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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-02 · Heft 1695 (2.11.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1695 (2.11.1923)
Date
1923-11-02
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1695 Wien', Freitag Wiener; Morgenzeitung. S. November 1923 Seite 5 AEisenbahilgosellschaft „System Rigi", beim Verrvaltungsgerichtshoif archängigem Verfahre» in k c i n e r l ei neue K o »- gesfionSverhandlungen, joi es mit dm bisherige» lKonzessionäre», sei es mit »eite» Konzcssionswerbern e intreten kann. Mitteilungen aus dem Publikum. Da» Herbftwetter. Der gestrige amtliche Wetterbericht teilt mit: Der Lnftbruck ist über dem Festlande nach weiter gestiegen. Die Druckunterschiede sind gering. Dementsprechend ist das Wetter überwiegend neblig. In Oesterreich hatten alle Tallagen, Morgennebel. Airs den Bergen ist es wolkenlos-und mild. (Svnnblick morgens 0 Grad, Semmering 8 Grad und heiter, Wien 5, Grad und Nebel.) Vorhersage: Herbstliches-Hochdruckwetter. (Was ist das? — Red.) Ans den Bergen heiter und mild. In den Tallagen morgens Bodennebel, stellenweise auch über Tag anhaltend. . * Plötzlicher Tod. Der 40'iährige Fmaen'ieur-Cl)emiker Remigius Etti, Mitinhaber der Firma Th. Etti, unternahm gestern einen Ritt in den Prater. Plötzlich stürzte er, vom Schlage getrossen, aus dein Sattel zur Erde und war tot. * Selbstmord eines Pensionisten. Der 70iährige peusioniene Sekretär Anton L n k a s, Besitzer der Ehrenmedaillc für 10 jährige t r e u e Dienst c, hat sich gestern in feinem Wohnhanse, Weihbnrggasse 44, vom vierten Stock in den Lichtbos gestürmt und ist mit gebrochener Wirbelsäule ans der Stelle t o t geblieben. * Die Auloraserei. Ter 14jährige Bürgerschnler Martin Kubisch wurde gestern auf der Mariahilserstraße von einem Automobil, das der im Hotel Bristol wohnhafte Direktor Josef Brietz lenkte, niedergestotzeu und an >'oen Knien verletzt. Die Rkttnugsgesellschaft leistete ihm Hilfe. — Der 12jährige Bürgerschnler Leo Ge r st en b e rg er wurde in der Laxenbnrgerstraße von einem Automobil, das der in der Riepelgasse 6 wohnhafte Josef Schwach lenkte, niedergcstotzcn und blieb mit starker Blutung aus dein rechten Ohr, die ans einen Bruch des Schädelgrundes schlietzen läßt, liegen. Die ReltnngLqesellschaft brachte ihn ins St. Fosef-Kinderspital. ' * Stratzenbahnunfälle. Die 47sährige taubstumme Schneiderin »Marie Prochaska wurde heute in der Heinestratze von eine-in Straßenbahnzng der Linie C iliedergestotzen und mehrfach verletzt. Die Rettungsgesellschast brachte sie in ihre Wohnung. — Die 42jährige Private Katharina I i r ns check tvn-rde ans der Simmcrirzger Hanph'tratze' von einem Straße nb<chnzu.g rtiedergestoßen und am Kopfe verletzt. Sie wurde von der Rettungsgesellschast ins Rndolfsspital gebracht. — An der Ecke des Neubangürtels und der Felberst ratze stürzte eine etwa 40jährige Frau auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise von einem Straßenbahnzug und blieb mit Blutung aus Nase und Ohr liegen. Die Rettungsgesellschast stellte den Eintritt des Todes fest. Die Frau hat einen Bruch des Schadelgrnndes erlitten. , ^Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" find entgeltlich.) * Tanztnftitut Kermann Braun» 14. Bez.» Rein- -orfgasfe 42. __• Vereine, Vorträge und Versammlungen. Verein E r e z I s r a e l, 2. Bez., Zirkusaaffe 33. Rabbiner Dr. K a m i n k a trägt morgen präzise 728 Uhr abends im Vereinslokale ansgewählte Kapitel aus den Psalmen vor. Gäste willkommen. — HebräischerKlub T.arbnth, 2. Bez., Taborstraße 1. Morgen Samstag, 7,8 Uhr abends, Vortrag Dr. H. Silbe r m a n n „Die Geburtsivehen einer neuen Nomantik und das Verhältnis der jüdischen Jugend znm Chassidismus". Gäste willkommen. KJeider-Aktionen In oroasem St.l. bei erettUassloer »--saamtübi-unn, besorgt blftfllos . RUDOLF GOLDSTEIN I Tel. 48-6-29 ||. TABORSTRASSE 54 1866 -s. Rind* und Kalbfleisch« eigener Sohlachtung ln allerbester Qualität und zu billigsten Preisen bei Jakob Mautner II titolfonmi- § “•» «■eop«ws9»ss® 31 schmalzig. 30 i»:,IO,n'"9as“8 1C* i iifflunew Schrotzbepggasse 1 Bühne und Kunst. Wölfe in der Rächt. (Akademie-Theater.) Was Dichierhande alles können! Sie verarbeiten eine Krnninalgeschichte, die feinere Ohren nicht anhören könitten, ohne physischen Schmerz zu empfinden. Der Mörder verliebt sich in die Gattin'des Staatsanwalts. Die Geliebte des Mörders hinwiederum wurde ernst vom Staatsanwalt verführt und hat ein Kind von ihm. Der Mörder, der bei der Gerichtsverhandlung mit der schönen Staatsanwaltsgattill kokettiert, kann zum Verdruß des Staatsanwalts des Mordes nicht überführt tverden. Da komint eilt Brieflein geflogeü. Der Mörder gesteht darin der angebeteten Staatsanwaltsgattin seine Schuld, der Brief gerät in die Hände des Staatsanwalts, der sie natürlich sofort vergnüglich aneinander reibt. Hab ihn schon! — Gemach. Die Geliebte des Mörders mit dem vont Staatsanwalt gezeugten Kinde tritt aus den Plan. Der Herr Staatsanwalt llmß das Geständnis des Mörders ultterschlagen, sonst droht ihm gesellschaftliche Vernichtung. Die Konflikte spitzen sich zu. „Fortsetzung folgt." Solcher Stoff ließe sich saiyrisch verulken. Oder von ge risjenen Literaten — etwa Jung-Prager-Schule — psychoanalitisch oufnlachen. Was aber geschah mit dem Vorwurf'in Thaddäus Ritt- »ers Dichterstube? Der Mörder ist ein liebenswerter reiner Tor, sich verschwendend im Kampfe gegen Roheit und Selbstsucht, ein verträumter dlarr (also ein Poet), der dem' Augenblick lebt, der sich in das Bein schießt, um Jeanette zu erweisen, wie sehr er sie liebt, der Jeanette beschwört, einen reichen Alten zu heiraten, bamit sie keine Not leidet, den Alten tötet, weil er sie quält, der, vor Gericht gestellt, der blonden Staatsanwaltsgattin als Liebesbrief die Zeile schreibt: „Ich gestehe den Mord zu", und sich den Galgen wünscht, wenn die holde Frau sei» Gestä»dnis uicht verschweigt. — Jeanette, seine Gefährtin seit Jahren ist die vom Leben, ramponierte, überlegene Frau, dazu geboren, solch unberechenbarem Sausewind ein warmes Nest zu bereiten, ihn zurück zu reißen, wenn er in den Abgrund taumelt, und beide Augen zuzudrücken, wenn ein neues, himmelblaues Liebeswunder ihu fesselt, klug zuwartend, bis er in ihre fürsorglichen Anne zuvückkehrt. — Julie, die Staatsanlvaltsgattin, aber ist das Wunder „Frau" schlechthin, die zarte, köstliche Pflanze, frierend in der Stickluft des ehelichen Pfiichtlebens, von einem leuchtenden Männerb'lick zur Entfaltung gebracht. — Eine vierte Gestalt fügt sich dem Schöpfer zu feinem Terzett: Der Gerichtspräsident, der Misste m 9 IWF“ da ohne Rente ‘lat 9 da ohne Regte PrMkSchaDoMMe^Li,H«iL7! I Wst B r _ T - . . r. M .•» « ■ Siiezialartikel; Wintrrrock-, Raglan- und Velonrstoffe 9 W Jahlungserleichierung ~9bq iosss I Sofef Blankstem S Sohn, 0. Echmelzgaffe 4 QfiBESSn *filephon 41-0-43 Q Stnntlu.f/ (/e-ichlossc; EBBHRmh Mann, der warten kann, bis für ihn reif wird, was der närrische, junge Mensch mit seinen schwärmerischen Augen für ihn erweckte. --- Und im Schlußakt wird überdies eine Kinderstinnne laut, so herzhaft und weise und glockenhell, daß Peter Altenberg seine Freude daran hätte. Nur der Staatsanwalt, — — nein, der Staatsanwalt ist kein Geschöpf Thaddäus Rittners, sondern die alte Schablonenfigur, ausgestattet mit Kastengeist, windiger Moral und Monokel. Dafür ist die ganze Komödie von nachdenklicher Heiterkeit überglänzt. Beim Niederschreiben des Kriminaldramas kräuselte die Lippen Rittners „jenes Lächeln, das man nur bei Dichtern findet". Das Burgtheater, dem in Wien heimisch gewordenen, allzu fvüh gestorbenen feinen Thaddäus Nittner sehr verpflichtet, hat den Mend nicht genügend vorbereitet. Peinliche Textunsicherheit wurde in-dem intimen Raum des Mademie- Theaters doppelt fühlbar. Ausgezeichnet Lilli Marberg, die der Jeanettedüs Prüsil der robusten Abenteuerin gab, der Frau, die alles dranzufetzen hat, ihr Stückchen Glück zu retten. Herr Treßler als schuldloser Mörder, diesmal bezwingend echt, in der großen Szene erschütternd.. Voll zarter Anmut Frau Aknay in der Rolle der Julie. (Nur ihre Gewöhn- 'heit, einzelne Worte zu unterstreichen, stets in „gebundener Sprache" zu reden, ist fatal.) Brav Herr Siebcrt, weniger brav Herr Devrient. Rührend und erqnicklich die kleine Liesl Siillmark, die große Freude des Abends. O. A. Das Museum des „Begalel" entwickelt sich gl-cichsallS; .es hat in letzter Zeit verfchieide-n« Atttw-snidmhgen erhalten, so einen sehr schönen Mnr-illo, Abmhain utzd die drei Engel darstellend, ein Geischenk eines frauiMischen Juiden, ferner beibeutTOlb'C Gemälld-e französischer Maler, zmn Teil Geschenke der französischen Regierung. Ein ironer Saal soll Max Nord au gewidmet werden, ferner hat Pros. Einstein dem Musen,n sein Porträt von Orliik zuVöfagt, außerdem haben eine Reihe von Künstlern, wie Prof. Pasternak und andere, ihre SeMtPorträts in Aussicht gestellt. Ein« Büste des jüngst verstorben Dr. Bloch, sin Werk des öftervÄchischen Meiisters Ambrosi, soll das Mufenvm in nächster Zeit erhalten. Künstlerische Anwendungen für das „Bezalel"-Mu.seum nimmt Prof. Schatz in dem nächisten Tagen entgegen, und zwar bei Maler Krestin, 1. Beg., Coincordiaplatz 5. Das Burgtheater im Konzerthaus. .Im großen Konzen« hajussaal wird lnovaair Samstag als Beranftalkung des Buvg« theaters das Phantastische Spiel in drei -ÄuMgvn „Ueber allen Zanber Lliebe" von CaPeron, für die deutsche Bühne ein'ger'lchtet vom Georg Fuchs, znnr erstenm'äl ailfgefAirr. Ephraim Niswizski-Abilea, der vor mchreren Monaten ans Mödling bei Wien nach Palästina ging (wo auch sein Bruder, der ehemalige Leiter und Professor der Meistcrschüle am Konservatorium in Gens wirkt), wird in der palästinensischen ^Presse sehr gefeiert. So schreibt „Haarez" u. a.-. „Bisher schien Haifa ein Stiefkind des Landes zu sein, denn keiner unserer Musiker konnte etwas Wesentliches für die mnsikliebende Stadt leisten. Der arabische Klavierspieler Doncel allein war eine Ausnahnle: aber auch er wurde gründen, und das ist sehr viel und se^r bedeutsam fiir die kleine, aufstrebende Stadt. Er schuf auch einen Chor von Chailuzims, die alle nach Atusik dürsten und mit größter Liebe an ihrem Dirigenten hängen. Im Laufe der "kurzen Zeit seiner Anwesenheit brachte er es mit seinem Chor so weit, daß er schon s e ch s m a l das Publikum mit seinen wunderbaren Leistungeir erfreuen konnte. Doch sein größter Erfolg war das Konzert vor einem sechshundertköpfigcn Auditorium. Die deutsch c Koloni t war durch mehrere Pastoren vertreten; auch die Araber waren zahlreich erschienen. Die Menge bereitete Abilea große Ovationen, der dann sagte, er glaube, daß die Musik das beste Mittel sei, die arabischen Brüder mit d e n I u d e n z u Verein i g e n. Wir danken Abilea für seine ideale Arbeit, die durchdrungerr ist von Frieden und Brnderltichkeit! Handels „Saulson"' in Berlin. Aus Berlin wird nur. geschrieben: Im großen Berlliner SchaNIsPieHaus, das sich für innsikalischeS Massenanfge'bot schon anläßlich dcr.„Gnrrelieder" als tauglich, erwiesen hatte, gab es eine eindrucksvolle Äbusführung des Händelschen „Samson" unter Bruno Walter, die demnächst auch in Wien zu hören sein wird. Das Werk, in den Chorpärt-ierr reich, farbig, großzügig gegliedert» in den ariosen Teilen erleisene Kleinode bergend, übte große Wirkung. Im Orchester würde das neue B a ch- Klavier verwendet— eine Münchiuer Erfindung—, das die Klangfarbe des Cembalos mit der Modulabionssähigleit des Klaviertones vereinigt. Der Riesenbau war schwach besucht, da die in Goldmark festgesetzten Preise-für die müsikliebenden Kreise nicht erschwinlglich tvaren. Dr. K. M. Re Mvftgewerbeschule „Bezalel" in gemsalem. Ein Gespräch mit dem Direktor Prof. Boris Schatz. Prof. Boris.Schatz, der Gründer uub Leiter des Jeltnsalenier „B rzalel", der sciit gestern in Wien woill, machte einem unserer RcdaAeiure interessante MMchliunge« ülbsr seltne Pläne und den Stand seines Jnstituis. Was der ,MzE" in erster Re'ihe braucht, ist ein gesicherter Wqatz« markt für seine Pvoldwbte, da 'chfobge des Balntasturzes Warschau nnld BEn geMniwcrvt-g nicht in Frage komnren. Der ,MszaN", der vor dorn Kriege Schule, Mbvick und Berkaufshaus in einem tvar, ist gsgenitvärt>ig nur Schule; die ^Mlpierten Schüler hÄben eigene Werkstätten, in dorren sie gvößtentieils in Gruppen nach Art der Kwuzoth arbeiten/ doch ist der Berbauf noch rtrcht gut orgainisäert. Der Absatz im Lande — cs gibt eine Verkaulfsstelle in Jerüsalem rmd ein« lpevrümrente Musstellung im >,BerzaM" sMst — kann heute metisteus nur aus die Touristen rechnen NiNd ist daher ein 'SaisongeschÄfi. Deshalb ist die Frage des Exports von besonderer Wichiigckeit. Es ist geplant, entlftrecheni.de Schritte in -Amerika zu nnternchnien, aber daizu bsdavf es noch längerer^ VvrbeoeÄnng. Prof. .Schatz kommt aus der Tschecho- Slowakei, wo drei von. ihm v-omnstaltete Ausstellungen (in Karlsbad, Brünn UlNd Prag) rin sehr gutes Ergebnis hatten und in der Presse sowie bei Kunstkenne-rn großen Anklmnig fanden. I,» Mähr.-Ostran ist diu unter der Leitmüg -des .AtnsthÄMers S lat wer stchcnder Verein „Dezalel" gegründet wovdeu, der jährlich um chtiiigc tauisend Pfund „Betzail«l"-ProdMe abzusetzeu hofft und den: Nkangel an. Betviebskapital durch Beistellnng von Rdhm'atevinl tjepgnwn Will. Mne ähnlich« Jnstitniw» plant Pros. Schatz für Wien zu schaffen, eitlen ^Verein, dessen HalNipianfgÄbe di« Bertreibnng von,Deza>lel"-Avbeite-n bilden -soll. MsatzmötzlichMen sind hier vorhanden, und der „Bezalel" verlangt ck-oin-e Mildtätigkeit/ denn s'eme Astbe'iten sind O-nalitätsiware und schonen auf VwnstgelweMichetm Gebiet keine Konkurrenz. Ein neues Arbeitsgebiet stellen die G r a p h 'i E « u, K e r <a -m iken und die K a vl««»i s ch n i tz e r e i dä-r; di« . „Bazalel "-Keramike» hal>en in Karlsbad, der Stätte einer bekannten kcr.a>m>ischen Pvodtvktlion, den stärksten Ankla-ng bei den dortigen Fabrikanten gefunden-, wellche die anSgestellMt AÄbÄur Mvockben Wtz«, Aus de« Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, „I m p r o v i s at i o n e n i m I u n i". O p e r n t h e a t e r. Morgen, 5 Uhr, „P a r s i a l". Mrisikalische Leitung Direktor Schalk. A k a d e m i e t h e a t e r. Morgen, 7-8 Uhr, „Wölfe i n d e r N a ch t". Volksoper. Heute eröffnet Ada P o l i a k o w a von der Großen Oper in Paris ihr Gastspiel als Louise in Charpentiers gleichnamiger Oper. Morgen (Samstag) „D i e W a lk ü r e". Irr lder Renaissanclabühut wietdcsthol't Nidd» Impetkoven morgenihvon Tan^abrud. Das Programm enthält TätM zur Musik von I. S. Bach. Beethoven, Brahms, Chopin, -K. Enlplert, Hartl, Haydn, Schubert u. a. Am Klavier .Marcel Lor>b«eir. Ein. dritter Dan-zaibvnd findet Dienslao statt. _ Gerichtssaal. Ein merkwürdiges DieLftahlsdelikt. Bor dem Bezirksgericht Favoriten (Bezirksrichter Dr. Karl Hermann Bküller) smid kür-zlich die Werhandlunp gegen -den Gärtner Iofejf Hochleitner statt, der angeklagt 'war, zweien in seinem Betriebe an gestellten Frauen den Auftrag erteilt zu haben, Erde von verschiedenen Gräbern des Zent-ral-sri«dhofe§ we gg>ufüh rtn und auf andere G räb e.r, die ihn: zur Pflege und Erhaltung übergeben wurden und ftischer Erde bedurft-e-n, zu legen. Da Hochleitner erklärt hatte, daß «r nur dann die.se Prozeldur angeraten und durchführen ließ, wenn auf den Gräbern zu viel Erde lag und daß er dann die We-Mahine der überschüssigen Erde für statthaft hielt, hat das Gericht an die Magistratsabteilung 1>3 und an die Friedhofsverlvallitng eine dieslbezügliche Ansra-ge gerichtet. Von beiden Stell«» wurde di« absolute UnstatthaftigLeit der Erdw«W-ahme betont. Die Erde sei Eigentum der Gemeinde Wien und werde - den Gräberbeisitzern zur Verfügung gestellt. Diese Erde ist nicht herrenlos, habe einen Besitzer nn-d kein Fremder habe das Recht, solche Erde tvegznnetlnneu. Tu« «r.dies, so sei es, wie der Vertreter auch bei der Verhandlung darlegtie, Diebstahl. Da -die beiden Frauen angäben, daß sie im Aufträge Hochlieitners handelten und die Manipulation wiederholt ausgeführt haben, tvnrde gegen -diesen die Anklage erhoben. Er erklärte bei der Verhandlung, er habe es nicht nur für «rlaubt, sondern gerade-znfür selbstverständ lich gehalten, Erde von zu überlasteten Gräbern wegzunehmen und auf solche, die schon eingesunken waren rmd derselben beduvst en, zu legen. Bezirksrichter Dr. Herurann Müll er ^verurteilte den Angeklagten zu einer Arveftstrafe von 4 8 Stunden, und zwar, wie ber Richter betonte, u it bedingt. In der Begründung tvu-rde hervorgehbben, daß es sich um Diebstähle von Gräbern handelt, -die der Angeklagte anbefohlen -hat. Kein Fremder Hab« das Recht, an Gräbern zu „maüipnlieven". cs wäre deren, die Behörde veranlasse cs. Mit Rücklsicht darauf, daß Diehstä'^« i > Gräbern in letzter Zeit in erschreckender Weise ü »er.. andn eh m e n. muß-c ans eine wibodingte A-rwftstrasc ettannt wcr-r.'n. Der V.'rur>>ar geigen w« Straf« b«rnf««r.

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