Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1710 (18.11.1923)
- Date
- 1923-11-18
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1716 Mett, Sonnfv-g lm Teppichhaus-Möbelhaus r S. SCHEIN Wien, l.. Bauernmarkt 12-14 Telephon Nr. 63-3*30 Serie (keine Filialen) gelangen grosse Posten TEPPICHE mit kleinen Webefehlern zu enorm reduzierten Preisen zum Verkauf Besichtigen Sie die 31 Schaufenster! Samstag bis 6 Uhr geöffnet SciilossiranzOoc U8w. 04 VII. Burgg. öl Bcrunkteldcrfabrik Feinwaschanstalt - ^Habiburg HnaMB&MBMMHKRB Zentrale: VI. Wallgasso 4 Telephone: 6339 und 4316 lUebcmahmsstellen in sömtUBez. Autos befahren täglich aile Bei. Stückgarantlc wird geleistet. Eigene Stärkwäsche-Abteilang. Westen in len mlenißt»?elji Wollkleider lchlmchn Stjjon M. Holzer. Mariahilferftr. 89 K 146.00« 72. Knnstanktion von Albert Kende Nachlaß ■ Heinrich Eitenbach [ I. Abteilung: a Gemälde u. Aquarelle von Meiaiern » des 19. Jahrhunderts " II. Abteilung: Ostasiatische Sammlung OEFFENTLICHE AUSSTELLUNG: Nur noch heute Sonntag den 18. November 1923 von 10 bis 6 Uhr In der Wohnung des Verstorbenen, Wien, Xlll/I, TrauttmansdorfFgasse 11 Elekirischr EtratzenbahnNnien: 58, 59, ei. Haltistell« Hittzingkrplatz VERSTEIGERUNG: Montag de» IS. biS tnkl. Donnerstag den LS. Stovemde« I04S Beginn präzis 3 Uhr nachmittags im grossen Vortragssai des Qusturr. Ingenieur- und Architektenvereines, Wien, I.,Eschenbachgasse 9 Freigabe des Milchhandel». Die letzte Beschränkung des Milchverkanses, die von der Verordnung des Kriegsjahrcs 1916 noch übrig war, die Milchrayonierung für Kinder und Kranke, wird, wie wir erfahren, in der allernächsten Zeit aufgehoben werden. Die Handhabung der Verordnung hat in letzter Zeit ohnehin stillschweigend aufgehört. Damit ist der Milchhandel vollkommen fr ei ge geben. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß die Milch zuftlhr nach Wien eine genügende sei und gegenwärtig 500.000 Liter täglich betrage. Dieses Quantum erreiche sogar die FriedenLmenge. Wiener Morgenzeitung. 18. November 1923 Seite 9 Heitere» Wetter. Nach vereinzelten Regen am Morgen blieb es gestern in Oesterreich vorwiegend trüb. Vorübergehend lockerte sich die Wolkendecke. Die Temperatur war ein wenig höher als vorgestern. Auf dem Festlande wehte eine warme Sndweststtönmng. Boraussage: Herrschender Wettercharakter anhaltend, zeitweise Bewölkungsabnahme, doch vorübergehend, trüb und mild. Sie Lebenrmittelmiirkte. Rekordznfiihrcn voO Fleisch. — Leichte Rückgänge der Fleisch- Preise. Die Flesichzuftchren sind anhaftend günstig und erreichten dhelse Woche förmliche MitordMern. Mit der^ Bahn sind in der abgelausenen Woche über 100 WaMms mit verschiedenen Mch'chgottuuyen aivgeTommen, unter, denen Rindfleisch schr gut vertreten war. Der fortschreitende Währungsverfall in De u-t-schlanid bewirbt ein rapides Abriehmeu >der Fleischzufichren -nach dem Reich, was augeMMich dom Wiener Markt .zugute konrint, iso daß die Sendungen aus Rnmäniett. JugofMvtrn und Nngarrt von Tag vyu T<rg stetigen. Besondere Klage wird darüber gssührt, daß die Bahnsendungen infolge des Mangels an Kräften der Eisenbahnen, die die Waggons zu onKaiden hätten, verspätet den Markt erreichen und dadurch die Eilender buchten, wobuch eine durchgreifende Drvbttliguug hintanachÄten wird. Me Beschwerden und Bitten des Gremiums bei den «maßgebenden Behörden hatten bisher leinen E r f o il «g. Auch über die t e'u e r e n B ah nis Posen wind viÄIsach Mage geführt. So sollen die Zu-führs-pe-sen für ein Kilograuttn Fleisch vtrrchschrMLch nicht weniger als 7000 Kronen betragen. Die starke Beschickung des MeHchmarttes hatte gestern bereits ein Nachlassen deck Preist: auch im KleiuihaWel «zur Folge. Na.netttlich bei minderen und mittleren Sorten war ein Nachgoben der Preise Ml beobachten. J-:n Vergleich zur Vorwoche hat sich RbMswisch evui 1000 bis 2000 Kronen pro Kilogrammi ermäßigt. Schweinefleisch «ist nNl den gleichen Betrag zurückgegarrgM, Ka-MLoW, cm dem in der vorigen, Woche noch Mangel geherrscht halte, -ist ebenfalls uut 2000 Krotten pro KÄogramtu billiger geworden. Speck tmd Filz konnten die vovwöchigen Pwife noch «bohaiupten, was awf die schwächere Bcschicknnß der dieswöchigen Märkte irr St. Diarx zttrückgeführt wird. Der Verkehr war in der Grotzmarkthalle besonders leibhaft, zeitweise war, namentlich 'bei den Stundete, bei denan billigere Sorten 'feihreMten wurden, beängstigendes Gc-dräuge zu beobachten, doch reichten die Mengen überall tveit über den Bedarf. Die Gumvivarenmär-kte wiesen gbetchfalls gute Beschickung cvnf. Bei Mhaftom BeMhr Rieben die Preise iw großen und gangen Ziemlich unverändert. Sellerie und Karfiol haberc sich etwas im Preise erhöht,. ebenso ist Blätterspinat um eine Mem'vKoit im Großhandel Mtivgen. Er kostete bis 3300 Kronen pro Mo-gnrmw ans'dem stdaschmarTt. Bort Obst fielen gestern ■ Settdungeir politischer Aepsol ans, die den steirischen an Qualität gleichikownten sollen. Sie stellten sich im Großhandel ans 4000 Kronen pro KilogwMNl und fanden' stottert Msatz. Aus der Tschecho-Elvivakei war eine Sendung frischer Awetschkeu angenommen, die sich auf 8000 bis 9500 Kronen pvo Kilogratrvm stellten, -aber nur schwacher Nachfrage begegneten. E-ier sind gmügvnd vorrätig, nach besseren Qualitäten herrschte lMmfde Nachfrage. Sehr unatrgetrchm wird das Anziehen der BnÄttpreilfe" bmpftmÄen, was bereits in ein cm Rückgang des Konsums KM Ausdruck kommt. ' * Daß Neueste ist ... Das neueste ist nämlich das Ehrenwort zum Auf- und Znknöpfen. Es wird in unerreichter Qualität, geradezu ein Wunder von Elastizität, in Bayern hergestellt und in Massenvertrieb genommen. Die Varianten, in denen dieser beliebte Artikel geliefert wird, sind zahlreich genug, um auch den verwöhntesten Ansprüchen zu genügen. Es gibt Ehrenwörter mit und ohne Pistols Ehrenwörter mit 24- und mit 12stündiger Gültigkeit, schwarz-weiß-rote, schwarzweiße, changeant Ehrenwörter, und eS gibt sogar Ehrenwörter, die man hält, natürlich nur, ivenn der „Erpresser" zweifellos gesiegt hat. Besonderer Beliebheit erfreuen sich die Ehrenwörter mit ireudeutschem Handschlag. Sie sind unbe dingt zuverlässig, mindestens sechs Stunden lang, und können wegen ihrer Haltbarkeit und Dauerhaftigkeit jedem Schlacht. Helden aufs tvarmste empfohlen werden. Besonders hervorzu heben ist an den neuesten Zusicherungen, daß eine bewrinderns werte GeschmeidiMt sie auch absolut unschädlich macht. Heftet' dies sind sie noch znznschnüren und finden schließlich in der kleinsten Hütte Raum, wenn es sein mutz sogar in einer Hundehütte. H'at z. B. einer der Ehrenmänner fein heiliges Wort verpfändet, an der deutschvölkischen Bewegung nicht mehr mitzuwirken, fo besteht ja kein Hindernis, den GeltungskreiZ dieses Versprechen erst lokal, dann temporal ein bißchen einzuengen und zuletzt felsenfest und treu daran zu halten, im Wirgerbränkeller während acht Drgeu keinen Putsch zu der anstalten. Die unübertreffliche Qualität der Halenkreuz-Ehren Wörter erlaubt diese mtb noch größere Kraftanstrengungen: Hakeutreuzler, deckt euren Bedarf an Ehrenwörtern nur bei der Firma Kahr und Ludendorfs'. Bequem'. Praktisch'. Billig! Kater Murr. , * Die Jrigendbeilage muß wcgeu redaktioneller Schävie« rigkeitet, bis auf weiteres entfallen. * Das Jüdische Korrespondcnzbirreau (I. C. B.) gibt «ns bekannt, daß sein offizieller Name in Jüdisch^ ' Tellegrap h c it - A g e tt i u r geändert wurde (I. T. A.). * Der Großrabbiner von Jugoslawien. Aus Belgrad, 10. d.. wird telegraphiert: Isaak Alkalah ist zum 'Großrabbmer für das ganze Gebiet des sugoflaimschen KvnigretcheS ernannt worden. Durch diese Ernennung eines Großräb'biners ist zugleich die Fvaige der jüdiichen Glartbensctentetn-ich-aft im 'KSnigretch geregelt worden. Malay hat hentr tu Gegenwart des Kultusministers den § reueüd in die Hände des Königs eobgelegt. Denmächst soll ein jüdisches Seminar errichtet werden. * Adolf Held. Ans Warschau schreib! matt uns: Der Direktor der H i a Z - Gesellschaft. Adolf Held, hat Polen verlassen. HeK> entfaltete während der letzten drei Jahre in Polen eine ungemein segensreiche Tätigkeit auf dem Gebiete der ganzes auch dt ... .. . ., Werk. Durch feine unparteiische und obfoktive Änüsfuhrüng 'hat er sich die Achtung sämtlicher Parteien erworben. * Die neuen Ttratzeutaseln und der dumme Kerl von Wien. Die Genreinde Won platrt, wie inan aus gewiflen Vorläufern erkennt, die Straßentafeln in HinEuust in blaw'- weißer Farbe Ku halten. Der Eindruck ist ans den ersten Blick etwas merkwürdig, denn, da diese Derfügung vort dm So^> zialDemokraLen kommt, fühlt man sich an die svsialdomoEraj-ifchen Hehpbctkate ermttcrt, welche bckstvnmr-t waren, den WMauftusen der Judifchen Wcchlgemeinschaft ein Paroili zu bietett und die jüdischen Farbeu in der unerfreulichsten Weist mißbrauchten. Auf Mischer Seite hätte man, schon um gewissen scherzhaften ,ZlnDeut!Ungen" auszuweichen, auf diesen Beschluß der StMväter gerne verzichtet, aber die Juden sind dabei nicht befragt worden. Hingegen meldet sich schon der dnuflne Kerl von Wien, diesmal von dem Monarchfftischetr Wochen.AätLlein der Monarchisten unter Herrn WenseZ Führung rcpräfeni-iert, das seinen Lesern den f-oligendon Erguß vorsetzt: Ein neuer Faustschkag für das christliche Mrgertum Wiens. Die rote Wiener Rathauscltgue beabsichtigt einen neuen Sch!la.g gegen das Wiener Bürgvrtmn. Die Wiener Straßentafeln sollen blau-weiß gesörichen werden. Gewiß nicht deshalb, weil diese GchMchaft mit den bayrischen J^ariottaMialistetl sympathisiert, sondern deShaW. lveil die iblau-lveißen Farben die Farben der Zionisten, des internationalen Frei m a u r c -r t lt nt § sind, die nun dm Wienern täglich die Vorherrschaft des Judentums vor Augen führen sollen. Misrachi Bezirksgruppe 9. Mittwoch fand im Lokale der Ziottistischen B-ezirkssektion 9 die konstituierende Versammluntz zur Gründung eines Ortsgruppe des Misrachi utrter dem Vorsitze des Herrn M. Grün Wald statt. Es Wtwde ein provisoriisches Komitee gebildet das die erste Generalversammlung vorber?-iten wird, lieber di« Wichtigkeit und Äcot-- wrndigkcit der Vertiefung des Misvachi-Gedarckens referierten Herr Rabbiner M. Horowitz und Herr M. D. Groß. * Auch die Toten haben keine Rech«! Wk aus Bad Homburg gemekdet wird, sind vor einigen Tagen aus dom dortigen jüdischen Friedhof 60 Grabdenkmäler zerstört worden, so daß sie einen. Trümmerhaufen bilden. Die Polizei hat für die Ermrttlu^ng der Täter eine Belohitung ausgesctzt. ,, Warmmg. Wie mts die Leitung des Keren Ha-iefsod für die Dschecho-^Slvwaikei mittellt, hat ein gewisse? Adolf Goldstein verschiedene böhmische Städte besucht und den Zionisten daseWst unter der falschen Bchaupt-ung, daß er ein Delegierter des Berliner Keren Hajessod-Büreaus sei, verschiedene Schriften verkauft. Cs wird festgestellt, daß GoWste'ur dem Berliner Keren Hafesiod-Bureou völlig unbekannt und nicht berechtig! fft, mt Namen des Keren Hajessüd irgendwelche Schritte §u nnlernshmen. Familiennamen in der Türkei. Aus Konstantrnopel wird geschrieben: Die Kommission der türkischen N-ationMersamimAmg bon Angora, die sich mit der Reform der sozialen Verhältnisse rn der Türkei beschäftigt, hat die Namengebung für reformbedürftig erNärt. Bisher bestand bei den Dirken der Brauch, daß-mau sich mit dem Vornamen benannte und zum llnlerfch'tÄ) von Weichnamigen den Namen seines Vaters hinzusetzte. Sch nannte man sich z. B. Mustafa, Schn des Mohammed, gang wie e§ bei uns im' Mittelalter anch der Fall tvar. Dte Kommission ist nun der Ansicht, daß diese Art der Benennung §u großer Bevwrrmna güsuhrt hat. und sie fordert, daß jeder Türke sich einen Familiennamen beilege, den cr besonders in Rechtsangelegenheitett führen nntß. Telephonverkehr mit Polen. Vom IS. d. an betragen idbü Sprechgebühren für die Einheit „gewöhnlich" angemet-detor Ferngespräche zwischen Wien und den nachfolgenden polnischen Orten -bis auf werteres: Mit Teschen 20.200 K., mit Biclitz 23.000 K., mit Skotschau, Strumien und Wvon 25.900 K., mit Arrdrychau, Dzic-ditz. Kcty. Krakau, Wadowice. Sahbufch 28.800 K.. mit Bvchnia, Chrzanüw. Trz-ebmia. Wieliezka L1.600 Kwuen, mit Bedftn. Da'üvvwa, Gornicza, Oswiecim, Sosu,owice.^ Szakchva, Kielcze, Neu-Sand^, Tartww, Zakopane, Kattowitz, 'Königshüttc, Mvslowitz. Tarnowitz, Warschau (Sprechzeit nur 23 bis 8 Nhr), mit Boryslaw, Jaslo. Jaroslau. Krosno. PmMtvsl. Rzeszow 37.E K.. mi- Sanok, Drohobycz. Lemberg, Schoidtrica tmd Strys 43.200 K. Für „dringend" angemelde-e Gespräche wird das dreifache, für „bestellte Nachtgesprächc", welche nur Äs „dringend" angemekdet entgegengeuommen werden, wird das eineiuhalbsache obiger Gebühren eingchoben. Für Gvspvächsattlfforderuugcn uttd Voranmeldungen kommt die Sprechgebühr für eist „gewöhnliches" Dreiminutengespräch zur Einhebung. TUNGSRAM 8538 579