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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-14 · Heft 1706 (14.11.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1706 (14.11.1923)
Date
1923-11-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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momssaass: MVNV, MNMwcy Judentum sprecheil soll. Wir müssen eine Organisation oni «rchten^die weit genug gespannt ist, um alle positiven Elemente dt sich aufzunehmen, alle, die Judentum und Mische Art ll» " .. ■ " Tatsache federn _... -- __ ,»... -ractttj xert tft In jedem Juden lebt ja ein gewisses Kristallisationsbedürfnis, der elementare Drang nach politischer oder boci) öffentlich-gemeinnütziger Arbeit. Dieses Bedürfnis müssen wir, wrr Zionisten, in eine feste Form bringen, und ich gestatte mir, Ihnen den Gedanken vorzulegen, hier in Wien eine Art jüdischen Parlaments zu schaffen, das natürlich nur für den Bereich dieses Staates Geltung haben, aber bc.u Brüdern in anderen Staaten als Muster und Richtschnur dienen soll. Der Plan sieht schwieriger aus, als er vielleicht ist, aber selbst wenn seine Schwierigkeiten unsere Kraft erschöpfen sollten, mutz dennoch ein solches Instrument des Volkswillens geschaffen werden. Ich denke mir das so, das; aus allen jiidischeu Vereinigungen, aus den politischen, nationalen, sozialen, charitativen, zunächst eine Svitzenorganisation gebildet wird, deren erste Aufgabe die Ausarbeitung eines Wahlstatuts wäre, welches auf Grund des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts alle jüdischen Kräfte zur Wahl einer repräsentativen Körperschaft von etwa 200 Mitgliedern aufruft. Diese Körperschaft trüge in sich s e l b st kraft des Willens der Wählerschaft, in der cs selbstverständlich keine Unterscheidung zwischen Bodenständigeii itnd Fremden geben darf, ihre Autorität, über die niemand hinwegschreiten darf und hinwegschreiten kann. Ihr Entstehen würde alle Kämpfe innerhalb der Kultusgemeinde beseitigen, und sie würde, da, # sie öffentlich tagen soll, auch allen Unsinn über ein geheimes jüdisches Weltzcntrum.Lügen strafen. Sie würde verschiedene Utnerc Aufgaben zu lösen haben, dann aber auch für das große Mische Palästina-Problem die notwendigen Kapitalien in Fluß bringen. Ich bin mir bewußt, daß es auch noch andere Wege gibt. Ich versteife mich nicht auf meinen Vorschlag. Aber ich meine, wenn wir von der Notwendigkeit der Organisierung des Judentums überzeugt sind — und das sind wir doch alle (Beifall) —, so litüftcn wir diese Ueberzeugung in der oder iener Weise in eine Tat umsitzen. Daß wir innerhalb dieser Organisation in die Minorität kommen, befürchte ich nicht. Und wenn das doch der Fall sein sollte, so befürchte ich auch davon keinen Schaden für die jüdische Sache. Denn letzten Endes ist ja alles, was das Judentum zur politischen Aktivität bringt, Zionistisch, Geist von unserem Geist. Hoher Delegiertentag! Ich resümiere: Ich verlange die Einrichtung zionistisch-politischer Vertretungen in allen politischen Zentren der Welt, insbesondere aber die Einrichtung eines politischen Departements in London, das durch die, jüdische Presse in Zirkularartikeln die jüdische Oeffentlichkeit aller Länder mit den politischen Anschauungen der Leitung vertraut macht, und ich verlange, daß die Leitung mehr ist als die Führung eiicer jüdischen Kolonisationsbewegung, daß sie wirklich der Rosch galuth, das Haupt in der Verbannung werde, das alle politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strömungen auf ihre Zusammenhänge mit dem zionistischen Ideal prüft und nutzbar macht. Ich verlange politische Arbeit und die direkte Fühlungnahme mit der arabischen Nation, ich verlange ferner die Aufrichtung einer alljüdischen Organisation in Oesterreich. (Beifall.) Die uns vorgelegte Anregung des Herrn Dr. Rojenblüth haben wir mit Freude gehört. Wir begrüßen es, daß eine. Zusammenarbeit zwischen uns, den deutschen und tschechoslowakischen Zionisten in die Woge geleitet werden soll und unsere zu wählende Leitung wird sich damit zu beschäftigen haben. Wir freuen uns, daß Herr Dr. Rosenblüth uns gesagt hat, daß in Deutschland die Stimmung vorherrscht, daß wir wieder dit Arbeit vom nationalen Gesichtspurckt aus zur Gewinnung der Menschen für die Idee führen sollen. Das ist ja das, was wir alle ersehnen, daß wir zu dem jüdischen Menschen gehen und chm das Wort bringen, das Wort von der innerlichen Befreiung. (Lebhafter Beifall.) Haben wir die Menschen, so haben wir auch ihre materielle Kraft (Beifall.) Sie haben, hoher Delegiertentag, gestern die Rechenschaftsberichte der ab tretenden Äandeskomiiees und des Herrn Stricker als Vizepräsidenten des Aktionskomitees gehört. Sie haben weiter die warme Rede des Herrn Präsidenten des Mtionskomite.es Dr. Chases angchört, der uns allen aus dem Herzen gesprochen hat. Ich habe also die Ehre, Ihnen den folgenden Antrag zu stellen, der ab tretenden Leitung die D e ch a r g e zu erteilen. (Lebhaifter Beifall.) Int Namen der Pormanenzkommifsion beantragte Dele-- qsirter Tr. Plaschkes: Der Parteitag spricht dem ab tretenden Landesk o m i t e e Dank u n d A n e v ke n n u n g aus und erteilt chm das Absolutorium. Dem Präsidenten Dr. Friedmann wird für seine aufopferungsvolle, ersprießliche und objektive Däiixsteit unter den schwierigsten Verhältnissen der besondere Dank votiert. Der Antrag wnvde unter stürmischem Beifall Angenommen. Sodann -erstattete Delegierter Dr. Sofer den Bericht der Keren Hajessod-Kom Mission. Er führte aus: Die Arbeiten im verfloffenen 'Jahve litten darunter, daß die HakenkrenzpropUganda eine ungünstige Stimmung für die Durchführung der Keren Haisissod« Arbeit schuf. Erst nach der Versammlung im Rathausi konnte die Arbeit für den Keren Hafesiod 'begonnen werden. Ein Westes Hindernis der Arbeit hat der Parteitag selbst geschaffen, indem er eine eigene Keren Has-essödst o m m i s s i o u bestellte, die der Ansicht war, daß sie autonom sei und daß das Landeskomstoe in ihr nicht vertreten sein dürfe. Erst nach langen K ä m p f e tt kam e§ zu einer Einigung, indem der Präsident und der Sekretär des Landes» komittees in dieser Kommission Sitz und Stimme bekamen. Der gegenwärtige Parteitag muß sich klar darüber werden, daß die Bildung einer solchen autonomen Kommission schlecht ist und daß das L a n d e s k o m i t e e ans seiner Mitte die Männer stellen muß, welche in der Keren Hasissod-Kommißsion arbeiten. Da die Keren Hajessod-Kommiffion, welche der letzte Parteitag einsetzte, sich so autonom dünkte, daß sie auch kein Tüpfchen ihrer Macht abgeben zu dürften glaubte, war es unmöglich, prominente Gesinungsgenossen, welche Viel Berständis für die Keren Hajesso-Ärbeit hatten und auch viel Evspneßliches leisteten, als Mitglieder in die Kommission auMirchmen. Trotz dieser Hemmungen, welche sich bis -ins Frühjahr hineinzogen, ging das Bureau unter der verdien stvollen Leitung Dr. Aböles mit großer Energie an die Arbeit. Es wurde begonnen, die Keren Hasessod-Arbeit befleute Mittwoch den 14. November 1938, J/29 Uhr abends, Caf£ Ilion, 111., Löwengasse 89 VORTRAG li. I. Mn: Oie jüdische Schale Zionistische Sektion und I Jüdische Tischgesellschaft Land strasse“ -rorener Mvrgenzerrung. fl e rrttnmo dehmt ©ar/enoei^ tftdUnethof am ©reifen Grosser ^erienverkauf! ri. ucovenwer Sorte 6 Frack oder Smoking aus feinstem engl. Material aus reiner Seide Orig. engl. 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(Beifall. lieber die Ausigcibe:: des Keren Hasissod r-cfevreDie Dr. Otto AbeleS. , Er stellte den Grundsatz aus, daß oim Aten-oisphäre des Wohlwollens gsschaiffen werden müsse. Wir müssen erkennen, daß wir einen Teil des Palästina-Budgets zu decken haben. Das vom Kongreß beischlosseue Palästina-Budge-t muß erweitert werden mtd wir müssen dafür sorgen, daß.die aufgebrachte Quote der Leistungskraft des Landes, der Menschenizashl und der KuKur.seine8 Judentums entspricht. Nach denr ainfgcstelltan Budget wurden auf Oesterreich 10.660 Pfund entfallen. Bei richtiger Arbeit konnte iu Orsierwich das doppelte Ergebnis erreicht werden. Vor allem müßte man das Augenmerk darauf richten, daß , die sioniststchen Leistungen regelmäßige Monats- oder ViertelijachrSleistungen sinn. Die, Einschätzung für die Keren Hasifsod-Lesttnng kann nicht allein von Oben evsvlgen, sie muß vmr Unten auAgchen. Die ^ätzungskonmnissionen in den Betzirken müssen arbeiten. Die Palästina-Arbeit darf nicht gewissermaßen zu einem nmMigaten Gegenstand, werden und' man darf nicht anfisteigen können, tvenn man aus diesem Gegenstand ungenügend hat, Cs darf auch nicht vergeffen werden, daß man, wenn man Finanzen sucht, Menschen findet. Der Keren^Hcvjessod soll nicht zur Steuer ei »schä tz ung smaschi n e gemacht werden, sondern durch intensive Arbeit muß der Weg einer Erziehung zunn Keren Hajesiod eingeischlagen werden. Die kommende Leitung muß den Keren Hajessod zur eigenen Angslegetcheit machen und mit derselben,. Energre, nvit welcher in Wahlzeilen gearbeitet wird, soll für smntliche Palästina betreffenden zionistischen Fragen gearbeitet werden (Beifall.) In der nachfolgenden Debatte über die Keren Hajessod-Ar!beit gab Deilsgisrter Goldschmied dvm Wunsche nach der Schaffung eines innigeren Kontaktes zwischen den einzelnen Gruppen und der Zusamanenarbeit der Mandatare Ausdruck. Jeden Monat sollen die Obmänner der Sektionen, die Nationaffonds- und Hajessod-Koudmissäre und die Mandatare in gemsinsamM Aussprache über die Aribeit diche Meben.-R-edner schlägt auch die Eiübernfung einer Konferenz der jüdischen Industriellen vor, in welcher über die Möglichkeiien des industriellen Ausbaues in Palästina berichtet würde, wodurch dem Keren-Hajessod MiM zugsführt werden könnten. Delegierter Nebenzahil: Die Keven Hasissod-Arbeit krankt an 'der Methode. Es wäre das Sp endensystem forc Keren Hasissod an Stelle des ÄeuerWlemrs zu sitzen. Die Keren-Hajesiod-Kommission müßte eine neutrale Komntisi siou situ, welche auch Vertreter anderer Gruppen Mschlsißt. Daher kann sie der Parteitag nicht wählen. Delegierter Dr. Morgenstern (Linz): Die Provinz verlangt eine Realisierung aller Kräfte. Für den Keren Hajessod nMßte man bei 26.000 Zioniisten auch m>indestens 25.000 Pfund anfbrtnMn. Vor allmt müssen für Zion die Zionisten gewonnen werden, dann werden auch die anderen Mwonnrn. Delogierter Dr. Felix beantragt die Schaffung eines ständigen Bureaus, wölches die Gncndlage für die organffatoriische Erfassung der Iudenheit gelbe. Dazu gehört auch der.Ausbau der Presse. Die „Wiener Mongon-zewimg" muß ziM Bedürstris der Wiener Judenffhaft gemacht weüden. In orglünffatorischer Hinsicht sei es ein FHsir. daß wir zu viel Konniises und zu wenig Menschen haben. In der Monkagnachmittagssihung. welche um 4 Uhr begann, lvurde die Debatte über die Koren Hajessod-Arbeit sortgesiht. Delegierter Dr. S ch merle r besprach di« Gru Mimen der Beschaffung der Geldnmttel für den Palästina-Aufbau und verlangte die Ausarbeitung vines festen Wirtschastsplanes. Redner sprach dem Anleiheshstem das Wort, und wies daraus hin, daß es wichffg foi, die Bsinschen für Palästina zu gewinnen. Delegierter Taubes hält das Maass ershstem im Keren Hajessod für nicht zweckentsprechend. Mit Spenden allein könne Palästina nicht anfgebaut werden. Es müßten auch wirtschaftliche Grundlagen göschaffen wevdeu. 'Delegierter Sch Werts luge r: Bor allem nEssen für dm Keren Hajesfod die Leute, welche im Parteilüben stchen, ihre Pflicht tun; es muß den Ziönislvn Mn Bölvutztsem konrmen, daß die Leistung, für den Keren Hajesfod ebenso silbstverständlich ist wie die BefriediMNg aller übrigen Lebensbddürsn>isse. Delegierter Prof. Freud: Der Keren Hajessod ist sozusagen, der Barometer oder Seismograph unsereir Arbeit, weil wir an siinemuk Stande. Mese-n können, wo tvir stellen. Die erreichten Resultate im letzte» Jahre entsprechen nicht den , Möglich leiten und gellen kein Spiegrlbitd vor der Leistuugs-fähigkoii des jüdischen Wien. |cr Keren Hajesfod''ist uieren durch den Keren Hajesse.>,. da er, ferne. ®eö4 srag.'. soirdern eine EtsiHuiUgKsvage ist. 'Nur wetm vD. Ideen Iniuöcu un4> propagicrery. toerden Wir Geld für dsisij Ideen be-tom-rnen. Wir bieten nicht --greffbare BorteTe wsi mm Geitverkschaff. wir geben eine,: Weichsck auf die.Zuckmff. Werm^ man'mit dem Worte Geist einen Gegensatz zwischen Landes^ Politik und Zionismus konst-rusivt, so ist das eine Dedl«IgW->'' heitsifvage. Bei uns. fehlt es nicht <ro Goist, sondern an gäbe und Ausdauer, welche sich darin zeigt, daß, jeder-" ein,z-elne von Mann zu Mann die Kleinarbeit auf sich' niinumt. Tie Allbeit kann nicht von Oben nach Unten gemacht,' werden. Die liberalste Leitung kannnicht hcMm, wenn sich^ die«', ser Geist des UnMssis nicht ändert. Kleinarbeit muß im.Rah-' men der mgsten Zellen, der Gruppen und Sektionen beginnen. Zionismus kamt man nicht mechanisch machen, er kann nur organisch gemacht werden. Wir sind in der Propaganda eingeWasen mrd erst die Wahlen haben uns erhöhte Mivität in dieser Richttmg gebracht. In der Wahllproipagaüda wurde, sehr schätzbave ideelle Propaganda 'betrieben.' Wir müssen auch wie'der zur Propaganda in des Wortes bestem Sinne zurückkchreu. Durch Erweiterung nuserer Mkiorislbafis, wie sie die Waihlgemeinschaft vorstellt, sind wir in der Lage, uns manche Erfolge zu schafferr, und wir sollen daher daran glauben und ohne ,Zweifel an diese Arbeit gchen. Wenn wir zur .Zeit der^ WEen in kurzer Zeit eine Masienorgauisation durch« führen konnten, so könnten wir es auch für den Keren Hajessod tun. In ihrer 'heutigen Form sind di« Sektionen sticht fähig, diese Astbeit zu leisten. NatüÄijch brauchen wir a^ich leine entsprechende Leitung. Unsere Leitung muß bssfer sein als die, Origcutisatiou selbst,'das enffpsticht unsmem Bedürffvis in denrokratffche.r Hinsicht. Aber das Landeskomitee U nicht ein Zweckvevband, dom brauchen toir keine Vertretung llesOrmnter Gruppen, sondern dort brauchen wir Persönlichkeiten. Demokratie besteht nicht darin, daß jeder berücksichtigt werden muß, der krakoclt. Es gibt keine Bewegung ohne Führer. In der albgekau-fencn Periode hat sich nun der F üh r erwil It nicht Mar genug gezeigt. Die Führer sind zu weich geworden und halben sich um des Friedens willen zu K o mpromissen hingcgeben, welche die Omanisation unter« höhlen. Wir a!ber wollen einen klaren Willen und eine einderrtige Route haben. Wir müffen Ordnung in der Organisation schaffen, dann werden wir die entsprechenden Erfolge im Keren Hajessvid hallen. (Bestall.) Dr. Deutsch (St. Pölten) wünscht, daß die Propaganda für den -Keren Hajesfod nicht allzu scharf vor sich gehe, wie die§ nwnchmal geschehen ist. Nachdem noch die Delegierten Boxenbaum und Goldschmied gesproch hatten, führte Dr. A b e l e s in seinem Schlußwort aus. daß der Keren Hajesiod die Voraussetzung für alle Arbeit ist und daß deshalb für ihn mit aller- Macht gearbeitet tverden müsse. Die Leitung hat beit -Auftrag gegeben, daß die Zionisten innerhalb ihrer Organisation'dem M a s s e r p r i u z i p zur vollen Durchführung verhelfen und deshalb muß auch in Oesterreich in dieser Richtung gearbeitet werden. In Oesterreich tvnrde für die Keren Haiesiod-Leistung das Wort Opferlei st nn g gewählt. Die Mische Bevölkerung bei uns ist bereit, Opfer zu bringen. Und gerade durch die Arbeit für den Keren Hajesfod arbeiten wir auch in eminenten Sinne politisch. D>eifall.) Am Schlüsse der Nachmittagssitzung hält Präsident Doktor Ehrlich folgende Ansprache, welcke vom Parteitag ftefycub angehört wird: „Unsere heutigen Beratungen fallen aus einen Tag, der ein wichtiger (Gedenktag für unseren Staat ist. Heute vor fünf Jahren wurde die vsterreichstche Republik gegründet. Auch wir wollen deshalb heute, eines Sinnes mit dem republikanisch gesinnten Teil der Bevölkemng, freudigen Herzens dieses Ereignisses gedenken. ' Gerade in der gegenwärtigen Zeit, in welcher die Reaktion wieder ihr Haupt erhebt, wo der Freiheit und den - Errungetstchaften der Revolution gleichzeitig aus dem Osten und Westen schwere Gefahren drohen, wollen wir rückhaltslos unser Bekmntnis zur Revublik abgeben und, getreu unserem Programm, auch in Hinkust für die gedeihliche Fortentwicklung dieises Gemeinwesens weiterar^ beiten." Die lLrklärrmg des Präsidenten wird vorn Parteitag mit lebhaftem Beifall aufgenommen, Schluß der Sitzung 6 Uhr abends. Sie Resolutionen des Dekegiertentages. Die von den veüschüedenen Kommissionen des Dole* giertentages ansgearbeiteten RelsokutionM wurden Montag nachts von denr Referenten des Permunenzausschusses Prof. Artur Freuid dem Plernmr vorge!l«gt und einsti>uurig a n g e n ommen. Die Resolutionen lauten: Die allgemeine politische Entwickümg in allen von Juden bewohnten Staaten läßt deutlich erkennen, daß die zionistisch «Lösung des jüdischen Problems den einzig möglichen Weg zur Schaltung des Iudemtums zeigt. Die Einigung des Judentums im Zeichen des Palästina- Gedankens, der nationalen Selbstbcstimmmig in der lnlturellen Autonomie, bleibt darum weiter unverrückbares Ziel der zionistischen Arbeit. Indem der Delegiertentag dies ausspricht, verweist er nachdrücklichst darauf, daß die historische Verbindung des Jndentnms mit Erez Israel durch Beschluß der Mächte die Anerkennung Äs Bestandteil des internationalen Rechtes erhalten hat und er spricht die Erwartung aus, daß die Zionistische Exekutive alles daransetzen wird, das gesamte > Dr. Naltiim [Goldmann » ■ aus Berlin 1 spricht heute » 2 präzise halb 9 Uhr abends im Verein g „Ti kwäth J«huda“ ■ VIII., Bennoplatz 1 N ® WeiteresPrograrnm: w n Herr Ärtur Preis (Rezitationen) , * Herr 1.60 OBßJak (Konzertsänger, a Anschliessend TÖflS ■ B«aBii«giiaiRBM»iBaaaiaii«iiHassii)«nHiii

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