Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1686 (24.10.1923)
- Date
- 1923-10-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Uflf. TB8& Wen, -MtMoch Wiener Morgenzeitung.. 24. Mtsbev 1923 Gerbe v dar .Ablauf dieses Jahres tief in die Tasche werden greifen müssen. ES war offenbar schon zu. lange Ruhe und die löb-- liehe Telephonverwaltuug will den Abonnenten wahrscheilolich in Erinnerung rufen, daß sie auch noch existiert. Denn die jeweiligen Gebührenerhöhungen sirtd bisher die einzige, Gelegenheit gewesen, die das Walten unserer Telephonobrigteit erwies. Was man sonst von dieser Behörde in den. breiten Massen der Telephonabnehmer weiß, gehört leider zu den weniger erfreulichen Dingen. Auch die früheren Erhöhungen der Gebühren — und es wareit nicht wenige — sollten dem Ausbau unseres Telephvnnetzes dienen. Wie das österreichische Telephon in Wirklichleit anssieht, darüoer weroen ixe Lausende, die täglich Mir falscheic Anschtnssen, Aichc-verbunocu-meroen, lltucibrechu.ttgen, Zwrschelt>chaltnngelt unb ähnlichen nervenverben uchenoen Scherzeit zu tämpfen hadert, besser urteilen) - 'tönneu. Auch die ücutc, die seit Jahren darauf warten, eit d l i ch e i n Telephon zrr bewrnmen, wrssen kein schönes X'ieb voll der Telephonoerwaltung zu singen. Seit Jahren ist es die alte Misere und daS Lelephoic ist bei« uns trotz der Gebührenerhöhungen niemals besser geworden. Eher schlechter, wenn das überhaupt möglich ist. Nur eines kann man unserem Telephon nach rühmen, wenn mau diese Eigenschaft als ruhmvoll bezeichnen will: Es ist teuer, und zrvar terter genug, um nicht jene Verbreitung zu finden, die ein so wichtiges, modernes Verkehrsmittel wohl haben müßte. Das Telephon ist in Oesterreich noch immer ein Luxus und die Telephonverwaltung steht eben auf dem! Standpunkt, Luxus müsse bezahlt werden. Durch diese Ausicht unterscheidet sich Herr H o h e i s l von seinen Kunden, den Abonnenten, die aus dem verbohrten Standpunkt stehen, das Telephon habe dem Verkehr zu dienen und je mehr, Telephone es gebe, desto besser. Weiters sind alle die Tauseitde, die für die Geschäftspraxis unserer Telephonverwaltnng, deren einzige Kunst darin besteht, die Gebühren zit erhöhen, wenn sie es für notwendig hält, so wenig Ber-, ständnis haben, der Meinung, das Telephon tväre verbreiteter, wenn es billiger wäre. Nun, die Tclephonvecwaltung sorgt schon dafür, daß das Telephon in Oester-i -reich nicht wie in anderen Staaten ein populäres Verkehrsmittel werde. Darum wird das Telephon!bei uns noch lange kein Geschäft, sondern eine Behörde bleiben, die ihren Untertanen Erhöhungen, nach Gutdünken vorschreibt. Kurze Wetterbeffernng. Bei unveränderter südwestlicher Luftströmung über Europa war es gestern in Oesterreich trüb. Am Ostrand der Alpen hat es geregnet. Die Temperatur, morgens meist über 10 Grad, zeigte nur geringe Tagesschwankungen. Das milde, feuchte Wetter wird anhalten. Voraussager Kurze Besserung, morgens starke Neigung zu Nebel, tagsüber heiter und mild. * Die heilige Ordnung. Es geht nichts über die wohlncordnete und gutgefügte Welt der Parapraphen. Daß diese Ordnung manchmal zur Groteske tvird, daran ist nur. die verdammte Schlamperei, die man Leben nennt, schuld, und die Mangelhaftigkeit einer Staatsordnung, die noch nichü alleAeußerungen dieses Lebens in entsprechende Mbriken. uitd Paragraphen zu bringen vermochte. Immerhin haben» wir es herrlich weit gebracht und sicher wird es alle Büriger, deren erste Zierde eben Ordnung ist, innig freuen, wen!n sie hören, daß das Bezirksgericht Fünfhaus gestern einen Mann, der sich mit einem Revolver, für den er keinen Wassenpaß besaß, erschießen wollte, wegen Uebertretnng des Waffenpatents zu 20.000 Kronen verurteilt hat. So ist's recht! Warum ist der Mann so ungeschickt gervesen und hat sich rricht tödlich getroffen? Darm hätte der Staatsanwalt, so schwer ihm dies auch geworden wäre, sich mit der Tatsache abfinden müssen. Tot ist tot. An dem Lebendes jedoch kann man das Wirken der staatlichen Ordnungsmaschinerie erproben. Sie hat — Gott sei Dank — nicht versagt — der Gerechtigkeit ist genüge, geschehen und aller Spießbürger, die sich die Ordnung nicht anders vorftellen köirnen wie als einen Wald von Warnungstafeln, der von Schutzleuten und Staatsanwälten bevölkert ist, können ruhig wciterschlafen. Die Probe auf das Exempel ist wieder einmal gelungen. Und es wäre wahrscheinlich auch 'dann gelungen, wenn etwa jemand von einer Stelle, an welcher das Baden verboten ist, einem Mitmenschen das Leben gerettet hätte. Dann wären beide, Netter und Geretteter, — Ordnung muß sein — wegen verbotenen Badens zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Darum, o, österreichische Zeitgenossen, so euch mies vor diesem Leben ist: Bergeßt nichts vorher ordnungsgemäß einen Waffenpaß zu lösen. Sonst bringt ihr Unordnung in die wohlgefügte Welt der Staatsanwälte und das rächt sich immer bitter . . . g—b.! * Ein Abschietzsfest. Hell tönender Chorgesang, lebhaft 'wuchtende Kiwderaugen. Für Menschen im schulpflichtigen Alter ist ein Fest eben ein Fest, mag es auch beit Abschied von Frau Hadassa Vogelbaum gelten, die viele von ihnen ans der Straße, vielleicht mitten in einer Rauferei. angesprochen und dann in eine der von ilr gegründeten und nach ihren Prinzipien geleiteten sechs Heimstätten des Vereines jüdische Kinderfreuitde" geführt hat. Ms aber zwei Lehr Pe rsonen Abschiedsworte an die Gefeierte richteten und Frau Leonore Smolensky tief ergriffen ihren Gefühlen Ausdruck verlieh, sah mau. daß diese Kmoer, die zumeist ohne jede' Erziehung der Straße überlassen waren, nunmehr volles Verständnis dem Ernste des Festanlasses entgegenbrachten, daß sie, denen die hebräische Sprache jejtzt nichts Fremdes ist, auch ifiihlen. was es für einen Juden bedeutet, nach Palästina zu übersiedeln. Frau Dr. Bogeloaum dankte in herzlichster Weise, erwähnte ihre bewährtesten Mitarbeiter und schilderte insbesondere, wie, Herr Obervabbinner Dr. Chajes alle indische Fursorgearbeit fördert. Es schien der wackeren jüdischen Frau, die immer danach strebte, nach Palästina zu ziehen, jetzt nicht leicht zu fallen, von ihren Sä)ützlingen Abschied zu nehmen. Sie hofft, datz der Verein ^Indische Äiudersreunde" schon so sehr «* *» südlichen i.q.’wijn.i».' f i Bereinigung zionistischer Bankbeamte« Ktubheiin VIII., Bennoplatz 1. Straßenbahnwagen : J, J2, 5, 18, lö präzise 7,8 Ilhr abends * Schnettzugsvrrbindung Wien - Frankfurt a. SU. Vom 24. Oktober l. I. an wird der die Verbindung Wien— P o s sa n — F r a n k f u r t a. M. verinittelnde Schnell«» D 410 auf der deutschen Teilstrecke Wttrzburg—Frankfurt a. M. geänderten Anschluß finden und nach folgendem Fahrplan verkehren : (9 409) Wien-Westbahnhof ab 23 Uhr 00 Min., Würz» bürg an 12 Uhr 45 Min., ab 14 Uhr 12 Min., Frankfurt a. M. an 16 Uhr 42 Min.; zurück Frankfurt a. M. ab 14Uhr 36 Min., Würzburg an 17 Uhr 14 Min., ab 17 Uhr 30 Min., Wien-West» bahnhof an 8 Uhr 00 Min. (v 410). Die in diesen Zügen verkehrenden durchlaufenden Wagen I. 11. und III. Klasse Wien- Frankfurt a. M. und Budapest—Frankfurt a. M. werden vom gleichen Zeitpunkt an nur von Wien und Budapest -iS Würzbmg und zurück geftihrt. über de» XDl. zionistenkongretz Referenten: Dr. Fritz Georg Steiner Dr. FaKvb Weiner Dilkltor brr Britisch-Oerlerr. Bant Gäste willkonimen! . Gäste willkommen! Volksgut geworden ist, daß die Wiener Inden ihm eine immer größere Ausdehn^ni ftmer Wirksamkeit ermöglichen imrden. Die Augen der Kinder antworteten der Rednerin: „Bist du auch in 'Palästina, das, was du uns gegeben, bleibt für immer bei uns." * Selbstmord vor den Augen des Sohnes. In Simmering hat sich .gestern mittags ein erschütterndes Drama abgespielt. Der Hilfsarbeiter Emmerich Zinnie l,' der schon seit längerer Zeit ke-we Arbeit bekommen konnte, hat vor den Augen seines 15'äbr!gen Sohnes Selbstmord begangen. Zinniel. der für kurze Zeit in einer Gießerei gearbeitet hatte, seine Stelle aber verlassen mußte, weil die Arbeit für seine 54 Jahre zu schwer war. batte in seiner. Verzweiflung schon wiederholt SclbstmordaKsichwn geäußert. Gestern entfernte er sich von zu Danse und als sein Sohn Karl beim kam. ahnte er sofort Unheil und eilte den, Vater nach. Er erreichte ihn auf dem Wege zum Do n a u k a n al und beschwor ihn. von seiner Absicht obwstehen. Zinnie! aber blieb unerbittlich, riß sich los und eilte weiter. Ter Knabe suchte den Vater mit Aufbietung aller seiner Kräfte znrüözühalten. Knapp am User des Donaukanals rimifaßft der Knabe den Mann und rief, als er von Ferne Leute herankommen sab. gellend um Hilfe. Aber noch ehe Hilfe zur Stelle war, hatte Zinniel sich losgerissen und wrang vor den Augen des Sobnes und der Passanten ins Wasser,- wo er foforr verschwor d, ohne wieder mm Vorschein zu kommen. Alle RettuttgZoersuche blieben vergeblich. * Die Autoraserei. In der Nacht zum 23. d. wurde der 59'ährige Dienstmann Karl Klimscha Wiini Uebersttzen der Ottakringerstraße von einem Periomnanto überfahren und schwer verletzt. Ter Antolen-ker fuhr, ohne sich um den Verlebten zu kümmern. rasch weiter. Seine Ausforschung, ist einaeleitet. — Gestern um Mitternacht fuhr der Cbanfftur Josef Kümmeret mit seinem Lohncmto über die Ottakringer, straße gegen die Peripherie. Zu gleicher Zeit fuhr auch der Chauffeur Schmid mit seinem Auto durch die Ott-akringerstraße stadtwärts. An der Ecke der Kalvarienbenagasse und Ottakringer. ltraße stießen beide Autos zusammen, wobei der Wagen Schunds erheblich beschädigt wurde. Von den dre: Fahrgästen klagte der Bankbeamte Polsterer Wer Schmerzen am Fuße. Sonst wurde niemand verletzt. Kämmerer soll ohne Signal, die Ecke scharf schneidend, in bte Ottakringerstraße eingeiboaen und somit an dem Unfälle schuldtragend sein. — Ans der' Landstraße wurde gestern der vierjährige Hausbesorgerssohn Karl Trattner beim velbersetzen der Straße von einem Prüvatauto, das von der Privaten Stephanie R o l a n d- Scherbeh gelenkt wurde, erfaßt und niedergestoßen. Die Erhebungen sind eingeleitet. * Ein flüchtiger Kassier. Seit etwa zwei Jahren ist der 31jä'hrige Kassier und Buchhalter Leo Slavik flüchtig, nachdem er hier und in Bukarest beträchtliche Gaunereien verübt hat. Er war vor Jahren bei großen Unternehmungen in den Älpenländern als Buchhalter und bei der .^International Harv elfter Company" in Bukarest beschäftigt gewesen. Im No. vemder 1021 hat er der Com^anv einen Betrag von 10Y.000 Lei -unterschlagen und die Flucht ergriffen. Er wurde wohl verfolgt, konnte aber nickt festgenommen werden. In Wien tauchte er in den letzten Monaten auf; ohne fick aber polizeilich zu melden. Er brachte sich damit fort, daß er für mehrere Firmen und kleine Bankhäuser Bücherrevisionen durchführte. In dieser Eigenschaft war er auch bei einem Handelsgesellschafter im 6. Bezirk beschäftigt, der ihm im August laufenden Jahres zehn Millionen mit dent Auftrag übergab, das Geld in einen: -Bankgeschäfte zu deponieren. Slavik hat dem Gesellschafter einen Kaufbrief auf 25 Rima-Aktien mit Unterschrift und Äampiglie der Bank überbracht und behauptet, die 10 Millionen für die Mien erlegt zu haben. Es stellte sich aber nachträglich heraus, daß der Mann die Aktien gar nicht gekauft, das Geld für sich behalten und den Kaufbrief gefälscht hat. Seither ist der Mann nicht mehr anfgetaucht. und der Handelsgesellschafter hat nachträglich festgestellt, daß Slavik ihm auch aus seinem Lager 15 Ledcrbrieftaschen, zwei Aktenmappen und eine Damenvisitiere im Werte von zwei Millionen gestohlen har. Slavik wird verfolgt. * Stellenausschreibung bei der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. Bei der Wiener israelitischen Kultusgemeinde sind eine Reihe von Dienststellen ausgeschrieben. (Siehe Inserat der helttigen Nummer.) * Eine Sammlung sür die Blinden. Der Ber b and der B l i n d e n v e r e i n e O e st e r r e i ch s in Wien veranstaltet am 11. und 12. November eine Sammlung in den Gast- und Kaffeehäusern. Theatern, Kinos und öffentlichen Lokalen. Der Magistrat hat auch die Auflegung von Sammelbagen in den Hätlsern bewilligt. Zur Durchführung diestr Sammelaktion sind nun freiwMge Helfer erforderlich und' der Verband bittet Organisatiöncn und Einzelpersonen, die sich für diese Arbeit zugunsten der Blinden zur Verfügung stellen wollen, dies an die Adresse Wien. 7. Bez., Hermanngasse 24, Mteilung Argentinisches Wohlfahrtswerk, bekanntzugeben. * Das Jahresfest des Bundes jüdischer Jugendwanderer findet diesen Sonntag den 28. d., halb 10 Ilhr vormittags, im Großen Saal der Urania statt. Restliche Karten ausschließlich im Zionistischen Landeskomitee, 2. Bez., Taborstratze 20 a, erhältlich. Das Programm bringt neben den interessanten Diapositiven des Lichtbildervortrage-s über die Sommertour des B. j. I. W. in die Schweiz und den 13. Zionistenkongreß in Karlsbad musikalische, beziehnngstveise rhythmisch-turnerische Vorführungen. Ertvähnenswert ist ferner die Verlosung eines Freilanfsahrrades, eines photographischen Apparates, einer kompletten kleinen Telcphonanlagc, eines Aquarillms, vieler schöner Bücher und touristischer Attsrüstuugsgegenstände. Auch das Schattentheater mit Versen und Musik dürfte allgemeinen Beifall finden. , * PoNverlmhr mit Deutschland; Vom 1. November d. I. an sind auch die Postämter ohne Telegravbenbetrieb zur Annahme von Postanweisung^ nacb ^Deutschland, dem Saargedict und der freien Stadt Danzig unter den gegenwärtig bestellenden Venimmunaen (Döchswetraa derzeit 10 Milliarden. Markt erntö Kleine Wonil. — Das erste Röntgen-Institut in Palästina. Der Verm>al* tungsrat der Hadassah-Spitäler in Palästina hat das Uebereinkomnten bestätigt, das zwischen diesem und dem Präsidenten des jüdisch-amerikanischen Aerztekomitees getroffen worden ist und das die Einrichtung eines Rön 1 gc n- Instituts in Verbindung mit dem Rothschild-Spital in Jerusalem betrifft, das den vereinigten beiden Körperschaften unterstellt sein soll. Obiges Uebereinkommen sieht Ankauf und Einrichtung eines vollständigen modernen- Röntgen-Instituts für Diagnose und Therapie vor. Für die Kosten, die 10.000 Dollar nicht übersteigen sollen, kommt das jüdisch-amerikanische Aerziekomitee auf. — Wie einst der Herr Zensor entschied. Im Jahre 1828 brachte der in Berlin, erscheinende ..Gesellschafter" einen Aufsatz von G-.'neral von Minatzki über den Mißbrauch ^>er Fremdwörter, linier anderem war da auch zu lesen: „Da- Berliner „Jnteltigen-Matt" trag: seinen Fromdnamen anäi^zu Unrecht, denn von Intelligenz ist nichts darin." Diesen, Sitz strich der Zensor, Geheimrat Grano, mit der burcaukratischen Bemerkung: ,Da das „Int>eNoenzblat-t" seinen Namen im Jahre 1727 iälrch königliche Verfügung erhalten hat, so wird wchl auch Ir.relligenz zu finden sein." — Ein Geschenk des Königs Hussein. Aus P a r i s tvird uns gemeldet: Wie wir seinerzeit berichteten, wird mit Zu. stinimung der ftanzösischen Regierung im Pariser muscl. manischen Institut eine Moschee errichtet. König Hussein von Hedschas verständigte nunmehr die französische Regierung, daß er den Wunsch halbe, der Moschee in Paris ein Stück der nrälten Decken, welche die Kaaba in Mekka unchüllen, znm Geschenk zu machen. Diese Decke, die der persönlichen Sammlung des Königs entnommen wird, ist ein äußerst wertvolles Stück, etwa zwei Meter lang, und wefft zwei kunstvoll in Gold gestickte Koranverse ans. König Hussein schätzt diese Reliquie so hoch ein, daß er sie durch eilten eigenen Kurier nach Paris bringen läßt. . — Die jüdische Landwirtschaft in Rußland. Nach Nleldungen der russisch-kommunistischen Zeitung „Emes" hat das Goiivernementskomitee der kommunistischen Partei in P odolien sowie das gouvernementale Exekutivkomitee der Regierung ein Zirkular verbreitet, in welchem erklärt wird, daß einige'landwirtschaftliche Experten gewisse antft semitische Tendenzen verbreiten. Demgegenüber wird festgestellt. daß das Emporkommen der jüdischen Landwirtschaft eine wichtige Eroberung der Revolution sei. Es werden deshalb folgende Richtlinien^ bekanntgegeben: Die Jitdeu sollen in keine besondere juristische Kategorie eingeteilt werden. Es soll niemand, der selbst Arbeit leistet, von landwirtschaftlichen Gemeinschasten ausgeschlossen werden Dürfen. Es sollen Maßnahmen vorbereitet werden, um die jüdischen landwirtschaftlichen Arbeiter in den Kreis der Dorfbevölkerung einzubeziehen. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" find entgeltlich.) guter und billiger Waren. Infolge Vergrößerung der Geschäftsräume gelangen im Kaufhaus B r ü d e r S ch i f f m a n n, 2. Bez., Taborst r a ß e 48, Waschwaren, Damen- und Herrenwäsche, ferner Leinenwaren, Bettwäsche, Regenmäntel sowie original englische Stoffe für Damen und Herr« in enormer AuSwchl zn unerreicht billigen Pressen zum VerkMf. Nachstehend einige Beispiele: Prima Webe.. pro Meter 11.000 K. 8.500 K. „ Chiffon ....... , „ 12.000 K. 8.800 , „ Streifgradl.„ , 14.000 „ Bettzeuge.„ . 12.000 K. 9.800 K Bettücher, 140 Zentimeter breit , . 19.800 „ Matratzengradl.„ „ 28.000 n Blaudruck.„ w 9.800 w Etamine in allen Farben . . . „ * 7.900 , Damewhemden... 25.000 K. 19.800 . Damengarnituren (dreiteilig) ........... 98.000 „ Seüienjumper ... 59.000,, Kretonhemden (für Herren) . . .. 29.800-, Unterhosen.. . . 18.000 „ Covercoats. 39.800 „ Englische Schafwollstoffe.. 45.000 Regenmäntel .. 125,000 „ Tanzinstitul Kermanu Braun, 14. Dez.» Dein, övrfgasse 42. * Alle Hausfrauen rufe« tm Chor: Die beste Seife ist fiaaov.“ Vereine. Bortriige und Versammlungen. Vexe i it ig-uu g zio nist is cher Ba nkb e am t e £ --Aiorgen, dreiviertel' 8 Uhr abends, im Klubherme. 8. Bez., Bennoplatz 1 a (Ecke Flovianigassc). Eröffnungsabend, on wclchetn Dr. Fritz Georg Skoiner, Direktor der Britisch-östcrrsichischen Bank, und Dr. Jakob Weiner über den 13. Zionisten» ■ kongreß referieren werden. Gäste willkommen. Der V e r e i n T i k w a t h I e h u d a eröffnet heute im neurenoüterteu Klubheim, 8. Bez., Bennoplatz 1, präzise 8 Ubr abends, seine diesjährige Saison mit einem GesellschastSabend. Programm: Sr. Ebrw. Rabb. Tr. Mor. Bauer, Festrede; Her. Dr. Otto Abeles, Aktuelles; Kamntermusik, Kompositionen von Goldmark, Tschaykowsky, Ausfiihrende: Konzertmeister Zimbler, Prof. Horowitz, Frl. Grete Koller, alle vonr Wiener Tonkunstlerorchester. Anschließend Tanz. Leopoldstädter Bolksheim. 2. Bez., Zirkus.- gaste 31. 7 Uhr: Softologie, Europäische Geschichto, Deutsch« Sprachgeschichte, Kuwstbetrachtnng, Verständnis des mu'stvalrschen ' .stüu'strverkeS. Richard Wagner, KranLhsiiÄeh«, Italienisch. Tschechisch, Rarunlehre. Zeichnen und Malen. 8.Wkr Rankes Werke, Musikgeschichte 1. MsjenSunde, VovevbunM» leirre. Italienisch. Dschechnck. 'des WMalteys, Enalftche Konveri atiav-