Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1696 (3.11.1923)
- Date
- 1923-11-03
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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M. 16% Men, SarnS tas Wiener Morgenzeitung. 3. November 1923 Sorte 8 Zionistische Sektion Prater Heute Samrtag den 3. November 8 Uhr abends Plenarversammlung Cafe Winkler, 2. Bezirk, Stuwerstraße Tagesordnung! Ile gegenwärtige Lage im gionismu» Referenten! Professor A. Freud, Dr. Löwenherz Wahl von Delegierten zum Parteitag zionistische Bezirkssektion Innere Stadt Heute 7 Uhr abends im Hotel de France Plenarversammlung Redner: Dr. Friedman«, Dr. Löwenherz: .Nach dem Jionistenlongretz" Hierauf Delegiertenwahlen Hebräischer Verein u. Studentenverein „Tarbuth" Wir», 2. Bezirk, TaborstraKe Nr. 1 Leute Samstag, 3. November, 7 Uhr abends» findet der Hebräische Bortrag von Dr. H. Silbermann statt: ^Die Geburtswehen einer neuen Romantik und das Verhältnis der jüdischen Intelligenz zum Chassidismus" Zionist. Sektion Zwischenbrücken XX., ^ilerLeilißeuxlkU» 17 Haute Samstag, 3 Uhr nachmittags VORTRAG Herr David Nebenzahl Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten Polen. KeineBerhandlungen des Jüdischen Klub« mit Korfanch. Warschau, 1'. November. (Tel. d. „Wiener Morgengeitung".) In einigen Blättern wurde die Nachricht verbreitet, daß der nemrnannte Mzepvemier K o r f a n t h mit Vertretern des Jüdischen Klubs Verhandlungen eingeleitet hätte, um dessen Unterstützung für das rekonstruierte Kabinett zu erhalten. Das Präsidium des Jüdischen Klubs erklärt, daß diese Nachricht aus der Lust gegriffen ist. Der Jüdische Klub bleibt bei seiner oppositionellen Haltung gegen das jetzige Kabinett. Bollmachte« sllr den Innenminister. Warschau, 1. November. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".) Der Innenminister Knernik wurde' in der letzten Ätzung des Ministervates mit allen Vollmachten ausgeftattet, um die Liquidierung der Streiks durchzuführen und die öffentliche Sicherheit anfrechtzuerhalten. Rücktritt des Kriegsministers. Warschau, 1. November. (Tel. d. „Wiener Morgenzeiiung".) Ueber Wunsch des Finanzexperten L) o u u g hat sich der letzte Miwisterrat mit dev 20prozentigen Einschränkung des bereits beschlossenen Budgetpräliminars beschäftigt. Aoung verlangte die Streichung bedeutender Posten im Budget des Kriegsministerrums. Im Falle der Ablehnung seiner Vorschläge erklärte Mr. Aoung, Polen sofort zu verlassen. Im Ziusammenhauig damit richtete Kriogsminister Szeptycki an den Ministerpräsidenten ein Demiffionsschreiben. Zurücknahme der Demission. Warschau, 2. November. Nach BlättermÄdungen hat Kriegsminister Szeptycki nach einer Konferenz mit dem Staatspräsidenten Wojeiechowski seine DeMssion zurückgezogen. Ne Sozialisten gegen den Farzirmnr. Lodz, 1. November. (Tel. d. „Wiener MoMnzeitung".) Die Sozialdenwkratffche Partei veranstaltete ein Protestmeetiug gegen die f a s -z i st i s ch e n Versuche in Polen. Unter anderem wurden Resolutionen gefaßt, in denen die versammelte Arbeiterschaft erklärt, daß sie sämtliche saszistischen und reaktionären Versuche, die Verfassung und die Demokratie zu vergewaltigen, mit allen Mitteln, die der Arbeiterklasse zur Verfügung stehen, bekämpfen wevde. Nr Stteikbewegung. Warschau, 8. Novemlber. (De>l.-iKomp.) Der E lis o n-- b>crhnerstre>ik halt sine Ausbreitung erfahren, der StrsK der Postangestelilten hcvt sich aus Posen Md Brvimberg ajusgsdchnit. Wftnibalhner und Postboamken drohon in sinivr Resolution mit dem GenevaVstreiik, falls die Ragievunig DerlhaMiumgen Mohne. Jin Warschauer Bchirk wunde die Militarisierung d«r Eisenbahnen verlfügt. Für die Bt>M Warlsch-au ist öm Verbot von StraßlenumzüigVn und & lachen Vivrsammlungen erlassen. Verschärfung im Eisenlmhnerstreik. Warschau- 2. November. Die S t r >e i k >l a g e im Bereiche der Lemberger Eisenbahndlroktion hat heute eine Ba: r s ch ä r f u u g erfahren, indem auch die Arbeiter der Eifenbahnwerkstütten in den Ausstand getreten sind. Das Zugsbegleitversonal soll morgen in den Streik treten. In Marschau ist ein Streik der P o st a n g e st e 111 c n ausgebrochen. Der Postverkehr wird mit Hilfe Freiwilliger und des Militärs ausrechteriha'lten. Me deutsche Mark — kein Zahlungsmittel mehr in Sberschlefie«. Warschau, 2. November. Mit dem 1. d. hat in Polmsch- Oberschlcsien die deuts che Mark als Zahlungsmittel zu gelten aitfgehört. Ter Verkehr mit identischen Mark in Polnisch-OLerschlesien unterliegt von jetzt ab den für fremde Valuten geltenden Devisenvorschriften. Das hebräische Erziehungswesen. AuS Warschau wird uns geschrieben: In der vor kurzrm stattgefundenen Sitzung des Zentralkonritees der leb-ätschen Knlturorganisation Tärbach wurde der Arbe'lsplan für das nächste Jahr beschlossen.^ Mit Hilfe der Tarbutborganisaticnen wurde Las gesamte hebräische Schulwesen 'eorganikrert und auch die nötigen finanziellen Mittel zur Erhaltung des gesamten Schulwesens sichergestellt. Außer Volks- und Mi:-r"änlen erhalt die Tarbuthorgmnsationen eine Reihe von Lehrerseminaren, von welchen sich ras von Wilna "in leiten cuürickelt. Es wurde ferner oeschl:'ss.".i, in der vöch''eu Ze't. i:> ganz Polen eine großzügige Aktion für die Institutionen -der Tarbuth durchzuführ-n.?ln der nächsten Tagen v-ird in!' der Herausgabe einer hebräischen Monatsschrift „Tarbuth" begonnen. D^e zweite Tarbuthkonferonz soll im Monat Dezember stattfinden. Die rechte Poale-Zion in Ostgalizien gegen ein Zusammengchen mit anderen Gruppen. Dieser Tage fand in Lemberg eine Tagung der rechten Poale-Zion von Ostga>l>i>zien statt, welche eine Resolution aunahm, die in scharfer Form gegen die Beschlüsse der W e l t ko nie renz kt Poale- Zion Stellung nimmt, welche für eine Vereinigung mit der Hei re Lion und der palästinensischen Achduth Haawodg eingetreten ist. Die Konferenz erklärte, diese Beschlüsse nicht anizuerkennen und will mit anderen Gruppen gegen diese einen gemeinsamen Kampf eröffnen. Das Partei« sekretariat sott Schritte unternehmen, dass auf die Tagesordnung der künftigen poale^ionistischen Weitkonferen,z dir Frage der N i chtbe teilignng an den Zionistenkong ressen Mellt werde. (I. C. B.s Rundschau. Zie Gemeinderatswahlen in England. Große Erfolge der Arbeiterpartei. London, 2. November. (Reuter.) Von den gestern in mehr als 300 Städten und Landbezirken von England und Wales abgehaltenen G e m e inderatswahlen liegen bisher die Ergebnisse aus 83 Wahlbezirken vor. Die K o uservativen gewannen 30 und verloren 47, die Liberalen gewannen 12 und verloren 36, die Arbeits- Partei gewann 66 und verloren 38, die U n a b h ä ng i g e n gewannen 28 und verloren 24 Sitze. Die franzöfische Wahlresorm. Paris, 2. November. Der Innenminister hat gestern der Kammerkommission ein Wahlreformprojett unterbreitet, das eine Wahlkreiseinteilung nach Regionen vorsieht. Nach dem System des Innenministers würde das festländische Frankreich in 25 Regionen eingeteilt werden. Tie Zahl der Abgeordneten sinkt auf Grund der regionalen Einteilung noch unter di von der Kammer bereits beschlossene Ziffer von 530, die auf Grund der letzten Volkszählung errechnet ist. Die neue Kammer wird 490 Abgeordnete des Mutterlandes umfassen, zu denen 16 Abgeordnete aus Algerien und den Kolonien hinzukommen. Verglichen mit der heutigen Kammer mit ihren 628 Mitgliedern, wird die neue Kammer 120 Abgeordnete weniger zählen. Ae Langerkonserenz in Pari«. Paris, 2. November. Der „Petit Papisten" teilt über den Gang der Verhandlungen in der Tanger fr.« ge mit: Seit einer Woche halten die von der französischen, der englischen und der spanischen Regierung ernannten Bevollmächtigten täglich am Quai d'Orsay zwei Sitzungen ab, Um die Grundlagen des Abkommens über den Hafen von Tanger festzulegen. Einzelne Schwierigkeiten sind bereits auf der Londoner Konferenz im Juli vorigen Jahres behoben worden; dort hat man sich namentlich darüber geeinigt, daß dem Statut von Tanger folgende drei Prinzipien zugrunde gelegt werden sollen: Neutralität in Kriegszeiten, offene Türe für den Handel aller Nationen und Aufrechterhaltung der Souveränität des Sultans. Was zu regeln bleibt, sind außenpolitische, diplomatische, administrative und finanzielle Fragen, die sich aus diesen Prinzipien ergeben. Zollunion zwischen Wand «nd Lettland. Reval, 2. November. (Wolff.) Die estnische lettische Konferenz hat heute ihren Abschluß ge funden. Es wurden ein Grenzvertrajg, ein Vorve'rtrag über die Zollunion und ein Verteidigungsbündnis unterzeichnet. Die Kriagsrechuungen wurden von beiden Seiten gestrichen. In Anerkennung der estnischen Kriegshilfe trägt Lettland 30.000 estnische Miark zu den Pensionen der ' estnischen Kriegsinvaliden bei. .Raglans- | ANZÜGE in feinster Qualität I Q zu billigsten Preisen bei I I HeinrichWeinberger, I.,Singerstrasse 6 | Tagesbericht. Für die aoüeidenden Juden in DeuMand. Die schwere Not, welche die Massen der Bevölkerung Deutschlands heimsucht, hat auch zahlreiche jüdische Existenzen hart betroffen, welche dem Hunger preisgegeben sind und brüderlicher Hilfe bedürfen. Zu dieser Not gesellt sich noch eine antisemitische Hetze, die immer brutaler austritt. In München und an anderen Orten beschimpft und verfolgt man wehrlose jüdische Männer und.Frauen und eine bedeutende Anzahl von Liesen wurde nach jahrelangem Aufenthalte vertrieben und um die Existenz gebracht. Um die so nötig gewordene Hilfsaktion auf breitere Grundlagen zu stellen, hat der D o u n g I e w i s h S p o rting Club ein Aktionskomitee eingesetzt, welches die Veranstaltung einer Reihe von Hilfsabenden unternommen hat, deren erster als Chanukka-Soiree am 2. Dezember in sämtlichen Räumen der Olympiasäle, 1. Bez., Rochgasse, unter der Mitwirkung erster jüdischen Künstler stattfindet. Karten im Sekretariat des L)r>ung Jewish Sporting- Club, Wien, 1. Bez., Ringcafe. (Logenreservierungen in allen Kartenbnreaus und in zahlreichen jüdischen Geschäften.) Die krüsimmg einer medizinischen Bibliothek in Femsalem. (Von lnntsevöm KorvLivondentM.) Jvrnsa!!em, 28. OkMer. Wir sind ein Stück vorwärts gebimmen auf deM Wege zur Schaffung der Möglichkeit wissenschaftlicher Arbeit in Palästina. Die Aerzte haben eine medizinische Fachbibliothek eingerichtet. Das Problem der Schaffung einer Universität in Palästina ist nicht so einfachwie man es sich! im Auslände vorstellen mag. Es genügt nicht, ein „paar Gelehrte als Professoren zn bestellen, ihnen Vortragssäle zur Verfügung zu stellen und nun zu sagen: Unterrichtet. Es muß vor allem die wiffenschastliche Atmosphäre geschaffen werden, ein kleiner Kreis der Oefsentlichkeit muß wenigstens da sein, der den Wert der wissenschaftlichen Arbeit richtig einzuschätzen und kritisch zu prüfen vermag, wenn toir nicht die Opfer von Levantinismns und Reklamesucht werden sollen, und wenn unsere Universität wirkliche des hohen Namens, eine Universität des jüdischen Volkes in Jerusalem, würdig sein und nicht eine Winkeluniversität sein soll. Daß das noch ein weiter Weg ist, weiß jeder, der die Verhältnisse in Palästina kennt. Vor allem fehlen noch, all die Hilfst mittel, ohne tvelche eine gelehrte Arbeit unmöglich ist. Noch fehlt die Ausbildung der Sprache, oder vielmehr: der Reichtunr, den unsere Sprache in ihren Schriften niedergelegt hat, ist noch nicht zutage gefördert worden. Noch fehlt es vor allem in Palästina an dem wissenschaftlichen Kontakt mit der Außenwelt, die wenigen Gelehrten, die hier wirklich! wissenschaftliche Arbeit leisten, sind entweder in der glücklichen Lage, sich nur mit den Problemen der Erforschung Palästinas zu beschäftigen und darum relativ unabhängig vom Wissenschaftsbetrieb des Auslandes oder aber sie sind in ständiger Gefahr, abgeschnitten zu werden vom großen Strom der wissenschaftlichen Forschung in Europa und Amerika. Hier kann nur eine Bibliothek die Brücke bilden. Die Noltvendigkeit einer medizinischen Mbliothek und eines gut ausgestatteten Zeitschriften-Lesezimmers haben die Aerzte Palästinas seit Jahren erkannt und ein Teil von ihnen bemühte sich seit langem um die Errichtung einer solchen Bibliothek. Aber es war unmöglich, daß die Aerzteschaft ans eigenen Kräften die Mittel hierfür aufbringt. Die Hadassa- Organisation hat für ihre Aerzte in Jemsalem eine kleine Bibliothek eingerichtet, die aber nur für den Gebrauch des Krankenhauses ausreicht. Da kamen vor ztvei Jahren die amerikanischen Aerzte zuhilft. Die in New-Pork gegründete Gesellschaft jüdischer Aerzte beschloß, in Jerusalem eine medizinische Bibliothek einzurichten. Ten Grundstock der Bücher gab die Nationalbibliothek her, als deren Abteilung die medizinische Bücherei in einem eigenen Hanse — im Pasteur-Institute — eingerichtet. wurde. In der Nationalbibliochek waren schon vor dem Kriege und besonders nach dem Kriege größere medizinische Bibliotheken vereinigt worden, Erbschaften von Dr. Plaskow, Doktor Marjasches und anderen Äerzten. Diese Sammlungen hatten nur den Nachteil, daß sie veraltet waren und nicht das letzte Wort der Wissenschaft geben konnten. Ein New- Zoriker Arzt, Dr. Ja rcho, hat diese Lücke ausgefüllt, indem er mehrere hundert neuester medizinischer Bücher zum Geschenk gab. Die amerikanischen Aerzte sorgten für eine ganz moderne Einrichtung der Bibliothek mit Büchergestellen aus Stahl usw. Nach langen Verhandlungen und nachdem die Jerusalemer Aerzte gemeinsam mit Prof.. Fodor, dem' Leiter des künftigen biochenrischen Institutes, und mit b<\ Jüdischen Nationalbibliothek das bescheidene monatliche Budget der Bibliothek gesichert hatten, konnte am 18. Oktober die feierliche Eröffnung der Bibliothek stattfinden. Am besten u » m AM> kaufen Waren fSBISie im (Schiffmann II., TaborsiraSe 48 Telephon 47-1-79 En gros En detail