Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1656 (24.9.1923)
- Date
- 1923-09-24
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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6ctie S Wien, Montag Wiener Morgenzeitung. 84. September 1929 Nr. 16Y6 Km jüdische KHeikilste. Ing. Stricker. Sr. Plaschkes, Pollak-Parna« und Ir. Körner Menfvbree Als Resultat der Verhandlungen, die seit einiger Zeit zwischen den indischen Partien gefiihrt wurden, ist min der Beschluß gefaßt worden, sowohl fi'rr die Gerne indem tswie für die Nationalmtswahlen eine jüdische Einheitsliste vufznstellen, Die Einigung darüber kam gestern zustande und es wird Oberbaurat Ing. Robert Stricker als Listensiihrer für das Rest stimmen Mandat für ganz Wien nominiert. Mische Wöhler und Wählerinnen reklamiert Euer Wahlrecht! Staatsbürger und Staatsbürgerinnen, die am 1. Jänner 1923 das 20. Lebensjahr erreicht haben, sind wahlberechtigt? In der HauSlrste, welche in jedem Hausflur angebracht sein muß, sind die bereits in die Wählerlisten Aufgenommenen ersichtlich. Wahlberechtigte, welche in dieser HarMste nicht enthalten sind, melden sich unter Mitbringung ihrer und ihrer Angehörigen Dokumente (Heimatschein, Geburtsschein, Meldeschein, Paß, Arbeitsbuch usw.) in etitejn der Reklamationslokale: 1. Bez., Wresingerftraße 11, 2. Bez., Taborstraße 1 („Wiener Morgenzeitung^, 2. Bez., Taborfiraße 26 a, 2. Bez., Zirkusgasie 33, 2. Bez., Prater, Stuwerftraße 1 (Cafe Winkler), 3. Bez., Wwengasse 39 (Cafe Ilion), von 4 bis 7 Uhr nachmittags, 9. Bez., Liechtenstemstraße Nr. 11, Zionist. Bez.-Settion, täglich von 6 bis 8 Uhr abends für den 9„ 18. und 19. Bezirk, 20. Bez., Karl Meitzlstratze 5. Reklamation kostenlos! Täglich von 9 bis 12 und von 2 bis 6 Uhr. Die W a h l l i st e n liegen im Lokale, 1. B e z., Wiesingerstraße 11, täglich vis 9 Uhr ckbends zur Einsicht auf. Tagesbericht. Jas Verkehrsminifterium wird abgebaut. Die^Tage des Berkehrsmimsteriums sind gezählt. Durch ldie Umwandlung der Bundeskahnen m einen eigenen Wirtschaftskörper auf kaufmännischer Basis sind auch eine ganze Reche von administrativen und personellen Aenderungrn im Ver-ehrsministeLr-Lm notwendig geworden. Das Ministerium, das seinem gegenwärtigen Umfang überflüssig geworden ist, wird in eine einzige Sektion znsammengezogen, in welcher etwa 120 Beamte ausschließlich die Aufgaben der H o h e i t sv e r w a l tu n g erledigen werden. Die - abgebauten Beamten des Berkehrsniinisterin.ms werden von der Direktion der Bundesbahnen übernommen. Etwa sechzig Beamte werden gänzlich abgebcrut. Die neue (^eneraldirekiiou übernimmt die gegenwärtigen Räumlichkeiten des Berkehrsministerinms im Kriegsministersirm. Don leitenden Beamten werden voraussichtlich Sektionschef Ende res und Sekdionschef Dr. Dobner ausscherden. Tschechische Künstler im Hagenbnud. In den Räumen des Hagenbundes wurde gestern vormittags die Ausstellung des Prager Vereins bildender Künstler „M a n e s" eröffnet. Zu dieser Feier hatte sich Bundespräsident Dr. Harnisch und der tschechische Gesandte Dr. Krofta eingesunden. Mit einer herzlichen Ansprache, in welcher Dr. Hain i s ch sagte, daß es für die Kunst, obwohl sie nicht eigentlich international sei, keine Grenzen geben dürfe, und daß er. es mit besonderer Genugtuung begrüße, angesehene tschechische Künstler in Wien ausstellen zu sehen, wurde die Ausstellung eröffnet. 8ine neue Sonnenkraftmaschine. Die Wärmefalle. Während des Zionistenkongresscs hat Prof. M are«se aus Berlin in einem in Karlsbad veranstalte-- ten Vorträge Näheres über eine von ihm erfundene Son°> nenkraftmafchine mitgeteilt, die ganz besonders für Palästina von Bedeutung sein könnte. Dazu schreibt die „Bossische Zeitung" in ihrer „Umschau in Technik und Wirtschaft": Für die Gcmeineratswahlen in der Brigittenau tritt Ing. S t r i ck e r als Kandidat ans. Für den 9. Bezirk Gemeindevat Dr. Pollak- Parna n. Als ztveiter Kandidat in der Brigittenau und an dritter Stelle in der Leopoldstadt tritt Dr. I. H. Körner, der Präsident der Hakoah, auf. Die Listen führmig für die NasiowlwtSwahlen in> der Leopoldsiadt, Brigittenau und Floridsdorf, ferner die zweite St>elle auf der Gemeindevatsliste in der Leopold st adt sowie die Listenfühvung in allen Wiener Bezirken haben die nichtnationalen j ü d i s ch e n P a r t e s e n rnne. Die Namen dieser Kandidaten sind noch nicht bekannt. »„Wir kennen den Ausspruch jenes alten griechischen Weisen, wonach man der Sklavenarbeit würde entvatchh können, .wenn einmal die Weberschiffchen von selben laufen und die Plektra von seWst die Zither spieleni würde'. Aber alle Wunder der Technik haben uns diesem neuen goldenen Zeitalter merkwürdig wenig nahe gebracht, und alle neue Maschinerie hat die Anspannung de« menschlichen Kraft verhältnismäßig wenig gemildert. Allein! schon die Kohle, einer der größten bisherigen Helfe«, erfordert schwere, mühevolle Arbeit des Bergbaues, des Transports usw. Damit hätte man sich sogar schon ab-, gesunden, wie mit einer unabwetslichen Notwendigkeit, wenn nicht die in den letzten Jahren maßlos gesteigertel Ausbeutung der Lagerstätten die Gefahr eines völligen Bersiegens dieser bisherigen Hauptkvaftquelle in bedenkliche Nähe gerückt hätte. Hier entstand der Technik eine neue gewaltige Aufgabe: Der Ersatz der früher oder später erschöpfbaven. mit stetig sich steigernden Kosten, in schwerer Avbeit aus den Tiefen der Erde gewinnbaren Kohle durch Nutzbarmachung der unerschöpflichen, ,vom Himmel gesandt den', mühelos gesammelten und gebändigten Sonnest strahlen. Das Problem ist nicht neu. Es hat in den letzten Jahren zahllose Erfinder beschäftigt, wovon bereits 185' Patente Zeugnis ablegen. Aber aller: diesen Konstruktion nen hafteten Mängel an, die nun endlich durch die neue Erfindung des Berliner Univerfitätsprofessors Dr. Adolf Marcuse beseitigt sind. Die Hauptneuerungr« seien in aller Kürze erwähsit: Statt durch Spiegelstrahlung einens Wasserkessel zu erhitzen, der sich mit dem ganzen Apparat mittels Uhrwerks nach der Sonne drehen muß, der-' wendet Prof. Marcuse neuartige, große Linsen, durch die die konzentrierten Strahlen in eine Warmefalle geleitet werden, die sie restlos ausnützt. Diese Wärmefaklo dient zur Erhitzung eines besonderen hochsiedenden Oels, von dem eine verhältnismäßig geringe Menge genügt, um das in einem feststehenden, großen Kessel enthaltene Wasser in hochgespannten Dampf zu verwandeln. Mit diesen eigenartigen Neuerungen ist die Sonnenkraftmaschine aus dem Problemstadium heraus. Der Erfinder, der in einem vom Karlsbader Polytechnischen Verbände! veranlagten Vortrage im Kurhaussaale die Einzelheiten! an der Hand von Zeichnungen erläuterte, konnte bereits von der Gründung einer Verwertungsgesellschaft berichten,' über die sein Mitarbeiter, der beratende Ing. T. Wölb aus London, nähere Mitteilungen zu machen in der Lage ist. Der gleichzeitig in Karlsbad tagende Zionistenkong veß gab Veranlassung zum Besuche des Vortrages! seitens einer größeren Anzahl von Persönlichkeiten, diel an der wirtschaftlichen Erschließung Palästinas interessiert sind. Palästina ist ja eines der sonne^stärksten Länder (mit rund 360 Sonnentagen im Jahre ist es sogar Kalifornien um fünf Tage überlegen), und die bevorstehende industrielle Entwicklung des Landes macht, zusammen mit den: Mangel an Kohle, es doppelt wünschenswert, die neue Technik hier schnellstens auszugestalten. Uebrigens hat kurz vor dem Kriege in unmittelbarer Nähe des Heiligen Landes, nämlich in Meadi bei! Kairo, eine schon recht wirksam ausgestaltete Sonnenkraftmaschine 50 Pferdestärken entwickelt. Die Sache ist also keineswegs so phantastisch, wie sie auf den ersten Blick scheinen könnte. Wir können vielmehr damit rechnen, daß schon im kommenden Jahre die Ersten praktisch brauchbaren Maschinen in einer ganzen Reihe sonnen starker Länder der neuen Technik dm Weg bahnen werden." * Kavaliere Am 19. d. ließ der angebliche Vtehhündb Emanuel Bereez aus Osijek den Kaufmann Josef Goll stein aus Braila unter der Beschuldigung verhaften, de Goldstein ihn vor etwa Monatsfrist bei einer Pokerparti im Hotel Pupp in Karlsbad durch falsches Spiel betröge habe. An der Partie sollten ein gewisser Altgel und ein Man mit dem Vornamen „Max" teilgenommen haben; die Kart« hat Goldstetn mitgebracht. Der angebliche „Max", der mit b Bünde war. soll 6000 tschech. K. gewonnen haben. Bereez b hauptete ihm habe „Angel" nachträglich mitgeteilt,, Goldslei und „Max" hätten in betrügerischer Weise gearbeitet und de Gewinn miteinander geteilt. Bei seiner Einvernahme go Goldstein zu, am Pokerspiel teilgenommen zu haben; eS s» auch richtig, daß „Max" ein Kartenspiel vorbereitet auf de, Schoße liegen gehabt hatte. Es ist erwiesen, daß Goldstein d! Falschspieler Emil Herzl und den angeblichen früheren serbische Offizier und Tabakfabrikanten Miltvoj TodorovieS, dl kürzlich hier unter der Beschuldigung verhaftet wurden, aut in Karlsbad mehrere Kurgäste durch Falschspiel bei' „Poker und „Makao" um hunderte Millionen betrogen zu habe« kennt. Goldstem wurde dem Landesgerichte eingeliefert. Au« für den Anzeiger Bereez hatte die Sache unangenehme Folgen er wurde als „lästiger Ausländer" angehalten und befind, sich in Schubhaft. _ tzerichtssaal. fttmo Hoyulgg vor dm Seschwomm. Megan Auffaizung zu Haß und Devachbung gage« österveichSsche Republik hat sich hont« der Führer der östervei chischen Staat spartsi uind HtzvauSgelber der .Monarchie! Kuno Hoynigg vor dem Schwurgerichte zu verantworten Hoyrtigg war während des Krieges als Oberleutnant in Felde. Nach dem Umsturz wandte er sich — wie die Anklage vertreten von Hofvat Formanek, sagt — der PollM z» und begann sine erfvige Tätigkeit im monarchistischen Smm zu entwickeln. Durch Gründung von Geheimbünden durch Schaffung von geheimen militärischen Ovgackrsatlrone, sowie durch andere Umtriebe suchte er die Wiedecherstellnnt der Monarchie nicht nur in Worten, sondern auch durch di« Tat zu verwirklichen. Er wurde deshalb wiederholt in Unter, snchnng gezogen, die aber -in allen Fällen teils infolge vov Amnestie, teils wogen Mangels an ausreichenden Beweise« eingestellt wurden. Im Juni 1822 gründete Hoynigg di« Zlckbung ,Me Monarchie", in denen ersbe-n Nummer zwei AvWel veröffentlicht wurden, die nun den Gegenstand de, Anklage bilden. In denn Artikel ,Mavmn mißfällt uns di« Monarchie" heißt es, daß das Oesterreich ohne Kais,er ein Körper ohne Kopf sei, die Republik war von Anbeginn ein totgebovanes Kind. Es war Hochverrat nnd Volks, verrat, Erpressung und Betrug, begannen am Kaiser un4 seinem Volke. In einem zweiten Artikel waren ähnlich« Stellen enthalten, und es ist zweifellos, daß diese Aufsätze den einzigen Zweck hatten, gegen die RepubW onfzuröizen. Zum Schluß des zweiten Artikels wird die österwichrsch« Staat Spartet als eine Partei der Dat bezöichnet und die BevAberung zur Medevausrichtung der Monarch« aufgesindert, Hoynigg weigerte sich zwar, die Verfasser der beiden Aufsätze zu nennen, erklärte aber, die Verantwortung für den Inhalt zu übernehmen. Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sariel Beer. Die chronische Blinddannerkrankung. Auch auf dem Gebiete der Medizin gibt es ein: Art von Mode. Die Aerzteschaft wird von einzelnen Forschern auf einen bestimmten neuen Shmptomenkomplex aufmerksam gemacht, der dann von den Aerzten bei allen Patienten gesucht und lhäufig:r als vorher, da man darauf nicht achtete, gesunden wird. Wie wertvoll solche Bereicherungen auch sind, so sind doch solche Gedankenassoziationen, von denen zu stimmten Zeiten die Aerzteschaft beherrscht wird, nicht ohn: nachteilige Folgen, da meist auch zu viel von der e'ben in Mode stehenden Krankheit diagnostiziert lvird Die Gabe des guten Diagnostikers beruht ja darauf, bei der Untersuchung eines Falles an alle möglichen, auch seltenen Krankheitsbilder zu denken und den vorliegenden entsprechend einzuvrihen. Die Fehldiagnose entsteht, wenn der Arzt eben bei einem -bestimmten Komplex von Krankheitserscheinungen an die vorliegende Krankheit nicht gedacht hat. Auf solche Fehldiagnosen, die den Blinddarm betreffen, wirs Professor Mannaberg in der „Medizinischen Wochen- IDecIkrerL Sie nööh. heute Ihren Kohlenbedarf für den Winter! Königsgrube u. Rheinbaben sixid die bestbek.axLn.te21 obersolxlesisoixen tMlaxken. Hans Bauer fun. 2entralbaroaai 1,, M&hletelraBGe 14 Rutsche: Nordbanahof-Kohlenhof I Telephon 7V«5-S0, Serie Listensiihrer für die Gemeinderatswahlen in der Leopoldstadt ist Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes.