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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-18 · Heft 1710 (18.11.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1710 (18.11.1923)
Date
1923-11-18
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Teste 8 Melk, Smnl-aD Wiener Viorgenzertunft. 18. November 1923 Nr. 1710 Es geischiahl gerade in letzter Zcki vvÄ gutWnsnrtes Unrecht auf täcifm Wc^rc:.1. bdamenKÄh die fumyeu.Smete fühlen sich berufen, in der soH«rlen Fützvvge mötzuwirkcn, iMt'D' gcherr srisch^sröihtich <m Kk fchwieri-gstsn Pvoblmre heran. Nurr ist sichcMch das Mrüd -er beste Ettzvcher des Myrren Krnides, unid auch den haLbiwüchhi-gen rvnd ^^ugcmidLichon" dleLbt aus drvfe« Gsbret ein TaftgkentWÄ offar. Den Jungen — aber nicht dorr lmidläuftgen Jungen von honte, die sich von den Erwachsenen gewöhnlich nur durch Mang 4 cm Erfahrung und Naive-lat unwrschcklden. Ihr pädayoMcheS Kreido ist irr dom Lahe enthaÜLir: Albes, was bisher gmracht worden ist. war falsch und dunnm. Um die Wirkung eines derben Zugriffes ermrsscn zu könuon. muß mai: sich vor Augen Ixütan, daß fast feves Nnd und sitzer JuyerMche, der der sozialen Fürsorge und Erziechmg bädaris, brisowders schmmngsbodÜLslrg ist. Lei es, daß em WcchvnLiNd des natürlicheit Schutzes vor: Vater und MlWrr entvattm m!uß, fei es, daß schlechte wirtschaftliche oder wirre FMEenvochäLtimsie, daß körperliche ober geistrge Gebrechen vom .Krrtde^d« ruhige E»n- Wicklung stören, sei cs, daß als Resultate aller dieser Umstände schon ein Vergehen gegen das Gesetz, gsgsn die SÄpe oder Sittlichkeit sich ergeben lrat — fast mmver stehen die Kinder, die der Füvkvrge bedürfen, nicht so fast auf ihren Mützen wie andere. Versnchi nun der Müge Rtensch, dessen Erfrhr.iMgKmangÄ nicht durch die Erfcchvuingell anderer ausgeglichen wirtz, seine Künste, fetzt er seme, nteift sehr freisinnigen Montltheorien in die Praxis um, so kanrr unabsehbares Urchcül oeschchen. Wozu allerdings bsinsÄt' tverden nruß, daß moi-stans der Schade durch Hcmidllnvgorl noch geringer ist als der Schaden durch Umerlassunge-n. Natürlich har der „Geleimte" ja auch nicht feilte atphabctisch aeordnetcir Specht!reichte zur Hand. Wer er har doch die Erfahrungen, das Wissen der anderen zur Ber.fügr:ug, er weiß, daß di-eses oder jenes Problem schau Gc-genstartd der Erörremnig gawaseu. er lmr schon nachyedach: Wer die Fvayc-n, di: cr mr-u lösen soll unÄ. wenn er auch, wie jeder, dar sich mit Fürsorge bafaß-, inmrer noch UrÄerraschrmyen orkeEtt, - so steht er ihnen nich: W-kos gegenüber. Die IWe emfchvidende Bo» werinny eines Falles bleib: allerdings dmr Urteil des einzeln en überlassen, und dieses Nneil iit auch beim Fürsorger nri: Fachausbildung und mir gefestigter Evstchmirg nicht unfehlbar. Auch der Fachmann kann irren. Aber dve Wahrscheinlichkeit des Fehlgriffes ist bei ihm unvertzl-oichl-ich geringer als beim Uirgelsruttn. Außerdem wi-rd cc wcchvschemi'ich nicht mii jener schöneit BecharrLichkeri an sc^iwam Irrtum feschalten, die - cm KsrmzMzeir des Am«Mws ist, stmdvrn rechrueirig seinen Mißgriff erkennen. Damit soll gewiß nicht gesagt sein, daß für beit ungelernten BolkserMhrr kckn: DerwonÄrmg in der Fürsorge ist. lleLerall dort, wo sie die Bemrsttbumig zwischen Amt und PeMrkmn besorg-.n, wo sie ansführendes Wevh^kwg sind **crtb sachlich geschulte Kräfte zur Seite haben lswie in der stcLÄschrn Fürsorge), leisten sie Boriroffliches. AllerdÄrzs sind diese Leistungen cm bsftmmvte PorLusfttzuug.n gÄmnden, deren erste mvd wichtigste eine AlierSstufe ist, auf der eine gewisse Reise des UrreÄs gutvahrlÄ-et ist. Ganz junge Menschen sind viel zu sehr von sich selbst erfüll:, um gute, oacständmsvolle Fürsorger sein?u können, und sind nur dann vMvenllHar, wenn ihre nnmgchnlde Erfahrung durch grünliche TchuLunSg ersetz: wnd. Dom moecrn Drauflos-F ürsorgen, das jetzt omgovisfe-n ist, muß endlich ein Iräl grsctzt werden. Es geht wicht <m, daß plunr-pe Hände in die Erziehung der Kinder, der JugenbÄchen, in di: Erziehung des DoAes tcchpon. Diese Mode ist Kt gejährlich, um geduldet zr: werben. Es gcht wicht an, sich in diefc-r Frag: von kLwgönrden Wovlen botäubsn zu lassen. Ms ker Fürsorge darf ksrn mondäner Sport wecken. Unid dagu ist vor allem di: Evkennims notwenÄitz, daß auch bei dieser Art der Erziehung der ungelernte Ächrer käme volle Lcksvmg bringen kamr. mcht unbeträchtlich sein. Seine ziffermäßige BcstiNlMung ist erst nach Mschluß der Erhebungen möglich. Der Bltdapcster Direktor der Aktiengesellschaft Rudolf B ö d l e r wurde ebenfalls dem Landesgericht eingeliefert. Der Inhaber der Firma und gleichzeitige Gründer der Aktiengesellschaft Hubert Richter hält sich seit dem Einschreiten der Wirtschaftspolizei gegen die Bank Wohlschläger verborgen. Seine Berfolgung wurde eisigeleitet. Leilftreik de! den Privatbanken. In einer vorgestern bis spät abends tagenden Ber° trcnrenKpersonenvevsaamnlnng der Privalban-kangestellten haben sich diese einstiinmrg für den Streik rrach dcnr gestern bis 18 Uhr mittags aölaufenden Ultimatum an die Banlifirmcn auKge-spwchcn. Der Reichsvercin der Bank- und SiparkassenbecNntvn hat z-ugesagt, die organisierten Beansten im Giro anxuweifen, Aufträge der hit Streik befindlichen Barckfinnen ab Mittag nicht mehr anzunehmen. Wie wir erfahren, hat ein großer Teil der Firmen die Forderungen ihrer Angestellten bereits bewilligt, so daß mir von einem Teilst r c i k gofprochcn werden kmrne. Mika! mV Telephon. Man wird diese ZufMumeüstellung vielleicht für einen Witz halten. Es ist leider keiner, -und wenn es auch noch niemand ergründen konnte, wie Ehe und Telephon zusammen- IKwgen, so ist diese Fvage doch jetzt die Ursache, daß wir wieder einmal vor einenc Tslephcmstrerk stchen. Weil die Te?ephonvevtraltuiLg nämlich verheiratete Telephonistinnen nicht dulden will. Am Freitag hielt die Frauengruppe der Technischen Union eine Borsmmnlung der Telephonuni) TetegraphcnbcamLinnen gegen den Mbauerlaß der Telegraphenvcriva-Itlung ab. Dieser besagt, daß sich die verlzciratetrn Beamtinnen abbauen lassen nüissen, andernfalls der Mann, wenn er im Staatsdienste stehe, albgcibaut werde. Der Präsident der Technische» Union, Nariona-lrat Zetenka, bezeichnete den Erlaß gegen die Doppelversorgcr als Erpressung und kündigte den schärfsten Kampf gegen das beabsichtigte Zölibat an. Dem Abbau in dieser Form.müsse durch eine rnachtvolle FrancnEnndigeibung sämtlicher Organisation entgegengetreten wenden, eventuell müsse er mit Streik oder Passiver Resistenz beMnpst werden. Eine denrentsprechende Entschließung wurde angenommen. Die Technische Union wird anfgeisovdert, diesen Angriff aus die Rechte der Beamtin mit allen Mitteln zunücktzuweisen. Mitteilungen ans dem Publikum. TRRDr-: MSR.'1 durch den neuen hygienischen Strumpfschoner mRWwj 81* orsparen Zeit und Qeldl Alleinige Erzeugung und Generalvertrieb: SIGI Ges. in. b.». Wien, IV. Jlltdntr Hauptitrass« Gt ei Telephon 54«2»47 Fritzi Rothstein Heinrich Lilian empfehlen sich als Verlobte Wien, im November 1923 Eine ausgehobene Schwinvelbank. Bor kurzem wurde der Dankgeschäftsinhaber Otto Wohlfchläger dem Landesgerichte eingeliefert, weil er durch Slnimierinftrate leichtgläubige Kunden bewogen hat, ihm Geldeinlagen zu leisten, mit denen er ursprünglich' über Auftrag Effekten ankaufte, um diese jedoch später wieder zu veräußern lmd den Erlös für eigene Zwecke zu verwenden. Um diesen ttcldabgang zu verschleiern, spiegelte Wohlschläger seinen Kommittenten die Beteiligung einer ungarischen Aktiengesellschaft vor. Diese Aktiengesellschast wurde von dem in Ungarn geborenen Hubert Richter, dem Inhaber einer Selchwarenfirma im 3. Bezirk, Weißgärberlande 6, im Juli d. I. unter dem Namen „Richter-Kompagnie in Budapest" mit lll Millionen ungarischer Kronen Aktienkapital gegründet. Bei der durch die Wirtschaftspolizei vorgenommenen Urberprüfung dieser Gründung ergab sich, daß als materielle Grundlage für diese Aktiengesellschaft. in Wirklichkeit eine unbedeutende Wurst fabrik in nemictcten Räumen in Budapest vorhanden war. Eine Zwischenbilanz wies nach, daß bereits Ende August d. I. daS Aktienkapital von 100 Millionen ungarischer Kronen durch die Verluste fast gänzlich aus gezehrt war. Da sich auS der bisherigen Amtshandlung der Verdacht ergibt, daß em passives Unternehmen auf fremde Kosten durch einen Gründun g 8 s ch w i n d e l flottgemacht werden sollte, ist die Wirtschaftspolizei mit der Sperrung des Geschäftsbetriebes der „Richter-Kompagnie" in Wien vorgegangen. Bemerkenswert ist, daß aus Anlaß dieser Sperrung in den BelriebSräumen im ganzen lediglich zirka 20 Kilogramm Wurst und ein Varbetrag von ungefähr 1,6 Millionen österreichischer Kronen vorgefundev lvurden. Der durch diese Manipulation verursachte Schoden durfte, trotzdem die Behörde i« .chtjmMMW däsV MMduuA UützMittM $, --<*mr V- -~r- ■ : k Gusti Gottesmann Arnold Türkei empfehlen sich als Verlobte Helene Weinstein Lazar Weinraub Wien V. »tuck. med. Wien XX. empfehlen steh als Verlobte November 1923 Anlässlich der Verlobung des Herrn HEINRICH LILIAN mit FrSnletn FRITZI ROTHSTEIN gratuliert herzlichst __W, Q. 0. V, „Pelffrc« Möbelfabrik J. Spira peme Vien, III., SlthnliiDgasn 1—3 Wohnungseinrichtungen. (Ecke Karl Schweighofergasse TEPPICHHAUS DRAMU Co. VI., MarlahllfaratraAa 79 n?9 L Stet» größtes Lager in Teppichen, Vorhängen, Tischdecken, I BtttTorltgern sowie echte Knllpl- und SmyrMA>Tcppiche ’ ^aaa!! Achtung, ” '!! 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