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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-14 · Heft 1676 (14.10.1923) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1676 (14.10.1923)
Date
1923-10-14
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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vtv. XOIV Wien, Domiiag don Ernst Rokszner und Zoltan Kalman übernommen lvurde. Ne neuen Firmainhaber verpflichteten sich auch, die Passiven der Firma'zu übernehmen und die auf Gxünd eines Ausgleichs bestimmten Beträge zu bezahlen. Dies geschah aber nrckt, vielmehr operierte die Firma stark mit Kostgeld und geriet infolge der eingetreteneu Baisse, wieder in Schwierigkelten. DieFirma wurde von den Kommittenten bestürmt, und der größte Teil der gegen sie erstatteten Anzeigen besagt, daß die ihr anvertrauten Wertpapiere verschwunden Jcteit. ES soll sich um eine Differenz von ungefähr einer Milliarde handeln. Stuf Grund des vorgenommenen Verhörs und des Verdachtes, daß Ernst Rokszner und Zoltan Kalman süchtig werden könnten, wurden heute abends beide in Gewahrsam genommen. Gesellschaftssteuer der österreichischen Unternehmungen in Ungar«. Me uns die Austro-Ungarische HandelSminMer mitteilt, veröffentlicht das ungarische Amtsblatt soeben die Vollzugsverordnuna betreffend die Gesellschaftssteuer in Ungarn, welche wichtige Verfügungen betreffend Sleuerpflicht und Besteueruilg ausländischer, daher auch österreichischer gesellschaftlicher Unternehmungen enthält. Unter anderem ist die grundlegeiNidi.' Beftimmnng von Wicht!gleit, wonach, nur solche ausländische Gesellschaften steueripflich>tiia sind, die in Ungarn eine Filialniederl-assung. Vertretung, Bureau oder Agentur haben. Der Umstand, daß eine ausländische Unternehmung auf ungarische Besch llunaen Ware liefert, zicht noch keine Steuerpflicht nach sich, auch in dem Fall nicht, wenn die Lieferung auf Grund einer von reisenden Vertretern ausländischer Firmen aufgenommenen Bestellung erfolgt ist. Die Vollzugsvevordnung entspricht hiermit einem schon lange geäußerten Wunsch sowohl der ungarischen als auch der österreichischen Kaufmannschaft. lieber die näheren Bestimmungen der Vollzugsverordnung erteilt das Bureau der Austro-Ungarischen Handelskammer, Wien, 1. Baz'., Elisabethstraße 9, kostenlos Mlskünfte. Die Geschäftslage in Rumänien. Nach Berichten, die dem Oe ste rre i ch is ch e n H a n d e l s m u s e u m aus verschic>denen Gegenden Rumäniens zugehen, ist die Geschäftslage im Lande gegenwärtig keine günstige. Hierbei erscheint überdies bemerkenswert, daß nunmehr keine derart scharfen Lieferungsbedingungen akzeptiert werden, wie unmittelbar nach dem Krieg. Infolge der , h e r r s ch e n d e n Geldknappheit entschließen sich die Kaufleute schwer, Angaben zu leisten, überhaupt Waren voraus zu bezahlen. Vorwiegend werden die Waren setzt schon „auf Ziel" geliefert, in den günstigsten Fällen „Kassa nach Empfang", 30 oder 60 Tage Kassa. Bei etwaigen Geschäftsabschlüssen bleibt dann noch die Hauptsache, daß die gelieferte Ware den Mustern genau entspricht, damit kein Anlaß zn Reklamationen gegeben werde. Was. insbesondere Wien anlangt, werden die von hier geforderten Preist als teuer erachtet. Allerdings ist hinzuzufügen, daß die Vorräte in manchen Artikeln ziemlich bedeutende sind, was zur Folge hat, daß die Anslandsangebote ganz allgemein als zu teuer zurückgewiesen werden. Für Artikel. die geräumt sind, werden jedoch allmählich bessere Preist gewährt als vor kurzem. Geschäftsverkehr mit Holland. In der Exportabteilung der Wiener Haüdelskammer erhalten legitimierte österreichische Firmen unter Zahl 40.149 eine vertrauliche Auskunft über eine Firma der Konfektions- und Modewarenbranche in Holland. Export «ach Abessinien. Dem Außenhandelsdienst der österreichischen Handelskammern ist ein aus der letzten Zeit stammender Bericht über die Erfahrungen im Export nach Abessinien und die dafür zu berücksichtigenden Momente zugegangen, welcher für Interessenten in der Exportabteilung der Handelskammer, Wien, 1. Bez., Stubenring 8, 3. Stock, zur Einsichtnahme aufliegt. Belebung des Handelsverkehrs mit der Türkei. Der Korrespondent des Außenhandelsdienstes der österreichischen Handelskammern für einen der wichtigsten Handelsplätze aus dem Balkan, der sich gegenwärtig vorübergehend in Wien aushält, tritt demnächst nach Rückkchr an seinen Berichtsort eine mehrwöchige Reist nach Konstantinopel und Kleinafien an, um über Anregung des Außenhandelsdienstes für die Belebung des österreichischen Geschäftsverkehrs mit der neuen Türkei zu arbeiten. Industrie- und Handelsfirmen, die an dieser Exvorlförderungsaktion Interesse haben, wolle): dies ehestens schriftlich dem Außenhandelsdstnst (Kammeramt Wien) bekanntgeben. Ae Warenmärkte. (Eigenbericht der „Mener Morge-nzertung".) Chemikalien. Me würgende Geldknappheit behindert eine regere Tätigkeit im Chemikalienhandel auf dem hiesigen Platze. Die hohen Zinssätze im Vergleich zu den schmalen Verdiensten bewirken schon seit einiger Zeit eine nicht zn verkennende Interesse- und Lustlosigkeit in: Geschäfte bei den hiesigen Importeuren. Letztere sind gezwungen, Wochen- und monatelang vorher das Geld fiir ihre Importe vorzulegen, während es die hiesige Kundschaft heute als Selbstverständlichkeit auffaßt, gegen kürzeres oder längeres Ziel — und dies meistens — ihren Bedarf zu decken. Die derzeitigen Verhältnisse sind als höchst ungesund zu bezeichnen und es wäre nur dringend zu wünschen, wenn hier bald eine Wendung zum Besseren eintreten würde. Paraffin liegt bei den Raffinerien fest, während. am hiesigen Platz ziemliche Angebote zu verhältnismäßig tiefen Preisen zu beobachten sind. Japanwachs und Chinawachs begegnen etwas Interesse, ohne daß es zu sonderlichen Abschlüssen gekommen wäre. Bei Montanwachs liegen die Verhältnisse ähnlich wie bei Paraffin, jedoch in noch viel krasserem Ausmaße. Während die Werke 8 bis 8.60 Dollar fordern, was ungefähr 5600 bis 6000 K. ab Wien entspricht, kann man hier reichlich noch um zirka 5000 K. herum und darunter Ware bekommen. Schellack zeigte keine Veränderung, die Preisnotierung lautet nominell 110.000 K. Wr.-Neustädter Terpentinöl ist fester, ebenso Harz. Russisches Terpentinöl ist unverändert gegen die Vorwoche. In der Berichtswoche haben sich abgeschwächt r Bleiweiß chemisch rein um 200 K. auf 13.100 K., Chromkali um 300 K. auf 18.000 K., Chromnatron um 900 K. auf 15.200 K. und französisches Stearin Tafeln um 300 K. auf 20.700 K. Befestigt haben sich Oxalsäure um 100 K. auf 13.100 K. und Soda Bic. B. auf 3100 K. Zucker. Unter dem Einfluß anhaltend großer Nachfrage nach Raffinade, insbesondere starker Abrufe und ebenso günstiger Kabel aus England und anderen Weltteilen war der New-- Aorker Markt fest bei wesentlichen Preissteigerungen. Die Nachfrage nach Rohzucker nahm zu. Die Preise stellten sich auf 1,62 Cents; da aber zn diesem Preise erhältliche Mengen nicht genügten, so zog der Preis weiter au. Wiener Morgenzettung. Bönm-KommlssloiisgescMH und Wechselsibe NAGID & Co. Wien, I., Hohenstaufengasse 11 4027 Auf dem hiesigen Platze war prompte Ware gesucht, es sind aber keine Lagerbestände vorhanden, herbeigeführt infolge Verzögerung der tschechischen Kampagne. Man bezahlte am Schlüsse der Vorwoche 3.67 tschech. K. für Kristall. Parität Staatsgrenze. Sonst blieb dje Tendenz stetig. Nach den Berichten aus. den neuen Staaten wurden in Böhmen in der Kampagne 1922/23, und zwar bis Ende August einschließlich der Vorräte am Anfang der Kampagne (4490 T.) 694.214 T. Weißzucker und 17.750 T. Rohzucker, in: Nohwerte 740.762 T. (gegen 690.638 T. in der Vorkampagne) erzeugt. Hiervon wurden 287.645 T. Weißzucker und 1243 T. Rohzucker im Inlands verbraucht und 319.685 T. Weißzucker und 16.299 T. Rohzucker exportiert. Auf den Jnlandsverbrach entfallen von der gesamten Zuckerproduktion 44% und auf den Export 51%. Die restlichen 6% verbleiben als Vorrat. Der Vorrat pro 81. August ist um 50% höher als der Vorrat vom 91. August 1622. Die vorjährige Zuckerproduktion betrug in 36 Fabriken 1,548.723 Meterzentner, dagegen wird heute mit 1,690.201 Meterrentner gerechnet. Auf je 1 Hektar Anbaufläche dürfte in dieser Kcmmgne 35.22 Meterzentner Zucker gegen 48.37 im Jahre 1922 entfallen. ES wurde vereinbart, in den ersten drei Monaten der Kampagne 1923/24 den alten Preis von 480 tschech. K. beizubehalten. Kaffee. Die Tendenz sprach sich stir Santos PrimeS und Santos snperior fest aus,- erstere Gattung erhöhte den Preisstand um 1000 K. auf 40.000 K. und letztere um 600 K. auf 37.600 K. Sonst wurden noch offeriert Santo» VH Johnston zu 32.900 K. und Sul de MinaS zu 36.000 K. Der Weltmarkt zeigte eine feste Tendenz: Brasilien hat seine Forderungen erhöht. Diese bewegen sich einige Schillinge über Angebote aus zweiter Hand. Das Goldzollaufyeld betrug 6.689,999.900 Prozent, was bei einem Grundzoll von 65 Pfennig einem Zollsatz von 43,485.000 Mark für 1 Pfund Rohkaffee entspricht. In Deutschland ließen die Unsicherheit der politischen Lage sowie die Markentwertnng kein nennenswertes Geschäft in verzollten Kaffee aufkommen. Es fand nur ein kleines Bedarfsgeschäft statt. Oele und Fette. Für einige Gattungen war die Stimmung etwas schwächer, wie z. B. Rüböl doppelt raffiniert um 200 K. notiert 13.800 K., Rindertalg weiß ls. um 600 K. notiert 15.500 K. Die meisten Gattungen blieben unverändert. Zu Markte kamen Kokosöl I weiß zu 17.800 K.. Kokosöl-Fettsäure 93/99 zu 15.600 K.. holländisches Leinöl zu 17.700 K., Elain sap. 97/98 zu 18.000 K., Knochenfett raffiniert 97/98 % zu 13.400 K., französisches Rizinusöl I. Pressung zu 20.600 K. transit Wien, Sesamöl I. Pressung zu 18.600 K., Tafel-Speiseöl (Agmi) zu 16.000 K., Schweinefett (pure larä) Faßpackung pro 100 Kilogramm zu 36.05 Dollar transit Wien, in Kleinfässern zu 26.600 K., Kokos-Speisefett in Fässern zn 18.500 K. ab Wien. In Deutschland gchen Preise fortgesetzt in die Höhe und die Preise für Butter mußten erhöht werden, um überhaupt noch Ware zu bekommen. Die amtliche Preisfestsetzung im Verkehr zwischen Großhandel und Erzeuger. Fracht und Gebinde zu Lasten der Käufer, war für 1 Pfund erster Qualität 750,000.000 Mark. BtAmwollgarne. Preise waren teils unverändert, teils um 1 bis 2 Punkte schwacher. Es notieren: Nr. 6/10 Bengülkops pro Dezember- Jänner —.66 Dollar, Nr. 16 Ha Surat —.77 Dollar, Nr. 20 —.81 Dollar, Nr. 16/24 Halb Amerika -.88 Dollar, Nr. 16/30 Rein Amerika -.95 Dollar, Nr. 36/42 Mittel Amerika 1.10 Dollar pro Kilogramm ab Fabrik exklusive Packung. Baumwollzwirne. Auch in diesen Artikeln bröckelten Preise um 1 bis 2 Punkte ab, die letzten zwei Punkte blieben unverändert. Es notieren: Nr. 10/12 Bengal zwei- und dreifach pro Dezember-Jänner ,—.70 Dollar, Nr. 16/2 11a Surat -.82 Dollar, Nr. 20/2 -.87 Dollar, Nr. 20/2 Amerika 1.02 Dollar, Nr. 30/2 1.10 Dollar, Nr. 40/2 Prima D. 1.26 Dollar pro Kilogramm ab Fabrik exklusive Packung (trocken, mittel, naßscharf 1 Kabel-Cents Aufschlag pro Kilogramm). Rohe Baumwollgewebe ließen durchgehends um je 1 Punkt nach. Es notieren r 82 Ztm 15/14 20/20 pro November-Dezember —.73 Schweizer Franken 82 Ztm. 15/15 20/20 —.74 Schweizer Franken, 87 Ztm. 19/19 30/60 —.75 Schweizer Franken, 80 Ztm. 19/17 36/42 —.53 Schweizer Franken; 87 Ztm. 19/21 36/42 —.63 Schweizer Franken, die letzten drei Posten transit Wien pro Meter ab Fabrik exklusive Packung. Alles gegen Vorwoche. Borsten. Wie aus Leipzig gemeldet wird, ist das Geschäft von ganz geringer Bedeutung. Äußer mit dem Auslände, speziell mit Amerika, wohin große Posten steifer Borsten verkauft worden sind, liegt das Geschäft in Deutschland ganz darnieder. Das Ausfuhrverbot für Borsten und Roßhaar ist zwar aufgehoben, dagegen fordert die neue Devisenverordnung eine 30prozentige Abgabe von Devisen, und da die dortigen Borsten aber f<Malle auÄändischen Ursprungs find und in Leipzig nur kommj^nsweise lagern, ist cs selbstverständlich, daß das Ausland die Ware der Abgabe wegen nicht erst über Leipzig ins Ausland gelangen lassen will, sondern die Ware soll dem Auslande direkt zugeführt werden. Bisher waren England, Frankreich und Amerika noch leidliche Abnehmer von Borsten aus Leipzig. Nunmehr dürften die Eigentümer von Borsten die Geschäfte mit diesen Ländern direkt abschließen. Metall. Die Tendenz blieb eine ruhige, der Export ist gänzlich unterbunden. Kupferpreise ließen um 700 bis 800 K. nach. Es notieren: Original Wire bars 23.600 K., Kathodenkupfer 22'000 Kronen, Schwerkupfer rein über 3 Millimeter Stärke 19.100 K., Altkupfer unter 3 Millimeter bis 1 Millimeter 17.800 K., Altkupfer unter 1 Millimeter und reine Kupferspäne 16.800 K., Kupferbleche 32.000 K.. Kupferhaiumerwaren 33.300 K., Kupferdrähte 30.500 K., Kupferstangen 93.000 K. Kupfe,r legier ungen, Zink und Aluminium blieben auf unverändertem Stande. Es notieren: Mesiing- Kartuschhülsen 19.900 K., Messina-Gewehrpatronenhülsen blank 18.500 K.. weiche MessingLlechabfälle 13.500 K., harte und gemischte Messingblechabfälle 15.000 K., Gußmessing und Messingstangenabfälle 13.600 K., Leichtmessing und Mefsingstangenspäne II. 500 K., neue Tombakblechabfälle 20.500 K. Zink. Hüttenzink 12.500 K., Feinzink .14.000 K., Zinkblechabfälle 6000 K., Remeltedzink 6500 K. A l u m i n i ü m H. und I. - B a r r e n 40.500 K., Alumiuiumblechäbsälle 26.000 K., Alnminiumdrahtabsälle 24.000 K. 14. Oktober 1923 Serie 11 Mm deutsche» Mute-, Leder- und Schuhmarkt. Die deutsche Lederwirtschaft zeigte sich um die Mitte des Monats Oktober in wenig günstiger Situation, die sich aus den. allgemeinen Wirtschaftsverhältnissen Deutschlands voir heutzutage sehr leicht erklärt. Das Häutegeschäft ist in völlige Stockung geraten, da die Hänteverwertungen einerseits und die Häutoeinkäuftr — Häutegroßhändler und Lederfabrikanten — andererseits sich in offenem Kampfe-miteinander befinden. Es handelt sich hierbei um die Konditionen auf den deutschen Haut eversteigerungem wobei . die Auibtionsveranstalter eine Verschärfung der Zahlungsbedingungen verlangen, auf die sich die ALnchmerschaft keinesfalls oinlasseu will. Die Auktionen der letzten Zeit sind daher durchwegs abgesagt und auf später verschoben worden, so in den ersten Oktobertagen diegroße mitteldeutsche Auktion in Erfurt. Die Interessenten ach Häuteeinkauf haben beschlossen, noch aus weitere drei Wochen die Auktionen zu boykottieren, um hierdurch ein Nachgeben der Häuteverwerttmgen — der Verkaussorganisationen der Fleischer — zu erzielen. Der Ausgang des Streites ist noch nicht abzulsehen. Der 'Stillstand des Häuteeinkaufes bringt es mit sich, daß die Produktion der deutsch?:: Lederfabriken sich außerordentlich vermindert hat. Die meisten Betriebe haben nur noch verkürzte Arbeitszeit und man sieht die Zukunft in sehr trübem Licht. Infolge der Unsicherheit der allgemeinen Wirtschaftslage und auf Grund der fortgesetzten Devrsenkurserhöhnngen liegt das Geschäft im dorischen Ledergroßhandel sehr ungünstig. Dies erklärt sich einerseits daraus, daß die Schuhfabriken mangels genügenden Absatzes augenblicklich sehr zurückhaltend im Ledereinkaus sind, andererseits daraus, daß# der Lederkleinhandel nicht in der Lage ist, die Kapitalien, die für ausreichenden Wiedereinkauf notwendig sind, unter den heutigen schwierigen Geldverhältnissen aufzubringen. Uebervies macht gerade dem Kleinhandel die fortgesetzte Schwankung des Geldwertes eine geordnete Kalkulation durchaus unmöglich. Die Schubwarenfabrikation ist zum Teil vollständig eingestellt, zum Ten nur noch an einigen Stunden während der Woche im Gang, denn das Jnlandspublikum ist als Käufer fast vollständig ausgeschieden, und nicht minder stockt auch der Export, dq die deutschen Leder- und Schuhpreise die Weltmarktparität bereits' überschritten haben. An sich müßte letzterer Umstand zur Einfuhr von Schuhen und Leder aus dem Auslande nach Deutschland anregen; dies kann aber zur Zeit schon deshalb nicht geschehen, weil bei der heutigen scharfen Dcvisenrcpartierung die Zahlungsmittel für solchen Import gänzlich fehlen. Im deutschen Ledergroßhandel wurden um die Oktobermitte beim Verkauf aus erster Hand, je nach Qualität, Sortiment und Häutematerial, folgende Dollargrundpreise genannt: Zahm sohl- und Vacheleder, Grubengerbung, in Hälften 1,10 bis 1,35, in Kernstücken 1,46 bis 1,65; dtto., gemischte Gerbung in Hälften, 0,95 bis 1,05, in Kernstücken 1,20 bis 1,40; braune und schwarze Blankleder in Hälften 1,10 bis 1,25; braune Stiefelkipse 0,90 bis 1,10; Fahlleder 1 1,56 bis 1,76; Bache seiten, deutsche 0,65 bis 0,75, Wild 0,46 bis 0,65; Vachehälse, deutsche 0,75 bis 0,90, Wild- 0,65 bis 0,75; Riemenkernstücke 1,40 bis 1,50; Wildvacheleder, gemischte Gerbung, 0,85 bis 01,95; Wildsohlleder, Grubengerbung, 0,95 bis 1/05, alles pro Kilogramm; Chevreau 1 0,36 bis 0,45; Rindsbox 1 0,32 bis 0,36; Boxkalf 1 0,40 bis 0,45; Roßchevreau 0,28 bis 0,26; sämischgare Schasleder 0,16 bis 0,20, alles pro Quadratfuß; Koffervachetten 2,76 bis 3,50; Möbelleder 3,50 bis 4,20, beides pro Quadratmeter effektives Maschinenmaß. Dr. A. Börse für landwirtschaftliche Produkte. An den Auslandsplätzen sprach sich die Tendenz in der zweiten Wochenhälste etwas ruhiger aus, insbesondere an_ den ungarischen Märkten, an welchen das Angebot eine weitere Verstärkung erfahren hat. Der Wiener Platz zeigte regere Geschäftsbetätigung nur in Weizen. In Roggen stimulierte die Ausfuhrbeschränkungen in der Tschecho-Slowakei, weshalb Preise zugunsten der Verkäufer neigten. In Hafer haben sich die Ankünfte besonders aus Ungarn vermindert, welcher Umstand eine Erhöhung der Forderungen bewirkte, die allerdings nur in vereinzelten Fällen zugestanden wurde. In Mais ist der Absatz schwerfällig. Böhmen kaust etwas in jugoslawischer und rumänischer Ware zu,2675 K. Wien wagengelegt. Die Gerstetendenz sprach sich erheblich ruhiger ans, einerseits wegen ausgiebigen Offertes in Merkantilforten, andererseits in Anbetracht des Umstandes, daß der Konsum nur kleinere Käufe besorgte. Im Mehlgeschäft ist ein Stillstand im Absatz zu verzeichnen, allseits herrscht Zurückhaltung im Einkäufe, die in den Preisen nur deshalb nicht zum Ausdruck gelangt, weil auch die Anerbietungen, besonders in prompter Ware, bescheidenere Mengen umfassen. Es notieren pro Kilogramm ab Wien (exklusive der Pauschalwarenumsatzstenerh: Weizen inländischer 3350 bis 3450 K., jugoslawischer 3600 bis 3700 K., Roggen inländischer 2650 bis 2750 K., tschecho-slowakischer 2700 bis 2750 K., Gerste inländische 2450 bis 2750 K., tschecho-slowakische 2600 bis 2875 K., 1.15 bis 1.30 tschech. K. ab Marchegg, Futtergerste 1100 bis 2500 K., Mais 2650 bis 2750 K., Cinquantin 3200 bis 3300 K., Hafer ungarischer 1900 bis 2050 K., inländischer 2000 bis 2100 K., Reis italienischer 6700 bis 6900 K., Burma 5400 bis 5500 K., Mohn 11.000 bis 11.600 K., Weißbohnen ungarische 5050 bis 5200 K., inländische 5100 bis 5300 K., Kocherbsen inländische 4200 bis 4700 K., Kartoffeln inländische 650 bis 975 K., Preßheu österreichisches 1300 bis 1350 K., lose 1100 bis 1150 K., Bundstroh lose 960 bis 1000 K. ab Station, Reps 2.35 bis 2.40 tschech. K. ab Marchegg, Wicke 2400 bis 2800 K., Repskuchen 2250 bis 2350 K., Weizengrieß inländischer 6400 K., Weizenmehl-inländisches 6800 *K., ungarisches doppelgriffig 5600 bis 5700 K., 2,60 tschech. K., griffig 6300 bis 5400 K., 2,50 tschech. K., Brotmehl Ia 4400 bis 4500 K.. Futtermehl Ia 2100 bis 2200 K., Roggemnehl Ia 4000 bis 4100 K.. 70%iges tschechoslowakisches 1.65 bis 1.75 tschech. K., Weizenkleie 1175 bis 1250 K., Roggenkleie 1100 bis 1150 K. Ae Devisenkurse. Warschau, 13. Oktober. (Devisen.) Berlin 0.000136, London 4,060.000, New-York 900.000, Prag 26.900.-, Wien 12.64. Dudapeft» 13. Oktober. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 7580 bis 8020, Bukarest 94.— bis 107.— Kopenhagen 3410 bis 3630. Christiania 3050 bis 3210, London 88.000 bis 92.400, Berlin 0.03 bis 0.05*), Italien 890 - bis 945.—, Paris 1170.- bis 1236-, Prag 580.- bis 624.-, Stockholm 5090 bis 6420, Zürich 3440 bis 3660, Wien 0.2740 bis 2.2950, Sofia 187.- bis 198.-, Belgrad 227.- bis 241.-, New-York 19.300 bis 20.400, Warschau 3.20 bis 4.85 t), Brüssel 1005.- biS 1060.-. *) Für 10.000 Mark, t) Für 100 poln. Mark. Allgemeine Depositen-Bank Gegründet 1871 :: Aktienkapital u. Reserven: Rund 24 Milliarden Kreneh Htaaaptsmsrtal«) L., 8£«sl*otte»:«*f«SM*aMn L Telephon Nr.: „Serie 03580‘Van Sonn- und Feiertagen nur 01670, Bankb. Ufechslßrhaus SchwarienberaolatT. Wien. L. Kolouimtrioq 14 - Zentralwüclisefstuiie!„ Freuimg Q Wechselstuben: I. Rotenturmstraße 29 I. Franz Josef-Kal 37 II. Heinestraße 34 II. Taborstraße 7 III. Hauptstraße 10 IV. SvUncrplatz 2 iV. \Vic(lm,(,j;ürtei 10 V.ReInprechtsdorterstr.62 VII. Alarlahllferstr. 74b VII. Kirchengasse 1 VII. Neubaugasse 44 VIII. Josefstädterstraße 64 X. ravorltenstraße 103 XI. Hauptstraße 50 XII. Koppreitergaise 2 XIII. Hauptstraße? XIV. Mariahillerstr. 196 XIV. Sparkasseplatz 1 XVII. Ottakrlngerstr. 84 XVII. Hauptstraße 155 XVIII. Währingerstraße84 XXI. Hauptstraße 45 Wien, Bleiburg, Bregenz, Czernowitz, Eise Stadt, Graz, Innsbruck, Judenburg, Knittelfel Kufstein, Lambach, Leoben, Liezen, Linz,Mist bach,Mödling,Neunkirchen Oberhollabrunn,Ri Salzburg, St. Gilgen, St, Pölten, St Veit a. d.G Steyr, Villach, Vöcklabruck, Wels, Wr-Neustai " -- _ —. ...MW.., .vvmaujuvn, „ ,,,, nri.cusi CxposSturen: Badgastein, Rottenmann, St. Johann im Pongau fisornt sSmtl. Benkge^häfte u. int’üstrlaüa 7v::‘;

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