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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-03 · Heft 1665 (3.10.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1665 (3.10.1923)
Date
1923-10-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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*(*. 1B08T Evmr, Mittwoch Wiener Morgenzettung. r "sich schon öfter bewährt und man könne den Einfluß der kleinen EOeyte ans. die Regelung der. Vevhältn-ifle in MitbMrvpL Mt ilengnen. Semisfio« Mcharskis? Warschau, 2. Oktober. (Tel. der „Wr. Mvvgenzeikung".) Wie in gut unterrichteten politischen Kreisen verlautet, ist innerhaW des Kabinetts ein Konflikt ausgebrochen. Die Vertreter der christlichen Demokraten und der Dubanowicz-Gvuppe haben sich mit den Resultaten der Auslandsreise des Finanzministers unzufrieden erklärt und dies in derart scharfem Tone zum Ausdruck gebracht, daß Kucharski die sofortige Einberufung der Vertreter der Mehrheitsklubs verlangte. In dieser Konferenz wird er die Vertrauensfrage stellen. ES verlautet, daß die Demission des Finanzministers in den nächsten Tagen erfolgen wird. ' Glombinsti« kxtratonren. Warschau, 2. Oktober (Tel. der „Wr. Morgenzeikung".) Im Seniorenkonvent erklärten sich die Vertreter der linken Parteien für die sofortige Einberufung des Sejm. Der Vertreter des Jüdischen Klubs Dr. Reich trat ebenfalls für die sofortige Einberufung des Sejm ein. Er erklärte, daß um die Anleihefrage bereits ein ganzes Netz von Gerüchten entstanden sei, der Sejm müsse daher sofort an die Lösung dieser Frage schreiten. Der Jüdische Klub hat ein besonderes Interesse an der Einberufung des Sejms, um gegen die Extratouren des Unterrichtsministers Glombinski, der im Wege von Zirkularverordnungen das bisher nicht zustande gekommene Gesetz über die Einführung des Numerus clausus durchschmuggeln will, Stellung zu nehmen. Die von Glombinski auf eigene Faust eingeleiteten Schritte müsse Redner als illegal bezeichnen. Minister Glombinski müsse hierfür vom Sejm zur Verantwortung gezogen werden, da er die Verfassung verletzt habe. Das Präsidium des Jüdischen Klubs hat in den letzten Tagen eine Reihe von wichtigen Beratungen abgehalten, in denen die Stellungnahme zu den gegenwärtigen aktuellen Fragen besprochen wurde. Für den 7. d. wurde das Plenum des Klubs einberufen. Segen Me Minmitiiten. Lemberg, 2. Oktober. (Del. der „Wr. Morgenzeitung".) Die juridische Fakultät der hiesigen Universität hat in ihrer 'Sitzung beschlossen, den Numerus clansuZ . e'iüzuführen. Zu bemerken ist, daß an dieser Fakultätkem Platzmangel herrscht. Die hiesigen polnischen Studentenorganisationen haben an sämtliche Fakultäten der Universität und die Hochschulen eine Denkschrift gerichtet, in der sie verlangen, bei der Aufnahme von Studenten nichtpolnischer Nationalität. nur soviel« Prozente zu berücksichtigen, als die betreffende Nationalität in Polen auSmache. Rumänien. Re Mischen Flüchtlinge. Ans Berlin meldet I. C. B.: Im Zusammenhang nttt der Verordnung der rumänischen Regierung über die Ausweisung der jüdischen.Flüchtlinge aus Beßarabien hat sich das Vereinigte Komitee fiir jüdische Auswanderung (Emigrationsdirrktorium) mit dem jüdischen Emigrationskomitee in Triest sowie Mit der jüdischen Fürsorgezentrale in P r a g in Verbindung gesetzt und diese Stellen ersucht,, bei ihren Regierungen Schritte zu unternehmen, um die Einreiseerlaubnis für eine bestimmte Zahl aus Rumänien ausgewiesener jüdischer Flüchtlinge in diese Länder zu erhalten. Wie aus Bukarest mitgeteilt wird, haben das italienische, oas tschecho-slowakische und das deutsche Konsulat in Bukarest die dortigen Regierungsstellen sowie das zentrale ukrainische Komitee benachrichtigt, daß ihre Länder bereit sind, einen Teildir russischen und ukrainischen Flüchtlinge aus Rumänien auszunehmen. Diejenigen Flüchtlinge, die den Wunsch haben, in eines dieser Länder zu gehen, werden sofort Paßvisa erbalten. $ Zur gleichen Zeit hat das Emigvationsdirektormm an die russische Vertretung in Berlin das Ersuchen gestellt, daß einem Teil der ruffischen Flüchtlinge in Rumänien die Erlaubnis erteilt wird, nach Rußland zurückzuk e h r e n. Die russische Delegation erklärte sich prinzipiell damit e i nv e r st a n d e n. Nunmehr hat das EmigrationSdivektorium aus Bukarest die Nachricht erhalten, daß der sowjetrussische Konsul in Warschau die Weisung erhalten habe, an die Flüchtlinge Visen und Pässe zur Einreise nach Rußland auszugeben. Das Emigrationsdirektorium hat durch seinen Vertreter beim Völkerbund, Herrn Ab ers o n. an den Hauptkommissär für die Angelegenheiten der russischen Flüchtlinge, Frithjof Nansen, das Ersuchen gerichtet, an der Organisierung de§ Heimtransportes der jüdischen Flüchtlinge aus Rumänien nach Rußland und der Ukraine teilzunehmen. 3. Oktober 1923 Wählerversammlungen. 2. Bezirk. Mittwoch, 3. Oktober, halb 8'Uhr abends, Hotel Dianabad, „zur Scholle", Lilienbrunngasse, Referenten: Oberbaurat Robert Stricker, Sekretär Siegfried „ Fleisch e r, Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes, .Dr. I. H. Körner,Präsident der Hakoah.... . Mittwoch, 3. Oktober, halb 8 Uhr abends, Eafe Winkler, 2. Bez., Stüwerstratze 1/ Dt. I. H. Körne r, Sekretär ' Siegfried F l e i sch e r, Gemeinderat Dr. Leopold Plaschke's, Oberbaurat Robert Stricker. Donnerstag, 4. Oktober, halb 8 Uhr . abends- „Machfike Hadath", 2. Bez., Schiffamtsgasse 20, Redner: Ge- meinderat Dr. Plaschkes, Oberbaurat Stricker, Dr. I. H. K ö r n e r. Donnerstag, 4. Oktober, halb 8 Uhr abends, „R ö misch e r K a i s e r", Prater (Zufahrtsstraße). Redner: iv'Hit: Dr., .S ch'w.a r z - H i l I e t; Oberbaurat Stricker und Gemeindevat Dr. Plasch keS. 6., 7., 8. Bezirk. Donnerstag, 4. Oktober, halb 9 Uh» abends, Restaurant „zur Glocke", 7. Bez., Neubangaffe 3, Redner: Baurat Dr. DefrieS, Gemeinderat Dr. Bruno Pollak-Parna«, Sekretär Fleischer, Oberbaurat Stricker. 9. Bezirk. Mittwoch, 3. Oktober, 7 Uhr abends, Cafe Roter Löwe, 9. Bez., Roten Löwengaffe 7, Referenten: Siegfried Fleischer, Dr. Jakob Weiner. Mittwoch, 3. Oktober, 7 Uhr abends, Cafe Metropol, 9. Bez., Bevggaffe 33, Redner: Gemeinderat ' Dr. Bruno Pollak-Parna u, Dr. Löwenherz, Vizepräsident des Zionistischen LandeSkomiteeS. 12. bis 16. Bezirk. Samstag, 6. Oktober, halb 8 Uhr abends, Jüdisches Vereinshaus, 15. Bez., Herklotzgaffe 21. Redner: Oberbaurat Stricker und Dr. Dasidei Fried mann. 19., Bezirk. Donnerstag, 4. Oktober, halb 8 Uhr, abend-, . Kasino Zögernitz (Gartensaal), 19. Bez., Hauptstraße, Redner: Dr. Jakob K o h n, SanitatSrat Dr. Hermann Beer, Heinrich Lederer. Die Kandidatenliste -er Mischen Wahlgemeinschast. Die Kandidatenliste der „Jüdischen Wahlgemeinfcha t" ist or dnnngSgemiisr überreicht worden. Listenkvhrer für den Nationalrat im Wahlkreis verband Wien M Oberbaurat Ing. Robert Stricher, l m s. B e z i r k G e n, e z n o e r a t Dr. S ch w a r z- H i l l er. Die L i st e n f ü h r e r für den Gemeinderat sind: Für den 2. S e j i t kr Geme-nderal 'Li.- old P I o f cf) fi c 5, Gemeinde» at Dr. Schwär z-S i 11 e r. Dr. 3. K. Körner. Prstsid n' der »»Kakoah"; 20. D ez i r k: Voerbaurat Ing. Robert S t r i ch e r, Dr. 3. Körner, (Seme nderai Dr. Leopold Plaschkes S. Bez i r k r Gemeinderat Dr. Bruno Pvllak P a r n a ü» S. W e i n e r. LiLKMdidatn^-Sr.-Schwar-NM«. Die Demolratische Partei versendet die' föltzÄe Mttoilung: Mit Rücksicht-auf L'asstete Anwachsen der antisemitischen Bewegung in Wien und Oesterreich - und infolge des Umstandes,/ daß. auch freiheitliche Partei e n das Vorhandensein jüdischer Mitglieder in ihren Reihen sehr häufig als eine Bela stu ng bei ihren politischen Aktionen empfanden, haben weite Kreise der Wiener Judenfchaft trotz-der innerhalb derselben ^bestehenden Ber- Bereinigtes M. WaMsmitee kür den 8. Beritt Heute Mittwoch den 3. Oktober 1923, 7 Uhr obeuds, im>Cafe Löwen, IX. Noten Löwengaffe 7 J Idische Slasssnver! eferenten: Sekretär der Union. Dr. Fakob Weiner Bereinigtes W. WaMsmitee für den 9, Bezirk Heute Mittwoch den 3. Oktober 1923, 7 Uhr abends, im Cafä Metropol, IX-, Berggasse 33 Jüdische Referenten: A?. Gemeinderat Vizepräsident des Zion.Landeskomitees schiedenherten und Gegensätze in ihren politischen Anschauungen und Grundsätzen für die kommenden Nationalrats- und Gememderatswahlen die Errichtung einer „Jüdischen Wahlgemein schaft" erstrebt, in welcher Kanididaten verschiedener pMtifcher Richtungen unter voller Aufvechtevhaltung ihrer Grundsätze - in die Wahlbewerbung emtreten sollen, um angesichts der gegenwärtigen undemokratischen Wahlordnung die Wahl Mischer Mandatare überhaupt zu ermöglichen. In Verfolgung dieser Absichten sind nunmehr verschiedene Kreise der LoopMstädter jüdischen Wählerschaft an den langjährigen Vertreter des Bezirkes Leopoldstadt Geme mderat Dr. Rudolf Schwarz-Hiller herangetreten, um ihn im Jnteveffe seiner.Wählerschaft zu veranlassen, sich trotz seiner bereits entschieden zum Ausdruck gebrachten Absicht nicht mehr zu kaMdjeren, der /^Jüdischen Wahlgemeinschast anzufchkießen. Gemeinderat Dr. Schtvarz-Hiller hat verschiedenen Deputationen aus seinem Wahlkreise erklärt, daß er ohne Rücksicht auf seine persönlichen Wünsche noch einmal in die Wahlbewerbung emtreten und sich der /^Jüdischen Wahlgenieinschast" zur Verfügung stellen werde, da eine Aende- . rNng/seines.vonitzm' seit jÄher vertretenen deMÄmtischen Programms von ihrn selbstverstäiMich nicht vorausgesetzt werde. Wie in Wien gewühlt werde» wird. Für die Gemeinderatswahlen und für bfe Wahlen in bh Bezirksvertretungen werden die gleichen Wahlkuverts, die gleichen Wahlzellen und die gleichen Wahlurnen verwendet, die für die Nationalratswahlen bestimmt sind. Auch die Wahllokale und die Wahlzeit für die Wahl in den Gemeinderat und die Bezirksvertrrtungen sollen dieselben sein, wie für die Wahl in den Nationalvat. Die Stimmzettel für die Wahl in alle drei Körperschaften sollen in einem gemeinsamen vereinigt werden. Sie werden selbstverständlich das vorgeschriebene gesetzliche Ausmaß haben, müssen also doppelt so groß sein als die Stimmzettel für die Nationalratswabl. Sie werden in der Mitte durch einen Strich gekennzeichnet, so daß, wer nur für den Nationalrat oder nur für den Gemeinderat seine Stimme abgeben will, oder für beide Körperschaften verschiedene Parteien wählen will, durch Trennung der beiden Hälften des gemeinsamen Stimmzettels das gewünschte Ziel erreichen kann. Selbstverständlich kann auch für jede Wahl ein besonderer Stimmzettel, wenn er den gesetzlichen Vorschriften ' entspricht, abgegeben werden. Außerdem wird in der Verordnung verfügt, daß die eine Hälfte drs gemeinsamen Stimmzettels den Vermerk „Gemeinderat und Bezirksvertretung" zu tragen hat. Es steht zu gewärtigen, daß die Bundesregierung eine gleiche Bestimm.mg für die andere Hälfte des Stimmzettels trifft, die für bit Wahl tn den Nationalvat bestimmt ist. vonnersts^ äen 4. Oktober 1923, V28 Uhr abends im Restaurant Bzüri 01qekew, Vll, Neubaugasse 3 Thema: „Die jßdi$c^ Wahlgemeinschaft“- Redrtef*:' ObetÖ^aurat •'Isttlcker Baurat Dr. Ileiries; Dt, Potlä^TSrhäa Siegfried Fleischer 'mlärt&Btnai'' für den Mnkeui.vomsloNen1 für di*”Mdrbst-*undTnisifihn ff «j am ■ ■ Mtm Wintersaison:. Damenr Ußd.H,erreijfvviäsc)i.e,. B«ttr WflFi!|ir|IKljfil||< ,gm BWVBAa MkHAMI und Hauswasche, Strickwaren, Tepp!chen,Yc)r- ' (jniiA ||i ||IIV| ff" ffg ■ Tf fffn 23 ffl ETV hängen etc. nur das bekannt verlässliche u;> billige ”***4*« I Hff vff ■■ ■ ■ HB I w H HB H Ü5 Re «nmhige krde. Ein neues Beben in Persien. Rom, 2. Oktober. Die Erdbebenwarte von Faenza oerzeichnete um 2 Uhr 30 Minuten früh, einen Erdstoß in der Dauer von zwei Stunden. Die Entfernung dürfte zirka 3000 Kilometer betragen. Man glaubt, daß der Herd sich in Persien befinde. Das arme Japan. O s a k a, 2. Oktober. Durch ein E r d b e b c n lvurde mn 29. September in T a i t 0, an der Ostküste von Formosa, beträchtlicher Schaden an Gebäuden angerichtet. Auch O p f e r a n Menschenleben dürsten, wie man befürchtet, z« verzeichnen sein. II.. TaborstraBe 48 Telephon 47-1-70 En gros En detail

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