Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-10-04 · Heft 1666 (4.10.1923) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1666 (4.10.1923)
Date
1923-10-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980747--16323-3003226
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

-- --- ireioiresisftjy ro NkMi- W riiy<ian>niwwiittrftr Wlenev Moraenzeltung. 4. Oktober 1923 k*.i» Me österreichische Bodenkultur. Der Anschlag des Rektors Fischer. Die K-U'Ndtzebung der Proftfforen der Hochschule für Bodenkultur, die wir im gestrigen Morgenblatt veröffentlichten, hat zu «i-ner sehr erregten Diskussion in der Oeffentlichkeit geführt. Bor allem beeilen sich die „Judenblatter". politische Auswirkungen dieser Infamie zu verhindern. Sie klagen darüber — und das demoikvatiifche „Neue Wiener Tagblatt" führt das am beredtesten aus —, daß die bürgerlichen Wühler jüdischen Glaubens in ihrer Haltung wankend gemacht werden. Wir kennen die Stimmung in den jüdischen Kreisen bester und können sagen, daß von einem Wanken kerne Rede mehr ist. Die Mischen Wähler stehen fest zu der eMich zustande gekommenen Mahlgemeinschaft und werden dies am 21. Oktober zu erweisen wissen. Aber auch darüber hinaus wird die Numerus elausus- Asfäre ihre Konsequenzen haben. Der Schwindel, der da in Oeste.rveich eifrig betrieben wird und die HakenkreuzmaSke hinter einer Kulturfastade verstecken will, wird restlos enthüllt, und das Judentum wird der Umwelt die Wahrheit, Mitteilen: Diese Professoren und diese M-rmster und diese Abgeordneten werden nicht mehr schnorren gehen können. Die Regierung laßt in e-irwrn Interview im „Neuen Wiener Tagblatt" versichern, daß sie diese Angelegenheit durchaus nicht bagatellisiere, sondern Mit pflichtgemäßem Interesse verfolge. Es stehe auf alle Fälle fest, daß den Düngern der Republik die Rechte, dieihnen verfassungsmäßig und durch andere Gesetze zustehen, nicht durch.derartige Verfügungen verkürzt w-evden dürfen. Was einen Numerus clausus für Ausländer betrifft seidie Rechtslage allerdings nicht so klar wie hinsichtlich der Inländer. Es werden aber die Hochschulen imm'.rh-.n gewisse Rücksichten nehmen muffen, um die internationale Bedeutung Wiens als Hochschulstadt nicht zu beeinträchtigen. Immerhin sei bei dieser Gelegenheit auch erwähn:, daß einzelne AuSlandsftaaten den Numerus - claUsus - praktisch gegen Ausländer, also auch gegen österreichische Bundesbürger. anwenden. Im übrigen soll diese ganze Angelegenheit nicht als politisch? an-fgefaßt und gewertet, werden, auch nicht von der Studentenschaft, sondern als rein.' Platz- und Zweckmäßigkeitsfrage auf unseren Hochschulen, um den österreichischen Staatsangehörigen in erster Reihe vre Studienmöglichkeir zu sichern. Wir meinen, daß ss wcher bezüglich der Inländer noch bezüglich der Ausländer eine Unklarheit in der Rechtslage geben kann. Eine Hochschule ist eine Stätte der Lehre, aber kein Tauzfaal, ver wegen Ue-bersüllung geschlossen wird. Wenn eS im Ausland Beschränkungen für Oösterrvicher geben sollte — uns ist kein sicher Fall bekannt —, so hat dies Oesterreich nur seinen Rektoren und Profestoren zu danken, di« das. Oetzrestalieysystem offiziell pxovozieren. Wie die „Stunde" berichtet, hat der Rektor Ver Bvdeitz kultur-Hochschul« den Beschluß aus Raumgründen zu e» klären versucht. Das würde aber noch nicht ausreichen, um die Beschimpfung des Judentums zu vechtferbigeü» erklärt noch nicht das Bedauern über das Fehlen eine- Forums für rassische Angelegenheiten. Die antisemitischen Mütter der RegierungSkoaMon haben gestern den Beschluß der Profestoren-unterschlagen. Was wir als ein höchst charakteristisches Symptom siir di« Zweideutigkeit dieser Negierung verzeichnen wollen. Me Budapester Srmahuung. Währond der Rektor der Hochschule für Bodenkultur m Wien zum Beginn des neuen Schuljahres seinen Hörern für ihr Lebensstudrum keinen besteven Rar zu geben weiß, als den niedrigsten, infamsten Judenhaß zu kultivieren, hat in Budapest -der Rektor der Technischen Hochschule es bereits zeitgemäß gefunden, seine Höver von ihren Abwegen, aus die sie durch den dreijährige rassenschützlevischen AMs-smiit-ismus geraten sind, durch ernste Ermahnung wieder 'hevauszufchürfen. Professor Em'il Schimanek hielt nämlich, wie uns ans Buda- Pest berichtet wird, anläßlich seines Amtsantrittes als Rektor an die studierende Jugend eine Ansprache, in der er sich zunächst mit den Fragen der Reform des technischen Unterrichtes befaßte nnd dann an die Swdenten di« Ermahmm-g richtet«, in den gegenwärtigen schwierigen Zeitlausten von der unfruchtbaren rassenschützlerisch«n Spielerei abzulassen. Er forderte sie auf, stets nüchtern und üben!egt zu handeln und wicht haßerfüllt mit Knütteln und Revolvern, sondern mit lückenlosem wissenschaftlichen Rüstzeug den Weg ins Leben anzutveten, weil sie nur dann dem Vaterland nützen könnten. Wer wirklich nüchtern -denkt, wird, vor -die Wahl gestellt, dem Wiener Rektor F i s ch«r oder dem Budapefter Rektor Schimanek recht zu geben, sicherlich dem Dudapester Ge- -lehrten zuneigen müssen. Denn der Rektor der Budapefter Technischen Hoch-schule hat die trau-vigen Erfahrungen der letzten drei Jahre chviftlichnationculen Kurses und der Irreführung der studierenden Jugend bereits hinter sich und wird in seiner Auffassung auch -noch durch die Erfahrungen gestützt, die Gras B -ethlen aus seiner jüngsten Auslandsreise neuer« liich zu sammeln Gelegenheit hatte. -In Budapest wird rno« der R-assenschützlerei allmählich überdrüstig. Die Kul-tnrbilanz dieser Politik ist Niederschmetternd. In Wien ist man noch nicht so weit. Hier scheint den gefftigen Fühvern der deutsche« Jugend -die Studentenschaft -noch nicht verödet und rückschritt- -l-ich genug. Sie ne'iden o-ffeNba-r den ungarischen Hochschuil- «üoit-er-n ihre bitteren Erfahrungen. VMr I Wkim, DvnnerSta-g — Tagesbericht. An unsere Leser. Infolge dringender Maschmerweparaturen sind wir leider genötigt, di« „Wiener Morg«nz-e.itung" in geringerem Umfange erscheinen zu lassen. Da die Aus-bestevungsavbeiten bereits in den nächsten Tagen beendigt sein werden, -werden wir unseren Lesern den Ausfall durch einen verstärkten Umfang des Mattes ersetzen können. Wir hoffen auf die Gcduild unserer vielen Freunde. Die Berrvalltung der ,^Diener M-orgenzeitung". Der neue Schapira-Proreß. Das TodeSurtrU deMgt. Wie bereits gestern berichtet, hat in Plock die RevisionsverhaMung in dem Pwzeß gegen den von den polnischen Militärbehörden wegen angeblichen Hochverrates erschossenen Rab-- biner Schapira begonnen. Warschau. 2. Oktober. (Originalbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Nach der Verlesung des gesamten Aktenmaterials des letzten Kriegsgerichtes erfolgte die Zeugeneinvernahme. Als Experten wurden der Feldoberrabbiner Oberst M ieses und Rabbiner Brzoza berufen. Die einvernommenen christlichen Zeugen bemühen sich, den Nachweis zu erbringen, daß das Urteil des Kriegsgerichtes berechtigt war. Nur vereinzelte Zeugen geben ihrer Meinung Ausdruck, daß der Rabbiner Schapira möglicherweise auf dem Balkon seiner Wohnung das.Gebet verrichtet hat. Der nationaldemokratische Abgeordnete Miepzejewski, der ebenfalls als Zeuge einvernommen wnrde, erklärte, daß Schapira sich polenfeindlich verhalten und die Juden veranlaßt habe, die polnische Sprache zu boykottieren. Zeuge sei überzeugt, daß die jüdische Bevölkerung in Plock während des Krieges mit Sehnsucht die Bolschewiken erwartet habe. Der Präsident der Stadtgemeinde erklärte, daß der Rabbiner Schapira auf chn den Eindruck eines anormalen Menschen gemacht habe. Er habe noch lange vor der Invasion der Bolschewiken beobachten können, wie Rabbiner Schapira sehr oft auf seinem Balkon gestikulierte. Er erklärt, daß die Juden während der Invasion mutig aus Seite der Polen gekämpft haben. Nach. der Zeugeneinvernahme nahm das gesamte Gericht im Wohnhaus des Rabbiners Schapira einen Lokalaugenschein vor. Nach dieser Untersuchung wurden die Experten Dr. Mieses und Rabbiner Brzoza einvernonimen. Doktor Mieses erörterte eingehend die verschiedenen Strönmngen des Chassidismus, das Verhältnis der Zadikim wie auch die Sitten und rituellen Gebräuche. Nach der Verlesung verschiedener Protokolle, die die loyale Haltung der Juden in der polnischen Armee bestätigen-, hielt, der Staatsanwalt G r tAz^cck i.,^ine längere- Rede, in - der er zu beweisen versuchte, daß Rabbiner Schapira vom Balkon aus den Bolschewiken Zeichen gegeben hat. Er ersuchte um die Bestätigung des Urteiles des Kriegsgerichtes, welches den Rabbiner Schapira zum Tode verurteilt hatte. Abg. Hartglas erwiderte hierauf in seiner sachlichen Verteidigungsrede auf alle vom Staatsanwalt angeführten Argumente und bewies, wie tendenziös die Aussagen der einzelnen Zeugen gewesen sind. Er erklärt, daß das Kriegsgericht nur auf Grund eines unzulänglichen Materials ein solches Urteil habe fällen können. Es sei daher notwendi g, auf Grund der jetzt durch geführten Verhandlung biefee Urteil zu revidieren. Er fei überzeugt, daß auch das jetzige Material nicht ganz einwandfrei sei. Man könne aber auf Grund dieses Materials keinen Beweis erbringen, daß Rabbiner Schapira mit den Bolschewiken sympathisiert habe. Nach längerer Beratung des Gerichtes erklärte der Vorsitzende, daß das Revisionstribunal das Urteil des Kriegsgerichtes, wodurch Rabbiner Schapira zum Tode verurteilt wurde, bestätige. Die Begründung des Urtelles werde erst am 3. Oktober bekan-ntgegeben werden. Die Nachricht von diesem Urteile hat auf die gesamte jüdische Bevölkerung einen tiefen Eindruck gemacht. Dar große zollßanama. Die Untersuchung. Die rmi-erfuchung in den riesigen Zollschwinde- Oc i e n, in die außer einer Anzahl von Zollbeamten auch mehrere große Wiener Speditionsfirmen verwickelt sind, wird von den Behörden mit aller Energie geführt. Es besteht die Absicht, die Voruntersuchung - noch in diesem Monat abguschließen. Gestern-wurden neuerlich zwei Personen verhaftet. Es handelt sich mn zwei Wiener Groß« ka u fl e nt e. Im ganzen sind bis jetzt -nicht weniger als über hundert Pe rsonen in die Angelegenheit verwickeilt. Viele der Beschuldigten befinden sich auf freiem Fuß. In vielen Fällen wurde die Schadensautmachung angeboten. Eine zweite Schwwdelaffare. Wie uns »berichtet wird, soll di« Zollbehörde auf ein« „weite umfangreich« Schmuggelaffäre gekommen sein. Es handelt sich um SpiritusbarrelS, die aus Jugoslawien über die Grenze nach Oesterreich geschmuggelt wurden. Die. Barrels waren in Hadern send ungen, die in Ballen an eine Wiener Adresse gehen sollten, verborgen. Durch. Zufall entdeckte man im Innern dieser Ballen die Schmuggelware. Es soll sich um -beträchtlich« Wangen Spiri- ^us Handeln. Die Zollbebörde hat im Zusammenhang mit diesem neuen Schwindel bereits mehrere Person e n v e r ha f t e t. Die. Untersuchung dieser Affäre liegt ebenfalls in den.Händen des Oberfinanzrates Dr. N ö d l, der deshalb mehrere Tage m Jugoslawien weilte. Die fremdenfeindliche Anatomie. Die staatliche Zugehörigkeit-zur österreichischen Republik schein-: in der Ordnung der göttlichen und menschlichen Dinge ein Glücksfall von besonderer Art zu sein. Es gibt sogar rin« Menge Leute, die es ihren Mitmenschen, die vom Schicksal weniger begünstigt und außerhalb der Grenzen dieses Landes geboren wurden, als einen Makel anrechnen, und es ihnen bei jeder Gelegenheit unter die Nase reiben, daß sie nicht „bodenständig" seien. Der Umstand, in Deutschösterreich heiwatberecht'igt zu sein, hat nicht nur den BorteA, daß man der Segnungen der Sanierung des Herrn Seipel in reichstem Maße teilhastig wird, sondern zum Beispiel auch den, daß man in den Sezievfälen der Wiener Universität auch Leichen zum präparieren zugewiefeu bekommt. Ein Anschlag im Anatomischen Institut teilt den Studenten mit, daß in dem Mitte dieses Monats beginnenden Wintersemester wegen der geringen Anzahl der vorhandenen Leichen Teile von ganzen Leichen zur. Präparation nur an nach Deutschösterreich heimatberechtigten Studierenden zugewiesen werden tonnen. Es haben sich daher alle Deutschösterreicher, diei an ganzen Leichen arbeiten wollen, bei der Anmeldung für pie PräparatwnKübmrgen mit dem Heimatschein anszu-lyeffen. Ausländer können nur Prä-parate von sezierten Leichen, .so wert solche vorhanden sind, zugeteilt erhalten. In einer zweiten Kundmachung wird den Studierenden bekanntgögeben, daß das Studierlokal wegen Dienermangels nicht eröffnet werden kann. Gleichfalls wegen Dienermangels muß der kleine Lesesaal der Universität geschloffen bleiben. ES wivd sich also in Hinkunst empfehlen, daß nicht „bodenständige" Studierende ihre Leichen selbst irritbrinym, wenn sie — daraus kommt es in der Praxis hinaus — vom Studium nicht ganz ausgeschlossen sein -wollen. Kraus und Lndendorff. Der Rechtsanwalt Dr. Spielvogel sendet uns siolgende Zuschrift: „In rechtsfreundlicher Vertretung des Herrn General der Infanterie Alfred Kraus ersuche ich unter Berufung auf § 23 des Preßgesetzes um die Aufnahme folgender Berichtigung der iit der „Wiener Morgenzeitung" vom 26. September l. I., Seite 6, unter dev Ueberschrift „Ein Hakenkreuzlerzwist" enthaltenen unrichtigen Angaben, in der ersten ober zweiten, nach ihrem Eingänge! * erscheinenden Nummer, in demselben Teile der Zeitung und in der gleichen Schrift, wie die zu berichtigende Mitteilung: Unwahr ist, daß Gvv^ab Kra«S ^us dem Natwnn^erh^nd deutscher Offiziere ausgetreten ist. Richtig ist vielmehr, daß General Kraus dem Verbände auch noch heute angehört und lediglich die Ehrenmitgliedschaft beim Nationalverband deutschösterreichischer Unteroffiziere, Soldaten und Gleichgesinnter mcdergelegt hat. Unrichtig ist ferner, daß General KrauS im Vorjahre anläßlich des Besuches Exzellenz Ludendorffs in Kärnten einen schweren Konflikt mit diesem hatte, wahr ist vielmehr, daß weder damals noch zu anderen Zeiten ein solcher bestand, sondern lediglich zwischen General Kraus und Exzellenz Ludendorff Meinungsverschiedenheiten vorkamen, wie sic sich aus den verschiedenen Auffassungen eines» Preußen und eines Oesterreichers leicht erklären." Hierzu ist zu bemerken, daß der in Rede'stehende Artikel der „Teutschösterreichischen Tageszeitung" entnommen ist, deren Veröffentlichung auf einer Erllärung des Obersten Legat, bekanntlich einer kompetenten Persönlichkeit deS Nationalverbandes deutscher Offiziere, basiert. *Schuleröffmmg. Die Eröffnung der Hebräische« Schule findet Sonntag den 7. d., 10 Uhr vormittags, ün Lokale des Tefrloth Jeschurun, 2. Bez., Sebastian ^Kneippgajse 12. statt. * Die neuen Gas- und Strompreise. Der Stadtsenat hat für den Ableseabschnitt vom 9. bis 16. d. den Preis für einen Kubikmeter Gas unverändert mit 2060 'K. festgesetzt. Für die gleiche Zeit wurde der Preis einer Hektowattstunde Lichtstrom unverändert mit 490 K. nnd einer Hektowattstunde Krasststrom unverändert mit 290 K. bestimmt. * Neue Straßennahmen. In der gestern ab gehaltenen Sitzung des Gemeinderatsausschufses für technische Angelegenheiten wurden einige ncne Straßenzüge in Hernals, nördlich der Andergaff«, wie folgt bezeichnst: Ziehvergaffe, nach dem bekannten Wiener Komponisten: Röntgengaffe, nach dem dentfchen Physiker, und Zaschogaff«, nach denr jüngst verstorbenen Maler. * Die Sterblichkeit im August. Im Monat Juli sind'in Wien 1970 Personen aeftorben, während im Monat Auyust die Zahl der Tydesifälle 1774 ^bstvug. Die größte Zahl entsiel .anf avganische Herzkrankheiten, an denen 330 Personen starben. * Esperanto-Ausstellung. Die im Messepalast (Eingang bei der Burggafse) untergebracht« Esperanto-Ausstellung wird heute Donnerstag um 7 Uhr abends mit einer kleinen Feier geschlossen. * Die Lehrer im Kino. Da das Verbot des Kinobesuches durch Jugendliche unter sechzehn Jahren vielfach keine Beachtung findet, hat die niederösterreichische Landesregierung auf Einschreiten des Bezirksschulrates, bezie'hnngsweise der Bezirkshaup tmanns chaft Baden, Lehrpersonen als Ueberwachungsorgane bestellt. Dies« Organe sind im Besitz einer behördlichen Legitimation, haben zu jeder Vorft-ellung Zutritt und haben das Recht, im Bedarfsfalls -die Polizei oder Gendarmerie in Anspruch zu nehmen. Schulkinder müssen unter allen Umständen, auch wenn sie sich in Begleitung Erwachsener befinden, das Kino verlassen; außerdem tpird die Anzeige er« stättet. Achnliche Maßnahmen sollen üuch in anderen Bezirken getroffen werden. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „vereine^ sind entgeltlich.) . v, * Tanzinslitul Kermann Braun» 14. Dez.. bo-sgasse 42.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.