Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1681 (19.10.1923)
- Date
- 1923-10-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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♦5fr «neuer MorseULeLtuntz. 19. OikiÄer 1928 Nr. 1681 Der Kampf gegen die turne kinwanderungsbill in Amerika. Alls Nt'w-Aor? meldet I. C. B.: Die jüdischen g ewcrks chaftlichen VereinigunMn smvie der Orden „B'r i t h Abraham" haben beschlossen, einen scharfen Kampf gegen das vom Senator Ioh n s o n enttvorfene -neue EinwanderungZgesetz, das besonders die jüdische Einwanderung benachteiligt, zn eröffnen. Es ist die Einberufung einer Konferenz geplant, welche die zu eröffnende Kampagne einleiten soll. Me Herr öchiirsf für dar Bolkrwohl sorgt. Amtsränme für Hakenkreuzler. Zu den kompliziertesten Fragen, von welchen das Ä5ien unserer Tage bewegt wird, gehört zweifellos jdaÄ Wohnungsproblem. Täglich kann man im Wohnungsamt in der Bartensteingasse Hunderte von Parteien in langen Reihen angestellt sehen, die di« Hoffnung, endlich zu einer Wohnung zu kommen, hierher geführt hat. Dia Gemeinde bemüht sich, die Wohnungsnot nach Kräften zu bekänrpfen. Anders die Regierung. Durch den Abbatl von Aemtern wurden in den letztein Monaten eine ganze Anzahl von Amt s r ä u m e n frc i, die sich, recht gut für Wohnzwecke geeignet Hütten. Herr Schücff, dem unter anderem neben der Hebung des österreichischen Verkehres und des Handels auch die Verwaltung staatlicher Gebäude obliegt, denkt in diesem Punkte anders. Für diesen Minister gibt es keiw Wohnungsproblem und, wie, der folgende Fall zeigt, hat Herr Schürf, für frei gewordene Amtsräume eine (tont bessere Verwendung: Er gibt sie den Hakenkreuzlern. >! I 1 In der Techniker st raße 4 wurde durch die Verlegung eines Amtes ein ganzes Stocklverk frei. In diese Räume ist nun die Den tsche Per kehrst g e w e r k s ch a f t, die bisher in zwei anderen Häusern! Amtsiokalitäten hatte, eingezogen. Das Anforderungsrech tj, das das Wohnungsamt selbstverständlich geltend gemacht hatte, wurde von Herrn Sch ürf f und dem Ministerialsekretäc Sequenz einfach ignoriert. In die früheren! Räume der Deutschen Versteh rsgewerkschaft aber wurden — der kluge Mann baut vor — schon feit einiger Zeit gesinnun^slüchtige Untermieter gesetzt, so daß auch diese Räume Wohnzwecken nicht zugänglich sind. Nicht weniger als 16 Räume wurden auf diese Weise ihrer eigentlichen Bestimmung entzogen. Dies ist in kurzen! der Sachverhalt. Es ist dies nicht der erste Fall, daß sreigewordene Amtsräunre vom Handelsministerium an hakenkreuzlerische» Organisationen vergeben werden. In diesem Sommer erhielt, als jnochi Herr Kraft seines Amtes waltete, die Niatiogial-' s o z i a l i st i s ch e Partei eine Anzahl von Räumen; im Hause E li sabc th st ratze 9, dem gewesenen Verkehrsministerium, zugewiesen. Damals war der freundliche; Vermittler Herr Ministerialrat Jak sch, der auf unsere! Frage erklärte, das Ministerium müsse bei der Per4 gebung von Räumen „objektiv" vorgehefn. Es ist pinÄ merkwürdige Objektivität, ein« Partei, die alles eher alsj zu den Ordnungsparteien gehört, bei der Unterbringung m AmtSlokalitäten offenkundig zu bevorzugen. In erster Linie hat ein Minister der Rchmblik! Lesterreich das allgemeine Interesse der Bevölkerung wahrzunehmen. Dazu gehört vor allem die Linderung deff Wohnungsnot. ES hat denr Minister, auch wenn ihm die Hakenkreuzler persönlich noch so nahe stehen, tootW kommen gleichgültig zu. sein, wo diese Leute ihre Organisationen unterbringerr. Tie Lüge der grotzdeutschen Wahlplakate, die Ostjnden seien an der Wohnungsnot schuld, wird! durch dieses Verhalten des Herrn Schürff offensichtlich, denn wie man sieht, gibt es in Wien noch Räume ganug? deren richtige Verwendung die Wohnungsnot in Mein! zwar nicht mit einem Schlage beheben, aber zu ihrer! Linderung viel beitragen könnte. Kern Streif der Chauffeure am Wahltag. Der neuerliche Beschluß des Exekutivkomitees der Kraftfahrer-Union, den beschlossenen allgemeinen Streik der Privat- und Autotaxi-Chaufseure am Wahltage durchzuführen, weil die Regierung das gegebene Versprechen, noch vor dem Wahltage eine Automobil-Enquete einzuberufen, nicht eingelöst habe, hat nunmehr das Bundesministerium für soziale Fürsorge zu einer neuerlichen Intervention veranlaßt. Die Kraftfahrer-Union erhielt im Lause des heutigen Tages vom Ministerium für soziale Fürsorge die Mitteilung, daß die Automobil-Enquete für den 29. Stöber.anberaumt sei. Das Ministerium teilte weiters mit, in dieser Enquete vor allem anderen die Ausarbeitung der Arbeiterschutzgesetze, das ist: Die Festsetzung der Minimallöhne, einer beschränkten Arbeitszeit, der Kündigungsfristen, des Urlaubes, ferner die Ueberstundcnbezahlung, Kranken- und Unfallversicherung, in Beratung zu ziehen. Auf Grund dieser bestimmten Zusicherung des Ministeriums faßte das Exekutivkomitee der Kraftfahrer-Union den Beschluß, alle ihre Zahlstellen, Ortsgruppen und Sektionen in Kenntnis zu setzen, daß von dem Demonstrations-' streik am Wahltage vorläufig Abstand genommen werde. Das Exekutivkomitee beschloß aber, für den Fall, daß, nicht auch die übrigen aufgestellten Forderungen erfüllt wer-i den sollten, den beabsichtigten Streik an einem späteren 3> * m i n durchzujührew- Mitteilungen aus dem Publikum. Billige Teppiche Handknüpfer, wenig gebrauchte tadellose Teppiche, sowie auch neue, verkauft MAX ROTHOLZ VIII., LERCHENFEL0ERSTRA8SE 48 25 TALARE UND BARETTE ALLER ART vorrätig u. nach Maas erhalten Sie am besteh bei der bekannten Spezialfinna RUDOLF GOLD STEIN Civilnnd Uniformschneid r 135 Tel. 45-8-29 ||. 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In der Großmarkchalle Wieben vorläufig die Preise fü^alle Fleischgattungen sowohl im Großhandel als auch im Detailverkehr Unverändert. Die Grünwavemnärkte sind mit Gemüse aller Art, Kartoffeln und Obst mehr als ausreichend beschickt. Sehr gesucht war Spinat, der in den letzten Wochen weniger Beachtung gefunden hatte. Die Preise für die meisten Arten von Gemüse, Kartoffeln und Obst blieben im großen und ganzen miverandert, nur Paradeiser und Zwetschken haben infolge des Vorschreitens 'der Saison im Preise, um eine Kleinigkeit angezogen. Butter und Eier kommen in Mengen auf den Markt, die den Bedarf, der infolge der hohen Preise starck einge schränkt wird, stark übersteigen. Trotzdem gehen die Preise nicht im mindesten zurück. Aurheitenmg. Gestern morgens war es in Oesterreich heiter, mit' Morgennebel in Talniederungen und Frost in Orten über 600 Meter. Tagsüber blieb es heiter; die Temperatur stiegi nur wenig über 10 Grad. Die Wetterlage. ist günstig, Voraussage: Vorwiegend heiter, stellenweise Morgennebel, etwas wärmer, schwache Winde.. mals int Kmderzmi'mer der Wohnung übern achtet. Daß Brautpaar kannte keine Scheu vor der kleinen Steffi und auch Meran verging sich m der Kleinen. Bei der Amtshandlung stellte 'das Konmiisiariat auch fest, daß Meran seinen Dienstgober, einen Grundbesitzer in der Universitätsstraße, feit einem 'halben Jahre systematisch bestohlen hatte. Me Hausier wurde toegen Verbrechens derKuppelei nnd der Diebstahlsbeteilignmg, Meran wegen Gesindediebstahles und Schandung und Bindwtsch wegen DieWahIsteilnehmung dem Landesgerichte eingelieifert. * Die Irreführung der Feuerwehr. Mt Rücksicht auf'die 1«>i längerer Zeit wiederholt vorkommenden Irreführungen der Feuerwehr durch falsche Anmeldungen sicht das Kommando der Feuerwehr sich veranlaßt, an die gesamte BevöNerung die Bitte zu richten, ziur Eruierung der Uebettäter beizutragen, mindestens aber die Zahl der böswilligen Alarmierungen zu verringern. All« werden augefordert, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die öffentlichen Telephonsprechstellen in Kaffeehäusern, Gasthäusern-oder anderen öfsenilichen Lokalen zu beobachten. * Schulunterricht «ud Wahlen. Zur ' D u rch-. f ü h r ung der am S o n n t a g d n 2'1. d. stattsindeuden Wahlen sind auch Sch u 'I g e b äu de f ü-v d i eUn t e rbringungderWa lpb'lokal-e in Anspruch genommen. Mit Rücksicht auf die damit verbundenen' Arbeiten wird-an jenen Schulen, die für die Unterbringung von W a h«llo kalen bestimmt sind, der Unterricht am S-a-ms't'ä-'g den 20. d. bereitum 11 Uhr wo-r nr i 1Ä.-a g,8 geschlossen und am M o n t-Dg - den 22.., d. e.r st-u-m 10 U h r v o r mH t a g s a n f^se n onn.m e n^An a l l e n a n d e r e n S ch u l e n ist re g elnr a'ßi'g-er^ Unterricht. * Der 3. November schulfrei. Die Schnlmch'ichtsbchörde -.ionrde vom Bnndesininisterium für Unterricht ermächtigt, den 3. November d. I. mit Rücksicht -darauf, daß dieser Tag auf .einen Samstag fällt und die vorangehenden Tage schulfrei sind, 'unter Auflassung eines der beiden DirMortage. schulfrei zu geben. , * Kein Parteicnverkehr im Wohuungsamle. Wegen her Bauarbeiten im Wohnungsamts findet morgen lk e i.n Parteienve rieh r statt. Dagegen wird bereits: in,der kommenden Woche, nämlich D i e n St a g, Do n werSt a g und S a m S t a g von 8 bis 1 -Uhr,- Parteienverkehr'abgehalten * Silfe sür arme jüdische SInSenkenL An den Wiener H o ch s ch u len st u die r t u g e gB,nw>äNt i g etwa 60bddürf 0*^3 u d»e^u uwd Jü d.r n ch^n aus Siebenbürgen, denen d a s S t u d üu m i-n d^e^r H^e-'im a t unmöglich^ e m a ch tt w i-rch.. -Um'diesen.jungen Leuten den Kampf um da8 tägliche Brot zu erleichtern, werden mitfühlende Wiener Juden, zumal-solche, die aus SK e b embürgen und de m Banat stammen, gebeten, ihnen in ihrem Hause Freit i'sch e zu./g e währe^n, wofür diese Hochschüler sich zu G e g endien st e n erbietew.. Anmeldungen nimmt entgegen: Rabbiner Dr. Max G r ü/n w4r l d, Ehrenpräsident des WirttchaftSverbandeS jüdischer Hochschüler «iS} Siebenbürgen nnd dem Banats Wie«, -2.?Bez.,. /Wrdsnands- .'straße 23. * Auszeichnungen einer jüdischen Schriftstellerin in Polen., Der polnische Staatspräsident hat der polnischen Dichterin- •Otcnftettt, einer Jüdin, für ihre Anteilnahme, an der-.Befreiung Polens das d o p p e l t c K r i e g A tix e u z verliehen. Frau Orenstein, die Enkelin des bekannten Lublbter; Gaons, hat an der Organisierung der polnischen L e g i o tt rn, zur Zeit der Russenherrschaft grotzeu/Anteil genommen.,/(J-^E^BJ^ * Neunte österreichische Klassenlotterie. Bei'^der! gestern abgehaltenen Ziehung deS'fünften Tages der fünften Klaffe gewannen: 6 Millionen Kronen das Los Nr. 58:713;! 4 Millionen Kronen das Los Nr. 26.718; Ze 3 Millionen! §kronen die Lose Nr. 18.150*.. 54.339, 73.061 und 95.950; je 2 Millionen Kronen die Lose Nr. 8431, 9297. 15.275, 34.808,'! i-64.093.54.401,56.744,60.275,60.613,72.744,88.359 und 99.061; je f l Million Kronen die Lose Nr. .302, 2076, 16.369, 22.802, 28.218, 32.240, 46.277, 47.076, 47179, 73.240, 73.892/82.950,.; i; 87.838, 93.302, 97.359 und 99.275; außerdem wurden/ 3966' Gewinne zwischen 600.000 -und 200.0M 5krv«en auSgeloft.. (Nachfolgende Notizen vis zu der RuWk ^Vereine" sind entgettlich.) Tanzinstittü S^rmaim Braun» öorfgaste 42. 14. Dez,>-Leiu- Seelarpfen K. 8M pro Kilo, bei der:.- Fordfee< Neue Filialen : M., Rennweg 87; XLl.^WoÄdSdorf, Am Spitzt Rathaus. - * Eine feine Kindererziehung. Eine auf der Landstraße wohnende Privat« hat. auf dem Kommissariat folgend« Anzeige erstattet: Die Dam« verreist« am O st e r f o n n t a g für längre Z«it nach Rumänien.. Nach ihrer im August erfolgten Rückkehr machte sie eine fürchterliche Wahrnchmuug: Sie batte ihre beiden Töchter, St>ephanie, 13 Jahre alt, und Gertrude, 7 Jahre alt, in der Obhut der Erzieherin Karolm« Häusler zurückyelassen. Di« ältere Tochter war in einer Weise verunreinigt, daß die Mutter zu der Erkenntnis kam, daß die .Meine mit Männern Verkehr unterhalten haben mutzte. Die Polizei stellte durch Ephsbungen fest, daß die Häusler ihren Verlolbten, den Bankbeamten Otto Johann B: n d a t s ch öfters in der Wohnung vmlPsaiMn hatte. Dort hcktte er auch denn Kammerdiener Franz Josef Meran kennen gelemt. Zu ihm hatte die 13jährige „Steffi LmiLÜmna. aeiabit. Bindcckb und Meran batten M-Lrvereine, Vorträge und Berkammlnnge«. Z i o n i st i s ch e B e-z i t t:& f e W v« X/Xl. Sonrttaff den 28. d. findet im Wintertempel des ifrael. Tempelvereines' Favoriten, 10. Bez., Humboldtplatz, die Generalversammlung statt.' — Vereinigung zi o ni st i sch er B an kb s amt e r. Donnerstag den 26. d., präzise s/t8. Ilhr abends, im Klubheim, 8. Bez., Bennoplatz 1, Eröffnungsübend,. bei welchem die Herren Dr. Fritz Georg Stein e r, Direktor der Britisch-Lsterr. Bank und Dr. Jakob Weiner über den XIII. - Zionistenkongreß referieren werden. Urania: Heute: Großer Saal, 6 Uhr: Die Besteigung des Mount Everest.. l),8 Uhr: Heiteres Quartett des Wiener Mannergesangvereines. — K lei n e r S a<a l, */,6 Uhr: Schriftstellerin Helene G e g e « b a u e r r-Volksbräuche, Geaenwarts- und Vergangenheitssitten in Tirol. V,8 Uhr : Univ.-Prof. Dr. Viktor B i b l: Der Thronfolger in der Geschichte. — K u r 8 s a a l, 7*7 Uhr: Prof. Dr. Leopold R i ch t e r a r Die Farbe als wissenschaftliches und künstlerisches Problem. Hl. 8 Uhr: Hoftat Ing. Josef L öw,yr Grundlagen der Starkstromtechnik, VIl. —Klub s a a l, 6 Uhr: Univ.-Lektor Ferd. M a t r a 8 r Sprechkurs VI. 7,8 Uhr: Probleme der Philosophie. V. Univ.-Dozent Dr. Siegmund .K o r n f e l d: Das Wesen der sittlichen Gefühle. I. — M i k r off k o p i e r s a a l, 7 Uhr: Direkor Dr. Ludwig Ä r n h a rl-r Die Präpariernng der Biene. Hl. L e o p o l d fft ä d t e r B o l k Sch e i m, 2.' Bez., Zirk: ' gaffe 46. 7 Uhr: Einführung in die Rechts- und 6taa‘ > Wissenschaft, Untergang der antiken Welt, Harnronielehre, Astiv " nomie, Chemie, Entwicklung des Menschen, Französisch, Psvö :> logische Besprechungen, Perspektivisches Zeichnen, Nechtschreiüü 8 Uhr: Bausteine des menschlichen Körpers, . Geographie DeutjLösterreichS. ' T e ch n i s ch e S M u s e u m. Morgen- 3 Uhr nachmittag?', Führungsvortrag von N. B o r o e v i e: Dmnpfkesselanlagen. Sonntag den 21. d., 10 Uhr vormittags, im großen Hürsaal Lichtbildervortrag : „Der motorlose Flug" von Baurat Ing. I. K a^tzm a y r. Mittwoch den 24. d., 10 Uhr vormittags, Lichtbildervortrag und Filmvorfiihrung für die Wiener-.SchuttniL-Der. Vtrkebr ewst und jetzt" iw^.Dr. Q. fBJUjoJ*' ' /