Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1656 (24.9.1923)
- Date
- 1923-09-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr- 1656 Men, Mv-utag Wiener Morgenzeltung. 24. September 1823 Geitzk 8 fchrfft" hin. ES gab eiwr Zeit — sie liegt nicht weit hinter uns —, in der fast bei jedem früher odrr später eine Blinddarmentzündung festgestellt wurde. Ihre Diagnosenstellung war in Mode. Nun hält es Professor Mannaberg für notwendig, die Aerzte wieder daran zu erinnern, daß eS gut fei, bei jedem Patienten die Minddavmgegend zu untersuchen, ohne Rücksicht darauf, ob der Patient iiber entsprechende Beschwerden klagt. Denn es gibt viel häufiger chronische Formen von Entzündungen des Wurmfortsatzes als man gemeiniglich annimmt. Die Berichte von feiten der Patienten find völlig unzulänglich. Vorausgegangene Anfälle in der Jugend oder in einem späteren Lebensalter sind der Erinnerung entweder ganz entschwunden oder seinerzeit nur als Koliken, verdorbener Magen festgestellt worden, während sie in Wirklichkeit akute Attacken von Blinddarmentzündung waren. Das hervorstechendste Symptom ist der Druckschmerz in der rechten seitlichen Unterbrnstgegend, au einer Stelle, die in der Mitte der Linie zwischen Nabel und o&eveht Fortsätze des Darmbrückenkammes liegt. In typischen Fällen tastet der Arzt auch einen vrrdickten Strang entsprechend dem kranken Wurmfortsätze und beobachtet eine Spannung der Bvustmuskulatur. Diesen objcktkiven Zeichen, die durch Druck mittels der untersuchenden .Hand oder durch Untersuchung im Mastdann ausgelöst werden, muß kein spontaner Schmerz entsprechen. Die Patienten kommen aus ganz anderen Gründen zmn Arzte, klagen häufig über Sodorennen, Magendruck, Appetitlosigkeit, Verstopfung oder Magenkvämpfe. Man hört, daß , sie schon viele Kuren mitgemacht haben, aber der Ersolg ist ausgeblieben. Man hat entweder ein- Magengeschwür, eine Gallenblasenentzündung oder eine Magensenkung behandelt. Solche Kranke geben dann einen Schmerz nickit an obenbezeichneter typischer Stelle an, sondern glaubers Beschwerden in der linken Brusthälfte, in der Magengrube oder sonstwo zu haben. Das Krank» heitsbild des Wurmfortsatzes ist verdeckt und gibt Anlaß zu Fehldiagnosen. Wieso es zum ersten Anfall kommt, ist nicht ganz aufgeklärt. Mag fein, daß es durch Knickungen des Wurmfortsatzes zu Stauung und Entzündungen, ja selbst zu Eiterungen daselbst kommen kann. Sicher spielen auch Verwechslungen mij den uurgebenden Organen wie den anderen Darmstücken, dem Geschlechtsapparate eine bedeutende Rolle. Kleine Anfälle bleiben oft unbeachtet, hinberlassen »her Reeidiven, dick zu schweren Zuständen in der Folge führen. AndererseD sieht man luchte Anfälle ohne bebedentende Schmerzen, die rasch zu Durchbruch irr der Bauchhölle und, wenn nicht rechtzeitig eigegriffen wird, 31t Tod: :'üiivt. Klagt der Patümt von vornherein über Schmerzen in der Wtnddavmgegend, dann heißt dies auch «i«h!t gleich, daß »18 sich um eine Erkrankung dieses Organes handelt. Der Arzt wird erst nach genauer längerer. Beobachtung, nach Durchführung aller modernen Untersuchungsmethoden, wie Untersuchung des Magenafters, Röntgenaufnahmen, Stuhlproben und Diät- Vorschriften zu einer, sicheren Annahme kommen können. Besonders auf die Verwechslung mit nervösen Leiden und eingebildeter Blinddarmkrankheit wird aufmerksam gemacht. Man beobachtet häufig unberechtigte Klagen, die auf den Wurmfortsatz hiudeuten, bei Leuten, in deren Familie sich ein unglücklicher Blinddarmsall ereignet hat. Kinder klagen oft andauernd über Bauchschmerzen, die Verdacht aus Wurmsortsatzerkrankungen erregen. Hier ist es ratsam, sich züerst zu überzeugen, ob die Kinder, nicht an Würmern leiden. Bei schlechtem Ausfchen muß man auch an eine Darm- und Knochentuberkulose denken. Jedenfalls gehört ein solches Kind unter dauernde ärztliche Beobachtung. Die schwierigste Frage tritt an den Arzt heran, tvettn die Diagnose der Blinddarmerkrankung festgestellt ist. Was hat M geschehen? In akutem Anfalle, der keinen Verdacht auf' Durchbruch erregt, wartet man heutzutage noch ab. Strenge, oft wochenlange Bettruhe, Wärlueapplikationen und Diät sind die Maßnahmen. Der Arzt muß den Patienten noch lange im Auge behalten und, falls sich trotz strenger Durchführung der - ärztlichen Vorschriften wieder auch nur leichte Anfälle einstellen, sollte der Fall im fieberfreien Zwischenstad mm operiert werden. Man sieht oft Menschen, die jahrelang unter den unsäglichsten Beschwerden litten und ganz herabgekommen sind, rasch nach der Operation wier aufblühen und genesen. Gewiß, nicht in allen Fällen kann man die günstige Prognose stellen. Heute ist der Arzt nicht so rasch mehr mit dem Messer da, dir interne Behandlung der chronischen Blinddavmerkrankung hat viele Erfolge auszuweisen, Voraussetzung ist die Geduld des Patienten. Am wichtigsten ist die frühzeitige Erkennung des Leidens. ' - Aerztlicher Fragekasten. Ch. Kalman. 1. Was den Ausschlag auf der Stirn betrifft, so ist darauf zu achten, ob er nicht durch das innere Hutleder herbeigeführt ist. Dieses enthalt oft durch das Gerben giftige Säuren. Also legen Sie den Hut für einige Zeit ab. 2. Wegen Frostbeulen müssen Sie sich bei einem Arzt gegen die wahrscheinlich bestehende Blutarmut behandeln lassen. — L. M., Trostlos. Es wäre zu emp>hlen, daß Sie sich die Sache nicht so zu Herzen nehmen. Lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen, ob Sie im allgemeinen gesund sind. Die ganze Sache ist meist eine Uebertveivung. — Mediziner 13. Solche Untersuchungen sind nur Aerzten gestattet. i*"1* ■‘■■A'.-y sMM. Die Schlacht nach zwei Fronten. Wien schlagt Berlin 8:! (t: 1). - Sestrrreich unterliegt gegen Ungarn 0:2 (0:0). Die uns gestern anferlegte Kraft Probe haben wir nur zur Hälfte erfolgreich bestanden. Die Wiener Städte>naniu chast, der man viel Vertrauen entgcgenbrachte. hat wohl in Berlin den erwarteten Sieg errungen, doch konnte sie in: wesentlichen die in sie gefetzten Hoffnungen nicht erfüllen. Das Team gegen Ungarn hatte im allgemeinen die Schwächen, die wir in unserer gestrigen Vorbesprechung konnzechneten. Es unterlag, wenn auch 'unverdient, gegen 'die ungarische Auswahlmannschaft. Nachstehend die Berichte: Men—Berlin 8:1 (1:1). Ungefähr 50.000 Zuschauer, ein Rekord für Berlin, hatten sch im Stadion eingefnnden, um die hervorragenden Wiener an der Arbeit zu sehen. Die Einheimischen befürchteten, daß die Berliner Auswahlmannschaft ein wahres Tdbakel erleiden werde. Die Wiener nahmen aber die Sache von allein Anfang an nicht ernst und so tvar es auch nicht zu verwundern, daß es ziemlich Icuipc dauerte, bis sie die entscheidende Oberhand erlangten .Die Berliner spielten besser und die Wiener schlech. 1er als ma>n erwartete. Die gemächliche Gangart der Gäste ließ den Einheimischen, die frisch, schnell und nngestünr draus, losspielten, zeitweise sogar die Oberhand gewinnen. Vor allem enttäuschte der Angriff der Wiener, was zum Hauptteil daraus zurückzusühren war, daß Schaffer gänzlich indisponiert war. Er erwies sich -in den Bewegungen als viel zu langsam und überließ den flinken Berlinern meist widerstandslos den Ball. Sein technisches Können und sein taktisches Verständnis waren jederzeit ersichtlich. Durch seme Langsamkeit erwies er sich aber als. Bremser. Der beste Mann des Stürmerquintetts war Häusler, der sein ganzes Repertoire an technischen Kunststücken zum besten geben konnte und auch erfolgreiche Torschüsse a>bgab. Er beging aber den Fehler, zu sehr mit Schaffer zu liebäugeln, wodurch Neufeld vernachlässigt wurde. Letzterer war deshalb gezwungen, meist auf eigene Faust zu arbe ten. Die 'hervorragenden Fähigkeiten des Hakoah-Flügelstürmers kamen trotz Mangels der Unterstützung zur Geltung. Das von ihm erzielte dritte Tor war in seiner Art wunderbar. Bulla war ein eifriger Kämpfer, der oft den Angriff nach vorne riß. Seinem Zuspiel fehlte aber die Genauigkeit. Wessely, dessen Arbeit als wirkungsvoll bezeichnet werden kann, erreichte nicht ganz seine gewohnte Form. In der Deckung arbeitete Brandstätter ausgezeichnet. Nietsch arbeitete etwas schwächer und Planik leistete nur in der Slbwehr Ersprießliches. Sehr schwach waren unsere beiden Verteidiger. Popovich arbeitete vor der Pause und Regnart nach Seitenwechsel unter' jeder Kritik. Der beste Mann der Wiener war der Torwächter Feigl, dem in erster Linie der Sieg zu verdanken war. Die Berliner sind Kämpfer. Sie wußten, daß sie gegen einen überlegenen Gegner zu spielen hatten und gaben deshalb ihr Bestes. Die versuchten, durch Fleiß und Aufopferung das große Können der Wiener wettzumachen, was ihnen auch zum Teil gelang. Die besten Kräfte der Einheimischen waren die beiden Flüg-ckstürmer Montag und Wolter und die gesamte Verteidigung. Die Deckung hingegen entsprach nicht den Anforderungen und ihrem Versagen war auch zum Teil die Niederlage zuzufchreibett. Die beiden Mannschaften träte): in folgender Aufstellung an: Berlin: Kuhnt (Nord-Nordwest); Bache (Wacker), Klantzsch (Union-Oberschöneweide); Motzhus (Allemania), Probst (Vorwärts), Wolter (Allemania); Wolter (Vorwärts), Lehmann (B. S. V.), Teiß (Viktoria), Sobeck (Alemannia), Montag (Nord-Nordwest). Wien: Feigl (Macker); Poppovich (Amateure), Regnard (Rapid); Nietsch (Rapid), Brandstädter (Rapid), Plan! (Sportklub); Wessely (Rapid), Bulla (Vienna), Schaffer (Amateure), Häusler (Hakoah). Neuifcldl (Hakoah). Daß Spiel beginnt in sehr raschem Tempo, wobei Neufed das Pech hat, einmal die Torstange zu bombardieren. Die Wiener Verteidiger schassen immer gefährlichere Situationen vor dem eigenen Tor. Wäre Feigl nicht ganz auf dem Posten, dann hätten die Wiener bereits setzt Verlustlreffer zu verzeichnen. In der 12. Minute bringt Bulla einen scharfen Schuß an. der Ball -streift einen Berliner Verteidiger und landet im Netz. Das lokalpatriotische Publikum spendet keinen Bestall. Die Berliner kommen immer wieder vor unser Heiligtum und in der 20. Minute stellt Sobok. der unsere Deckung und Verteidigung überspielte, im Alleingang den Ausgleich her. Unsere Verteidigung hat jetzt schwere Arbeit zu leisten, wobei nur unser -rechter Flügel unserer Hintermannschaft ttwas Suft schaffen kann. Die Angriffskraft der Berliner hält aber nicht lange an, so daß die Wiener noch vor der Pause in Front kommen, ohne zählbare Erfolge erzielen zu können. Nach Seitenwechsel wird das Spiel nun langweilig. Es dauert ziemlich lange, vis die Wiener wieder irr Schwung kommen. In der 27. Minute spielt sich Schaffer durch, gibt den Ball an Häusler ab, der wuchtig einschießt. Die,Berliner raffen sich noch einmal auf, doch sind sie bereits mit ihrer Kraft zu Ende. Die beider) Hakoahner gresten immer wieder ün und nach schönem Zusammenspiel erzielt Neuseld in effektvoller Weste das oritte Tor. Schiedsrichter Boas hatte keinen guten Tag. Insbesondere die Berliner waren mit seinen Entscheidungen unzufrieden. Vor dem Spiel wurde den Wienern ein Blumenstrauß überreicht, letztere revanchierten sich dadurch, daß sie den Berlinern eine Seidenfahne übergaben. Die Wiener kommen heute um halb 12 Uhr nachts im Franz-Josefs-Bahnhof an. Ungarn—Oesterreich 2:o (1:0). Nach langer Pause ist es den Ungarn, gestern wieder gelungen, unsere Answaihlmannfchast niederzuringen. Der Erfolg war aber nicht -verdient, da sich unsere Mannschaft als glerchwekt erwies. Der Kampf an sich kann nicht als klassisch bezeichnet werden, doch war er immerhin interessant und aufregend. Unser 'Mißerfolg war in erster Linie, und das kann unumwunden sestgestell-t werden, auf die Fehlentscheidungen des Schiedsrichters Grätz aus Prag zurückzuführen. Brde Treffer, die die Ungarn erzielten, entsprangen krassen Fehlentscheidungen. Beim ersten Tor wurde Scheuer am Oberarm augeschossen, ohne daß der Hakoahner irgendwie die Schuld trug, oder daß den Ungarn daraus ein Nachteil erwachsen -wäre. Herr Grätz diktierte aber einen Elfmeterstoß. Das zweite Tor würde aus die Art erzielt, daß Jeszmas aus deutlicher Abseitstellultg unseren Verteidigern davouging, beide Linienrichter zeigten dttrch Heben der Fahne die Regelverletzung cm» Herr Grätz schritt aber nicht ein, so daß der Ungar unbehindert cinfchießeu konnte. Der Schiedsrichter bedeutete also für die Oesterreicher ein nicht zu Überwindendes Handikap. Ein weiterer Nachteil, der sich für die technisch besseren Gäste empfiltdlich fühlbar machte, war das unebene und holprige Spielfeld, wodurch urtsere Vertreter nie den Absprnnglwinkel des Balles richtig abfchätzcn konnten. 1 Unser Angriff hatte in Klima einen guten Mann, auch Fischer, der entgegen den ursprünglichen Vereinbarungen pielte, konnte befriedigen. Sehr schwach hingegen war Seidl, und auch die Verbindungsstürmer Wieser und Schierl kannten nicht recht befriedigen. Als Ganzes gewertet lvar der Angriff vor dem gegnerstchen Tor zu unentschlossen. In der Deckung konnte Resch seiner Aufgabe nicht gerecht werden. Zeitweise .schwamm" er vollkommen. Kurz war sehr gut. doch wurde er im Verlaufe des Spieles verletzt und mußte ausscheiden. Seinen Posten nahm dann Schierl ein, während Höß, der wenig zeigte, im Angriff eiusprallg. Geyer bot eine Durchschnittsleistung. Ueber jedes Lob erhaben kämpfte unsere Verteidigung, in der Ostriczek eine gediegene und Horeys eine effektvolle Leistung boten. Wie wir voraussahen, konnte Scheuer aus dem taktisch schwachen Horeys nicht klug werden. Ersterer benötigte, einige Zeit, um die geistige Lenkurlg der Abwehrarbeit irr richtiger Weise zu übernehmen. Dann spielte aber der Hakoahner ganz ausgezeichnet. Ihm fiel die unangenehme Ausgabe zu, die taktischen Blößen seines Partners ständig zu decken. Die Ungarn hatte:: ihre Hauptstärke ebenfalls in der Hintermannschaft, die fast fehlerlos arbeitete. Der beste Mam: auf dem Felde war Kertesz 2. dem Blum nicht nachstand. Im Angriff war der rechte Flügel die treibende Kraft. Die beiden Mannschaften traten in folgender Aufstellung an: Ungarn: Biri (Kispesti); Vogl 2 (U. T. E.), Mandl (M. T. K.); Kertesz 2 (M. T. K.), Kleber (3. Bezirk) , 93Ium (F. T. C.); Paulus; (U. T. E.), Molnar (M. T. K.), Jeszmas (U. T. E.), Opata (M. T. K.). Oesterreich: Ostriezek (Hertha); Scheuer (Hakoah), Horeys (Vienna); Kupz (Vienna) Reich (Wacker), Geyer (Amateure); Seidl (Vienna). Schier: (Admüa), Kttma (Admira), Wieser (Amateure), Fischer (Vienna). Die Ungarn greifen sofort energisch an, doch werden sie zurückaeworfen. Unser linker Flügel hat bereits jetzt Torchancen, ohne sie aber ausnützen zu können. Nun bricht Molnar durch, Scheuer rettet aber in glänzender Weise. Gleich darauf muß Ostriczek rettend eingreife::. Auch Biri vermag sich nun ansznzeichneu. Eine ausgezeichnete Chance vergibt in der Folge Jeszmas. Vogl verschuldet ein klares Hands im Strafrauu:, was aber der Schiedsrichter übersieht. In der 28. 'Minute wird Kurz am Nasenbein verletzt und u:uß ausscheiden, weshalb unsere Mannschaft, tvie eingangs erwähnt, nmgestellt werden mußte. Knapp vor der Pause ergibt sich für Schierl eine lotsicher erscheinende Torchance, der Floridsdorser verklopft aber jännnerlich. Nach Seitenwechsel lanfen die Oesterreicher in den ersten zehn Minuten zu ihrer besten Forin auf. Wieser vergibt nun die beste Schußgelegeulheit, die sich während des ganzen Spieles ergab. Nun kounnen die Ungarn tvieder in Schwung und in der 24. Minute wirb Scheuer außerhalb des Strafraumes am Arm angeschossen und ber Schiedsrichter diktiert zur allgemeinen Ue'berraschung gegen Oesterreich einen Elsmeterstoß, den Molnar ve:wanvelt. Es dauert nicht lange und, Jeszmas übernimmt in klarer Abseitstellung den Ball. Er läuft durch und sein placierter Schuß ffchrt zun: zweiten Trester. Di« Odsterrc-icher drängen, ohne aber das Resultat günstiger gestatten zu können. Dem Kampfe wohnten 45.000 Zuschauer bei, die aber über den Sieg nicht froh lvurben. 3. Bez. Turnverein—Hakoah 2 : v (2 : V). Hohe Warte, 3000 Zuschauer, Schiedsrichter Putzern doppler. 3. B e z. - T u r u v e r c i u : ^teuyaus; Szabo, Mayberr; Nagy, Kovaszny, Vadas; Mengel, Horvath, Palesek, Göttler» Hegy. Hakoah: Halpern; Trümmer, Gold; Kerr, Grünfeld, Pollak; Hunter, Sludsky, Großkopf, Heß, Katz. Nur wenige Anhänger waren anwesend, um sich das Spiel anzusehen. Hakoah trat mit eiuer Reihe von ganz unzulänglichen Ersatzleuten au, dies allein kann aber nichts als genügende Entschuldiguna für' die geradezu jämmerlichen Leismngen der ganzen Elf dienen, da auch d:e Standardkräste nach anfangs guten Leistungen sich den: Niveau ihrer Partner ‘ angliche::. Fast alle Spieler — mit Ausnahme von Halpern, Gold, Hunter und Katz — schienen nach den ersten Mißerfolgen von einer ganz unbegründeten Nervosität befallen zu sein, die bei einer erstklassigen Mannschaft unter keiner Beoingung Vorkommen darf. Der Angriff lut unter dem schwachen Spiel des neu eingestellten Großkopf, der, sicherlich talentiert, für ein Spiel der ersten Mannschaft aber noch viel zu unreif :st. Am rechten Flügel stand Hunter, der bei anderen Partnern wahrscheinlich viel besser zur Geltung gekommen wäre, in seiner gesttcigen Umgebung aber nichts ansrichten konnte, und auch als Mittelstürmer keinen Einfluß ans seine Partner gewann. Heß dribbelte zu viel, vermochte jedoch noch immer besser zu gefallen als Sludsky, Katz war flink wie immer. Die verschiedenen Umstellungen im Verlaufe des Spieles trugen keineswegs zu einer Hebung der Spielstärke bei. In der Deckung stand an Stelle Guttmanns zuerst Grünfeld, später Gold. Letzterer war auch auf dem ungewohnten Posten ausgezeichnet,' ohne freilich an Gnttmann völlig heranzureichen. Noch mittelmäßiger spielten Kerr und Pollak. einen glatten Versager leisteten sich dagegen Grünfeld und insbesondere Trümmer, dem viel Schuld an der Niederlage trifft. Hcrlpem hätte. einen Treffer verhindern können, war aber :m übrigen ausgezeichnet und verhütete eine schwerere Niederlage. Bei den Gästen, deren Mannschaft schwache erste Klasse darstellt, gefielen neben dem vorzüglichen Tormann Neuhows die Deckung und die beiden Verbindungsstürmer noch am besten. Ziemlich schwach lvaren die beiden Verteidiger. Das Spiel selbst bot infolge zahlreicher Umstellungen in der Hakoah-Mannfchaft ein buntes Durcheinander, das nur. schwer zu verfolgen war. Beide Treffer fielen vor der Pguse, als Hakoah noch die weniger schlechte Mannschaft war, aus krassen Fehlern der Hakoah-Hintermannschaft. In der zweiten Spielhälftc konnten die Ungarn trotz beträchtlicher Üeberlegeuheit tm Felde Halpern nicht mehr überwinden. JEDER WÄHLE Wintersaison: Damen- und Herrenwäsche, Bett- UläfßH' und Hauswäsche, Strickwaren, Teppichen, Vorhängen etc, nur das bekannt verlässliche u. billige II., Taborstraße 48 Telephon 47-1-70 En gros En detail »SST' T" 0599