist zahlreicher anderer Länder beschämt, eS tu Hinkunft einer größeren «Zahl von jüdischen Studenten ermöglichen dürfte, ihre durch die nationalistische und a n t i 10 m i t i s ch e Reaktion gewaltsam unterbrochenen Studien in Italien zu beenden, hat sich die jüdische Welthilfskon'ferenz, au die italienische IMnfchaft Womdet. Wkener MoLgenzeituns._ um soziale Maßnahmen zrMnsten mittelloser jüdischer Studenten «irHuleiten. In dieser Richtung war bisher der Vertreter der .jüdische»: Wafthrlfskonforenz Dr. Halpern in Florenz und Triest erfolgreich tätig; man geht an die Schaffung von jüdische»: Mensiavereinen und anderen Inisti-utionen »md hat eine SamlnÄMion in allen jüdischen .Gemeinden Italic,:s einige-' leitet, um einen StudentenhilfSfonds zn schaffen. Bisher befinde»» sich ungefähr sechzig jüdische Studenten, die meisten aus Ungarn und Rumänien, a»: itÄi«»:ischen Hochschulen, denen weiter« Gruppen folgen sollen, nnd man hofft, di« Zahl dieser jüdischen Studenten in Kürze beträchtlich vergrößern sf»t können. Tagesbericht. zionistische« Landerkomitee. «Fm Sinn« des $ 19a unserer Statuten halbe« sämtliche Wiener Dezirkssektionen und Sonderveveinigungen bis. spätestens 90. d. die Namen ihrer Vertreter für das Lokalkvmitee dem Landeskomitee namhaft si» machen, damit dessen Konstituierung ehestens erfolgen kann. Zwecks Beratung über wichtig« Orgaltifalionsfragen findet Samstag den 24. d. um 7 Uhr abends im Sitzungssaal« des Zionistischen Landesikomitees, 2. Bez., Daborstraß« 20a, eine Sitzung der Obmänner sämtlicher Sektionen und Sonderveribände statt. Im Sinne der Bestimmungen des § 12 unserer Statuten sind bis längsten8 10. Dezeinber 1968 Wahlen zum Parte trat durchzuführen. Das Wahlergebnis ist unter Vorlage der Wahl«protokolle samt Mitgliederlisten dem Landeskomitee bekanntzugsben. Der Zeitpunkt der Vornahme der Wahlen ist von den Sektionen und Smckervevbänden 8 Dag« vorher dem LaiÄeskoMitee bekanntzugeben, damit die rechtzeitige De>legieru»vg vor: Wahlkommissären erfolgen kann. Ju: Sinne des § 12a wird auf je 300 Mitglieder ein Mitglied deS Parteirates getvählt. Ortsgruppen mit weniger als 300 Mit« gliedern können zwecks Wahl zum Pavteira: zusammengelegt werden. Die zusammengelegten Ortsgruppen der Provinz köm:en auf je 150 Mitglieder ein Mitglied des Parteivates wählen. Im nächstchende-n veröffentlichen wir die vom letzten Parteitag angenmrMenen Gtatutenä nderungen: 8 1. Der V«vband «führt den Namen .^ZionMscher Landesverband «für Oesterreich" und ist die «Landcsorganifativn für alle in Oesterreich wohnenden Mitglieder der ZionWchen Organisation sowie jener von: Zionistenkongveß anerkannten Föderationen, die sich dem LaMSvevband angeschlossen haben. <An allen Stellen des Statutes, wo von Ortsgruppe« Md Gvnderversinigungen die Rede ist, wird der Zusatz und die dem LaMsveröand augeschlosienen Febeva-tionen^ zugefügt.) 8 6. Zusatz. Das passive Wahlrecht ist an die Vollendung deS 80. Lebensjahres und die Erfüllung der vom Laudesverband vorgefchriGenen Geldleistungen gebunden. 8 7. Absatz 2. DaS. LandeKomit« jetzt auf Grund dsr ihm spätestens zwei Monate vor dem Parteitag vorgelegten und seiner Prüfung unterliegenden Mitgliederverzeichnisse der einzvlnen Organffatiomn die Zahl der von diesen zu «wählenden Delegierte« fest. Die Wahlprotobolle sind mAdrstenS vier Wochen vor dem Parteitag dem Landeskomitee vorzuklegeu, welches sie mit einem Bericht an das Parteigerichl weiierleitet. Daß Parteigericht ist berechtigt, die Wahlen zu «verifiziere.» oder a»,ch den Akt zwecks Wiederholung und BervollstöndiMng an bis ein» zülmn Organisationen KimÜckzuweifen. Dies« sind verpflichtet, die Wahlen nach den Weisungen deS Partelgerichtes binnen einer Woche zu vervollständigen oder neuerlich durchzuführen.. DaS Parteigericht entscheidet endgültig, allorUfallS nach Anhörung der Parteien, < § 12 e. Der Parteirat wÄhlt bei sein«; ersten Sitzung einen Vorsitzenden und Stellvertreter. Die Mitglieder des Landeskomitees stud von dtzr Wählbarkeit Mn VoHtzenden oder dessen Stellvertreter im Parteirat ouSgefchlosien. 8 24. Zusatz. DaS Landeskomitee ist berechtigt, zionistische Funktionäre, die ihren zionistischen Pflichten beharrlich guwidechandeln, von ihren Funktionen zu fuSpenditten. Glu solcher Beschluß bedarf einer Zweidrfttelmofvrität bei Anwesenheit von zumindest drei Viertel»» der Mitglieder «des LandeEomitesS. Dies«; Beschluß mutz auch «binM: vier Wochen nach der s^ichebung dom Parttirak betätigt lv«»-den. Ferner wurde di« Bezeichnung Parteitag in „Delegiertentüg" obgeändert. Ae ßrneuerung de» Flldentums. Mm Propagandarede für de« Keren Hajesiod. «Vleber das Vhs»nia //Die Ernmevuug des Iudcutuu^" sprach Dr. Wmim Goldmann Devliu) m einer Propa-gündaversauvmilung «für den Kere.» Hajessod, welche die Zio-niistifche ByzirkssMon Lauidstvaße mn Smrle des Mven- Äno vemnstastiSte. Die AuSifühvirngM Dr. «GoilldUMNtls gipfetllwn dm soWrlden: Andeve BMer bieten das BM origa»»ifcher Entwicklung. Man sieht in der Geschichte dieser Ml'Ker in ungcibr-ochetler Linie AuWt'g, Höchepstonkt ornd Mstiieig. Da- Judentum hingegen, bietet das BW einer polaren Existenz, einer Pendelbewegllng gst'ischm Epochen nnechövter «Kvajsta»»strö»iGMe«, gewastigeti Aiuffchwuriges und Epochen der Cvschöpfuug, der. Apatlhie, des Ttafftandetz. Di.ises Vol'k hatte keiine KftldheitSepoche. Es trat reif in die Geschichte ein. Dann läßt sich in wellouiföbmiger Beweguilg der Wechsel Mische»: Zeiitoi: herrlicher Aktivität N'ltb völliger «Ki^afiil-ofigkoit. völlmer SMtvsr. geison«hei>t d»»rch die Geschichte vevso>lgc:u , 21. November 1983_SM g Nue wer diestu Unterschied zwischen der Geschichte des F»»>dent«un»» a»nd der anderen Böllter kennt, k>ann bsgre^ru» was jeweitig üdiij che E ri> euernny" bedoutet. Em Bollk, das stetig wächst, das sich Manzmhaft erMvickekt, Keim, Blüte, Frucht, Neberveist, «Verfall cvufweist, ein solches Volk braucht f««inc Ernanernng. Ein Vollk hmgögen, bei welchen» Epochal der I»rge,»d nnd «des Greisentnms «einander wiadecholt M>ösm, belüarf innmer wieder ÄMr Ernenevung, nn» die letzte Aera der Erschöpf»»ivkprr z»» überwinden >und sinn»- zu »vorder:. Begreifm nruß man ferner, daß bei. «metu BoWe von der «Gigenavt des füidüschen Epochen der Erschöpfung solbst« verstMich, ja sogar rvötig si«nd. Dir HaupÄoaft des Jude>»:t>uanS 1>iegt ja »vicht wie bei anderen MÄern ir: der BibÄlltät, sondern in der Geilstigkeit. Don vornherein trat das J»»dmt>u.»n der Weilt und dem Dasein kritisch fordernd gagenlWer; mit dem „Besser-Machen-Wollen" hat das Jludentiuim den Weg m die Geschichte an-getreten. Die jüdische Geschichte beginnt höchst bezeichnend mit dem Mpthos von der BertwUbMg m»s dem Paradies. Die Volker der geraden, vngeibrochenen Linie wollen das Mögliche, unser Sinn aber ist, das Unmögliche zu wollen, den HimmÄ aitf Eiden zu schaiffer». Man denke bloß an di« Idee des MessMÜSmns. Ein solches BcM mit. solch nngehvr»ren Zicklen mutz Zeiten der Erschöpfung im M)ych»»»a»S seiner Geschichte «»«fweisM. Das neungehnte Jahrhundert war eine soilche Epoche der schwersten, der gefährlichsten Ermattung. Das Judentum des Liiberaivl«8n»uH, der AssimMivr: hatte nämlich zum U^'erfrhicde früherer Mischer Epochen des Tiefstandes das Gefühl der Zufriedenheit, des falten Wohllbchagens. Man hatte das BewlkßffVil: pevlvvc«!». daß -es ei-nst ein anderes Jlklde>»>taiim acgeborl hat. Der Zio»»iKnms kan», diese gsfiihMchsle Zeit der Er. schöpifung F» überwindon. Es zeögt sich, wie schwer das Zeitalter der Assm»ilatM» und ihrer Folgen «auf dein Jr:de»»tun: lastet. Es zetigt sich noch während der WiMarnkeit der erneuen»- dm g'ionistffche»: Bsive-gung. Der grüßte Teils des Judentums bejaht heute bereits die Errichtung der Heilstätte in Palästilia, die meisten halben uichtK dagegen, aiber es bloilbt bei dieser Bejahung. Noch zu sähr wivkt das lähmende Gefühl der taie»»loson SeMtzusriedvnhdit, als daß sich jene Aktivität für PMstina äußerte, die allein den Mbergang von der trostlosen EuschSpflMg zur neuen schöpferischen Epoche bewirken Knute. In völliger Hingabe, mit einer Willenskraft und Zähigkelit sondergleiche»», müsse!,: die Menschen, welche erkannt halben, wm was -es gchi, die neue Mtivi-tät des Judentums oozwingen. Man evkMne die große tnoralische Bedeutung dieser Hingaibe bis in >dl»e Memste Dagesapbeit hinein, nur st ist der hohe Sinn der Arbeit zu verstchen, ander« zu Opfern für de» Keren Hcrjesiod M bewegen, nachdem man se>M sein Opfer daogchracht hat. Israel Znngwill fand -den tttmriigen Mut, «dm givn«!stischeu Führer Weiigm-ann, de; durch Amerika zog, rom dm Fonds für den A>»»lfbM stchergsustellen, eine»: ^Könst der Schnorrer für PailÄstina" gu nen«nm. Mit Stolz nehmen wir vieles schmückend Beiwort auf, es ist ein hohes, ein stolzes «Königtum, die«fe kleinste miAhsa-mste Arbeit zu tzm für daS heilige WeE der Mischet» Erneuevurrg. :md wir alle wollenes darin Chain: Weigmann nachtun, um teilguhaben an diesem Werk. (Stürmischer Beöstll.) Das Mitglied der Mnistische« Leitung, Herr Dr. «LeopM Gofer, erklärte dann Sim «Md Zweck des Keren Hasessod urib wußte in eindrmBcher Rede die Rotwendiiockei-t der Be- Miy»mg aller Jtcken am Avsbauwevk durch Opfevleistungen zu erweifön. Zionistische Frauen Nerahmen sodam die Auf» gckbe, V^'chflichtittNgSeMävuugm der VerfammltlngsteUnehmer zu periodischsn Leistungen für den Hren Haijessod entgsger».p»- nchrnei». Der Erfolg war günsttg. Berliner Brief. Bon Sammh Gronemann. Bon Theatecholitik und politischem Theater. Theater und Kinos in Berlin sind überfüllt. DaS hat seinen guten Grund. Ran ist des gartz unwivllichen Lebens draußen müde all dsr Spektakelstücke, die auf der Straße inszeniert werden, der parlamentarischen Komödien und der Hungertragödien — nnd man will wieder wirkliches, lebeivdiges Leben sehen, wie man es «irrst gekannt hat und wie Man «3. nach dem Erwachen aus dein Alpdruck dieser Tage wieder zu finden hofft. Die Theaterbretter sind tv-irklich wieder die Bretter, die die Welt bedeuten, geworden — eine Wett, in der glänzend angezogette .Herren und noch glänzender ausgezogene Dame»: (die Nanren der' Entkleidungsfirmen stich auf den: Theaterzettel — zwei Milliarden freibleibend deutlich genannt) sich über Liebe nnd andere merkwürdige Dinge unterhalte»», ohrte sie in irgendivelche Beziehung juiit Dollarkurs zu bringe»:. Mai: erlebte es mit a»tget»ehn:en Gruseln bei einer Premiere — natürlich »mv bei der Premiere —, daß der Held sich zwei Eier ins Glas schlug — dabei handelt eS sich nicht einmal um ein AusstattUNgsMck! — Es ist eine Sensation, zu berechnmi, was trotz der augenfchei»»- liche»: Ersparnis atz, Stoff düs Ballett kosten mu|; denn es ist unheimlich, »vas dort diese Gruppe von eniÄeideten Damen alleii: an Seife tiub Warmwaffer konsumieren muß. Be» der Revue in der Komischer: Oper „Europa s p r: ch t d ü v v n" konnte »uftit sich in »»ächster Nähe davon Ä'bürzeugvn, daß Nach dieser Richtung »richts gespart ist» denn in einer in verschiedenem Sinne artregeichen Szene trippelt et»:e Shlphidenschar ins Parkett, um sich von den glückliche»: FartteiliMesitzerr» die Taillenhaken schließen zu lassen — in kaufmännischer Sprache ansgedvückt: „S oko rt a rci fb a r". So '»vird in vorbildlickrer Weise der

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