Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1662 (30.9.1923)
- Date
- 1923-09-30
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1663 Wien, Sonntag FNnst« Klaffe Nord. Achdnth—Briaittenauer A. C. (halb t Uhr. Iedlersdorfer-Platz), Hauser; Bar-K»chb<i—Mercedes (18 Uhr. Bewepunp 20-Platz), König; Grinzing—Britmmia (10 Uhr. WienerLerg-Platz). Kerschbamner. ... Der Haikoah-Sportplatz ist vongestern ab mit.der verlängerten Ak-L-mie direkt zu erreichen. Die Straßenbahnhaltestelle liegt unmittelbar neben dem Platz. Sämtliche Vereine werden zum letzten Male darauf auf- «uevkiam gemacht, daß Klubnachrichten von uns nur dann verorfentMit werden, wenn sie in keinem anderen Blatt erichemen. Aus dem F. A. C.-Platz findet heute uin 10 Uhr vormittags ein Interkl-ubkompf zwischen ft. %. C. und Wacker statt. Vierte Klasse Siwost, Dienstag den 2. Oktober, halb 7 Uhr abends, wichtige Spielansschußsitznng im Verbands-Heim, 2. Be^., Taborstraße 1. Vom Fnhballsport in Deutschland. Der Länderkampf Deniimland—Norwegen finde; m 5. November statt, aber nichts wie zuerst beschlossen, in Berlin, sondern in Hamburg. — Der Städtekampf Berlin—Kopenhagen ist auf Antrag der Danen für den ,28. Oktober nach Kopenhagen abgeschlossen'worden. — Das für den 14. Oktober vorgesehene Fre-nndsthaftsspie-l Ävischen den Verbandsmannschaften von Norddeutschland und Berlin wurde wegen der holien Fahrkosten abgesagt. Der Sportklub Hakoah.sucht für zwei tüchtige Sportler Posten als Buchhalter oder Vertreter. An die freunde der .Hakoah ergeht die Aufforderimg, dieser Bitte Rechnung zu -wgen. (Entgeltlich.) Finnland schlägt Polen 3:2. Das nur 26. d. in Hessingfors ausgetragene Länderspiel Finnland—Polen ergab einen sicheren 'Sieg der Finnländer mit 5:2. Jugoslawische Spiele. Sarajevo: S. % S. K. (Sarajevo) —Jugoslavisaj (Belgrad) 4:6. Mit diesem Siege qualifizierte sich S. A. S. K. für das -Finale nm die Meisterschaft Jugoslawiens und wird am nächsten Sonntag gegen Gradjanski'in Zagreb antteten. — Agram: Gradjanski—Tipografisa 14:1. Meckkabl—Sava 6:0. — Snbotica: Hask—Backa 2:0. Der Spmckklrch Anitas 20. der den Sportbetrieb wieder aufnahm, hat seinen Sitz ins Cafe Rembrandt, 2. Bez., Nn.rere Augartenstraße 31. verlegt. Hakoah (Olmütz) spielte gegen D. F. C. (Olmütz) 6:6 (0R) unentschieden. Spiele in Pretzburg. Makkabi—Vasas 2:2. Liaeti—P T. E. 8:0 Meisterschaft), P. A. C.-Cörekves 2:1. MaAabi (Jglau) unterlag gegen D. F. C. Jglau mit 4?6 (0:1) Toren. In Melitz besteht neben der Hakoah schon seit ungsfähr zwei Jahren ein zweiter jndischnationaler Sportverein, der den Namen Hasmonea führt. Die Hasmonca gehört nicht dem polnischen Fnßballverband an. LechlatbleM. Der „Sport-Tagbl«Ut"-Preis. Heute Sonntag nur halb * Ahr auf dem W. A. C.-Platz werden bei dein Wettspiel W. A. ^—Donau zwei Staffelbewerbe über 3 mal 1000 Meter itnb 4 mal 400 Meter ansgetragen, die für beu Wanderpreis des „Sport-Tägblalles" zählen. Während das Läufer: über 4 mal 4M Meter eine sichere Beute für den W. A. C. ist, wird die Stafette über 3 mal 1000 Meter einen scharfen Kampf zwischen W. A. C. und W. A. F. briiNgen. den vermutlich W. A. F-, für den bereits Opsvlder stanrst wird, knapp gewinnen dürfte. Ae Lücht«Metikmeisterfchaften der Vereinigten Staaten wurden m C h i c a g o zur Entscheidung gebracht. Sie sind im Hinblick auf die koimiienben Olympischen Spiele von außerordentlichem Interesse, ergaben aber, ausgenommen den Weitsprung, keine die europäischen Bestleistungen übertreffenden Ergebnisse. Der Weitsprung fiel mit 7,51 Meter cm den Neger b e HartHnbbard (Michigan). In den einzelnen Beiverben gab es folgende Sieger r 10 0 Yard: Mnrchison (Neivark) 10,1 Sek.; 2 20 Yard: ders. 22,2 Sek.; 440 S)ard: H. M. Mich (Chicago) 50,2 Sek.; 8 8 0 Y a r d: Nay ' Watson (Illinois) 1 r 57,4; eine Meile: I. W. Ray (Illinois) 4:18; fünf Meilen: E. Johnson (Chicago) 26 : 05,4; 120 Yard Hürden: K. W. Andersen (Illinois) Nachdruck verboten. (8. Follsehuuz.) Feiwisch, der Fuhnnmm. Eine Legende von Zoltan Nagy. Mnzrgberechtitzte Uebertragung aus dem Ungarischen von Stephan I. Klein. Der Me. Rabbi wollte gerade antworten, als Fei wisch durch einen Ruck des Wagens evlvacht-e. Er -dachte eine Welle über den Traum nach: toarmnt hatte er gerade dies geträumt, toxmtm nicht Rat in der Sache verlangt, derentwegen er jetzt so -weit um Rat fuhr? Nach langem Grübeln erklärte, or es sich so: dies sei sicherlich deshalb geschehet;, weil der in der Stadt wohn-ende Priester den richtigen Rat wisse. Das Leruhigte ihn ein wenig. Eine Welle lauschte er dem friedlichen Rauschen des Waldes; als er jedoch aus deitt Hain abernmls <mf die staubige, sonnen-beschi-emne Straße, fam, kanr die Unruhe wieder über ihn: hatte er nicht das Andenken seines Großvaters verletzt, da er -daran 5'iucifcltc, daß dieser ihm de;; rechte:; Rat zu geben vermöchte? Er dachte auf dein gan-zeu Wege viel au seinen Großvater, au -das schllfbe-dachte Haus, in -dem dieser gewohnt, an die große Stube mit -dein Lehmboden, in der er den ga-nzen Tag gelernt hatte, au die vielen Schüler, die feinen Worten gelauscht hatten. Gegen Mittag erreichte -Feiwisch die Stadt. Er fuhr zu einem -bekannten Gastwirt, spannte i-m Wagenschnppen die Pferde ans, warf ihnen Heu vor und ging sofort zmn -Hanse des Rabbi. Er nahm sich nicht einmal Zeit, vorher sein Mittagbrot zu verzehren. Der Rabbi lernte gerade -und Feiwisch mußte lvarten. Er setzte sich in dem engen Stübchen mit den kleinen Fenstern nnd den kahlen Wän-den auf einen Stuhl ans geflochtenem Stroh. Er saß ganz in sich verftuEen da, wie ein -Mensch, den ein großes Unglück getroffen hat. Es begann ihn: im linken Ohr zu klingen und er dachte darüber nach, ob dies ein gutes oder aber ein schlechtes Zeichen sei. Mit gespannter Ausmerksamkeit lauschte er, und allmählich schien es ihm, als sänge irgendwo in -der Fe.rwe Schimschons hohe Stimme. Er Hölle nicht zu sagen vermocht, ob es ihm int Ohr klang oder ob er tatsächlich Gesang -hörte. Da fiel ihm bfe VegsbenlheÄ pm SOltnwm amm*> aberwM sab er dM- Wiener Morgenzeitung. _ 15,1 Sek.; 2 2 0 2) n x d HL r b e n: ' Ch. BrookinS (Iowa) 24,5 Sek. « 4 4 0 3) a r d Hürden: I. H. Liley (Illinois) 55,4 Sek.; D r e i - Dt e i l e n - G e h e n: I. PeaMan (New-York) 22 : 59,2; H o ch s p r n n g r L. T. Brown (New- York) 1,971 Meter; H. M. OSborne (Illinois) 1,971 Meter; R. W. London (New-York) 1,971 Meter. — Weitsprung: de Hall Nubbard (Michigan) 7.511 Meter; Dreisprung: de Hart Hubbard 14,938 Meter; Stabhochsprung: C. E. MyerS (Chicago) 3,987 Meter; K u g e l ft o ß e n: O. Warner (New-York) 14,341 Meter; Diskus: T. Lieb (Illinois) 46,04 Meter; Speer: Hoffmaun (Illinois) 59,82 Dieter; H a m m e r w e r f e n: I. Tootell (Boston) 52,80 Dieter; Gewicht w e r f e n (20,400 Kilogramm); Matt Mac Grath (New-York) 11,582 Meter. Stockholmer Sportfest. Im Stadion zu Stockholm fand Sonntag ein großes Meeting statt, welches jedoch total verregnet war. Trotzdem gab es'gute Resultate, von denen Hosts 400 Meter-Sieg, über den wir berichteten, am meisten überraschte. 100 Meter: 1. Engdahl 11.1 Sek. vor Rnsssl nnd Lilja. - 400 Meter: 1. Hofs 49,7 Sek., 2. Engdahl 50.1 Sek.. 3. Paulen (Holland) 50,7 Sek., 4. Peltzer (Stettin) 51 Sek. — Diskus: .1. Nittyymaa (Finnland) 80.64 Meter beidarmig (44,50 Meter rechts). — 1 engl. Meile: Wide 4:25 vor Lundgreen 4:31,2. — Sperr: 1. Lillier 61,58 Meter, 2. Myräa (Fimlland) 56,12 Meter. — Kugelstoßen: Jansson 14,19 Meter. — Stundenläufen: I. Stenroes (Finnland) 17.909 Dieter, 2. Broberg (Schweden) 17.150 Meter. — Die Spru-ngresnitate waren mit Rücksicht auf das nasse Terrain schwächer. Hervorragende Leistungen in Südafllka. In Johannesburg (Südafrika) tvnvden am Samstag den 16. d. die, Leichtathleten der Dxford University in einem Kampf mit Südafrika und den komb. Universitäten glatt geschlagen, indem sie nur 12 Punkte ausbrachtcn gegen 35,5, bezw. 22,6 ihrer Gegner. Drei südafrikanische Rekords wurden dabei verbessert: Betts lief 440 Yard in 48,6 Sek., Atkinson die 120 Yard-Hürden in glatten 15 Sekunde:: und Kinsman die 100 Yard in 10 Sekunden. Im Hochsprnng erzielten Scott. Dry (beide Südafrikanische Universität) und Dickinson (Oxford) 185 Zentimeter. Kinsman lief ferner die 220 Yard in 21,8 Sek. und Oldficld die 880 Yard in 1:57,4. Finnland schlägt Frankreich. Die genauen!llcsnl:atc des Samstag und Sonntag in Helsnigfors ansgctragenen Länderkampses. den Finnland gewann, lauten wie folgt: 100 Meter: Harö (Finnland) 10,7 Sek. bo* A. Mcnrlon (Frankreich). 200 Meter: A. Mourlon 22,8 Sek. vor Harö. 400 Meter: Bilen (Finnland) 49,4 Sek. 800 Meter: 1. Jansson (Finnland) 1:57,4 vor Fery (Frankreich). 1500 Meter: Nurmi (Finnland) 6:69,9. 5000 Meter: Rastas und Tala (beide Finnland) 15:41. 110 Meter-Hürden: Bernard (Frankreich) 15,6 Sek. 400 Meter- Hürden: 1. Bllen (Finnland) 66,4 Sek. vor Inkala. 4 mal 100 Meter-Staffel: 1. Finnland 43 Sek. 4 mal 400 Ateter-Staffel: Finnland 8:23. Kugelstoßen: Torpo (Finnland) 14,66 Meter, vor Ilomaa. Weitsprung: Wilhelm (Frankreich) 699 Zentimeten, vor Tnulos (Finnland). Meeting in Lyon. 100 Meter: 1. R. Mourlon (1-1,2 Sek.), 200 Meter: 1. Imbach (28 Sek.). 800 Meter: 1. Guiband (3:01,4). 1500 Meter: 1 Philipp (4:13,4). 5000 Meter: 1. Guillemot (15:44^). Ter Italiener Ambrosi ui kam als sechster ein. Schlechte Bahnen wegen Regen. Im Diskuswerfen stellte Eeulier mit 39,96 Meter einen neuen -Lokalrckord auf, während im Hochsprnng der französische Meister Lcwden nur auf 1,74 Meter kam. Das Iugendmeeting der D. E. H. G. (Prag) brachte u. a. folaende Resultate: 100 Meter: 1. Krenn (D. E. H. G.) II. 8 Sek.'200 Meter: 1. Dollecz-ek (D. E. H. G.) 2bß. 800 Meter: 1. Herdani (D. E. H. G.) 2:11. Weitsprung: 1. Dolleczek (D. E. H. G.) 592 Zentimeter. Diskus: 1. Dolleczek 2 (D. E. H. G.) 82,55 Meter. Kn-gclftoßen: 1. Dnjauek (Tschew. Hochschule) 10,87 Dieter. 30. September 1923 Seite 13 Die heutigen Hockehfpiele. Hakoah—'Kritzewdorf (hall 11 Uhr. Kritzerdor-ser-Platz), Bels; W. A. C.—rB. f. B. (hall 11 Uhr, Lehrer-Platz, Dr. Matz; Zlmatenre—Arminen (hal> 11 Uhr, Anrateur-Platz); Lehrer—Cottage (9 Uhr, Lehrer- Platz). , Ringen. Die Ring- und Boxfektion der Hakoah hielt kürzlich ihr iBollversammlrlng ab. bei der folgende Herren gewählt wurden' kSvktionsleiter: Ing. Kadmont; Stellvellreter: Gustav Kock (Ringen). Tr. Rosenstingel (Boxen);, Kassier: Hugo Mandl- -Schriftführer: Josef Graßner; Beisitzer: Hermann Otto Koritschoner. Der Fechtsektion der Hakoah, die sich bis jetzt mangelt eigener Räumlichreiten ml einem keineswegs für ihre Zweck« geeigneten Bol-ksschultnrnsaal begnügen mußte, ist n-un auck diese Möglichkeit der Sportausübnug genommen worden. Uni im Fechttraining keine Unterbrechung ein treten zu lassem wnl b.c vorläufig unterstandslose Sektion int Klubheim, Wiesinger« strafe 11, üntergebracht, wo die Uebungsabelide für Montag Donnerstag und' Samstag, halb 7 Uhr abends, angesetzt sinh Dioser Standort ist mir als,Provisorium ^anzusehen, bis pü geeigneten Lokalitäten beschafft find. Ta die^ Wohnungserl-an gung heute auf. fast urlüberwin-dliche Schwierigskeiten stößt, ev hofft die Fechtsektion die Unterstützung aller jüdischen Sport, freunde. Sie bittet, Ktvcckdienliche Mitteilungen und Rad schlage an sie gelangen zu lassen. Aus de» Vereinen» A ch d u t h. Herüe Meisterschaftsspiel gegen Brigitten aicer A. C. auf den: Iedlersdorfer-Plah. Vorher Wettspis der Reserven. Treffpunkt der Reserve nm halb 1 Uhr, der erste» Mannschaft nur l-alb 3 Uhr beim Konzertsalon „Brigitta". H a z a i r - M,a k k a b ä a. Heute, 12 Uhr, Meister-schas gegen' Elektra anf dem Viktoria 21-Platz. Der Platz ist zu ev reichen mit Linie 31 bis zmn Spitz, dann mit Linie 32 bis Pragerstraße 78. Die Spieler der ersten Mannschaft müsset sich um halb 12 Uhr anf dem Platze einfinden. H e ch a w e r. Fußballsektion: Heute mn 8 Uhr auf den Elektra-Platz (bei der Alisstellungsstraße) Meisterschaft gege» . Athen 2. Ausstellung: Grün; Bien, Schmorak; Ehaj-es, Zimmer Flnßmann; Wirtschafter, Birnbaum, Dr. Dikler, Deutsch Bauernfrennd. Ersatz: Ferda. Die Ordner mögen pünktlich an Platz sein. Illngmannschaft um 11 Uhr auf dem Hirschstettnev Platz (Linie 217 und 317 vdn Kagran, dritte.Haltestelle). I» der Vollversammlung wurdeic gewählt: Sektionsleiter Ott« Feldstein, Stellvertreter L. Rubin, Kapitän Paul Flußmann Stellvertreter I. Bien, Berbandsdelegierter Leo Schmorak Kassier und Schriftführer Fritz Losch. — Ping-Pong-Sektion> Mittwoch den 3. Oktober nm halb 9 Uhr im Cafe Lido, 3. Bez. Dampfschiffstraße 20, Vollversammlung mit der Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Neuwahlen. 3. Festsetzung der Mitgliedsbeiträge. 4. Eventuelles. Außerdem werden an diesem Abend Nennungen für das nächste Ping-Pong-Turmer entgegenaenommen. - 'Leichtathletiksektion: Mittwoch auf dem F. A. C.-Platz Training. Besprechung für das Rapid-Meeting am 6. Oktober. Nero anfnahmen von Damerr tntb Herren täglich im Cafe Lido, ge, genüber der Franzensbrücke. Young Jewish SPorting Club. Montag den 1. Oktober Schwimmtrainirig wie bisher mn halb 8 Uhr iw Beatrixbad. Dienstag nm 7 Uhr Ausschnßsitzung. mn 8 Uw Klubabend im Wiener Ringcafc. Die Schlußrunde der Neulingskonkurrenz. Herrte um 10 Uhr vorinirtags finden im Heim des Boxklnbs Iran. Cafe Drafchepark, 5. Bez., Blechlurmgasse 20. die Schlnßkämpfe dieses Bewerbes stall. In die Eulscheidnug kommt auch ein Mitglied der Hakoah, Sharmins, der auf Grund seiner bisherigen Leistungen mit guten Aussichten in den Kampf geht. lich Schimschons entsetzten unikummervollen Blick. Weshalb blickt er mich so kmmnervoll an? — dachte. Feiwisch. Ein rotbärtiges, willzigcs, fast z-werghasbes Männlein kanr in die Stube, begrüßte Feiwisch freu-ndlich und teilte ihm mit, er sei der Schreiber. Er Pflege -die Fragen nie-derzuschreibelt, die an ben Rabbi gerichtet würbet: (denn die Fragen nmßterr ihm schriftlich Vorgclvgt werden), rmd wolle diesen Dienst a-uch Fei wisch für ein bescheidenes Entgelt leisten. Feiwisch jedoch fagl-e, er wolle die Fra-gen selbst n-ied-erschreiben', -denn er könne g-ut schreiben, sei er doch der Enkel eines Rabbi. Er 'bekatn Tinte ltnb Feder nu-d schrieb -ku Fall aus ein kleines Z-ettelcherr nieder. Dem Rabbi 'wllrde gem-eldel, de.r Erckol bie-ses mrd dieses Rabbi tvolle mit ihm sprechen; -daher wurde Follvisch als erster vor-gclassett. Der Rabbi lvar eilt blasser Mann von nrächtigem Wltchs mit sot'g-fÄtig gekämmtem, dünnem, weiße-nr Bart. Er saß vor einem Tisch und schonte znrn Fenster him-us, ivährend er zwischen den Fingern nt-echanisch das Zettelchen drehte, auf dom Feilvisch' Frage geschrieben stand. Feiwisch konnte scin-en Blick leicht von diesen -Fingern wenden: sie 'warelt so sein und dünn wie die Finger seines Großvaters. Nach langer Pa-llse erhob sich eirdlich der Rabbi, trat neiben ihn und klopfte ihln, ohrie ihn a-nznse-hen, ans die Schulter. Seine Stimme war weich nnd angenehm, als er sprach: „Gott wird dir helstn, mein Sohn. Dn wirst vor einen gerechten Richter kommen." -Feilvisch atueete schwer. „Gelobt sei der gerechte Richter", sprach er andächtig. Dann siel ihnr plötzlich ein, daß -man diesen Spruch bei Todesfällell zrr sageir pflegt, lvenu. man -die Trauernden besucht. Der Rabbi scharrte ihn nun m-it geradem Blrck anslnerksaur an u-nd hielt noch immer -die HanÄ auf seiner Schulter. Dann -ivandte er den Blick ab, tat in -der Sllrbe etliche Schrille und begarm von Feiwisch' Großvater zu sprechen, den er einst sehr gut gekannt hatte. Mit herzlichem Handdruck entließ er den Besucher. Fetivisch begab sich zum Gastwirt zurück, spmmte die Pferde ein und trat -die Heimfahrt an. Erst unterwegs fiel'ihm-ein, d-aß er nicht einmal zlr Mittag g-cgesseir habe. ..Die Sonm. -brannte noch hestlge>L die Straße war n,och Sportbriefkasten. - Leon Reich, Rstszow. An diesen Gerüchten ist kein wahre,', Wort. Gold i,'t bei Mcisterschaftskämpfen bereits spielberechtigt Adolf Wcitzmann, Berlin. Ihre Wahrnehmung ist richtig. Wir lvcrden Ihre Zuschrift bei geeigneter Gelegenheit publizistisch verwenden. staubiger nnd einsamer als auf den: Herweg.. — „Ich werde vor einen gerechten Richter kommen", sprach Feiwisch oft. mals zu sich. Dann wird alles wieder gut werben, er hatte, also nichts 3,1t befürchten. Er fühlte: er müßte sich eigentlich jetzt freuen, aber er konnte sich nicht freuen. Verwirmna und Mattigkeit hatte!! sich seiner bemächtigt. Immer schläfriger wurde er, sein Kopf immer schwerer; auch die Peitsche in seiner Hand wurde immer schwerer, er -vermochte sie kaum m-qhr zu halten. Plötzlich ward er sich dessen 'be-wnßt, daß ihm übel war. Er tvar krank. Mit aller Kraft richtete er sich ans, faßte kräftig die Zügel und die Peitsche. Es darf nicht sein, -dachte er 'bei sich. Noch ist -das Dorf fern- Lange kämpfte er so gegen die Sckstväche; dabei wurde ti gewahr, daß e.r aus einer schweren Betäubung zu sich kam, während welcher er nichts goseheu und nichts gehört hatte. Ms er aus die ihm ivohl-bekan-nte Gegend blickte, merkte e.r, daß er -unterdessen ein gutes Stück Weges zuvückgelegt habe. Plötzlich aber ließ er die Peitsche fallen und sank rücklings ins Ho». Die Pferdchen zottelten langsam die staubige Straße weiter, schlugen mit den Schwänzen häufig nach den Bremsen und fuhren mit dem toten Feiwisch dorfwärts. Feiwisch' Seele aber blieb eine Weile über der Straße in -der Luft hängen, dort, wo unter ihr der Wagen mit dem Leib davongosahrelr lvar; -dann 'begann sie langsam empor-- zusteigen. Eine Zeitlang schwebte sie zwischeir den Kronerr der Bäume am Straßenrand, dann blieben auch diese zurück, wurden imrmr kle-iner, verwandelten sich allmählich in dnnkle Flecken, die das schmale, lveißc Band der Straße entlang klebten. Der Saaten man-nigfaches Grün Vevschnrolz in ein nebliges Blä-ldlich-Gvün, nur der nahe Hanr hob sich schwarz ab, nnd Feiwisch vermeinte auch, sein Rauschen zu hören. In der Ferne, am Saun: des Horizonts, erblickte er die Stadt, von der er gekommen war; die »Häuser schimm-erten wi-c winzige verstreute KWide-würfol 4m gleißertden Sonnenschein. Er schloß die Augen (denn er halle Augen, Hände, Füße, Glieder, aber all dies ivar bloß Segle) und fühlte, daß ihn jernand bei der Hand nahm. Dies ist der Todesengel, — dachte er bei sich. Dann hörte auch dxis Waldesrauschen auf, es ivuvde ganz still., Mit geschlossenen Augen schwebte Feiwisch lange., sehr lange. Plötzlich aber hnb -der Tode senge! an: c^.->^--^una koftn.'.'