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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-04 · Heft 1666 (4.10.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1666 (4.10.1923)
Date
1923-10-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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/ VST* Jrr»-;T zoten et Morgxnzeltung. 4. Oktober 1923 Veite S Vereine, Borttiige und Versammlungen. - H i t a ch d tt 1■ Heute, halb 6 Uhr abends, 2. Bezirk, Glockengüsse 80, Sitzung des Waad. — Zionistische O r t Sg r u p p v M 8 d l i n g. Samstag den 6. d>, V,9 Uhr abends, im Sitzungssaal der Israel. KultuSgemeinde Mödling Generalversammlung. Referat über den Zionistenkongreß. Urania. Heute: 5 Uhr (Großer Saal): Nanuk der Eskimo. Halb 6 Uhr (Kleiner Saal): Landesschnlinspektor Hoifr>at Dr. Anton Becher: Bau und Bild Niederösterreichs. Halb 6 Uhr (Klubsaal): Kamillo Horn: Allgemeine Muskellehre. '(1.) Halb 7 Uhr (Kurssaal): Rechnnnysdirektor Robert Baller: Ginführung in die photographische Praxis. (4.) Halb 8 Uhr (Großer Saal): Schriftsteller Theodor Wundt (München): Dämon Matterhorn — Der Berg der B^rge. Halb 8 Uhr (Kleiner Saal): Vortragsmeister Ludwig Flehner: Rezitation.. Halb 8 Uhr (Klubsaal): Alte und neue Erzähler. (8.) Ellen Reichwein: Wilhelm Hauff. 8 Uhr (Kurssaal): Dr. Karl Peuker: Die Lankarte. (3.) Urania-Bücherstube: Von 8 Uhr ftüh bis 6 Uhr abends geöffnet. Leopoldstädter Volksheim, II., Zirkusgasse 48. Heute r 7 Uhr r Geschichte der Philosophie. Rechtsfragen der täglichen Lebens. Dantes göttliche Komödie. Kunstbetrachtung. Tierkunde. Englisch II. Stimmbildung. Französische Konversation. Prrsönlichkeitspshchologie. — 6 Uhr: Saitriker der Weltliteratur. Bau des menschlichen Körpers. Englisch I. Experimentelle Psychologie. Die Kunst des Islams. 7 Uhr: Grundlagenforschung der Mathematik. Simmeringer Volsheim, Xl., Gottschalkgasse 21. Morgen Beginn zahlreicher neue rKurse. Mitteilungen aus dem Publikum. RS tat«« Orig. Pariser Modelle KLEIDER KOSTÜME MÄNTEL zeigt Fritz Marburg 11 lMOperviring Nr. Wr. Pelzmoden-Werkstätte Heinrich Weininger L. & C. HARDTMUTH’3 KOHINOOR-BLEISTIFTE MEPHISTO-KOPIERSTIFTE ANERKANNT UNERREICHTE FABRIKATE ZU HABEN IN ALLEN BESSEREN PAPIERHANDLUNGEN sss 1» ■ II Bühne und Kunst. Der neue Werbezirl-Abend. .'.-^'Moland-Bühne: „Frau Dreier aus Gaha^ - Eine Revue von Alfred Deutsch- G e r m a n und .Armin.Friedmann, für Frau Werhezirk versaßt, gibt Gelegenheit, diese einzige Komilkerim am nämlichen Abend im F'lm und überdies in Lebensgröße auf den Brettern zu sehen. Sie erscheint zunächst im Film, der besser und witziger fft als die Textstellen. Man' sicht die - Gänslerm Sali Breier, mit allen Attributen einer kernigen, riegelsamen, mährisch-jüdischen Marktfrau ausgezeichnet, in ihrem Wirkungskreise, dann ihre Begegnung mit der Familie ihres Bruders, der früher Moritz Kohn hieß und jetzt der noble Wiener Bankier Maurice Krön- Korn ist, sicht sie dann auf der Fahrt nach Wien, macht unter Lachkrämpfen ihre Reiseunfälle mit, und man mag sich den genetischen Beifall des Publikums vorstellen, wenn die Werbezirk direkt ans dem Film die Bretter der Roland-Bühne besteigt. Selbstverständlich nimmt sie dann an einer Soiree bei Kron-Korn teil und man muß noch einige Attentate auf das Zwerchfell ertragen, bis Sali Breier sich zur Rückreise nach Gaya entschließt. - Die Revue erhebt natürlich keinen Anspruch auf kritilche Würdigung. Den Zweck, Frau WerveM Gelegenheit zu bieten, ihre unnachahmliche Kunst zu üben, erfüllt das Machwevk vollauf. Fritz Strehlen ist namentlich in den Filmeinlagen ganz vortrefflich und die Herren Hofer, W u r rnfer und Tellheim, die Damen Schleinitz, Gerl und Hainberger sind um das Gelingen der pudelnärrischen Angelegenheit recht verdient. Das Publikum lacht Tränen. Bolkroper. Q& .ilft wohl weit über ein Jahrzehnt her, daß sich Karl B »O a n mit seiner schönen, glanzvollen Tenorstimme in der Staatsocher tief in die Herzen der Hörer sang. Nun ist er zu einem kurzen Gaistspiel in der Volksocher eingekchrt, ernster und reifer. Wenn man den ältlichen, reizlos nüchternen Mann als Dannhäuser im Hellen Rampenlicht sieht, wundert man sich Mer Frau Venus' Geschmack und über seine eigene Fähigkeit, „im Verein mit der Liebe Göttin zu schwelgen". Doch wenn man auf der verdunkelten Bühne seiner Romerzählung lauscht, so begreift man die Schwäche Elisabeths für ihn und serpe Tenorstimme. Im Packenden Vortrage bringt er da noch immer Momente echter Größe auf, man ist für Augenblicke erschüttert, wird aber zu bald an den Gegensatz von einst und jetzt des berühmten Künstlers gemahnt. Der Sänger, der lebhast gefeiert wurde, stand im Mittelpunkte eines durchaus trefflichen Ensembles, m dom sich die Damen U r s u l e a e und R e i ch - D ö r i ch und die Herren List, Brand und Doktor Kroegler ebenso bewährten wie das von Dr. Kaiser mit Schwung geführte Orchester. M. usw. VII. Btirgg Banirskleldcrfab'ik J1 Volkswirt. Gestempelte Krone ---- 0.0079 Sentkmer. Auszahlung Wien --- 0.0078% Sentlmes» Drei Filialen des Burgtheaters. In der nächsten Zeit gelangt der von Direktor Hevterich anläßl'ch seines Amtsantrittes, entwickelte Plan zur Ausführung. In einigen Wochen, wie verlautet, schon zu Beginn des Monates November, werden die Schauspieler des Burgtheaters gleichzeitig im Burgth'eater, im A'kademietheater, im' ReVoutensaal der Hofburg und im Großen Konzert Haussaale sp'el-en. Für die Aufführungen im Saale des Konzerthauses ist zunächst. „Circe" von C a l d e r 0 n bestimmt. Viele Kräfte des Burgtheaters, darunter so ausgezeichnete wie etwa die Frauen Marder g, Witt und Kali na, werden nur selten eingestellt. Dieser vierfache Betrieb wird endlich eine volle Ausnützung und damit auch Förderung des gesamten Burgtheaterensembles bewirken. Aber es wird wohl die Neugewinnung, insbesondere weiblicher jugendlicher Kräfte nicht zu umgehen sein. Hoffentlich bringt der Anlaß eines solchen.■ Hochbetriebes mit sich, daß bedenkliche Lücken, im Ensemble ausgefüllt Werder. Zn Zürich notierte 8./10. 240. die österreichische Krone . . . . 0.0078'/« 0.0078V, die österr. gestempelte Krone . , , » 0.0079 0.0079 die tschechische Krone . . . . . 16.76 16.77»/. die Mark .. . , , . O.OOOOOU 0.000002 Holland . ..* , . , , 220.80 220.60 New-Aork. , , , 660.50 660.75 London ... . » , , 26.48 25.49 Paris »»,,»»»», , , . 33.27 83.36 Mailand. , , . . 26.15 25.27 Belgrad ........ . . . , 6.52V, 6.88 Bukarest . . . . 2.62 2.65 Sofia.. 5.40 5.50 Budapest , , » 0.03 0.08 Warschau ........ 0.0012 0.0018 Öen Theatern. Burgtheater: Morgen, 7 Uhr, „Es lebe das Leben" von G. Sudermann. A k a d e m i e t h e a t e r: Morgen, halb 8 Uhr^ zu erhöhten Preisen das .Lustspiel „Die deutschen- Kleinstädte r" von August, v. Kotzebue. Deutsches Volkstheat er: Sonntag den 7. d., 3 Uhr -b nachmittags)' ^KädekburK' „F atznilie V 0 l k s 0 p e r: Heute unter Leitung Felix Weingartners ,/Don Juan". Neue Wiener Bühne: Die Erstaufführung von Karel Capeks „W. U. R." findet nunmher nach der Beendigung der passiven Resistenz Montag den 8. d. statt. An der Neuen Wiener Bühne gibt die berühmte junge deutsche Tänzerin Nid d y Impekoven- Sonntag den 7. und Dienstag den 9. d. zwei Tanzabende. Johann Strauß-Theater: Montag . findet die 35. Aufführung der Operette „E i n M ä r che n a u s F l 0r e n z" statt. Im Lu st spiel theat er tritt am-Samstag den ^6. d. Frau Hansi. Niese in dem Schwank „Die Welt ohne Männe r", von Alexander Engel und Julius Horst,, auf.. _ Der zertrümmerte Denkmalentwurf. Der staatsanwaltschafliüche Funktionär hat gegen das Uri eil, mit welchem, wie berichtet, der Architekt Otto Llufhaus-er von der Anklage, den Donkmalentwurf des Pros. Lichtblau in boshäf-ker Mise beschädigt zu haben, frei«es'prochm Wunde, im Aus-tr-ag feiner Vorgesetzten Behörde die Berufung angemeldet. .' ■ ■BiaiaBiBiiaBaaiiBiaaBta ■*■■■■ amaeai B M l Infolge Umbaues der Geschäftsräume ■ Großer! von - Mäntel : Koftüme - Kleber; Musen- : zu Lies herabgesetzten Preisen - » nach Original Pariser Modellen ■ ■' ■ - imKonfektionshaur! - Leopold Ascher L Bruder \ \ VII. Mariahilferftraße 50; ■ ■■■■■■■ ■■■■■■■■, ■ ■■■■;■ '■ ■ ■ ja ■■■■■■■■■■■■ Zur Saison! Welche Auswahl neuester Pelzmodellein sisrntl. PelzarSen - Pariser inWIener Geschmack vereint - erzeugt nur in eigenen Werkstätten, unter pers. Leitung des bestrenommierten Inhabers der Firma Banken und Industrie in Deutschland. Stinnes will sich die Banken untertan machen. Die Umwälzungen, welche die Ruhrkrise und deren unmittelbare Folge, die deutsche Inflation, hervorgeruft» haben, sind auch am deutschen Bankwesen keineswegs spurlos vorübergegangen. Die geänderte Wirtschaft hat zunächst die gewöhnlichen Folgen der Geldentwertung gezeitigt, wie eine Expansion des Bankgeschäftes und eine starke Vermittler tättgkeit der Banken in der Großspekulation in Effekten. Tiefergehender jedoch sind die Aenderungen, welche die grumte Basis des deutschen Bankentzrefens in der Nachkriegszeit erfahren hat, eine Entwicklung, welche durch die Vorgänge der allerletzten Zeit noch stark gefördert wurde. Die Organisation des deutschen Bankwesens stellte einst eine von den Einflüssen des Auslandes unabhängige Konzentration der deutschen Bankeinlagen, sei es Sparkapital oder Depots geld, dar, und diente in sehr weitem Maße der Entwicklung von Industrie und Handel in Deutschland. Ebenso stand aber die deutsche Bankorganisation im Dienste des Welthandels, den sie durch planmäßige Finanzierung, durchs Errichtung von Auslandfllialen und durch Allianzen mit ausländischen Häusern mit Deutschland zu verknüpft» bestrebt war. Infolge des Krieges haben die deutschen Bankew ihre Position in dem früher feindlichen Ausland zum großen Teil eingebüßt, und die Umwälzung in valutarischer Hinsicht hat es mit sich gebracht, daß die deutschen Banken nicht mehr imstande sind, den deutschen Außenhandel in 'Ländern E hoher Valuta in gleichem Maße wie früher zu finanziere». So ist es gekommen, daß immer mehr ausländische Finanz^ kreise i-n da-s deutsche Bankwesen eindringen und daß bereits! bektächtliche Aktienbestände indie Hände großer ausländischer Institute gewandert sind. Auch die Wiener Bankwelt hat bereits in das Gefüge des deutschen Bankwesens recht aktiv einzugreifen begonnen. Die eigentlichen deutschen Großbanken haben sich allerdings bisher von ausländischen Einflüssen ftei zu halte» der-' mocht; es' ist jedoch fraglich, ob dieser Zustand von Dauer sein wird, zumal, da deutsche Bankaktien im Auslande und namentlich in NewHork.ein beliebtes Spekulationsobjekt geworden sind. Von wesentlichster Bedeutung für die geänderte Stellung der deutschen Bankwelt dürfte jedoch ihr Verhältnis zur deutsche n Großindustrie werden. Während es in der Vorkriegszeit die deutschen Banken als chre Hauptaufgabe betrachteten, die vor Jahrzehnten geringfügige Industrie bis zu ihrer heutigen Höhe zu entwickeln und es ihr zu ermöglichen, sich alle technischen Neue--' rungen zu eigen zu machen, während dieser früher die deutschen Banken direkt oder indirekt den Weg zum Welthandel! bahnten, uyrd während noch in der ersten Nachkriegszeit die deutsche Industrie in sehr hohem Maße den Bankkredit in Anspruch nahm, um sich wieder auf die Friedensarbeit einzustellen und der Inflation anzupassen, so hat die Groß-! in'duftrie jetzt unter der Führung von industriellen Eroberern wie Stinnes u. a., welche ohne alle Rücksicht ihren Einflußkreis und chre Herrschaft über immer weitere Gebieten des Wirtschaftslebens ausdehnen, eine derartige Position erobert und valutarisch eine solche Macht gewonnen, daß die Verhältnisse zwischen Bank und Großindustrie geradezu umgekehrt erscheinen und die selbständig gewordene Großindustrie nunmehr an die Eroberung der Bänken schreiten kann. Es wird dem noch immer starken und wohlorganisierten deutschen Bankwesen immer schwerer fallen, sich gegen jene industriellen Eroberungstendenzen zu schützen. Solche Schutzmaßnahmen sindin den letzten Jahren wiederholt versucht worden, aber sie konnten nicht verhüten, daß die gewaltigen Mittel' der Jndustriekönige immer mehr im Bankwesen festen Fuß gefaßt haben. Bezeichnend hierfür ist die Stellung von Stinnes, welcher ein in O esterreich erworbenes Paket von Anteilen der Berliner Handelsgesellschaft auf die Höhe von fast vierzig Prozent des Gesamtkapitals dieses Hauses zu bringen wußte, so daß sich das genannte Institut durch! statutarische Bestimmungen gegen eine Majorisierung schützen mußte. Doch kam es zu einem Ausgleich, Stinnes konnte! in die Verwaltung der Firma seine Vertreter entsenden und wird wohl den geeigneten Augenblick abwarten, um seine Attacken zu wiederholen. Gleichzeitig sucht er nun den Barmer Bankverein zu erobern, er hat einen gwßew Teil des Aktienkapitals in seine Hände gebracht, und das Resultat ist, daß er in die Verwaltung dieser Großbank ein« tritt. Stinnes' Einfluß auf den Barmer Bankverein ist so , || Proterstrofle 9-11 I, II. fir.MoiireRff.2-6 706099 7958557283

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