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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-17 · Heft 1709 (17.11.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1709 (17.11.1923)
Date
1923-11-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Sarnsiüg Die Vertrete-, dieser Körperschaskr« bilden das groß: Hilfskomitee, aus dessen Mitte ein engeres Komitee gebildet wurde, bestehend auden Herren: Gerson Wein stock, Präsident; M. Hornstein nnd M. D. Groß, Vizepräsiven'- ten: Josef Frey nnd Herma,rn Gründers, Schriftführer; M. Scharf st ein. Kassier; Samuel Schildkraul, .Kossier^-Slellvectreter: Israel Pomeranz. Salomo« Reiß, Abraham S ch a p i i n, Aaron Goldberg und Markus Mclon. Am Sonntag öen 16. d.. halb 7 Uhr abends, findet am Sitze des Komitees, MiZrachi Landeszemralc, Wien, 2. Bez., Pracerstrafte Tür 11, eine Sitzung des großer« Komitees ’frtft. litt Mischer Teilnehmer am polnischen Ankftanp sestorbru. Aus Karis.z tvivd uns gchchrieven: Dichor T«ge ist bi;r der 'südstL: Bäcker Iigchok Eckmann, ein TeKnsbmer am 'letztem polnischen Aufstand (1868) ge- [iorbcit. Der Verstorbene verlor in den Kämpfen ein Auge. Wabrerrd der Kämpfe gcrk-r er m Geiftmgeiftchaf: und «rvurde d-rnn nach Sibirien vevbmmt» wo er 17 Jahre verbrachte. Nach semer RÜÄchr aus Sibirien ließ er «sich in Ka l''s; nieder, wo er eine Bäckerei betr-isL. Er starb im Älter BSn W Jahren. An dem Leichenbegängnis mchm die ychamte nDrrche und chrlsürche BrvSSerung teil. Zwei Kompagnien der in «K-Äis; ftesroitierr-.'ii Garmst^r le^te-ren dem Dcfftovbemm, m'n den, General WvMeSvski und dem gchanmn Ofnperskor-ps an der Spitz:, die rnÄrtürZscheu EhveuibezerglUrgrn. An, offenen Gra-ö.' Iftfi: der GL n e r S! erne längere TrauerrcSe, in der er die Heidc»w.rie,« der Berstorbe.nen in, Ka-mpfr für die Unabhängigkeit Polens roirrLrgtc. . Zrrm Zeichen der Trr.uc-r rrmrden Kanone„«schilss. rf&{R&ekn. Maramren-Mchfiiir. Cs ist bekannt, daß noch nach der Vertreibung der Zuben «ns Spanien im Jahve 1492 und dem Alerchen Schicksal, welches fünf Jcchre später die Juden in Portugal traf, eine ganze Reihe von Juden in beiden Lägern verblickb, da sie das Ch«!stentum angeuomrnen hatten. Die meisten von ihnen hielten jedoch heimlich an, Judentum sesr. Gegen diese Marannen oder Scheinchristen richtete sich lut ganzen 16. Jahrhundert der heilige Eifer der Inquisition, der sich vor allem dadurch erklärt, daß die Mavaimen, welche in Spanien nnd Portugal geblieben waren, großes Vermögen besaßen und ihre Verfolgung wegen des Verbrechens der heimbiche« Ausübung de» jüdischen KultnS der Kirä>e und ihren, stillen TÄlhaber, dent König von Spanien, stets reihe Einkünfte aus dem «konfiszierten Vermögen der „Brrbnecher" sicherte. Die Verfolgungen der Marannen in Spanien und Portugal standen an -Härte ,tnd Grausamkeit den I««denverfolgungen in diesen beiden Landern nicht nach. Da viele dieser jüdischen Scheinchristen hohe Aenttrv bekleideten und eiirskvtzreiche Verbindungen besaßen, wendeten sie alles auf, nni dir B.rfolgun-gcn zu miLern. Die Marannen hatten einen beinahe ständigen Vertreter in Rom, welcher mit großen Geldsummen nnd kostbaren Geschenken verbuchte, den Papst und die einslustreichen KaübrnAe für eine Einschränkung aer Dbacht der Inquisition zu güvinnen. ES ist bekannt, -atz die Marannen iu Rom große Mühe darauf verwendeten, daß der Papst dir -nach der Jndenvertreibnng bedorstcheiche Einführung der Inquisition in Portugal verbiete. Ihre Bemühnngen nxrrcn jedoch vergeblich, dt« Inquisition wurde in Portugal emgrfühat und ebenso grausam gehandhabt wie in Spanien. Es ist nun bemerkenswert, datz zu dieser Zeit unter 'e-trt Mavamren in Spanien nnd PortuM Messias- Sehnsucht ebenso stark war wie unter den Inden. Sie führte dazu, daß unter den Marannen in Spanien und Por- .n^p! rügen« Mesfiase auftmrchien. welche sich als Bringer der Erlösung ausgaben. Zwei von diesen Marannen- Messiasen find besonders berühmt geworden. Der «ine war ein '.narannifcher Schrcher aus Portugal, Ludwig Diaz, der fich als direkt vom Himmel entsendeter Mssias bezeichnet« und merkMÜrdigerwrise unter den Marannen bald sehr großen Anhano gewann. Die Zahl seiner Anhänger vermehrte sich in Spanien nnd Portugal von Tag zu Tag: unter ihnen befanden inj) einflußreiche Persönlichkeiten der damaligen Zeit, wie zum Beispiel der Marannensprößling Don JraneeSco Mtndrz, pkioarzt de- Kardinale Don Alfonso von Portugal. Menvrz, ree fäwn als Christ geboren war, trat im Alter von 37 Jahren aBmlich zum Judentum über und nahm selbst an sich die Bejmnei'mnrg vor. Da das Judentum der Marannen heimlich ra.u. konnte natürlich auch dir McssiaSbewegung nur «rne heimliche sein, weshalb wenig Einzelheiten über sie brfeuutt sind. Ter Mestias Diaz nnd eine große Zahl seiner Anhänger fiele» schließlich der Inquisition zum Opfer. Dasselbe Schicksal ereilte den zweiten Maranncnmessias, der eine Ahr arheimnisvoll« Rolle spielte. Es war David Reubeni, ■':«« angab. aus königlichem Geblüt« zu stonnnen und von den >>, Stämmen als Sendbote und Künder der Erlösung nach Snanien und Portugal gesandt worden zu sein. Auch «t sammttt bkU Adepten um sich und seine Bewegung fand durch rne Jnknnsition ein blutiges Ende. Sie MartinigSsfr. Ein ArLnnd unseres Blattes schreibt uns: AUMrltch stm 1J. November, am Martinitaye, konnte man bis Mn Zul.inüuenibruch m den ungarischen und Wiener Matter« die stereotype ZeinmMvtiz vom Empfang einer Abordnung der Vreßdnvger orthodoxen Iudengemeinde durch den Kaiser bösen. Diese Abordninsg pflegte den, Kaiser mH zwei fetten Gänsen Mßzmvarten, wofür sie huldvollst empfanden »vurde, wckbei -er. Mchrer der Deputation mit bedecktem Haupt den hebräischen Segen-spruch resiricr:«. Zum letzten Male winde-rr diese Marti,ngän^o M Ighve 1L17 bei Hof überreicht. Dir Vm- Wiener Morgenzeitung. stehur^g dieser Sitte, die offenbar im ZnsmMnenhomg m>: einer anderen alten christlichen Sitte steht, am Aiartinitag aus der Form der an dtesem Tage verzehrten Gans die Zukunft zr> prophezeien, stcht historisch nicht fest. Nach einer Legende foli der heilige Martin in seiner bescheidenen Ergebenheit sich in einen Gansastall geflüchtet haben, nm aus diese Weise der Ehrung, zum Mstho-i ernannt zu werden, zu entgehen. Das Schnattern der Gänse habe ihn jedoch verrat-en, rmd jo mußte er sich in fein Schicksal fügen und den BüschosShut aimchmen. Viel tvkchrschemlicher jedoch ist, daß der MartiEag deshalb ein Tny der Brabgönse tourde, weil die Gänse um diese Zeit bereits jene Fülle annehmon, die sie als Tasölschmans begehrenswert erscheine», lassen. So dürfte es zur Bezeichnung der Martinigans' gelÄ-ulmen sein. Was jedoch die zwei Martilü-- gönse der Preßburger Judengem einde betrifft, so findet sich eine Spur im nngarrschen Corpus juris, tvelches rin Dekret ÄtdiSlcms des Zweiten verewigt, laut welchem die Lekbeigenen alljährlich den Gutsherren zwei Gänse zu widmen hatten, u»Ä) zwar zu Pfingsten eme junge und am Tage des ,-Deligen Bischofs Martin" eine satte Gans. Aus diese alte ungarische Sitte dürfte auch die Sitre der Preßburger Juden zurückzirftchren sein, die dadurcb, daß sie ihre Gänse dem Kaiser persönlich tvidnreren, bekunden wollten, Laß sie sozusagen roichsiunimitteldare Leibeigene des Kaisers und nicht etwa irgendeines GutÄnrnr seren. Historisch einwandfrei ist jedoch nicht die Beantwortuny der Frage, weshalb #:rat>e die P r« ßburgcr Iirden dieses Ehrenamt übernommen harten. Die Martin'.gänse wurden nach ritueller Schlachttnvg nnt Nationalkokarden und Blume,, geschmückt rmd ans SilbersMsselr, präsentiert. Friller ehtiival besaß die Prestlmr-ger JudengonieiM eigene Silberschüsseln zu di.'ftm;tzveck, als fich jedoch wiederiholt Schwierigkeiten ergaben, die SilbeckplaUcn von den Hofückaien Zurück.x.ievlm^gen, wurden die herrlichen Akartiuigänse ohne Schüsseln nach Wien gebracht und erst bei Hofe aus Silberplatten ftelegt. Tiefe Zereuwnir schloß, wie eingangs crwäbn!, mit einen, Empfang der M'vrdnung durch den Kaiser Zo der Teigitsch-Älamm. Tie Wasserkraftwerke bei Graz. Tic Eunru-zipatiou der österreichischen Wirtschaft von den» herrischen Truck der Kohle ist eine der erste»: ForderuTtgen gotvrftn, die von der Ocfferrtlichkeit sofort nach dem Kriege erhoben wurden. Dieses Ziel tvird »oohl noch lange em Jdtzal bleilren. Aber eine teilweise Lösung dieses Problems, ohne die eilte tiefgreifende Sanierung undenkbar wird, könnte immechin die Schwierigkeiten der Industrie, des Verkehrs nnd der Stadlverwaltnngen erleichtern. Kanu nmn an dem einen Punkt die schtvarge Kohle entbehren, so wird die Bersopgmtg anderer leichter nnd billiger. Es liegt nn öffentlichen Interesse, datz dieser Gedanke, der auch politisch befreiend wirkt, von der?lllgenieir,heit verstanden nnd unterstützt wird. In Steiermark ist die erste große Probe auf das Exsmpel mit Mut und Tatkraft in Angriff genommen worden. Dort wird ein Werk von Dimensionen geschaffen, vor dem die »ouchtche Größe der Berge verschwinden würde, wenn es »ncht eben Menschenlvast wäre, die da an der Arbeit ist, arrch diese trotzigen Sterne und Wässer sich unterzuordrten und sie ihrem Willen dienstbar zu machen. Schritt für Schritt dringen die Ingenieure und Arbeiter vor, beflügelt von dom großen Gedanken der Technik, die den Menschen in Wahrheit zum Beherrscher der Erde machen will. Auch der nicht sachverständige Laie steht voll Staunen vor der Leistung tzm Teigitsch-Tal, wo die großen Wasserkraftwerke entstehen, und er sieht, welche Hingebung und Treue daran gesetzt wird, die unbändige Energie der Na-bur in geordneten Rahrnen zu zwingen und unter sachgemäße Aufsicht zu stelle». Die Riesenziffern, mit denen der Ingeniemr opee rveü, besagen dem PMiLvm nichts, olbzivar es durch die Entwicklung der Währung dem Begriff der Millionen eimgevmatzen näheryÄommen ist. ES gembgt wohl zu fügen, datz das Gebiet der Enns u>nd Mur mit seiner vielfältigen Energie und der Landeshcmptstadt Graz mit elsttvischom Strom, der aus dem Waffer gewonnen, <mfgefpeichevt und über Land geführt wird, versorgt werden soll, billiger und rationeller ailö dies Mit der Kohle erreichbar wäre. Seit dem Frühjahr 1922 ist die Arbeit im Gaipg, die in «Me stille Gegend dort brauserids»» Lärm der Maschinen getragen hat. In der Sommerhitze wie m der Kälte des Winters wird hier mit unbeirrbarer Umverdroffenheit gearbeitet, die vor nichts MÄckschreckt. Sie legte <m die steilgeraden Hänge des Talles eine Rollbahn, für die der Platz gesprengt und daß Material mühsam heranyebracht werden mußte. Ein SchvägiMfWg führt 260 Meter hoch hinauf und rollt von feiner Endstation ein wundervolles Parwrama aus. .Die Mpengipfel mit ihren weihen Schneebandem sehen m das Tal hinein. Unten rauscht und stürzi in zorniger Erle die Deiyitfch, die man in einer mvgehotterLichen Betmrsperre fängt umd zu einem Ser von einer Länge von einmn Kilometer aüfftvut. Durch den Berg fall von dieser Sperre aus sin Tldnuel von 5000 Meter Länge das gespeicherte Wasser zu den Drvbinen im Wasserschloß leiten. Dieser Stollen, der mannshoch ausgcbohrt wird» läuft durch Urgestein, durch harten Gneis, der den Bohrmaschinen erbitterten Widerstand leistet und sich täglich nur für drei Meter weit erckbem läßt. Der erste Durchschlag soll noch im Laufe dieses Winters erfolgen. Mitte ApM will man bereits den ganzen Hauptstollen befahren können. Man bedsnke, welche Nwstftmste geistiger und physischer Ansttengimg in dieser gedrängten Darstellirng sich verbirgt, welche Mühen und Strapazen notwendig sind und noch weiter »dotwendig sein werden. Alle Ervumgenschaften der Wissenftliaft wirken hier mit Monlche» »n'nn'niciu v''-v Meus'.-bett er'e.ich.; und vevweML 17. Novsrr-Ser 1925 Nr. 1700 TÄS Tc igits ch, kraftw e v f, zu dessen Besicht^ gung am. Donnerstag die Presi 'wtroter aus Wien u,nd Graz gcladell waren, wird r .. einem aus den österreichischen Banken gebWetsn E.-ndika-t errichtet, das den Nmneu „Ste-veag" (Steirische Wnfferm!d GleftriFitätswirtschafts-'Ä.-G.) führt. Die Vollendung des Werkes ist dadurch gesichert, daß sich das itallienifche Kapital de»; Syndikat anschlietzt. Die Verhandln;ngen stehen minnittelbar vor dsnl Mschllntz. Hakenkreuzkrawalle in Sraz. Graz, 16. Novoniber. (Tel. der „Wr. Morgen^ell-n-ng".) Gestern abends kam «8 im Zentmlim vor Stadl zu Dumntten der Hakenkrongler, dre sin Einjschvviten der Pdliijcr no!« werrdP machten. Der Ansatz der Un-vuihen fft derar: lächerlicki, daß man dwtmus das Bestreben erkennt, na« jeden Preis die jlützff-che B.'lvMevung zn terrorisieren nnd sic die Macht der Majorität fühlen zu lasten. Anis Deoanilastung der Grazer Ha ko ah sollte der dekannle M'üm ,/Ost und West" in emvm hresigen Kino;nr AniWihrmng jleibracht werden. Dickscr FÄm, dein lwcnuno ein: politstch:, Mschwe-tzge denn aniidentische Tenden; Nlschre'.ben kann, ist in Vielen großen -Städten Europas gelanftn, «;nl:yi auch mehrfach ln Wien, ohne irMtdrme Anstoß;u erreaen. Zn Gm; Wtten sich die BMischen provoster-t. D:: harmlos lustig: Älebesysschicht:. dl: unter dem Ditckl ,/Tst und Weit" dam PnblÄiM« einige vergnügte St>lm!den bvrc'it'et, ist I);:r ckls ein Akt" jüdischen Welch:r^chaftsstreben? küngestell: wo«b:n. Zn dru Eeckdstlundon nmrschienen einige Tritzend jiNWr Leute, mir Stöcken und Schs-cirstemern be.«vasfn:t, vor dem Kino am FärberpLatz in der nächsten Mhe der Herrengasse airs nnd ließen den Besitzer des Kinos wissan, sie «wüvden für den Fall der AW'chvuug des jüdischen FNns das Lokal stürmeit nnd dean-oliier:n. E^ wurde die verawstaliend: .HÄkocch und die Pokizei dsrstälvdigt nnd Verlhaivdlmigen eingeleidet. Di: vor denn Lbbal <mgesammetten Hetkeivkreu^ler wurden iilrmer unnrhiger, begannen zu singen und brachen MieWch in Drohrnse gegen Vit Fiwen ans. 'Fn der schmalen Zuigangsstraßc herrschte arges Gedräng:. Die Mische DoMkovung der Stadt HMe sich fast ausnahmslos vinflckfundcn, u,n« den FÄm zu fthen. Schließlich erklärte die Polizei, vre Bovstellung m,l-t Rücksich ans die beÄrMiche Log: inhibieren zn müffen imb das Lükal für den hervtigerr Abswo zu schließen. Die Gäste cn'tlfernte,« sich, wä^rerrd 'sie DainoMrrnttvil ihr Treiben fovt» setzten uu!) ans dem PtMikum« «mousyelfetzt Dorstävknngen erhielten. Es wunden baldrohli che Reden gchaltvn. MS die Anljanrnrlnngen nmner größer wnvdeir, schritt die Pollzcii an di.,- Räumun-tz des Platzes, drängte die joihlenven Po- Wke-r alb und spernte ratiTe Zugänge. Kurz nach 9 Uhr trat H>ttftwcr Ruhe ein. In den südiischen Kreiser« hat diese Affäre stärkste Erbülle rung hevvorgevuifen, Wägt oibm jedenisäcks;nr Pollit-iischen AutjMAvng in hckhom Grade bei. Ansmn«enftod zwischen Sorialdeaulraten und Silkeukreuriem I« Liuz. Wie der Äinzcr Polizeibericht molder, zagen vorgestern abe-rrds etwa 126 Sozial Demokraten znm Lokal der 2c a t 'l'3-u«ls o glia ll istcn NN Gaschof „WM gvüNM Baum", wohin ei««e na t «onalsoziailkstiische V ers amm« l n««g mit der Tagesordnung ,M a h r h e «t über M-ü lech en" einberusen w«>rden war. Cs kam Zu einer Keilerei. InlfoÜg: Giuschroitvus der SicheHeASwache veMetzen.die «S» zialdeimokraiten den Hofraum ttrtb die Hausflur des Gaulwies, wohin sie bereits Vo-rgedvuutgon waren, und maMienen unter der Führung der Ordner ab. Ref»rmd»rfMge fflr Post und Lrleptzvu. Erleichterung des Verkehres. — Ueberwachung der Postge» barnng durch einen kaufmännische« Beirat. Um gegenüber den Fordenmgel« der Postverwättnug üvenigstens einen teiÄveisen 'Ausgleich herdeizu-führen, hat das Gremium der Wiener Kauftnarmlschaft nachstehende Reformen vorgeschlagen: Im Briefverkehr: Bebbessermtg der Zustellung der Gvirfpost, Einführung eures bvgünstiigten Lokalporios, iuSbc fvndere in Wien, Herabsetzung des Povtos für Drucksache««. Die Versendung von einfachen Preiszirknlaren wird durch die beabsichtigte Erhöhung auf das Doppelte der bisherigen Gebühren geradezu unmöglich gemacht. Zulassl«n>g voi« mit der iSchreitz'- maschine hergestellten Durchschlägen als Drircksachri«, wenn ein« größere Antzahl von gleichlautenden Exornplarc«« auf einmal beim Postlschalter zur Auljgabe gebracht lvird, Vrhöl«!li«>; des Schadenersatzes bei in Verlust geratene«« reko«nmandi:rte>« Bnefsendungen. Im Postpaket verkehr: Mckme>lbl«ng von nicln zustellbarer« Postpaletei«, Echöhung der Wertgreiizen für Wertpakote >«nd für Nachnahmen. Die Erhöhurrg der Schaden evsatzbetrüge bei Bereust, MiAdevuicg un.d Beschädig» >«g, raschere Erledigung von Reklamationen, Etzleichterimg der Derpackungs- und Verschlußvorschriften int Jnlaudsverlchr, Werläirgerung des Schalterdienstes, Ziüassung der Aufgabt unfrankierter Postpakete und Mrfgabe von drei Postpakete«« mittels einer Postbsgleimdresse. Im T e l e p h o n v e r k e h r: Ei>«reihl«««g der Tellnechi««u zum Zwecke der Bsmefsur«g der Deikltch««Egebühr nach der G e s p r ä ch 8 g a h l. Dis zur DurchfU;rMg muß der Abschlag für Fehlvevbindnngen und vergebliche Anrufe aus 30 Proze««t erhöht werden. Raschere Behebu««g von Stör«rnge>« «mb Berechtigung in der Weise, daß bei Nichthebebi«!«g der. Stör««««a, di: länger als acht Tag: bestände«« .in. nnji der Gebühr Mfo«vd«vt wsrden fawr*.

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