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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-23 · Heft 1655 (23.9.1923) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1655 (23.9.1923)
Date
1923-09-23
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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.,h i Nr. 1655 Witzn, Svmrtaq Wiener Morgenzeitung. 23. September 1923 Seite 18 Die Schlacht nach zwei Fronten. in inmniiiiiiiiniiH «BWBMIW |t der MaE fast vollkommen leer. Auch in den anderen Wachsen war ziemlich lebhafte: Bütveaung. Me Preise für Japanwachs haben sich auf de-n ausländischen Märkten n-ach den beträchtlichen Steigerungen fcfci wieder ziemlich stabilisiert. Ms dem Japanwachs vollkommen gleichwertiges und ebenbürtiges Produkt hat sich das in letzter Zeit importierte Chinaivachs erwiesen, das dabei in: Preise wesentlich günstiger liegt. Karnanbawachs ist bei sehr gnte:^ Nachfrage ruhig, ebenso Bienenwachs. In Montanwachs find am Wiener Platze noch immer große Bestände vorhanden, die weit unter dem derzeitigen Fabrikspreife ausgeboten werden. In Terpentinölen zeigte sich eine langsam steigende Tendenz, die Umsätze waren ziemlich belangreich. Es ist für die nächste Zeit mit sehr guter Nachfrage bei festen Preisen Sit rechnen. Auch die Harzpreise liegen ziemlich stabil. In Schellack sind die Preise sehr fest, es werden für spätere Wlagerungstvare höhere Notierungen bekannt. Befestigt haben sich noch Chronükalj um 500 K. aus 21.000 Kronen; Kupfervitriol itnt 460 K. auf 7950 K. und Minium Bleiberger um 500 K. arif 11.800 K. Alles gegen Borwoche. Baumwollgarne. Preise zogen gegen Borwoche um 1 biS 0 Punkte an. Es notieren: Nr. 5/10 Bengalkops pro Oktober-November Nr. 10 —.69 Dollar, Nr. 16 Hs Surat —.79 Dollar, Nr. 20 -.84 Dollar, Nr. 16/24 Halb Amerika —.90 Dollar, Nr. 16/30 Rein Amerika —.97 Dollar, Nr. 36/42 Mittel Amerika 1.12 Dollar pro Kilogramm ab Fabrik exklusive Packung Bamnwollzwirue. Auch diese Gattungen sind gegen Vorwoche um 1 bis « Punkte höher. Es notieren: Nr. 10/12 Bengal zwei und dreifach pro Oktober-November —.74 Dollar, Skr. 16/2 Ha Surat —.85 Dollar, Nr. 20/2 Amerika 1.04 Dollar, Nr. 30/2 1.12 Dollar, Nr. 40/2 Ia 1.28 Dollar pro Kilogramm ab Fabrik exklusive Packung (trocken, mittel, naßscharf 1 Kabel-Cents Aufschlag pro Kilogramm). Rohe BlUmNoollgewebc. Die Tendem blieb teils unverändert, teils sind Preise um 1 bis 2 Punkte höher gegen Vorwoche. Etz notieren: 82 Ztm. 15/14 20/20 —.72 Schweizer Franken, 15/15 —.73 Schweizer Frmrken, 87 Ztm. 19/19 30/30 —.76 Schweizer Franken, 80 Ztm. 19/17 36/42 —*64 Schweizer Franken. 87 Ztm. 19/21 36/42 —.64 Schweizer Franken pro Oktober-November, die letzten drei Posten tranfit Wi-ni, pro Meter ab Fabrik exklusive Packung. Am Bremer BanmwollmaÄt gaben etwas mehr Nachfrage seitens der Spinnereien unb eine fortschreitende BeststÜMng der amerrkanrschen ^Märkte im Platzgeschäft sowohl wie im Jmpo-rtgechäf, zu Käufen Anregung. Die amerikanischen Abgeber haben die Basis durchwegs erhöht. Die Termin- Märkte lagen vorwiegend fest und der Oktoberternnn notierte m New-York voruberachend höher als 28 Cents. Das Zenfnsburean gibt die bis zum 1. September entfiharte Menge mit 1,141.000 Ballen an. Die Be rgleichsz iffern der letzten Jahre sind: 1962 817.000 Ballen, 1921 486.000 Ballen, 1880 352.000 Ballen. Dem Bremer Markt wurden neu zugofichrt.' 13.398 Ballen nordamerikanische Bannriwolle wieder «mSgefichrt wurden 18.660 Ballen. Der Vorrat in Bremen betrag 29.388 Basten. Am Bremer Wollmavkt verlief das Geschäft infolge geringer Kauflust des Inlandes weiter schleppend. Für gewaschene Wollen und Cap stww white zeigte sich nur wenig Interesie. während daS Angebot in Kämmlingen zum größten LE Käufer fand. Wrse für landwirtschaftliche Produtte. (Eiqe-nbevicht der „Wiener Morgenseitung".) Dir Grundtendenz des Marktes ist nicht mehr so fest wie tm Wochenkmfe, indes zeigen Preise nur sehr gelinge Aenderungen. Es notieren pro .Kilogramm ab Wien (exklusive der Pauschalwarennmscchsteuech: Weizen inländischer 3350 bis 3425 K Roggen inländischer 2575 bis 2650 K., tschecho-slowakischer 2650 bis 2760 K., Gerste tschecho-slowakische 2450 bis 2750 K., 1.10 bis 1.28 tschech. K. ab Marchegg, Fuitergerste 1950 bis 2000 K., Mais 2800 bis 2900 K., Cinguantin 3350 bis 3450 K., Hafer inländischer 2160 bis 2250;K., fremder 2200 bis 2300 K., Reis italienischer 6900 bis 7150 K., Bnrnm 5400 bis 5500 K., Hirse 2460 bis 2500 K., Hirsebrein 4600 bis 4800 K., Molm 10.500 bis 11.500 K., Anis 17.000 bis 19.000 K., Fenchel 15.000 bis 18.000 K., Kümmel holländischer 28.000 bis 30.000 K., Weißbohnen inländische 4800 bis 5000 K., rumänische Großlinsen 10.000 bis 11.000 K., Kocherbsen inländische 3500 bis 4500 K., Kartoffeln inländische 600 bis 950 K., Zwiebeln inländische neu 1000 bis 1050 K., Makoer 1150 bis 1200 K., Preßheu österreichisches halbsüß 1300 bis 1350 K., lose 1150 bis 1200 K., steirisches süß 1400 bis 1450 5k.. Bnndstroh lose 950 bis 1000 K. ab Stationen, Esparsette 4300 bis 4400 5k., Nevs 2.20 bis 2.25 tschech. 5k. ab Marchegg, Nepsknchen .2150 bis 2250 5k., Rnmänmalz 3400 bis 3600 K., Weizengrieß inländischer 6300 bis 6400 K., Weizenmehl Nuller inländisches 5700 bis 5800 K., ungarisches doppelgriffig 5700 bis 5800 5k., griffig 5400 bis 5500 5k. (2.45 bis 2.60 tschech. K.), Brotmehl inländisches ln 4400 bis 4500 5?., Futtermehl 2100 bis 2200 5k., Schwarzroggen 2300 bis 2400 K., Roggenmehl inländisches In 3900 bis 4000 5k., tschecho-slowakische s 75°/0ig 1.65 bis 1.75 tschech. 5k., Kleie ausländische 1175 bis 1225 5k., inländische 1175 bis 1250 5k. Baumwoilmartt. New-Porkt» 21. September. Banmwollznfnhren in den atlant. ■/titb Golshäfcu 38.000, im Innern 35.000, Ausfuhr nach Großbritannien -, nach dem 5koutinent 1000. Lokalmarkt mickckling: 30.10 (letzt, üdrrs 30.50). Tendenz: Kaum stetig. — Termine: September —, Oktober 29.35, Nobember 28.90, Dezember 28.90, Jänner 28.40, Februar März 28.92, April —Mai 28.20, Juni ‘bOi 27.-.". 2lugust —. Die Devisenkurse. Budapest, 22. September. (5kurse der Debisenzentrale.) — Amsterdam 7650 bis 8090, Bukarest 92.— bis 105.— Kovenhagen 3520 bis 3740, Christiania 3125 bis 3345, London 88.500 bis 92.900, Berlin 0.002bis 0.003,. Italien 870.- bis 925-, Paris 1160.- bis 1226.-, Prag 588.— bis 682.-, Stockholm 5177 bis 5500, Zürich 3440 bis 3660, Wien 0.2770 bis 0.2990, Sofia 184 — bis 196.-, Belgrad 212.- bis 226.-. New-York 19.500 bis 20.600, Warschau 0.0650 bis 0.0815, Brüssel 985.- biS 1040.-. Warschau» 22. September. (Devisen.) Berlin —.—, London 1,313.500, New-York Prag —.—, Wien 4.03»/,. New-Nork» 21. September. (Devisen.) London 454%, Paris 598.50, Berlin 0.000078, Mailand449-,Zürich 1774.—, Kopenhagen 1805-, Stockholm2655.—, Christiania 1606, Amsterdam 3931.-, Prag 300.75. Wien 0.14, Budapest 0.55, Bukarest 46.50, Warschau 0.03%, Madrid 1360.-, Helsingfors 267.- Brnffel 509.-, Kanada 2%, ». p., Brasilien 109.83, Argentinien 33.4-1 Betcirad 109.—. Wien hat heute eine Kraftprobe zu bestehen, da die Fußballer unserer Heimatstadt die Elite von Ungarn und Berlin in der Fremde bekämpfen müssen. Das Hauptinteresse gravitiert nach Budapest, wo unsere Spieler als Vertreter Oesterreichs auftreten werden. Die Länderkämpse Oesterreich—Ungarn bildeten sowohl in Wien als auch in Budapest immer den ..Höhepunkt der Saison. Diese Tatsache war daraus zurückzuführen, daß die beiden, im Fnß'ballsport einander gleichwerten Länder, grimmige Rivalen waren. Aus der Geschichte dieses Länderspieles. Der erste Länderkampf, der noch unter dein Namen Wien—Budapest vor sich ging, fand am 12. Oktober 1902 in Wien statt und brachte den Einheimischen einen sensationellen Sieg von 5:0 Toren. Die Freude dauerte aber nicht lange, da die Ungarn schon im folgenden Treffen, das am 11. Juni 1906 in Budapest ansgetragen wurde, Revanche nahmen und mit 3:2 Toren die Oberhand behielten Sechs Jahre hindurch blieben die Ungarn jeweils in Budapest und die Oesterreicher jeweils in Wien siegreich. Eine Ausnahme bildete nur das am 9. April 1905 in Budapest ausgetragene Treffen, da die Oesterreicher damals ein 0:0-Resultat erreichen konnten. Am 2. Mai 1909 trat ein für uns ungünstiger Umschwung ein. An diesen: Tage ergab sich nämlich der Fall, daß Ungarn in Wien zum ersten Maie siegte. Das Resultat lautete 4:3. Von nun an behielten unsere Gegner in den Länderkämpfen öfter die Oberhand wie wir, ohne daß man aber von einer Ueberlegenheit der Ungarn sprechen konnte. An: schmerzlichsten empfanden wir die Niederlage von 0:3 Toren, die wir am 5. Juli 1012 in Stockholm'anläßlich der Olympischen Spiele erlitten. Der erste Sieg der Oesterreicher auf Budapester Boden wurde am 2. Mai 1915 in unerwartet ausgiebiger Weise errungen. Es glückte unseren Vertretern damals, mit 5:2 Toren zu triumphieren. Obwohl wir noch zweimal in Budapest die Oberhand behielten, waren die Ungarn im allgemeinen in den Lünderkämpsen doch die erfolgreicheren. Der 9. November 1917 sollte dann ein Wendepunkt in der Geschichte dieses populären Spieles werden. Wir nnterlagen an diesen: Tage in Wien mit i:2 Toren und mußten dann in der Folge durch ztvei Jahre das absolute Uebergewicht des ungarischen Fußballsportes anerkennen. Erst an: 5. Oktober 1919 konnte der Bann gebrochen werden, da unsere Vertreter in Wien 2:0 siegten. Das Kriegsglück war nun wieder wechselnd, bis neuerlich ein Umschwung cintrat. Die Ungarn erfochten nämlich am 9. November 1919 mit 2:1 Toren gegen uns ihren letzten Sieg. Seit damals blieb ihnen aber jeder.Erfolg versagt, so daß wir derzeit von einer Ueberlegenheit des österreichischen Fußballsportes sprechen können. Die letzten Spiele zeitigten folgende Resultate: 2. Mai 1920: in Wien 2:2 unentschieden. 7. November 1920: Oesterreich siegt in Budapest 2:1, 21. April 1921: Oesterreich siegt in Budapest 4:1. 30. April 1922: in Budapest 1:1 unentschieden, 24. September 1922: in Wien 2:2 unentschieden, 26. November 1922: Oesterreich siegt in Budapest 2:1, 6. Mai 1923: Oesterreich siegt in Wien 1:0. Statistisches. Die beiden Länder haben bisher gegeneinander 51 Spiele ansgetragen. 23mal siegten die Ungarn. 18mal die Oesterreicher und zehn Treffen cubeieit unentschieden. Das Torverhältnis beträgt 111:79 zugunsten der Ungarn. In den 26 in Budapest ansgctragenen Länderkämpfen siegten die Ungarn lomal, tvährend die Oester reicher nur 6mal erfolgreich blieben. Fünf Spiele endeten unentschieden. Das Torverhältnis der in Budapest ausgewogenen Kämpfe lautet 64:44 für die Ungarn. Alan ersieht also, wie schwer cs unseren Vertretern in: heutigen 52. Länderkamps, der ebenfalls in Budapest stattfindet, fallen wird, die Oberhand zu lnchalten. Unser Bnndestapitän, Hugo Meisl, hat die Presse wieder einmal bis zun: letzten Moment darüber in: Unklaren gelassen, tvelchc Spieler er mit der Vertretung der österreichischen Farben betraut. Um nicht der Unlvahrheit geziehen zu werden, müssen wir feststellen. daß die frühere Behauptung nicht ganz zutrisft, da.es Herrn Meisl beliebte, ein. Blatt zu seinem Leiborgan zu machen und dieses allein von seinen Geistesprodukten in Kenntnis zu setzen. Sollte sich diese Ungehörigkcit wiederholen, dann werden wir unserem geschätzten Bnndcskapitän einiges über seine Pflichten erzählen. Unsere Verlegenheitsmannschaft. Da einer nuferer Mitarbeiter bei der Abreise der öfter- . reichlichen Auswahlmannschaft anwesend war. sind wir in der Lage, endlich die genaue Aufstellung zu veröffentlichen. Sie lautet: Tor: Ostriczek (Hertha); Verteidiger: Scheuer (Hakoah), Höre HZ (Vienna); Läufer: KNrz (Amateure), Reich (Wacker), Geiser (Amateure); Stürmer: Seidl (Vienna), Schiert. Klima (Admira), Höß (Vienna). Wieser (An:ateure). — Ersatz: Aigner (Simmering), Solil (Hertha). Fischer (Vienna). Unsere Auswahlmannschaft stellt keinesfalls das Beste dar, was wir ans die Beine bringen können, da einerseits unersetzbare Rapid-Spieler fohlen und andererseits verschiedene Posten unserer Meinung nach unglücklich besetzt sind. Ostriczek und Scheuer werden bestimmt ihren Mann stellen. Den Verteidigerq-uälitäten des Döblirvgers Hvreys bringen wir hingegen nur'wenig Vertrauen entgegen. Horeys sft Wohl stark und schnell, ihm fohlt aber Uebersicht und ülberdies hat er in letzter Zeit nur sehr selten als Back gespielt. Fest steht, Scheuer hat nicht den richtigen Partner. Warum Herr Meisl den Hakoahner Gold übergangen hat, ist unklar. Scheuer und Gold haben in London eine einzig dastehende Leistung geboten, deren Gesamtwirknng für den Sieg über Wcstham ausschlaggebend lvar. Gold vollbrachte außerdern bereits einmal auf Budapester Boden, eine der glänzendsten Waffentaten, die ein Wiener Spieler überhaupt anszuwcisen hat. Herr Meisl hat sich aber für Horeys entschieden. Gott mit ihm! Die Deckung hat in ^K::rz und Rasch zwei Spieler,. die berechtigterweise das allgemeine Vertrauet: genießen. Mit recht gemischten Gefühlen hingegen sieht man dem Wirken Getiers entgegen, der in den letzten Vereinsspiclcn nur tvcnig gefalle:: konnte. Unser Angriff ist mif keinen Fall befähigt. die Wiener Sckylle in Budapest zu Ehren zu bringe,:. Die' beide:: Berbindungsstürnler Schier! und Höß sind alles nur keine Koinbination'sspieler. Der technisch und taktisch ausgcKeichuete Mittelstürurer Klima erscheint uns z>: jung, mv diese widerstrebenden Elcuiente Zusammenhalten, zn, können. Die beiden Berbindcr sind hart und ungestüm,,sie besitzen auch einen scharfen Schuß. Biellei-bt helfen uns diese Vorzüge zu einen: günstigen Resultat. Gegen die Nominierung Wie fers dürste niemand etwas einzuwenden >: ben. Berechtigte Bedenken machen sich aber gegen die Wahl Seidls geltend. Dem technisch vorzüglichen Döblinger wäre Sicgl Mdmira) unbedingt vorzuziehen gewesen. Unser Bnndeskapitän,, hat wahrscheinlich letzteren Spieler, nicht gesehen, sonst hätte er ihn nicht übergehen können. Für Sieg! spricht neben seinen bedeutenden Fähigkeiten noch der Un:stand, daß er die Vorzüge und Mängel seiner Klubkameradcn Schierl und Klima genau kennt. Die ungarische Verlegenheitsmannschaft. Auch der ungarische Verbandskapitän hat eine Elf zusammengestoppelt, die keinen Vergleich mit ihren berühmten Vorgängern anshält. Sie lautet: Tor: Amsel (F. T. C.); Verteidiger: Fogl 2 (U. T. E.), Mandl (M. T. K.); Läufer: Kertes.z 2 (M. T. K.). Kleber (3 Be:. T. V. E.). Blum (F. T. C,); Stnrnier: Paulus; (U. T. E.). Molnar (M. T. K.), Jeszmas, Csontos (N. T. E.). Opata (M. T. K.). Die Bertefdiguug ist der beste Mannschaftsteil der Ungarn. In der Deckung stehen die boitdei: Rekordinternatioimlen an den Flügeln, in der Mitte aber debütiert ein neuer Mann, von dessen Können die Budapester Volksmeinung nicht viel Respekt hat. Im Ltugriff stehen Scharfschützen, ^Tatvchbronner und Kombinationsspieler bunt zusammengetvürselt nebeneinander. Dieses Stürmerguintctt vermag vielleicht Tore, zu „schinden", einen klassischen Fußball kann es aber aus keinen Fall vorznführen. Oesterreich oder Ungarn? Welche Mannschaft die besseren Sieaesaussichten hat. ist nicht zu bestimmen. Die beiden Teams habm^ die gleichen Vorzüge und die gleichen Schwächen. Die eifrigere und ansopferungsvollere Mannschaft wird siegen. Men—Berlin. Die Anei::ai:derreihung dieser beiden Worte übte seinerzeit ans die Gemüter der Fußballiniereffenten eine eigenartige Wirkung ans. Berlin war unser Lehrmeister, den Spielern der deutschen Hauptstadt nachzneifcrn war unser Bestreben. Der erste Städtekamps fand am 7. "November 1899 in, Wien statt, wobei Berlin mit 2:0 Toren siegte. Seit dieser Zeit cntlvickelte sich der Wiener Fnßballsport sprunghaft,^ während daS Fußballspiel in Berlin förmlich in den Kinderschuhen stecken blieb. Unsere Ueberlegenheit wurde derart kraß, daß dieses Treffen in Wien keine Zugkraft n:ehr hatte, und die Folge davon war. daß mit 16. Juni 1919. an welchem Tage unsere Elf in Wien 5:1 siegte, die sportlichen Beziehungen der beiden Verbände abgebrochen wurden. Unsere Ueberlegenheit kommt in der folgenden Statistik nicht,richtig zum Ansdruck, da wir den Berlinern oft zweite Garnituren entgogenstellten. Bisher wurden 25 Spiele zwischen den beiden Hauptstädten ausgetragen. Dabei erfochten wir 14 Siege, 9 mal blieben unsere Gegner erfolgreich und zwei Spiele endeten nnenischioden. Das Torverhältnis lautet 69:42 für Oesterreich. Die Vertreter der beiden StiMe. Wien: Tor: Feig! (Wacker); Verteidiger: Reanart lm-n« Pid), Popovich (Amateure); Läufer: Nietsch, Brandstätter (Rapid), Plank (Sportklub): Stürmer: Neufeld. Häusler (Hakoah), Schaffer (Amateure). Bulla (Vienna), Wessely (Rapid). — Ersatz: Grünwald (Hakoah), Schlosser (Rapid). Berlin: Tor:' Kirhnt Mord-Nordwest); Verteidiger: Bache (Wacker). Mantsch (Union Ob.); Läufer: Motzhus Memannia), Probst (Vorwärts), Wolter (Alemannia); Stürmer: Wolter (Vorwärts), Lehmann (B. S. V.), Theiß (Viktoria), Sobcck (Alemannia), Montag (4iord-Nordwest). Men als Favorit. Die Berliner haben in letzter Zeit in den internatio« nalcn Auswahlkmupsen günstig abgeschnitten, trotzdem, halten wir sie unseren Vertretern in keinem Belange als gleichwert. Wenn die.Wiener sich durch die forsche Spielweise^der Berliner nicht and den: Konzept bringen ^lasser:, dann sollten ne einen glatten Sieg erringen. Die Abreise der beiden Mencr Teams. Zur selben Zeit, zu der die Hakoah nach .London abreiste, entführte gestern der Schnellzug der Franz Josefs-Bahn die Wiener Llnswahlmannschaft nach Berlin. Ms, letzter, zehn Minuten vor Abgang des Zuges, erschien Popovich. mtb nun war die Reisegesellschaft, die von den Verbandsmitgliedern des Wiener Verbandes Deutsch. Löwy und Rie-der geführt, wird, vollzählig. Ms die Danrpfpfeife um 6 Uhr 46 Min. früh das Zeichen zur Abfahrt gab, lraren als Mschiednehmer die be:den Sekretäre des Verbandes Kick und Kirnbaner. ein unentwegter junger Hakoahner und der Mitarbeiter unseres Blattes antvesend. Unwillkürlich drängte sich uns der Vergleich mit der kürzlich erfolgten Abreise der Hakoah auf. Diesmal ging es weit, weit stiller zu. Ohne Sang und Klang reiste dann auch unsere Ansmahlmannichaft 2 Uhr 66 Min. nachmittags mit der Osibav" nach Budapest ab. Diesmal aabcn unteren Spielern gar nur zlvei Personen das Geleite. Dafür gab cs aber Aufregungen in Hülle :md Fülle. Bor allem war Soli! (Hertha) schwer gekränkt. Bekanntlich war ursprünglich Blum (Vienna) als Vcrtcidig.'r, nominiert. Als der Döblinger absagte, überging Herr Meisl den Ersatzmann Soli! und bestinnnte Horevs als zweiten Verteidiger. Der Favoritncr erklärte nun am Bahnhof, daß, falls MeiÄ ihn nicht spielen lasse, er an der Reise ::icht teilnünmt. Diese Vorstellungen erhob Solil -bei den Vorstandsmitgliedern des Oe. F. B.. Ratzl, Dr. Gero, Dr. Gbersthaler und den: Sekretär Lieg!. Als Herr Meisl zienllich spät cinlangte, schien Solil seine Änsicht geändert zu habeir, da er widerspruchslos den Zug bestieg. Die zweite Kalamität ergab sich daranch daß Hoß (Vienna), der nach der Umstellung der Mannschaft den Linksverbindungsposten einnehinen sollte, nicht auszusinden tvar. In seiner Not schickte kr Bundeskapitän einen Boten zu Fischer (Vienna) und l>efal)l ihn:, an der Fahrt teilznnehinen, da er imbedingt spielen müsse. Mit Fischer erschien aber Höß. der aus den Zeitungen seine Wabl erfuhr, am Bahnhof. . Nun war guter Rat teuer, da Herr Meist sich ,sehr lange Zeit ließ. Bei seinen: Eintreffen traf er die, Verfügung, daß beide Spieler mitkomnien sollten, antreten Ivird aber nur Höß. Recht gering ivar auch die Zahl der Schlachtcnbmnimler. Nach Berlin fuhren drei und nach Bndapest fünf Sportintcressnuen mit.

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