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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-08 · Heft 1670 (8.10.1923) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1670 (8.10.1923)
Date
1923-10-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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WMDWWMMWIW« ÄWWWWWWNWW t E rosen, Msmag Mener MorgettHeMng. 9. Okkvber H9SS Nr. 1670 Wählekversammlungen. S. gtettfe Montag. 2. D»., Mal Hausse. Elisabetbbeim. halb 8 Uhr abends. Redner: Gemeinderat Dr. P l a s ch k e s, Zyrg. Rob. Stricker, Dr. Löwenherz, Gemvinderat Dr. Ehrlich. Bsz., Wä h r i n g e r st r a ß e 67, Restaiivant Pohl, hakb 8 Uhr abends. Redner: Dr.Pollak-Parnau, S. Fle: s cher, Sekretär der Union, und Prokurist Salo S ch m e r l e r. Be-., Gaußplatz 7, Cafe „Neptun". Redner: Herr Salo Sch me r l er, Dr. Plaschtes, Ingenieur Stricker und Dr. Schwarz -Hiller. Dienstag den 9. Oktober. Bez.. Ausstellungsstraße 86, Restauration Gabriel ,^um Radfahrer", halb 8 Uhr abends. Redner: Dr. Plaschte-, De. Körner und Karl Fuchs. Glockengasf« 3V, „Z i o n", halb 8 Uhr abends und Julius L ö «w y. Bez., Große Schiffgasse 3, Hotel Barschak. Halb 8 Uhr abends. Redner: die Herren Nebenzahl, Ehrlich und Dr. PI a f ch k e s. Bez.. Praterstraße 60, Cafe „Orient", halb 8 Uhr abends. Redner: die Herren Nebenzahl, Ehrlich, Prof. Avtur F r e u d und Dr.Schwarz- H i l l e r. B«t.. Löwen aas i'e 39. Cafe 5kl io n. halb 8 Uhr abends. Redner: Hofrat Dr. Riesenfeld. Gemeindevat Dr. S ch w a r z - H i l l e r, Oberbaurat Rob. Stricker. Bez.. Alfer st raße 15. Cafe S cb l ö s f e l b o f. halb 8 Uhr abends? Redner; Dr. Desider Friedd. S. S. Bez. Bolksbibliothek Redner: Dr. Gelber 9. Rotterbühnen haben jedoch ihr Gastspiel, das bis zum 15 dauern sollte, abgebrochen. Niemarid, der den Redmckensaal als eine Stätte kennt, an welcher sublimste Kunst geboren wurde, wird das End; des Berliner Ensembles besonders schmerzlich vermissen. Das, was die Rotters den Wienern zu bieten harten, war mittelmäßigste Theatermache. Keine einzige der Verstellungen erhob sich über den Durchschnitt. Man hat auch dieses Gastspiel der Rotter- Bühne, die in Berlin den Ruf genießen, daß ihnen Geschäft vor Kunst gehe, von allem Anfang an mit Mißtrauen verfolgt, und die Wien«? Kritik zögerte auch nicht, ihr E^'rannen darüber auszndrücken, daß die Staaistheaterverwaltrrng den Redoutensaal für diese Zwecke hergab. Wie berechtigt das Migßtrcmen war, zeigt der nicht gerade schöne Abschluß dieses Gastpieles. Ser Thraterffrett vmuiede«. Gestern vormittags hat in den Reichshallen eine Versammlung der Betriebsräte der Wiener Theater stattgesunden, in der folgende Resolution angenommen wurde: „Die Versammlung der Betriebsräte der Wiener Theater billigt die Taktik des Verhandlungskomitees, jeden Versuch der Direktoren, der darauf äbzrelt, die Arbeitsbedingungen der Angestellten zu verschlechtern, energisch zurückzu w e i s e n. Die Betriebsräte nehmen Kenntnis von dnü letzten Vorschlag des Direkt orenverbandeS und erklären, die Propofition, die sich aus die Loh nregulierung bezieht, zu akzop tieren. Die die Arbeitsverhältniffe berührenden Bestimmungen in diesem Vorschläge sollen zum Gegenstände neuerlicher Verhandlungen gemacht werden." Nach dem Wortlaut dieser Resolution besteht nunmchr kaum ein Zweifel, daß die Einigung im Lohnkampfe der Theaterangestelltcn unmittelbar bevorst e h t. Die neuen Verhandlungen sollen bereits heute ausgenommen werden. ßhreumitglieder gesucht. Der Kammersänger Mayr, die Damen Kurz, Gut- Heil-Schodcr und We: dt haben die ihnen zugedachte Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper abgelchnt. Diese Ablehnung steht im Zusammenhang mit der vor kurzem erfolgten Ernennung der Frau I e r i tz a zum Ehrenmitglied der Oper. Die anderen prominenten Künstler dieser Bühne fühlen sich durch diese durch nichts gerechtfertigte Ehrung der Frau Jeritza zurückgesetzt. Wir geben der politisierenden Staatstheaterverwaltung den Rat, in einer Tageszeitung zu inserieren, ob sich nicht je* nrand findet, der die Ehremnitgliedschaft der Oper annchmen möchte. Verlängerung der Sperrstunde in de« Kaffeehäusern. Mit Rücksicht auf die schlechte wirtschaftliche Lage ikx meisten Wiener Kaffee-Hausbetriebe ist — wie eine Lo'kalkorresponldenz meldet — die Genossenschaftsvovstehung an die Polizcidireliion herangetreten und hat die Hinausschiebung der Sperrstunde vevlarW. mann, Gemeinderat Dr. Bruno Pollat- Parnau, Sekretär Siegfried Fleischer. 9. Bcz., S e e g a s s e 20, Rcstaurant, hach 8 U-hr abends. Redner: Dr. S ch a l i t, Paul Frischa u e r, A. S ch w e r t f i n g e r, Dr. Löwen Herz. Mittwoch den 19. Oktober. 7. Bez., H c vma nnHasse 34-38, Saal der BezirkSv e r t r c t u n g, ljalb 8 Uhr abends. Redner: Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Markus Fische r? Sekretär Siegfried F l e i s ch e r, Doktor Immer glück und Dr. S. D e fvü s. 9. Bez., Schwarzfpanierstraße 15, Restaurant H ü t t e r. Redner: Gemeinderat Dr. Polkak-« P a r n a u, Dr. S ch a l i t, S. Weiner, Schw e r st. s i n g e r und Dr. W e i« e r. e Donnerstag den 11. Oktober. v 3. Bez.. Radetzkvsiraße 21. Restaurant Littrn a n n. halb 8 Ubr abends. Redner: Gemeinderat Dr. P l a s ch k e s, Dr. Desider F r i e d m a n n, Dr. Jakob O r n st e i n, Hosrat Dr. R i e s e n f e l d. 6. Be;.. Kö n ia se a aa sse 10. Saal des Berb a n d s h e i m s, halb 8 Uhr abends. Redner: Doktor Jakob Engel, Obevbaurat Stricker, Baurat Tr. T. D c s r i s, Sekretär S. Fleischer und Markus F - s ch e r. Samstag den 13. Oktober. 7. Bez., M a r i a h : l f e r st raße 124, Restaurant Reih. halb 8 Uhr abends. Redner: Gemeinderat Dr. Plaschk e s, Dr. A. Jmmerglück, Dr. Ing. Desris und Markus Fischer. Die Polizeidbroktion soll die Absicht haben, den Wünschen der Kaffeesieder teilweise e u t g e g e n z u k o mmeu und ihnen während des Faschings zweimal m der Woch" die D r e i u h r s p c x x c zu bawilligsn. fine SremeM Greifin. Dte 78jährige Private Veronika Legan, die im zweiten Stock des Hauses, 8. Bez., Tigergasse 3, hei ihrer Tochter lebt, wurde gestern nachmittags das Opfev eines schweren Unfalls. Die Greisin, die infolge hohem! Alters recht unbeholfen ist, wurde gewöhnlich van ihrer, Angehörigen, wenn diese fartgingen, in der Wohnung eingesperrt .und der Türschlüssel zu einer Hau spartet ge-; geben, die öfters nach der Greisin nachzuschauen hatte. Das war auch gestern der Fall. Frau Legcm wao allein und wollte auf dem Gaskocher Wasser wännen. Infolge ihrer Unbeholsenheit setzte sie dabei ihre Klieidsv in Brand und brannte plötzlich'lichterloh. Sie wäre vermutlich ganz verbrannt, wenn nicht der Rauch durch daÄ Fenster in den Hof sich gezivgen Ylitte und van den Nachbarn wahrgenommen worden wäre; sie verständigten die Frau, die den Schlüssel in Aufbewahrung hatte, und als' die Türe ausgesperrt tvar, fand man die Greisin mit schweren Brandwunden, teilweisen Verkohlungen der rechten Brustseite und des rechten Oberarmes vor.' Die Rettungsgesellschaft brachte sie auf die Kl'nik Riehl ins Allgemeine Krankenlhaus. Kleine Malchrontt. Im Gaswerk Simmering stürzte der Heizer Franz H a nsel von einer Leiter und erlitt schwere Verletzungen. Heute nachts wurde auf dem Hernalsergürtel der Hilfsarbeiter Koirl Sablik im Naufhandel durch einen Messerstich schwer verletzt. . \ . Aus liebermut und ohne ieden Grund hat der Hilfsarbeiter Ludwig We.sel den 16jährigen Eduard Beile mit einem Messer gestochen. _ TtLMrstagekaste«. A. Neumann. Für das Jahr 1923 wird die Eriverbssteuer in einem bestimmten Prozentsatz de8 Reingewinnes (7'/z°/g der 15%) bemessen werden. Es kommt daher nicht mehr darauf, wieviel Gewerbe Sie angeineldet, sondem darauf, wie hoch Ihr Gewinn ist und ob Anlage- und Betriebskapital in Ihren: Geschäft eine wesentliche Nolle spielen oder nicht. — Export. Die Vergütung der Waren'.tmsatzsteuer können Sie als Ausfuhr- Händler vom Fabrikanten nur verlangen, soweit es sich um Lieferunge:: seit dem 1. Juli handelt. — Frage. Bei einem Einkommen von 80,000.000 K. wird die Einkommensteuer für 1923 ungefähr 3'/, Millionen Sfroncn betragen. — W. W. Die Unterhaltsbeiträge, die Ihnen Ihr Mann aus der Tschecho- Slowakei schickt, müsien Sie hier versteuern. — Kompagnon. Ein solcher Gesellschaftsvertrag ist, wenn schriftlich geschloffen, gebührenpflichtig; die Gebühr beträgt 1%- Sie können jedoch die Finna als offene Handelsgesellschaft protokollieren lassen, auch wenn Sie den Gesellschaftsvertrag nur mündlich schließen. — Sleuermanbak. Sie müssen gegen das Mandat jedenfalls schriftlich Einspruch erheben. We:m Sie dann eine Vorladung erhalten, nehmen Sie Belege mit, aus denen hervorgeht, daß Sie hier nicht steuerpflichtig sind.. Wen« man Ihnen trotzdem neuerlich eine Steuer vorschreibt, müssen Sie gegen den Zahlungsauftrag berufen und die von Ihnen angeführten Umstände geltend machen. von Dr. San«! Beer. Ueber Säuglingsgymnastik. Unsere Zeit hlüt die Bedeutung des Bewegungsspieles, de- Turnens nnd des Sportes für die körperliche Ertüchtigtmg der Heranwachsenden Jugend erkannt und trägt diesen.Forderungen in weitestem Maße Rechnung. Nur wenige verblendete Eltern gibt cs, die den gesundheitlichen Fragen so geringes Verständnis entgeg.'nbringen, daß sie ihre Kinder den gesunden Einflüssen der modernen körperlichen Erziehung entziehen. Fleißige Bewegung im Freien, Schwimmen, Schlittschuhlaufen, Ballpiel, jeder Sport mit Matz betrügen erhöhen die Leistungsfähigkeit und Widerstandskraft des Körpers und bilden die besten Schutzmittel gegen die tückischeste Volksseuche, die Tuberkulose. Sind die w-httätigen Folgen der körperlichen Uebungen für die schulpflichtige Jugend wohl beikannt, so ist die Bedeutung der Gymnastik für das Kleinkindes- und Säuglingsalter keineswegs schon Gemeingut der Mutier und Pslegcperson. Sollte nicht das Kind zur Zeit seines stärkst». Wachstums in dei: ersten Lebensjahren besonderer Fürsor,^ ptr seine Muskel- Md Knöchensysteme bedürfen? Fallen nicht die Anfä:rge des Krüppeltums meist in diese Zeit? Es ist nicht genug bekannt, daß die wenigsten Fälle von abnormen Haltungen, Berbiegm:gen und Defekten angeboren sind, 96 Prozent des Krüppeltums sind erst im Laufe des Lebens erworben. Auf Schritt und Tritt begegnet man schlecht entwickelten, verkrümmten, buckligen und hinkenden Menschen, die unter ihrer Verunstaltung bei der bekmmten Taktlosigkeit unserer Mitmenschen unendlich an ihrer Seele und an ihrer sozialen Stellung leiden. Was gäbe so mancher Kvüppol dafür, normal gewachsen zu sein? Meist wird das Schicksal, das so böse an dvn Menschen gehandelt hat, für das Krüppcltum beschuldigt. In Wirklichkeit sind die Eltern die schuldigen, die den Körper des Kindes vernachlässigt haben. Denn bei rechtzeitiger Behandlung und Durchführung der ärztlichen Verordnungen ist mit wenigen Ausnahmen jede körperliche Verunstaltung zu beheben. So manches Kind hat das Recht, das Schicksal anzuklage;:, daß es ihm so verständnislose, gleichgültige Eltern in diese Welt Mitgegeben hat. . > Die seltenen angebareneq: Abnormitäten, wie angeborene Hüstsrlettzkßverenknngen oder Klumpfüße, könne:: in Anbetracht der besonderen Fortschritte auf dem Gebiete >der operativen Orthopädie mit bestem Erfolge behandelt werden. Anhere Verunstaltungen, wie Berkrümun-gen des Britstkyrhes, der Wirbelsäule, der Beine, die alle Folgen zweier gefährlicher, sogenannter DomTftKationskrankheiten, der Rachitis und Tuber- , kulose, such, lassen sich bei entsprechender Pflege und Beobachtung des Kindes vernmdeit. Unter Damestikationserlcheinnngel: versteht, man krankhafte Zustände, die bei allzuviclem Ansenthafte in den engen, dunkeln, wenig besonnten, schlecht gelüftetn: Wohnräumen der Proletarier austreten. Besonders die englische Krankheit' ist sine Folge dieser schlechten hygienischen Wohnungsvorhältnisse, nur viel Aufenthalt im Freien, gute Lüftung der Wohnungen, neben gttter settveichex Ernährung, können die durch die Rachitis hecheigesührte:: Verkriimnumgen heilen. Solche Wohnstätten sind auch die Quelle für die zweite „Schwächeerkrankung", die Tuberkulose, die in der Jugend be- ^sonders gern das Knochenshsten: ergreift, bei Erkrankung der Wirbelkörper zu Buckel, bei Besallenwerden der langen Röhrenknochen zu Verstöi^ngen, Perhreguttgen und Verkürzung gen des menschlichen Körpers führt. All diesen Schäden kann sine frühzÄtig geübte Pflege des Knochen- Md Mnskelsystems des Kindes Vorbeugen. Nach Vorschlägen von Neumann-Neurode auS der Berlimr Kinderklinik soll man mit den Leibesübungen der Kinder schon im sechsten Monate beginnen. Sie üben eine günstige Wirkung auf dir Stellung und Haltung der Knochen aus und bilden einen ztveckentsprechenden Reiz siir das WachZtvm. Natürlich müssen die Usbwngen nach einem bestimmten Systeme von geübter Hand durchgesührt werden. Sie erfordern nur eine Dauer von 6 bis 10 Minuten täglich, während der man mit dem unbekleideten Kinde, im Gommer bei offenen: Fenster, die Bewegungsgymnastik durchführt. Die Uebungen erstrecken sich aus Arm- und Beinbewegungen, auf Kräftigung der Rücken- und Brustmuskeln durch entsprechendes Heben der Kinder an den. Füßen aus der Amstlage bis fast zur Senkrechten Spannlage, Rnmpsheben und Rumpfrollen sind fortgeschrittenere Leistungen, die, abgestuft, mit großer Vorsicht und kombiniert mit leichter Massage den Kleinen nach mehrmaliger Hebung oft viel Freude bereiten. Jede Mutter hat es eigentlich in der Hand, das Wachstiun des Kindes zu beeinflussen. Schon'frühzeitig muß sie mit der Pflege des Knochen- und Muskelsystems beginnen, um dbs Kii:d vor Krüppeltum zu bewahren. . AerMcher Fragekasten. B. L. Die stillende Mutter soll außer jeder gewohnten Nahrung etwa dre: Viertelliter Milch und ein bis zwei Milchspeisen genießen. Ueborernährung ist zu vermeiden, reichlich Bwegung notwendig. — Nervöses Erbrechen beim Säugling wird durch besten in Breiform, behandelt werden. - Besorgt. WeM keine be ten in Breiform, bichandelt werden. — Besorgt. Wenn Äine besondere Ursache vorliegt, soll der Leistenbruch des KindeS erst im zweiten Lebensjahre operiert werde»:. —. Philipp. Der Nabelschwamm muß vom Arzte behandelt,,worden. Er wird mit der Scheere abgetragen und mit Lapis geätzt. JEDER WÄHLE für den Einkauf von Stoffen für die Herbstunc Wintersaison: Damen- und Herrenwäsche, Bett- und Hauswäsche, Strickwaren, Teppichen, Vorhängen etc. nur das bekannt verlässliche u. billige^ iSchiffmann ILTaborstraße 48 Telephon 47*1-70 En gros En «lots,,

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