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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-25 · Heft 1657 (25.9.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1657 (25.9.1923)
Date
1923-09-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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vttTruo&r Wfät, MenNUg Feiertag im AMeuleateWbcheu. Sie sagt es sich hundertmal im Tag, die alte Frau, daß flc sich nicht 'beklagen dürfe. Man hatte ihrer gedacht. Die sFeievtagsstiminung, die die GomAer weich stimmt, die Erinnerung an Kindheitstage, die su« Zeit der hohen Festtage auch bei dm Reichen anikloipft, hatte die Hände gebefreudig -gemacht. Man hatte des Mn Branches gedacht, ketnen Armen un-befcheM zu lassen, und mancher war sogar so weit gegangen, sich der alten Frau zu erinnern, obwohl sie es noch immer nicht über sich bringen konnte, die „Konjunktur" aus-unützen und die reichen Leute rechtzeitig an ihr Glend zu mahnen. Man klernt die Taktik «des BöscheMwerdens -schwer, wenn man ein Leben slang immer nur geschenkt hat, man lernt schwer, ar-m zu sein, wenn man bis in sein Alter in Behaglichkeit gelebt hat. Trotz alledem waren ein Paar Spenden eingelaufen. Lächelnd hatte wohl die eine oder andere Dame-gemeint, sie dürfe die Alte doch nicht ganz mn Stiche «lassen, denn sie sei ja schon „eine alte Kundschaft". - Wer eben weil sie eine „alte 'Kundschaft" war, weil ihr Elend Jahr um Jahr in gleicher, steter Trostlosigkeit fortdanerte, darumwurde die Gäbe auch Jahr nur Jahr geringer. Sie merkten es sicherlich selbst nicht, die wackeren Frauen, daß in ihrer Gabe und der Art, sie a-uszuteilen, eine leichte Ungeduld KN Tage trat, die da meinte: Ach Gott, nun haben wir schon so oft gegeben und es geht noch innuer nicht besser. Und sie merkten wahrscheinlich auch nicht, daß ihre Spende au Geld und Teilnahme inrmer mehr ^usmmnenschrunlpfte. Am wenigsten konnten sie durch den Dank der alten Frau darauf aufmerksam werden. Dieser war immer gleich heiß und inrmer gleich unbeholfen. Sie wußte keine Nuancen anznbrin-gen, die Ungeschickte, und das kühlte die Speicher auch ein wenig ab. Denn der Mensch ist gut, aber mau muß ihn entsprechend dafür feiern. Uebrigens dankte die Me auch dcshaO immer mit derselben ungeheucheltcn Begeisterung, weil sie noch immer kein Verständnis für die „Neuen" Ziffern hat. Es schien ihr jedesmal unermeßlich viel, was sic beikain, und erst, wenn sie es in Niehl oder Fett oder Zucker oder gar in ein Stückchen Wäsche nmsetzeit wollte, erkannte sie, wie gering der Betrag gewesen war. Es war auch diesesmai nicht anders gewesen. Für die Spenden hatte die Frau gedankt, ein bißchen verlegen und ein bißchen gerührt, wie Menschen danken, die sich nicht in die neue Lage finden können. Die Feiertagszeit war ja so viele, IbW-e Jahre lang für sic der Anlaß gewesen, Almosen auszuteilen. Danrals, als ihr Mann noch lebte, als sie ein behagliches Heim ihr eigen nannte, in dem ein munteres, braunhaariges Mädelchen herumsprang und mit ihren übermütigen Streichen die Eltern nicht ans dem Schelteil und Lachen kommen ließ. Das ist lange, lange her — bald neun Jahre.' Ihr Mann, einer jener jüdischen Kauftonte, denen sogar die Gegner Achtung zollen, starb im ersten Kriegsjähr, gerade noch rechtzeitig, um glauben zu dürfen, daß das Vermögen, das er mit redlicher Arbeit erwerben, sei«. Weib und Kind vor der Not schütze« «üßtr. Aber der Witwe blieb nicht viel Zeit zur Trauer. Denn dann kam der furchtbare Schlag, der ihr Löben für immer zerstörte. Die blühende, strahlend junge Tochter, die Siebzehnjährige, ward eines Tages, ohne kraük gewesen zu sein, vou einer schweren Lähmung befallen, die sie zn völliger Regungslosigkeit verdammt, gerade nur den Händen Bewegungsfreiheit lassend. In ihrer Angst und Verzweiflung holte die Mmter einen Atzt nach öcnt andern und verwendete den letzten Rest ihrer Habe darauf, Hoffnung schöpfen zu dürfen. Aber die Aerzte gäben alle ausweichende Antworten, sprachen von Geduld, voll a-n-gegmffen-em Rückenmark, vom Znwarten — keiner hatte den Mut, das Wörtchen' unheilbar ausznsprechcn. D:e Mutier begriff auch so. Ihr Verstand, der Helle, unbarmherzig klare Verstand der Jüdin sagt ihr, was die Aer-zie gefunden hatten. Mer ihr Herz flüstert immer noch: es kann nicht sein. Jeden Fremden will sie überreden — ein ganz gesundes Kind — keine Krankhe't als Masern und Schafblattern — und von einem Tag auf den andern- Niemand ist roh genug, der alten Frau die Hosfnnng zn zerstören. Auch die Danlen» die Geld brachten, sagten noch ein paar Morte der Zuversicht nnd — waren froh, das Elendsbild der jammervoll hilflosen Tochter neben der gebrechlichen, Eiternden, alten Mutter wieder -vergessen zit dürfen. Es war ja ein so „anssichtsloser" Fall, so oft man kam, nie eine Bessernug, so viel inan gab, nie konnte.es reichen. Da sparte man Kraft lind Geld lieber für günstigere Konstellationen auf. De alte Frau rechnete. So viel schuldete sie der Nachbarin, die nicht.länger warten konnte, so viel mußte sic für das Essen von zehn Tagen zurücklegen — für längere Zeit vorzusorgen, war von vornherein unmöglich —, dann kam die Pfründe llnd half ein Stückchen weiter. Für Kohle, für ein warmes Kleidungsstück, für Wäsche BTtdCi nicht ein Heller übrig. An ein Felerta-gsess'N war nicht zu denken, nicht -einmal das „Gänscjuugc", das sic der Tochter versprochen hatte, konnte sie kaufen. Und die .Kranke freute sich doch seit Wochen aus den „gefüllten Hals", den die Mutter so delckat zu berciien verstand und deffett Herstellung überdies noch ein bißchen Aibwcchflnng in die Oede ihres Daseins brachte. Wenn die stille Frau an die Enttäuschung dachte, traten ihr die Tränen in die Augen. „Fürs Fasten voich-t's," murrt sie bitter, äber fürs Essen nicht". Trotz alledem ist das noch lange nicht das Schl'm-mste. Aber was soll «im Winter aus -ihnen werden, wenn die Feiertags-gaben nicht einmal für die Fefjtagsze-it reichen? Sonst war es doch so Viel, daß man einen Spargroschen znrückbehalten.hatte. Es sind ja nicht Zimmer Feiertage, die Menschen Nicht li-nuiK’t iit Geberlaune. Nach der tnaditionellen Spe-ndezeit ruht sich der Wohl-tätigkeitssinn 'längere Zeit ans — die Saison für das Elend ist vorüber, die reichen Leute lhäben ihre Wicht-getan und wollen an Angenehmeres denken. Wiener Morgenzeitung. 2ö. September 1923 Seite 6 ÜRffltihmK« am trat fublilmtt. KOMMERZIALRATE erhalten Laienrichtertalare und Barette, vorrätig und nach Mass, bei der Spezialfirma DIIMHE Am nf TEIN Zivil- und Unirormgchneider Geßr. 1866 KUUULr ÜUlUilfcm Wien.H.Taborstr. 54. Tel. 45-6-29 Letzte Nachrichten. Las Ergebnis der. -ungarischen Verhandlungen. Prag, 24. September. Das tschecho-slowakische Preßburrau meldet aus Genf: Die in Genf zwischen dem tschecho-slowakischen Minister des Aeuszern Dr. Benes ch einerseits und denr ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Bethlen sowie dem ungarischen Außen-minister Daruvarh geführten Verhandlungen sind vorläufig abgeschlossen worden. Die Verhandlungen betrafen alle wirtschaftlichen und politischen Fragen, die zwischen beiden Staaten schweben. Gleichzeitig wurde auch Mer die A n l e i h e verhandetl, die die ungarische Negierung im Ausland abznschließen bemüht ist. Die Ergebnisse der Verhandlungen sind folgende: 1. Zur Vermeidung von G r e n z z w i s ch c n s ä l l e n soll einvernehmlich eine einheitliche Dienstvorschrift für die Grenzwache festgesetzt iverden. Weiters wurde vereinbart, die Personen, die bei den letzten Schießereien an der Grenze verwundet worden sind, wie auch die Verwandten des tschecho-slowakischen Grenzfinanzwachmannes zu entschädigen, der bei dieser Gelegenheit getötet loorden ist. Die tschecho-slowakische Regierung hat sich bereit erklärt, die Retorsionsmaßnahmen und Verordnungen, die gegen die ungarischen Staatsbürger gerichtet sind, die das Gebiet der tschecho-slowakischen Republik aus Anlaß der letzten Grenzzwischenfälle hätten verlassen, sollen, Zu revidieren. Es wurde vereinbart, in der gleichen Weise vorzngehen, wie dies seinerzeit bei ähnlichen Schwierigkeiten mit Deutschland der Fall war. 2. Ferner fand ein MeiMngsanstausch bezüglich der Ratifizierung des zwischen den beiden Staaten abgeschlossenen-H a n d e l s v e r t r a g e s, der Konvention betreffend den lokalen Grenzverkehr sowie bezüglich des Abschlusses einer Sonderkonvention betreffend den Warenaustausch statt. Ferner wurde über die Frage der Passiva sowie die Bewilligungen zu Grenzüberschveitungetk in dem Sinne verhandelt, daß die Einführung gewisser Erleichterungen in Erwägung gezogen wird. 3. Es wurde Veveinbart, daß nmnittelbar und ohne Verzug zwischen den bei-derftttigen Fachminiftern jene Fragen durchbesprochen werden, die gemäß dem Vertrag von Trianon geregelt werden sollen, Wer die aber noch nicht verhandelt worden ist oder deren Behandlung wieget: MeinungMerschiedenheiien gescheitert ist. Es wurden auch die Grundsätze feistgesetzt, wonach diese Fragen zur Lösung gelangen sollen. Zn den in Betracht ko'M«Menden Problemen gehören auch die Fragen der Staatsu>nd Heimatszu>ständigkeit» der Aufteilung der Archive und Stiftungen sowie schließlich die Fragen finanzieller nn«d juristischer Natur, über die noch nicht verhandelt worden ist. Es wurde eine Einigung darüber erzielt, daß jede Propaganda, die den gutnachbarlichen Beziehungen beider Staaten hinderlich sein könnte, u n t e r d r n ck t wird. Beide Regierungen: bleiben diesbezüglich in Fühlung nnd werden aus allen Kräften bemüht sein, jede propagandistische Tätigkeit, die mit loyalen und korvekten Beziehungen unvereinbar i-[t, u nuröglichzn in a ch e n. Ueber jenen Teil der Genfer Verhandlungen zwischen de>m Grafen Bethlen als Vertreter Ungarns nnd den Vertretern der kleinen Entente, der eine Anleihe Ungarns im Auslande /betrifft, wird in kürzester Zeit ein eingehender amtlicher Bericht zur Veröffentlichung gelangen. Alle interessierten Parteien werden auch hier die Bereitwilligkeit, zu einem Einvernehmen zu gelangen, an den Tag legen. In stillen: Grübeln fragt sich die Frau, ob sie auch so gewesen, und sagt sich ehrlich, daß auch sie sich nach der Feiertagsz.üt nicht weiter um die Bedürftigen gekümmert hat. Die Neue überfällt sie, die bittere Reue über nie wieder gut ztt machendes Unrecht. Ganz still legt sie die Sabba-tk,leider, die sie zu in Besuch des Gottesbauses getragen hat, m den Schrank. Und weiß wohl selbst nicht, ob die Tränen, die ihr über die welken Mangen fließen, dem Leid gelten, das sie dereinst nicht gestillt hat, dem Jammer, den sie Dag nnd Nacht vor Augen hat, -oder der Enttäuschung ihres Kindes, weil der gefüllte Gänsehais nicht auf -den Tisch kommt. ü. M. * Kolonie der Birkowiiiner Juden kn Palästina. AnS Czernow itz iiurb uns mitg-eteiN: Die Stimm für die Schaff Kfnng der Bnkowinaer Kolonie nimmt einen gcdcihlicheu Fort- . Die Idee der landsmannschaftlichen Kolonisierung des rs in Erez Israel hat hierzulande mächtigen Anklang gefunden, sodaß zu hoffen ist, daß der mit der Zentralverwaftüng des Keren Kajemeth geschlossene Vertrag, dahingehend, daß zur Auslosung von loOö Dunam Landes innerhalb Mi Jahren der Betrag von vier Millionen Lei aufgebracht werden müsse, sicherlich eingchalten werden wird. In Erkenntnis der Notwendigkeit der Zusammenfassung dev heimatlichen Mästina- Wauderer wird bk Bnkowtnaer Judenschaft durch Intensivierung der Nationalfondsarbeit im Jahre 6684, das als Arveitsjahr für die Bukowinaer Kolonie gilt, auf die Realisierung dieses Jahresprvgranuns hinarbeiten. Die Bltkowiua, di< bereits gegen hindert wackere Pionier: In Palästina zählt wird durch Auslösung des NationalfondsbvdenS die Besiedütn« der landsmannschaftlichen Kolonie erntöglichen. Durch die An' zcchlung der Hälfte des BodenanslösnugsbetrageS, das if zwei Millionen Lei, erhält die Bukowina bereits da! Recht zur Besiedlung. * Der Leitartikel unserer Sonntagnnnuner war durch dü Tücke des Druckfehlerteufels mit einer falschen Signatur verleben. Er ist richtig mit „Kr." (statt „F.") zn signieren, loa! wir hiermit richtig stellen. * Hosrat Gerstgrasser gestorben. Am 23. d. ist der Leitei des Pressedienstes int Berkehrsressort im Bund-esministeriun! mr Handel und Verkehr Hofrat Eduard Gorst grassei km 66. Lebensjahr verschieden. Mit Hofrat Gerstgrasser verlier« die staatliche Publizistik einen verdienstvollen Mitarbeiter, de: ich durch seine Fachkenntnisse großen Ansehens in den .Kreiser der Burcau-Jonrnalistik erfreute. * Eine Anleihe der Prager israelitischen Kttllnsgenreinde In einer der letzten Sitzungen der Prager Kultusgemcindcrepräsentanz wurde die Aufnahnie einer Anleihe beschlossen, di« in erster Reihe zur Bezahlung von .Kontokorrenisthulden betimmt ist; weiters sollen der Gcmeindekasse größere Beirägl äir außerordentliche Ausgaben tcfimbkrl werden die ans den ordentlichen Jahrcseinnähnicn nicht gedeckt Werder sollen (z. B. ein Teil der Rekonstruktionskosten der Altnensynn goge, Reparatur der Klaussynagoge, Vergrößerung der Kesselanl-age im Rathaus nsw.), endlich sollen für ebenfalls außerordentliche, bereits beschlossene Ausgaben Mittel beschafft werden. Auf Grund einer Expertise wurde in der Finanzkommissior beschlossen, eine Anleihe bei einem Cmissionsinstitnl derar zu schließen, daß die Gemeinde Schuldscheine im Nominälbe trage von 1,250.000 tschcch. K. bei günstiger Verzinsung be keimt, die sie mit Hilfe -eines Kionsorttums von FinanzinstUnlek verkauft. * Notgeld mit Hakenkreuzen. Daß ein Notgelvschein in de: Höhe von einer Million Mark zum Sammelobjekt geworden ft widerfuhr der Stadt Kassel. Der Scheill weist außer dem Bill" des Märchenerzählers Jakob Grimm - die Grimmschen Märchen entstanden in Kassel — vier Sterne ans. .die, in strenget Linien ausgeführt, se ein Hakenkreuz im Schnittpunkt" bilden Erst durch die große Nachfrage der Sammler wurde man daran aufmerksam. Die Sammler legen besonderen Wert auf diksei Schein, weil er von einem der größten Gegner der Hakenkreuzle: unterzeichnet ist, von Philipp Scheidcmann, dem gegenwärtigen Oberbürgermeister von Kassel. * Thorarollendiebe. Die Warschauer Polizei verhaftete der Führer einer Tiebsbandc, die sich die Entwendung lunt Thora rollen aus den südischert Synagogen zur Spezialität gemach hat. Das Oberhaupt der Bande heißt Israel Her s ch e n b e r g der auch sä)on ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. Di: gestohlenen Thorarollen wurden nach Amerika exportiert Bemerkenswert ist, daß Herschenberg von einem Komplizen verraten wurde, der vor Jom Kip-pur von Reue ergriffen wor- . den war. * Fünf Pogromanstifter zum Tode verurteilt. An Witebsk meldet I. C. B.: Vor dem Revolutionsgericht dc- Provinz Witebsk fand ein Prozeß gegen fünf Pogromanstifte: statt. Die Angeklagten wurden zum Tode verurteilt und das Ur teil wurde sofort vollzogen. Die Verurteilten waren eittmal Unterführer Boris Savinkoffs und arrangierten unte: seinem Einfluß Aufstände gegen die Sowjetregiernng. Späte: standen sie unter der Befehlsgewalt des Atamans Wolbev a'.lf dessen Weisungen hin sie von 1920 bis 1923 eine Reihe vor Pogromen, besonders in dem Distrikt von Welisz, arrangierten. Eitce ihrer letzten Untaten war der Uebersall an den Pässagierdampfer „Dobri", der auf der Fahrt von Witebs: nach Welisz begriffen war. Der Dmnpfer wurde in Brand ge steckt, die nichtjüdischen Passagieve wurden gezwungett, alles, Wat sie bei sich hatten, auf dem Schiffe zu lassen und auszuft-eigeN die jüdischen Passagiere aber wurden unter grausamer Martern getötet. Einige Wochen später überfielen sie au de: Spitze ihrer Bauden eine jüdische landwirtschaftliche Koloni-i und töteten alle Einwohner. Im März d. I. wurden sie in P cl o tz k an der polnischen Grenze verhaftet. * Palästinensische Aussteller auf der landlvirtschafUichel: ^«sstrttnng in Moskau. Wie bereits berichtet, ist Palast inu auf der landwirtschaftlichen Ausstellung in Moskau durck den jüdisch-palästinensischen Arbeiterverband vertreten. Das Organ des Verbandes „Hapinkas" bringt hierüber folgende Einzelheiten: Alle Getreidearten und Gentüsearten sind ausgestellt frische und getrocknete Früchte, ebenso Meine, Honig, Olivenöl. Marmeladen, Seife, Zigarren, Schokolade rtsw. Etwa 20 Frucht, arten sind ausgestellt, ebenso wie zahlreiche Bilder vom Leber in Palästina, -graphische Darstellungen über die Arbeitsbedingungen, btte Arbeitszweige im Lande, die Einwanderung seil 186^ die Anzahl der landwirtschaftlichen Siedlungen^ seit 1876. die Kunsumvercine, die iüdrschen Arbeitergenossenschasten (Bangenossenschaften usw.), die Arbeiterkrankenkassen. dir Arbeiter« bank u. a. Es wurde auch eine besondere Broschüre in rnssiscklei Sprache veröffentlicht, die einen kurzen Üebcrblick. über die Arbeiterbewegung in Palästina sowie über den Arbeiterverban.«: und seine Institutionen gil^l. Die Vertreter des jüdischen Arbeiterverbandes Palästinas auf der Ausstellung sind B e n- G u r i o n und R u t h b c r g. * Die älteste Bank. Die älteste Bank, von der die enropäisehe Finanzgeschlchte zu berichten iveiß, war jene, die in" Venedig im Jahre 117o gegründet wurde. In bielser Zeit stand die Republik im Verfolg eines Streites um Besitzungen in Dalmatien in erbittertem Krieg mit Griechenland. Um diesen durchführen zu können, bedurfte es großer Geldmittel, zn deren Belscha-fsung die „Camera degli Jmprestiü" ins Leben gerufen wurde. Di<e Darlehenskammer war eme echte und rechte Nationalbank, die als erste in Europa Staatsschuidverschveibnngen ausgab. Das Beispiel fand etwa 2o0 Jahre spater in der im Jahre 1349 begründeten Bank von Barcelona Nachahmung. Es folgten die Banken San Giorgio und Genua vonl Jahre 1408, dann entstanden Banken in Rotterdam und Hamburg,- die int Jahve 16oO errichtet wurden. Im Jahre 1694 folgte dann London mit der Bank von England, ivayrend die Bawk von Frankreich im Jahre 1700 ihre Geschäfte eröffnete. Neben diesen Staatsbanken entstand aber eine Reihe anderer privater Bankiinstitttte, Wie die berühmte Girobank am Rialto, die im Jahre 1584 gegründet worden war. Diese öffnete ihre Schalter um 12 Uhr mittags und blieb im Jahre viermal zwei oder drei Tage , zwecks Ausnahme der Inventur geschloffen. Während dieser Rnbepousen wurde das Geld der Kassen in die Münze überführt. Unter dm Privatfirmen, die in jener Zeit in Italien e-ntstanden. kam vor allem die der Firma Tamvssi in den Ruf eines großen Kreditinstituts, das erst int Jahre 1767 erlo-sch. urSahoni lelcha Auswahl neuester Peismodeiiie in slimftu Pelzarien - Pariser u. Wiener ^eschmaeSc vereint - erzeugt nur In eigenen ttfepkstäätea, unter ßers. Leitung des bestrenommierfen Inhabers der Firma i>nMMnrmaiawm«%anMU*a>Uf»wniriaTmiriji4nebaM Pelzhaus rfflfaniBiiiiniiui iWnifi me—nun s i —wi'Wi niimmuMinD 11 2-6 ^^39667435

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