Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1706 (14.11.1923)
- Date
- 1923-11-14
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 1Ifo Wien, Mittwoch Wiener Morgenzertung 14. November 1d23 Seite 3 intenttnt tcr über den Aufbau Palästinas Wie schon kurz berichtet, fand letzten Sonntag und Montag der Delegievtentag der österreichischen Zionisten im Saale des Ingenieur- und Architektenvereins statt. Es waren 140 Delegierte erschienen, ferner Vertreter der zionistischen Organisationen der Tschecho - Slowakei, Deutschlands und Bulgariens. Für die Exekutive nahm deren palästinensisches Mitglied Dr. Artur Ru pp in an den Beratungen teil. Die Tagung nahm einen würdigen Bevlauf. Mitglieder der Jugendorganisationen Versalien freiwillig den Ordnungsdienst. Der Delegiertentag schloß am Montag in vorgerückter Nachtstunde unter den Klängen der Tikwah seine Beratungen. J Bei der Wahl des Präsidiums ergab sich ein Zwischenfall, den wir gleichfalls gestern mitgeteilt haben. Die im zionistischen Block zusammengeschfollenen 42 Delegierten hatten nach Erstattung des Wahlvorschlages die Unterbrechung der Sitzung verlangt, um selbst eine Liste für die Besetzung des Präsidiums zusammenzustellen. Als dieser Antrag mit 87 gegen 42 Stimmen abgelehnt worden war, verließ diese Minderheit den Saal. Sie verblieb jedoch im Hause und ein Teil dieser Opposition kehrte im Verlaufe der Tagung wieder zu den normalen Beratungen zurück. -i- Die Sonntagvormittagssitzung wurde durch mehrere Begrüßungsansprachen und ein Referat des Mitgliedes der palästinensischen Exekutive, Dr. Artur Ruppin, ausgesüllt, das mit gespanntem Interesse angehört wurde. Die Tagung erösfnete die einleitende Rede des Präsidenten des abtretenden Landeskomitees Dr. Desider Friedmann, welcher in seinen Ausführungen auf den den Delegierten vorliegenden Tätigkeitsbericht hinwies, aus welchem hervorgehe, wie umfassend sich die zionistische Arbeit gestaltet hat und der durch Anführung von Tatsachen und Ziffern beweise, daß sich die Entwicklung der zionistischen Bewegung in Oesterreich erfreulicherweise in aus steigender Linie vollzieht. Die Zahl unserer lokalen Organisationen und Zweckvereinigungen hat sich vermehrt, unsere Anhängerschaft wächst von Jahr zu Jahr, die Arbeit erobert immer neue Gebiete; dennoch stehen diese unverkennbaren Fortschritte noch immer nicht im richtigen Verhältnis zu der Größe unserer Aufgaben. Es sei daher in erster Reihe die Aufgabe des Parteitages, sich darüber schlüssig zu werden, wie die Organisation ausgebaut, ausgestaltet und verbessert werden könne, um der Zionisierung der jüdischen Volksmassen, der Ausbreitung des Verständnisses fiir die Ziele des Zionismus in weitestem Umfange gerecht zu werden. Die Keren- Hajessod-Arbeit wird in noch intensiverem Maße dadurch gepflegt werden müssen, -aß die Ueberzeugung von der Wichtigkeit dieser Institution, von der Bedeutung der, ausgiebigen und zeitgevechten Beistellung ausreichender Mittel für den Aufbau des Landes in zionistischen Kreisen verstärkt und daß das Gefühl der P f l i ch t, durch wahre Opferwilligkeit zur Wiedergewinnung der Heimat beizutragen, Genreingut aller jener wird, welche die Existenz des jüdischen Volkes, seine Zukunft und t seinen Anspruch auf Erez Israel besahen. Der Redner weist auf den steten Kontakt der Organisation mit der Londoner Exekutive und den Bruderorganisationen der anderen Länder hin. bespricht die Schekelaktiön und Beteiligung am Kongreß, dessen Beschlüsse alle Teile unserer Organisation in dem Bestreben einigen, die Willensmeinung des Kongresses der Verwirklichung zuzuführen. Eine besondere Aufgabe des Parteitages werde nunmehr die Stellungnahme zur Frage sein, auf welche Weise bei vollster Integrität der zionistischen Grundsätze die Heranziehung außerhalb der Bewegung stehender Kreise in die Wege zu leiten sein werde, die an dem Aufbau von Erez Israel teilnehmen wollen. Redner bespricht hierauf die innerpolitische Tätigkeit der Organisation, den wachsenden Judenhaß und die ständige Bedrohung der jüdischen staatsbürgerlichen und wirtschaftlichen Positionen, welche wiederholt zu aktiver Stellungnahme' genötigt habe. Bei der Abwehr der systematischen Angriffe der extrem-antisemitischen Parteien haben wir die Führung übernommen und die abgelaufenen Neuwahlen vereinigten uns mit jüdischen Gruppen, die bisher eine selbständige politische Betätigung als Juden abgelehnt hatten, zu einer Wahlgemein schaft mn dem gemeinsamen Programm der Selbstverteidigung. Wenn auch der Erfolg hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, so bilde die Einigung bisher politisch auseinander strebender aktiver.. jüdischer Gruppen schon an sich einen nicht zu unterschätzenden Erfolg und die Annahme erscheine nicht unberechtigt, daß auch auf dem Gebiete der Paläst t n a- und der Kulturarbeit eine Annäherung für ein gemeinsames Zusammenwirken werde gefunden tverdcn können. Zum Schlüsse weist Dr. Friedmann auf die Notwendigkeit hm, eine entsprechende Parteileitung zu wählen, deren Arbeit das Vertrauen der Gesinnungsgenossen und die Möglichkeit voller und unbehinderter Entfaltung der Kräfte zur Voranssetmnü haben müsse, und erklärt die Tagung mit dem Wunsche für eröffnet, daß sie den ihr gestellten Aufgaben in vollem Maße gerecht werde. (Lebhafter Beifall.) Hierauf begrüßte der Präsident unter lauten Bleifallskundgebungen die erschienenen Ehrengäste: Den Präsidenten des Aktionskomitees Oberrabbiner Dr. C h a j e s, das Mitglied der palästinensischen Exekutive Dr. R u p p i n, den Vertreter des Landesverbandes für Deutschland Dr. Roseublüt h. den Vertreter der Zionistischen Organisation für die Tschecho-Slowakei Dr. Rufeisen, den Präsidenten der bulgarischen Zionisten Al Farchi, den Direktor des Bezalel in Jerusalem Prof. Bovis Schatz und den Vertreter-des Berliner Keren Hajessod-Bureaus Dr. Moses. Oberrabbiner Dr. Chajes begrüßt die Tagung als Präsident des Aktionsivmi>,ees und Wünscht ihren Beratungen vollen Erfolg. In seiner Begrüßungsansprache weist er darauf hin, daß in der abgelaufenen Periode des österreichischen Zionismus eine, Vereinigung der zionistischen Kräfte mit erheblichen Teilen jüdischer Kräfte zustande gekommen sei, die bisher außerhalb des Zionismus gestanden sind und noch stehen. Eine Gegnerschaft, die früher viel- Stricker zum Präsidenten gewählt. fach einen heftigen Charakter angenommen hatte, sei, locmt nicht geschwunden, so. doch erheblich ab geschwächt. Diese Konstellation sei das Resultat der ruhißen Arbeit der letzten Jahre, welche eine Berührung der verschiedenen Gruppen ermöglicht habe. Redner hoffe, daß diese jüdische Zusammenarbeit, für welche die zionistische Leitung gewirkt habe, von Bestand sein werde und schließt mit einem Appell für eine einheitliche und geschlossene Arbeit. Dr. Martin Rosenblüth (Berlin) übermittelt der. Tagung die Wünsche des Landesdorstrndes der Zionistischen Bereinigung für Deutschland und überbringt in deren Namen die Anregung, daß in Zukunft von Zeit zu Zeit gemeinsame Tagungen der österreichischen, deutschen und j sch echo-slowakischen Zionisten ahgchalten wenden, woraus vielfache Anregungen geschöpft werden könnten. Auch bei den deutschen Zionisten steht die Frage der Wiederbelebung der zionistischen Jdeenpropaganda im Vordergründe des Interesses, trotz der schweren Lage in Deutschland schreitet die Arbeit für den. Keren Hajesfod vorwärts nnd der Gedanke der BerufseinsteMma der Jugend für Palästina schlage .immer mehr durch. Dr. Hermann Rn seifen (Mähr.-Ostrau) übermittelt der Tagung namens der Bruderorganisatton in der Tschecho- Slowakei in hebräischer Sprache die besten Wünsche und weist auf das innige Verhältnis der beiden Landsmannschaften hin. Dr. Artur Ruppin begrüßt die Konferenz namens der Zionistischen Exekutive nnd dankt Oberrabbiner' Dr. Chajes für seine hingebende-Arbeit auf dem Karlsbader Kongreß, welche zu dessen Erfolge wesentlich beigetragen habe. Zu seinem Referat übergehend, bespricht Re-dneö den Unterschied Mischen der Auffassung Hergls und dem Zionismus unserer Zeit. Es ist dies ein Gegensatz wie Mischen Traum- und Wirklich??itsieben.Die Geschrch'e des Zionismus hat neben vielem Großen auch ein grundsätzliches Uebel gebracht. Wir sind vom Anfang an mit dem Nobel belastet, daß die politischen Zionisten in Palästina nicht kannten und davon sind wir auch heute noch nicht ganz frei. Die Existenz der Araber wurde früher ignoriert, aber damit 'ist dieses Volk nicht ans der Wirklichkeit gelöscht und wir müssen uns aus den Gedanken der Zusammenarbeit mit den Arabern einstellen; eine Zusammenarbeit, welche für unsere Tätigkeit eine evhöh'e Resonanz in d:r Welt bedeuten wird. Wir müssen verstehen, daß uns von dem Vorkriegszionismus eine tiefe Kluft trennt und daß wir setzt vor ganz anderen Aufgaben stehen. Wir gaben keinem eine hundertprozentige Garantie, daß es in Palästina immer so gehen wird, wie es sich jeder einzelne wünscht: Wir sind nur der Exponent des jüd ischeu Volkswillens und wer Ergebnisse will, der muß sich mit ganzer, Kraft dafür einsetzen. Die nächsten zwanzig Jahre werden eine Zeit ernsten Ringens sein und es ist eine Illusion, wenn wir glauben, daß mit der Baisour-Deklaration unser Werk vollendet ist. Es ist erst der Anfang einer Arbeit, welche eine bis zwei Generationen beschäftigen wrvd. Hierauf bespricht der Redner die Frage der Auswanderung ans Palästina, über welche ganz falsche Ansichten bestehen,, und erörtert /die Verhältnisse im Lande. Hand in Hand mit der Einwanderung von Menschen muß die Einwanderung von Kapital erifolgen, denn Palästina ist nicht das hochentwickelte Land wie Amerika, dessen Wirtschaft sofort neue Einwanderer anfsangen kann. Das Palästina-Problem umfaßt 1. die Frage der großen Einwanderung; 2. Hilfe für Landwirtschaft, Handwerk und Förderung der I n d u st r i e. Im Verhältnis zur Einwanderung, wie sie vor dem Kriege bestand, ist der jetzige Stand der Einwanderung günstig, gemessen an dem Ziele der jüdischen H e i m st ä t t e ist aiber diese Ziffer äußerst gering. Bei der Führung der Landespolitik ist die geringe Zahl der Juden im Lande das größte Hindernis. Der' Faktor „Z e i t" bestand für uns vor dem Kriege nicht; das nichtjüdische Palästina befand sich in völliger Stagnation und wrr hatten eine Unendlichkeit vor uns. Heute ist der Faktor Zeit etwas sehr Wesentliches geworden und die Curopäisieruug des Landes eröffnet auch anderen Völkern , die Möglichkeit der Einwanderung ins Land. Deshalb müssen im Verlaufe von zehn bis zwanzig Jahren hunderttausende Juden ins , Land kommen; das aber ist nur möglich, wenn gleichzeitig die' Einwanderung von Kapital stattfindet. Der Kar e n H a s e s s o d ist wirklich der Grund, ans den: der wirtschaftliche Aufbau des Landes auf absehbare Zeit beruhen wird, denn in einem anderen Lande würde der Staat vielfach das leisten, was jetzt der Keren Hajessod leistet, nämlich durch Besteuerung. Wenn der Gedanke des Keren Hajesfod einmal jüdisches Gemeingut,,ist, dann ist die Palästina-Frage eigentlich gelöst. Der Keren Hajesfod verlangt im Grunde sehr wenig von den Juden, und wenn zum Beispiel 50.000 Juden in Wien täglich nur eine Zigarette für Palästina ersparen, dann wäre düs ein viel höherer Betrag als jener, der bisher hier für Palästina auifgebracht ist. Wir müssen in zebn Jahren eine halbe Million Juden im La.noe haben. Wäre dies heute der Fall, dann wäre die Situation ganz anders. Die Vorwürfe gegen die englische Regierung und gegen Heribert, Samuel, daß die Baffonr-Geklavatton nicht voll erfüllt wird, seien ungerecht. Hätten wir Samuel gegenüber unsere Zusage erfüllt nnd jährlich 30.000 Inden ins Land gebracht,, dann wäre Samuel ein ganz anderer gewesen als er heute ist. Wir haben ihn: nickt die Treue gehalten. Wir müssen beweisen, daß wir Palästina auißzuba-uen -imstande sind. Bei einem lauen Verhältnis zu Palästina wird das jüdische Volk an England niemals eine starke Stütze finden; wenn das jüdische Volk aber da,stehen wird wie ein Mann, dann wird man sehen, wie England zu uns steht. Was die Ar ab er frage anlangt, so werden wir mit schönen Reden allein nichts erreichen. Der Gegensatz in Sitte, äußerer Haltung nsw. ist zunächst ein natürlicher, mtib wir haben viel gesündigt, indem wir uns ans unser Europäer t u m zu viel eingebildet haben. Der Araber ist durch Jahrhunderte von den Türken gehindert worden, sich zu entwickeln, aber er ist kein Wilder, sondern der Sohn einer alten Kultur; er ist heruntergekommen, aber seine Rasse und Intelligenz hat nicht gelitten. Die Araber des Landes sind nichts anderes als die Nachkommen der alten Indern und in Mentalität und Habitus mit uns nahe verwandt. Unsere Rolle irr Palästina ist ein Zu» sammenwohnen zu schaffeit. wie das von Franzosen und Deut» schen in der Schweiz, und die Juden können auch für dir Länder 'ltm Palästina die Rolle des europäischen P i fln i e r s übernehmen und das Erwachen des ganzen vorderen Ostens jn die Wege leiten. Aber die Araber werden wir nicht durch Worte gewinnen, sondrin indem wir neue wirtschafttiche Werte im Lande schaffen, die auch ihnen Nutzen bringen. Der Kerer> Hajesfod äbcr ist der unentbehrliche Schrittmacher für jede jüdische wirtschaftliche Tätigkeit. Die Landwirtschaft ist noch kein profitables Unternehmen. Der gut ausgebildete C'haluz kann schon für sich und seine Familie einen bescheidenen Lebens« unterhält finden, aber, für das Kapital bietet die Landwirtschaft nvch keinen Anreiz; darum muß der Keren Hajesfod mit aller Intensität eingreisen,; daneben aber gibt es industrielle Möglichseiten der verschiedensten Art, welche unsere Handelsbilanz Einstig verändern' und vielen neuen Einwanderern eine Existenz bieten können. Jüdische Industrielle in allen Ländern müßten sich zusammentun, um ihre Wirtschaftskennt, nisse und ihre Kraift für Palästina m verwenden. Redner bespricht die Fragen des Bodenkanfes, des Häusertbaues und der I >n ä * st m e n t B a n k, die in Amerika gegründet werden soll, um alle bereits profitablen Unternehmungen durch Kredits zu fördern. Aber auch in E u r o p a wäre die Schajffnng einer solchen Sank möglich. Es gibt heute schon viele Wege in Europa, um am Ausbau Palästinas zur wirken. Palästina darf für Zionisten kein Gegenstand der Peripherie sein, sondern muß ins Zentrum ihrer Interessen gerückt werden. Auch die Landes Politik 'der Ziotzisten wird erst durch Palästina ihr richtiges Relief bekommen. Palästina zählt augenblicklich noch nicht das zurück, was es bekommt, aber die Mittel, die wir für die Erziehung unserer Kinder aufwenden, bekommen wir auch nicht sogleich zurück. Unsere Opfer werden sich bezahlt machen in der fiirfftöflen Generation, und auch den Juden in Europa wird die Aenderung in Palästina zugute kommen. Tie tausende jüdischer Kinder, die heute in Palästina in Freiheit erzogen werden, sind gegenwärtig schon ein Gegenwert sür alle gebrachten Opfer. Redner weist auf den Ernst der Swstöe hin, welcher Taten erfordere. Entweder heute oder nicht — das muß unsere Losung sein. Bei hjU'C.t Haliung unsererseits wird Palast ina nie ausgebaut werden, auch nicht mit hundert Beifall.) _ (Schluß der SonntagvorlüittagSsitzung.) In - der SonntagnvchmittagSsitzung verms zunächst der Präsident die eingelaufenen Begrüßungsschreibell, darunter -das der Zionistischen Exekutive unb des Zionistischen Landeskowitees der B n k o w i n a sowie des D i r e k t o r i u m S d e s' K e r e n Hajesfod. In dem letzteren Wird daruf hingewieseli, daß gegenwärtig in allen Ländern eine große Keren Hajessod-Äktiou unternommen werde, um das Palästina-Budget für Pw nächsten drei Monate zu decken. Das Direktorium des Kereü Hajesfod rechnet bei Durchführung dieses Beschlusses ans die tatkräftige Mitwirkung der österreichischen Zionisten, um so mehr als sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Oesterreich stabilisiert haben und im österreichischen Judentum an Stelle der Parteikämpfe der Beginn einer Solidarität getreten ist. Deshalb gibt das Direktorium des Keren Hajesfod der Erwartung Ausdruck, daß die Aktion für derr Keren Hajesfod in Oesterreich das ganze Judentum erfaßen wird. Hierauf wurde, nachdem sich bei den Vorschlägen für die Wahl des Präsidiums des Parteitages, der bereits im Bericht unserer gestrigen Nummer erwähnte Zwischenfall ereignete, die Wahl des Präsidiums vorgenommen. Die vorgeschlagene Liste (President Dr. Jakob Ehrlich, Vizepräsidenten Dr. Otto Abeles, Ing. Ackermann, Dr. Morgenstern. Doktor T a r t a k o w e r, Löbel Taubes, Schriftführer die Delegierten Hauser, Herzberg. Lanezeuer, Rosenblatt, Schwertfinger) wurde per Akklamation ge« wählt. Präsident Dr. Jcckob Ehrlich darlkte in seinem und im Namen der übrigen Gewählten unk. wies daraus hin. daß für die gedeihliche Führung der Geschäfte utzd der, ganzen zionistischen Arbeit es notwendig sei, daß die Parteimitglieder einander Respekt entgegenbringen, auch wenn ihre Ansichten verschieden sind. Es gehe nicht an, daß eine Gruppe von Delegierten, wie es soeben der Fall gewesen sei, die einmütig gefaßten Beschlüsse des Parteigerichtes, welche inappellabel seien, nicht anerkenne und daraus ableite, daß der Parteitag illegal sei. Der Präsident gedachte sodann der T o t d n des Jahres, vor allem des verstorbenen Dr. Max Rordast, Prof. Alexander Maruiorek, des tödlich verunglückten Wiener Gesinnungsgenossen Dr. Max Sprecher und der drei eberifalls verunglückten Mitglieder der Hakoah Wolf, Heller und Fräulein Neu mann sowie des vor kurzem verstorbenen Dr. Josef S. Bloch, welcher wohl nicht in den zionistischen Reihen stand, jedoch stets ein unerschrockener Kämpfer für die Rechte des Judentums war nnd deshalb ein ehrendes Gedenken verdient. Ter Nachruf wurde vom Parteitag stehend atzgehört. Der Parteitag trat sodann in meritorischen Berhand nt unserem Blatte publizierten) Organisationsberichtes wies er darauf hin, daß, die gesamte politische Tätigkeit von der politischen Konrmission im Einvernehmen mit dem Landeskonritee geleistet wurde. Als politischer Erfolg sei die Bildung der Wahlgemeinschoft zu buchen, die nicht nur für die Landestätigleit, sondern agch für die Palästina-Tätigkeit in Znrnnst von großer Bedeutung stin könne. In den letzten Tagen sei durch die Jntcrvention des Gemeinderates Dr. Plaschkes in Angelegenheit der Münchner Judenausweisungen ein ansehnlicher Erfolg erzielt worden. Die Entwicklung der Organisation schreite vorwärts; dip Zahl der Schekel habe sich von 11.000 im Berichtsjahre 1920—21 auf mehr als 20.000 im gegenwärtigen Berichtsjahre erhöht. Die Schaffung von Sprengeln innerhalb der Bezirksseftionen hat das zionistische Leben in den Sektionen Am besten u.biwgstensf« kaufen Klaren im rSchiffmann II., TaborstraBe 48 Telephon 47-1-79 En gros En detail 1