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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-18 · Heft 1710 (18.11.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1710 (18.11.1923)
Date
1923-11-18
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1710 Wkn, Sonntag Wiener Morgenzeitung. 18. November 1923 Seite 7 Sie wird nämlich demnächst achtzig. Neulich hat sie mir «& erzählt. Seither trachte ich noch ängstlicher danach ihr auszuweichen. Eigentlich habe ich der Alten nie etwas Böses angetan. Ich habe vielmehr allen Leuten, von denen ich glaubte, daß sie ih-r etwas schenken werden, von der Greisin erzählt, ich habe damals sogar eine größere Summe zusammengebracht, so daß es ein paar Monate ohne das Beschwichtigungsmittel gelang, dem Hunger auszuweichen. Aber gerade weil ich das getan habe, bin ich jetzt so völlig außerstande, Hilfe zu schaffen. Denn die braven Leute, die im vorigen Jahr gesteuert haben, würden mich sehr, sehr mißbilligend betrachten, wenn ich heuer „schon wieder" mit demselben „Fall" käme. Diese Menschen haben ein behagliches Heim, gewählte Speisen kommen auf ihren Tisch, sie kennen Vergnügungen, Hoffnungen, sie haben ein Morgen. Sie können nicht verstehen, daß nach neunundsiebzig achtzig kommt. Und daß man auch mit achtzig nicht gern verhungern möchte. Mein Schreckgespenst droht mir nicht. Es verfolgt mich nicht, es rennt nicht hinter mir drein, es brüllt keine Verwünschungen. Mit ängstlichen Schrittchen schlürft es einher, im Gesicht das Greisenlächeln und in den Augen die hilflose Angst vor dem Hunger. Könnten die guten Menschen, die der Frau im vorigen Jahr geholfen, sie sehen, vielleicht würden sie mir verzeihen, daß ich „schon wieder" von ihr spreche. Aber sie sehen sie nicht. Ich muß mir also doch einen anderen Weg zu meiner Arbeitsstätte suchen, einen Weg, auf dem ich meinem Schreckgespenst nicht mehr begegne. K. M. Ae Aandal-Univerfität. gudeukrawalle. - kinbruch in die Universitätsbibliothek. Eine Mordsensation in New-Bork. G« Bankier wird durch zyankalidurchsehten Tabak getönt. — Eine Frauenaffare. Aus New-Dork wird gemeldet: Der Bankier I. H. SuPPhen, der kürzlich erne Erbschaft von sechs Millionen Dollar machte, wurde in seiner Wohnung tot aufgefunden. Der Tote hielt noch seine Pfeife in der Hand, deren Tabakfüllung mit Zyankali imprägniert war. Die Polizei glaubt, daß die Mörder sich bei Nacht in das Arbeitszimmer des Bankiers ein!schlichen und dessen Rauchtabak präparierten. Als Motiv der Mordtat, die die Sensation von New-Dork bildet, wird eine Frauenaffäre vermutet. zur Wischen Stattsttk. DaS soeben erschienene dritte Heft der von der Jüdischen Welthilfskon.ferenz unter Redaktion des Pr-^f. Brutzkus, Jakob LeSzczynski und Dr. Jakob Segal herausgegebenen „Blätter für Demagrophie, Statistik und Wirtschaftskunde der Juden" emhält rine Reihe ungemein werwoller Beiträge zur Stattsttk der Juden. Jakob LeSzczynski liefert die ersten Kapitel seiner demnächst erscheinenden Arbeit über „die Probleme der natürlichen Bewegung der jüdischen Bevölkerung". Auf Grund einer vergleichenden Statistik versucht der Verfasser im ersten Kapitel, - welches hier zum Ausdruck gelangt, die jüdischen Geburts-, Ehe- und Sterblichkeitsverhältnisse im Zusammen- . Hang mit denen der übrigen Bevölkerung Europas statistisch zu erfaßen. Dr. Jakob Segal liefert die Fortsetzung seiner Studie über die Inden in Deutschland. Prof. Brutzkus behandelt die Einwirkung des Krieges und der Revolution aus die jüdische Landwirtschaft im ehemaligen Rußland und gelangt zum Schluß, daß sich in den letzten Jahren der Drang der jüdischen Bevölkerung zur Landwirtschaft ungemein verstärkt habe. Im Jahre 1922 zählten die jüdischen landwirtschaftlichen Ansiedlungen in den Gouvernements Odessa, Po dolien, Kiew, Wolhynien und Tschernigow 4604 jüdische Familien, die 22.243. Deßjatinen Boden bearbeiten. Durchschnittlich entfallen auf eine jüdische Familie 4,8 Deßjatinen Böden. Ungemein stark ist der Zuzug der Juden zur Landwirvschaft im Odessaer und Chersoner Gouvernement. Der jüdische Brfitz von Grund und Boden ist im Verhältnis zn den Verhältnissen des russischen Bauern ungemein bescheiden. L. Koralnik liefert einen sehr lehrreichen Aufsatz über die Juden in der Ukraine. Im Jahre 192 0 zählte die Ukraine 1,772.479 Juden. Die Juden machten somit 6,8 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Im Verhätnisse zur Gesamtzahl der Juden in ganz Sowjetrußland machen die ukrainischen Juden 64,6 Prozent aus. Am stärksten verteilt find die Juden in den Gouvernements Kiew, Odessa und N i k o l a j e w. In den Städten machen die Juden 7 8,9 Prozent, in den Kleinstädten 12,1 Prozent, auf dem Lande dagegen nur 9 Prozent aus. In den 48 pogromierten Städten beträgt der Rückgang der jüdischen Bevölkerung im Verhältnis zu ihrer Anzahl im Jahre 1897 26,4 Prozent. A. M e n e s setzt seine -Studie über die Wirtschaftsverhältmsse der Juden im Altertum fort. Dr. Rafael Becker liefert eine kleine Studie zur Frage der jüdischen Misch- und Verwandtenehen. In seinem Aussatz über „Taufen und Austritte aus dem Judentum in Preußen" gelangt Dr. I. L e w i t a zum Schlüsse, daß in den Jahren 1880 bis 1918 11.660 Juden zum evangelischen Glauben -übergetreten sind. In den Jahren 1901 bis 1918 haben sich in B e r l i n allein 2512 Juden taufen lassen. Den Berufen nach gehören diese Getauften meistens dem Beamtenstande, akademischen und freien Berufen an. Aus B. MunS Studie über das jüdische Schulwes en in Polen erfahren wir, daß gegenwärtig in Polen 101 Volksschulen mit 18.141 Schülern, 34 Kinderheime mit 1330 Kindern und 73 Abendschulen mit 5193 Besuchern bestehen. Dr. Jakob Segal teilt über die Ergebnisse der Volkszählung in Holland im Jahre 1919 folgende interessante Zahlen mit: Im Jahre 1829 zählte Holland 46.408, im Jahre 1919 115.229 Juden. Dem Geschlechte nach zählte die jüdische Bevölkerung im Jahve 1410 m**" Md &S1S Ümm. 10Q0 iiU Denn buntlbemützten patentierten Teutonentum an der Wiener Universität hot der akademische Frieden offenbar schon ß lange gedauert. Der eigenittlich längst erwartete Krach ist gestern eingetreten, und wie man es nach den Erfahrungen, die man mit diesen Jüngern der Wissenschaft gemacht, nicht anders erwarten konnte, wurde der ganze Konflikt ans die gewohnte, )st einfache Formel gebracht: „Iuden hinaus!" Den Dentischvölkifchen paßt der Rektor nicht — Inden hinaus! Die DcutfchdiMilschen haben irgendeine läppifche Stänkere! mit jenen Juden, die trotz aller Fußtritt«, hie sie vom vassenreinen Germanentum bis jetzt bekommen haben, unentwegt zum dmtschen Volke stehenalso müssen alle Juden hinaus. Der Rektor verbietst das Farlbentragen — folglich Juden hinaus! Der gestrige Skandal an der Universität kam durchaus nicht überraschend, denn man wußte es schon seit langem, daß die Deutschvöllkifche-n auf eine Gelegenheit warteten, um einen. Judenkrawall zu insizenieren. Die Rektorsinauguvation bot ihnew nicht den richtigen Anlaß. Der ergab sich erst jetzt aus einer nichtigen Conllönrangeilegeicheit mit den Deutschfreiheitlichen. Schon am Samstag stänkerten ein paar Hakenkrenssttvdenten herum, was ' zu einem allgem einen Färbend erbot an der Universität führte. Da der Rektor für geistern Unruhen nnd Störungen der Ordnung befürchtete, wurde die Verfügung erlassen, daß "nur inskribierte Hörer der Universität mit Legitimationen die Aulia betreten durften. Gestern vormittags war infolge dieser Verfügung des Rektors nur ein einziger Eingang der Aula offen gehalten, und vier Pedells verlangten von jedem, der die Universität betreten wollte, die Legitimation. Schon in den frühen Vormittagsstunden herrschte vor der Universität lebhaftes Tveiiben, doch wurde die Ruhe bis mittags nicht, gestört. Die DentschvMifchen sammelten sich in Gruppen an und man hörte Schmährnfe gegen dm Rektor. Gegen halb 1 Uhr erhielten die Haksnkreuzler Zuzug von anderen Hochschulen, und als sie sich stark genug fühlten, drangen sie in die Aula ein, die sie beisetzten. Es wurden natürlich auch die bei solchen Gelegenheiten üblichen Reden gchaltm, die alle darauf hinanslieifen, die Juden zu vertreiben. Dies ließen sich die Burschen nicht zweimal sagen und zwangen die jüdischen Hörer, die Aula zu verlassen. Mt dieser HAdentat aber hatten sie ihr Werk noch nicht beendet. Mit echt - deutscher Gründlichkeit drangen die frechen Bulben auch in die Universitätsbibliothek ein. und inszenierten dort ebenfalls einen Skandal. Sie verlangten vom Bibliocheksleiter Dr. Crüw eil die Entfernung der Juden aus der Bibliothek. Der BWotheiksbiter erklärte der studentischen Terrorbande, daß er diesem Wunsche nicht Nachkommen könne, worauf die Deutschvölkischon die anwelsenden jüdischen Stndierenden selbst z«nm Verlassen dar B ibliioth-e'ks» räume zwangen. Eine sofort oinberufene Sitzung des akademischen Senats befaßte sich mit den Vorfällen und mit den in der Folge AU fassenden Beschlüssen. Wie wir erfahren, dürfte das Farben verbot weiter bestehen bleiben, der L o >g it i m ationszwang aber ab morgen versuchsweise aufgehoben werden. Dieses freche Bubcnftück einiger akademischer Radaubrüder, die ihre Hirnlosigkeit mit einer bunten Mütze zu verdecken suchen, ist wieder einmal geeignet, das ohnchiu schon sehr gefunkene Ansehen der Wiener Universität als Bildungs» statte noch weiter herähzufetzen. Ganz abgesehen davon bedeutet der Einbruch in die Bibliothek einen Hausfriedens brach. Denn es darf nicht vergessen werden,.'daß die UniversitätÄbWiothök nicht nur ein Institut der Unwersität ist, sondern daß sie eine öffentliche Volksbibliothek ist, zu der auch Nichthörer der Uatt-versität jederzeit Zutritt haben. Die Uniwersität sbibliothcl ist als Kulturgut Gemein» gut der gesamten österreichischen Bevölkerung, unld wenn man es schon duldet, daß ein paar freche Schreier ernste Studenten, die die Universität als Vorbereitung für ihren künftigen Lebeinsbernif anfehen, in ihren Studien immer uitlb immer wieder behindern, so darf es unter 'gar keinen Umständen hingühen, daß sich diese Leute an die Univerfitälsbibliotthek, zu der sie wahrscheinlich bisher noch nie den Wog gefunden haben, heranwagen. Hoffen Echt läßt sich Rektor Döller nicht wie sein Vorgänger Herr Diener von dem Geschrei und der rabiaten Geste einiger unreifer Jungen einschüchtern. Er wird es hoffentlich verstehen, den akademischen Frieden und die Sicherheit aller Hörer mit den allerschärßsten Mitteln wiederherzustellen. Me erßkl. LuMt, WisitrslerAsWkW! ».KarlSplij 7 MakaWla: AyhmSl-Z-S1) 3e»ttlle: IX. ItMc 11 Tel.SW II m « bische Männer kamen somit 1.079 Frauen. Die portugiesischen Juden zählten im Jahre 1919 6938 Seelen. I. Minzin veröffentlicht die Ergebnisse der Volkszählung in Galizien im Jahre 1921. Nach dieser zählt die jüdische Bevölkerung in den Woiwodschaften Lemberg, Stanislan und Tarnopol 689.324 Seelen. Von diesen bekannten sich zur jüdischen Nationalität 361.660. Im Verhältnis zur übrigen Bevölkerung machen di-e Juden 14,6 Prozent aus. Von den übrigen Aufsätzen sind zu erwähnen: Die Studie von E. Frenk über die „Zahl und Berufe der Inden im Königreich Polen im Jahre 1843". Dem Aufsatz I. K o r a l n i k S über die „Juden in den Berufsorganisationen und in den Räteorganen Weißrußlands" entnehmen wir folgende interessante Zahhn: Der Anteil der Juden an den verschiedenen Berufsorganisationen betrug im Jahre 1922: von 60.466 Mitgliedern 18.979 (31,4 Prozent), im Jahre 1923 von 48.288 Mitgliedern 14.692 (30,4 Prozent). In der Kommunistischen Partei zählten die jüdischen Kommunisten 886 von 2876 Mitgliedern im Jahre 1923. Im Verwaltnngsapparat der weißrusfischen Kommunistischen Partei entfallen auf 88 Mitglieder 36 Juden. In den weißrußländischen Kommissariaten waren unter 6614 2030 jüdische Angestellte (30,7 Prozent). Die Chronik bringt interessante Zahlen zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Dänemark, der Schweiz, Warschau, Finnland, Neuseeland, Viktoria, Mesopotamien und anderen Ländern. Außerdem finden wir interessante Materialien zur jüdischen Gesundheits- und iKulturstattstik. Das vorliegende Heft bietet ein unerschöpfliches. .Material zur Statistik und Demographie der Juden in den letzten Jahren. Es wäre zu wünschen, daß die nächsten Hefte so bald als möglich erscheinen. Ser angelernte Lehrer. Ungefähr einmal in der Woche erfcheiint bei mir ein Bekannter unld e-rgählt mir unter allen Anzsichen heftiger | Aufregung, daß man zum Lehrer geboren sein müsse, daß sich die Kunst des GnDhens nlicht lernen lasse und daß alle pädagoiMchen Reg-el.'in nichts helfen, wenn man es nicht „in sich" habe. Nacktem der Wackere e'mige Zeit gegen die .LünstM" gewütet Hali, Kcht er sich zurück und -macht dom 2!ächstm Platz, der mir dicheilbe höchst orüiginelle Idee, die offenbar gegen'wävtvg große Mode ist, mit derselben Beigoiftevung vorträgt und sich darnlber nicht fassen kann, daß der Dchror, Er» zieh^r, Fürisvngeir ,geboren" fein müsse. Run gelbe ich ohne weitteres zu, daß zum Erizvchungsantt eine ganz blondere Begaibrmg gehört, die sich durch Uiuterweiilsung nicht vermitteln, durch Kenntnisse Nicht evsetzen läßt. Andererseits wird man nur aber wohl zugelben, daß die bloße Tatsache, der pädagogischen Konutniisse zu ermangeln und nicht zum Erzieher ansöcl&'llibcii zu sein, am Cude doch noch keim v-ollgülk'.iger Beweis iür HA zu dich»» schweren Amre Ät. Daß der Fürsorger scharfe Augen, ein warmes Empfinden und gesunden Menschenverstand haben muß, stcht fest. Minder feststehend erscheint mir die absolüle AnverträiglichEeit dieser Q-n-alittäten miiit der FachbüLnug. Auch darf da-mus, daß sin Fürsorger oder Ertzilöher weder Erfahrung n-och Kenntnisse auf bent Gebiet der Bolkspfloge hat, nicht mit unibÄincster Sicherheit geschlossen werden, er fei der viniW Berufene. Auf di,efe N-nschauung sch-.iint allerAings der Kurs in der privaten Fürsorge gedichtet zu fein. Die Amai-enr-Fürsorge niiimntt immer größeren Umfang M. Früher warm es uur nübefchästiigte Danien, die in umgeställte-m Tätigkeitsdrang ein wenig in der Armenpflege M-etÄovtM, jetzt wollest auch Männer, sogar durchUrs nicht immer unlbelschÄftigt-e, mitlhelsen, früher gchörtan diese „Freiwillige" ausnahmslos dem reifen Mer an, jetzt mÄdet sich die jüngste Jugend, früher be« fchränkttzn sich die Helfer aus Ueberwachunig und Kontrolle der prMifchen Führung von WohlfahrtÄnsiiitnten, jetzt geht man auf den Kern der ganzen Fürsorge, geradclwags ins ErHiehungswerk. / Daß dabei dar Hiilifswille gut und ehrlich ist, soll gewiß nlicht verlkan-nt, noch golvugnet werden. -Aber mÄ dem guten Willen allein kvmmt man bei dbetser Aufgabe Uicht vorwärts. Außerdem ist er in uneM'ichen vielmr Fällm mit einer geradqzu hsrtz'bszlwingeUdan Raive-tät gepaart. Gin junges Wisches Mädchen schrieb mir vor öinitzer -ZM, sie -fühle es, daß sie bestimmt sei, sich der gestraucheltem Schwestern anWvehmen und ich möchte ihr doch eine entlfprechande Stellung tterschdiffen, „in sinom Heim oder so", aber natürlich sofort, denn es sei ja schon Mittwoch und sie müsse doch noch ht dieser Woche mit dem Röttungswevk beginnen.. Als^ ich ihr antwortete, sie möge zunächst oiumal sin paar Kurse besuchen, um sich die notwendigsten Fachkemttüisse zu verschaffen, war das gute Fräulam vmpöot. Und sie schrieb mir Mit beißenden: Sarkasmns, sie habe nicht gewußt, daß es Kurse für das Mitgefühll gebe, und ich solle ihr doch Sinen empföhlen, in de>m man das gute Herz lerne. Uebechlüsfig Alt schildern, wie tliel beschämt ich war. So kindisch der Jwifchmfall ist, ist er doch beizeichnend. Die guten Leutchen glanlben nämlich immer noch, daß das sogenannte gute Herz in der Fürsorge die Hauptrolle spiele. Davon, daß der Fürsorger sin gerütt-elt Maß'' voll praiktifcher und theoretischer Ksuntinisse braucht, lassen sich die Hilfs. bereiten gar nicht träumen. Jed^s ErziehungAwerk brauch: geschulte und orfghpsne Kräfte. Die Bolksechiehung — und das ist soziale Fürsorge — muß mit ganz bösvnldercr Vorsicht durchgsführt we-rdm. Anfänger kann man däbei brauchen, Unigelernte schr selten, Meuschen, die däböi das soziale „Erleibuis" suchen (unddas tut belnußt oder mtbcwußt ein guter Teil der Ama-roure M-'is-ckklvs), si-Ud im bsten Falle eine Hemiünung, M aenno ein-' schwere S.chävimnm kür dar Werk.

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