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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-09 · Heft 1702 (9.11.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1702 (9.11.1923)
Date
1923-11-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6etf 6 ' Mett, Freitag Dundestheaterverw.. t mug für Auslandsgastspiele. Gruder- Guntram, und dem Direktor der Staatsoper. Franz Schalt, flcfüfyct wurden, wurde das Londoner Gastspiel der Städtsoper in den Grundffügen festgole-sit. Das Gastspiel soll neun Wochen -dauern; ztveihundert Äfitglieder der Staatsaper unter Führung von Dr. Richard Strauß und Schalk tverden an dem Gastspiel teilnehmen. Die finanzielle Sicherstellung wird durch ein Londoner Komitee, an dessen Spitze Mr. Goldman stcht. und durch die Gruder- Guntram-Gesellschaft erfolgen. Die Detailberatungen werden innerhalb der nächsten Woche zum?lbschluß kommen. Die Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst in Wien veranstaltet« unter Mittvirknng der Kunsthandkmg, Gustav N e b e h a h eine Ausstellung von Werken des Bildhauers Georg Kolbe im Theseus-Tempel (Volksgarten). Die Ansstellung bleibt bis 30. d. täglich von 9 bis 4 Uhr geöffnet. Eintrittspreis 6000 K., für Mitglieder der Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst in Wien unentgeltlich. „La Gareonne" in Budapest verboten. Aus Budapest wird uns berichtet: Der aufsehenerregende Roman Viktor Margeruit tes ,/La Gareonne", der bei seinem lErscheinen in Paris so große Diskussionen herdorrief und den Autor um seinen Ehrenlsitz in der Ehrenlegion brachte, wurde von dem ungarischen Schriftsteller Nikolaus Kalay ins Ungarische übersetzt. Der ungarische Prefseanwalt fand das Werk fcdoch zu anstößig und erhob gegen den Uebersetzer die Anklage de§ Preßvergchens gegen die Sittlichkeit. Bei der gestern in Budapest unter Ausschluß der Qe-fientlichkeit durchgeführten Verhandlung wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 20.000 ungarischen Kronen verurteilt. Ein neues Stück, von Georg Kaiser. Im Berliner Lustspielhaus brachte „Die Truppe" cm neues Stück von Georg Kaiser, „Nebeneinander", zur Uraufführung. Bei einem Pfandleiher wird ein Frack verseht. Er findet in der Fracktasche einen Briefs der ihn in die größte Erregung versetzt: Dieser Brief beschwort nämlich ein Mädckien. sie möge den vngedrohten Selbstmord aus betrogener Liebe nicht begehen. Nun muht sich der Pfandleiher, die Adresfatin des Briefes ausfindig zu machen. Es gelingt ihm nick: trotz verzweifelter Versuche — dafür gerät er aber mit der Polizei in Konflikt, weil er die Bedingungen der Pfandleihkonzeffion nicht eingehalten hat. Er wird brotlos,, wird irre an der Gerechtigkeit und tötet sich durch GasvergrfMuq, wobei er seine Tochter in den Tod mitnimmt. Das Mädchen hingegen, um das er so menschlich bekümmert war, hat sich längst mit einem anderen getröstet. Bor seinem Selbstmord glaubt der Pfandleiher „für einen frrurden Menschen sich auf den Wog gemocht zu haben". Das neueste Werk Kaisers, von Bertold Viertel inszeniert, hatte sehr starken Publikumserffolg. Zangwill über das jüdische Theater. Israel Zangwill, der gegenwärtig bekanntlich in Amerika weilt, wohnte einer Vorstellung von Zulawskis ,/Sabbatai Zwi" im New-Aorker Jüdischen Künstlerlheater bei. Nach der Vorstellung wurde ihm zu Ehren ein Bankett gegeben. bei welchem Zangwill eine Ansprache hielt. Zangwill sagte, daß der englischen Bühne in New-Aork jeder , Sinn __ für Poesie und Geistigkeit mangelt, toährend die Jüdische Bühne mit Geschmack und Kultur die dramatische Kunst pflege. Bedauerlich sei aber, daß viele gut« Repertoirstücke der Jüdischen Bühne, wie das Drama „Sabbatai Zwi", von Nichtfnden stamme. Tschechische Theaterkunst. In Prag ist man außerordentlich bemüht, die tschechische Theaterkunst zu pflegen und zu fördern. Demnächst wird ein The ater Muse um gegründet weiden, welches Sammlungen aller historischen Erinnerungen enthalten soll, die mit der Entwicklung der nationalen Bühne und mit den fichrenden Persönlichkeiten derselben verbunden sind. Das Archiv des tschechischen Nation« ltheaters wivd zu diesem Bchufe einem gründlichen Studium unterzogen. Tschechische Künstler und Mäzene stellen aus ihrem Privatbefitz für das Museum reiches Material zur Verfügung, insbesondere historische Kostüme und Dekbrationsgegenstände. Andrejews „Die Tage des Lebens", ienes Stück der .Hoffnungslosigkeit des russischen Lebens in der Zeit des zaristischen Absolufismus. das von der Wilnaer Truppe in Wien so außerordentlich wirksam gespielt wurde, erscheint jetzt auch in deutscher Uebersetzung von Karl Ritter auf der deutschen Bühne. Es wurde dieser Tage im Berliner Renaissancelheater zum ersten Male gegeben und erzielte tiefgehende Wirkung. Aus den Theatern. Durgth eater. Morgen, 7 Uhr, „Einen Jur ro i l l e r sich mache n". Akademietheatrr. Morgen, '/,8 Uhr, „Wölfe in der Nacht". ^Volksoper. Heute, neu eiustudiert, Humperdiucks „K 8 n i g s k i n d e r". Dirigent: Direktor Weingartner. — Morgen „Die Götterdämmerung". Im Raimund-Theater führt die Wiener Kammeroper am Sonntag den 11. d., Vs3 Uhr nachmittags. erstmalig „D i e B o h e m e" von Pucrini auf. Im Neuen W i ener Stadttheater findet heute die 60. Aufführung des Melodrams „Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler" statt. An der R e n a i s f a n c e b ü h n e beginnt die heutige Erstaufführung des Volksstückes „M a g d a l e n a" von Ludwig Thoma, mit welchem Jlka G r ü m i n g ihr Gastspiel beginnt, präzise Vs8 Uhr. An der Neuen WienerBühne findet heute, 7 Uhr, ,im Nahmen des Baffermann-GastspieleS eine Aufführung von Absens „Wildente", mit Albert Baffermann als Äjalmar und mit Else Bassermann als Gina, statt. Im Apollo-Theater findet heute, präzise >/,8 Uhr, die Premiere des Russisch-romantischen Th ckat e r S statt. Zur Aufführung gelangen: „B o j a r e n h o ch- »rit", „Gudals Festgelage" und „L e s Milli o n S D'A r l e q u i n". Gerichtssaal. Ae Raffenkomiidie. Der famose von dem glücklich verflossenen Waber in drc Optionspraxis und in die ihr willfährige Gerichtspraxis des Berwaltungsgerichtshofes eingeführte Rassennachweis wächst sich zu einer Komödie aus. die selbst dem sonst so braven Verwaltungsgerichtshof zu bunt wird. Die famosen Optiorrsentscheidungen unseres Bundesministeriums für Inneres ergeben l-änfig die Tatsache, daß leibliche G e s ch w i ft e r oder Eltern und Kinder dank den hochweisen Entscheidungen Des den tfchuat tonalen Mimsteriialresiorts für pvafiische Tschechew- und Judenfresserei plötzlich entdecken müssen, sie gehörten verschiedener Rasse an. Dies spielte sich unter anderem auch bei den zwei tschecho-ftowakischen Staatsangehörigen, den Brüdern Galander, ob. von denen einem die Optron bewilligt, also _ Wiener Morgerrzertung. ' - Mitteilungen aus dem Publikum. Kultus-uJustiz-Talareu. Barette •ilialton As vorrätig oder nach Mase bei der bekannten Spozlalfinna RUDOLF GOLDSTEIH, LLLL'^L Qroam Lager felaar Stoff* fSr Maubeateltungen Tel. 4Ö-6-29 WIEN, II. TABORSTRASSE S4 ***« -i- Rind- und Kalbfleisch» eigener Schlachtung In allerbester Qualität und xu billigsten Preisen bei Jakob Mantner II., Wolfgtmg- Schmllzlg. 30 Z II., Leopoldsgasse 31 « II., Czernlngassa L i»5» £ II., Schrotsberggasse 1 da ohne Aegie MM ZchafwoMvjfe kLSÄW Spf zialartikel: Winterrock-, Raglan- und Velourstoffe I ahln n gser leicht er« ng '•r ,ors Fosef ManMin & Sahn. II. Schmelzgaffe 4 'leltphon 41-0-43 M Samstag g«*cftlo4*&' sein Nachweis, daß er zur deutschen Rasse gehöre, als erbracht angesehen wurde, während das Optionsanfuchen des Emil GaIander abgewiesen. er also als nicht der deutschen Rasse zugehörig betrachtet wurde. Auf diese Lächerlichkeit wies Emil Galander in einer Eingabe an das Waber-Fran>k-Miuisterium hin, welches jedoch in seiner von keinerlei Sachkenntnis getrübten Findigkeit dekretierte, der Nachweis Mt Raffenzugehörigkeit müsse in jedem einzelnen Falle erbracht werden und daher dürfe sich nicht ein Optant auf den anderenberufen. Galander brachte nun die Beschwerde an den Verwaltungsgericht Hof ein und wies darauf hin, daß die Zugehörigkeit zu einer Rasse doch nur durch Abstammung und Blutsgemeinschaft nachgewiesen werden könne. Das freie Ermeffen der Behörde dürfe nicht zur Komödie ausarten. Es bedeute eine Verletzung des Anspruches aus gleiche Behandlung vor dem Gesetz, wenn einem Bruder die Zugehörigkeit zur deutschen Rasse zngesprocheu, dem anderen aberkannt werde. Der Derwaltungs- «nrichtshof gab der Beschwerde Folge und hob die angefochtene Entscheidung wegen mangelhaften Verfahrens auf. da ein vom Beschwerdeführer ■ vorgelegtes Beweismittel nicht gehörig gewürdigt wurde. Ser tapfere Slöserwerfw. Nach einer Praterversammlung der nationalsozialistischen Frontkämpferjungen zogen etwa 300 Bursche gegen die Innere Stadt und es gelang ihnen, in die Rotenturmstraße zu kommen, wo sie mit dem Rufe „Juden hinaus" ins Cafe Habsbttra eindraitgen. Mutig stürzten sich die Recken auf die —- Wassergläser, welche auf den Tischen standen, und warfen sie wehrhaft wuchtig zu Bodcnr. Diese machtvolle Demonstration hatte, da die Helden Prügel bekamen und auch die Woche einschritt, bald ein Ende. Gestern hatte sich nun einer der Helden, der 20jährige beschäftigungslose Wilhelm Vogel, vor dem Strafbezirksgericht 1 tvegen boshafter Sachbeschädigung zu verantworten, weil er von einem Wachnrann dabei betreten wurde, wie er Gläser warf. Bei der Verhandlung war der Tapfere natürlich nicht geständig, sondern log, ein Kaffeehausgast habe, - als er forteilte. Gläser vom Tische gestreift. Die Wachleute.straften durch ihre bestimmte Aussage, daß Vogel zu den, Gläserwerfern gehört habe, seine mutige Verantwortung Lüge. Richter- (zum Angeklagten): Wollen Sie angesichts dieser Aussagen nicht lieber ein Geständnis ablegeu? — Seien Sie doch nicht, so feig'., — Der Richter verurteilte den Angeklagten zu drei Tagen Arrest und hob als erschwerend hervor, daß der Angeklagte mit einer größeren Anzahl von Burschen in das Kaffeehaus eingedrungen sei und daß das Verhalten derselben geeignet war, die öffentliche Ruhe, und Ordnung' z ü g e s ä h r d e n. Der Angeklagte erklärte, die Strafe' anju* nehmen. „Edelstahl" im „Neuen Wiener Tagblatt". Im „Nrpen Wiener Tagblatt" stand eines Tages unter den „Kbrrespondenzen" folgende Ankündigung: „Ingenieur sucht Lebensgefährtin unter „Edelstahl". Es meldeten sich mehreren.heiratslustige Mädchen und Witwen und der Inserent setzte.sich mit einigen in Verbindung. Wer war nun dieser „Edelstahl".? .Ein 46jähriger Buchhalter Namens Emil S ch r a tz e n t h a l er, verheiratet, Vater von vier Kindern. Die Private SQ^apic. K. gab ihm nach kurzer Bekanntschaft vertrauensvoll acht.' Millionen Kronen fiir Beteiligung an einen: Ziegeieigssschäst".! piiie, Witwe Namens Kamilla P. drei Mllioneu. Auf ein n^eß. Inserat meldete sich die heiratslustige Anna H. Sie stgh,dem. „Edelstahl" 60 Millionen, die sie als Darlehen auf chren 'Häusantell ausgenommen hatte, zum Ankauf von Möheln für. t^n. zu, gründenden Hausstand. Das Paar firhr nach Salzburg. ■ wo Schratzenthaler. angeblich eine billige Einkaufsquelle'wußte. Allein er kaufte dort nichts und nach der Heimfahrt bericht-,re, er der entsetzten Braut, das ganze Geld sei ihm währerrd .der Eisenbahnfahrt nach Wien gestohlen worden. Längere Zeit blieb er dann verschollen. Als ihn die Polizei, bei welcher die Betrogene die Strafanzeige erstattet hatte, endliich am '-Attersee aufipürte, waren die ganzen Millionen futsch. Herr Edelstahl hatte mit Frau und vrer Kindern etliche Wochen sröhl-ich trnd beschaulich auf dem Lande gelebt Vom Attersee wanderte der gewissenlose Heiratsschwindler ins Untersuchungsgefängnis und gestern wurde er den Schöffen aus der Hast vorgeführt. Der kleine, dicke Mann mit blondem Spitzbart und kugelrundem Bauchlein wurde nach längerer VerhaMüng des Verbrechens des Betruges und der Veruntreuung für schuldig erklärt und zu zweieruhalb Jahren schweren Kerkers sowie zur Gutmachuug des der Marie K. und der Airna H. zngefügrrn. Schadens verurteilt. S. vkovemver IM Wv. litt Volkswirt. Gestempelte Krone --- 0.0078'/- ffenttmer. AnrMnng Me» --- 0.0079'/, krntimer. <4« QfirMt nntlfrle Rrtt 7.A11. In Zürich notierte 8./11. 7./11. die österreichische Krone ...... 0.0079*/» 0.0079*/* die österr. gestempelte Krone . ^. « 0.0079*/* 0.0079*/, die tschechische Krone.. 16.45 16.42*/, die Mark ...... pro Milliarde Holland 917.50 217.75 Netv-Dork 564 — 568.25 London ...... ¥ % « . . 25.08 25.10 Paris .... ....... 82.20 82.22 Mailand ...... 24.Y2 24.95 Belgrad.. V »'•«••••«* . 6.52*/, 6.50 Bukarest . * « •!•;* . « 2.77 2.70 Sofia ........ « * 5.05 5.15 Budapest .... * » * «1» ... 0.0806 0.0805 Ne wirtschaftliche Lage Sesterrerchr. Der neunte Bericht des Generalkommissärs Dr. Zimmermcyt. In seinem gestem veröffentlichten Bericht ay den Völkerbund, welcher die Wirtfchaftsperiode vom 16. August ViS 1'. September umfaßt, spricht sich Dr. Zimmerman neuerlich sehr optimistisch über das Genfer Sanievungswevk und die Dnrchführunig des Resovmprogrammes aus. Im ersten Halbfahr wurden 600 Mlliavden gegenüber den Vorarvschlägen der provisorischen Delegat-ion erspart. Die Ausgabeziffern für das ztveite Halbfahr find ebenfalls erheblich niedriger als im Finanzprogramm vorgeschen ist. NeHer die wirtfchafkliche Lage führt der Bericht folgendes aus: Im großen und ganzen kann man sagen, daß sich die wirtfcha-fllicheu Voraussagen des Genfer Programms voll verwirklichen. Die Wiedecherstell'.tng des BertrMens, die Gesundung der öffentlichen Finanzen und die Stabilisierung der Währung ■ haben -tatsächlich eine günstige Stimmung erzeugt, in welcher sich die Hilfsgttellen der privaten Wirtschaft entwickeln können. Wien hat seine Stellung als, großer Finanzplatz wieder getvonmn: der private Kredit hat auS der Wiederherstellung des ösfen'Mchen Kredits Nutzen gezogen; die ftabrlrsierte Krone, diese neue Währung Oesterreichs, flößt sowohl im Inland als auch im Ausland Vertrauen ein. Dve geographische Lage Oesterreichs ist übrigens em Faktor für das Gedeihen dieses Landes. Vom nationa-len Standpunkt <nts hat die Stabilifievung der Krone die Wiederinstandsetzung des rollenden Materials, die Petroleum- und Kohlenkäufe usw. bedeutend erleichtert. Was den internationalen Verkehr betrifft, so bietet die Stabilisierung der Wahrung unstreitig große Vorteile. Direkte Trcmfitscheine, einfache Abrechnungen sind möglich, seitdem der Wechselkurs der gleiche geblieben ist. ES würde eine weitere Besserung zu konstatieren sein, wenn der WechseRurS gewisser Nachbarstaaten Oesterreichs stabilisiert werden könnte. So ist es bis jetzt nicht gelungen, die Nochnchmeffendungen wickder einzüjBhven, welche für den internationalen Handelsverkehr von so großer Bedetttung sind. Die Folgen machen sich auch in der Frage der Errichtung oder Wvedererrichtnng gemeinsamer Grenzbchnhvtfe benretckbar, die wegen des raschen Grenzübertrsttes so wünschenswert wären, aber schwer zu errichten sind, so lauge der Unterhalt der Beamten in dem Lande mit stabilem Wechselkurs zu große Kosten für die Länder mit entwerteter Währung mit sich bringt. Für den internationasen Verkehr ist hinsichtlich der Reisenden eine Vereinfachung dev -Zollformalitäten zweifellos wünschenswert. Eine Konferenz, welche im Oktober unter Führung des Völkerbundes in Genf stattfindet, wird sich von allgemeinen Gesichtspunkten aus mit dieser Frage lieschästigen. Beint Warentraufitverkchr liegt ein wichtiger Grund für die Verspätungen in der Beförderung in d« unzulänglichen Zahl der internationale« Lastzüge. Eine -Beschleunigung durch Erweiterung des Waren« transporMeNste^ wäre nur nach einem wirtschastlichen Auf« fchwung in Europa möglich. Unterdessen schreiten die Reorganifationsmaßnahmen allmählich fort, und Oesterreich wird feMrs-eits gelviß. in der Lage fein, m der Zukmtft eine Vevkchrssteigerung helMtigen zu können. Als einen unmittelbaren Erfolg habe ich bereits die bevorstehende Ratifikation des Südba>hnübereinkmnmens erwähnt. Dieses Uebereinkommen sieht das Inkrafttreten eines besonderen Abkoumtenß über den Verkehr aus den in Oesterreich, Ungarn, Jugoslawien und Italien gelegenen Linien dieser Gesellschaft vor. Auf diese Weise wird der Verkehr in diesem Teile -der ehemaligen österr-eichifchen-ungardschen Monarchie bedeutend erleichtert werden, womit einer der Grurchfatze des Uebereittkvmmens von Portorose zum Teil verwirNcht sein wird: Me Gewinne, welche der Transitverkehr, die Kommissionsgeschäfte des Handels und die Banktransaktioncu tragen, können unbe--, streitbar das sichtbare Defizit de-ckey, das die Ein^ und Ausfuhrbilan.z noch.immer aufweist. Aber dieses Defizit selbst kann vermindert werden. Es handelt sich darum, daß die österreichische Produktion durch Wirtschüstsülbereinkomnten ihre normalen^ Ausgangswege wieder findet. Es handÄt sich auch darum, darüber zu wachen, daß die Last, welche ans ihr ruht, ihr nichtden Wettbewerb mit den gleichartigen Industrien des Auslandes nnnwglich macht. Eine Zahl von Industrien ist. in steigender Entwicklung begriffert./Errdlich kann die Einfuhr durch wirtschaftliche Verwertung ^es Landes sicherlich verntiudert. werden. Unter!den Fragen wirtschaftlicher Natü-r, welche jeden interMereu müssen, der sich nfit dem -Wie-ergufbau Oester-

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