Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1655 (23.9.1923)
- Date
- 1923-09-23
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ft BkN, Svnniog Büh«e und Kunst. Zer erste Suse-Abend. (Rene Wiener Bühne.) Dies also ist Eleonore Düse. Vn« Mertrom, vornehm «nd müdr, mtt Bewegungen, die nicht nnr bchulsam sind, weil edles Maß der Gefühle den lieber schwang verbietet — die auch behutsam sind, wett sie es schon sein müssen. Eine Greisin mit brauner Perücke sitzt am Veilchen eines Wrches. Urahnrn oder Mutter? Sie muß im ersten?Ut „junge Mutter" spielen... Aus der Inhaltsangabe weiß man, daß in der nächstzm ^one d« Wunder geschieht. Das sterbende Knäblein wird sich denn Klang frommer Glocken erhöben und plötzlich aesumden. Man iveiß -es und bangt vor diesem: Wunder. Denn wie soll der gebrechliche Körper dieser Frau die Erschütterung «tragen, wenn sie ihr einziges Kind gerettet sieht? Und da bvEl sie schon die Arme, da hebt sie die Hände. Die berühmten, in aller Welt verehrten Duse-Hände sind heute nur mehr das RHntgenbild jener Hände, denen d'Aununzio sin Buch widmete. Sie spielt in einem wertlosen, ihrer unwürdigen Stück, u»b dieses Stück ist so zugaschnvtten, daß sie am Schluß jedes Aktes ihren Monolog Hai. Wie wird sie's überdauern, die ge- »rechliche Greisin, die sich eben abwendete und h-.nmlich, aber krampfhaft hustete... Peinlich«: Abend der Sor-gp :un eine angebetete Mei-stev-n, die heute mit tragischer Hingabe — physische Schwäche Aberwinden muß. * Natürlich, sie überwindet sie nach schmerzlicher Anstrengung. Jetzt stehst du eine Mutter, eine wirklich junge Mn: Ar, um das einzige Kind kämpfen. M-it der Kraft heimlicher, inbrünstiger Gebete, die ohne Gebärde der Verzweiflung, ohne daß empovgehaltene, gefaltete Hände den Weg weisen müssen, aus dem gebeugten Leib aufschießen zu ihrem Gott. — Jetzt siehst du eine Frau mir wirrem, gebleichte-m Haar über die Bretter schneiten, einen Baumast als Stütze in Händen, der leikchaftige weibliche Ahasver. — Und jetzt stirbt Maler dolorosa. Ein klassisches Sterben. Hat vor dem Altar ihre Not hinansyerufen, irtted wieder, die Seele steigt auf, -der Kopf sinkt 'chwer aber herrlich rnhig zur erlösenden Erd-. Aber nach diesen Szenen empfindet man: Wie könnest grausam vergessen, daß die verehrte Greisin nur mit übermenschlicher Anstrengung dort oben einen ganzen Abend --giert? Ich sich uck> Howe einen weltberühmten Geiger in den Jahren seiner vollen Manneskraft, ich sah und hörte ihn ein Jahrzehwl später als Greis <er alterte plötzlich) mühselig mit bebrillten Augen die brillanten Passagen und stachsligen Dariarwnen vom Notenblatt lesend, mit denen er einst die atemlosen Konzertsole Europas und Amerikas lächelnd, spielerisch bezwungen hatte. Es war niederschmetternd. Ich weiß nicht, ob es gestern, den Verehrern der Düse besser erging, welche die schwer geprüfte Frau vor einem JahrnÄm bewunderten. Otto A b e l e s. MStthrvtsr. .Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler." Phantastisches Melodram von Karl Meinhard und Rudolf B e r n a u e r, Musik von E. N. R e z n i c e k. Die hundertste Wiederkehr von E. T. A Hossmanns Todestag mag als Entschuldigung dafür gelter:, daß man ihn — nicht;um ersten Male — gleich Schubert, Mozart und anderen Leidensgefährten bühnenfähig machte. Nachdem Schumann für Kreislers Liebesglück n--) Licbesweh in den Klavierstücken der „Kreisleriana" leidenschaftliche Töne gefunden hatte, hat ihn Offcnbach zrcm Helden seiner phautasttfchen Oper gemacht, und nun folgen auf „Hoffmcmns Erzählungen" „&te:&ler§ wunderliche Geschichten". Kapellmeister Johannes Kreisler, diese Urgcstalt' des deuffä-en Musikers, ist von Hoffmann Wohl in Anlehtvung an den Mrrsiker Josef Berglmger in Wackenroders „Herzenscrgießungen" geschaffen worden und er spiegelt die Selbstguälereie-n des Kammergerrchtsvates E. T. A. Hoffmann wider, der als Dichter und Musiker, als Zeichner u-:tt> Schriftsteller niemals die Grenze Mischen Künstlertraum und Wirklichkeit festzuhalten vermochte. Aus seiner Liebe zu seiner Schülerin Julia, der Tochter des Bamberger jüdischen Konsuls Mark, entstehen die „musikalischen Leiden des Kapellmeisters Kreisler". Jutta ist für ihn das „Ewig Weibliche", sie kehrt als Donna Anna in der Potsdamer Fremdenloge beim „reisende:: Enthusiasten" zu unheimlicher Nachtstunde wroder, sie ist die Undine des kleinen gchpenftischon Mannes, die Wafferjungfrau soiner Oper, die sich »ach einer menschlich«: Seele sehnt und gleich ihm e>m Zwitterwesen der menschlichen Gesellschaft bleibt. Die neue Bühnenbsmckeitumg von Meinhard und Bernaner beschrankt sich in der Hauptsache ans drei Szenen: auf seine Beziehungen zu Julia-Undine, auf die vielfach frei erftmdsnen Intrigen der Dresdner Hofkamarilla gegen den Komponisten Kreisler, der um seine Oper kämpft und die Richte des Ministers liebt, nnd schließlich auf das spukhafte Erscherrvm der Donna Anna in ferner Potsdamer Loge. Filmartrg rasch und präzis rollt Kve-isler-Hoffmanns Vergangenheit in 42 Bildern ab, und wie der verbindende Text auf der FKmleinwanld erscheint er selbst immer wieder in der Klause seines treuen Serapionsbrrrders Theodor und gibt die für die BühneMldar noÄvanidigen Aufklärungen. Er ist kein Bühnenheld, auch nicht die sich selbst verzehrende Urgestalt c-cdeutschen Musikers dem» überrsiKavvn Geurüte und de. -»iS ab anMztietiLWfmmm m Wiener Morgenzeitung. DOROTHEUM Versteigerungs-Einteilung »Ör 14 Tag« TÄqllohPratiosen; |rden Dl Silber und Chinasilber; jödrn Kl Brillanten- und Perlenschmuck im Franz-Saal. Tä|llohQebrauolMBogenst&nde im Ludwigstorff-, Rössleru. Kolowrat-Saal; jeden Mi Photeapparato, Ferngläser, Sohrslbmatchlnen, Reisszeuge; Fr5. X. Jagdwaffen. Sportauirüsiunfl, Fahrräder, Pelze im Ludwigstorff-Saai. Jeden Do im Franz Josef-Saal: Schöne Kübel, Klaviere, Luster, Perserteppiohe, Gemälde, Kunstgewerbe; jeden Di u. Fr im Hoch-Saal: Kunstgewerbe, Gemälde, Teppiche, Antiquitäten; im Olashof: Atübcl, Kasse", Luster, Bilder, Hausgeräte. Joden Do, Fr u. Sa Bücher im Eminger-Saal; jeden Di u. ft“ Briefmarken VI.,Mariahilferstr.73. Mi 3. X. XVIII. TeohnlscJ® Auktion: Autos,Maschinen,Werkzeuge, Messapparate, Armature"» Vltr., Feldgasse C. Di 2. bis Do 4. X. ‘/*3 Unmoderne und antike Böbsl (OPclnal Biedermeier und Mari* Theresien-Barock), PerserteP* ploho, Gemälde. Miniature" Kunstgewerbe Silber, Versteig6* j rungssaal Margareten, V., Ströbachgasse 8. TägBfich SchausteBtiangen ab 1 Uhr Beginn «2er Versteigerungen ab 3 Ohr I Näheres durch die „Mitteilungen“ und „Nachrichtenblätter“ wenig Phlegma beige,nischl ist." Wir begegnen vielmehr irgend einen: vergrämten, nervös defekten Musiker, der im Loben und in der Kunst Schiffbruch gelitten hat, aber nicht dem großen romantiischen Phantasten mit den: bizarren Aeut'eren nnd keuschzarten Inneren, dem Beethoven und Weber Wertschätzung gezollt haben. Die vorwiegend melodramatische Dtusik von E. N. R e znicek ist die richtige Ansdrucksform für d-iese neue Kreis, leriana. Unter Patronanz von Richard Strauß, in Anlehnung an seinen eigenen „Sieger" bringt er hübsche Koloristik in den flimmernden Geigen, in den spukhaft tiefen Bläsern und den märchenhafter: Harfenklängen, Motive aus Mozarts ,,Ton Juan" und Hofftnanns „Undine" sind mit Feingefühl verwertet. — Die Hauptsache freilich bleibt die Szene, die alles Phantastische beisteuern muß. Sie kann sich denn auch im lieber- und -Nebeneinander gleichzeitiger Bühnenbilder, in Stockwerken und Längs- und Querfeldern, in traumhaften Farben vom magischen Blau bis zum düsteren Schwarz, im Auf- und Niederwallen von Schleiern und in der unermüdlichen Arbeit der Scheinwerfer gar nicht gemtg tun, und. die Tafelrunde der Serapionsbrüder, der Traum von Undine mit den von Neu b er einstudierten phantastischen Tänzen, die schwarze Messe, der Dresdner Schloßsaal und das Erscheinen der Donna Anna sind Musterbeispiele moderner Jnszemerungsknnst. Sehr wirkungsvoll und doch nicht unwirklich genug ivar Herr R i e m a n n in der Titelrolle, poetisch reizvoll Hilde Wall in den weiblichen Hauptpartien, sehr gut die Herren Kurt, Lessen und A s k o n a s, angenehm Frau Z ü d e?r s. dorf als Sängerin, besonders verdienstvoll Kapellmeister K u r m a n n als Dirigent. Es gab lebhaften Beifall, der' tvohl nicht dem Werte des Stückes galt, sondern vor allem der ganz virtuosen Technik der Regie und Szene des Berliner Regisseurs Paul P r u e g e l, in der Bühne und Film eine neuartige Verbindung eingrheu. slb. zwei Premieren des Bnrgtheaters. Der geplante Zyklus deutscher Lustspiele wird im Akademietheater am 20. d. mit der Aufführung von Kotzebues „Di de u: schen Kle i nstädt er" eröffnet. Im Btlvgtheater ftndet Freitag den 28. d. die Erstausführutbg des neu inszenierten und ne:t eiinstud-ierten ,Ilichard der Zweite" statt. Die Generalprobe wird Donnerstag um halb 14 Uhr vormittags abgehalten. Theater au der Wien. Eine Festaufführmrg zu Ehren eines amevitanischen Finanzmagnaten, der iin N-^enberuf Kunstmäcen ist, mag ein Nov'uu: in der Wiener Theatergeschichte sein, doch der Zweck heiligt das Mittel und hoffentlich werden reiche Mittel der Nettungsgesellschaft zufließen. „Die luftige Witwe" __ Musik und die Darstellerin Frau Mizzi Günther ivaren jung und ftisch wie bei der Uraufführung vor bald zwanzig Jahren, Herr M a r i s ch k a war ein prächtiger Danrlo Damloivitzsch und Frau TürE-Rhon :urd die Zerren G u t t m a n n, Matsche! und T u s ch l bewährten sich in kleineren Rollen. Msifter Lehar dirigierte persönlich die Festvorstellnng und war Gegenstand stürmischer Ovationen. Eleonara D»se absolviert morgen m der Neuen Wiener BÄ>ne ihr Gastspiel. Es gelangt Henrik Ilsens Dr-nna „L a D o n n a del nt a re" (Die Frau vom Meere) -ptr Aufftchruna. Beginn präzise halb 8 Uhr. Zuspätkommende finden ausnahmslos erst uach den, erfreu Akt Einlaß. Ferdinand Avenarins gestorben. Wie ans Berlin gemeldet wird, ist. Ferdinand Avenarins. der hochverdiente Begründer und Herausgeber der Zeitschrift „Der Künstwart", im Alter von 67 Jahren gestorben. Avenarins har sich um die Erziehung zur Kunst außerordentliche Verdienste erworben. Mämwr wie Spiteller. Batka und Gregor:, der bekanntlich vin weit besserer Schriftsteller als Schauspieler ist, zählten zu seinen ständigen Mitarbeitern. Bekannt ist auch die Diskussion über die Juderrftafte, welche durch einen bcdcutsawen Aufsatz Moritz G o l -d st e i n s und eilten Aufsatz aus der Feder von Menariüs selbst eröffnet wurde und großes Aufsehen erregte. Wahrend des Krieges nahm leider der „Kunstwart" eine nationalistische Wendung und brach mit Spittelcr. den: mutigen Bekämpfer der Siegfrwdrnsidee. In jeder Nummer MsNMMNtsgebWreN für Hole» und Seslfchlosd! Ab 1. Oktober r Deuifchtaw-.Ssteer. K. 28.000 Pole».poln. Mark 100.008 83. Septe.mbev 1923 Nr. KSS6 des ,,Kunstwart" ließ Avenarius einen Dichter durch sorgfAt^ gewählte Teile ans seinen Werken zu Wort kommen. Adenartuz hat auch eine sehr wertvolle Anthologie deutscher Dichtung $a, sammcngestellt und sich mit Glück als Lpriker versucht. Aus den Theatern. Im Burgtheater gelangt Montag das Schanßpto! „Anna K a r e n i n a" nach Tolstoi von Cdnlund Guiraud zu: Au'ffi'chrung. Dienstag wird die Posse mit Gesang „E i n er Jux will er sich m a che n" von Johann Neftrov crußgo Wrt. Im A k a d e in i e t h e a t e r wird Niorrtag das Schauspiel „Die -Frau von vierzig Jahren" von Sii-Löavß gegeben. Dienstag geht die Komödie ,)D e r K r e i s" von W. S Maughanl, Uebertragung von Minn Zoff, in Szene. In der Volksoper geht heute nachmittags, 2 Uhr, ju bedeutend erntäßigten Preisen „Die Zauberflöte" :v Szene. Dirigent: Leo Kraus. Auends, 7 Uhr, gelangt ,)D i c Afrika ne rin" zur Aufftchrung. Dirigent: Dr. Kaiser. Morgen wird „Der Troubadour" gegeben. Dirigent: Dokto: Meirich. Es ist der Direktkion gelungen, den bekannten ^Wagner. Sänger, Kammersänger Karl V u r i a n, den man , schoo lange nicht in Wien gehört hat, für ein Gastspiel zu gewinnen Kammersänger Bnrian wird vorläufig zwei seiner berühmtesten Rollen, und zwar an: 2. Oktober den „Tannhäuser" und am 6. Oktober den „T r i st a n" singen. Der ^Kartenverkauf >be. ginnt morgen Montag. Im Deutschen Volkstheater wird gegenwärtig als nächste Neuheit die vierakiige Komödie „Man kann nie wissen" von Bernard Shaw, in der deutschen Uebersehnng von Siegfried Lrebitsch, unrer Leitung des Ne gisse u:L Dans Brahm einstudiert. Die E:ftaufführnng ist Samstag den 2l). d. angeseht. In den Kamm erspielen wird als nächste Novität „S ch w a r z und W e i ß", Luistspie'l von Sacha G u i t r y. deutsch von Otto Eisen schütz, vorbereitet. Die n:änn!tä)e Hauptrolle wird von Hermann Thimig, die werbliche von Traute C a r l s e n dargestellt. Im Raimund-Theater gelangt Dienstag zum ersten Male Shakespeares Lustspiel „Die Komödie der Irrungen" zur Aufführung. Bis dahin gelangt ,/Der liebe Ä u g n st i u" täglich zur Darstellung. Heute, halb 3 Uhr nachmittags, Eröffnung der 'Kammeroper mit „M i gn o n". In der Neuen Wiener Bühne 'beenden heute Else Lehmann und Hugo Thimig ihr Gastspiel in Ha:tptmanns „B i ü e r P e l z". Ab Dienstag gelangt täglich dos Lustspiel „Der Mustergatte" zur Aufführung Im A p o l l o t h e a t e r findet heute. 3 Er nachmittags, eine Äufführung von „Frühlingsluft" statt. Abends 7 Uhr, wie täglich. „Die törichte Jungfrau".^ Dieße Operette geht kommenden Dienstag zum 25. Male in Szene GerichtssM. Richter Lynch. dem kleinen Orte Piringsdorf lim B»vgeuV«ü»I war der Forstgehilfe Josef Györky von der fürstlich Ester» hazischen Gutsverwaltung durch sein: Roheit und Willkür ser Schrecken des Dorfes. Er drangsalierte die Dorfbewohner, schlug Leute, welche dürres Holz sauunekten, blutig und schoß nach den Fliehenden. Am 28. Juki schoß der Forstychrlfe den Land mann Schlögl einfach nieder, weil dieser ihm Borwürfe machte, daß er bcerensuchcnden Kindern nicht rmr die Erdbeeren, sonder:: auch die Gefäße weggenommr» hatte. Als sich die Kunde von dem unerhörten Roheitsackte des Györky im Dorfe verbreitere, brnlächtigte sich der Bewohner ungeheure Erregung. Man verfolgte den ftüchtendeu Mörder und als man chn erreichte, spielte sich ein Mt von Lynchjustiz ab Györky wurde buchstäblich zu Tode geprügelt. Als Täter cm diesem Akt von Volksjustiz wurden 36 Pertonen ermittelt, gegen die vor dem Schöffengericht unter Vorsitz des Hofrates Dr. Haerdtl m zweitägigem Prozeß verhandelt tvurde. Nach dnrchgesührtem Betveisverfahrrn wurden neun Angeklagte freigesprochen und über die vier Verwandten des von dem Förster getöteten Schloß bedingte Strafen verhängt Die Söhne des erschossenen Schlögl, Franz und Peter Schlögl, zu je 14 Taget: strengen Arrests, die AiM" klagten Josef Pallen zu sechs Wochen, Sebastian Schnabl zu zwei Monaten strengen Arrests. Diese Strafen wurden als bedingt erklärt, die anderen Angeklagten wurden zu strengen Arreststrafen in der Dauer von acht Tagen bis zu drei Monaten verurteilt. Die Nationalrat-.-wahlen und der Brrsüssm:gpg-':tv)is» Hof. Da die meisten Mitglieder des VersassungsgcvichishosiL Politiker sind und während der Mahlen nicht abkommen können, hat der Berfassungsgerichtshof unter Hinweis ans die am 31. Oktober stattfi'ndend.'n Wahlen die für den 16. bis 20. Oktober anberaumten Verhandlungen vor dem Berfassungsgerichtshofc abgesetzt und auf den 30. November bis 7. Dezember verlegt. Zu dieser Zeit werden auch die Verhandlungen über allfällige Einsprüche gegen Wahlen — der Berfasftmgsgerichts- Hof fungiert bckamttlich auch als Wählgerichtshof — stattfinden. Die Provision des Direktionsraies. Vor dem Strafbezirksgevicht 1 trat gestern der in O s s i o k wohnhafte Direktionsrat der Jugoslawischen Pank Mirko H e r -m a u n als Kläger gegen den Privaten Max Kraus auf. Wie in der durch Dr. Kappeimacher vertretenen Klage ausgeführt wurde, harte der Klager im Jahre 1910 bei dem Verkaufe eines der Fron Betty Kraus gehörigen Hauses an die Jngoslawische Bank interveniert. W«!) Mschluß des Kaufvertrages hatte Dr. Richard .Kraus, der Sohn der Hausbesitzer:,:, um sich dem Kläger er-' kenntlich z>: zeigen, diesen: ein in seinem Privatbcfltz bofinX liches Bild eines kroatischen Malers zum Geschenk getuacht. Von diesem Geschenk hatte .Herr Hermann, nach Inhalt de: Klage, den: Präsidenten der Jugoslawischen B<:nr Mitteilung getuacht. Herr Ätax Kraus richtet: an den Oberdirril^r der Jugoslawischen Bank einen Brief, in welchem er behaM^te, das; Herr .Hermann eine Provision erhalten und atlgenotuiuen habe, obzwar er als Aktionär und Direktionsrai der Bauk selbst an dem Kaufe des Hatlses beteiligt gewesen sei. In der -'ber die Klage des Herrn Hermann gestern zu Ende geführten Be'Handlung sprach der Richter bei: Angeklagten f r e i, mir Bo gründrlng, daß ihn: der zu seiner Exkulpierung hin"«tchendt. Beweis des guten Glaubens gelungen sei. was da»«uS fcho^ hervorgehe, daß dem Kläger die Annahme des BildrL selbst bedenklich erschien und er deshalb dem Präsident«:: d»r Bank van diesem Gestyeuk Mitteilung machte. Der