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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-02 · Heft 1664 (2.10.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1664 (2.10.1923)
Date
1923-10-02
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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fh. MM Wien, Dienstag Kleine Lokalchrönik. Samstag und Sonntag haben sich drei Autounfälle orkirnet, wobei die Betroffenen durchwegs schwer verletzt wurden. Bei der Gloriette in Schönbrunn wurde eine anscheinend mit einen! Narkotiknin vergiftete Frau bewußtlos aufgcfnnden. Der- Kutscher Ferdinand Kutscher« stürzte ans unbekannter llrsache aus einem im zweiten Stockwerk gelegenen Fenster und starb bald darauf an seilten Verletzungen. In der Station Ottakring der Vorortelmie wurde gestern früh die Leiche eiilcs Mannes gesunden, bei der. der Kopf vomRumpfe getrennt war. Es scheint, daß der Tote.' der Kellner Josef Pleskott, vom Zuge gestürzt ist. Seit dem 27. September ist die zwölftährige Margarete- Vil; aus ihrer Elternwohnnng, Bibersiraßc 9, spurlos'verschwunden. * Das Leichenbegängnis des Nationalrates Hanusch Unter riesiger Beteiligung der Bevölkerung wurde gestern nachmittags die Leiche des Nationalrats Ferdinand Hanusch zu Grabe 'getrageu. Die Aufbahrung erfolgte tit der Bolkshalle des Rathauses, von wo sich der endlose Tranerzng über den Ring znm Schwarzenbergplatz bewegte. Schon lange vor zwei Uhr beganlt der Zuzug der sozialdemokratilschen Organisationen und Ordttersormalionen in Uniform mit ihren Bannern. Der Platz vor dem Rathause war in weitem Umkreise abgesperrt mtb die Bolkshalle nur für bestimmte Trauergäste zugänglich. An der Leichenfeier nahm Bnndespräsidont Doktor Ha inisch, eine große Anzahl von Ministern und Staats- Würdenträgern, Polizeipräsident Schober, zahlreiche Abgeordnete, Vertreter der Presse, der Industrie usw. teil. An. der Bahre ergriff zunächst der Präsident des Nationalrates Abgeordneter 'S c i tz das Wort ,zn einer Rede, in welcher er das Leben und Wirken des Verstorbenen würdigte. Nach ifem sprach Abgeordneter Dome s, der hauptsächlich die Tätigkeit Hann'sch' in der sozialdemokratischen Partei schilderte. Nach ccr Trancrfeicr in der Bolkshalle bewegte sich der riesige Zug langsam znm Schwarzcnbergplatz. Zehntaustnde von Menschen säumten zu beiden Seiten die Ringstraße. Die Leiche, wurde ins Krematorium geführt, wo sie eingeäschert wurde. * Esperanto-Ausstellung «Messepalast, Eingang, bei der Burggasse'). Diese nnißtc wegen des stetig wachsenden Interesses verlängert werden und bleibt bis einschließlich 4. d., 8 Uhr abends, geöffnet. * Wer gewinnt die Häuschen am dem RathanSplatz? Gestern war in den Räumen der Gemeinschaft'lichett'Sicdlungs- und Baustosfanstalt lGvsiba) die ösfenr'liche Z»ichung>...lde.r^ G c s i b a - L o t t e r i e. Der erste Treffer, ein Doppelwohn- Iians aus Holz in der Si-mplexbauweisc .im Weite von . 180 Millionen Kronen entfiel auf die Nummer 151I47. Der zweite Treffer, ein Einfamilienhaus lyit sechs Wohnräumen im Werte von 60 Millionen Kronen auf das Losnummer 173.684. Der dritte Treffer, ein Einfamilienhaus im Werte von 40 Millionen Kronen auf die Nummer .10.748. Der vierte Treffer, ein Siedlers)«uSchen im Werte von 32 Millionen Kronen, auf das Los 131.541, und die weite een drei Treffer, bestellend ans je einer Wohnlaube, fallen den Besitzern.der Löse 82.681, 58.917 und 194.801 zu. Die Häuser werden den Gernnmrn schlüsse'serlig 'nur mir Ausschluß der Installation und Unterkellerung auf den von i tu reu bczeichneien Baustellen innerhalb. des Gebietes dorr Wien kostenlos nufacftdlt. Die Treffer können nicht in Geld a b geIö st werden, und »nmstn innerha.b drei Ätanor-'a nach der Ziehung beansprucht Weeden. Andernfalls verfallen sie zugunsten des gemeinnützigen Banfredilsonds, dem auch der Reingewinn der Lotterie zufließt. * Flucht aus dem Staatsdienst in der Tscheche-Slowakei. Die Flucht aus dem Staatsdienst wird von Tag zu Tag^ — wie „T r i b rr n a" schreibt — klarer, auffallender und gefährlicher. Gegenlvärtig sind bcispiclslveise im Eisenbähnverkehrsdieust über 500 Beamtenstellen, systemrsiert für Beamte mit vollständiger Hochschulbildung, unbesetzt. Bei Gericht ist der Mangel an Richtern und Gerichtsbeamten noch größer; empfindliche Lücken zeigen sich auch iu den übrigen Ressorts d.s staatlichen Beamtenapparates, nicht einmal das Militär ansgenommcn. Die Ursache ist hauptsächlich die Verschlechterung der Existenzbedingungen der Staatsbeamtenschaft bei stets sich erhöhenden Qualifikationsforderungen, baut heute wird beinahe in allen Ressorts, neben Hochschulbildung eine ganze Reihevon Fachkurscn. komniissiouelieu staatlichen Prüfungen bei erhöhter Leistungsfähigkeit und Verantwortung gefordert. Ueberdics wirkt die allgemeine obligatorische Pensionsvrrsicherung ziemlich auf die Verringerung des Zulaufes neuer junger Petenten in den Staatsdienst, denn heute ist dieser nicht mehr so verlockend wie früher. * Der Durchgang zwischen Bellaria und Ballhausplcch. In zahlreichen Z.nfhriswn wird die Gemeindeverwaltung immer wieder e. wefokdert. den Durchgang zwischen B e st i a e i a nid Ball h a n s p 1 a tz Herstellen zu lassen.^ Dieser Weg wird täglich, besonders iu den Früh--, und Abendstunden, von vielen tausenden Angestellten, die in der Inneren' Stadt beschäftigt sind, benützt. Er befindet sich tatsächlich in einem s ch a u d e r h aste lt Z> u st a n >d, weist eigentlich nur mehr , Löcher und Gruben ans, die sich bei Regenwetter in Pfützen und K-otscen verwandeln. Die Gemeindeverwaltungstellt''aber fest, daß es sich hier, ebenso wie beim Prater, dessen Stpaßen vielfach in einem ähnlich schlechten Zustande sind,-nicht um Verstyrsircre handelt, die in der Obhut der Gemeinde stehen.' Sie gehören vielmehr als ehemaliger hofärarischer Besitz dem Bunde, der als Eigentümer, wie dies stets durch das Hofärrar geschehen ist, für die ordentliche Instandsetzung zu sorgen ha«. * Eine Rerkstätte siir Damenmodenartikel Hai der I ü d i s (I) e H o ch s ch u I a n s schuß im R-ahmon seiner Für-, sorgeiatigkeit errichtet. In d'escr Werkstätte sind bedürftige Studentinnen beschäftigt, welche nach fachgemäßer Aus» bilidung durch Zue erste Kraft (Ncodezeichnerm, frühere Inhaberin eines erstklassigen Aicliers) in der Lage sind, auch die luxuriöseste!' Danienkleider anzirfertigen. Das Erträgnis aus dieser Arbeit fließt lediglich diesen bedürftigen Studentinnenzu. Das Fürsoraeamt des Jüdischen -Hochschulaus-schusfes bsttet die Leserinnen dieses Blattes, sich der Werkstatte izu- Maßbestell» »g-en z-u bedienen. Die Aus-suhrung aller Arbeiten ist evstiklassig und die angefehtei. Preise die denkbar niedrigsten. Die Wertställe befindet sich: 2. Bcz.. Rembrandtstraße '39. Telephon 44-6-10. * „Nathan der Weise" im Film. Dieser interessante, 'durch prächtige Inszenierung und Massenszenen beinerfenswerte Film gelangt ab heute bis einschließlich 4.-tz. , im Tegetlio-sf-Kim) (Volksprater) zur Aufführung.. * Gewalttat eines Chauffeurs. In der Nacht zum. 1. d. hatte der Expedient Hubert Stahl einen Chauffuer, mit dem er eine Fahrt unternommen hatte, am Endziel beim Apollo-- theatcr wegeil T a x ü be r s ch r e i t u n g beanständet.' Stahl saß noch im Auto, und als er um Wache rief, fuhr,--her ■ Dhanfsenr mit ihm davon. Während der Fahrt packte der Wiener Morgenzeitung. Letzte Achrichten. Die neue deutsche Wöhruug. Berlm, 1. Oktober. (Wolfs.) Der Reichsvat hat den Gesetzentwurf über -die Errichtung e.iner Währnngsbank genehmigt. Der Entwurf fleht die Schaffung eines real fundierten Zahlstutzs mittels, der Neu mark, vor. >die der G o l -d m a r k gleich -st e h c n s o l l. Die 'Nenmavk lvivd von der vom Reich unabhängigen, durch die gesamte deute. Wirtschaft zu errichtenden Wähvllngsbant mir einem Kapital von 8200 Millionen heransgegeiben werden. Die Noten der Bank werden durch fünfprozentige Goldmarkre>nte nbr iefe gedeckt, die als Grnndschnl'd auf dem landwirtschaftlichen, indnstriellen und gewerblichen Grttndbefitz eingetragen tverden und im übrigen auf Schuldverschreibungen der 'beteiligten Erwerbs-kveise 'beruhen sollen. Als -tveitcre Deckung sollen Gold und Devisen 'dienen, die der Bank znfließen. Die eingetragene Grimdschrrld soll auf vier Prozent des Wehrbcitrages in Goldmark lauten und verzinslich sein. Die Rentenb riefe werden zu je 500 Gold-mark ausgefertigt werden. Die Noten der Bank sollen gegen Nentenbrie-fe uuvgetauscht ioerdeu können. Die neue WöihrungLba-nk verpflichtet sein, dem Reich zur Tilgung der Reichsschuld bei der Reichöbank 1200 Millionen Mark, davon 300 Millionen zinslos, zur Verfügung zu stellen. Die Papierniark bleibt bis auf weiteres gesetzliches Zahlungsmittel in bestimmter Höhe. Sin Feuergefecht in Mstrin. Berlin, 1. Oktober. In Küstrin kam es bei eineni Entfatzvcrsuch, den die anfständischen -Hakenkreuzler zur Befreiung der im Zenghof eingeschlofsenen Aufri'chrer rrnternahnleit, zn einem kurzen F e u e r g e f e ch t. Die Aufständischen haben Verluste an Toteir und Verwundeten erlitten. Bei der Reichswehr sind bisher keine Verluste gemeldet. Am Abend lvaren die Aufrührer int Zeughof von der Außenwelt völlig abgeschlossen. Die Enttoaffnuugsaktion 'ist eingeleitet. Die Sällberung der Umgebung von Küstrin ist inr Gange. Der Einsatz der ans Küstrin anmarschicrten Verstärkungen ist bis jetzt Mtr zum geringeil Teil notwendig geivesen. Die Umgebung von Küstrin wird von Reichslvehr und Polizei scharf übertvacht. Die Krise in der Faszifteapartei. Rom, 1. Oktober. (Stefani.) Der Vollzugsausschuß der f a s z i st i s ch e n Partei 'hat seine Te- Mission gegeben. Mussolini imhm davon Kenntnis. Chausscnr den Fahrgast beim Halse, würgte ihn und warf ihn schließlich auf die Straße, wo Stahl verletzt liegen blieb. Der Chauffenr blendete sofort die Lichter ab und raste mit dem Auto gegen den Gürtel davon. * Dr. Baxa neuerlich Mrgermeister von Prag. Aus Prag wird uns gcmrloet: In der Sitzung der neugüvählten ^tzmtralverwaitungskounnifsion wurde 'der bisherige Bürgermeister.von Groß-Prag, Dr. Karl Baxa, neuerdings, zum Bürgermoister gelvählt. , Die Wahlen in die Prager Ortsvertretungen. Dil? jüdische Partei, welche in Prag 1 bis 7 sowie iu Weinberge und KarölinoMhal feibständig kandidiert hat, verzeichnet im ganzen 7916 iDtimmen. Gewählt wurden iu. Prag (Stadt): Advokat Dr. Angell o Ga Idstein und Kaufmann Artur Kanders, in Kawliuenthal Kaufmann Emil Rose-nbvrg und Advokat Dr. Rudolf Beck, tu Wöinberoe DireÜor Ernst Pa l la k. * Geldüberweisungen nach Rußland. Die Exekutive der Jüdischen Welthilfskonferenz teilt in einem Rmrdschreibeu cne Liste jener Städte in Rußland mit, wohin Geldüberweisungen auf telegraphischem Wege möglich sind. Diese Städte sind: Moskau, Petograd, Charkow, Rostow am Don, Nowonikolajcwsk, Iekaterinburg, Kiew, Odessa, Iekaterrnoslaw, Saratow, Astrachan, Tscheljabinsk, Taschkent, Baku, Kasan, Omsk, Samara, Krasnodar, Warnaul, Perm, Nischni- Nowgorod, Czernogow, Biniza, Krementschug, Nikolajew, Schitomir, Sumny. Poltawa, Minsk, Kamenoh-Podolsk, Hömel. In Folge der Erhöhung der russischen Telegrammgebühren isi für die Ueberweisung von Geldern durch die Jüdische Welthilfskonferenz eine Gebühr von zweieinhalb Dollar zrl entrichten. Kleine Chronik. * Ein antizionistisches Gebet. Die arabische Zerrung „Miraat et Shark" bringt -in einer ihrer N-ummorn den Text eines Gebetes, d<is sie den Arabern zur Zeit der täglichen Andacht empfiehlt. Das Gebet lautet: „Wir erkennen die Balfour- Dcklaration nicht an" (siebenmal). „Wir wollen den 'Zionismus nicht" (achtmal). „Wir wollen unsere volle Freiheit" (sieben' mall. „Wir wollen volle Freiheit ohne irgendein Mandat; wir 'hassen die Engländer" (siebenmal). „Wir hassen die palästinensische Regierung" (siebenmal). „Nieder mit dem Zionismus!" * Drahtlose Telegraphie von Palästina nach Europa. Ans Palästina kann nunmehr nach Europa auch drahtlos telegraphiert werden. Der Tarif dafür ist derselbe wie für Kabcstelegraphre, mit Ausnahme der speziellen Tarife für England und Deutschland. * Die ärztefeindlichrn Araber. Atlch heute noch tritt alljährlich eine zahlreiche Pilgerkarawanc von Kairo aus ihre Reise nach Mekka, der heiligen Stadt der Mohammedaner, an. Sie führt als kostbares Heiligtum einen Teppich mit, der dem Propheten in den Stünden des Gebets gedient haben soll, und der deshalb wie eine Reliquie von den Gläubigen eifersüchtig gehütet wird. Der Teppich rst im Besitze der ä g v ptischdn Regierung, die ihn unter entsprechenden Garantien für die jährlichen Pilgerfahrten den geistlichen Führern des Pilgerzuges zur Verfügung stellt. Angesichts der ungünstigen ' Gesundheitsverhältnisse, die gegenwärtig im Hedfchas herrschen, hat es die ägyptische Regierung für angczelgt gehalten, dieses Jahr den den Teppich übervringenden Pttgerzug von einer Kommission mohammedanischer Aerzte begleiten und überwachen zu lassen. Aver mit dieser hygienischen Vorsichtsmaßnahme sind die Araber aus religiöser AbneiguM gegen die Aetzte ganz und gar nicht einverstanden. Sie halten 2. Oktober 1923 Gerte 8 bafih'; daß der liebe Gott den Menscheic die Krankheiten zur Sühne und Läuterung sendet, und daß es ein Frevel ist, wenn die Aerzte durch ihre Kuren die Pläne Gottes zu durchkreuzen suchen. Auf diesem Standpunkt steht auch der König von Hedfchas, zic dessen Hoheitsbereich die Stadt Mekka gehört. Er macht aus seinem Aerger über 'das Eingreifen der Aerzte gar kein Hehl, tveil er überzeugt ist, daß kein Mensch das Recht hat, Allahs Willen zn widersetzen, was seiner Ansicht nach die Aerzte tun, wenn sie dem .Kranken die Gesundheit wieder verschaffen. Das Fazit war, daß König Hussein von Hedschäs den Aerzten das Betreten der heiligen Stadt Mekka verbot, und auch dem heiligen Teppich blieb die Stadt diesmal verschlossen. * Eine Postverbindung Bagdad-Haifa. Eine Postvcrbinduug ist fetzt Misck)cn Bagdad und H a t if a eingerichtet worden, die den Anbruch einer neuen Aera im Postverkchr des Orients darstellt. Die Post wird im Automobil von Bagdad qicer durchs die Wüste bis nach Damaskus befördert und von dort nach Haifa. Briefe erreichen auf diese Weise Eltgland von Bagdad ans in zehn Lagen. In früheren Zeiten brauchte der türkische Postdienst, der auf schnellen Kamelen geschah, von Bagdad b»s Damaskus 14 Tage. i . * Sir Herbert Samuel im Triester jüdischen Emigrantenheim. Vor seiner Rückreise nach Palästina besuchte Sir Herbert Samuel in Triest das jüdische Emigrantenheim und sprach sich sehr lobend über dessen gute Einrichtungen und Oi'ganrsatioil aus. Ter italienische Dampfer, ans welchen! sich Sir Herbert Samuel cinschiffte, hißte ihm zu Ehren die englische Flagge. (I. C. B.) Die Juden als Gerichtsbeamte. „Toar Hajoni" veröffentlicht folgende Angaben betreffs der Zahl der Inden in den Gerichten Jerusalems: Danach zählt der Appellationsgerichtshof einen jüdischen und zwei arabische Richter und einen jüdischen und' zwei arabische Beamte. Das Distriktsgericht hat je einen süldischen und arabischen Richter, einen Mischen -und fünf arabische Beamte. Das Kreisgericht zählt einen jüdischen und zwei arabische Richter und zwei jüdische und fünf arabische Beamte. Das Gerichtsbnrcan hat einen jüdischen und zwei arabische Beainte. An Ilebersetzern und Sekretären gibt es drei Inden und acht Araber. Im öffentlichen Anklageburcan arbeiten zwei Araber, dagegen keine Inden. Die -ersten Sekretäre und Departemcntsleitcr sind N i ch t j n d e n. * Einstellung einer antisemitischen Zeitung in Frmikreich. Das französische Wochenblatt „Le Vteitle France", das sich besonders in der Propaganda des Pamphlets „Die Wersen von Zion" Herrorstau hat nn'd feinerzei,t als erste Zekt.u-ng Ach ah Ha am mit dieser Legende in Ve-rbin-. düng gebracht hat, muß nun nach fünfjährigem Bestehen ans Geldmangel zn erscheinen aufhören. In der letzten N-nmmer her, Zeitnn'g klagte der' Chefredakteur «Urban Eohier, daß der A n-t-rse mi lis m-us ß.-ht in Frankreich keine u Bode n habe. * Die Feuerwehr im Flugzeug. Ein gewaltiger Waldbrand, der im Riviera-Distrikt zwischen Toulon und Cannes wütete, hat die Natnrschönheitcn dieses gesegneten Landstriches arg in ^Mitleidenschaft gezogen. Um die Einwohner der bedrohte-n Ortschaften zn retten, wurden Extrazüge eingelegt. Zu Hilfe eilendes Militär brachte die bedrohte Bevölkerung mit Lastkraftwagen aus der Gefahrenzone. Eine Anzahl kleinerer. Motorboote beteiligte sich ebenfalls an der HÜfsaktion und rettete die Flüchtlinge, die in ihrer Not an die Küste geeilt waren. Mehrcre hundert heimatlose Personen suchten in Cannes n,nd Toulon Zuflucht. Man kann sich einen ungefähren Begriff von der Ausdehnung der Verlvüstnng machen,' wenn man hört, daß im Monts-dcs-Manres-Bczir! .der Wald im Uinfang von etwa fünfzehn Meilen in Hellen Flamnccn stand. Die Beivobner von Cannes beobachteten von den benachbarten Bergrücken ans das Wüten des Brandes. Die herrlichen Corniche d'Or-Fclder, die das Ziel unzähliger - Reisenden der gmrzcn Welt waren und die zn den bedeutendsten Schönheiten der Riviera zählten, sind ein Raub der Flammen geworden. Wenn noch größerer Schaden verhütet lverden konnte, so lag cs besonders an dem wirkungsvollen Eingreifen von A e r o p l a u c n, die dnrch das N i c d o r st r e n e n chemischer Lösch mittel dem Brand ein Ziel setzten. Französische Truppenkontingente warfen rund um -dein Brand- Herd einen Wall auf, der aber von den Flammen mehrfach übersprungen wurde. -* Die gemeinsame Braut. Viel belacht und besprochen - wird derzeit m Budapest folgende Geschichte: Gustav - M a he r und Samuel Steiner lvanderten im Jahre 1900 nach Amerika aus und niachtcn sich dort ansässig. Mayer kaufte sich eine kleine F-arnc und züchtete Ziegen, während Steiner Bankagent lvurde. Ihre Arbeit und Mühe waren von Erfolg gekrönt und sie konnten sich ein kleines Vermögen erwerben. Im Jahre 1921 kehrten sie, nach Ungarn zurück und kauften sich gemeinsam ein kleines Gut nahe bei der Hauptstadt. Mayer züchtete wieder Ziegen und Steiner benützte die -Börse als Basis seiner Geschäfte. In Budapest geschah es dann, daß sich die beiden alten Freunde in ein junges Mädchen. .verliebten und der Streit brach ans. Das Mädchen nvÄlte sich nicht äußern, wen! es den Vorzug gebe, und Steiner und Malier standen der Verzweiflung nahe. Steiner llrufte dem Mädchen ein Haus, während Mayer ihr 2000 Dollar schenkte. Was nun tun? Das Mädchen verkaufte das Haus, nahm die Dollar zn sich, und ging mit einem! Bankbeamten nach Berlin dnrch. Mauer und Steiner haben sich' wieder ausgesöhnt und gegen die gemeinsame Braut die An'zei ge erstattet. Austritte aus dem Zudeutum. T c u 1 f cf» Simon Hersch, geb. 29. Dezeurber 1862. Szegedin, 17. Bez., Wurlitzergasse 94. 'Reif; Barbara geb. M o -b it, geb. 1856, Felbor, 10. Bez., Laxenburgerstraße 10. Reiß Salomon, geb. 6. November 1859, Feilendorf, 10. Bez., Laxenburgerstraße 10. Wahl y Ernestine, geb. 30. März 1876, Men, 2. Bez., Novaragasse 23. G o l l e r st e p p e r Elisabeth 'geb.-W e i l e r. geb. 18. April 1877, Wien, 2. Bez., Darwingasse 17. Dr. P o l a n y i Karl, geb. 25. Oktober 1886, Wien, Journalist, 7. Bez., Westbahnstraße 27. W a l l i s ch Wilhelmine, ,geb.. 8. April 1887, Wien, Fabrikantensgattin, 7. Bez., Seidenaasse 4. Klein Salomon, geb. 22. Dezember 1890, Wien, Händelsangestellter, 7. Bez., Burggasse 88. K l e m m Valerie geb.' N e u, geb. 29. April 1898, Wien, Handelsangestellte. 16. Bez., Hasnerstraße 93. G o l l e r st e p p e r Heinrich, geb 23. Oktober 1902, Wien, 2. Bez., Darlvingasse 17. Schaffer Richard, geb. 18. April 1902, Wien, 2. Bez., Pazmanitengasse 28. Koron ai Friederike, geb. 6. Februar 1874, Wien, 3. Bez., Bechardgasse 25. G r ü n f e l d Emilie, geb. 20. Jänner 1872. Wien, 2. Bez., Lesfinggasse 3. Snßmann Emilie, geb. 19. Oktober 1869, Budapest, Private, 7. Bez., Zieglergasse'25, Miloter Johanna geb. N e n, geb. 28. Mai 1889, St. Gott« härdt, 16. Bez., Bebelplatz 8. Wie immer di Orig. ongl. Anzug, 150 cm breit K 68.000 Orig. engl. Double, t60«m‘4tfeit 95.000 O’iii»fjn7 v<»Io'jr . . . . . K 99.000 II. Taborstr. 17a 1. Aillercasse I

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