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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-30 · Heft 1662 (30.9.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1662 (30.9.1923)
Date
1923-09-30
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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\^trtv ö Men, Sonntag Wiener Morgenzeiturrg. Der Hund und die Bureankratie. Tic kleine Geschichte ^eoört .zu jenen. d:e b.to ueurige Deutschland zu belustigen baven. ,>n ernern lsokalchattchen, dem „Z e n f ren be r czor >ln;ewiger", schien eine Annonce: „Wachsamer Hofhund E vvvkanfen; zu erfragen Buchdrnckerci Rnhlauei" Der L-teueraußendieust,des Finaitzamtes Kasan schnitt die Au- Es UN) schickte sie, auigelllebr, dem Finanzamt zur „s,esalli.qc.n werteren Veranlassung des Umsatzsteue-rgsschäftes" zu. -b-ortv 100 Mark. Das Finanz in: Hoyerswerda wendet nch an -die Bnchorncherei Rrthland >ur Erforschung des Auftraggebers. Porto 100 Mark. Die Buchdruckerei tut dein fnrtJ\>^'nV ^‘n UIli' ucniu den Auftraggeber. Porto 100 "Mark. Das Fiuauzantr Hoperstverda sendet dem Fiuau',- am: Sdalau die •Tv-,;tftcllunci V.t: „\\ix tveiieren Beraulassuna," , Auitragg-eber int Bezirk Katarr wohm. Porto 1000 "Mark. DasFinaupnu: Kalarr wendet sich an den Gemeindevorsteher des Dorfes, irr dem der Berläuser woünt» mit dein irri-itdicn, sei^nstcllen, ob, wann und au wem Xis ,.Db!eki" Erkauf: ist. und zu welchem Kaufpreis. Porto 78.000 'Mark. muß der Gemeindevorsteher »ie Fraaen dem Finanzamt Kasan zuruckreuden. koste: 78.000 Mark. Int Oktober 1020 orbalt der Berka-.uer vielleicht der: Umsatzsteuerbeicheid, und da dann das Porro sicher wieder erhöht ist, beträat es vielleicht .'00.000 Mark. In: gauzeir sind -dann also 651.310 Mark an Porto ausgegeben. ungerechnet den Verbrauch von Papier, Briefumschlägen, Federn und Tirtte und — vor allem — die Arberks.zoit der Beamten, die den Schriftwechsel leisteten. Der Hund wurde für 60.000 'Mark verkauft— das macht bei zwei Proben: -Umsatzsteuer ztvölshu udert Mark. Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) A. Gernsrod-AMengesellschast d i g t e i n c N e u beit an. Lesen Sie das Inserat auf ^eite 15 und beachten Sie auch die Ankündigung unserer Herren- Garderoben in den Moniagsblättern. * Das Schuhhaus Dorn» 2. 23c,v, Taborstkahe 8 a, cute§ der führenden und tonangebenden Häuser der Schubbranche, empfiehlt dem P. T. Publikum sein großes Lager in Spenalmarken zu sehr mäßigen Preisen. * Eure bekannte Tatsache in es, daß man Schafwollüoüe,. nur Dualitätsware, für Danton unb Herren enn besten und billigsten bei der soliden Tuchsirina Arthur Baß, I., Steindelgasse 3, einkaust. Kleinste Aegie, kleiner Nutzen. Freie Besichtigung ohne Kaufzwang. * Das altbekannte Tapezierermöbelhaus M. Weih verkauft sowohl in^der Filiale, 2. Be^.. Tarwingasse 30. als attch in,der Filiale. 5. Bez.,^Arbeiiergafte 37, erstklassige Tapezierermöbel aller Art zu außerordentlich billigen Preisen. Mitteilungen nur dem Publikum. Zweiklassfqe Privat' Wien, iX. 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U r a n i a. .Heute: G r o ß e r S a a l: HaW 11 Uhr: Meisterzyklus der internationaleit .Kammermusik. 1. Ludwig Vau Beethoven. .Halb 3 Uhr: Vom Strndeitgan duvcki die Wachau. 5 Uhr: Nautik der Eskimo. Halb 8 Uhr: G'schicht'n aus'n Wienerwald. Kleiner Saal: Halb 3 Uhr: Die Feuerberae und die Ursachen der vulkanischen Erscheinungen. 5 Uhr: Opernkonzerte. 4. Die Negimentstochter. Haid 8 Uhr: Zum ersten Male: Franz Schubert und seine Freunde. KurSsaal: Halb 6 Uhr: Schriftsteller Dr. Deisiderius Papp: Der Traum vom Maschinenmenschen. 1. Halb 8 Uhr: Oberst Rudolf Menning: Die Chemie im Weltkriege. 3. Klubsaal: Halb 6 Uhr: Prof. Karl Rössel: Entwicklung und Verfall der GesangÄunst. 2. Halb 8 Uhr: August Hacker: Mundartliche Dichtungen. Schach-WM. Mitteilungen der Schachseltion Haloah. Problem von S. Herland, Bukarest. (Extraabdruck.) Schwarz (7). d e f g a b c Weiß zieht und setzt in drei Zügelt matt. veraussorderung Retis an Laster. Die niederländischen Mütter veröfsentlichen einen Brief Retis an den Niederländischen Schachbund, nt. welchem Reti den Schachbund ersucht, einen Wettkampf zwischen chm und Lasier zu ermögliche!:. Da Lasker, wie es in dem Briefe i)eißt. sowohl in mündlichen Aenßerungen als auch in semelr Partieglosien der neuen Richtung im Schachspiel vorwirft, daß „sie sich in verkehrten Bahnen bewegt und die modernen Ideen alles eher als einen Fortschritt bedeuten", während er (Reti) von der Ueberlegenheit der urodernen Schule gsgeniiber der alten überzeugt sei, sehe er. obgleich er die größere Schachbegabung, den rascheren Blick und die reichere Erfahrung Laskers anerkenne, einem Wettkalnpfe zwischen ihm und Lasker, also einen: zwischen „alter" und „neuer" Richtung, mit großem Vertrauet: entgegen., Es ist gewiß anerkennenswert, daß Reti ^bereit ist, für die -Ideen, deren Mitschöpfer er ist. und für das, Wasser als Wahcheit im Schach ansieht, selbst einem Lasker gegenüber in die Schranken zu treten. Wir glauben sedoch, daß er einen grundlegenden Irrtum begeht, wenn er die Richtigkeit seiner Ideen durch einen Wettkampf zu erhärtet: sucht. Tenn vor allem sind es :richt die Ideen, die in einem solchen Kampife einander gegenübertreten, sondern die Spieler. Als seinerzeit Steinih seine neue Richtung Tschigorin gegenüber ver^ focht und diesen schlug, siegte er vor allem deshalb, weil er der überlegenere Spieler war. Denn Dr^ Tarvasch, der ebenfalls der damals modernen Richtung angshörte, also den Fortschritt und die zweifellos „richtigere" Idee (wenn man dies im Schach mit Fug bchanpten kann) ^repräsentierte, vermochte nicht, Tschigorin zu besiegen, lleberdies wäre noch zu bedenken, daß die Zeitgenossen einer Idee, mögen sie ihr noch so feiMich gegenüberzusttzhen vermeinen, doch von ihr unwillkürlich in irgendeiner Art ergriffen werden, lind so wäre denn auch ein Wettkmnpf, wie ihn sich Reti vorstellt, vor allem doch ein Kampf zwischen ihm und Lasker und nicht zwischen „alter" und , „neuer" Richtung. Nun haben die Erfolge, die in den letzten zwei Jahren die Vertreter der älteren Schule, oder fedenfallS Meister, welche nicht der neuromantischen Schule beizmählen sind — Cckplanea in London, Spielmann in Teisckitz. Rubine stein in Wien, Maroezy in Karlsbad, Laster in Mährische Dstrau —das Ansehen der neuen etwas erschüttert, so daß der Wunsch Rotts begreiflich wird. Aber eine Idee siegt nicht durch einen Zweikampf, fordern dadurch, daß sie sich der Gemüter bemächtigt, die Jugend von ihr ergrGen wird usw. Und da «möge Reti sich beruhigen. Die ivemgen .Machkriegsmeister" — wir verweisen auf Euwe und Sämrsch — ^bewegen sich ganz in den Bahnen seiner Ideen und die heutige Schachfugend spielt bereits fo „nenromantisch", daß er seine Freude daran haben kann. Im übrigen glauben wir nicht, daß Laster die Herausforderung annehimen wird. Welchen Zweck sollte ein solcher Wettkampf für den alten Weltmeister haben? Nur ein Kampf hätte ftir Lasker Sinn, nnd das wäre mit Caplanca. Wenn er nach langer-Pause sich wieder an einem Durnier beteiligt hat, so ist das ohne weiteres verständlich. Aber -Laster ist heute nicht in dem Alter, Ivo einem das häufige Kämpfen Freude bereitet. Da kämpft man bloß, wenn es der Zwang der Lebensnotwendigkit gebietet oder wenn es 'u nt ein hohe 8 Ziel geht. Und deshalb — so -meinen wir — dürfte der Wettkampf nicht zustande kommen. Aus der Schachsektton Hakoah. Sktubmeisterschaftsturnier: Der NeunungSschluß «für dieses Turnier ist der 1. Oktober. Me Mitglieder sind tetlnallMsberechtigt. Gespielt wird in Gruppen, welche so zusammengestellt werden, daß in jeder Spieler aller Stärkegrade vertreten sind. Die zwei Ersten einer seden Gruppe gelangen in das Siegerturmer. Die Blitzturniere: Bisher fanden drei Blitztnrnicrc statt. In einem errang Herr R. Schwarz den Sieg, im zweiten Herr Rosenbaunt, im dritten teilten die Herren Ing. Distter, Gottlieb 1 und Nosenbmmr die drei ersten Preise. Biel Anklaug fand auch ein >Iwanzigtiitn>lIett-ÄusscheidungKturnier. Als Sieger ging Herr Lewit hervor, ivährend Hery Eilenberg 'beit zweiten Breis errang. 44 962984 79650137 49061661

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