Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1703 (10.11.1923)
- Date
- 1923-11-10
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1703 Men» Samstag Wiener Morgenzettrmg. 10. November 1923 Serie 7 Nichtige Grundgesetze der 9!aAon<Mouo»n>ie. Der Kredit der Nation crlbank diwfe niemals Kapital dauern b ersetzen wollen. Jnflations-nolen können allerdings vorhandene wirtschaftliche Güter ans beit Händen ihrer rechlmäßiigen Besitzer entlocken und durch die Schcingewinne der Inflationszeit be« wirken, daß sie unbemerkt ohne Ersatz auM-ehrt werden; ein solcher Prozeß fülM aber unaufhaltsam zur allgcmeiireu Verarm nutz der VolkSwirtischafl, wahrend unser Bestreiben auf Hebung des BolksweWandes gerichtet sein müsst. Die gestellten Anfgahen srst'.u vielsältiig und schwierig, aber nicht unerfüllbar; wir 'bitrfcit nur >.u unseren bisherigen Bemühungen nicht erlrchmen, sondern müssen weiterhin alle physischen and moralischen Kräfte für das GeiiMen des Sanierilngswerlcs einschen. Jnsbcsonders dürfe die'Wichttgstit des psychologischen Momentes des Vertrauens nicht außer acht gelassen werden. Vertrauen aber sei ein DoppMeyrifs, er umsgsse das Vertrauen des Auslandes zu uns, aber auch unser Vertrauen in uns selbst. Abschluß f ci* rumänisch - ungarischen Eistttbahnoerhandlungen. Wie uns aus Großwardein berichtet wird, Hab ' ,die gerutschte rumänisch-ungarische Kommission ihre Beratungen Ivegen Ausgestaltung des gegenseitigen Personen- und Giiterverkehrs abgeschlossen. Es wurden in dieser Richtung tvichtige Uebereinkontmen getroffen. So soll schon irr allerkürzester Zeit der Paketvcrkehr über Biharkcreszet^BiharPi'ispöki ausgenommen werden. Durch dieses Abkommen wird es möglich sein, daß in Wien oder in Budapest ausgeqcbene Po st Pakete in ztvei bis drei Tagen in Siebenbürgen an den Adressaten gelangen, tvährend der bisherige Berkehr über die Tscheche- Slowakei oder über Arad bedeuteird längere Zeit in Anspruch nahm. Ebenso wichtig für den Handel ist das weitere Mkommen, daß die Postverzollämter an den einzelnen Bahnstationen ihre Tätigkeit wieder aufnchmen, so daß die Kauslcute nicht mehr gezwungen sind, wegen der ihnen zu-- kommenden Postpakete sich beim betreffenden Zollamt cinzusinden. Di« Lage des konischen Textilmarkles. Aus Berlin wird ans geischribben: InsMge des nahem «Völlen Bersaaens des itznbmWmaM'.'s hielt die allyememe GchchÄstslosWeit in fast allen Zwergen des denUchm Textil- und Gckkl-tz.Iduwgs'giüwerbcs, die bereits seit geraumer Ze>ck zu beobachten ist. an und verstärkte sich innmer mähr. Der Export vemwa diüs?u Ausfall längst nickt ausM«stlchein. Der Absatz deutscher TexiAwarvu rtitlf dem WeMimavkt wird immer schwieriger. weil die deutschen FÄbvAcvte vielsach zu teuer sind; ihre Preis.' finiö durch die UlMirtschüMcken B-Mtungon infolge der zunÄM-enden Leevlv'lisßevt. der hohen Abgaibm, der Aritiid.nnpingwlle und desgleichen sowie wmen der beträchtlichen Risikovrämie, die heute bei der KMulMion der Ware auf stlder ProlduÄivns- Ttiife zuMchlbaigen worden muß. zum großen Teil weit über WÄltiinaMtcmd geistieOon. Manche Absatzgeibiete. die bisher die irsneston Kunden der deaMchen TeM- und BeiMidmigstndulstrve geist.llt halben, sind von der KondurrM'äudäitr« der Länder m>i!t stabiler Währung in zunchmeuldem.Maße srobeyt worden. Eine härvfige ErischvMlma smd die AnnultierunMn von AuArätten in- und ansilündischer Abnchmer. Der B>cschÄMumsiävad m den Spirmeveien. Wsbsrchen u-nd in der BMeidlUNgAindustvie hat sich infolgedessen n: den letzten Wochen erhEch verfchlechtert, ApbeiterenltLassunaen und KurrzaMit häber: tvevstr Mgenommren. Eine Gefahr für die AMiMige Entwickliuing der .deutschen DexKindustrie liegt auch darin, daß die. FalbrAen inisÄge der ungünstigen Wirtschaftlichen BerWitMssie aänÄich davon ablschen müssen, technische Verbesserungen im Betrieb vomunehmen, so daß die deutschen Text'iltnvlschmenfäbviben gegenwärtig hauptsächlich für die KonüuvveWiwdatstrie des AuÄdnIdes arlboibcin. Borhälltnisnmßiv am Wien befchäsM sind noch in - erster Linie die Kunstiseidmindustrie sowie ein Teil der WiMvaron-, insbesondere die Stvu>mpfmdm'ttzie. Ein großer Teil der Destellrmgen sind Lvhnansträige. Bei den Neummlstevungsn ist deutlich das Büsträben erkswndcrr. der gesunkenen, Kmchk-vast der deiutschen BevMemna durch Vemrveitiung villigcrer Materialien Nechnung zu tvagm. da der IiMmdSkoniinm die Preise für hochwertige QuÄlitötsirvare nicht mchr miiMüringon Vovnrag. So U viMrch in den Stoffkollektionen an Stelle d^r Wolle die BaMMvolle in Deribmdumig mit Kunßüwolle gstreten und äbsniso hat die KuinfOeide die reale Seide verdrängt. Ungarns Außenhandelsstatistik in de» ersten neun Monaten des Jahres 1923. Berichten ans Budapest zufolge wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 1923 26,3 Millionen Meterzentner Waren importiert und 7,2 Millionen exportiert. Der größte Alnportpoften ist das Holz mit 15,3 MillwMN Mebementner. 30,8 Prozent des gesamten Holzimportes erfolgte aus der Dschecho-Slowcckei. Es wurden ferner 6P Millionen Meterzentner Kchle. 7Ü1LOO Meterzerrtner Eisen, 572.600 Meterzentner Mineralöle impovtiert, wobei ebenfalls große Quantitäten aus der Tschrcho-Slowakri bezögen wurden. Die größte Exportpost ist das Mchl mit rnchr als einer MÄ- Ikon Meierzentner, dann .Kalkstein, Sand, Kiesel, Ziegel, Zeinent. Eisen und Cisenwaren. Ein Feldzug gegen die ungarische Kontermine. Berichten aus Budapest zufolge ist das Publikum wegen der letzten Baisse noch immer führ beunruhigt. Es verlautet wohl, daß eine langsame Erholnna der Börse bcreits eingetreten ist, doch ist die Unsicherheit noch immer groß. Es wird konstatiert, daß ntiancke Mtien 70 Pro«, ihrer Kurs« voim Monat August einge-, büßt haben. Ein derartiger Sturz könne durch nichts motiviert werden. Es Wivd die Forderrrnq nach einer Revision bei den einM>ln>en Meinlbau^n nm!d Börsenagenteu invmer lauter. Es wird behauptet, daß diese die ihnen als Depot anvertrawten Effekten den Kontremiueuren zu deren Spekulation zur Verfügung gestellt haben. DaS Börsenpnblikmn wurden also durch seine eigenen Depots kontevlninisvt und eS wu>rdvn ihm BevMe MgeOgt. Es ist die WbMi und die NachfovschuMsabreilung deS Innenministerrums bei einzelnen Börsenfirmen Novisionen vornehmen und auf Grrrnd der Depotscheine konstattrren, ob sich die Papi.'re im Depot befinden oder aber den Koutvemineuren zur Verfügung gestellt wurden. Es wird lerna gefordert, daß die Kontremineure straftechtlich veSfolgt werden. Gin diesbezügliches Gesetz müßte erst ans Grund der letzten Erfahrungen geschaffen tverden. ' AnSfuhr von Schaf- und Lammfellen aus Ungarn. Berichten aus Budiapest Wfolge vvrordnate die uugavische Re- Mevung, daß Schasivolle., ferner glügerbte oder rohe Schaf-, nvit ld^Walwibifälleii bis 30. I-ovvnvber Lolojetrusilands Lebensmiitelmrsstthr. Die AttienMs.ltsch'aft ExportNüb führte bis WM W. Oktober aus: Nach Dou'IsME 159.100 Donnen GetraiidepwdiiEte. nach Fr->nkv-ich 120.110 Tonnen, mach illoviorgen öl.083 Tonnen,, nach Italien 17-193 Tonnen, nach der Türküi 46.750 Donnen, nach Däuenrank 38.100 Tvmten. Z-Mefrestmgen in Menko. Um den Ausbau der Wasserkräfte >des Landes zu fördern, hat der Präsident von Mie^iko ans Anregiuw des vor kur.zcm abgchaltenen Kongreises mexikanischer Mun-i-ipa-lver-tMtungen verfügt, daß Nlaterialien, die für die Errichtung von. Wasserkrastanlagen bestimmt sind, wie Holz, Mctalldraht, Kabel. Blei, Eisen, Stahl, Rohre, Balken, Träger. Ton, Sand, Kalk, .Kohlenteer. Asphalt, Ziegel, Zement, Maschinen usw. von seder Zoll- und Einfuhrabgabe völlig befreit sind. Wiener Mrsr. Gebesserte Tendenz. Entgegen allen Befürchtungeiy haben die bayrischen Putschrreignisse auf die Börse fast gar keinen Eindruck gemacht. Die Meldungen 'von den anderen Börsenplätzen, wonach auch dort die Ereignisse mit aller Ruhe betrachtet würden, ohne daß ihnen irgend welche größere Bedeutung beigemefsen tvorden wäre, bewirkten, daß auch in.Wien sich dieselbe Auffassung gelterld machte. Viel mehr reagierte der Wiener Markt aus das sichtbare Bestreben der Banken, ihre Jnterventionstätigkeit fortzusetzen, um jede allzu starke Kursminderung zu vermeiden. Die Kontermine sah sich anläßlich dieses Vorgehens der Banken veranlaßt, ihr Tätigkeitsgebiet wesentlich einzuschränken und Decknngen vorzunchmen, aus Firrcht, irgendwie durch umfässeudere Aktionen' größerer Kapitalskräsre eingeengt zu werden. Andererseits mahnte auch die bevorstehende dreitägige Verk'.hrsnnterbrechung zu ■ größerer Vorsicht, weil die Baissespekulation der Ansicht war, daß sich die Berhältnisse in Deutschland, welche eigentlich den Anstoß zur flauen Stimmung der Börse in den^ letzten Wochen gegeben hatten, beffern könnten, zumal auch im Laufe des Verkehres aus telephonische Anfragen in Frankfurt und Berlin günstigere Meldungen einlangten und sich ans d.'r Sprache der englischen und aineritanischen Blätter gewisse Richtlinien zur Erledigung der Rcparationsfrage, eventuell mit Umgehung Frankreichs herauAzukriftallisieren scheinen. Außerdem spielte auch der Umstand eine wesmtliche Rolle, daß auf denr Martte nicht viel slmiantes Material zur Bensügupg stand, so daß der, verbesserten Nachfrage ein etwas schwächeres Anbot gegenüber war'. Bon den Kulis s ewe r t e n besserien sich österreichische .Kredit, in welchen sich ein lebhaftes Geschäft entwiMte, um 6500 K., Länderbänk waren nur 4000 K. höher. Die - tschechischen Kulisfewerte --tendierten auf bessere Situarihnsberichte ans Prag etwas höher, . .Skoda b.'sstrteu sich um 43.000 K. und Poldi um 40.000 Bon .denösterreichischenJrrdustriepapieren der Kulisse-ernräßigten sich Waagner um 4700 K., »Semperit mm 1500 K. Die -Ermäßigungen anderer Kulistepaplere - warewveWstnismäßig, minimat.. In vielen . Fällen betrugen sie bloß. 1000 K. 'r Im Schranken war das Ges-clmft äußerst gering. Bon den Transportwwten erholten sich Nordbahn um 800.M K., Leobeu-Vorderchberg-rr um 18.000 >K.-, Donan-Daurpfschiffum 20.000 K. Von Petwlenwerten - büßten Fanto 120.000 K., Schobnica 64.000 K., Wien-Flori-dsdorfer 5000 K. ein. 'Bon chernischen Werten waren Dynamit-Nobel mit 100.000 K., Brosche um 15.000 K. höher. Dagegen verloren Aussiger Chemische 50.000 K. Von den Baunnternchmutlgen -besserten sich Perlmooser um 130.000 K. und Wierrer Ziegel um 50.000 K. Es senkten sich Ziag n-nr 4000 K.. Unionbank um 5000 K. Bon Papieüverten waren Leykam um 90.000 K., -beiuricliStaler um 100.000 K. höher. Be.zugsrecht-e: OM.rreichifches Kr-oditmstitut 28.000 Kronen, Niederösterreichische Eskomptebank 17.000 K., Oesterreichi'sche HMbanl 4000 K.. optisches Glas UM. K., Szierszaer Montan 88.000 K.. Ofers und Bauer 2100 K., ungarische Waggon 3100 K., öster'r. Eifeirbahnverkehr 55.000.K., Jntag M0 K., ungarische Kreditbank 83.000 K. Auf dem Anlagcmarkte waren Silberprioritäten. und Goldrenten stark begehrt. - ' Von den Exoten notierten: Apollo-Film 51.000 bis 56.000, Erdöl 42.000 bis 46^000, Iriag 330.000 bis 334.350/ Mraznica 174.000 bis 180.000, Schubert u. Co. 16.000 bis 17.000, Univer'ale 56.000 bis 58.000. Wiener Waffen 21 800, Wieuer Warenbörse. ^Eigenbericht der „Wisner Morgenzeitung".) An der gestrigen Warenbörse herrschte Interesse für 2000 Kilogramm Blanc fix chenrlsch rein (Telgform) sowie für Paraffin; von letzterem Artikel - gelangten einige Mengen zum Preise von 7000 K. zum Verkaufe. A u s g e b ö i e n wurden: Aetzkali 88/92 zu 70.50 Schweizer;Franken pro 100 Kilogramm transit Paffau, Borax zu 9400 K. transit Wien, Chlorbarium kristallisiert Mehl 98/100% zu 4800 K. Wien, Chlorkalk 110/115 zu 2300 K. transit Wien, Lithopon Grünsiegel '30% zu 7440 K. transit, Natrinmsülfit zu 4600 K., Pottasche / 96/98 zu -8600 transit Wien, Salmiakgeist 0.910 zu4900KMien, Formaldehyd 40% zu 25.000 K. exklusive. Natronsalpeter raffiniert kristallisiert zu 7800 K. . O e l e u n d , F e t t e. Die Tendenz war in den nreisten Clattuügen flau, abgeschwächt haben sich Kokosöl I weiß um 900 K. auf 16.900 K., Kokosöl-Fettsäure 98/99 rnn 800 K. auf 15.200 K., Rüböl um 100 K. auf 13.7< 0 K., Elain sap.'um 700 K. auf 17.600 K. und Knochenfett .raffiniert 97,98% um 50 K. auf 13.350 K. Befestig t haben sich holländisches I „Wiener Morgenzeitmg". Leinöl um 300 K. auf 17.300 K., Schweines^, « pure lsrä) Faß« Packung pro 100 Kilogramm um 50 Punkte auf 37.35 Dollar transit Wien und in Kleinfäfferu um 600 K. auf 27.800 K. j Von Kolonialwaren erfuhren Veränderungen K a f i e e Santos Nrimes ist um 1000 K. billiger und notiert 40.000 N e i 8 Burma II 25% Bruch erhöhte sich um 100 K. auf 5400 K., italienischer Splender ff. ist um 100 K. billiger und nqtiert 6500 K. ebenso O. A. und notiert 6400 K. Zucker tendierte um 10 Punkte höher, Kristall notiert 3.40 tschech. K., AZürfel 3.65 tschech. K. ab Gren-e, sowie 9600 K.. respektive 10.200 K. (4tbO K.) frachtfrei Waggon Wien und 9700 K. (st- 100 K.), respektive 10.300 K. (st 200 K.) ab Lager Wien. Abgeschlossen wurde Kristall österreichischer Provenienz zu 9600 K. frachtfrei Waggon Wien. Leder. Die Tendenz war stau, Preise ließen um 1000 bis 5000 K. nach. Es notieren: Sohleisteder iBacheleder) 48.000 bis 51.000 St\ (— 3000 bis 4000 K.), Vacheleder Cronpous 72.000 bis 77.000 K>. s- 3000 bis 5000 K>), Hälse 37.000 bis 40.000 K. (— 1600 K.'), Aferu 26.000 his 29.000 K. s— 1000 bis 2000 K.). Loht erzen 70.000 bis 72.000 K.. Oberleder Boxkalf schwarz 17.000 bis 21.000 K. (- 1000 K.), I. Qualität und 15.000 bis 18.000 K. (- 1000 bis 2000 K.) II. Qualität. Me» gegen den 19. Oktober. N o h h ä u t e. Die^ Tendenz trug keinen einheitlichen Charakter, es wurden teils unveränderte, teils schwächere und auch festere Notierungen oukoenommen. Es notieren Kalbfelle ohne Kopf 31.000 (^), Rindsbäute 15.500 K. (-.2000 St.), Roßhäute 230.000 K. (=), Schaffelle 40.000 K. ist 2000 K.), Schafblößen 30.000 bis 32.000 K. f- 2000 bis 4000 K.), Kitzfelle 20.000 K. (---), Ziegenfelle 45.000 K. (- 2000 K.). Winter- Hasenfelle 16.000 K. (— 2000 K.), Rehfelle Sommer 45.000 bis 50.000 K. (im Durchschnitt st- 5000 K.), Gemsenfelle 60.000 Kronen (—). Zum öffentlichen Verkaufe gelangten laut Art. 311 de» H.-G.-B. Eisenwaren und Geräte zu 10,200.000 K. Zum öffentlichen Verkaufe gelangen am 14. d. «m 12 Uhr Holz, am 16. d um %11 Uhr Schusterpech, Lagermetall »nd Ofentiiren sowie zum exekutiven Verkauf am 13. d. um 12 Uhr 200 Kisten Sardinen (Port.). Baumwollmaüt. Slew-Vork» 8. November. Baumwollzusuhren in den atlam. und Golfhäfen 28.000, im Innern 16.000. Ausfuhr «ach Großbritannien 8000. nach dem Kontinent 11.000. Lokalmarkt middlinp: 34.55 (letzt. Kurs 34.50). Tendenz r Stetig. — Terminer November 33.90, Dezember 34.07, Jänner 33.68, Febrnar —März 34.-, Avril —Mai 34.07, Juni Juli 33.36, August 31.85, September 29.15, Oktober 28.20. Berliner BSrfe. Berlin. 9. November. Zu den sonst die Börse drückenden Sorgen gesellten sich heute die Alarmnachrichten aus Bayern. Da aber nach den vorliegenden iveuesten Berichten die von der bayrischen Regierung eingeleiteten Gegenmaßnahmen^ die' Hoffnung auf einen baldigen Zusammenbwlch des Hitlev-Putsches Zulassen, wurde die Börse hiervon nicht wesentlich beunruhigt. Maßgebend für die Gestaltung der Tendenz blieb vielmehr die Währungsfrage u::d die verstärkte Geldknappheit — es werden Sätze von 8 bis. 10 M-ozent und vereinzelt auch von 50 Prozent für täglich kündbares. Geld verlangt, die auch bezahlt worden sein sollen. Die Haltung war daher auf der ganzen Linie schwach und der am Mittwoch einsetzende Abbcnl der anscheinend doch über das. berechtigte Maß. in die Höhe, getriebenen. Kurst fetzte sich fort. Die Rückgckrge entsprachen aber nicht den gestern -gehegten Befürchtungen und erreichten nur bei den. führeniden Papieren ein Viertel/bis ein Drittel des Mittwochstandes. Die übrigen Verluste bewegten sich im Rahmen von einigen Billionen Prozenten. Ganz vereinzelt waren aber auch Kurserhöhungen festzustellem Immerhin blieb die Stimmung unsicher und die Haltung war weiterhin abwartend, so daß das Geschäft einen größeren Umfang nicht erreichte. Die rückläufige Kursbewegung hielt' auch im Weiteren Verlaust an, da die vorher erwähnten hohen Gekdjätze ein weiteres Durchhalten von Kwditpositionett nicht ratlich erscheinen lassen und auch Ware in zunehnienvem Maße z:m: Verkaufe gelarrat, die bei der vorherrschenden Zurückhaltung nur zu ermäßigten Preisen Aufnahnle sindet. Die Devisenpreise wurden bei unveränderter Zuteilung ans dem gestrigen Stande notiert. (Alle? in Diilliarden von Mark.) Dollarschatzanweisungen —. Schlußkurse: Türkische Lose 20.000, Oesterr. Staatsbahn 10.00g, Nordd. Lloyd 6000, Ver. Elbeschiffahrt 4000, Berliner Hmrdelsgesellschaft 14.200, Kommerz. PÄvatbank 2250, Darnrst. Bank 4300, Deutsche Bank 6500, Diskonto- Komnrandit 12.000, Dresdner Bank 2500, Natioualbank für Deutschland —, Oesterr. Kredit 560, Oesterr. Länderbmk —, ReichSbank 6000, Wiener Bankverein 400, Wr. Unionbank 675, Mg. Elektrizitäts-Gesellschaft 5600, Bochumer Gußstahl —, Daimler Motoren 2500, Deutsch-Luxemburger 42.000, Deutsche Waffen u. Munition —.—, Dynamit Nobel 7000, Felten u. Guilleaume 47.000, Gelsenkirchener Berg. 37.000, Tb. Goldschmidt 8000. Harpener Bergbau 52.000, Hirsch Kupfer 29.900, Höchst. Farben 7500, Hoyenlohe-Werkr 15.000, Laurabütte —, ManneSmannröbren 14.000, Phönix Bergbau 27.000, Schuckert u. Co. 21.000, Siemens n Hälske 22.000, Telephon Berliner 5250. Prager Börse. Prag, 9. November. Da es nvrt Rücksicht aus die aus Wien vorliegenden schwachen Tendenzberichte und die Ereignisse in Deutschland zu Realisationen kam und die Mehrzahl der Deckungskäufe bereits gestern getätigt wurde, vermehrte der Markt in schwacher - Haltung und nur ganz vereinzelt konnten sich gegen Schluß Befferungen durchsetzen. Sehr matt lagen Zucker-, chemische und Banwerte. Erheblicher gaben nur Ersen- und Maschinenaktien in: Kurse nach. Auch in der Kuliffe setzt» sich die rückläufige Bewegung fort. Transvortwerte konnten : sich mit Ausnahme der Nordbahnaktien befestigen. Banken bekundeten bei geringen Umsätzen eine freundlichere Tendenz. Die Wiener Banken stellten sich niedriger. Der Anlagemarkt sprach , sich fest aus. Der Schluß war schwach. S ck! u ß k u r s e: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —, Böhm. Unionbank 435.—, Böhm. ESkomptebank 433.—, Böhm. Jndustrialbank 484.—, ZivnostenSka Banka 430.50, Anglobank 166.—, Oesterr. Kredit 132.—, Wiener Unionbank 134.—, Wiener Bankverein 83.—, Bnschtiehrader Eisenbchn Lit. A 596.—, Bit. B 230.—, Ferdinands-Nordbahn 9500.—, Prag-Dnxer 208.—, Aussig-Tepliher Eisenbahn 1200.—, Nestomitzer Zuckerindustrie 1680.—, Vereinigte Elektrizität Wien 172.-, Brosche 1565.-, Koliner Spiritus 1410.-, Königsbofer Zement 1380.—, Breitfeld-Danek 552.—, Ringboffer 768.—, Simmeringer 157.—, Rotbkosteletzer Textil 953.—, Alpin- Montan 804.—, Poldchütte 460.—, Prager Eisen 1042.—, Oesterr Berg «. Hütten 2760.-. Skoda 570-, Znwald 536.-. Budapester Börse. ' Budapest, 9. November. Die Börse verkehr st zu Beginn vollkounnen geschäftslos. wobei die Grundstimmnng unverändert flau war. Aus Wien lagen auch heute Ilrbitrageabgaben vor, die einen ständigen Druck aus die Kurst ausübtcit! Die Prolongation brachte rbensalls viel Ware auf de» Markt, jo