Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1664 (2.10.1923)
- Date
- 1923-10-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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vn, LVV4 wem, DMtStag Wiener Morgenzeirung. 2. Oktober 1923 Seite 3 Heute letzter Sag für die Wahlrellamatioueu! Reklamatianslokale der jüdischen Wahlgemeinschaft: 1. Bezirk: Klubheim -er Hakoah, Wiefingerstraße 11. S. Bezirk: „Wiener MÄgstn- Zeitung", Taborstraße 1—3, 1, Stock; Zionistisches Landeskomitee, Taborstraße 20 a, Parterre; Zirkusgasse 33, 1 Stock; Prater Cafe Winkler, Stuwerstraße 1. In diese« Lokalen von 9 bis 12 und von 2 bis 8 Uhr. 3. Bezirk: Cafe Ilion, Löwengaffe 3S, von 4 bis 7 Ahr nachmittags. V Bezirk: Amerlingstraße IS, Hofstiege, von 1 bis 6 Ahr nachmittags. 7. und 8. Bezirk: 8. Bez., Vennoplatz 1a, von 3 bis 5 Ahr. 9. De irk (für die Bezirke 9, 18 und 19): 9. Bez., Berggasse 33 (Cafe Metropol), von 8 bis 12 Uhr und von 2 bis S Uhr. 29. Bezirk r Zionistische Sektion, Karl Meißlstratze 5, von 9 bis 12 Ahr und von 2 bis 6 Uhr. Die Wählerlisten können auch in den Amtslokalen der Bezirke (Magistratische Bezirksämter) eingesehen werden. Matronen bilden wollen. Derartige Gebilde werde die Regierung nicht weiter dulden und werde sie wieder auflösen. Der Minister schloß, er könne dem Lande die Versicherung geben, daß auf diesem Gebiete die Konsolidierung vollzogen sei. Bttt vtttwmf -e-m GlMUM. Budapest, 1. Oktober. Gegen den derzeit im Auslande Wenden Führer der ungarischen Sozialdemokraten Garant! wurde wegen der in seinem Buche „Das revolutionäre Ungarn" enthaltenen Beleidigungen gegen den Reichsverweser und der das Ansehen des ungarischen Staates schädigenden Aeußerungen ein strafgerichtliches'Verfahren Ängeäitet und ein Steckbrief erlassen. Me Putschisten Kovars enthaftet. Budapest, 1. Oktober. Der Untersuchungsrichter hat Heute die Freilassung der seinerzeit unter der Beschuldigung, einen gewaltsamen Umsturzversuch vorbereitet zu haben, vechasteten Brüder K o v a c s angeordnet mit der Begründung, daß sich selbst aus den Angaben der Belastungszeugen keinerlei Beweismaterial ergeben habe, auf Grund dessen tzie Hast aufrecht erhalten werden müßte. Pole». Mitteilungen Kucharskir Mer die Anleihe. Warschau, 30. Septencker. (Tel. d. „Wr. MorgeiHeitung".) frn einer Pressekonferenz berichtete der ans den: Anslande zurücktzekehrte Finanzminister Kucharsli über die ausländische Anleihe. Seit der Ucbernahme des Finanzministeriums habe er sich mit dem AnlÄheprMem beschäftigt. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Anleihe sei die Gründung einer Emissionsbank, die ein nationales und polnisches' Institut sein müsse. Es sei daher unstatthaft, irgendwelche Konzessionen oder Wien dieser Bank an fremde Erwerber zu veräußern. Der Besitzer der Emissionsbank kann und darf n u r der p o l n i s ch e Bürger sein. Redner habe sich nur bestrebt, daß die Subskription größere Kapitalien für längere Dauer embringen. Er habe auch deswegen mit der Finanzgruppe Morgans Verhandlungen eingeleitet. Er müsse, um allen Gerüchten endlich einmal die Spitze abzubrechen, betonen, daß bic Morgan-Gruppe mit einer jüdischen Finanzgruppe nichts gemein habe. Er habe nicht die Absicht, jemandem zu treffen, um aber den bereits verbreiteten Gerüchten enttzegenzutreten, müsse er nochmals feststellen, daß weder die Morgan-Gruppe, noch ihre Filialen in London, Paris und Amerika mit jüdischen Finanzgruppen in Kontakt stchen. Die Verhandlungen sind bereits so weit gediehen, daß mit den SWskriptionsbeginn alle Arbeiten in Angriff genommen wrdön können. An der Subskription kann jdes Kreditinstitut uud sämtliche Finanzhäuser der Morgan-Gruppe teilnehmen. Das Enrissionskapital der Bank dürfte voraussichtlich 150 Millionen Schweizer Franken ausmachen. Der Anteil des Staates an diesem Kapital darf höchstens 35 Prozent betragen. Er habe sich in dieser Hinsicht an Herrn Joung und an den Präsidenten des Finanzkomitees des Völkerbundes um ein Gutachten gewendet. Es wurden auch zwei Kommissionen eingesetzt, die bereits das Bankstatut ausarbeiten. Die Anleihe wird ohne jedwede Verpfändung erfolgen. Weder Zölle, noch Monopole inkünfte oder sonst irgendwelche Staatsobjekte sollen und werden verpfändet werden. Er habe sich auch bestrebt, km Auslande eine Anleihe zur Deckung der Budgetdefizite zu erlangen. Er habe jedoch diesbezüglich nur in England Fühler ansgestreckt, um eine Anleihe in der Höhe von 50 Millionen Dollar zu erzielen. Die mit einer Londoner Gruppe eingeleiteten Verhaudlungen, die jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Hause Rothschild stchen, weisen einen guten Verlauf auf. ES sei unrichtig, daß er eine Absage erhalten hätte. Die Verhandlungen werden in der allerkürzesten Zeit einen Abschluß finden. Es werde ein Konsortium, bestehend aus 18 englischen Banken, begründet werden. Es sei auch unrichtig, daß die Regierung dieser Anleihe zuliebe Polen verkauft oder verpfändet habe. Aehnliche Anleihen wurden bereits von der Dschecho-Slowakci, Rumänien und Jugoslawien gegen eine sieben bis neunprozentige Verzinsung ausgenommen. Diese Anleihe müsse langfristig sein. Er habe von seiner Auslandsrc.ise allerdings keine Dollar oder Pfund mitgebracht, müsse jedoch feststcllen, daß seine Verhandlungen in der nächsten Zeit von Erfolg begleitet sein werden. Bezüglich der Reise des Finanzexperten Doung erklärte der Minister, daß er nur zum Studium der hiesigen Verhältnisse komme, um dem Fmanzimilister als Ratgeber;u dienen. Der neue Schapira-Prozeß. Warschau, 30. September. (Tel. d. „Wr. Morgcnzeitung".) <sn Plock hat bereits der Rehabilitierungsprozeß des seinerzeit durch die polnischen Militärbehörden erschossenen Rabbiners Schapira begonnen. Die Verteidigung führt Abg. Hartglas. Der Prozeß, zu dem sich 400 Personen als Zeugen gemeldet haben, diirfte sechs Tage in Anspruch nehmen. Litauen. Me Legalisierung des Jüdischen Rattomlrates. Kowno, 30. September. Der Präsident des Jüdischen Nationalrates und Minister für jüdische 2lngelegenheiten, Dr. Rosen bäum, hatte eine längere Unterredung mit dem Bereinigtes iiid.Wakilkomitee für de» 8. Bezirk Morgen Mittwoch den 3. Oktober 1923, 7 Uhr abends, im Cafö Metropol, IX., Berggasse 33 Jüdische Massenversammlung Referenten: Ix. PüllÄ-PtlMM, Gemeinderat Vizepräsident des Zion.Lcmdeskomitees —' ■■■—■- Bereinigtes W. WMkomitee für den S. Bezirk Morgen Mittwoch den 3. Oktober 1923, 7 Uhr abends, im Cafe Ro^n Löwen, IX., Roten Löwengasse 7 Jüdische Massenversammlung Referenten: Meglrirv 51cifdjßt. Sekretär der Union. Ir. Fakob Weiner Ministerpräsidenten Galwanowski, in der er ihm den letzten Beschluß des Jüdischen Nationalrates, betreffend seiner Legalisierung, vorlegtc. Minister Rosenbaum erklärte, daß er demnächst ein Gesetz über die Durchführung der Legalisierung in: Einklang mit der Verfassung und den Deklarationen des Kabinetts über die Minoritätenfrage einzubringeu gedenke. Der Ministerpräsident erklärte sich damit einverstanden und ersuchte, dieses Gesetz sobald als möglich dem Sejm vorzu'le-gen. Das Gesctzesprojekt wird bereits im jüdischen Ministerium ausgearbeitct. «Mm. Starker Getreideimport nach Palästina. Herr Beirut:, gewesener Vizepräsident des arabischen Kongresses und Mitglied des Advisory Council, wandte sich in einem Rundschreiben an alle Handelskammern und Stadtverwaltungen in Palästina mit der Aufforderung, der Regierung einen gemeinsamen P r oi e st gegen den großen I m p o r t von a u s l ä u b u sch c m Getreide nach Palästina, der der ansässigen ländlichen Bevölkerung großen Schaden zufügt, zu überreichen. Herr Beirut: weist unter anderem daraus hin, daß in der letzten Woche allein durch den Hasen von Jaffa ausländisches Getreide :m Werte v"n 30.000 Pfund eingeführt worden ist. Rundschau. Me Wiederaufnahme der Arbeit im Ruhrgebiet. Berlin, 1. Oktober. Wie der „Sozialdemokratische Parlamentsdienst" erfährt, ist die französische Regierung durch ihre Botschaft von deutscher Seite um die Einleitung offizieller Verhandlungen über die Wiederaufnahme der A rbeit im Ruhrgebiet ersucht worden. Poimare ist nicht zufrieden. Paris, 1. Oktober. (Wolfs.) Ministerpräsident P o i n c a r e hat heute in Bar-le-Duc bei der Eröffnung des Geueralrates des Maas-Departements eil: Rede gehalten, worin er erklärte, .die deutsche Regierung sei nunmehr gezwungen anzuerkenMN, daß sie den Kan:pf nicht länger fortsetzen könne; man habe aber dieses Zugeständnis mit feindseligen Kommentaren umgebe::. Die Verordnungen, die den Passive:: Widerstand angeordnet haben, seien in vager und zweideutiger Form zurü ckgenommen wordene Bis jetzt habe man nur Worte und noch dazu wenig liebenswürdige Worte gehört; Frankreich wolle aber Taten sehen. Es dürfe jedoch nicht zu früh frohlocken, man sei mit den Schwierigkeiten noch nicht zu Ende, ja es würde sogar künftighin noch zahlreichere und ernstere Schwierigkeiten geben als jetzt, Wenn man die Form betrachte, deren sich die deutsche Regie» rung bedient habe, um die Verordnungen zurückzuziehan, so scheine sie wichtige Rgelungen beiseite zu lassen. Auf alle Fälle sei noch nichts entschieden. Man müsse im Ruhrgebiet abwarten, was sich noch ereignen werde. Wem: wir, sagte Poincare zum Schluß, unsere Kaltblütigkeit bewahren, iverden wir die Herren der Lage bleiben. Me britische Reichrlonferenz. London, 1. Oktober. (SM'ff.) Be: der heutigen Eröffnungssitzung der britischer: Reichskonferenz gab Premierminister Bali-wirr, der die Vertreter der Dominions und Indiens begrüßte, eine allgemeine Ue'berficht Wer die internationale Lage. Die Konferenz vertagte sich sodann auf Mittwoch. Wie gemeldet wird, st a r: d e n die Delegierten derDonrinionssehr unter den: Eindrirck der E r k l ä r u nge n Ba ld w i n s. Sie haben die Abgabe ihrer Antwort auf die Erklärungen verschoben, bis der gesamte britische Standpunkt durch Erklänrirgeir dargelegt sein wird, die für Freitag von seiten Lord Eurzvns und für Mittwoch vor: seiten des Herzogs vo-n Devonshire angekündigt sind. Das neue Arbritsprograrnm der transiordanischeu Regiernns. Jerusalem, 28. 'September. (I. C. B.) Die trans-jordanische Regierung hat das folgende neue Programm veröffentlicht: a) Anbahnung freundschaftlicher politischer und wirtschaftlicher Beziehungen zu der französischen und englischen Regierung; b) Schutz der öffentlichen Sicherheit durch sofortige Unterdrückung jeglichen Aufstandes; c) Verringerung der Ausgaben durch Abbau von Aem-tern usw.; b) Schaffung einer neuen Form der Steuereinschätzung und -Erhöhung, bei der sowohl der Staat als auch die Bevölkerung zu ihrem Rechte kommen werden; e) Bevorzugung der Bezirkseinwohner bei Vergebung von Beamtenstcllen; f) Gründumz von Schulen, Erleichterung des Verkehres durch Straßenbau, Unterstützung der Landwirtschaft. Angebliche BrrWMgung zwischen König Hnsiri» und den sinMnder«. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Wie der „D o a t Hajo in" aus verläßlicher Quelle erfahren haben will, soll binnen kurzen: die Vereinbarung über die arabische Konföderation von König Hussein von Hedschas und der englischen Regierung unterfertigt werden. Beide Vertragsparteien hätten K o n z e s s i o n c u machen müssen. König Hussein soll eine Anerkennung der Forderung der Araber nach größerer und direkterer Beteiligung an der Regierung Palästinas erreicht haben. Dafür e rk e n n t König Hussein ausdrücklich das englische Mandat und die staatliche Sonderstellung von Palästina und so auf freilichindirekte Weise auch die Balfonr-Deklaration und das jüdischnationale Heim. Im Colonial Office hofft man, daß nunmehr die Agitation gegen den Zionismus aushören werde. Juden und Araber würden nun in Frieden und Eintracht in Palästina nebeneinander leben können. Es ist überflüssig zu bemerken, schreibt der „Doar Hajon:" weiter, daß ein der-, artiges Uebereinkommcn zwischen England und den Arabern n u r u: i t Z u st i m m u u g der I e w i s h Agency geschlossen wird, mil der die englische Regierung alles berät, was. irgendwie die Zukunft des jüdischen nationalen Heims berührt. Ein neues lMerikonMe» Nnwandernngsnesetz? Aus New-Aork wird gemeldet: Wie bereits berichtet wurde, hat der amerikanische Arbcitsministcr Davis eine Studienreise nach Europa unternommen, unr sich über die Einwandernngsfragen zu informieren. Davis hat nach seiner Rückkehr ein neues Einwanderungsgesetz befürwortet, welches gegenwärtig vom'Präsidenten des Einwandcrungskonlitees des Repräsentantenhauses, Johnson, ausgearbeitct wird. Danach sollen jährlich nur noch zwei Prozent der im Jahre 1890 in den Vereinigten Staaten ansässigen Ausländer jeder Nation zugelassen werden. Durch die .Zugrundelegung der Statistik von: Jahre 1890 soll erreicht werden, daß mehr Einwanderer .aus Mitteleuropa und Nordeuropa nach Amerika übersiedeln als Russen und Angehörige der B a l k a n st a a t e Sollte dieses Gesetz zustande kommen, jo wäre bamit eine weitere Erschwerung fiir die jüdische Einwanderung gegeben. Vor einiger Zeit haben sich allerdings verschiedene I industrielle Kreise für die Aufhebung der Einwanderungs- > beschränkungen ausgesprochen. Jeder wxhle für den Einkauf von Stoffen-für die Herbst- und Wintersaison: Damen- und Herrenwäsche, Bett- und Hauswäsche, Strickwaren, Teppichen, Vorhängen etc. nur das bekannt verlässliche u. billige ton-Drii Schiffmann II., TaborstraSe 4P Telephon 47-1-79 ch», gros En detail