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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-14 · Heft 1706 (14.11.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1706 (14.11.1923)
Date
1923-11-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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I «rite 4_' Merr, MMvüH_ kvSgebreitet. Der Oraaniscitionsausschuß wird angcsicku' der eichteren organisatorischen Erfassung der Mitglieder durch di« Zprengelleitung zu erwägen baden, ob nicht'die Teilung der Sektionen in Sprengel für die Zukunft als organisatorisches llrinzip au zunehmen wäre, wobei jedoch die Sektionen als Zuammenfassung der Indensckaft in den einzelnen Bezirken veiter bestehen sollen. Die Schwierigkeiten, die sich bisher den Arbeiten in der Provinz entgegenaestellt haben, erfordern die Schaffung' neuer Arbeitsmethoden für die Provmzarbeit. Der Referent streifte dann die Keren Hareskod-Arbeit in Oesterreich, ibcr welche «in separates Referat erfolgen werde; er stellte fest, tafe die gesamte Keren Hajessod-Arbeit in vollstem Einvernehmen mit dem Landeskomitee geschehen ist. Die Leistungen res Keren Hasessod in Oesterreich haben sich im verflossenen Jahre um oas Dreifache vergrößert. Der Parteitag wird zu mtscheiden ^lben, ob «8 nicht organisatorisch viel zweckmäßiger wäre, die Keren Hasessod Kommission nicht wie bisher vom Parteitag wählen, sondern vom Landeskomitee ein setzen zu lassen. Das im letzten Jahre neugegründete Chaluzreferat hatte Mühe, das Chaluzheim Kahlenbergdorf zu erhalten. Dies ist ihnr gelungen. Das La-ndeSkomitee hat hierfür 97 Millionen Kronen ausgewendst, aus Spenden wurden 23,6 Millionen Kronen aufgebracht. Zur weiteren Erhaltung des Thaluzheims ist die Schaffung neuer Mittel notwendig. Das khaluzreserat wird sich weiters sehr enigehcnd mit der Frage »er praktischen Beruföumschichtung der fugend zu beschäftigen haben. Das J-ugcndreferat hat durch die Organisierung der Jngendtrnppen große Arbeit geleistet. Künftighin werde ein 'iarkerer organisatorischer Anschluß der ausgezeichnet wirkenden hebräischen Lehrerschaft an die Gesamtorganijation ourchzuführen sein. Die bisherige Fmanzgebaruna hat ergeben, daß aus der Parteisteuer nur ein Drittel des Budgets gedeckt wurde. Es WÄ also eine Erhöhung der Parteistruer notwendig sein. (Beifall.) Vizepräsident des Aktionskomitees Oberbaurat Stricker erstattete fodann den politischen Bericht. Die zionistische Frage, führte brr Redner aus. ist in politischer Hillsicht nicht erledigt. Koch auf lange Zeit hinaus wird intensive politische A rb e i t notwendig sein, weil nnr durch sie der - wirtschaftliche Ausbau Palästinas vor großen Gefahren beschützt werden kann. Das Verhältnis zu den Arabern in Palästina ist allch weiterhin ein solches, das unsere Arbeit in Palästina schwer bedroht, und die rrnausgesetztL Erörterung dieses Themas bildet den Hauptinhalr der Tagungen unserer obersten Parieibehörde. Nur in einer Beziehung können wir. nach 'der Meinung des Redners, beruhigt sein: England hält treu an dem B e r t r a g. D:e englische Regierung, steht llach wie vor ans dem Standpunkt, daß sie verpflichtet ist, alles zu tu«, um den Aufbau des jüdischen Nationalhenns in Palästina zu erinöglicken. Wenn Vorfälle der letzten Zeit wieder der Meinung Rührung gegeben haben, daß die englische Negierung in diesem Punkte nicht völlig loyal sei, so beruhen solche Meinungeil auf Täuschung. Zn der Frage der Arabischen Agency fa-i sich die englische Regierung korrekt benommen. Sie ha: -inen Antrag sovrnulierr, eine Arabische Agency zu bilden. Man kann verschiedener Ansicht sein, ob dieser Antrag denr Mandat widersprich: oder nicht. Aber die cngliiche Negierung Hai als Borausjeyun.q des Den rage s ftstgcstellr, daß soivobl die Z i onistischr O b g a n i s a r >i o ir als vorläufige Zrwish Agency wie auch die Araber ihre Zustimmung geben müssen. Wenn es d-azu gekonnncn ist, daß wolü den Arabern GeLgerchcit gegeben ivurde, sich zum Projekt zu äuhern. der Zionistischen Organisation aber nicht, so war dies Nicht Schuld der englischen Regierung, sondern Herber: S a nt u e. -l s, tvelchrr, ohne tee;a bemyrragt zu sein, frühes offtzielle und öfsendliche VerhaMungen mit den Arabern führte. Es ist wohl befriedigend, daß die Araber etwas a'bnelchirt l>aben. was uns unangenehm ist, aber man bars es nicht dabei bstvenden lassen, daß dies sich in aller Zukunft wiederholt. Die Araber haben schon verschieden« Vorschläge crbgelehnt. Aber wenn der Augenblick kommt, wo sich schließlich die Araber mit uns werden verständigen müssen, so wird dieser Augenblick firr mrs sehr schwer werden, wenn die Fakten scholl vorher aeschasfen -wwdeu. Denn d-ann muß man den Arabern schorr das geben, was nwm ihnen konzediert hat und was sie abgelehnt haben. Bei aller AnerkenirlMg der Bemühungen Englands, zwischen uns und ten Arabern gedeihlich: BechäUnissc anzubahnen, muß unsere Leitung beständig darüber wachen, daß nitfere zionistischen Grundrechte nicht angetastet werden. Sie muß jeden Versuch der Antastung des Mandates luriicbveisen. Aus dieser Erwägung heranö ist das Astirn^ komitee in seiner letzten Sitzung;um Beschluß gekommen, daß es b:i vollster Anerkennung der guten Absichten der englischen Re.gi-eru.ug. die darauf hinL-rislaufen. durch Zugeltöndniss- <m dir Araber die Verhältnisse in Palästina für uns leichter zu oestakün. doch aussprecken muß, daß das Projekt eine r Arabischen Agency nicht mit deru zionistischen Ä andatin E t n klang zu b ringen i st. Einstimmig ha: das Äktiorlökomitee auch ber Ansicht Ausdruck gegeben, baß di: -vollrische Tätigkeit rmjrrrr Leitung nicht eingeschränkt werden müsse. Das Aktionskonsitce und die Exekutive, welche durchaus voll der Noüvendigkrit des wirtschaftlichen Aushaues Palästinas durchdrungen sind, waren der eimtnumigen Ansicht, daß unser politischer Apparat ansgcbant wevom müsse. Sonst gxratrn wir aogenüber der politischen Arbcir der Araber in der garchen Welt ins Hinlrrtrsssen. , Dir -flonuten nrüsten daher nebst unseren so dringenden Pflichten für den wirtschaftlichen ArHban ^Pälastinas alles tun, um auch mir-rer Leflung die Mittel zur Durchführung der politischen Arbeit ,,'a geben. Das vom Kongreß bewilligte Budget für die oberste Leitung reicht dazu nicht aus. Die 'österreichischen Zionisten dürfen sich nicht damit begnügen, den Schekels zn zahlen, sony.xn müssen es auch zustande bringen, der Leitung in London Mittel für die politische Anbei-: grr Verfügung zu stellen. Wir brauchen die politische Sicherung des Wirtschafttichen Aufbaues. Die Arbeit für den -Keren Hcqcfsod hat -,.tr notwendigen Voraussetzung daß man sagen kann, politisch gciclnh: alles, um den wirtschafl'üchen Rulfbau Palästinas zu sichern. Dckher muß der Parteibeitrag für London unbedingt erhöh! werden. Auf die zionistisch? Innenpolitik übergehend, wesst der Redner darauf hin, daß die Erweiterung der Jcwi sh Agency durch Hernnzichung der n i ch t z i o n i st i s ch « n O r g a n i s a t i o n v -u und iKörprrischalften allmählich z« geschehen har, # «tvodei man sich davor hüten nmu, sich von einer Bereinigung gleich alles zu vermachen, da sonst natiinwttvendig die Reaktion einritt. Die Er.'ekutive har sich mir einigen jüdischen Oraanssatiomn und Eillzelpersonen in Berbindtnkg gesetzt. Wir hatben die Weisungen der Exekutive abzuwarten. Zn Oesterreich ilM sich die politische Tätigkeit des Landekkomitees l-auptsächlich auf dem Boden -der Abwehr bewegt. Mopp -nach dem letzten Parteitag hac die Hakenkreuzbrwegnng in Oesterreich stark eingesetzt. Angesichts -der Situa-trsnin den de nachharten Ländern mnßtrn wir die Lage der österreichischen Z^u-denjchaf: als sehr bedrohlich anstcheu. Damals wurde bereits eine '-stljammerlarbrit mit den R'chlzionisten angebahnt. Wir traten an die verschiedeneil jüdischen Organisatimlen in Wien heran und es bat sich danw'ls eine «nre-imchgstlichL Epekntive qe- Wiener Morgenzrltung. bildet, tvolche darüber bcjchließen sollte, was in Atrsehutlg des Anwachsens der antiseminschen Beloegung zu unternehnleil sei. Dieser erste Versuch hat keine Fvtrchte getragen und -die öffentliche Demonstration gegen den Antisemitismus »rußten wir allein uniem-öharen. Dock) wir haben uns darüber nicht enttäuschen lassen und den Versuch der Zuscm:- lnenarbeit mit den übrigen jüdischen Gruppen l« Oesterreich bei der ztve-iten sich «bietenden Gelegenheit, den Wahlen, wieder ausgenommen. Der äußere Erfolg dieses Versuches tvar gering. Aber es hat sich diesmal eilt gedeihliches Zusammenarbeiten mit derr anderen Gruppen als möglich erwieserr. Diejenigen, mit denen wir eilte Verständigung erzielt haben, sind wertvolle Kräfte, und es laßt sich aus dieser Wahlgemeinschaft viel erzielelt, wenn die Ziomstische Parier aus dieses Ziel vernünftig binarveitet. Di« Gnrppen, welche mrt uns diese Wahlgeineinschaft geschlossen haben, sind bereit, auS ihr in vielert Belangen eine d a rr e r n d e G e m e i n s ch a f t zu machen, und es wird Aufgabe der künftigen Leitung sein, diesem Bestreben Ausdruck zu verleil)en. Die Beschäftigung mit der Landespolitik. welche von derr 22 Mitgliedern oes LandeskoNtiteeS zwei übernommen hatten und die darauf gerichtet war, Nichtzionisten zu gewinnen, hat niemand gehindert, zionistisch zu arbeiten. Wenn zu wenig zionistisch gearbeitet wurde, darf das nicht damit begründet werden, daß politisch zuviel gearbeitet wurde. Es muß eine vernünftig« Arbeitsteilung erngeführt werden. Dre Politische Arbeit hat die anderen Arbeiten nie gestört uub es muß nachdrücklich darauf verwiesen werden, daß ein Judentum, welches depravrert, deklassiert und verelendet ist, weit weniger für den Aufbau Palästinas leisten kan n, als ein Jude in geordneten Verhältnissen. Für die Palästina-Arbeit müssen in der künftigen Leitung nicht nur ein Programm, sondern auch die Menschen bereit stehen. Wenn dies nicht der Fall ist, wird sie auch weiterhin nicht die gewünschten Erfolge bringen. (Lebhafter Beifall.) In der Generaldebatte, welche sich an di« beiden Referate anschloß, gab zunächst Delegierter Dr. Abeles der Ansicht Ausdruck, oaß sie beiden Bestandteil« unserer Arbeit, die Arber für Palästina und die Innenpolitik, welche beide notwerrdig sind, falsch dotiert «seien. Die Landesleitung muß selbst von dem Geiste der Arbeit für Palästina erfüllt fctix und alle mit diesem Geiste erfüllen. Nur lvenu ein Landeskomitee nichts unterläßt, um diesen Geist lebendig zu erhalten, ist ein volles Absolutorium am Platze. Delegierter Schwertsinaer: Aus der Situation des ^Zionismus folgt, daß wir den Nichtziorrisien die möglichsten Konzessionen machen müssen. Alle besteherchen Kräfte auf jener Seite müssen mobil gemacht tverden, Redner gibt der Airsicht Ansdruck, daß die zionistischen Erfolge in der Kultnsgcnr e i n d c gering seien, wo wir als Minorität die Arbeit für die Majorität leisten. Die Minorität aber konnte jbi-e Kulrnsgemeinde nicht dazr: bringerr, etwas für den Keren Hajessod und den Nationalfonds zu tun. Auch in zionistisch-kuiureller Beziehung sei ein Manko zu verzeichnen. Delegierter Gememderat Dr. Plafchkes wendet sich gegen dir Behauptung, daß in Oesterreich der Zionismus an der Peripherie, di« politische Arbeit im Zentrum der zionistischen Arbeit liege. Zionisten, die keine Nationaljuden seien, seien sicher kein Gewinn. Es soll intensive zionistische Arbeit geleistet werden, aber im Landeskomitee, das durchaus homögen sein nurß, müssen tüchtige Arbeiter für beide Teile der Arbeit vorhanden sein. Nachdem sodann für di« Arbeiten des Parteitages eine Pexm a nau zkommissio n aus zwölf, eine Organifations- und Statutenkommifsion auS sieben, eine politische Kommission, eine Budgetkommission ans sechs und eine Resolutivnskommi[fion aus sechs Delegierten gewählt worden war, wurde die Sitzung geschlossen. Der Beginn der Montagvonnittagssitzung, wie der aller anderen Sitzungen verzögerte sich, da mit den Delegierten des Zionistischen Blocks lange Verhandlurtgeir gepflogen ivurden. Nach der Bcgriißung des dem Parteitage beiwohnenden Aktionökomilcemitgliedeö Dr. Ncchum G o l o m a n n, ferner des Vertreters des Misrachi Herrn Rotier sotvie deS Vertreters der Zeirc Misrnchi H. Engelmann durch den Präsidenten. wurde die Generaldebatte fortgesetzt. Delegierter Dr. Tartakower erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Rationalfonds und wendete sich dagegen, daß mehrfach Mtionalfvndssanlurlungen und dergleichen nicht möDch waren. Er machte von eiuern abgeschlossenen Versicherungsvertrags, der bei entsprechender Ausnützung bedeutercde Mittel für Palästiua-Aufbauztv«cke cinbringen kSune, Mitteilung. Zum Tätigkeitsbericht des Landeskoniitecß bemerkt Redner, daß in der Organisation daS echte Gefühlt der Demokratie zu schwinden drol>e, da der Kontakt der Führer mit der großen Masse fehle. Das sei die Ursache von Schlappen. Redner verlangte, daß ein lebendistes, nicht ein bureankratisches Sekretariat funktioniere. Die Agüatiou muß in die verschiedensten Kreise getragen werden. Das Verhältnis zur Jugend nüisse gefunden tverden, I>eutc seien Jugend und Zionistische Partes nicht identisch. Auch das richtig« Verhaltrris -;a den religiösen Inden fohlt. Die rcirproditktive Arbeit müsse aufhören. Delegierte Frau Parat berichtete über die. Organisation zionistischer Frauen, welche das GründungsstMnm überschritten hat inrd nunmehr für Palästina arbeiten will. Die österreichische, Fraucnvrganisatwn hat mit Ausbringung der Gelder für die Farm- und Geflügelzuchtanstalt N a° halal begonnen und bereits zwei Drittel der projektierte,» Summ« anfgcbrack)t. Redner-in Wünscht, daß der Parteitag der «Schaffung eines Frauenverbandes innerhalb d?r Landesorganisation zustimuw und die umigen Schritte dazu cmleite. Delegierter Julins Löwy: Hoher De legierten tag! Wir ho«brn gestern zwei Berichte über die Palästina-Frage gehört: Das Referat des Herrn Dr. Ruppin und den Bericht des Herrn Stricker über die letzte Sitzung 'oes Aktionskonritees in London. Beide gchen der Frage von sehr verschiedenen tAelsichtspmckten näher. Herr Dr. Ruppin vom jüdisch-wirtschaftlichen, Herr Stricker vom politischen. Aber beide kommen zu dem gleichen Schluß, daß nämlich die Araberfrage das jüdische Zentralproblett, ist und bleibr. Wir fühlen aber, daß die Berl^ttnifse zieMch,unklar uub undurWchtig geworden sind. Diese Unklarheit ergibt /sich vor allem aus jenen Teilen des Strickerschen Bericht z s, die mit anderen Worten d>is ansdvücken, was unS das Gesiihl einer dumpfen Unsicherheit verursacht. Herr Stricker hat uns gesagt, daß die englische Regienmg loyal z n r B a l s o n r - D e k l a t a 11 n tt steht und daß das letzte Äkzidcnt, das Projekt der Acab Agency, vom Oberkomanissär «Samuel aus eigenem Entschluß erwlgt ist. Wir sehen aber, daß weder aus diesen, Widerspruch -des Oberkmnnnssärs zu seiner Regierung noch aus der Ablchmrng durch die Araber die Konsequenzen gezogen worden sind. Herr Sir'icker ha: all . daß ausgezählt, was den Araber angc'boten, von ihnen aber verworfen worden ist, und er kommt zu der sicherlich berechtigten ÄrrlchauM«. daß »um bei küm'iioen Bnülmolungeu keines- 14. Nobemiber 1923 Nr. 17« unter das Maß «dessen «wird herabgvhen lgekommen und es ist, meine ich, «für uns rwtlwendvg, selbst an sie heranzu^reten. Herr W e i z m a n n hat einmal gesagt, es könnte schädlich sein, diese Notwendigkeit allzu stark zu betonen, aber da8 enthebt unS nicht der Pflicht, dies zu tun. Herr Weizmann selbst hat au>f den, 12. Kongreß in Karlsbad davon gesprochen, daß es angezeigt sei. an die Scheitelpun«kte des großen arabischen Dreiecks, Kairo, Bagdad, Damaskus, zionistische Vertretungen zu setzen. Das ist ein gewiß fruchtbarer Gedanke, aber er ist nicht anSgcführt worden. Da die araibtzsche Politik honte noch von außen, von europäischen Elementen, geleitet wird, hätten wir -dem innerhalb der arabischen Nation selbst rin Paroli bieten müssen. Dazu ist es nicht gekommen und tvir sehen, wie der Geist der B a l f o u r - D e k l a r a t i o n sich langsam verflüchtigt und daß heute wenig mehr vorhanden ist als die äußere Form, der Brief an Lord Rothschild. Daraus ergeben sich aber die Schwierigkeiten (für dre Bildung der I e w i j h Agene y, die ja auf der gleichen Basis sich ausbarnn soll, auf der die Balfour-Deiklaration stand. Diese Basis war die geschlagene Türkei und ein politisch unentwickeltes Arirbertum. Bestehen diese Voraussetzungen noch? In Lausanne hat die große, mächtige Entente mit der siegreichen Türkei Frieden macken müssen, und wir haben gestern von Herrn Dr. Ruppin gehört, daß es bereits ein reges politisch-bewußtes Leven bet den Arabern gibt. Wir müssen uns sagen, und so schtve-r uns dies fällt, es ist doch die Wcchr-- heit, die zn erkennen und auszusprechen immer gut ist, daß -di« Balfour-Dektarat-ion und mit ihr all« folgenden Beschlüsse des Obersten Rates und des BMerbuüdrates in der Luft hängen. Wir müssrn uns schon heute auf ein neues Politisches System einrichten. Das können wir genau so gut wie es die Amber können. Wir wissen, und Herr Stricker hat es uns gestern sehr nachdrücklich goschidert: Uc'berall sind die Amber, übemll arbeitet ihr« Propaganda. Nichts fonu uns hindern, das gleiche Mittel anzuwenden. Auf dem letzten Kongreß ist «me Resolution beschlossen worden, welche die Errichtung einer politischen Cxpositur in Amerika begrüßt.' Was ist damit geworden? Die Antwort gibt uns der von Herrn Stricker «erhobene Appell, der E x k u t i v e die Mittel für die P o l i t i s ch t Arbeit des Zionismus, für die politische «Sicher-nng der zionistischen Arbeit zur Verfügung zu stellen. Wir sind mi^ der Expositnr in Washington allein nicht zufrieden, wir verlangen, daß in allen politischon Zentren der Welt, ob nun in den betrefferlden Ländern eine größere Juden- «si-edelung bssteht oder nicht, -derartige Vertretungen errichtet lvcrden, daß «me ,zionistische Diplomatie geschaffen wird, die. einheitlich instruiert, sich sicherlich «genau so viel Anwert uud Respekt erwerben kann wie di« Aralber. Glauben Sie ja nicht, daß, jrgen-dein Staat, irgendeine Regierung damn vovbeigel)«n könnte, was dieser organffinte Misch-pMtische Wille wünscht oder äblehut. (Beifall.) Wir finden so viel Beack)tu-ng, als wir aiistreben. Aber — hier kommt -wieder die Geldfrage, obwohl ick glaube, daß es sich hier wie bei allen politischen Aktionen letzten Eudes eben um—eine produktive Ausgabe handelt, die sich von selbst hereindrin-gt. Ich glaube, daß diese Arbeit unterstützt werden muß durch eine modern geleitete, in der Landessprache geschriebene z i o n i st i s ch e Presse, und hier muß ' ich darauf reflektieret^ was gestern hier Herr Dr. Ruppin mit der vollen Autorität eines Mitgliedes der Exekutive uns vorgehälten hat. daß er tiämlich aus der Lektüre der Presse den Eindruck gewinnt, als läge für uns Palästina an der Peripherie. Das ist ein sehr falscher Eindruck. Wir haben hier trotz aller Widerwärtigkeiten der zeitlichen und lokalen Bedingungen den Palästina-Ge danken durch unsere Presse in einer Weise popularisiert, wie dies nie vorher möglich war, wir haben ihn in Kreise getragen, die ihn vorher gar nicht oder nicht genau kannten, und ich will nur darauf hinweijeu. daß die Restlltate der Keren Hajessod-Arb eit nicht in letzter Linie durch die Publizität erreicht wurden, die ihnen die „Wiener Morgenzeitung" gegeben hat. Der Palästina-Gedanke gehört eben bei uns zu den drei Bestandteilen des Baseler Programms, oas davon Xrtft So* Kt* avmiiv . Bewußtsei normalen Situation zu erfüllen. (Beifall.) Die innerpolitische Arbeit ist die nationale Erziehung des Volkes, sie weckt neue, ungeahnte Energien, sie zwingt zum offenen und öffentlichen Bekenntnis (Beifall), sie schasst die Luge von unserer politischen Minderwertigkeit aus der Welt, sie bringt Zklarheil zwischen uns und unserer Umgebung, sie ist vor allem die. Erziehung zur politischen Sittlichkeit. (Beifall.) Wir begrüßen e8, daß sich weite Kreise der ~ 1 ft uns in der Form der Wahl gemeinlaben, aber tvir machen darum mit unserem Bekenntnis kein Kompromiß. (Beifall). Hat der Palästina-Gedanke eine gewisse freundliche Atmosphäre erzeugt, in der die Voraussetzungen für die Wählgomeiuschaft -liegen, so ist das um so besser. Wir tvollen darangehen, diese technische Verbindung zn einer organischen Konzentration auszngestalten, die alles Jüdische in ihren Aktionskreis zieht, zn einer g r o ß c n j ü d i s ch e n umfassen. vuv u.v a«w.u.,|t heit bejaht, was chm die Kraft gegeben hat, die Jahrtausende oeö Leidens zn ertragen und was ihm die Kraft gibt, aus der Zeit deö passiven Duldens in die politische Aktivität zu übergehen, hier sowohl wie in Palästina. Das was unser Programm ist, das die Initiative in allen jüdischen Fragen an das Judentum selbst geben muß, das muß das Programm des Judentums werden. Es ist nicht notwendig, das; wir, wie man gemeint hat, unter Umständen auch eine Verwässerung der zionistischen Grundideen in den Kauf nehmen müßten, um die Nichtzionisten an uns heran zn ziehen. Es ist mir nicht bange darum. Wo immer Zionisten sitzen, dort arbeiten sie eben in dem Geiste, in dem sie erzogen worden sind (Beifall), im Geiste bcS Mannes, der von Wien aus seinen Ruf in oas weite Judentum hinansgeschickt hat. Wir sind national, tvir wollen, daß unser Volk geachtet und frei werde, hier sowohl wie drüben im jüdischen Vaterland. Unser nationales Empfinden ist etwas anders geartet tvie das anderer Völker. Wir wollen keinen Chauvinismus, tvir wollen niemanden unterdrücken und wir weisen den Gedanken des FaszismuS, in welcher Form immer er austreten mag, weit von uns. (Lebhafter Bestall.) Ich glaube, das; wir dies hier aussprechen müsse«, mit Rücksicht aus getvisse ungeschickte und verantwortungslose Aeußerungen, die!cht haben, „ „ . schen Kräfte auszubaueu. Zu diesem Verlangen bringt mich bet Ausfall der letzten Wahlen, bei denen tvw keine Stelle im ö st e r r e i ch i s ch e n N a t i o u a l x a t erlangen konnten. (&’ ist darum notwendig, d zimm-ern. von der das <vV Ui-iUHUllUl v IUHHIvIm daß tvir uns unsere Tribüne ftlbp s mterreickische. nicht bloß das Menet

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