Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1678 (16.10.1923)
- Date
- 1923-10-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gsire 8 ©t«t, Dienstag Mcttev MorsöttzMtttts. 16. Oktober 1923 Nr. 1676 ' Einladung Professor Einsteins nach Südamerika. Aus Berlin wird berichtet: Professor Mbcrt Einstein ist cingeladen worden, an der Universität von Montevideo eine Reihe von Vorträgen zu halten. * Redakteur Ernst Fleischer gestorben. Sonntaq nachts ist hier der Rcidakt-ertr des „Tag" Ernst Fleischer int n.r. Lvb>.msj«hre nach ika-nM-m schweren Leideir einer Her.;., iähnmng erlegen. RedaAenr 'Fleischer, ein Lohn des Sekretärs der Oestierwichifchen isvaeWischen Union, Herrn Siegfried Fleisch e r, war im volkswirtichastlichen Teil des Blattes rät« und gehörte dem Reda-kt.io.nSvevband atrch als Redattionsausschnß an. Er kam ziemlich spät \ax Ionrnalistik und gehörte dam Blatte seit der Gründung an. Er ivar einer der beliebtesten rmd rührigsten Kollegen, der seine Pflicht dis;um andersten erfüllte und, schon schwer krank, nur ans ärmlichen Rai die Redaktion verliest. Redakteur Fleischer hntterlcißt eine inngie Witwe. * Ein vorgeschichtlicher Fund bei Schsttwieri. Alls Schottwien wird uns gemeldet: Vor kurzem fand ein Bnrgerschuler in der Nähe von Schottwien eine steinerne Lochaxt ans Urgestc insschiefcr. DicseHe stammt nach ihrer Form ans der jüngeren Steinzeit, ist somit 5 000 .^is 80 00 Jahre alt und beweist, dag auch das waldige Semmeringgöbiet schon damals von Menschen bevölkert lvar. * Streik in der Konsektionsbranche. Die seit längerer Zeit zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern der Kleider- 'onfcktion geführten Lohtwerhandlunaen sind gescheitert und seit gestern früh stehen die Arbeiter und Arbeiterinnen dieser Branche im Ansstand. Die Forderungen der Arbeitnehmer beziehen sich aus Rückstände der Index erh öh u ngc n der letzten Monate, die durch eine f ü nfzigprozentige Loh nerHöhung wettgenrachi werden sollen. In den Verhandlungen versuchte das Ministerium für soziale Fürsorge eine Einigung zustande zu bringen, und die Arbeiter erklärten sich bereit,' ihre Ansprüche aus *2.” Prozent zu ermäßigen. Tie Arbcime'ber wollen jedoch unter keinen Umständen über 18 Prozent hinausgehen. Die Folge dieser ablehnenden Laltnng der Unternehmer war der Streikbeschluß, der gestern früh in Wirksamkeit getreten ist. - Bewegung unter den Telephon- und Telegraphenangesnlktrn. In ihrer lebten Sitzung befaßte sich die Telegraphencresntlve mit der Gehaltssrage. Die Forderungen der -A,i-grstellten gehen dahin, eine Gehaltserhöhung zu erzielen, die in absehbarer Zeit eine A ngle ich u ng a n d ie Fr rede ns- ' ö h l>. c erwarten läßt. Im wesentlichen handelt es sich um die 'Regulierung verschiedener N eb e n gebüh reu, die gegen die Friedensgebühren stark im Rückstand sind. Die Frage dieser Nebengebühren war bereits mehrmals ein Streitpunkt'zwischen brr Regierung rind den Angestellten des Telephons und des Telegraphen. * Ursache und Wirkung. Wi.' lächerlich unbedeutend sind doch die Umstände, von welcheil der Lebenslauf eines Aken scheu mihällgt, winzig kleine Vtomente sind cs, die über das Schicksal eines Menschen entscheiden. Ter Eisenbiegrr Leopold Tr im me lh ose r wurde zum Defraudanten, weil — er den Zug versäumt hatte. Am 5. d. hätte er die Lohngelder für die Arbeiter des Bamloses Annaberg vor: WiHolmsbmg nach Annaberg bringetc sollen. Mit dem Dienstrade und mit 21,731.800 K. in b;r Tasche fuhr er nach Obergrasendarf und sollte von dart mit der elekttüschetc Landesbahn nach Annaberg fahren. Er kam jedoch dort nicht an und war mit dem Dienstrod verschwunden/ Die Anzeige wurde erstattet und am 14/d. stellte sich TrimmAhostr selbst der Polizei in Wien -mit der Selöstbrschuldigung, daß er das ganze Geld veruntreut und schon in Wien, Graz und Innsbruck in Gesellschaft mehrerer ihm sonst unbekannter Damen durchgebracht bat. Zu seiner Entschuldigung gab ti an, daß er, als er nach Obergrafendops kam und der Zug nach Annaberg schon weggcfahren war, um die Zeit zu vertreiben, in eine Gastwirtschaft gegenüber dem Bahnhofe gegangen sei ilnd dort so viel getrunken habe, bis er einen Rausch hatte. Er Will dann das Dienstrad nach Annaberg ansgegeben haben und selbst nach Sr. Pölten gefahren sein, wo er bis zum Abend Weiber trank. Das Geld war schon angegriffen, und ttun einmal im „Drahn", sei er nach Wien gefahren, wo er in Wirtshäuser und Cafes mit Damen Millionen durchbrachte. Mit dem Rest sei er in Graz und Innsbruck gewesen, wo die restlichen Millionen den Weg aller Millionen gingen. Nur für einen Hut und einen Mantel habe er rund 750.000 K. verausgabt; den Rest hat er mit seinen Begleiterinnen durch die Kehle gejagt. Trimmelhofer wurde dem Landesgerichte emgelmfert. * Neunte öskerreichische Klassenlotterie. Bei der gestern abgehaltenen Ziehung des vierten Tages der fünften Klasse gewannen: 100 Millionen Kronen das Lo8 Nr. 56.291; 50 Millionen Kronen das Los Nr. 2170; je 3 Millionen Kronen die Lose 9498, 26.684 und 30.860; je 2 Millionen Kronen die Lose 45, 4785, 15.629, 15.726, 26.938, 34.170, 43.305, 66.938, 57.785, 78.880, 82.854, 83,298, 83.658, 89.871, 93.374, 95.298 uno 98.503; je 1 Million Kronen die Lose Nr. 684, 1736, 10.294, 16.170, 22.067, 26.572, 27.938, 34.503, 40.907, 48.055, 53.907, 56.007, 58.298. 59.005, 60.803, 63.067, 63.860, 63.965, 68.407, 81.658, 83.871, 87.965, 92.470, 97.305 und 99.045; außerdem wurden 3953 Gewinne zwischen 600.000 und 200.000 Kronen ausgelost. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) Zeder wühle im eigenen Zuteresse bei kinMsen bas Warenhaus Brüder Zchiffman». Infolge Vergrößerung der Geschäftsräume gelangen im Kaufhaus V r ü d e r S ch i f f m a n n, 2. V e z., T a borst r a ß e 48, Waschwaren, Damen- und Herrenwäsche, ferner Leinenwareu, Bettwäsche. Regenmäntel sowie original englische Stoffe für Damen und Herren in enormer Anslvahl zu unerreicht billigen Preisen zum Verkauf. Nachstehend einige Beilviele: Prima Webe......... pro Meter 11.000 K. 8.500 K. „ Chiffon. „ 12.000 K. 8.800 „ „ Streifgradl.. 14.000,, Bettzeugs.„ „ 12.000 K. 9.800 _ Bettücher, 140 Zentimeter breit „ ) 9.800 „ Matratzengradl. 28.000 „ Blaudruck. „ 9.800 „ Etamine in allen Farben . . . „ „ 7.900 Damenhemden.. 25.000 K. 19.800 Damengarnituren (dreiteilig) .. 98.000 „ Seidenjumper. 59.000 „ Kretonhemden (für Herren). 29.800 - Unterhofen.•. 18.000 „ Covercoats. 39.800 „ Englische Schafwollstoffe.. . 45.000 Regenmäntel. 1Z6.YQ0 „ 'er bürgt fibSto Mitteilungen nur dem Publikum. M - VHMB9 y V I |$T Sa ohne Nestle "Mg Prima EchafwoMoA Spczialarttftel t Witstttrock-, Raglan- und Velourstoffe WS?" Zahlmigserleichlsrirng iom* Sefef BlMtew « Sshri» sk.Achmelzgasie 4 ‘J'ctispkoit il-O-di} As SaiHStag geathlöasaii Prima Schafwollstoffe für Herren und Damen, nur Qualitätaware, für Anzüge. Wlnlcrröcke, Damenmäntel, Kostüme etc. Knglanstoffe von K 100.000 aufwärts. Kletsae Regie. dahet tlitL3LJ«S'ri5 EMFSIilStB. TuchhancKum Arthur Bass B., StelndeSgsfise Mt. 3. -9 Wählet „H&8S1UJIG Ee5nwaöchßhs4ff!t, VI», WsttgSsSs 4. Tel. 6339 o. 4316 PIUAÜ.EN IM ÄlÄfit* BEZIRKEN Billige T©ppiehe Haftdknüpfer, wenig gebrauchte tadellose Teppiche, sowie auch neue, verkauft MAXR07H0LZ VIII., LERCHENFELDBRSTRASSE 48 25 | $S>&RYKG.EIE>1R HSRRENGARDEROB& RUDOLF OOLDSTE1N Ta». 45-6-29 ||. TABQRSYRASSE 54 «Sgr. 18»® YAIARE 135 UNIFORMIERUNG usw. VII. Surgg. Barufik'eliJerfabrlk aus Persien eingelangt und zu Abbaupreisen en gros und en detail abzugeben. Freie Besichtigung. Mm ÄH, I, ßauermarkt 8 /... f »« * Tanzlnskituk Äermann Braun» 14. Brz.» Neinöorfgasse 42. * Alle Hausfrauen rufen im Chor: Me beste Seife ist Kagor." Vereine» Bortköge «nd Bersammümke«. Bukowina er Zentralverband. SpMsMrten für Gemeinschaftsküchen, Gra-tisvertorlung an bMrftzM Bukowmaer, 1. Beq.. Gi'isäbethstraße 9. tätlich von 10 bis 12 Uhr vormittags. Loop old st Ädt et Wolksh e i m, 2. Beg., ZrrDnsstflsst 8. 7 Uhr: Volkswirrsch^aiftspolittl, Deutsche Litora4urgeschichto, Metrik» Kunst der Alten, Ban des Welialls, Bon und Funktionen des Auges, Französisch, Bruckners Shmphonien, Elementares Rechnen, Deutsch für Nichidentsche, Latein (1), Wissenschaftliches Denken, ^lllgemeine Erkenntnisl>?hre. 8 Uhr: Wirtschaftspoiittsche Hebungen, Deutsche Oieschichte, StikWche Ueounacn, Die Wärme, InfeftionKkranWrton, Französisch (3), Schillers philosophische Gedich-to. Urania. Heute: 5 Uhr (Großer Saal): Die Besteigung des Mount Everest. Halb 0 Uhr (Kleiner Saal): H. Halm, Professor der Universität Irkntö? (Osta-sien): Rußland. 3. Halb 6 Uhr (,Mub-!Saal): Dr. Joses Znih: Einftihrnng in 'das Gutarrenspiel. 7. Halb 7 Uhr (K>urs-Saäl): UniversiiätsdoMNt Dr. Otto Storch: G,esch'lechtsbestj.nvnnl-n>g. 1. Halb 6 Uhr (Großer Saal): Dr. Eolin Roß (Berlip): lieber d-'n Kanßasns rrnd durch das nwderne Persien. Halb 8 Uhr (Kiein-er Saal): Privatdogent Dr. Alfred Till: Ans den iitilast-en Dagetr der (Mkroskopiiersaäl): Univerisitätsassist-ent Dr. Alfred Äimberger: Die Kultur des .Kleinlebewesetls. 4. — Donuerstag um halb 8 Uhr abends wird Dr. Alfred L-echner, Professor an der Technischen^ .Hochschule in Wien, im Kleinen Salal d-:r Urau>ia eine Reihe interessanter Epperimente aus dem Gebiet der Mechanik vorführen, insbesondere solche über Kreiselerschciinungen, B.'- wegungswiderstände und Bewegungen starrer Körper. * Wqhlfündsspendr. Herr A. Rosenlzweig spendet dem Fonds der Jüdischen Wahlgeitienuschaft 150.000 St als Buße für eist ^.gcn Herrn A. Fischer schuldlos hervpvMusenes Ghrüchj. Bühne und Kunst. Ludwig Aoma-Mend. Akademie-Theatkr. Der Bauernschtvaltk „Erster Masse" ist bester, leben, digster Thvma. Preußische Allertveltsbeglückung und derbe baprische Oiemütlichki'il, Ministerialbeamtenweisheit und bäuerlicher Ri'tttlerwitz stoßen in dem engcll Raitme eines Eisenbahnabteils hart aneinander tutb die Funken des Humors sprühen, daß cs eine Frellde ist. Auch die Darstelluug ist „erster Masse". .Herr S ch m ö l e als preußischer Reisender in Knilstdüttger und Herr Karsten als oberbayrischer Abgeordneter siitd köstlich und Herr Mayerhofer ist zum Schießen. Nach diesem Attentat ans die Lachmuskeln muß der oft gespielte Schwank „Die Medaille" abfallen. Er ist langwierig, die Splisse wiederholen sich und das Pnblikunt ist doppelt kritisch, ivcmt es sich vorher müde gelacht hat. Aber alle Mitivirkendcit sind mit Eifer bet der Sache und lassen nichts zu wünschen übrig. Auch hier betvährt sich der neue .Herr Karsten. Seine EharakterisiernngSgabe und vis comica sind nicht gewöhnlich. Der Abend tvird ncd)»ßctuinnen, wenn mau den Zug mit dem ergötzlichen Abteil „erster Masse" nach der „Medaille" abläßt. A. Nene Kunsttverkr im städttsdien Atttseum. In einem Saale des Historischen Museums der Stadt Wien im Neuen Rathausc ist .gegenwärtig eine Reihe von Kurvsttverken ausgc- ■ftclltl Es handelt sich nur Ankäufe, Schenkungen und BermcichtniGe, die teils in allcr-jün-gster Zeit, teils im Laufe der letzten Iähre dem Muse tun puvtlchsett, aber wogen Raummangels bisher der Qefsenttichkttt noch, nicht gezeigt lvvkden konnten. Dtrrch Auswechslung sind in diesem Saale nun neu zur Schart gebracht: Iwauzig -Aquarelle rmd farbige Zeichnutrgen mit Wiener Ansichten von Karl Müller, dem cmS den Ausstellungen der Sezession bekannten Künstler; zwei Äguarelle von Rudolf Alt (ein M-Wiener Interieur und eines feiner seltenen Blumenstücke): Oelg-emälde von Amerling, Julius Blaas. Olga Wisitrger^-Florian; eine Bronze-Ausführung der' Büste Popper-Lhnkeus' von C. Gelles usw. Aus den Theatren. B n r g t h e a t e r: Morgen. 7 Uhr, ,-P e n t h e f i l e a". % labe in ietheate r: Morgen, halb 8 Uhr, „D11 Rau b der Sab inerin ne n" von FrWz und Paul Schömthan. Bolksopcr: Heute gelangen erstmalig die Ballette: „H n l d i g n n g sü r Johann S t x a it ß", T «t a nk h a m e n - L e g e n d e" ttnb „K u Pido i n S ch ö n b r u n tr" zur Ausführung. Beglint um halb 8 Uhr. — Freitag unter Leitung Felix Weingartners Gvnnods „Faust" mit der Amerikamrin Marh Lewis von der Großen Pariser Oper als Margarete, und Grosavesetl, der zum ersten Male dett Fansi singt. Im Carl-Theater begiuut die heutige Aufführung der Operette „Boccaccio" (Neniuszeuierung) mn 7 Uhr. Renaissance b ü h u e: Donnerstag Erstanfsü'hru.u g von Paul Apels tragikomischer Groteske „Lieble". Regie Felix Basch. In den Hauptrollen Claire Wallentin Und Ernst Proeckl. Gi tarren kon zL r t He i it r i ch Albert i n dc r Urania. Kammervirtuose Heinrich Albert (Mtünchen) wird Donnerstag, halb 8 Uhr abends, im Großen Saale der Urania ausgetvählte Werke historischer Laulenmusik nur. klassischer Gitarrenkunst zum Bortrage bringet:. für Damen u. Herren, alle Futtervvaren, Barchente) Waschstoffe und Leinenwaren üadet mau am biUiÄaton bei grosser Auswahl WM" in der GeMssaal. Kann der Mensch ohne Zeitungen leben? Ein intevessanle? Urteil fällte gestern beim Strafbezirksgericht 1 Oberlandesgerichtsrat Dr. Weiß in einer Verhandlung, in welcher der Kolporteur Heinrich M i k a n wegen Preistreiberei angeklagt war. Dem Beschuldigten lag zur Last, daß er am Ostermontag im Straßenverkauf für eine Zeitung, die in den Trafiken 1000 K. kostet, 1200 K. verlangt hatte. Die Preisprüfungsstelle hatte in ihrem Gutachten den Preis von 1200 K. für übermäßig erklärt und bezüglich der Frage, ob Zeitungen als Bedarfsartikel im Sinne des Preistreibereigesetzes zu qualifizieren sind, folgendes ausgeführt: Zeitschriften, soweit sie nicht der sogenannten Schundliteratur angehören, sind Bedarssgegeustände im Sinne des Gesetzes, da sie für den Kulturmenschen iwtweitdige fortlaufende Mitteilungen der Tagesereignisse, enthalten. Weiters heißt es in dem Gutachten, daß der vorliegende Kauf der Zeitung durch den Anigeklacffen sich als vollkommen wirtschaftlich unnützer Zwischenhandel kennzeichnet, weil der Angeklagte, der die Zeitung selbst in der Trafik um den normalen Preis von 1000 K. gekauft haben will und nicht in der Mministration, wo ihm ein, Rabbat von 30 Prozent eingeräumt werde, überflüssigerweise den Preis über das normale Maß hinaufgetrieben hat. Vor Gericht erklärte gestern der an geklagte Kolporteur, daß er an: Ostermotttag die Zeitung selbst in der Trafik gekauft habe und nicht in der Adminlstration vorher bestellt hatte, weil es am Vortage stark geregnet hatte. Ztt dem Einkaufspreis habe er, um leben zu können, einen Zuschlag von 200 K. pro Exemplar gemacht, illach Verlesung des Gutachtens der Preisprüfungsstelle sprach der Richter den Angeklagten frei und führte in der Urteilsbegründung im wesentlichen ans: Zeitungen als solche sind keine Bedarfsartikel im Sinne des Preistteibereigesehes Es ist JE eint Lebensbedürfnis, sich in einer politischen Zeitung über die sfortlaufendeu Ereignisse zu informieren. Das Lesett der Zeitung mag den Leser unterhalten oder erregen, es ntag ein Mittel für den Leser fern, sich au erholen, allein auch ohne Zeitung kann sich der Mensch erholett. Was speziell die Montaasblätter, die in der Früh erscheinen, betrifft, erklärte der Richter, daß diese Blätter, in der Früh erscheinen, weil die übrigen Blätter Sonntags nicht gedruckt werden, daß es jedoch nichts tnacht, wenn der Leser erst am Nachntittag statt in der Früh die Neurgkeiten in den Mätjern liest. Der staatsanwalischaftliche Funktionär meldete gegen dev Freispruch die Berufung an. Im gemeinsamen Haushalt. Vor dem Bezirksgericht Margareten (Landesgerichtsrat Dr. Weißenftein) hat in den letztett Taaett eine bemerkenswerte Verhandlung Wer eine Mrettbeleioignngsklage stattgefunden, in tvelcher der Ausdruck inkrimmiext wurdet „tzst (hie Mschi-tzttw Gattin) lohe mit VI.,WlndmÜlü- M gasse Ar. 2 47498003 4114