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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-20 · Heft 1682 (20.10.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1682 (20.10.1923)
Date
1923-10-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1689 Wien, Samstag Mecho-Aowakei. Sie Pariser Verhandlungen. HarlS, 19. Oktober. Mich dem ..Atotin" seien die zwischen dsm Ministerpräsidenten P o 'l n e a t c und dem tschecho-slowakischen Außenminister Dr. Benesch geführten Besprechungen von großer Wichtigkeit. Cs handle sich darum, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern durch bestimmte Vereinbarungen zu vögeln. Die Grundlagen' hierfür seien in Paris gelegt worden. Dr. Benesch werde nach einem gewissen diesbezüglichen Studium gewidmeten Zeitraum zweifellos nach Paris zurückkehren, um zu einem endgültigen Einvernehmen in dieser Frage zu gelangen. Sie Nationalnersammlmm Prag, 19. Oktober. Durch eine Entschließung des Präsidenten der Republik wird die Session Ver Nationalversammilung mit 21. d. geschlossen und die Nationalversammlung gleichzeitig zu einer am 30. d. beginnenden .Herbstsession einberusen._ Ungarn. ■ MsenbaKndefizit und Lariferhsihunn. Budapest, 19. Oktober. (Tel. der „Wiener Morgen« Zeitung".) Heute nachmittags fand im Handelsministerium eine Enquete über die g e pl a n t e E rh ö h u n g der Eisenbahntarife statt. Die erschienenen Vertreter der Industrie und des Handels übten scharfe K r i i i f o n b c nt R egierungsprojekt und wiesen darauf hin. daß die Eisenbahrrtarifein Ungarn im Falle einer weiteren Erhöhung bereits die Goldparität überschreiten würden. Handelsminister Valko bewnte demgegenüber, daß das Defizit der Bahnen sich noch weiter erhöhen würde, wenn die Steigerung der Tarife unterbleibt. Mm. Cine feMrmm de? FnnemMIsters Glombinsü gegen die Juden. Warschau, 18. Oktober. (Tel. der „Wiener Morgen- Leitung") Im Zusammenhänge mit den Gerüchten übet» bevorstehende Judenexzesse, die infolge des Aufrufes der Regierung in ganz Warschau verbreitet waren, intervenierte Abg. Dr. Thon im Innenministerium und verlangte, daß die Regierilng vorbeugende Maßregeln erergreife. Der Direktor des Sicherheitsdepartements versicherte dem Abg. Dr. Thon, daß die Regierung alle Vorsichtsmaßregeln getroffen habe. Auch der Regierungskommissär von Warschau gab beruhigende Erklärungen ab. Eine Delegation der jüdischen Klubs sprach auch beim Innenminister Kiernik-vor, der erklärte, daß er sich persönlich nm die Sicherung der öffentlichen Ruhe kümmere. Er habe alle diesbezüglichen Weisungen persönlich erteilt. Bezüglich des Aufrufes erklärte er, daß die Regierung mit dem Passus „innerer Feind" n i ch t die Juden, sonddiern die Kommunisten gemeint habe. Die Regierung könne nichts dafür, daß dieser Passus von gewisssen Kreisen mißverstanden werde. Auf einem von den Nationaldemokraten anläßlich der Explosion veranstalteten Trauermeeting wurden nach den Reden des Abg. Kozicki, des Ministers Glomb i u s k i, der mit den Ausrufen: „Es lebe der Numerus elausus", begrüßt wurde, Paters Lutoslawski und vielen anderen, eine Resolution gefaßt, in der erklärt wird, daß die Explosion ein „Signal zu einem Generalangriff gegen den polnischen Staat" sein sollte, da die- Sanierung der gegenwärtigen finanziellen Zustände ein Ende aller Hoffnungen der Linken, Kommunisten, Juden und anderer Feinde Polens bedeuten würde, die beschlossen haben, die Sanierungsaktion der Regierung zu Falle zu bringen. Tie Explosion in der Zitadelle sollte ein blutiges Signal zur Organis'erung des Chaos und der Anarchie sein, daS die Feinde Polens gegeben hätten. Die Regierung habe die Pflicht, sofort jeden Versuch zur Hervorrufung von Wirken in Polen zu unterdrücken. Ter Innenminister Kiernik will also den Eindruck .'m'i'ifei:. daß die Regierung in ihrem Aufrufe unter dem '.''nsdrnck „innerer Feind" nicht die Juden gemeint habe, >vöh-en.d ein Mitglied des Kabinetts öffentliche anti- ' e m itische H etzreden hält! Rundschau. mzridnrchsnaiUW im Verband der Royalisten. Paris, 19. Oktober. Uebcr Antrag Malvhe ist heute -ichmittags im Bnrean de8 Landesverbandes der i a in e l o t s du N o i eine H a u 8 d n r ch s u chung vovge- ''.'miuen worden, wobei mehrere Briese beschlag- - ' h m t wurden. Sir Home fordert vermehrte Rüstung. London, 19. Oktober. (Tel. der „Wiener Margenzeitung".) Ter frühere Schatzkanzler Sir Robert Horne erklärte in einer Rüde in Glasgow, daß die Verminderung d e 8 Prestiges Englands der Herabsetzung seiner Rüstungen zuzuschreöben sei, während die anderen Staaten diesem Beispiel nicht gefolgt seien. Es fei darum nötig, daß England seine Rüstungen vermehr«. Sie Wahlen in Bulgarien. Sofia, 19. Oktober. (Bulg. Tel.-Ag.) Mittels eines heute erschienenen königlichen Dekrets sind die Wahlen in die gesetzgebenden Körperschaften für den 1 8. N o v e mb c r anberaumt worden. Wiener Morgenzeitung. Delikatessenfilialen; III.Rennweg 40 Telefon K« 78.200 VII. tfeustiftgasseUO VIII. Pioristen^asse 19 Konsumfilialen: II Große Mohrpng. 5 III. Stanislausgasse 5 IV. RienÖ5selgassel6 Xlll.Penzinftersrraße^ XIX öillrotkstraße 24 Ab^abesfellen in allen Bezirken ZenlTal^cn* 2412^251« IplwnsmUQgakefe nach Deutschland Eilexpedidbn Tagesbericht. Hard landidiert! New-Uork, 19. Oktober. (Tel. der „Wr. üllorgeuzeimug".) Der Automobilkönig Henry Ford kündigt an, daß er zu Beginn des nächsten Jahres eine eigene Partei zu gründen beabsichtige, deren Anhänger er besonders im Westen sammeln will. Man nimmt an, daß diese Ankündigung Fords nichts anderes bedeute, als daß er ernstlich Äs Präsidentschaftskandidat in Frage kommen will. Mn unsinniges Gerücht. Vor mehreren Tagen war in einigen ausländischen Blattern die Nachricht aufgetaucht, in Niepolomice in Kleinpolen seien in einer für das Militär bestimmten Fleischlieferung Stücke von Menschenfleisch entdeckt worden.. An diese Meldung, der wir sofort entgegentreten konten, tvurden sensationelle Mitteilungen über Mißstände in der Approvisioniernng der polnischen Armee geknüpft. <. Bon autoritativ« Seite wird der „Wiener Morgenzeitung" mitteilt, daß diese ganze Meldung vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Das unsinnige Gerücht, daS zuerst als Scherz auftauchte, und dann, offenbar in bös-? williger Absicht, verbreitet wurde, ist darauf zurückznführen, daß in N<1epolomice bei einem Fleischhauer verdorbenes Fleisch saisiert wurde. Die polizeiärztliche Untersuchung hat erwiesen, daß das Gerücht, es hätten sich Stücks von Menfchenfleisch darunter befunden, lächerlich und vollkommen unbegründet war. Schließlich sei noch bemerkt, daß es sich durchaus nicht um eine für das M'ilitäck bestimmte Fleischlieserung gehandelt hat. ftfie österreichische Segelflngwoche. Wogen ungüntt'ger Windverhältnisse senden gestern ans dem Maschberg ke'n« Flüge statt. Die gestern geleöstcn Karten zum Betreten des FluggeländeS haben heute Gültigkei:, Tn Flugplatz wies gestern einen außerordentlich starken B-u'uch auf. Es stnFn» Demonstratwnsvorträge statt, welch« vom Publikum mit lebhaftem Interesse mchgen-ommen tvurden. Mit Rücksicht o.-; die morgen stattsindeuden Wahlen verkehr: außer dem normalen Sondcrzvg nw 7 Uhr 50 Min. noch ein weiterer Sonderzug um 19 Uhr 4G Min. vorm., 'o daß Bl-ülcher der E/gelslugwoche vorher noch an der Wahlurne ersche'ren können. Temtzeratmznnahme. Gestern morg":s,regnete es in Tirol, in Salzburg tvar es trüb, im übrigen Oesterreich heiter Mit Morgennebel. Es war tagsüber im allgemeinen um einige Grade wärmer, n'-'' in Men kälter als vorgestern. Es steht ein Einbruch warmer Lustbei südlichen Winden bevor. Voraussage: Vorübergehende Trübung, vielleicht mmäßigem Regen, dann wieder sö'nngeS A'.»i klären, stärkere Teniperaturznnahme, auffrischende 'ndostliche Winde. Sie Lebensmittelmürtte. Preisrückgang« für einzelne Fleischsorten. — Streik der Markthelfer. Obwohl die Gwßmarkthalle (Fleischalneilung) mit Fleisch nicht besonders günstig versorgt war — per Bahn langten nur acht Waggons ein —, reichte das Angebot doch vollkommen zur Deckung des Bedarfes. Im vorgestrigen Engrosverkehr in bet Großmarkthalse sind anschließend an Preisrückgänge ans dem Stech Vieh markte in St. Marx die Preise für mindere Kälber nnd Kalbfleisch bis 300G> Kronen pro Kilogramm znrückgegangen. Auch Gefrierfleisch mußte um 2000 Kronen pro Kilogramm billiger abgegeben werden, da das von privater Seite bezogene und auf den Markt gebrachte Geftierrindfleisch minderer Onalität ist und wenig Anklang bei den .Hausfrauen findet. Tie Kleinhandelspreise für Grfrierrindfl.'iich mit Fnwage betrugen in der Großmarkthalle: Vorderes 10.000 bis 12.000 Kronen, Hinteres 14.000 bis 18.000 Kronen, Brate ns lei sch ohne 20. Oktober 1923 GM i Zu wage 18.000 h' is 22.000 Kronen pro Kilogramm. übrigen Flcischgattungen haben Teilte Preisändavutg OP* fahren. (' Die Grünwarenmärkte waren mit alle» Artikeln mehr als ausreichend beschickt. Die Preise blieben unverändert, nur Zwetschken sind natürlich im Preise gestiegen. Ein Kilogramm kostete bei den Produzenten 3000 bis 3200 Kronen, für schöne Ware wurden auch 3500 Kronen gefordert. Gestern früh sind die Markthelfer und Standarbeiter, welche die Waren auf- und abladen, m dien Streik getreten, wodurch aber bis in die Mittagsstunde» der Betrieb auf den Märkten keine Störung erlitt. Die Marktamtsorgane trugen für die Aufrechterhaltuyg der Ruhe und Ordnung auf den Märkten Sorg«, so daß auch die Zufuhren infolge des Streiks keine Beeinträchtigung erlitten. Die Ursache des Streiks sind Lohnforderungen der Markthelfer und Standarbeiter, die keinen fixen Be-l zöge haben, sondern lediglich für daS Abladen von Obst und Gemüse nach dem Gewicht der verladenen Waren entlohnt werden. Man hofft, daß es bald gelingen wird, eine Einigung herbeizuführen und daß der Betrieb der Märkte keine Störung durch den Streik erfahren wird. * Die Goldparität. Die Geschäftsleitung der Oesterreich!- schen Nationalbank teilt mit. daß die Goldparität (Umrechmrngsverhältnis betreffend die Zollzahlungen in Gold) für dir Periode vom 22. bis 28. Oktober 1923 mit 14/100 Kronen festgesetzt worden ist. * Abschied des Hofrates Dr. Frankfurter. Am Donnerstag verabschiedete sich der infolge des Angestelltenabbaues in den Ruhestand getretene Direktor der Universitätsbibliothek Hofrat Prof., Dr. Frankfurter von den Angestellten der Universitätsbibliothek. In einer Ansprache würdigte der Amtsseit er Regierungsrat Dr. Crüwell die Verdienste, die sich Hofrat Frankfurter gerade in den schwersten Zeiten um das von ihm geleitete Institut, erworben hat. Sein Werk sei eS. daß die Wiener Universitätsbibliothek zu einer der besten Bibliotheken des deutschen Sprachgebietes geworden sei. Zum Gedächtnis an das Wirken Dr. Frankfurters soll sein Bildnis in der Universitätsbibliothek angebracht werden. Auch der Minister für Unterricht hatte Dr. Frankfurter in seinem Schreiben seinen Dank für das unermüdliche Wirken und seine Tätigkeit zum Wohle der Universitätsbibliothek 'ausgedrückt. Bei der Abschiodsfeier versicherte Dr. Frankfurter in seiner Dankrede, daß er der Universitätsbibliothek auch in Hinkunft nach Kräften dienen werde. Hoftal Frankfurter verbleibt nach dem Ausscheiden aus seinem Amte als sachlicher Beirat im Unterrichtsministerium. * Der Schulunterricht am Montag. Der Wiener Stadtschulrat teilt mit, daß für die Schulkinder jener Klassen, deren Räume als Wahllokale benützt worden sind, am Montag den 22. d. der Unterricht entfällt. Für die Schulkinder der iibrigen Klassen beginnt der Unterricht am Montag um 10 Uhr vormittags. * Keine Fusion des Fischer-Verlages mit Sttnnes. Der Verlag S. Fischer (Berlin) schreibt unS: Da in letzter Zeit das Gerücht verbreitet wurde und zum Teil auch in die Presse Eingang gesunden hat. daß der Verlag S: Fischer sich mit der Deutschen Verlagsanstalt fusioniert hätte und diese in dir Hände des Herrn Stinnes übevgegangen wäre, bitten wir Sie höflichst, in Ihrem geschätzten Blatte diese Nachricht als völlig aus der Luft gegriffen bezeichnen zu wollen. Der S. Fischer-Verlag ist zu Beginn dieses Jahres in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden, deren Anteile in der Hand des alten Inhabers verblieben sind. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik Vereine" sind entgeUlich.) * Tanziastitnr Sermamr Brmm» 14. Bez., Reindorfgaffe 42. * repptchhau, rvettznee, n, Martahtlferstraße 105.. kommt bei Einkauf von Teppichen, Decken, Vorhängen usw. in allererster Linie in Betracht. Vorzügl. Tevpiche mS reinem Mollmaterial, Größe 2X3 K. 470; Größe 250X860 K. 580, warme Fensterschützer K. 38, Seideneloth-Steppdecken K. 175, Bettvorleger K. 19, Flanelldecken K. 98, Dopprlbettdecken K. 90, MadraSvorhänge K. 96, ScheiSenvorhänge K. 6, Bettgamituren K. 19", BonneS femmeS K. 98 ustv. Größte» Lager in echten MafferSdorier Argamanteppichen zu konkurrenzlosen Preisen! Preise in Tausende 7. * Sin konkurrenzloses Angebot. Das Tuch, und Trx-:!- warenhaus Tauber u. Co., 15. Beg., OesteÄemgassc 2. Eck? MariabiLserstraß« 170, offeriert Tausende von Wollstofftesten nn- Kostüme und Anzüge und anderen Texttlarten zu enorm billigen Preisen, die im Inserat« der obigen Firma sin Auzeigenn'! ersichtlich sind. Da nur sechs Stück von jeder Sorte «borgebcn werden, ist von besonderer Mchtiakeit für dar P. T. 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Enrico Dandolo. 8 Uhr: Dr. Hugo M ü t e s i n d t; Urgeschichte der Technik. — K l u bs a a l. 6 Ubrr Univ.-Lektor Ferd. M a t r a S : RednerknrS. VI. V,8 Uhr: BildungSftagen der Gegenwart. V. Univ.-Prof. Doktor Anton L a m p a: Naturwissenschaftliche Bildung. Leopold st ädterBolkShe im, 2. Bez., Ztrknsgasie 48. 7 Uhr; Vorlesung Ferdinand G r e g o r i r Der ftShliche Goethe. Karten bi» 7000 K. » Spenden zugunsten der JnIandSaktton für Kinder und Greise de» Jüdischen Frauenbundes (9. Bez.. LiechterrsteiBrah« Nr. 11/18). Direktor Hans Engel 1,000.000 K., N. Neidinger 500.000 K., Anna Berkowitz (New-Äork) 5 Dollar, Valentine Springer, Brüder Ezeezawic-ka je 200.000 K., F«u Serma Friedmann. Hann Kauwoda, S. Trebitsch L Sohn, Josef Zwieback & Bruder je t<>0.000 K.. Bruder Ehrlich, Rosa Menezl, Tr. Wilhelm Kautz. Knnerolwerte, Wilhelm Kur & Bruder. G. Oesterreicher, Aron Spitzmann. Eillh Rester. Äug. VerkehrSbank, Pauline Wohl, Im'ef Snjeinws Söhne, Moritz Intrater ie 50.000 K

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