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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-18 · Heft 1680 (18.10.1923) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1680 (18.10.1923)
Date
1923-10-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Se«, L_Mnr. Donmrsdvg_^ Mentt Morgettzettung. 16. Oktober isss 1h, WW Sie Wahlen finden Sonntag den Ä. Lktöber toroTttfe 3m Mftlarmg! SWettttnfc Laim bestreiten, daß die Juden verflichtst dOb berechtigt sind. Wisch zu wählen. Um aber die Mischen Stimmen der Jüdischen Wahlgemeinschast ab- ^eustig zu macherr, verbreiten die Gogmr die Alge, daß eS zwecklos «ist. Misch zu wählen, weil die Stimmen zer- Mttert werden. Zur Aufklärung sei ftstgestellt, daß nach dem neuen Wahlgesetz die Stinrmen aus allen Wiener Bezirken zusamnengezahlt werden. Alle Neststimmen werden vereinigt. Beispiel: Die Liste der Jüdischen Wahlgeme.inkchaft erzielt im Wahlkreis 4 Nord-ost (Leopoldstadt, Brigittenau, Floridsdorf) 24.000 Stimmen, im Wahlkreis 1 (Innere Stadt, Landstraße. Wieden) 7300 Stimmen, kt Wahlkreis 2 (Mariahilf, Neubau, Josefftadh 6260 Stimmen, im Wahlkreis 3 (Alsergrund, Währing, DoVling) 8400 Sttmuven, vm Wahlkreis 5 (Margareten, Favoriten, Simmering) 2900 Stimmen, im Wahlkreis 6 (Meidling, Hietzing, Fünshaus) 3700 Stmwren, mt Wahlkreis 7 (Ru- -Äfsheim, Ottakring. Hernals) 4700 Stimmen. Wenn Lei der ersten Zählung eine Wahlzahl von 16.500 Stmnnen ermittelt wird (Lei der letzten Wahl waren es 15.200), so erhält die Jüdische Wahlgemeinschaft im Wahlkreis 4 (Äopoldstadt, Brigittenau und Floridsdorf) ein 9ra.tionalrats.mmt.dat und es bleibt vordem Rest von 7500. Diesem Rest werden nun alle in den übrigen Wahlkreisen erhaltenen Stimmen zugezahlt, also: IV 7500 plus I 7300 Ms II 5200 plus HI 8400 plus V 2900 Ms VI 3700 plus VII 4700 gleich 39.700. Wenn nach dem Proporz für das Reststimmenmandat als Wahlzahl 13J23S ermittelt wird, so erhält die Jüdische Wahlgeaneinschaft drei weitere Natronalratsmandate. 3 mal 13.233 gleich 36.699. Wenn sich nur 1! drei Wähler!! int judenarmsten Bezirk, etwa im Margareten oder Hietzing, durch die Lüge von der Wertlosigkeit und Zersplitterung abspenstig machen lassen, so verliert die Wiener Judenschaft ei« Mandat! Jüdische Wähler und Wählerinnen! Bleibt fest und wählet am 21. Oktober in alle« Bezirken die Liste der Indische« Wahlgemeinschaft! 3om hadin! Bon Siegfried Fleischer. Roch rm Sommer dieses Jahres schien es, als ob die- . Mische Wählerschaft Wiens bei den Oktoterwahle» für Notionalrat und Gemeinderat zu absoluter Ohmmuht verurteilt wäre. Nach innen war sie in Nationale und Nichtnationale gespalten und die letzten Kultuswahlen hatten auf beiden Seiten einen Bodensatz von Verbitterung zurückgelaffen, welcher eine Einigung für die bevorstehenden politischen Wahlen als kaum möglich erscheinen Deß. Nach außen trennte sich di« Wiener Judenschaft wieder, .wie so oft schon, «t verschiedene Gruppen und Grupp chen, die ihr Hell «n der Anlehnung an andere Parteien suchten. ES war dos alte Rezept in neuer Auflage, daß der Schutz der staatsbürgerlich«»» Rechte der österreichischen Juden Händen anvertraut werden sollte, die sich für diese Aufgabe vielleicht nicht aus bösem Willen, aber aus takttschen Gründen als * gang ungeeignet erwiesen hatten. England hat bekanntlich. seine Kriege mit Vorliebe von fremden Völkerschaften führen taffen und das britische Reich ist dabei gut gefahren. Die österreichischen Juden haben ihre Sache nach tex gleichen Methode anderen Parteien anvertraut, sind ate.r dabei fo sch.echt als möglich gefahren. Man nahm ihre Waychilfe mit Vergnügen entgegen, alle Parteien, von dm Kommunisten am äußerten linken Flügel an bis zu den ChvistlichfozÄrn auf dem äußersten rechten Flügel warben um ihre Stimmen; aber kaum hatte der Mohr seine Schuldigkeit getan. so konnte er auch schon wieder gehen, und alle schonen Versprechungen während der Wahtzeit waren veryeffen und wurden mit Bedacht verleugnet, damit man um GotteSwjllen nur ja nicht in den Verdacht komme, ei« „Jutenfchutztruppe" zu fein. ES gibt kein lächerlicheres Wort als die Bezeichnung ^Jutenschutz". Warm und wo immer die Juden bestimmte Forderungen geltend machten, waren eS nicht besondere Interessen t\mx von der Gesamtheit differenzierten Klaffe oder 0-esellschaftsschichte, sondern es war immer mrr daS berechtigte Verlangen, die Juden von jener verfassungsmäßigen^ Gleichberechtigung nicht auszuschließen, die. de» Staatsbürgern aller anderen Konfessionen uneingeschränkt gewährt war. Weil dieser Schutz der Bürgerrechte von den Staatsbehörden und den Polittschen Parteien mit einem höchst odiosen Beigeschmack als spezifischer .Huldenlschvtz" ausgefirßt wirrte, »rußten wir unsere eigenen Rechtsschutzrnstfturionen schaffen, die ja nur ein notwendiges Uetel waren und sind. Am schärfsten prägte sich diese rückhältige MentaMt einerseits bei der SrHialdemokratischen, andererseits bei der Bürgerlich-demokratischen Arbeitspartei, dem letzten traurigen Ableger der einstigen großer» liberalen Partei, aus. Beide Parteien, die proletarische und die bürgerliche, zitterten förmlich davor, daß die christlichen Anhänger verlieren könnten, wenn sie, den Geboten der politischen Anständigkeit Folge leistend, sich der bedrängten und gedrückten Jude« «nehmen würden. Für sie gab es keine Judenfvage» keinen Numerus elausuL, keine Beschränkung der territorialen und wirtschaftlichen Freizügigkeit der Juten. Dagegen liebäugelten die Sozialdemokraten in Wort und Bild mit tem Judenhaß der breiten Massen, und die bürgerlichen Demokraten verteidigten die Juden in einer Weise, die schlimmer war als eine AEage und die wahren Gesinnungen ihrer Führer enthüllte. So standen die Dinge noch im Laufe des Sommers. Da zuckte wie ein plötzliches Wetterleuchten, das dem reinigenden Gewitter vornusgeht, in klugen jüdischen Köpfen der Gedanke aus, angesichts der bevorstchenten Neuwahlen den alten Zwist und Zank unter den Juden selbst zu beenden, die Streitaxt zu begraben und die Kräfte der gesäurten Judenschaft zum Kampfe gegen ihre offenen und versteckten Gegner zusammenzusaffen. Der Gedanke fiel aus fruchtbaren Bote« und erwies eine starke Wevtekvaft. In kurzer Zeit ist die Jüdische Wahlgemeinschaft zur Tat geworden, welche den Grundsatz verkündete,' daß. Ehre und Recht der Juden in den öffentlichen Vertretuugskorpern nicht mehr von witerwilligen und zittrigen Vollmachttvägern anderer Parteien, sondern nur von Juden, von Männern aus unseren eigenen Reihen wirksam g-ffchützi werden können. Das ist das Neue, das mächtig Ausrüttelnde, das in die diesmalige Wahltewegrmg hineingetvagen wurde mrib plötzlich ein Interesse anÄöste, wie es im Sommer noch kaum zu denken gewesen wäre. ddatümale und nichtnationale Juden haben sich die Hand gereicht. Sie haben alles Trennende zurückgestellt, ohne aus ihre grundsätzlichen Anschauungen zu verzichten und haben sich zusammeng-cschloffen, um i h r Anrecht aus die Freihe.it der Schulz auf die Freiheit des Erwerbes, auf die Freiheit des Wohnsitzes und auf die Wahrung ihrer Ehre mit allen gesetzlichen Mitteln vurchzusechten. Gelingt es ihr, auch nur sinige ihrer Kandidaten dnrchzm bringen, so wird es künftighin im Nationalrat und Gemeinderat keA heuchlerisches Augenverdrehen, kein augurenhaftes Zwinkern nach rechts -und links, keine halben Worte und ganzen Persidien mehr geben. Unsere Mandatare werten die anderen Parteien durch ihr offenes Auftreten zwingen, in allen Angelegenheiten, wo es sich um das gute verfaffungSmaßige Recht der Juden hantelt, Farbe zu bekennen und nicht mehr zum Zweck des Stimmenfanges Dinge zu versprechen, die sie ihrer wahren Gesinnung nach nicht emzchaltm entschlossen find. ' Die Jüdische Wahlgemeinschast will die Macht und Größe Oesterreichs und stellt sich ohne scheu Vorbehalt auf den Boten te- Gmffer Sanstrüngswerkes^ Sie WM Wien wieder zu oinem prächtigen zü 'einem Kreuzungspunkt der großen BerkehrÄuteveffen zwischen Lst und West, -wischen Nord und Süd machen. Ihre Staatttreue und ihre Liebe zu dieser Stadt' kann von keiner Partei Werteten weiden Sie ist sozial, teim die Sorge für die Enterbten des Geschickes, für die Mühseligen und Beladenen ist «tn vieltcmsendjähriyes jüdisches Gebot, Vas die Juden der ganzen Wett nicht erst seit Marx und Laffalle geübt haben. Sie ist demokratisch, weil das Wohl der Wischen Bevölkerung von dom Wohl der Gesamtheit abhängig ist und weil ihr verbrieftes Recht nur bestehen kann, wenn die Bolksvechte. überhaupt aufrecht bleiben. Sie wird mit diesen Rechten kemerlei Krchhandel treiben laffen, ihre Politik wird ehrlich, offen und geradlinig sein. Mer weit über Zeit und Zweck der gegenwärtigen Wahlen hinaus wird die nunmehr vollzogene Einigung der österreichischen Judenschaft ihre wohltätigen Wirkungen üben. Die Aengstlichen, die Schlottrigen, die Leute, die vor einer Gefahr den Kopf in den Sand stecken oder gar diejenigen, die Va auSrusen, -aß es regne, wenn sie angespuckt .wyden, mögen weiter in ter Furcht beharren, daß diese Kvaiftäuhevwng des Judentums die gesellschaftliche Kluft zwischen Juten und Christen erweitere. Sie werten bald ihres Irrtums gewahr werden, denn m Wirklichkeit bedeutet unsere Einigung eine Erhöhung unseres Ansehens, eine Stärkung unserer Macht, und wer sich in Zukunft um die Stimmen der Juden beworben wM, wird mit einer geschloffenen Einheit zu tun haben, Vie das Schwergewicht ihrer Zahl und ihres Einfluffes in einer viel enffcheitenteven Weise wird m die Wagschale werfen können, als es bisher die verschiedenen Sondergvuppen und Soutergrüppchen zu tun vermochten. NnV darum wird ter 21. Oktober 1928 ein Schicksalstag, ein Jom hadin für die österreichischen Juten werten! Mische Frauen! Am Sorvnag finden die Wahlen statt. Wen soll die Wische Fvau wählen, für welche Partei, die um die Gunst der Wählerinnen wiM, sich entscheiden? Bon dieser Entscheidung hangt mehr ab, als Ihr glauben möget, jüdische Frauen! Ihr seid ja die Hüterinnen des jüdischen Familienlebens, Ihr seid eS, zu denen die Sorgen -in ter jüdischen Familie am stärksten dringen. Eure Kinder, vom Antisemitismus der Straße und der Schulle. verbittert nnd gekvaM, weinen bei euch ihren jüdischen Kummer ans; eure Männer, deren Erwerb durch den wirtschaftlichen Antisemitismus geschmälert ist, sie klagen euch ihre Sorgen; Ihr selbst, Mische Frauen, die seit je tenvüht sind, Licht urch Helligkeit m das Mische Haus zu 'bringen, das Licht, welches die euwpäische Kultur in die Welt'verbreitet, Ihr. spürt fekbst den sozialen Antisemitismus, der ' wer Bemühe« teHinttüchtigt; und stehet Ihr, wie es die heutige harte Zeit so oft erfordert, selbst im GrweMW«, so fühlt Ihr aus Schritt und TM. wie eingeengt tftm Bevilfsiätigkeiit durch den Judenhaß ist, der «mifir Volk hwv» zulante umlodert. All daS muß euch klar nmchen: Ihr könnt mh Mht Mr so wählen, daß euere Vertreter, jüdische Frauen, euch, euere Männer, cue.re Kinder vor all den Evschttmmgm und Ausbriichen drs Judenhasses schützen können, die hövznlandc offen unv gcheim gegen euer Volk walten. Biele Parteien behausie seien Versuchter der lbüryerKchen und sozialen Freiheit und sie -könnten euch gemde tetewch vor der Welle von Haß und Wut bewahren, welche; de Oesterdeich sowie allenchaliben gegen das jüdische Volk tobt. Doch ihre Freiheit, wie sie sie me-inen, ist mir Schein «nd sie verraten sie ans Schritt und TM, wo eS ihre« Parteiintereffen, v'.e sie liöher stellen als die gwßen Gefamtvnievessen von Giadt, Bol? und Menschheit, nützlich zu sei« scheint. Die Sozialdemokratie, die Partck, welche stolz die groß? Lesung von Foeihrit, Gleichheit, Drüdevlichke-it aus ihre Fahne geschrieben hat, sie ist eine K l a s s e n p a r t e i. Und mag p? sich in Oesterreich noch so sozial mnsasftnd getärden, in Wirklichkeit aber hat ihr Programm gerate die Vernichtung jener Wirtschafts- und L e b e n s s o r m e n zum Zicke, tu denen euere Männer und Kinder, jüdische Frauen, leben, in denen Ihr -selbst Tötet Die österreichischen SoziciLemokraten bezeichnen sich zn Wahlzeiten als die wirksamsten Bekampfye des Antisemitismus. Wie ater sicht es in der MMchmt damit aus? Die Dozia'ltemÄ.'kvatie spekuliert aus die niedrig e n Instinkte der Massen, auf dieselben niedrigen Instinkte, ans denen VöKeril-aß, Rassenhaß, Judenhaß geboren sind; seht euch doch die Wahlplakate der Sozialdemokraten au, jüdische Frauen, -di« Böder» welch? mit IndenkariTatnre« Ergötzen und Behage« der . Vo-lksr,raffen heworrusen wollen; leset doch die Wahlaufrufe und.Wahkbrvschävru ter österreichischen Soziäkdemokratie, in terrerl sie ihren Gegnern Nachweisen will, fie seien zu wenig antisomittsch; tenbet doch daran, daß die Sozialtemokmten es Ovaren, ioelche m Wien und Oeisterrckch die Seveeschen Ausnahmsgchetze gegen die Juten geschaffen und gchandhabt haben; — das muß such schon klar beweisen, wie es um die. Wahlverspoechungm der Sozialtemoknaten an die jüdischen Wähler und Wahlerirwen bestellt ist, wie Fortschritt und Freiheit unter dem Gefichtswinkel soziaidemolratischcr « Partei!ntereffen auSstjhe». Dann müßt Ihr. jüdische Frauen, euch sage«: Dir kö«- n e n. u n s e r S t i m m e n,, welche, die .uns. anvertrmete und von uns tehütete jüdische Ehre, wahren sollen^»icht ein-er Partei geben, welch?-Fortschritt und Freiheit, dieJdealedes jüdische n*8e b« nS, auf Schritt und Tritt verrät, obwohl sie sich ofö ihre Hüterin ausgM. „Fortschritt und Freiheit" ruft feit langem eine Anzahl bürgerlicher Parteien, di« sich Liberal oder demokratisch nennen. Em-st gab eS einen nichtigen politischen AbemlismuS, der ater inzwffchen von den Zeitströmungen -er« bröckelt, zermürbt und schließlich ze.rstört -wurde. In ihm glaubten die Juten für ten politischen Ausdruck ihres Lebens in den Ländern Europas das Hail gefunden zu haben. Aber der Glaube war irrig. Der Liberalismus kormte einzelne Juden zum Ausgeben ihrer jüdischen Eigenart bringen, er konnte ater die Gesamtheit ter Juden nicht dov-r schützen, daß die Völker, unter demn sie beten, vom Antisomittsnms des Jnistinikts zum Antisemitismus der Tat übergingen. Antisemitismus der Tat ist nicht bloß ter Antifemiittsmus, welcher im Jutemnord seinen AuÄ»ruck findet; es ist in viel furchtbarerer Weise noch ter, welche? durch die wirtschaftliche Bedrückung und soziale Aechttmg vi-e Juten langsam abtöten will. D.e-r NtevalismuS wurde i-n Oesterreich gerate von jenen Parteien, deren ganzes programmatisches Um u-nd Aus dieser praktische AntisymtiSmus ter Tat bildete, übe» den Hausen gerannt. Und was sich heute noch liberal -oder tem-okratisch Nennt, ist ei» Häuslein von Juden, Ivelche nicht olS Juten, fo«- tevn unter einer farblosen Mimikry versuchen, ein politisches Wirken zu entfalten. Sie geben sich dabei zum Werkzeug ewiger skrupelloser Pvlittkker her, -welche um jeden Preis ^an -die Oberfläche wollen, von der sie längst hätten verschwinden muffen. Literale Demokratie macht heute in Oesterreich der Graf Czernin, der Brotsriedensengel von Bvest-Litowsk, ter seine Politik, dle das alt« Oesterreich zugrunde gerichtet hat, unbedingt im neuen Oesterreich forffctzen will. Dazu ist ihm kom Mittel zu schlecht. Er hat sich den Christichsozialen, also der Partei des praktischen Antisemitismus,- anbrotevn wollen, und da ihm dies nicht gelang, so ist Czernin zum Heerrufer der Bürgerlich-demokratischen Arbeitspartei geworden. Er glaubt, mit ein Paar schönen Phrasen einige unbelehrbare und unbelehrbare Juden anzulocken. Aber er tut eS ungeschickt, denn er kann das Lügen nicht lassen, daS er einmal Herrn P o i n c a r e gegenüber ntit so viel Mißerfolg vevsucht hat. In täppischer Art sagt er jetzt in einer WLhlevversammülrlg: „Wir, die Arbeitspartei, sind keine Ju den Parte i." Hier liegt der Kern der Sache. Die Arbeits-Partei soll nicht für die täglich und stündlich tedrchten Rechte der Juten ömtreten, sondern für die Vorteile des Herrn Czernin. Jüdische Frauen, Sunt Ihr. wo eure St'nnnwn der Cchaltung des Mischen Hauses, dcr jüdischen Ghve, des jüdischen Lebens dienen solle», könnt Ihr da einer Partei eure Stimmen zuwenden, die von für die träten, politischen Zwecke eines Czernin adelt

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