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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-25 · Heft 1687 (25.10.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1687 (25.10.1923)
Date
1923-10-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Skr. mr Mm, DomMStag Wiener Modenzeitung. 25. Oktober 1933 Ssrteb * Eifersuchtsattentat. Gestern nachts horten Parteien aes vcmseS. 16..Bez., StutttSheimergasse 6, im Hausflur drei Schüsse fallen. Man eilte in den Flur und sah dort die Hilfsarbeiterin Josefa Wachelhofer aus der linken Brustseite stark blutend bewußtlos liefen, während neben ihr ein junger Bursche mit einer noch rauchenden Schußwaffe in der Hand stand. Er wurde verhaftet. Es handelt sich um ein Eifersuchtsaltental. Der Täter, der Taschnergehilfe Johann Mach, gab beim Verhör an, daß ihm abends in einem Gasthause von der Freundin seiner (beliebten erzählt worden sei. die Wachelhofer sei mit einem Freunde ins Kino gegangen. Die Verletzungen, die die Wachelhofer erlitten hat. scheinen schwerer Natur zu sein. * Der Ausstand der Markthelser . beendet. Gestern fanden im Rathause zur Beilegung der Differenzen zwischen den Marktviktualienhändlern und den M'arkthelsern auf den offenen Märkten, die anr 19. d. zum Au 8sta nde der Markthelfer führten, neuerliche Verhandlungen statt. Von der Gemeinde wurden verschiedene Vermittlungsvorschläge gemacht, die iedoch von den Händlern abgelehnt würden. Bürgermeister R e umann brach hierauf die Verhandlungen,ab und erklärte, daß nunmehr die Frage der Abgrenzung der Arbeitsleistung der verschiedenen Gruppen des Hilsspersonales auf den offenen Märkten auf Grund der Gemeindeverfassung vom Magistrat als Marktbehörde geregelt werde. Diese Kundmachung des Magistrates wird in den'nächsten Tagen erscheinen. Die Markthelfer erklärten nun, daß sie in Erwartung dieser Regelung heute zu arbeiten beginnen werden. * Deutsch-arischer Brotneid. Beim tschccho-slowakischen Bizekonsulat in Graz ist ein jüdischer Arzt als Amtsarzt angestellt. Er hat sein Doktorat in Wien erworben und übt seine Praxis schon viele Fahre in der steirischen Landes^ Hauptstadt aus. Nach dem Umsturz optierte er, da er aus den Sudetenländern gebürtig war. für die Tschecho-Slowakei. Die steirische Aerztekammer Hai daraufhin gegen den Konsulatsarzt die Einstellung der ärztlichen Praxis verfügt. Die Wiener tschecho-slowakische Gesandtschaft wandte sich nunmehr mit einer geharnischten Eingabe an das Ministerium für soziale Verwaltung. dem bekanntlich das öffentliche Gesundheitswesen untersteht, und verlangte unter Hinweis darauf, daß zahlreiche österreichische Aerzte in den Badeorten der Tschecho-Slowakei ihre Praxis ungestört ausüben können, die Aufhebung der Verfügung der Grazer Aerztekammer. Wie wir erfahren, hat das Ministerium für soziale Verwaltung dem Verlangen der tschecho-slowakischen Gesandtschaft Rechnung getragen und das über den Grazer Konsulatsarzt verhängte Verbot der Privatpraxis aufgehoben. * Verbesserungen im Zngsverkehr. Ilb 1. November werden die Fahrpläne der Linie T a r v i s—W i e n einige Aenderungen erfahren. Die Züge 593 und 596 von und nach Wien tverden beschleunigt und in der Zeit verändert werden, um Anschluß an die italienischen Zuge von und nach B ol o g n a und Rom zu gewinnen. Man wird damit auf der Linie Wien—Rom einige Stunden an Zeit gewinnen. Auch die Verbindungen von Mailand, Turin und Genua nach Wien werden um einige Stunden Beschleunigung erfahren. Kleine khroutt. — Zw«; Embryps im Körper eines Mannes. Me aus Belgrad gemeldet wird, wurde an der chirurgischen Abteilung des Landesspitals eine in ihrer Art seltene Operation durchgeführt. Ein junger Mann kam in das Spital mit einem auffallend geschwollenenen Bauch. Da mcm glaubt, daß es sich um einen Tumor handelt, wurde die Operation beschlossen und ausgesührt. Nach vollzogener Operation wurde die Geschwulst untersucht und zur größten Ueberraschung wurden darin zwei Embryos gesunden; der eine war 39 Zentimeter lang und hatte einen verkümmerten Kopf, der zweite hingegen hatte nur den Kopf entwickelt. Es ist begreiflich, daß dieses Resultat großes Interesse bei allen Aerzten erweckte. Die Mutter des Mannes hat ursprünglich Drillinge empfangen. Zwei Embryos wurden jedoch vom dritten eingcschlossen, kamen nicht voll zur Reife und führten ein parasitäres Leben im Körper des operierten jungen Mannes. Dieser war seit seiner Kindheit sehr zurückhaltend unds hatte seit feinem fünften Lebensjahre Beschwerden. Doch war er sonst normal und heiratete vor einem Jahre. Vor einem Monat verstärkten sich die Schmerzen derart, daß er ins Spital gebracht werden mußte. — Die Reform der Kanzelreden. Aus London wird uns berichtet: Auf dem soeben in Portsmouth stattfindenden englischen Kirchenkongreß hat Pastor E. G. Sellwhn, einer der berühmtesten Kanzelredner Englands, mit seinem Referat über die Notwendigkeit einer Reform der Kanze-'lreden anch außerhalb der Kirchenkreise das höchste Interesse hervorgerufen. Was Reverend G. Selwyn als Reform vorschlägt, wird ohne Zweifel auch bei anderen Konfessionen Anklang finden. Er sagte im wesentlichen: „Meiner Meinung nach ist die Zart der Reform der Kansdl gekommen und ein Aufschub dieser Reform mühte zur völligen Entwertung der Kanzelreden führen. Die erste Grundbedingung jeder Kangelwde muß darin bestehen, daß der Redner nur daun spricht, wenn er etwas sagen will und sagen muß und nicht, daß er in die blaue Luft hineinredet, nur um das Dekorum Vn wahren. Da nun der Redner, der weiß, was er seinen Mitmenschen Mitteilen will, uttlb über einen gewissen Grad von Bildung verfügt, das, was er zu sagen hat, nicht in die Länge zieht, sondern kurz, verständlich und leicht begreiflich vorträgt, sei es auch die Pflicht des Kanzelredners, seinen kleinen, mageren Gedanken nicht durch überflüssige Phrasen zu einem halbstündigen Speech aus-zudehnen, sondern in fünf Minuten, verständlich und zu m Herzen sprechend, vorzutragen, was er zu sagen hat." Rev. Selwyn geht in seiner Kirche als Reformator der Kanzelrede bereits m'l-t gutem Beispiel voran. _, —. Bakterie« gegen Heuschrecken. Eine jüngst bei Heu« schreckenschwärine, die einen Teil Mexikos und Zentralamerikas heimsuchten, beobachtete Krankheit hat zur Entdeckung eines wirksamen Mittels gegen die Heuschreckenplage geführt. Die^ Untersuchung der erkrankten Tiere ergab, daß die charakteristischen Erscheinungen der neuen Krankheit, fortschreitende Lähmung der Beine, dann der Flügel und des Rumpfes, durch einen Bazillus hervorgerufen waren, den ver mexikanische Gelehrte Jose Maria Pinto mit Wahrscheinlichkeit als die Empnnsa Grilli bestimmen konnte. Es gelang auch, oen Bazillus auf die einfachste Weise zu züchten, indem man die Kadaver verendeter Tiere mit Zuckerwasser übergoß und so einige Zeit stehen ließ. Werden die von den Heuschrecken bedrohten Pflanzungen mit dieser Lösung besprengt, dann gehen die emfallenden Tiere alsbald zugrunde, ehe sie größeren Schaden anrichten können. — Die „Bibel von Olivares". Bor kurzem ist ein berühmtes Manuskript zum ersten Male den Forschern der ganzen Well zugänglich gemacht worden. Es ist die Uebersetzung deS Allen Raments aus dein Hebräischen ms Kastilische von Rabbr Möses Arragel aus Guadalfajara. die als die „Bibel von Ollvares" bekannt ist. Unter der Aegyde des Hcr- >zoqs von Berwick und Alba für den Roxbmghe Club, dessen Mitglied der Herzog ist. herauSgeaeben. wurde ein beschränkte Anzahl von Ezemplareu für die Ochfenillchkeit zu einem Per- WIENER pELZMODEB-WERmm Heinrich Weininger I. Bez., Opemring 1—3 iininBaaaninBMMHaMHaaHBnan Wegen verspätetem Einlangen unserer zweiten Mustert•/'? am London sehen tvir Ms veranlaßt, noch eine (von Montag, 22. bis Samstag, 27. Oktober) anzusetzen Zum Verkaufe gelangen: PelzmSntelHchjackenHelzmpes durchwegs Modelle Schöpfungen erster Pariser und Wiener Künstler, zu AusstellungS- und Modeschauzwecken angefertigt 9] W AA Me wiederkehrende Gelegenheit zum Einkauf von wirklich feinem Pelzwerk in noch nie gezeigter Ausführung und Billigkeit Sonderangebote: 348 Pelzmäntel .. von K. 3.000.000 PMacken ... tum 0. 1,800.000 Hunderte Füchse von K. 800.000 Herren-ötadtvelze«. Pelzsakkos von K. 1,500.000 anfwllrts Berkens imuittttlirodiefl »tt 0 118 6 Uhr kaufspreise von 84 Pfund Sterling für das zweibändige Werk gedruckt und bei Maggs Brothers in London verlegt. Die Uebersetzung war im Jahre 1422 auf Veranlassung von Don Louis de Guzman, Marguis von Mgabra. und Großmeister des militärischen Ordens von Calatrava ^begonnen und 1439 zu Ende geführt worden.. Erst in den letzten Jahren entschloß sich der Herzog von Alba, das Manuskript in einer seiner Bedeutung angemessenen Form zu reproduzieren. Es enthält 516 Pergamentblätter, deren Seitenränder den in kleinen Lettern geschriebenen Kommentar des Rabbis aufweisen. Ein großer Teil seines Wertes liegt in den Verzierungen, die aus 299 in Gold und Farben gemalten Miniaturen von Toledo-er Künstlern von Rang bestehen, während die 29 Anfangsbuchstaben und die Ränder samt den vielen, ganze Seiten ausfüllenden farbigen Miniaturen das Werk französischer Künstler waren. Die gesamte Reproduktion der mit viel Mühe und Geld verbundenen Uebersetzung ist in Spanien besorgt worden. Mm und Konst. tt* (Nachfolgende Notizen vis zu der Rubrik „Vereine" find entgeltlich.) * Tanzinstitirl Äermann Braun» 14. Bez.» Nein- Sorfgasse 42. * Alle Hanssrauen rnsen im Chor: „Die beste Seife ist Kagor." * reppichhau« Weitzner» VI., Mariahilferstraße 105, kommt bei Einkauf von Teppichen, Decken, Vorhängen ustv. in allererster Linie in Betracht. Lorzügl. Tevviche aus reinem Wollmaterial, Größe 2X3 K. 470, Größe 25VX35V K. 589. warme f ensterfchützer K.38, Seidencloth-Steppdecken K.175, Bettvorleger . 19, Flanelldecken K. 38, Doppelbettdecken K. 99, MadraLvorhänge K. 95, Scheibenvorhänge K. 5, Bettgarnituren K. 190, BonneS femmes K. 38 usw. Größtes Lager in -chten Maffersdorfer Argamantepptchen zu konkurrenzlosen Preisen! Preise in Tausendem. Vereine, Sattelst «nd Versammlungen. Bezirkssektion XI?/XV. Der für heute cmgesetzte Vortrag des Herrn Adolf Böhm über „Immigration und Kolonisation Palästinas" wurde auf den 8. November verschoben. Urania. Heuter Großer Saal, 5 Uhr: Die Besteigung des Mount Everest. h,8 Uhr: Dr. Josef Bergauer: Vortragsabend (mit neuem Programm). — KleinerSaal, */§6 Uhr: LandeSschulinspektor Hofrat Dr. Anton Becker: Bau und Bild von Niederösterreich. VI. V*S Uhr: Fachlehrer Karl Wohtaeekr Das Glas und die Kunst des Glasblafens. — KurSfaal, 5 Uhr: Hofrat Max M i l l e n k o v i ch- M o r o l d r Marie v. Ebner-Efcheubach. Hl. V,7 Uhr r Hoftat Ing. Rudolf P o z d e n a r Wie schrieben die alten Völker ihre Ziffern und Zahlen? 8 Uhr r Dr. Karl P e u k e r r Die Landkarte VI. — K l u b s a a l, h,6 Uhr: Kamillo H o r n r Allgemeine Musiklehre. IV. '/,8 Uhr r Alte und neue Erzähler. VI. Editha Harnisch: Hermann Hesse. LtopoldstädterVolksheim, 2. Bez., Zirkusgaffe 48. 7 Uhr: Kants Weltanschauung, Geschichte ver Philosophie, Rechtsfragen des täglichen LebenS, Göttliche Komödie, Kunstbetrachtung, Wissenschaftliche Tierkunde, Englisch, Stimmbildung, Französisch. 8 Uhr : Satiriker der Weltliteratur, Bau und Funktionen des menschlichen Körpers, Psychologisches Seminar, Experimentelle Psychologie, Die Kirnst de8 Islams, Mathematische Diskussionen. Grundlaaenrorschuug der Mathematik. Die limaebiing WienL. Madame gastiert." (Lustspiel von Gandera und Gevel. — Luftfpieltheater.) Diese Vorstellung darf Josef Jarno dem ZyKus feinet literarischen Abende einverleiben. Ein entzückendes franHöfß sches Lustspiel, das von den hetztet: Dingen" der LiebeSbe. täligung spricht. Aber scharmant, witzig und nachdeMich. Wie gewinnt die besorgte Mrrtter die Neigung eitle! Mädchens für ihren schüchternen, -mit 26 Jahren noch „un. berührten" Sohn? Sie dichtet ihm ein „BerhMtnis" an nntz bringt ihn mit einer Schauspielerin zufarnmen. Wenn daur der arme, blöde, liebenswerte Junge mit jener Freundin' allein ist, gibt es ein wunderfeines Duett. Sie ist ihm einina? amf einer Eisenbahnfahrt zwei Stunden tze^nü'bevgesessen. Er sah sie nicht au, senkte das Gesicht über eine Zeitung — abe-r sie merkte, daß er die Zeitung verkehrt hrett. Dieses zart« Liebeserlebnis blieb ihr als kostbarstes unter den zahlreicher erotischen dunkelroten Abenteuern im Gedächtnis, n:ehr noch, im Herzen haften. Und nun kommt über die Frau das groß« Begehen nach diesem .^Jungfräulichen". Wenn sie ihn endlick umarmt, darf ruhig das himmlische -Orchestier einsetzen. Ei ist eine schöne Liebesnacht. Eine Ueberraschung bringt dann noch der Schlußakt. De: Gatte dieser Frau, die einen jungen Mann „reif für die Che^ machen soll, repräsentiert sich ztmächst nur als blinder Hahnrei der im Wahne lebt, der Inbegriff nNtviderstehlicher Männ lichkeit und der ehelichen Treue seiner Gattin sicher ztt sein Aber dann zeigt sich — Josef Jarno zeigt das :md wir sahen ihn selten so herrlich Komödie spielen —, daß dieser Ehemann der Freund und Lebensgefährte seiner Gattin ist, de: ihr manche Liebesfrende gönnt, aber sie vor gefährlichen Dummheiien schützt, wenn sie die Leidenschaft mtterzukr ieger droht. Bortrafflich der Dialog, bis hart an di« Grenze des Ga statteten vordringend, aber niemals zotenhaft oder igemein, dafür mit gesellschaftskritrschen Bemerkungen gewürzt, mst fröhlichen Betrachtungen über die Liebe garniert. Sehr angenehm neben chrem Drrettor die Hauptbrteiligten: Attila Hörbiger (ein anmutiger, vornehmer junger Schauspieler), das frische Fräulein Emmy Pfeiffer die bewährte Marietta Weber. Ilse Jta soMe ihren Pari delikater sprechen. Doll Verdienst die Herren Neckamm Hans K a m m a it s. — Es war ein starker Erfolg. O.?(. Sottjtrte; Das Wiener KonzerthauS beging Äe Jcchrzehnb frier feines Bestandes: Zehn Jahre zählen sonst nur gering, doch sie tviegen doppelt und dreifach durch die schickfalsschwevev Ereignisse, die sich in diesem Zeitraum zufammendräirgien. Weltkrieg und Zusammenbruch, GrenMerre und DcÄutanot waren die ungünsttgsten Voraussetzungen für die Pfl^e internatiouctler künstlerischer Bezichungen; wenn Keichwohl in diesem Jahvzchrtt in den Sälen des Konzevchauses ersprießliche Aäbeit geleistet wurde — wir verweisen Nur auf die stilvolle Orpheus-Inszenierung im Vorjahre, auf die Pflege neuerer TvnMnst, auf die Förderung moderner englischer Tondichter und auf die eben beginnende moderne MujsiWrwche —, so ist es das Verdienst von Dr. Hugo Botstiber, dem guten Hausgeist des Konzerthauses. Meich ihm muß das unermÄdliche Walten FeMncmd Löwes erwähnt' werden, den bedauerlicherweise Krankheit an der Leitung des Festkonzertes verhinderte. Paul v. Klenau dirigieirte Äs Ersatzmann Beethovens „Neunte" — die SM sangen die Damen Merz-Tnnner und Rutfchka, die Herren Schubert und Mayr — mit schönern Eifer, doch ohne die rechte Weihe. Der allzu häufige Genuß der „Neunten" hindert wohl auch das Pubilibum, durch dieses hohe Fesffpiel die richtige Woche <*U' empfanget:, die geschäftsmäßige Ausbeutung des Ju-bechymnus enMeidet ihn des GöM'ichen. Wie beim Eröfftrungskonzert ging der ,Meunt«n" anch diesmal das fiir das Konzerchaus von Richard Strauß komponierte .festliche Präludium" voraus, die moderne Ouvertüre zür „Weihe des Hauses", die in heilem C-Dur in lichter MeiftersingerbrÄte dahinrauscht und durch die jubelnden ^Trompeten von der Höhe" Zu äußersten:, freilich auch nur äußerlichem Glanze gesteigert ist. Auch im ersten Konzert des Konzert der eins trat Paul v. Klenau für den erkrankten Direktor Löwe in die Bresche und dirigierte mit anerEennettswerter Routine Bruckners „Erste", deren Leitung er im letzten Augenblicke itbernommen hatte. Gerade hier wäre Ferdrnatrd Löwe als Dirigem am Platze gewesen, denn keiner hat gleich ihm so Mchtbare Arbeit als Pionier der Brucknerscheu Symphomk geleistet, keiner hat sich so tapfer für Bruckner eingesetzt, dessen hundertster Geburtstag in dieser Saison wett trnd breit gefeiert wird: So eröffnete Franz Schalk seine bevsits populär gewordenen Abonnemontskonze-rte mit einer groß arrgvl^egten, tief schürtfertden AuMhrung von Bruckners „Sechsten", Bernhard Tittel dirigierte die „Neunte" ebenso derb mtd massig als unverküu,stell in seiner ursprünglichen Muftkatltena.rt. Es folgte das „Tc-deum" in viel zu starker Choäbküsetzung, gegen die das Orchester u-nd das vortreffliche So'Iistenqtlartett der Lonlv Donnerstag, 25. Oktober 1023, 7 Uhr abends, findet im Festssiale des Hotels „Bayrischer Hof“ II. Bezirk, Taborstrasse 39, ein LITERARISCHER ABEND statt, an welchem der bekannte jiddische Dichter-Schriftsteller S, SEGALOWICZ (WARSCHAU) aus eigenen Schriften vorlesen wird Karten erhältlich im Vorverkauft „Wiener Morfren*eifnn(t“, II., Taboretr. 1; Sehretariat Arboilerhoim „Borochow“. 11.. ßinmaaorr. 1/2; Kartenbureau wAidau,lI.,Tal)oretr. 5; Bnehhcwullui'.r r IV.vif. 1., IlotsutnrniJtr. aaj Rartenburean Snielmann. 11.. Prata^Hi-. t? r.iid an der Kam 91

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