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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-24 · Heft 1686 (24.10.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1686 (24.10.1923)
Date
1923-10-24
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Cftk 5 Men, MWvö'ch ' ' Urani a: Heute: G r o ß er Saal, 7,3 Uhr: Schü" kervortraz: Die Wunder des Himmels. — Wüste. 5 Uhr: Die Besteigung des Mount Everest. Uhr: Zumerstenmal: Unser Salzkammergut. — Kleiner Saal, V*6 Uhr: Pridatdozent Dr. Rudolf A l l e r 8: Nervosität und Nervenkraükheiten. VI. 7,8 Uhr r Dozent Ewald Schild: Aus der Welt des Kleinsten. — K u r 8 s a a l, 5 Uhr: RegierungSrat Professor Rudolf L a r i s ch: Unterricht in ornamentaler Schrift. V. 7,7 Uhr: Oberstleutnant Edmund Glaise-Horstenau: Politische und militärische Geschichte des Weltkrieges. IV. 8 Uhr: UniversitatSprofeffor Dr. August Hayek: Die Pflanzenwelt NiederLsterreichS und Burgenlands. H. —Klubsaal, 6 Mrr UniversitätSlettor Ferd. MatraS: VortragSkunst. VH. 7,8 Uhr: Professor Dr. Gertrud H e r z o g - H a u s e r: Ein Frauenleben aus vergangener Zeit. II. Bühne md Kunst. Arnold Rost ein Sechzioer. Nach dem Grundsatz: „Früh übt sich, wer ein Meister werden will", hat der berühmte Geiger, der am 24. Oktober U863 zu Jassy geboren wurde, schon frühzeitig seine Kräfte, erprobt. Schon im Jahre 1877 sehen wir ihn als Schülers Heißlers im Wiener Konservatorium, dem er später wiederholt als Lehrer zur Zierde gereichte, seit 1881 ist er Konzert meister der Wiener Oper, seit 1882 Priniarius des von ihm gegründeten Streichquartetts, seit 1888 fungiert er cüs Konzertmeister der Bayreuther Festspiele. Noch erinnerkn wir uns aus unserer Konservatoriumszeit der begeisterlen Erregung auf der vierten Galerie, wenn Roses Zaubergeige ertönte, und seines unvergleichlichen Solospieles in dm philharmonischen Konzerten, solange sein Schwager Gustav Mahler an ihrer Spitze stand. Wenn man von Ariwld Roses Geigenkunst spricht, fo meint man gemeiniglich das Zusammenspiel seines Quartetts u.nd vergißt darüber, daß er auch ein ganz hervor« ragender Virtuose sein könnte. Daß er nur mitunter in. Beethovens Violinkonzert und Violinromanzen oder in Saint-Saens' Rondo capriccioso als Solist hervortrat, hat wohl seine guten Gründe. Sein sachliches, gewissermaßen «objektives Spiel, das jeder Koketterie und Pose abhold ist, verschmäht es, mit Virtuosenmätzchen Erfolge zu erzielen, und er selbst scheint sich viel wohler im weiten Reiche der Kammermusik zu fühlen, das er in souveräner Weise beherrscht. Der Sechzigjährige ist bereits in die 42. Saison! seines Quartettes eingetreten: Was er in dieser Zeit fürs die Kammermusik geleistet hat, gehört teilweise der Geschichte» an. In der unirdischen Wiedergabe des späten Beethoven ist er längst der anerkannte Erbe Joachims geworden und ffür Mozart und Haydn, Schubert und .Schumann hütet! er die klassische Tradition. In seiner Jugend hat er noch ffür Brahms geworben, in den Jahren seiner Reife hat er sich für Reger eingesetzt, der .ihm auch durch Widmung seiner „Suite im alten Stil", op. 93, im Jahre 1906 seines Dank abstattete, er hat die Kammermusik des jungen noch nicht anerkannten Schönberger ausgeführt; in den letzten Jahren ist er freilich von den Auswüchsen der Modernen mehr und mehr abgerückt. Was dem Rose-Quartett seinen besonderen Reiz verleiht, ist nicht nur seine reise, ernste Klangschöicheit, sondern vor allen: das ideal-exakte Zusammenspiel. Ta gibt es keine Nebensachen und keine Kleinigkeiten, mit denen masn sich nicht abgibt, Eingeweihte erzählen vielmehr, daß bisweilen Dutzende von Proben einer Neueinstudierung vorausgehen. Nur so erklärt sich die enge Verschmelzung der vier Spieler zu einem einzigen Kunstkörper, der allgemein? Verehrung genießt. Junge Enthusiasten und .greise Kunstkenner folgen mit dem gleichen Interesse seinen Darbietungen in der kleinen Partitur, und der Musikschmock hat erfreulicher^ weise in diese Konzerte noch nicht Eingang gefunden. Wenn wir dem verehrten Jubilar, der als Pädagoge, als Primarius und als Konzertmeister eine Zierde des musikalischen Wien ist, an der Schwelle des siebenten Jahrzehnts ein Herz-. Lichts „Glückauf" zurusen, so wissen wir uns eins mit alten Wiener Musikfreunden. slb. * Ter 'Gemeinderat wird, wie wir v«rne!)m-ü. 'Professor» Arnold Rose anläßlich seines 60. Geburtstages ms Bürgerrecht der Aadt Wien verleihen. ’ Konzerte. Tie. Kammermusikervereinigungen sind fleißig an der Arbeit. Neben dem Rose-Quartett, das eine historische Uebersich t über die neuere Quartettliteratnr mit einer prächtigen Wiedergabe von Stamitz, Dittersdorf, Haydn und Mozart erösfnete, erfreute das Mairecker-Buxbaum- Q'uartett mit Aufführungen der klassischen Trias Haydn, Mozart und Beethoven, die von wienerischer Wärme erfüllt waren. Die mit männlicher Energie geladene Pianistin. Helene Lampl-Eibenschütz brachte im Vereine mit de,: Herren B a l tz und S ch n e i d e r ein einsätziges Trio von Egon Kornauth, das mit sicherer Formbeherrschung prägnante Themen und eine gewählte Sprache vereinigt, die fleißige Pianistin Albertine Steudner-Welsing spielte mit Pros. B n x b a n m eine neue Suite für Cello und.Klavier von Joses Lech thaler, eigentlich eine Cellosonate, die sich melodischen Ausdrucks befleißigt, doch noch der sicheren Satztechnik ermangelt und sich oft mit Vevlegenheitsfloskeln über leere Stellen hinweghilft. Die -Bekannt--' schaft der wertvollen Cellosonate Op. 4 von Zoltan K o da l y verdankte man der Verbindung des vorzüglichen Pianisten Tibör Szatmari mit Prof. Buxbaum. Nur zwei jSätz'e enthält das Werk, die sich völlig ergänzen: Eine freie Phantasie, die einsam nachgrübelt, und ein launiges „Allegro con spirito", das mit Humor und rhythmischer Kraft die Aveifel der Fantasia löst. Mau spürt in der Akkordik imi* BMrrer Morgtzrizettünßl. ~ ~ Mitteilungen aus dem Publikum. 0*31 OQOO XX. Wallenstein8tr. 16 X. Favoritenstr. 98 X. Favoritenstr. 130 V. Schönbrunneratr. 105 XXI. Hauptstr. 44 Läufer Prima Läufer, 70 cm breit . . . . ..& 2\ Prima Läufer, 90 cm breit , ..! i .* K 32 Jacquard, 70 cm breit...x 30 Jacquard, 90 cm breit .. K 54 Schafwollboucld, 70 cm breit .. . . . K 95 Schafwollboucte, 90 cm breit.* . I K 170 Teppiche Boucle, durchgewebt, zirka 2X3.* . . 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' Frau Hedda Kux sang Lieder von Schubert und Schumann mit der sympathischen Befangenheit und demi entschuldbaren Tremolo der Debütantin. Der junge Sopran hat Farbe und ein warmer Unterton von Gefühl schwingt! mit. Bei der bekmmten englischen Liedersängerin Dorothtz Moulton herrscht der Intellekt vor: Mit ansehnlichen Technik, noblen Gesangsmanieren und lauwarmem Bortrqgy sai:g sie ältere und moderne Gesänge, unterstützt von Rudolf! Nil ins, der das begleitende Kammerorchester mit Delikatesse leitete. Die satte, dunkle, von Leidenschaftlichkeit durchglüht» Stin:n:e von Sonja Palm füllte in Liedern von Schumann! und Wolf mühelos den großen Musikvereinssaal. flV. Karlheinz Marlin» dessen Inszenierung von Shakespeares «Richard Hl." im Raimund-Theater teils Entzücken, teils Befremden erregte, soll Regisseur der BurgtyeaterS werden. Direktor Herterich will ihn an Stelle PaulsenS engagieren. Karlheinz Martin ist ein Eigenartiger uw> Neuerer, wenn auch seine berühmte „Treppe", die er im „Richard HI." verwendete, Anlaß zu zahlreichen Späffen gab. Er wäre für daS Burgtheater jedenfalls ein Gewinn. Eduard v. Bauernfeldfche Prämienstiftung. Das Kuratorium der Eduard v. Bauernfeldschen Prämienstiftung hat in seiner am 22. d. stattgefundenen Sitzung einstimmig den Beschluß gefaßt, dem Dichter Uriel Birnbaum in Würdigung seines Sonettenwerkes „In Gottes Krieg" einen Bauernfeld- Preis zi: verleihen. Schauspieler und Kritiker. Ein interessantes Dokument dafür, daß der Kampf zwischen Theater und Kritik schon vor langen Jahren tobte, ist wohl folgender Brief, den der Schauspieldirektor Döbbelin :m Jahne 1784 an Professor B., den Kritiker der „Bossischen Zeitung", schrieb: „Mein Herr (Professor kann ich Sie nicht nennen) Zeitungsschreiber! Sie haben heute in der „Bossischen" mich, mein Theater und meine Direktion auf die unwürdigste und unverantwortlichste Art angegriffen! Ich bin zu alt, um mich von einem gallsüchtigen Menschen herumhudeln zu lassen. Ich habe zu lange als Märtyrer der Kunst gelitten. Wer hat zuerst „Minna von Barnhelm" aufgeführt? Döbbelin. Wer hat zuerst „Emilia Galotti" auf die Bühne gebracht? Döbbelin in Braunschweig! Wer haPS unter Deutschen gewagt, „Nathan der Weise", mit aller Würde neu dekoriert, neu gekleidet, aus die Bühne zu bringen? Dieser von Ihnen unverantwortlich gehudelte Döbbelin! — Ich bitte Sie um Gottes willen, lernen Sie mich besser kennen oder Sie wagen zu viel und hören dann auß Zeitungen zu schreiben und Kritikaster zu sein. Der Henker hole mich, wenn Sie ein Freibillett bekommen, das der ji:nge Herr Boß für Sie bei mir gesucht! Leben Sie wohl, besser:: Sie sich, dies wünscht Ihr tödlich beleidigter Döbbelin, dem Sie das Brot zu stehlen suchen." Ein Duell wegen Freikarten. Aus Paris wird gemeldet: Das von der: Blättern angekündigte, durch eine Theatrraffäre wegen vertveigerter Freikarten hervorgerufene Säbelduell zwischen Jacques Richepin, dem Sohne des berühmten Dichters, und dem Herzog von Camastra hat gestern in St.-Clond stattgefnnden. Der Herzog wurde an der rechten Hand leicht verletzt. Die Gegner schieden versöhnt. Aus den Theatern. B n r g t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr abends, „DerLers ch w e « b e t\ Akademietheater. Morgen, halb 8 Uhr abends, „Bunbury*. >. Bolksoper. Heute ,D i e A f r i k a n e r i n". Freitag PueciniS „Bohem e". Theater an d e r Wi eu. Die Neuinszenierung der Johann Sträußschen Operette „Eine NachtinVenedig" anläßlich des 94. Geburtstages des Meisters findet Donnerstag den 25. d., präzise 7 Uhr abends, statt. Die musikalische Bearbeitung und Leitung hat Erich Wolfgang Kor n g o l d übernommen. Gerichtssaat zweierlei »Scher. Wegen großer Hinterziehung von städtischen Steuern haben sich gestern und heute vor einen: Schöffengericht unter Vorsitz des Hofrates Schneeweiß, der Kaufmann Rudolf Freiwir th, der KausnuMN Pmkas Ferner und der Buchhalter Alois Fuchshubrrzu veraMwooten. In der Auklageschrift wird erzählt, daß am 16. März d. I. die Anwälte Dr. Otto Zeisl rmd MaÄus Deutsch heim Stadtrat Bveituer im Rachaus erschienen und ihm mittöMen, daß m einem großen Betviobe Steusrh intergiehungen vorgekommen seien. Die Anwälte nannten den Betrieb, und zwar das Cafe Atlantis, luud bezeichuvten als ihren Auftraggeber den Km:sn:ann Pmkas Feriber. Bis zum Juni 1923 hat Ferher das Kaffeehaus mit Freitwirth in eigener Regie geführt. Nachdem von den Anwälten die Anzeige bei Stadt rat Breituer erstattet worden war, wurde eine Revision an« geordnet, aber vorerst nichts gÄfuuden. Erst später gaib der Buchhalter des Kaffeehauses, Fuchshuber, an, daß er über Auftrag zweierlei Bücher geführt hat, MMch ein Buch für die Eigentümer un>d Teilnehmer am Betriebe, und'das andere. Buch für die Belhötzde. Die Prüfung der Bücher ergab, daß die Stadtgemeinde um 149,437.068 K. für Nahrungs- und Genußmittelabgabe und um 130,269.656 K. für Lustlbarkeitsabgab-e geschädigt worden war. Wie FuchshNber angab, wurden die richtigen Bücher zur Abrechnung mit Ferber und Frsiwirth verwendet, die gefälschten Bücher wurden der Behörde vorgelegt. Die Anklage sagt, daß auch Fcrbier von den falschen Auszeichnungen gewußt habe. Auf Grund der Untersychnug wurde gegen Fuchshuber, Freiwirch und Ferber dis Aullage wegen B e-> rruges «hoben. Das BerhSr. Die AMage vertritt Staatsaullvalt Dr. Kralil, r >. teidiger iMrven'ier^n Dr. OSkar Beer, Dr. Müritz B-nnnstein, Dr. Moritz Hackl, Dr. Eduard Flivgl und Dr. Otto Zeisl. Als erster wind der Buchhalter Fuchshuber einver» ' nsiu.nen. Er b-etenu: ück n\w der Tat'haMung, nicht aber des l

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