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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-17 · Heft 1679 (17.10.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1679 (17.10.1923)
Date
1923-10-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. IM Wien, Mftwvch Wiener MorkgerrzeiLrLNS. '" 17. Oktober 1923 Gerte 5 ....____.... .....- j — — ----- , _.r. --nin ...-— -.- - .- ..—. Zer Jormusreihafen Kien. 8i«e knquete im Rathause. Zu dieser Forderung äußerte sich der C'hss dtzS Vcrkchrsamirs der Wiener Polizeidirektion Hofrat Dr. Wegn c r, daß die Fahrgeschwindigkeit von Io Kilometern einem . großstädtische Äutomobilderkehr gewiß nicht entspreche unA daß man es den Chauffeuren zubilligen müsse, daß dieses Tempo der Entwicklung 'des MtoVerkehrZ hi nde rli ch sei. Es kommen zahlreiche. BeanstandignngeN wegen, Ueiberschreiinngen dieses fiir Kraftlvagen zu langsamen Tempos vor. Die Polfge-idirektivn habe sich selbst dafür eingesetzt, die AiaximalgeschwinVigkeit zu erhüheu. Aian dürfe darum nicht glauben, daß damit dem L ch ne-l l igrei tswahnsin n Tür und Tor geöfstret werde. Bon einer einheitlichen Festsetzung der Fahrgeschwindigkeit für das gesamte Ttad tgebiet kann natürlich ke ine R ede sei n. Die neue Fahrvorschrift werde auch eine Klausel enthalten, die die Chauffeure verpflichtet, die erhöhte Geschwindigkeit nach den -jeweiligen Verhältnissen im Straßenverkehr einzuvichten. Das Te.»upo auf 80 «bis 85 Kilometer zu -erhöhen, ist in Wiei: wegen der vieler: Steigungen-, der winkeligen Gasser: und der mmugelnden Schnlmrg der Fußgänger nicht gut möglich. Für die neue Automolülverordming liegt bereits ein Entwurf vor, über den die Schsuffberatnng nächste Woche, stattfinden wird. Beriinderlich. Tas Wetter war gestern mittags in Mitteleuropa bei stillendem Truck vorwiegend heiter. Die Besserung u^itbaber fanrn anhalten. Voraussage: Vorübergehende Vcrschlechternng, veränderlicher Wettercharakter anhaltend. Me Lebenrmittelmärtte. Rindfleisch billiger. - T:: Dahumfuhren nach der Großmarkthalle <?rt'?isch- «dt^ünng) sielen gestern nicht so günstig aus wie vorgestern. Insgesamt waren vier Waggons mit Fleisch angeko-mmen, darunter ein Waggon Pferdefleisch aus Rumänien. Bereits >rm vorgestrigen! Eargroshandel in der Großumrkthallc sind die Preise sür Rindfleisch um 2000 Kronen pro Kilogramm zurückacKanaen. Die Preise sür alte übrigen FtMchgaLtiungea: blieben unverändert. Die Nachfrage war im allgemeinen sehr gering. , Die Beschickung sämtlicher Grünwaremnärkte ist trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit archattend fchr günstig. Sowohl die Gärt.erals auch die ländlichen Produzenten brachten große Mengen von Gcnrüse und Kartoffeln auf die Märkte. Vevhältmsmäßia stark ist auch noch immer das Amebot in Pilzen. Hauptsächlich Herre-npitze sind stark vertreten, die 16.000 Kronen pro Kilogramm kosten. Auch Hal-imasch zu 'MO bis 4000 Kronen pro Kilogramm sind stark ang-eibot-en, dagegen kommen Eiarschwümme, nur in kleinen Merrgen auf die Mävkt-e und sind auch verhättniLmäßig teuer.-Der KAogva-ndnwreis beträgt augenblicklich 10.000 bis 12.000 Kronen. Die ZwetschkcnMftihrmr nehmen bereits ab. Die Pvaiso ha-öcn infolgedessen etwas angezogen. Die nietderösterreichiischM Bauern verlangten aesvcrn für ein Kilogramm 3800 bis 3200 Krone»: und für besondors schöne Ware 8300 Kronen. Blatter und Eier kmnmen in Mengen aus die Märkte, die den Bedarf übersteigen. Trotzdem gehen die Preise nicht im mindesten zurück. _ ::: Personalnachricht. Rechtsanwalt Dr. Heinrich Thaler, beeideter Gerichtsdolmetsch für die ungarische Sprache, hat seine Kanzlei in Wien, 2. Bez., Pralerstraße 32 (Telephon 48-1-14) eröffnet. * Professor Gedder über die Jerusalemer Universitats« Pläne. Ans London wird uns gemeldet: Prof. Geddes, dessen Interesse für die Jerusalemer Universität bekannt ist. hielt dieser Tage einen Vortrag über die weiteren - Pläne znn: Ausbau der Universität. Er cmpiehlt einen Ban, der in sich ganz abgeschlossen wäre, jedoch Möglichkeiten für eine Erlveiterung offen lasse. Das Observatorium solle außerhalb des Gebäudes auf einen: Hügel errichtet werden, damit es eine freiere Aussicht habe. Prof. Geddes empfiehlt sehr warm nach Oxfordcr Muster die Errichtung einer großen Druckerei^ die in Verbindung mit der Universität stehen soll. Auch eine F av r i k optisch e r I n st r u m ente wäre, einzurichten. Das aineritänische Beispiel habe die Möglichkeit gezeigt, daß Studenten durch ihrer Hände Arbeit sich Verdienst schaffen und dabei dem Studium obliegen. Zun: Schluß erinnerte Prof. Geddes daran, daß die Universität so errichtet werden muß, daß sie in engster Verbindung mh dem Bedarf des jüdischen Lebens stehen soll. - , n Dr. Nathan Birnbaum — Vertreter der Agudah in Palästina? Wie der „Iewish Chronicle" mitteilt, soll Dr. Nathan Birnbaum um die Pessachzcit sich nach Palästina begebe»:. Wie verlautet, soll er die Leitung der kulturellen Arbeit der A g u d a s I i s r.o el in Palästina - übernehmen. * Ein berühmter chassidischer Rabbi gestorben. Dieser Tage ist. wie aus Warschau berichtet wird, in.dem Städtchen A l cxandrow Rabbi Sch. Z. Danziger, bekannt'unter dem Namen „Alexandrcr Rebbe", in: Alter von 63 Zähren.gestorben. Rabbiner Danziger lvar einer der populärsten W»:nderrabb:s in Polen. Die Nachricht vom Ableben des Rebbes hat unter seinen zahlreichen Anhängern nngchenrm Eindruck gemacht. Aus zahlreichen Städten und Städtchen strömten die Anhänger zur Bestattung, die unter ungeheurer Beteiligung erfolgte. (I. C. B.) ' - Antireligiöse Hetze in Rußland. Infolge der neue-.: Parole in der antireligiösen Propaganda iu Sowjetrußland, daß an die Stelle bes‘offenen Kampfes eine vertieften Propaganda treten solle, erschien dieser Tage, iu Kiew die erste -Kummer einer neuen Zeitschrift in 'jüdischer - Sprache, „X c r Aprko r e s" (Ketzer). Ferner erschien' ein ^antireligiöse Broschüre '„Fon: Kippur"./ - Explosionskatastrophr in Zhtomir. Aus Lemberg meldet inan uns: Nach hier eingelangtcn Mitteilungen, fmtd vor einigen Tagen in Zhtomir (Sowjetukraine) eine starke Explosion voll Mmitionslagern statt, der zufolge das -ganze jüdische Viertel v cr b r ann t, 15 Per 1 o n en getötet und 20 schwer -verwu-Mt wurden. * Ans dem Rathause. In dieser. Woche halten der Stadtscnat »nid der Gemein der« t keine Sitzungen. * TyphuScrkranknngen. Bor kurzen: lvnrden einige Erkrankungen all Ba u ch t y p h ll s -angezeigt. deren Herkunft eine Ansteckung in Sommerfrischen ist. Bei einigen Erkrankungen handelt es sich jedoch um eine Ansteckung durch Unter .den Plänen, lvetchc Wien zum Mittelpunkte großer lvivischastlicher Untern ehnmnger: mache»: wolle»:, erregt ganz besonders im Ausland, sowohl in wirtschaftlicher wie tit politischer Beziehung, das Projekt das größte Interesse, welches die Schaffung des Freihafens Wien in Aussicht nimmt. Die große Wasserstraße der Dona» (beschäftigt seit Jahrzehnten die Wirtschaftspolitik aller Länder die Schiftbarmachnng dieser großen mitteleuropäischell Wasserstraße von ihrem Nrspriulg bis zu ihrer Mündung ins Schlvarze Meer -ist das Ziel der Bcstrebunpelr der bedeutendsteil Wasscrstraßcnbautcchlliker. Die Erkenntllis, daß die Beherrschung dieser Wasserstraße politisch nild wirtschaftlich vor: größter Bedeirtimg ist. hat wiederholt unter den einzelnen Uscrstaaten zrl Eifersüchteleien geführt, so daß ein Allsbau des großen. Dormuweges immer hinarlsgeschoben wurde, bis der Weltkrieg die ganze Frage wivder 4»m: Stocken brachte. Nach dem Kriege entbranutc zwischen Wien und Budapest und Preß bürg in dem Wettbewerbe nm dir Vorrangstellung als Handels-, Transit- und Umschlagplatz in Mitteleuropa ein heftiger Kampf, der sich offen und im Geheimen abspieltr. In diesem Kampfe — alle Allzeicheil sprechen dafür — hat Wien mit feinen bereits bestehendell großer: Hafenanlagerr nild wsitlällfigeli, mit allen technischell Einrichtnngell ans gestatteten L a g c r h a u s e r r: gesiegt. Arrsländische große Gesellschaften haben, vor: dieser Erkeimmis allsgehend, schon vor längerer Zeit am rechten Doimnufer große Oolresevvoirs. angelegt und die Tschecho-Slowakei, I.u g o s l a w i e n und R n an ä w i c ,r h abei: f i ch bereits Plätze gesichert, um dort Hcvfenanlagen .zu .errichten. Mit der Errichtullg des Freihafens, in welchern alle Waren zollfrei eillgeflihrt. bezielnmgslveise eiuMlagcri werden könnerl, ohne im Falle des Exportes mit einer weiterei: Abgabe belastet zu werden, ist Wiens Zukunft aufs engste verknüpft. Die Gemeinde Wien wird daher an der Schaffmlg eures Freil)afells in ganz besonderer Weis-e Mitwirken, wie Bürgernleister Reumann gestern -bei Eröffnung der auf Anreglmg des Niederösterreichischen Gewerbevercms ins Wien?.r Rathaus einbernfenen Enquete über diese Frage betonte. Die gestern eröfftrete Enquete,war a.ußelarde;ui'ia> stark voll Vertretern aller interessierten Kreise der Industrie, des Handels, des Gewerbes, der Kaufmannschaft und der Technik besucht. Die Beratungen eröffnete der Bürgermeister-mit einer Ansprache, in der er ausfi'chrte: Der Weltkrieg ilmd der Gelvattftic.de haben Wiea: in große, allerdings zum erheblichen Teile bereits überwundene Not gestürzt, konnten dieser Stadt in: Herzen Europas nicht jene llatürUche Voraussetzungen rauben, auf denel: schon seit den Zeiten der Römer die Geltung und Bedeutung Wiens emzerstörbar beruht. Unsere Stadt ist geradezu von der Natur vorausbestrmmt. als S t a p e l--. D u r ch z u g su n d U m s ch l a gplatz für den Handel zu dienen, ob es nun zwischen den westlichel: und östlichen Staaten des Kontine-nis oder zwischen dem Olorden oder Süden dieses Erdteiles ist. Diese günstigen' Voraussetzungen voll auszuuützen. «inen Ersatz für jene Stellung zu schaffen, die Wien bis zum Kriegsende als Hauptstadt' eines großen Reiches gehabt hat,--ja noch zu einer darüber hmausgehenden Blüte zu geladen, ist die eigentliche Wiederaufba.uarb-eit, die geleistet werden muß. Die Gemeindeverwaltung wendet den:, nachdem die iSaiüerung des Gemeindehaushaltes -bereits' vollkommen durchgpsührt ist, die vollste Aufmerksamkeit zu. Der 1931 b e g o n n t n p A u sbau der Wasserkräfte, das technisch und finanziell in allen Einzelheiten fundierte Projekt der El-ektrifie zierung der Stadtbahn, die unau** gefetzte Ausgestaltung der Lagerhäuser, die Umwandlung der Gaswerke in «ine große chemische Fabrik, uni lmr ein paar Beiipiele heroorzliheden, beweisen dies. Auch an 'der Frage der Ausgestaltung der Douanhäsen. all die so uotwendlge Schaffung neuer Landungsplätze und Kaianlagen ist die Stadtverwaltung nicht achtlos vorübergegangeli. Mit der kürzlich erfolgten Nückzahlung der DonaureMlievungsanleheu gehen der jö a f c i: i n K u ch e l a u u u - der W i n t e r h a s e rr i m -Sinne b e r gelten d e lr B estimmunge:l an di e Gem tinde üb er. Die Art, in der dieses Freihafengebiet hier in Wiell elttstehell soll, . und zwar nicht als ein bloßer -Um schlag platz von Waren, sondern gleichzeitig anef) als die Möglichkeit, innerhalb eines zollfreien -Stadtteiles tttohwarell in Verarbeitung zu nehmen, zu veredun, .ganze Fabriken in diesem zollfreien Territoriunl zu betreiben, ist eine solche, die -in allen ihren Wirkungen llicht sofort endgültig abgeschätzt U-erdeu konnte. Darüber volle Klarheit zu gewinnen, unter llulständen auch sich geltend machende Eilttvelldunpen zu hören, ist der Zweck dieser Ellgueie. Die Stadt Wiel: lvird berufcn seiu, an diesenr Projekt in vielfacher Beziehung mitznwirken. Nicht bloß als Hoheitsverwaltnng vor: Land -und Gemeinde, sondern auch in ihrer Eigenschaft als Besitzerin von Grundflächen. Weiterhin als derjenige Faktor, der durch die Anlegung von Straßen, durch Kanalisiernng, durch die Zuleitung' von Wasser, Gas und Elettrizirät die belebenden Kräfte bere-itzu» stellen hat. Ebenso wirb die Gemeinde, die -Lu der Donau» regnliemngskvmnüs.sion die Hälfte der lLi-nnmen verkörpert, an dieser Stelle ein cttischeideirbes Wort zu sprechen haben. Die Errichtung eures Freihafengebietes wird zunächst zweifellos große Inoestitioncu. Milslardeuai:swendu.ngen evforden:. Auch in dieser Beziehung ist, lvcnn diese Tagung, was ich hoffe und wünsche, zu einer völligen Klärung führt, die Gemeinde 5 u r tatkräftigen M i i arbeit bereit und dank ihrer geordneten Finanzen gerüstet. Nachdem .der Bürgernnüster die crichicneueu Berireler bei der Enquete begrüßt!)atte. erstatteie Vizepräsident des Nirderösterrrichischen Gewerbcvereins Karl Fritz das Referat, indem er ausführie: Die iSchafftnlg eines erhöhte,'. Exportes hat m\& veivogen., der Frage der Errichtung ein.s Donanhaftns^nns zuzuwenden. Die Zukunft unprer Stad: und unseres Staates hängt davon ab, daß es gelingt, den -Ihm -schlag und Transitverkehr pi erhöhen. Bor allem obliegt es ni;s, den -Begriff Freihafen klarzusteUen. In der Praxis fotvie lvissenschaftttch verstehen wir unter einen: Frechafen ein großes, -geschlossenes, unter zollänmicher Aufsicht stehendes Haseiigebrei. nicift au der Mk-ündung, sehr oft aber auch an einem anderen Punkte eines Flnfses, wo Rohmaterialien zollfrei eingesührt, os: auch zur V er-edlun g un d Verarbcit-nng -ge.bracht werden. Diese Warci: können aber auch wieder vom" selben Hafen ohrre eine Abgabe in das Ausland verschifft Werder: unb nrtterliegen nur dann einen: Zoll, wenn sie im Inland äbgesetzt iverden. Die vielsachen Vorteile, die 'ein-e derartige Än-- lage mit sich bringt, stehen außer Zweifeil. Gerade durch die S ch a ff r: n g e i n e s Freihafen s wird es gelingen, das Pasfivum unseres Haushaltes zu beseitigen. Von der bedeutenden Durchfuhr von Rohmaternalien und Waren fällt ein großer Teil auf Wien. Diese Durchfuhr könnte noch gesteigert lverden durch die Schaffung eines Freihafens. Mer auch ein hoher sozialpolitischer Wert konnm dem vorhaniderlcr:^ Projekte zu. Für ein ganzes Heer von Arbeitern und Angestellten würde dadurch erhöhte Arbeit smvUlichkcit geschaffen. Was die .Geschichte der Vorarbeiten sür die Anlagen des Freihafens betrifft, teile ich Ihnen nur, daß sich unsere Kommission zunächst schriftlich -und mündlich mit Jndu-str-ieller: und anderen Interessenten in Verbindung gesetzt hat. Alle Stellen, die wir befragten, haben zumeist i n b ege ist er t e r Weise unserem Plane z ugestim m t -und.uns schon ihren Bedarf au Raum angegeben. Auch kleinere Ge w e r b e t re i b ende und Interesisenten haben sich bereits um Vergebnng von Anlagen nsw. an uns geweuidet. Zur Erledigung derjuristischmdministrativen. technischen und finanziellen Fragen hat unser Komitee Nnterausschüsse eingesetzt. Wir suchten Verbindung mit den zustehenden Ministerien, und zwar uni.den: Ministerillm für Handel und Verkehr und dem Ministerium für Finanzen. Auch die Vertreter dieser Ministerien, die .zur ftändigen Vertretung in unsere Kommission en> sendet - wurden, haben sich in durchaus günstigem Sinuc über dhs Projekt geäußert. Hierauf besprach Sirombandircktvr Brandl die technische "Seite der Frage. Nachdem sodann Tr. Sci.dler in: Namen des Wasser wirtschaftsverbandes her österreichischen Industrie, Dr. R ager in: Namen der Arbeiter- und Angestellterttammer die Tagung begrüßt hatte, teilte Präsident Kornel Spitzer im i Nmnen der Kammer sür Handel, Gelverbe und Industrie, des .Gremiums der Wiener Kanfmamlschaft und des Jndustrirllen- .herbandeZ mit, daß schv>: am 0. Dktober 1920 ein Projekt die- .M-Körperschaften der Bundesregierung vorgelegt wurde, ein Projekt, das an -den damaligen außeroodentlichen- Schwierig- > teilen gescheitert ist. Er schlug vor, einen kleineren Ausschuß einzusetzen, nm sich darüber Klarheit zu verschaffen, für welches Projekt einzntreten wäre. Bürgermeister R e n u: a n n sprach sich gegen die Wahl eines kleineren Anssthnsses ans, damit :::% -de»» Vorarbeiten vor.gegtif-sell »vcrde. Tie Äommissioi: des Ge-werbebnndes Hai ihre Bor-arbeiten -vollendet und 'wird alsbald mit konkreten Anträgen an die berufenen Körperschaftelr herantreten. Als svlche 'erblicke ich die B-undesregierung. das Land Wien »mb vielleicht auch -das Lar'd Niederösterreich. Ich bin vollkonrmen überzeugt davon, daß die tätige Mitwirkung der,Gemeinde Wien an diesen: Projekt dringend erforderlich ist (Beifall), und kann irnr sagen, daß diese Mitwirkung nicht verweigertWerder: ivivd. Das Projekt tvird von der Gemeinde Wien auf das üllerwärul-ste ulüersnitzt und gefördert. (Großer Beifall.) Ich bitte Henri Präsidenten Kor>:el Spitzer, von seinem Anträge vorläufig ckötzufe'hen, es lvird sich später ergeben, ob die Notwendigkeit der Wahl eines kleineren Ansschnsses besteht. Oberbanrat Dr. Musil gibt au der Hand eines großen Waudplanes weitere technische Aufllär-ungen un-d vLÄveist hier« -bei -ans die Wichtigkeit des Ausbaucs des Rhein-—Main— Douaii-kanals sür den Transport von Kohle ans dem rheinischen Koihlcnbecken. Der Bürgermeister schließt hieraus die Sitzung, dst heute u-n: 10 Uhr vormittags fortgesetzt wird. Milchgennß. Diese Erkrankungen -ereigneten sich in den Bezirkeri W iede rr, M a r g a r e t e u, N e n b a u und Mariahilf.-Das Gesundheitsamt hat verfügt, daß die gesamte an diese Aülchstclle läglick) -einla,igende Milch vor ihrer Abgabe an die Bcrschleißstellen der P -a st e n r i s i -c r u n g »mterzvzftn »vird. Zn Besürchtungen ist kein Grund. Es enchfiehlt sich jedoch, Milch nur im abgekochten Zustand zu genießen. * Postanlveisklngsverlehr »»ach Deutfchla»»d. Wie der Hauptverband der österreichischen .ilaufmannschast mitteilt, wird vom 22. d. angesange»: der >H ö ch st b e tr.-a g für Postauweism:gen nach Dcrttschland. dem Saargebict und der freien Stadt Danzig auf 10 Milliarden erhöht. * Der Fremdenverkehr in Wien in: September. In: September d. I. smd iu Wien 43.741 Fremde angckomu:en, von de»:en 17.113 Passanten waren. Davon sind 45.119 in Hotels, 432 in Pensionen und 190 in Sa»:atorien abgesticgeni Von den Fremden waren: 15.387 Oesterreicher, 93 Albaner,' 153 Belgier, 849 B»:lgare»:. 124 Dänen, 3409 Deutsche, 1069 Engländer, 699 Franzosen, 577 Griechen, 820 Holländer, 1401 Italiener, 1475 Pole»:. 11 Portrlgiese»», 817 tltunränen, 455 Russen, 141 Schwede»:. 60 Norlveger, 63ll Schweizer, 2346 S. H. S. <Ingoslawen), 161 Spanier, 8825 Tschecho-Slowakc»:, 290 Türken, 26 Ukraiinr, 4735 Ungar»». Dann 130 Afrika»:er, 1245 Amerikaner, 322 Asiaten und 26 Australier. . * Mitnahme von Sportgeräten auf der Südbahn. Die Betviebsdirekkion der SMb-ahn Mt uns rni't, daß für die komme»:de Winterperiodr die Mitnahme von Wintersportgeräten (Ski-.'-r»: und Rodeln) in die Wagen bei allen persone-n.führ.-ei:de»: Zügen, somit auch bei allen Schnelln»:d D-ZÜMl, ansgenommen Lux-uLzüge, gestattei ist. In: -Interesse der Aufgeber von Skiern »vnrd-o verfügt, daß Skier, die als Reisegepäck zur'Ausgabe gelangen, die genaue und dauerhaft befestigte Adresse dies Reife-nÄan tragen müssen. Nicht derart gckcnnzLichnete Skier werden von der Aufgabe znrückgcw »eser:. * „Der Jude". Eine Monatsschrift. Herausgegsben vor: Tr.- Martin Buber, im Indischen Verlag, Berttn N. W. 7. Dorotheenstraße 35. .Das soeber: erschienene 9. Heft des VH. Jahrganges hat folgenden Jrchalt: Alfons P a q u e t, Die Völker »rvd. die Juden; Arjen T a r t a k o »v e r, Zur Geschichte des jüdischen Sozialis»»u:s; Jakob F i ch m a »: n, Zwei Eiferer: Heinrich B e r l. Die Wiederherstellbarkeit der althebraischen Vokalmusik; Erich T o e p l i tz, Jüdische Archäologie und jüdische 5kuusttvisse::schast: Franz N o s e»: z w e: g, Seele (aus den: Hebräischen de8 Jehuda Halevy). Bemerkungen: Hans K o h n, Sttmmen. U »n s ch a u: Oskar Wolfsberg, Der Tod. A b o n n e m e n t 3 p re i f c pro Quartal: Oesterreich 27.000 K., Tfchecho-Slowakei 15 tschech. K., Pole« 70.000 poln. Mark, Rumärner: 75 Lei, Jugoslawien 37 Dinar. mmer Oriz. kranr.Velour. .... .K 99.000 Orig. engl. Double, 150cm breit Iv 95.000 . Anzup. 15(J em 1-.ä*.'** J'On MMmszumWMen ^.'Fi.WVT ll.Taborstr.17a I. yiergasse S

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