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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-07 · Heft 1700 (7.11.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1700 (7.11.1923)
Date
1923-11-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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txm v Men, Mittwoch Wiener Morgenzettung 7. November 1923 Nr. 1700 Berelne, Bortriige «ad Versammlungen. Zionistische B e z i r k S s e k t io n XII. XIV, XV. Dörgen, 7,8 Uhr, im Saale des VcreinSliause?, 7v:c;i. X.V., Herklotzgasse 21, Vortrag des Hern: Adolf B ö h “tu, Dirrlwr 'des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds in Va?.'!'''!!>-,,, über Einwanderung und 8k v l o n i s a t i o v. ' 1 «* st i n a s. — Zionistische Sektion Zwischen- -rücken. Einschreibungen für die hebräischen Kurse Montag und Donnerstag von V»8 bis l/*9 Uhr abends im Vereinslokale, XX., Allerheiligenplatz 17. - Verein T i k w a t h I ch u b (i, VIII. Bennoplatz 1. Heute, präzise 8 Uhr abends, Literarischer Abend. Vorlesung Anton A m o n (Deutsches Volkstheater): Humoresken bekannter Antoren. Anschließend Tanz. — V e r e i n s ü r jüdische GeschichtenndLiterat u.r i n W i e n. Morgen Donnerstag im Sacile des Jngmieur- und Architektenverein?, I., Eschenbachgasse 9. Vortrag detz Herrn Profeffor Dr. Samuel Krauß: D r. I o s e f B l o ch als Gelehrter und S ch r i f t st e l l e r. Beginn 7 Uhr. Eintritt frei. Gäste willkommen! — JüdischeTischgesellfchaft „Landftraß e". Heute, 7z0 Uhr abends, im Eafe Ilion, III., Lowengaffe 89, Vortrag Dr. Erich Mose 9, Berlin: Die Bedeutung des Aufbaues Palästinas. Gäste willkommen! — Die Volksbibliothek Zion, II., Glockengasse 30, übertäß: ihre Lokalitäten gegen kleinen Regiebeitrag an Vereine ffir Heimabende, Versamnllmw.'tt usw. nach vorhergehender FDinngnahme mit dem WirtschastSrrrerenten. Um 7 Uhr abends wichtige Sitzung. Urania. Heut?, G roßrrSaal, Va3 Uhr :? düleroortrag: Nitterleben; fr ritz und seine Freun.de; Igel nn^ Hase; Straßenbahn. 5 Uhr: Nanuk der Eskimo. — K n r 9 f a u l, */a6 Uhr: Regierungsrat Profeffor Rudolf L a r i s ch: Unterricht in ornamentaler Schrift. I. — K l e i n e r S a a I,, 7,6 Uhr: Direktor Kar! Liebleitn er: Deutsche Volkslieder für Daheim und die weite Welt. II. -- K l n b l a a l, 6 Uhr : Universitäts-Lektor Ferdinand M a t r a S : Vortragskunst. X. — Kurssaal, lifl Ubr : Oberstleutnant Edmund G l a i s e - Horst e n a u : Politische und militärische Geschichte des Weltkrieges. VI. — G r o ß e r S a a l, 7-8 Uhr: Dr. Josef B e r g a n e r: Altwiener Theater; Der Diamant des Geisterkönigs; Ter Bauer als Millionär; Zwölf Mädchen in Nniforrn: Ter Unbekannte; Frühere Verhältnisse. — K l e i n e r S a a l, l/sS Uhr: Hermann B i r k e l: Das Ländle vor dem Arlberg. — K l uds a a l, 7-8 Uhr : Dr. Richard P l a t i e n st e i n e r: Der Gottsucher aus Alpl. — K u r 8 s a a l, 8 Uhr: Landesschulinspektor Hofrat Dr. Anton Becker : Geographische Verhältnisse Niederöfterreichs und des Burgenlandes. IV. — L e h rf aal II, 8 Uhr: Ing. Josef Mieg!: Die Pfadfindern! als ErsiebungSsystem. l. — Mikroskopier s aal, 8 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Han? L e i t m e i e r: Uebungrn im Bestinrmen von Mineralien nach äußeren Kennzeichen, lll. — Morgen, G r o ß e r S a a l, 7-8 Uhr abends: Lautenlieder-Abend, Lona und Edmund Foltermayer. Zu gleicher Stunde spricht im Kleinen Saal Prof. Dr. Wolsgang Pauker über „R ikol 3bnrgund das s ü d mähris che Land/ Bühne und Kunst. Rezuicek „Holofernes". (Von unserem Berliner Mitarbeiter.) Aus Hebbels Judith-Drama har Reznicek, an mancherlei theatralischer Gelegenheitsarbeit der letzten Zeit zum Praktiker gewandelt, sein mues Opernbuch gewonnen. Wollte der getreue Strauß-Ädcpt auch seine Salome haben, da nun einmal das Köpfen musikalische Brauchbarkeit erwiesen hatte? Wie dem auch sei, sein Griff war gut und sein Schnitt desgleichen. Er rodete in Hebbels Szenen, kappte manchen Strunk aber auch manchen schönen Baum, und es verblieb ein sehr reduzierter Hebbel. Aber seltsam, die gerupfte Dichtung erwies sich stärker als das musikalische Kleid, das über ihre Blößen geworfen wurde. Sie leuchtet durch, hält und tragt das Interesse. Der Musik bleibt die illustrierende Rolle zugewiesen und kaum jemals gewinnt sie das Uobergewicht über Wort und Szene. In so bescheidener Funktion leistet Reznicek alles, was zu leisten ist, aber er kann auch mehr, und es gab bei diesem Stofs reichlich Gelegenheit, dies zu erweisen. Diesen Gelegenheiten ist er leider ausgewichen. Ms Resultat ergibt sich eines jener nützlichen Merke, deren das Opernrepertoär immer bedarf. Es fft genügend Spannung da, um in der kurzen Spieldauer der drei Bilder das Interesse zu fesseln. Es ist da: die Prachtvolle Holofernes-Szene, der eigentliche &:rn des Stückes, und mit ihr «ine Rolle, die wohl dauernder Besitz aller Heldenbaritone bleiben wird. Michael Bohnen formte ihr Urbild und war außerordentlich, unvergleichlich. Ein königliches Raubtier, strotzend im Fleisch, von Gold und Purpur gleißend, Stahl in den Pranken, die umarmen und morden, stählern das Organ, mit dcm es den Gott ber Juden höhnt. Selten hat ein Darsteller dieses Formates die Operndiihne betreten. Ihm zunächst trug Leo Blech die Ehren des Abends. Nach seinem Scheiden aus der Berliner Staatsoper leitete er cm seiner neuen Arbeitsstätte, dem Deutschen Opernhaus«, diese Uraufführung und erwies sich als der rechte Mann, um Berlin eine zweite Opecnbichne von Rang zn geben. Der Komponist wurde gefeiert. Es gM mehr dem geglückten Ganzen als dem eigentlich Musikalischen an sich. Die Technik der Partitur läitift in betretenen Bahnen. Die Heb'belschen Satzfügungen, in gutklingenden Deklamationston übersetzt, bleiben zuweilen im Sprechgesang haften, haben ihre volle Auflösung in Musik noch nicht vollendet. Auch die Chore zeigen naturalistische Behandlung, allerdings nicht zum Schäden der dramatischen Wirkung. Wo die Musik sich aus-' breiten könnte, wie in den Zwischenspielen, begnügt sie sich mit exotisch-kriegerischen Fanfarenklängen. Einzig in der Ausmalung von Tan; und Trinkgelagen verspürt man musikalisches Eigenleben und hier ist in Themenführung und -Steigerung ein fesselnder Eindruck geglückt. Daß der Musiker von Geschmack und Kultur im übrigen stets die richtigen Akzente zu setzen, die grellen und dir geruhigen Farben wohl zu mischen und zu verteilen weiß, konnte bei Reznicek nicht überraschen. Die Sänger werden ihm dankbar sein für die lockenden Aufgaben der Judith und des Holofernes. Und das Publikum desgleichen, wenn sie diesen Aufgaben gereckt werde». Für den Rost hat Hsbevl schon lange gesort. Dr. Konrad MarÜ. Mitteilungen aus dem Publikum. Schuhwarenhaus "Äf Herren-, Damen-, Kinderschuhe Modern» LuxuBausfOhrung Mi Konkurrenzlose Pro»«» Zahlungserleichterungen PELZWAREH aller Art, für Damen u. 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Während jedoch früher verlautete, daßdiesis Gastspiel bereits beschlossen ist, wich setzt bekannt. daß gegenwärtig erst die Vorverhandlungen gepflogen wechen. Dieser Tage weisie der Londoner Vermittler in Wien und unterbreitete Direktor Schalk und der Staatstheaterverwaltung sein« Vorschläge. Das Projekt muß jetzt erst auf seine Durchführbarkeit geprüft werden. Max Mohr, der erfolgreiche Autor der Komödie ^Improvisationen im Juni", hat eine neue Komödie, ,S>e-r Arbeiter Esau". verfaßt, die in Köln am dortigenSchaufpielhaufe zur UrauMhrung gelangte. Das dramatisch sehr wirksame Stück hat einen starken sozialen Einschlag. Esau, dem Manne, der Arbeit, der ein Jdecklist und Bejaher ' des Le'bens ist. stehen drei Menschenthpen gegenüber; der unfruchtbare Büchermensch, der eigennützige Landmann und der moderne „Verdiener". Der Erfolg der Premiere, die in Gegenwart des Dichters stattfand, war sehr stark. Jüdische BolkSumsik. Vor kurzem hat der Jüdische, Verlag die Beriagsgefellschaft .^tzuwal" ins Leben gerufen.'- Der neue Verlag Hai das ganze Inventar der Petrograder Gesellschaft für iüdische Volksmusik erworben. Der bekannte Kenner jüdischer Volksmusik, Herr I. Engel, ist der Leiber -des Unternehmens. Die „Iuwal"-Gesellschast trat vor kurzem mit einem bem-?rkenswerten Konzert, in die Oefsentlichkeit.. - Upter den Ausgaben des Verlages ist besonders eine Sammlung Engels von jüdischen Kinder l ledern h^rvorzuheben. ' Ans den Theater«. Vurgtheater. Donnerstag den 8. d. gelangt hie Komödie „Improvisationen im Juni*- von Mar Mohr zur AuMhrung. Es wirken mit die Damen Mayen unb Wilbrandt, die Herren Arndt, Danegger, Heine, Henning», Monrza, Ivoirc«L BÜHNE II., Taborstresse 12 Donnerstag den 8. November, V28 Uhr abendsliterarischer Onahter-Mu) veranstaltet vom ehemaligen Sekretär der „Freien jüd. Volksbühne“ B. SCHARRER Zur AufiFührunr: gelangen: 898 «Schwestern* m?-«- .Vorn Glück vergessen*pm »Menschen von Schalom Alejchem Ksrtenvorverkauf: Kartcnburcau „Aida", N.» Taborstrasse 5, Telephon 46-2-53 Pranger, Emmerich Reimers, Rnb und Wiesner. Anfmig 7 Uh« — Montag den 12. d. wird bei aufgehobenem Jahresuni Stammsitz-Abonnement (kein Kartenverkauf) Schillers Schauspi« „Die Räuber" gegeben. Anfang 7«7 Uhr. Als Vorstellung de8 Burgtheaters wird im A k a d e m i ti theater Donnertag den 8. d. -u erhöhten Preisen die Komödst „Das ft 8 r k e r e Band" in drei Akten und einem Epilovon Felix Salten zum erst e-u Male aufgeführt. V 0 l S 0 p e r. Heute „Siegs r i e d". — Morgen „L T r a v i a t a* mit Ada Poliakowaals Gast. Deutsches V 0 l k s t h e a t e r. Heute Raimundl „DerVerschwender". Morgen gelangt Bernard Shaws Komödie „M a n k a n n u i e w i s s e tt" zur Wiederholung. — Für Freitag den 9. d„ 7,7 Uhr, ivurde zur Borfeier von Schillert Geburtstag „Don Carlos" mit Jakob Feldhammer in bet Titelrolle. Direktor Bernau als Philipp, Günther Hadank als Posa Annemarie Steinsick als Königiit, Lore Busch als Eboli am gesetzt. Im Raimund-Theater beginnt Max Pallenberx sein diesjähriges Gastspiel Donnerstag den 15. d. in der Detektiv» komödie „D e r W a u w a u". — Außerdem bringt die kommend« Woche Freitag den 16. d. die Erstausführung der Komödie „D e 1 Sta x" von Hermann Bahr mir Leopoldine Konstantin Anton E d t h 0 s e r und Karl F 0 r e ft in den Hmiptrollen. Job n n ti S trau ß - T h e 0 t e t. Am 12. d. findet anläßlich dc-r NatisttttlfcicrtagcS c i n e F c st » a r st e l l u n z statt. Es gelangt die Operette Jrtu Märchen aus Florenz" zur Anffühning. Luftspieltheater. C' wird die Schwankneuheil ,Der Held ihrer Traume" von Emil und Arnold Golz vorbereitet. H a n s i N i e s e wird die weibliche Hauptroll« kreieren. Im Rahmen der literarischen Abende werden „Wetter» leuchte n" und „Pate r" von Strindbrrg vorbereitet. Ap allen Monden dieser Woche ivird „Madame gastiert' gegeben. Der Literarische Abend in der Jüdischer B ü h n e, 2. Bez., Praterstraße 8, findet Donnerstag den 8. d. vräzise V,8 Uhr abends, statt. Zuspätkommende können erst nack Aktschluß zu ihren Plätzen gelangen. Gerichtssaal.. Melchior Horvath verurtellt. Sechs Jahre schweren Kerker. Gestern wurde der Prozeß gegen den internationalen Scheck fälsch.'r Melchior Horvath Zu Ende geführt. DaS Schöffengericht erkannte nach d 'rchgeführtem Beweisverfahren den Angeklagten schuldig, woraus dieser zu sechs Jahren schweren Kerkers verurteilt wurde. Auch wurde gegen Horvach die Landesverweisung ausgesprochen. Horvath meldete die Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung gegen das Urteil an. Nach der Zeugnisverteilung. Da§ Strafbezrrksgericht 1 hatte sich gestern mit einer gegen die Exporteursgaittin Kamilla Schindler wegen Amtsehrenbeleidigung gerichteten Anklage zu befassen. Der neunjährige Sohn der Angeklagten, ein kränkliches, aber verwöhntes Kind, hatte im abgelansenen Schuljahr die Volksschule in der Kundmanngasse besucht. Im zweiten Semester wurde er M>m Aufsteigen in die höhere Klasse für ungeeignet erklärt. Bei der Zeugnisvert-eilung am 28. Juni erschien Frau Schindler in der Klaffe, um das Schrcheugnis abchiholen. Dabei kam es zwischen ihr und dem Klassenlehrer Professor Rudolf Sterlike zu einer Auseinandersetzung,, in deren Vevlaujs noch einer vom Professor an die Direktion der Lchrerbikdungsanstalt erstatteten Artige Frau Schindler die Aeußerung gemacht haben soll, daß e§ eine Gemeinheit sei, ihr Kirü>. welches nicht gesund ist, nicht anssteigen zu lassen, daß der Professor das Kind nicht für reif zum Aussbeigen erklärt habe, weil ihr Kind Jude ist und daß das Vorgehen des Professors eine Ungerechtigkeit fei. Die Direktion der Lehrerbildungsanstalt leitete die Anzeige, an das Strafgericht, woselbst gegen Frau Schindler die Anklage wegen AmtsehrendÄeidigung erhoben wurde. In der gestern durch- MjÄhrten Verhandlung bestritt die AngeNaqte, verteidigt von .Dr. S. Kantor, die Aeußernng. Der als Zeuge vernommene Pvoffesor Dterlike betätigte die in seiner AWeige mkriminierten Angaben. Der Richter verurteilte die Angeklagte M einer GeM>stvafe von S0V.00Ü Kronen, eventuell zu 48 Stunden Arrest. Statt Kochsalz — SalzsSure. Eine Verwechslung mit einem leider Wr traurigen Ausgang hat sich eine Krankenpislegevm zuschulden kommen lassen. Gestern hatte sie sich deswegen im vereinfachten Verfahren vor dem Einzelrichter Hofrat Dr. Schneeweiß wegen Vergehens geizen die Sicherheit deS Lebens zu veranworten. Dieser Wohl vereinzelt dastehende Fall, um den es sich hier handeli, betrifft die Krankenpflegerin Annemarie Gchaumböck. Sie war im Sanatorium L-oew bedionstet. Eines Tages hatte sie einer PatieMn ein Klysma zu verabreichen. In einem kleinen Raum bereitete nun die Plegerin die Flüssigkeit, die sie bei dem KlYSma verwenden woilbbe, vvr. Me «S nun kam — das läßt sich nicht genau f>Ostrllen —. die Mlegerin hatte statt des Kochsalzes Salzsäure in die Hand bekommen und der Klhstiermenge hinzugefügt. Als sie bei der Kranken die Manipulation vorncchm, schrie diese gleich furchtbar auf und die gleich eingÄetkete Untersuchung ergab dann den Fehlgriff. Unter furchtbaren Qualen ist die Patientin nach vierzehn Tagen an der furchtbaren Verletzung, die der Darm erlitten hatte, verschieden Die Angeklagte bekennt sich schuldig. Sie sagt, daß sie drei Jahve Pflegerin sei. nachdem sie einen sechsmonatigen iKurs absoDiert hatte. Sie bestreitet, daß sie bei ihrer bisherigen Dieitftleistung irgendeinen. Anstand gehabt Wie. Sie hatte im Sanatorium Loew damals viermal Tagidienst^ einen Nachtdienst und hatte am fünften Tag dienstfrei. Ihr waren sieben Patienten anvertraut. An dem betreffenden Tage, dem 24. Juli, hatte sie der ums Leben gekommenen Frau ,Auguste Bock, die sehr schwer krank war und alles erbrach, wiederholt Klysmen verabreicht. Die Zubeveitiung erfolgte ln der Office, die sich von dem Krankenzimmer ziemlich weit entfernt befindet. Die Angeklagte meint, daß nur in einigen Fällen M der Klysmalösung, die aus der Avotheke bezogen wurde, noch eine Baldrianlösnng hinzukam. Die Kochsalzlösung stand, wie sie auf die Frage des Vorsitzenden erklärt, auf einer Stellage, ganz im unteren Fache. Die Bedienerin Spiral behauptete mit voller Sicherheit, daß die Flasche mit Salzsäure nn obersten Fach der Stellage gestanden habe. Es fei ihr unbegreiflich, wie diese Verwechslung Vorkommen konnte. Auif der Flasche sei der Vermerk gewesen: Vorsicht, Salzsäure!, Die Schwester selbst habe diese Worte auf die Etikette geschrieben. — Richter: Uw so mehr hätte ihr das auffallen müssen. Die Angeklagte wurde zu vierzehn Tagen strengen Arrest beding^ mit einer zweijährigen Dejährungssrist verurteilt. In 0* Begründung verwies der Vorsitzende darauf, daß als Milden« die Uebermüdung im Dienste angenommen wunde.

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