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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-01 · Heft 1694 (1.11.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1694 (1.11.1923)
Date
1923-11-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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SfcTteT; Weh, ^sucht werden, mit Rücksicht baranf, daß 'bet Bortrag van Lusanne der Okkupation durch die alliierten Mächte ein Ende bereit!er hat, ihren Vertretungen in Konstantinopel an Stelle der bisherige Titel „Oderkommissär", den durch den Laufanner Vertrag geboten erscheinenden Titel als Vertreter der genannten Staaten zu verleihen. In den zwischen der -türkischen Regierung und den fremden konzessionierten Gesellschaften abgeschlossenen und bereits unterfertigten Abkommen befindet sich der Passus, daß mit Ausnahme des Generaldirektors und des Rechmndgschefs aller Unternehmungen der betreffenden Gesellschaften sämtliche Angestellte türkische Staatsangchörige sein müssen. Die Folge dieser Konzessionsbedingung ist, daß zahlreiche Beamte und Angestellte de? fremden Unternehmungen vostenlos werden «nd daS Land verlassen müssen. An Fahr Faszirmus. Rom, 31. Oktober. Der Jahrestag des Marsches der Faszisten nach Rom wurde hier überaus festlich begangen. Ein Festzug, an der Spitze die Mitglieder des Nationaldirekroriums der fasziftischen Partei, die Minister und Kommandanten der Kolonnen, die vor Jahresfrist den Marsch nach Roui mügemacht hatten, Abordnungen aller Faszrstenverbände des ganzen Landes, defilierte, von Mussolini geführt, vor dem König, dem Krottprinzen und den übrigen Mitgliedern des Königshauses. Aaaäherung zwischen Stalfcn nnb Zug», flawlen. MaULKö, 31. Ottober. (Tel. der Mr. Lttorgenzeiftmg".) Ter .Secolo" meldet aus Belgrad, daß die Zusammenkunft zwischen Mussolini und P a s i c am 15. d. in Ab d a- ' r a stattfinden wird. Ter südslawische Standpunkt hat sich demenigen der italienischen Regierung genähert. Wechsel mtf de« englischen «otschafterpaftea in Serk«. Lovdou, »1. Oktober. (Reuter.) „% i tn e S" bestätigen, baß der englische Botschafter in Berlin Lord d'Zkberno« demnächst seine Demission geben und durch Horace R u « b o l d werde ersetzt werden. Wiener Ärorgenzettung. 1. Novembev 1923 Kr. im Ägesbericht. «» Ae Wische SesseMchiekt! Die entsetzliche Katastrophe, die über Deutschland hereingebrochen» hat in ihrer ganzen Schwere besonders die geistigen Arbeiter getroffen. Bemcche alle Verlage und die angesehensten Zeitschrrfte« find eidstellt, so daß hie Produktion deS geistig Schaffenden in Deutschland völlig lahnrgelegt ist und ihm dar schrecklichste Elend bedroht. Doppelt schwer aber trifft der Zusammenbruch und seine Asußerungen die jüdischen geistigen Arbeiter in DeutWaiA, di« nicht' bloß um Deutschlands, sondern überdies um ihres Judentums.willen leiden. Infernalischer Haß schließt seine Kreise zielbe-vußt ipn sic und nimmt chnev, die ohnehin der ökonomische« Katastrosche wehrlos ausgeliefert sind, die letzten MAMhkeiten. Wir sMst haben in schwerster Zeit von unsere« Wischen Brüdern im Ausland Hilfe erhalten. Wir haben es nicht vergessen. können aber — geistig Schaffende! — mit unseren bescheidenen Kräften allein, den jetzt Betrotsflnsn keine Linderung bringe«. Deshalb rufen wir die jüdische Oeffentlichfeit zur Hilf« aus. Sie mvA dem Mischen Dichttr, Künstler und Forscher ihren Dank abstatten für all das, war er ihr gegeben hat! Die unterzeichnet« Bereinigung leitet hiermit eine Aktion zur Unterstützung der jüdischen geistigen Arbeiter in Deutschland er« und bittet um tatkräftige Unterstützung in Form ausreichender Geldspenden, die als LebensmittÄsendungen den Darbenden ju gute kommen werden. Diese Spenden wollen umgehend — Zeit und Hunger drängen — an den Sekretär der Unterzeichneten Vereinigung Dr. Z. F. Finkelstein, 9. Bez., Lazarettgasse 36, gesendet werden. Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler Darnach" in Wie«. vemonftralionen »egen Pnseffor Lanaz w Amerita. Nrw-Aork, 30. Oktober. (Tel. d. „Wiener Morgen- Leitung".) Im Verlaufe einer klinischen Rundveffe deS 'Lteuer Professors Dr. Wolf Lorenz in den Bereinig ren Staaten kam es, der „Universal Telegrafie Ageneia" zufolge, in Bufallo zu einer feindlichen Kundgebung gegen den Gelehrten seitens der Aerzteveveim gung und der Pfleger und Pflegerinnen. Prof. Lorenz erklärte vor Interviewern, daß die ablehnende Haltuns gewisser amerikanischer Aerzte und ärztlicher Korporationen gegen ihn auf Berufseifersucht zurückzuführen sei. Andererseits arbeiten viele hervorragende Aerzte und Chirurgen in den Vereinigten Staaten mit ihm Hand in Hand. Prof. Lorenz Lestritt ferner, daß er mtt zahlende Patienten behandle. und wies darauf hin, daß er für die Armen öffentliche, imentgÄtliche Ambulatorien veranstalte!?. Die Wetterlage ist weiter günstig. Oesterreich hatte auch gestern noch stellevweis« MsrgßMchel uud heiterch Mtter. Dir Höchsitemperatnum btteibr» unter den vprgestügen (Wien Voraussage: Herbstliches G ch^ttttzeft ttHl nebel, etwas kühler, besouders mvtgeW, über noch insld, schwäche , Aufbau — nicht Abba«. Vor kurzem hat die Postvcrwaltnttg es für'nötig bofunden, die Bevölkerung langs-cmt und schonend — das heißt, chonend tat sie es nicht auf eine kommende enorme Erhöhung aller Post- und Telephongebühren vorzubereiten. Als Gegenwert für die nicht unwesentlichen M-ehpbeträge vevsprach man dent Publikttm bedeutende Verbesserungen im Post- und Telephvnverkehr. Die Postverw-ciltnng wartet aiber gar nicht o lange, und um den Bewohnern dft Landes schon jetzt zu zeigen, wie die Verbesserungen ausschen werdeir., soll, wie man uns mitteilt, in naher Zukunft das Postamt auf dem Karolinenplatz ganz ausgelassen werden. Man sicht also, daß die Postverwaltung den Interessen der Bevölkerung im weitesten Maße entgegenkommt, indem sie offenbar von dem Grundsatz ausgcht, je tveniger Postämter es gibt, desto weniger werden di« Leute die Institution der Post in Anspruch nehmen und auf diele Weise eine Menge Geld und Aerger ersoaren. Di« Bevölkerung ist da aber durchaus anderer Meinung. Das Postamt Karolinenplatz besteht seit 25 Jahren uNd diftit den postalischen Bedürfnissen der ganzen oberen Wieden. Infolge der wirtschaftlichen Not und des Abbaues wurde der Betrieb dieses Amtes bedeutend eingeschränkt und, statt sich im Interesse eines ganzen Bezirksteiles zu bemühen, das.Postamt in seinem früheren Zustand wieder herzllstellen, will man es gar»; beseitigen. Würde dies geschehen, dann hätte dieser Teil der Wieden nur die Postämter in der Taubstuinmengasse und aus dem Südbahnhof. Es ist also nicht nur eine Notwendigkeit, daß das Amt auf dem Karolinenplatz erhalten bleibe, sondern die Postverwollung muß sich bemühen, das Postamt wieder in seinen früheren Zustand zu versetzen. Nicht Abbau, sondern Aufbau will die Bevölkerung, die schließlich in. solchen Angelegenheiten auch noch ein Wörtchen mittzureden hat. Mitteilungen aus dem Publikum. «I«» neuen Strick« und Wirkwarenhauses Eigene Strickerei und FSrberel n Ortest«« Gernlager Wien* n i| IX., Porzellangasse 52 (Ecke Glaeergaste) 36 Möbelfabrik J. Spira Feine «>» tlffl, III. MMlMW» 1~3 Wohnungseinrichtungen. (Ecke Karl Schweighofergasse . „ 1V2 streng koscher Rind* und "WM strtig koscher •Ifener Sehlachtung In allarbester QualltSt und xu billigsten Fralsan bei Mautner ll., Wolfgmg- 1!!•’ Ä“*««*.31 schmalzig. 30 g, 10992 Gestrickte Mode-Kostüme, Wolle mit Seide K. 490.000 Gestrickte Woll-Westen in modernen Dessins K. 95.000 M. Hoher. 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Der Bund der JndustrieangestM-en wendet sich in einem Fragebogen an di« Betriebsräte der großen Betriebe, um festzusdellen, welche Haltung 'die Betriebsräte zur Frage eines LohnkamPfeS mit den schärfsten gcwerks ch a ft l i che n Mit te 1 n emnchmen. 85 Prozent der Betriebsräte erklärten sich für den schärfsten Kampf, wenn die Unternehmer auf ihrem ablehnenden Standpunkt beharren sollten. Die Jndustrieangestellten wollen zunächst den Berlanis der für den 6. d. einlbevufenen Vollveirsammlun>g der I n d n st r i everbände abwarben, in welcher über den bisherigen negativen Verlauf der Beratungen Beschluß gefaßt werden soll Unter den Jndustrieangestellten herrscht große Erregung nnd die Stimmung der Mehrheit ist für die 'sofortige Prokln mierung des Streiks. Morgen abends findet in der Ballshallk des Rathauses eim M a sf e nv e r s a m w g d?r Angstellten stau. Re LebemmlttelmLrue. Der -Gärtnrrsrtihmarkt war gestern sehr gut besucht. Ditz Zufuhren sind im allgemeinen günstig, die der ländlichen Produzenten lassen bereits ziemlich nach. Infolge der günstigen LLitterung sind die Märkte mit Schwammen geradezu überflutet, die flotten Absatz finden. Die Preise für Gemüse und Obst blieben im allgemeinen ziemlich unverändert, nur Paradeiser haben sich weiter im Großhandel um 100V K. pro Kilogramm verteuert, so daß ein Kilogramm 8000 K. kostete. Etwas billiger stellten sich Salate und Karfiol. In der Großmarkchalle sind die Zufuhren gleichfalls günsttg ausgefallen. Mt der Bahn waren 13 Waggons mit verschiedenen Flrischgattungen angekommen, außerdem sind a»ch größere Zuführen ausser Umgebung Wiens mittels Achse zu v^rzrichnetz. Der Verkehr gestaltete. sich mit Rücksicht auf de« heutige» Feiertag etwas lebhafter. Die Preise hirtte» sich sowohl im Großfxntbel nis auch im Kleinhandel auf der Höhe b«S Vortages, «uM^fAtuaini tsssha

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