Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1654 (22.9.1923)
- Date
- 1923-09-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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rr ”>n- -'.■v,r-ry r-r.v,^-• , r" Nr. 1654_ Men, TamKag Sine romantische kntsührung. Eine sensationelle Entführungsgeschichte mit einem Einschlag von Kinoromantik beschäftigt seit einigen Tagen das Wiener Sicherheitsbnrcau.?(nt 11. d. erstattete der ehemalige ungarische Staatssekretär Hugo v. 8 ach ne die Anzeige, daß seine von ihm geschiedene Gattin Alice die ans der Ehe mit chm stammende 14jährige Tochter Magda Laehne entführt habe. Frau Laehne ist Doktor der Medizin und ist seit einigen Jahren von Hugo Laehne geschieden. Inzwischen hatte sie den gewesenen Rittmeister Jmre Czerniak geheiratet und war nach New-Aork übersiedelt. Bor kurzem war Frau Czerniak nach Wien gekommen und hatte bei dieser Gelegenheit eine Zusammenkunft mit ihrer Tochter, die in einer Pension in der Kärntuerstxaßc wohnte. Bei der Scheidung war!das Kind dem Staatssekretär zugesprochen worden, doch hatte die Mutter das Recht, ihr Kind zu besuchen. Die Zusammenkunft zwischen Fran Czerniak und Magda Laehne fand in einem Kaffeehaus statt. Seit diesem Tage fehlt von dem Mädchen jede Spur. Die Vermutung liegt nahe, daß die Frau ihre Tochter nach Amerika entführt - hat. Es wurden sofort Erhebungen gepflogen. Rach allen Städten des Auslandes, besonders nach -den Hafenstädten, gingen Telegramme, und cs gelang, festzustellen, daß Frau Czerniak bei einer Schiffsagentur in Wien eine Schiffskarte von R o ttcrdam nach New-Aork gelöst hatte und daß sie tatsächlich mit einem Dampfer am 19. d. nach Amerika abgereist ist. Das Mädchen war jedoch nicht bei ihr. lieber den Aufenthalt ihrer Tochter verweigerte Fran Czerniak jede Auskunft. Sie erklärte der Rotterdamer Behörde nur, daß sich das Mädchen in Holland aufhaltc. Man hat aber Grund zu der Annahme, daß die Fran das Mädchen nach Deutschland entführt hat und cs dort verborgen halt, bis sie die Einreisebewilligung nach Amerika für ihre Tochter erhält. Durch die fortgesetzten Nachforschungen wurde festgestellt, daß Alice Czerniak am 11. d.. nachmittags^ von dem Flugplatz in Iedle sec in Begleitung ihrer Tochter mit dem Flugzeug ,.D 2 0 6" nach M it n ch c n abgcflogen ist. Die Milliardenbetrüger Kozdas verhaftet. Vor einigen Monaten erregte die Flucht der beiden Brüder Otto und Ernst Kozdas nach Verübung riesiger Schiebungen und Betrügereien, deren Schadensumme in die Milliarden ging, großes Aufsehen. Die beiden Brüder, in der Wiener Lebewekt sehr bekannte Figuren, waren die Inhaber der Elisabeth-Garage und betrieben Geschäfte mit Automobilen und Benzin. Sie täuschten ihren Gläubiger» ein glänzend gehendes Unternehmen vor. verübten . riesige Warenschichungen. uird als die Sache ruchbar wurde und die Lieferanten und Geldgeber Verdacht schöpften, warteten die sauberen Brüder nicht erst eine Auseinandersetzung mit ihren Gläubigern ab, sondern verschwanden von der Bildfläche. Trotz aller Nachforschungen gelang es ihnen, sich den Verfolgungen der Polizei zn entziehen. Nun sind sie in Berlin anfgegriffen worden, und gestern traf die Verständigung von der Verhaftuilg der beiden Kozdas iin Wiener Sicherheitsbureau ein. Bei der Flucht der beiden Betrüger wurde festgestellt, daß sie mit falschen Pässen, die auf die Namen „Graf Ernst Goreskh" und „Otto Knoll" lauteten, ansgestattet waren. Es spann sich nach ihrer F-tncht eine förmliche Legende nur sie. Man wollte sie an verschiedenen Orten gesehen haben, bald in der Umgebung Wiens, bald in Wien selbst. Zuletzt verstärkte sich der Verdacht, daß sie sich in den deutschen O st see b ä d«fr n Jccnmtriebcn. Gestern ist es nun tatsächlich gelungen, die beiden Milliardeubetrüger in Berlin festzunehmeu. Ihre Auslieferung nach -Oesterreich wird verlangt werden. Schwanken der Fieischpreise. Die Beschickung des Fleffchmarktes ist toi großen und ganzen anhalüeud gm, -was auch im teilwcisen Rückgang einzelner Fleisch- und Fettsvrten int Großhandel zum Ausdruck kain; Rinder haben sich allerdings um 1000 K. pro Kilogramm verteuert. Die De-tail p reise blieben vorläufig noch unverändert, werden ober Wahl bereits heute den Veränderungen im Großhandel entsprechend zur Auswirkung gelangen. Ter Verkehr war in der Großmarkthalle ziemlich lebhaft. 'Aus den G r ü n w a r enmärkte n, die gleichfalls gut beschick! waren, 'herrschte bei ztomlich unveränderten Preisen für die meisten Artikel ruhiger Verkehr. Die Preise von Häuptelsalat haben sich etwas befestigt, toi Großhandel kostete aus dem Naschmarti das Naget <30 Stück) bis 40.000 K. Kartoffeln ans Niedcrösterroich standen in genügenden Mengen zur Verfügung, nach gelben 'K a r t o f f c I n bemerkte man größere Nachfrage, weshalb die Preise für diese Sorte (sogenannte Romagna) etwas an zogen. Sie lasteten stellenweise iin Großhandel 1100 K. pro Kilogramm. Aus dem Ob st ma r k t tvaren vornehmlich Zwetschken reich vertreten. Trotzdem konnten sich die Preise fest-. behaupten — das Kilogramm toste tote 1600 bis 1800 K. — und zeigen steigende Tendenz. Die Pnisc, der Eier verfolgen gleichfalls eine ans- .strebende R i ch t n n g. Es wurden im Detailhandel bc- ' reits bis 1800 K. für ein Stück bezahlt. Schlechtes Wetter. Die Wei-rerlage verschlechtert sich weiter. Die Gt-röm-ungsvechÄtnisse der Luft über, Europa sind nngomein kompliziert. Ein Regengebict eistreckt sich von »Tirol bis Sachsen. Am Ost- ^. rand der Alpen ist der Himmel zn drei Vierteln bewölkt bei südlichen Winden. Voraussage: Veränderlich, vorwiegend schlechtes W e t t e r. Wierier Morgenzertung. Zweiklassige Privat« Wien, IX. Hörigasse 12 Ein- und zweijährige Tageshandelskurse a) für Mädchen und Frauen, b) für Knaben und junge Männer, und Einsemestrige Kurse für. von Gymnasien, Lyzeen etc. Neunwöchige Banku. Handelskursc. Sfenographie- und Maschinschreibkurse für Beamte, Lehrer und Hochschüler. Beginn 1. Oktober. Anmeldungen und Auskünfte täglich von 8—12 u. 3—5 Ohr. Prospekte. Fernruf 14-2-12 Unentgeltliche Stellenvermittlung Sie AugusteingSnge des Keren Haleffsd. Die gesamten Eingänge beim Keren Haseffod-Hanptlbureau für A-ugust, den Kongreßmonat, aus 23 verschiedenen Ländern, betragen über 31.000 Pfund. Wie gewöhnlich steht ■ Amerika an der Spitze der Aufstellung, während Chile, dank der Tätigkeit von Mr. Leib Jaffe, an zlveiter Stelle rangiert. Die Tätigkeit für den Keren Hajessod hat im August, dem Monat des Kongresses, keine sehr großen Erfolge anfzuweisen. Man darf aber hoffen, daß nach den Feiertagen die Keren Haijessod- Arbeit mit gesteigerter Energie vorwärts schreiten wird. Ans den Berci n i g i ictt Staaten sind rund 35.959 Pfund Sterling eingegangen, aus Chile 1000, Polen 607, Tschecho- S l o w a k e i 480, E n g l a n v 410, O esterrc i ch 397, R'ilinänien 263, Jugoslawien 170, Ostgalizicn 115 Pfund Sterling. * Die Golüvarilüt (Ilmreckmuiigsverhältnis betreffend die Zellzählungen in Gold) für die Periode vom 24. d. bis 30. d. wurde mit 14.400 K. festgesetzt. * Erhöhung Ser Telephongebühren nach Deulfchlaud. Auf Grund eines Erlasses des Bundesministeriums für Handel und Verkehr werden vom 20. d. an die Sprechgebühren im Verkehre zwischen O e st e r r e i ch und Deutschland wie folgt erhöbt: l. und ir. Zone 8600 K., III. Zone 13.000 K., IV. Zone 17.300 K., V. Zone 21.600 K., VI. Zone 28.800 K., VII. Zone 36.000 K., VIII. Zone 43.200 K., IX. Zone 50.400 K. * Minöeffgehalte im Kandelsgewerbe für Sen Monal Seplember. Die paritätische Kommission des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft hat die Veränderung der Lebenshaltungskosten gegenüber dem Monat August mit 3% plus festgesetzt. Die Mindestbezüge für Angestellte betragen sonach für den Monat September: Während der ersten sechs Monate der Praxis 465.928 K., nach der Freisprechung hu zweiten -Halbjahr der Praxis 512.627 K., nach einjähriger Praxis 559.324 K., nach zweijähriger Praxis 628.313 K., nach dreijähriger Praxis 698.361 K., nach vierjähriger Praxis 768.409 K., nach einer längeren als fünfiährigen Praxis 838.457 K. Angestellte (Anfänger), welche mindestens einen zweijährigen Tageskurs einer Handelslehranstalt mit Erfolg absolviert haben, erhalten die oben angeführten Bezüge nach einer dreimonatigen praktischen Betätigung. Während dieser' Zeit erhalten sie ein Entgelt von 419.229 K. Bis l. Oktober haben sämtliche Angestellte, deren Gesamtmonatseinkommerl iin Monat September den Betrag von 2,608.547 K. nicht übersteigt, auf Grund des allgemeinen Kollektivvertrages Anspruch auf einen A n s ch af f u n g s b e i t r a g in der Höhe obiger Mindestbezüge. Angestellte mit einer kürzeren als sechsmonatigen Dienstzeit im Betriebe erhalten die der Dienstdauer entsprechende Quote des Anschaffnngsbeitrages. Die Mindestbezüge für Lehrlinge betragen für den Atonat September: im ersten Halbjahr der Lehrzeit 84.907 K., im zweiten Halbjahr öer Lehrzeit .106.135 K., im dritten Halbjahr der Lehrzeit 127.360 K., im viert«! Halbjahr der Lehrzeit 148.588 K., im fünften und sechsten Halbjahr der Lehrzeit 169.814 K. Diesen gebührt ebenfalls am 1. -Oktober ein Anschaffimgsbetrag in der Höhe obiger Mindestbezügc. ''' Nähkurse für jüdische Frauen und Mädchen. In der Franengewerbesckmle des Elisabeth-Heims finden -ab Oktober Abendkurse für Schnittzeichneu, Kleidermachen und Weißnähen statt. Anmeldungen 2. Bcz., Atalzgasse 7. * Keren Kajemeth l'Jisrael (Jüdischer Nationalsonds). Spenden b e i m T h o r a a « f r it f. Wir ersuchen alle Gcsinnnngsgenossen und Freunde unserer Institution, die bei der Thora gespendeten Beträge zugunsten des Keren Kajenieth l'Jisrael tunlichst direkt an uns abführen zu wollen. Wir sind selbstverständlich bereit, zu diesem Zwecke jedem Spender, der es schriftlich oder telephonisch verlangt (Tel. 45-606), Erlagscheine zugehen zu lassen. * Die polnischen Talmud-Thora-Schulen. Ju Warschau fand eine Versammlung aller Rabbinatsmitglieder. ferner anderer angesehener Rabbiner, der Mitglieder der Gemeindeverwaltung und einer Anzahl geladener Bürger statt, in welcher über das weltliche P r o g r a m m der Talmud-Thora- Schulen beraten wurde. Es wurde beschlossen, eine Delegation an das Unterrichtsministerinin zu entsenden, die sich dort informieren soll, welches weltliche Minimalprogramm notlvendig sei, damit die Talmiid-Thora-Schnlen in das Netz der öffentl i ch c n elementare n S ch n l e n anfgenoimnen werden. * Antisemitische Faszisten in Lettland. Am 10. d. beging der lettische Faszistenklnb in Riga die Feier seirres einjährigen Bestandes. Bei dieser Gelegenheit hob -der Vorsitzende des Klubs die Verdienste desselben im Kampf gegen das I n d e n t u m hervor und erklärte, der Klub werde mit allen Mitteln für die Reinigung der lettischen Universität von jüdischen Studierenden. wirken und auch den Boykott gegen das jüdische. Händlertum durchführen. Dem Bankett wohnten höhere/ militärische und Staatsbeamte bei. (I. C. B.) * Das jüdische Schullvefen in Litauen. Laut den Mitteilungen des litauischen Bilvungsministerinms existieren in Litauen 1666 Normalschuben, unter ihnen 162 Minderheitsschulen. Unter den Minderheitsschulen sind 9 6 jüdisch. Mittelschulen sind vorhanden: 69 litauische, T'"'.‘'-'v:',V.,.VC"’Z . , / - -ry, 22. September 1923 Seite 5 6 hebräische, 3 jüdische und 2 hebräisch-russische. * Ueber das Gedächtnis und seine Störungen. Univcrsitätsprofeffor Dr. Tllexander Pilcz wird in seinem am Samstag den 22. d-, halb 8 Uhr abends, iin Kleinen Saale der Urania stattfindenden Vortrage, über das Gedächtnis, seine Schwankungen und Störungen sprechen und die Folgerungen aus den Tatsachen über das Gedächtnis der Rechtspflege und Unterricht darlegen. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Neue Telep honnummern! Die geänderten Telephonnummern der A n n o n c e n - E x P e d i t i o n H e i n r i ch S ch a l e k, Wien, I., Wollzeile 11, lauten nunmehr 7 6-0-81 imd 7 6 - 0 - 8 2. Diese Leppichpreise offeriert nur das Teppichhaus Weitzner, 6. Bez., Atariahilfer-- straße 105. Tischteppich 190 K., Speisezimmerteppiche, Perserart 590 K., Bettvorleger 15 K., Clothsteppdecken 175 K., Lausteppiche 18 K., Flanelldecken 45 K., Wandteppiche 29 K., Bettgarnituren, hübsch gestickt 190 K., Leinentischdecken 65 K. Gute Qualitäten. Preise in Tausendern. * Tanzinskitul Kermann Braun, 14. Bez«, Äein- Sorfgasfe 42. Schrrlnachrichten. * SanSelsfchule Deutsch, 9. Bez., Hörlgasse 12. Ter nächste neunwöchige Bank- und Handelskurs für Juristen, Techniker, Abitunenten usw. beginnt am 1. O k t o b e r. Anmeldungen und Prospekte täglich im Sekretariat. Vereine. Bortrage und Versammlungen. Z i o n i st i s ch e K u l t u r g r'u p p e, 20., Karl Meißlstraße 5. Heute. 4 Uhr nachmittags, Vortrag Dr. Klaber: Die Bedeutung der Zeremonie für die Volkserhaltung. Morgen, 3 Uhr nachmittags, Abschiedsfeier fiir Koll. David Zuckerkand!. Schriftliche Einladungen wurden nicht ausgesandt. Simchas-Thora wird ein Btinjan veranstaltet. — H i.t a ch d u t h, 2. Bez., Glockengasse 30. Heute, 3 Uhr nachmittags, Waadsitzung. — C h u g I w r i. Heute, 7 Uhr abends. 20. Bez., Karl Meißlstraße 5, AUtgliederversammlung. Bericht über Tarbut-Konferenz in Karlsbad. Referent: Ungerfeld. Dann Besprechung über den Hebräertag. Gäste willkomineu. — P o a l e Z i o n. Heute, 1/28 Uhr abends, 2. Bez., Blumauergasse 1, Mitgliederversammlung. — Gesellschaft der Freunde (Quäker). Regelmäßiger Montagvortrag, frei zugänglich. 24. d., ^7 Uhr abends, 1. Bez., Burg, Michaelertrakt, Feststiege (Frauenliga). Miß Elisabeth Föster Brown spricht über: Liental and Spiritual Healing. Urania: Heute: Großer Saal: 5 Uhr: Wild- Afrika. Vs8 Uhr: Z u m ersten Male: Humor in der Musik. — Kleiner Saal: V-6 Uhr: Ing. Gottfried Lindorfer: Die Donauschiffahrt. V«8 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Alexander Pilcz: lieber das Gedächtnis und seine Störungen. — Kurssaal: 1fs7 Uhr: Prof. Dr. Gertrud Herzog-Hauser: Märchen der Weltliteratur II. 8 Uhr: Priv.-Doz^ Dr. K. S ch n a r f: Geschlechtlichkeit im Pflanzenreich. II. — K l u b s a a l: 6 Uhr: Unib.-Lektor Ferdinand M a t r a s: Rednerknrs. II. V-8 Uhr r Bildungsftagen der Gegenwart. I. Univ. - Prof. Dr. Richard Meister: Die hmnanistische Bildung, ihre Geschichte und- Bedeutung der Gegenwart. Le-opoldstadter Volksheim, II., Zirkusgasse 48. Heute Beginn folgender Kurse: 7 bi§ 8 Uhr: Barta Franz: Tschechisch I fiir Anfänger, Italienisch I für Anfänger. 8 bis 9 Uhr: Italienisch II für Vorgeschrittene, Barta Franz: Tschechisch U fiir Vorgeschrittene. Bühne und Kunst. Der erste Duse-Abend. (Neue Wiener Bühne.) A'ato langjähriger Panse trat Eleonore Dnse gestern in Wien a,rs. An btcjcni ersten Abend spielte, die beviri/.nte Künstlerin in einem in Wien imbekannten, bÄangtosi'n v.-alienischeu Stück „Cosi sie" („So sei es"). Lange vor Ans.r.rg dcr Vorstellung beg-ani-. die Auffahrt des Publikums, so daß die Fußgänger durch den gewMigen Antoinobilpa-rk nur mir Müh", ins Besi-ibül des Theaters gelaugten. Trotz der überaus hohen Eilltri-itspreüe war das Hans ausge.zeichnet besucht, ab« -nicht auöverkanft. Als der Vorhang ausging, erscholl von der Galerie der Ruf „Evviva Eleonore Dusel" Das Publikum erhob sich von den Sitzen und Fre.u Dnse dankte, sichtlich bewegt, für dto minutenlang: Begrüßungsovation. Roch allen Mtschlüssen wiederholten sich die bcaersterwn Kundgebungen. Nach dem letzten M wurde ein riesiges Blumengewinde, mit einer Schleife in den itrilreni. scheu Nationa-lfarben geschmückt, auf die Bühne gestellt. Zahlreiche Verehrer der Künstlerin, die immer wieder vor dem Vorhang erscheinen mußte, warfen Rosen auf die Bühne. Erst das Fallen des eisernen Vorhanges setzte den Ovationen ein ZieÜ. Auf den Abend selbst, der gleichwohl die großen Erirwrltiingen nicht erfüllte, kommen wir noch näher zurück. Die Rotter-Bühnen im Redoutensaal. Sudermanns „Das höhere Leben" Als dieses Stück — cs sind vier Jahre her — tot Deutschen Volksthcatcr in Szene ging, erinnerten wir an die berühmte Karikatur Gnlbranssons, „Sudermann mit und ohne Bart", die vor Jahren im „SiiwMtziMmns" zu sehen war. Das Doppelbildnis stellte den Drantattker Sndcrinann nrit dein ilnposanten Bollbart dar und zeigte daneben, wie sich Herr Sildermann ausuimmt, wenn man den herrlichen Bollbar! entfernt. Die Komödie „Das höhere Leben" schrieb jener zweite Sildermann (ohne den großartigen Vollbart), der sein gutes, ,so lange Jahre mit Erfolg geübtes Handwerk des Drameu-- zimmerns ungenützt läßt und sich aufs „Subtile," verlegt. Du nteine Güte! Wie solch eine -HaGweltidame Sudermannschen Geistes auSi'ieht, die den Männern das „höhere Leben" (das ist nämlich das Leben des ,chöheven Rausches) vorgankelt, 99350119 69^60622