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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-23 · Heft 1655 (23.9.1923) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1655 (23.9.1923)
Date
1923-09-23
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Geist ü Men. Sonntag Äportsrogramm für heute: Fudda». S. Bezirk T. «. E.-Hakoah (F.). Hohe Warte .... 4 Uhr^ Amateure—Hertha (F.), Hertha-Platz. 4 Uhr v. T. C.—Ostmark (F.), Ostmark-Platz.4 Uhr Schwimme». Sprungmeisterschasten, Wasserball-Cupfinale, Dianabad . 5 Uhr Leichtathletik. »Sport-Tagblatt*-Prei8, Hohe Warte.7*4 Uhr Die gestrigen Wettspiele. Die Wettspiele des Samtags nahmen den erwarteten Ber- /auf. Die ungarischen Gäste zwangen der Vienna ein unentschiedenes Resultat ab und S. C. Rag eröffnest seinen neuen Platz mit einem ebenfalls unentschiedenen Spiel, das angesichts des starken Gegners als voller Erfolg zu werten ist. Vienna—3. Bez. T. V. 0:0. Ein echtes Freundschaftsspiel. Hobe Warte, 3000 Zuschauer, Schiedsrichter Wancura. 3. Bezirk T. B.: Neuhaus; Me'cher. Szabo; Vadas, KodaSznay, Nagy; Mengl, Palczek. Horvath. Göttler. Schwitzer. Vienna: Kolar; Rainer. Kargl; Bromberger, Chrenka, Ludwig; Kaiser, Tremmel, Fischern, Reumann, Hcinstin. Tie Budapester rechtfertigten durch ein slinles, faires Spiel ihren guten Ruf. Sie kombinierten schnell und zweckn^g, doch schossen ihre Stürmer zwar wuchtig, aber sehr ungenau. Ihre besten Spieler waren Göttler. Palczek und überraschenderweise Kovasznay, der Ersatzmann Klebers. Die Verteidiger Waren anfangs recht unsicher. Die Vienna trat mir einer Ersatzstürmerreihe an, in der Reumann am besten gefiel. Die Hintermannschaft, in der Rainer hervorstach, spielte brav wie immer. Der Kampf begann mit Angriffen der Ungarn, die es rber nur durch Palczek zu einem Stangenschuß bringen. Im weiteren Verlause des Spieles werden beiderseits gute Chancnr vergeben. Ein von Fischern erzieltes Tor wird von dem äußerst schwachen Schiedsrichter Wancura nicht anerkannt. Rag—Slovan 1:1 (0:1). Das Eröffnungsspiel auf dem neuen Sportplatz des S. E. Rag brachte den Drittklast'igen mit dem unentschiedenen Resultat einen schönen Erfolg. Die Torschützen waren Cbaloupa llir Slovan und Hofbauer für Rag. Die Meisterschaft. •v-.v. finden folgende Mc.'ister'ch a ftsspielc stau: 2. Klasse Süd: S. S. V.—Rudolfshügel, Iu'.ernadional—Bewegt:ngsspieler, Sportfreunde—Germania, Neubau—Vonvärts 1906, Cricketer—Vorwärts 11, Bewegung 20 —Phönizia. 2. Klaffe Nord: Donau—F. A. C., W. A. C.—Mcidlinger Sportfreunde, I-.'-dlersdorj—Red Star. Sturm 1907— Donaustad:, GriMcck—Sturm 1914, W. A. C.—Straßenbahn. 3. Klasse W e st: Normannra—Astoria 13 (10 Uhr, SS. A. S. 10-Platz), Burggasser: Neptun—Wieden (2 Uhr, Fav. A. C.-Platz), Witte!; M. A. K.—Baumgavten (2 Uhr, Baumgarstn-Platz). Gribitz. 4. Klasse Nord: I. A. C.—Neulerchenstld (10 Uhr, Helsort-Platz), Belarek; Astoria 20—Alsergrund (10 Uhr, Neubau-Platz), Sch.äbenpjlug; Reichsbund—Unitäi (4 Uhr, Reichsbund-Platz), Schönberger; Wr. Viktoria—Dornbach (2 Uhr, HEort-Plwtz), Kü-hhaß. 4. Klaffe Süds st: Hasm-onea—Elektra (4 Uhr, Donau-Platz). Lruska; Prater Sp. E.—Hechawer (10 Uhr, Lyon^Platz), Ferber; Athen 2—Aspangbahn (2 Uhr, Hac. Nordstern-Platz», Kaliwoda. Wiener Morgenzeitung. ö. Klasse Nord: Almlanma—Britamria (10 Uhr, Stadlauer-Platz), Worok; Bar-Kochba—B. A. C. (8 Uhr, Bewegung 21-Platz), Weiß: Grinzing—Vindobona 9 (4 Uhr, Union 31-Platz), Streb; Merced:s—Achduth. 5. K l a s s e Ost: Ha-Kbor—Avi (10 Uhr, Stammet sdorsdr-Platz), Schtvab; Hermada—Makkabäa (10 Uhr, Columbia 21-Platz), Täubler; Arkadia—W. F. C. (halb 12 Uhr, Taubsttimineiiplatz). Ein Massenmeeting der 'öakocch. DK Hakoaih will don sensationellen Sieg in London nicht vorübergehen lassen, ohne dieses Ereignis entsprechend zu würdigen. Sie veranstaltet deshalb beute um 10 Uhr vormittags im Festsaal des Hotel Eontinental, 2. Bez., Taborstraße, ein Massennieeting, bei dem Dr. Körner über die Noiseerlebnisse und Gemeindcrat Doktor Plaschkes über das Thema Judentum und Sport" sprachen werden. Die Hakoah ladet alle Mitglieder, Freunde und Gönner mm Besuch dieses Meetings ein. Hechawer hat heute im Cafe Lido seinen eisten Gesellst; aftsabend. Wiener Cup. Zwei jüdische Vereine treten bereits heute tu die C'Upkowkurrenz ein. Kadimah spielt um 10 Uhr gegen Katsermühlen auf >dem Iedlersdorscr-Plah. Schiedsrichter Rotier. Hao,air tritt -um halb 11 Uhr gegen Akademia ans dem Platz des lctzoeren Vereines an. Schiedsrichter Pick. Die Meisterschaft. treten sämtliche Vereine zum Pnim .st-r-pf au. Das interessanteste Treffen ko mint in der Krieau zur Austragung. Hakoah—W. A. C. (Hakoah-Platz, viertel 11 Uhr). Die Hakoah hat wenig Chancen gegen den sich in .Hochform befindenden Meister erfolgreich abzuschneiden, doch ist es leine alte, fast zur Tradition gewordene Tatsache, daß die jüdische Mannschaft gerade den Prastrstnten immer ein schwer .zu bezwingender Gegner war. Die Hakoah ist besser, als in den früheren Jahren, dafür sprechen die heuer erstellen Erfolge gegen Allround, V. f. B. und Lehrer. Das Spiel wird auf dem neucrbauten Hockch-Pl-atz der Hakoah ausgetragen und verspricht einen technisch hochstehendeil Kampf zu bringen. Den Zuschauern wird sich der Weg in die Krieau lohnen. Schiedsrichter Dr. Munk. Lehrer—V. f. B. (Lehrer-Platz, viertel 11 Uhr). _ _ Beide Mannschaften befleißigen sich einer etwas scharfen Spichweise. Der V. f. B. ist heuer noch nicht in Form. Die Lehrer mußten letzten Sonntag eine Niederlage durch die Hakoah in Kauf nahmen, für einen Sieg des V. f. B. spricht seine größere Routine, doch wäre ein unentschiedener Ausgang des Treffens keine Ueberraschung. Allround S. C.—Amateur« (Rennweger - Platz, 11 Uhr). Die Amateure haben bereit ein? Krise durchmmachen, man spricht sogar von Auflösung der Sektion. Derartige Verhältnisse bleiben ans die Spielstärk-: einer Mannschaft nie ohne Einfluß. Der Allround S. E. besitzt ein? junge kampfessreudige Elf, welche in diesem Tressen unser größeres Vertrauen hä-t. Cottc^e E. V-—Kritzendorf. Das fortgeschritvenere Können der Cot-tage-Leute sollte für den Sieg ausschlaggebend sein Red Star—Arminen. Da Red Star suspendiert ist, erhalten R" Ar'ninen kainps cs R-: 'r .: zugesprochen. Handball. B -c. nilt internationale Aus Tic spielstarke Mannschaft des L. K. Marathon iLcmstg) tritt heule um halb 11 Uhr auf dem F. A. E.-Platz einem Wiener Auswahlstam entgegen. Das Spiel wird von Herrn Hazy geleitet. 23. ScpstmM- ^^23 _Nr. 1688 il „Sport-Tastb!att"-Preis. Houte findet auf der Hohe» Warte vor dom Spiel 3. Bezirk T. B. E.—Hgikocch diese sticht, athletische Konkurrenz ihre Fm'lsetznng. In den zwei Staffel' Wettbewerben haben W. A. E., W. A. K- und Hakoah genannt. Die Konkurrenzen!!astten: Staffel 4 nral 200 Maler Staffel 1600 plus 800 -plus 400 Plus AX> plus IM Meter. Die österreichischest SPrungmeisterschafte« und das Cupfinale. Im heurigen Ialire wurden für die Sprungmeisterschasten keine Sprünge ansgclost. so daß die Damen zehn und die Herren zwölf Kürsprünge ausführen müssen. Einen aufreibenden Kamps wird es bei den Damen gebcrr. Bor wenigen Wochen gelang es der Tschechin 5trongeigerova, in Prag über die Göteborg-Siegerin Grete Adler einen unerwarteten Sieg zu erringen. Heut« wird Adler Revanche nehmen wollen. Auch Rantasa, die bekanntlich für den Polizeifilm „Helden des Alltags" von einem 16 Meter hohen Steg mit Kleidern in den Donaukanal sprang, lvird beiden hart zusetzen. Alle aber werdcic sich vielleicht vor einem jungen Talent aus Graz beugen müssen, dem ein glänzender Ruf vorarisgeht: Fräulein Söltner. Ilm die Herrenmeisterschaft wollen sich drei Prager bewerben, deren bekanntester Kopriva ist. Aus Graz eilt Altmeister Köllner mit feinem Schn- Icr Tranninger herbei. Aus Bruck kommt der tüchtige Mühlfellner, der erst vor einer Woche zu sehen war, aus Wien sein Bezwinger Glaser, der einbeinige Margulies, der vorjährige Meister Lllbert und der Mehrkampfmeister Farkas. Fast scheint es. als ob in Köllner diesmal wieder die Jungen überflügelt würden. Die Veranstaltung ist mit zwei Wasserballspielen garniert. In der Vreisterschaft der zweiten Klasse treffen Cricket und Donau aufeinander. Der Silberball, beu tut Vorjahre der 3. Bezirk Turnverein Budapest zusammen mit der Meisterschaft gewantt, ist heuer der Preis eines eigenen Cupbewcrbes. Die Hakoah hat den W. A. S. geschlagert und gelangt, da der 3. Bezirk nicht nach^ Wien kommt, heute in die Schlußrunde. Der W. 21. C. mußte sich die Berechtigung für dieses Spiel erst gestern abends erkämpfen. In der Meisterschaft spieltetr die beibett miteinander unentschieden. heute aber uutß bis zu einer Entscheidung gekämpft Aus den Vereinen. 2t ch ) u t h. Heute erstes Meisterschaftsipiel gege-.t Mc-r« cedes tun 4 Uhr auf dem Strebersdorfer-iPlatz. Bovher We.ttspiel der Rofervm,. Treffpunkt der Reserve tun halb 1 Uhr, der ersten Mannschaft tim t-alb 3 Uhr beim Konzertsal-on „Bvigitta". Di? nächste 2l.usschußsihttn-g fitcbcl nicht .Dienstag, den 36. d., sondern erst ftu einem späteren Termin statt, der rechtzeitia bekanntgegeben wird. Hechawer. Heute int Cafe Lido, 3. Bez., Dampfschiffstraße 20. geaenüber der Franzensbrücke, erster GescllschaftSabettd dieser Saison. Alle Mitglieder, Fremtde ttnd Brudervereime sind herzlichst cingeladen.! Jüdischer Ath-let-i kkBttb Kadimah. Heute vormi-ttaas auf dem Iedlersdorfer-Platz Eupspiel gegen ■ Karser-mühlen. Abends int großen Saal des Klubhcims Cast! chstctropol (früher A-uto» gesellige Ztlsammcitkunft mit Tan,',. Bo trug?)e wisst Sp-ort-ittg Club. Klubabeud ab Dßnstaa regelmäßig Diettstag und Freitag im R-i-ngcast. 1. Bez., Stnbenr'ntg. tut Soustrva'ut. Morgen Montag T«nni-ng im Bea-tr-ixbad. Miigliedskartert miibriitg.cn. iieule LonntsA c!en 23. 8ept., 10 Uhr vormittags Tagesordnung: Dr. J. K ö r n e r Dis Hakoah in England, Gern-Rat Dr. hu oaai uea i tuir MWh v&k ai8a Continental, II. Bez. W l'aborstrZsse aschkes: Judentum und Sport Copyright 1923?!.ichdruc! öetbottn. kylULtSwif-Verisp,Wien-Leipzig. (95. Fortsetzung.) Roman von I. Opatoschu. ilutorifierre Uebertragung aus dem Jüdischen von Siegfried - Schmitz. Mordechais Augen füllten sich mit Tränen. Er stand hilflos da und wußte nicht, was er tun sollte; ehe er sich wmschauen konnte, tvar Riskele verschwunden. Mordechai konnte es nicht mehr anshalten; er litt darunter, daß Rrstele keinen Vorwurf für ihn gehabt hatte u.tib an ihm nicht wir an einenl Fremden dorüberyegan-gen war. Aus dam Beth .Hantidrasch kam die Chewra Kadischah eifrig trnd dienftstrttg; die Männer fuhren sich nrit farbigen Tafcheirtüchern über Stirn trnd Gesicht ttnd sprachen alle zugleich: „Das Amt gehört uns!" „Wir weichen nicht!" „Ein rabbinisches bricht?" ,,Gui!" „Dieser Prozeß ist glatt gewottnen!" „Ruhe," — ent Chassid stampfte mit dem Fuß aus — »was find das für Reden?" „Die Reinigung werden Schüler und gttte Indetr vollziehen." „Der Stadt gesä)ieht Unrecht!" „Unrecht!" „Das Amt gehört uns!" „Kozt wird es nicht zulasten!" Reb J-tschr trat hinzu und beruhigte tDoc '.•.uLieu: „Still, still, streitet nicht. Wir lver-dcn losert, und wen das Los trifft. . „Gut;" Es wrl-rdc still. Durch das Zimmer klang die Stimme e'mes Chaffid, der erzählte; er sprach zuerst laut und dann immer leiser: . . und als matt des Dlaggid heiligen Lerb ins Wasstr tauchte, wtrrdc das Bad voll mit donr Geruch st^ener Gewürze; denn ihr müßt wissen, daß auch der tost Leib eines Zadik heiliges Fleisch ist. Würmer und übler Geruch habet: keine Gewalt über ihn . . ." Bei beu letzten Worten spürte Mo-rdechai, daß die Luft zum Ersticketl ivar; er mußte ein Fenster offnen. Ter Wunsch, die Decke vom Leichnam zu ziehen, ließ ihn nicht in Ruhe. Er wollte sehen, ob die Trauer um die Augen des Rabbi geblieben ivar; zugleich sagte ihm sein Herz, der Tod lasse nichts übrig. Er war doll von Vorwürfen, ohne -u wissen, gegen wen und gegeu tvas. Jhnt siel ein, daß Moses hatte nicht ster-ben wollen; tinb als nichts, half, flehte sein-e Seele zn^ Gott, er rtiöge sie nicht vom Körper trennen, mit bem sie hnttdert'.'.ndziva'nzig Jahre vereinigt gewesen war. Und hier unter dem weißen Kaftan lag ein mageres Körpcrchett, das dent eines halbwüchsigett Knaben glich. Rabbi Mendeles Seele hatte einsam gelebt, war in dorn entlegenen Zinrmer gesessen, in dem Spinnivebe in allett Winkeln lag. hatte sich nicht in die Weltordnnng gemischt uivb außer bent schwachen Körper niomand-en auf der Welt gehabt. Urtd nun war man über den Körper hergesallett, chatte ihn getvaltsam von der Seel? getrennt, zerdrückt, zerbrochen, in ein Bündel gew'.c-^ " .? "nter dem fadensche'migetl Kaftan versteckt. Wohlig atrsgencht erwachte Mordet . .■ ' .er Nacht; er uwr sicher, daß er sich erst vor lttrzem schlafen gelegt hatte ttnd zugleich ärgerlich, daß sein Gespräch mit Rabbi Metredele ein Traum ge'wesen war. Ter Rabbi war doch tot. Mordechai kleidest sich im Tunstln an und trat aus die Straße. Kozk schlief. Nur im Beth Hantidrasch des Rabbi saßen Verwandle uud Nahesstheude, der e'inc vor dcm Sohar, der attdere vor der Misch na. Int 'Halbschlaf tnurntelten sie den schnterzersüllten Sirtgsang. Die Oellämpchen und tropfertden Kerzett bcstuchstten fotmt -das große Beth Hamidrasch. Bei einem Prüt saß ein dicker Chassid, die .Hä nde über eiltet; offenen M isch na gekreuzt, das Küm daratts gestützt, und schnarchte. Sein dunstlgrauer, wirrer Bart, der zu beidert Seiten des Kin-n>es ansetzst und aussah, wie eilt Flederwisch, bewegte sich. Hinter dem Ofen sagst jentand weinend Psalmen, daß matt jedes Wort zählen konnte. Auf Bänstn unter den Tischen lagen Chassidim. die Nocke unter dein Kopf, und stöhnstn int Scblas. Atts den Zehenspitzen schlich llNordcchai in Rabbi Mendests Zimmer. Ein schloerer Gcrnch schlug ihm entgegen. Jtunitsttt des Zimmers lag auf einer Bahre, die aus Brekstrn zusamntengeschlagott war. Rabbi Mendest, mit dom tveißen stidcnen Kaftan bedeckt. Auf dent Fttßboden brannten dicke Wachskerzen, Sägespäne wareit ausgestreut. Reb Jlsche stand zu Häupstn des Rabbi, nrit glühenden Wan-oen, die Aneen mit gr-oßeit Tränen erfüllt, wie eirt kstines Kind, das sich verirrt und die Mtt-tter Vevloren l-at. Reb Towidl saß mit geschlossenen Äugen und wär-m nicht immer ivi-.-der Seufzer m:d ein „Oj" ans feiitem Munde gcdrungett, so hätte matt meinen können, er schliefe. Bei der Ostinand sst-uden die beiden Lteblingsschnler des Rabbi, die Leuchstn jüdischett Wissens in Polen — Reb Aivre'-m!, der Schwstg-er'ohn des Verstorbenen n-nd Reb Hetwch — sie schlugett mit beu Händen an die Wand und sagten ein Soharkapistl her. Mb Jtsch-e richtest seine tränenden Angen auf Mordechai; er blickte so mitleidsvoll, daß es Mordechai die Kehle zusammenschnür-st. In der Tür stand der bloßfüßige Israel und hielt sich -die Nase zn. Er trat an die Bahre, schlug den Kaftan zurück und sah dem Toten ins G-esicht; „Rabbi v>m Kozk, do-ine Schüler -haben gelost, an welchem Teil deines heiligen Leibes jeder das Werk der llieinianng verrichten solle. Das gilt, trenn der Leib heiliges Fleisch ist; wie ist es aber, Rabbi vott Kozk, tvenn der Leib fault? Wie ist cs dann Brauch? . . ." Der Schomnres und einige Bertvandte liehen ihn nicht vollenden, faßten ihtl unter den Sternen umb führstu ihn hinaus. llkeb Itsche sprach kein Wort. Er stützte den K^--' 'wischen di-e Hände und noeintc noch lauter. Reb Hen. - . >> zu Reb Awre-jml und fragte ihn: „Weiht dtt, tvas tvir in Kozk gelernt haben?" Reb Awrchml öffnest seine trüben Augen ttnd schtnstg. „Wir haben gelernt, der Mensch solle sein Lrr-og -daran denken, daß er ein Stiüter ist." (Fortsetzung folgt.)

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