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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-16 · Heft 1649 (16.9.1923) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1649 (16.9.1923)
Date
1923-09-16
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Gerte 12 Wien, Sonntag und dreißigsten Minute itad) der Pauk' «n>et prächtige Treffer, doch qleickt Haustvirch noch in derselben Minute nach einem krassen Fehler Edis aus. W. A. F.—Hertha 2:2 (0:1). W. N. F.-Platz, 2000 Zuschauer, Schiedsrichter Nlbrecht. W. A. F.: Saft; Mattauschek, Wind; Cerny, Roi, Barbak; Schmidt. Stratzer, Klein. Grnndl. Herzka. Hertha: Ostricek; Schneider, Solil; Wsolek. Lokrvenz, Listopad 1; Hollh, Listopad 2, Kalrsch, Sylvester. Picha. Erstens kommt es anders, zweitens — hätte der W. A. C. beinahe gewonnen und ein solcher Erfolg wäre keineswegs unverdient ' gewesen. Die snnge, mit unerhörter, Aufopferung spielende Elf war im Felde zeitweise beträchtlich überlegen und wäre nicht die Verteidigung der Blau-Weitzen derart auf der Hut gewesen, so hätte es eine gewaltige Ueberraschung abgesetzt. Hertha führte schon 2:0 — ein Zufallstreffer und ein Elfmeter —, W. A. F. gab sich aber nicht geschlagen und holte in einem prächtigen Endspurt auf. Beide Mannschaften hatten in der Verteidigung die besten Leute, beim W. A. F. wären außerdem Roi sowie Klein und Grundl zu erwähnen, während bei Hertha der neue Mittelläufer Lokrvenz gut gefiel. Holly zeigte einige reckt unschöne Fouls. Das Spiel brachte recht interessante Momente. Hertha kam vor der Pause zur Führung, als Sylvester einen Fehler Safts ausnützte. Ein Elfer, von Solil verwandelt, ergibt in der zweiten Hälfte den anderen Erfolg der Favoritner. Binnen wenigen Minuten gelingt dann dem mächtig loslegenden W. A. F. der Ausgleich durch Klein und Roi (Elfer). Schiedsrichter Albrecht gut. Slovan—Ostmark 4:0 (3:0). Hertha-Platz. Schiedsrichter Seemann. 2500 Zuschauer. Slovan: Hloschek: Becher. Polar 1; Popä, Kuzel, Posar 2; Eckl, Listopad. Ptatschek. Hanel, Ehalupa. D^mark: Brandt-einer: Weitzenböck, Sinek; Fürst. Biber, Iarosch; Pazelt, Weyrauch, StanÄ, Matuschka, Meisner. Der Sportklub Ostmark mutzte, ebenso wie in den bisher ausgetragenen Spielen, vier Tore in Kaug nehmen, doch ist die Niederlage unverdient hoch, da die Brigittenauer im Felde einen zumindest gleichwertigen Gegner abgaben. Ihre besten Leute waren Pazelt. Weyrauch, Fürst. und Brandweiner, während Sinek und Stanzt versagten. Die Sieger hatten ihre Lanpntüven in Hloschek, Eckl. Hanl un'e Listopad. Sehr schwach War Kuzel und überraschenderweise auch Becher. Das Spiel beginnt mit heftigen Angriffen Ostmarks, dennoch ist Slovan durch Hanel nach einem schnellen Durchbruch in der 80 Minute zuerst erfolgreich. Bier Minuten später geht Eckl an der Outlinie durch, gibt den Ball an Listopad und dieser erzielt mit einem Prachtschutz ein unhcklr- -bares Tor. Nach kaum zwei Minuten wiederholt sich der gleiche Vorgang. Nach der Pause erzielt Hanel ein Tor, -das wegen off side nicht anerrann: wird, sodann verschießt Stanzl fünf Schritt vor dem Goal. Eine Viertelstunde vor Schlutz schließt Listopad einen schönen Lauf über das halbe Spielfeld mit einem unhaltbaren Treffer ab. Erste Klasse. 'S“ Js Tore § o CO s G 5* « &■ 6kovan ..... . . 2 2 — — 6 1 4 Amateure .... 1 1' — 4 2 3 Rapid. . . 2 1 1 — 6 5 3 Simmering . . . . . 3 1 1 1 5 5 3 Sportklub.... — 3 — 5 5 3 Hakoah. 1 — — 4 0 2 Ädmira. . . 1 1 — — 4 1 2 Wacker. 1 — 1 6 4 2 Vienna. . . 1 1 — — 3 2 2 Hertha. — 1 2 6 10 1 W. A. F. . 3 — 1 ' 2 3 5 1 Ostmark .... . . 3 — — 3 1 12 — Die Meisterschaft. Zweite Klasse Süd: Rudolfshügel—Gerrnania (Rudolfshügel-Platz), Cricketer—Vorwärts 1906 (Vorwärts 1906- Platz), International S. S. V. (Jnternational-Platz), Wiener Be- _Wkener Morgenzeitung._ wegnngSspieler—Vorwärts XI. (Lehrer-Platz), Wiener Sportfreunde—Phönizia (Favoritner A. C.-Platz). Zweite Klasse Nord: F. A. C. Red Star (Red Star- Platz), W. A. C.—Sturm 1907 >W. A. C.-Platz). Gerstbof- Jedlersdorf (Iedlersdorfer-Platz), Nußdorf—Donaustadt (Nußdorfer-Platz), Sturm 1914—Straßenbahn (Sturm 1914-Platz), Meidlinger Sportfteude—Donau (Slovan-Platz). Drille Klasse West: FünfbauS—Kadimah (*/«il llbr, D. A. S. XVI-Platzh Schtveidler. Neptum-Uniona XIV (1 Uhr, Baumgartner-Platz), Michel. St. Beit—Ober-St. Beit-Dempsey (Lainzer-Platz), Wieden—Astoria XIII (7,3 Uhr, Fav. A. C.- Platz) Grünert, M. 8l. C Hermanin—Weiße Elf (7,1 Uhr, Wacker-Platz), Brauner, Baumgarten—Rormcuüa (7,5 Uhr, Baum» garteu-Platz), Wittek. Dierle Klaffe Nord: I. A. C.-Unität (lUhr, Neubauer-Platz), Dr. Gögele, Dornbach—Astoria XX (10 Uhr, Helfort-Platz), Ehiavacci, Sievering—Taubstummen (9 Ubr, Gerstbofer-Platz). Cerny, Wr. Viktoria—Währing (Union XXI-Platzh Nenlerchenleld—Alsergrund (7,9 Uhr, Gelfort-Platz), Hruska, Graphia-ReichSbund (7,3 Uhr, V. A. S. 74Vt-Platz), Kühaß. Dierle Klaffe Südofl: Donaustädt,^ Bewegung-Hechawer (11 Uhr, Feuerwehr-Platz), Nußbaum, Veritas-Hasmorrea (7,11 Uhr, Iedlersdorfer-Platz), Winterberg, Athen ll—Hazair, Afpangbahn—Prater Sp. Cl. (7,5 Uhr, Rennweger-Platz), Kcrltwoda, L. Vorwärts—Ceckie «Cechie-Platz), Elektra—Republik (7r11 Uhr, Elektra-Platz), Hauser-Hampel. Fünfte Klaffe Nordost: Menorah—Athen-StammerSdorf (7,5 Uhr, Donaufelder-Platz), Burgfeld, Afpangbahn—Hochstädt (7,3 Uhr, Stadlauer-Platz), Brock, Nasenspieler XXl—Viktoria XXI (795 Uhr, Rekord XII-Platz), Beck, Stadlau-Nordost XXI (1 Uhr, Stadlauer-Platz), Dykiert. Die Budapester Meisterschaft. B >u d a p e st, 10. September. Der M. T. K. besiegte Zpglo 1:0 (1:0). Zwanzig Minuten tat auch Orth m-it, da er nach Ablauf dieser Zeit wegen einer Knicverl-etzung albtveten mutzte. Nach einiger Zeit trat Orth -wieder ein und ftat icrt.c am -linken Flügel. Solange er gesund war, konnte der M. T. K. gefallen. Später war es mit der Herrlichkeit vorbei. Im zweiten Spiel vom Samstag teilten 33.-F. C. und 3. Bezirk-T. B. E. die Punkte. Das Resriltat lautete 1:1 (1:1). Der 33.-F. C. hatte mehr vom Spiel, doch waren seine Stürmer vom Schutzpech verffo.'gt. Am Sonntag gelangten vier Merster-schciistsspiele zur Austragung. Ganz unglaubliches Pech hatte der B. A. C., der 0:3 (0:2) gegen U. T. S. E. -unterlag. Der U. T. S. E. war wohl etwas besser, doch trafen die jüdischen Stürmer viermal die Torstanae. wobei sie überdies zahlreiche Chancen nicht auszunützen verstanden. Der einzige Mama, der bet B. A. C. hohes Können verriet, war Boros. F. T. C. fertigte Törekves mühelos mit 4:1 (2:1) Toren ah. Die Unterlegenen können die abgewandcrten Spieler nicht ersetzen. Patakh war wieder bei F. T. C. als Mittelstürmer tätig, doch merkte man ihm an, daß er erst kürzlich das Krankenlager verlassen hat. U. T. E verdankte seinen 4:0 (1:0)-Siea Über Vasas den Ex-KispcstiEpielern Csontos und Hozmas. Die Unterlegenen hatten eine sehr schwache Deckung. B. T. C. und Kispelsti A. C. -lieferten einander ein technisch armes, aber immerhin aufopfernd geführtes Spiel. Das Resultat lautete 1:1 (1:1). Nachstehend die Tabelle: 2- Tore Vereine K § £ £ 1 Punkt« F. T. C. 3 3 — — 10 1 6 M. T. K. 4 3 — 1 6 3 6 U. T. S. E. 4 3 .— 1 2 5 6 U. T. E. 4 2 — 2 9 4 4 B. T. C. 4 1 2 1 6 6 4 KiSpesti A.C. 4 1 2 1 7 7 4 33 F. C. 4 1 2 1 5 7 4 VasaS.. 4 2 — 2 5 8 4 3. Bezirk T. V. E. . . 3 1 1 1 3 3 3 Zuglo. 4 1 — 3 2 5 3 V. A. C. ....... 4 1 — 3 2 9 2 Törekves ...... 4 — 1 2 3 9 1 B. 16. September 1923 Nr. 1649 Zur W. A. F.-Affäre wird uns -mitgeteilt, daß Herr Nathan Knsznier, vertreten durch Rcchtsanwa-lt Dr. Hans Stieglandt. gegen die Vorstandsmitglieder des Wiener Futzlballverbandes und gegen den Borsitzendeil des Straf- und Meldeausschusses, durch welche der Beschluß auf Verhängung des Platzverbotes in der Dauer von fünf Jahren und auf Disgualifiziernna -in derselben Dauer zustande gekommen ist, die Chrenbeleidigttngsklage zur restlosen Klarstellung der Angelegenheit überreicht hat. Gleichzeitig wurde auch wegen dieses statutenwidrigen Beschlusses eine Beschwerde an die Poliz-eidirektion Wien als Vercinsanfsichtsbchörde gerichtet. Gärtner, der Auswahltormann Oberösterreichs, ist dein S. C. Rapid beigetreten Dem Sportklub Hasmonea ist eine Garnitur weißer Dressen (Ruderle-ibchen mit blau eingestickt ein „Magen- David") abhanden gekommen. Bor Ankauf wird gewarnt! Jüdische Sportverbandmeisterschast. Samstag den 22. d. wird die Meisterschaftssaison eröffnet. 0. rc-ine, die an der Meisterschaft tzeilnchmen wollen, müssen bis Mittwoch dem Sportverbande die Sp'ielcrlisten zukaurmen lassen. Die jüdischen Vereine werden aufgefordert, ihre Wettspiel-berichte morgen M-ontaa vor halb 9 Uhr früh in der Drucke«! St-cinmann, 9. Be,z., Universitätsstr-aße 8. abzugeben. „Sporttagblatt"-Preis. Die beiden gestern auf dem W. A. F Platze zur A-ustragu-ng gebrachten Stafetlenläuse gawann der W. Ä. C., und zwar die 10 mal 100 Meter-Stasisel in 2-03,2 cor Ha ko äh mo die O'.ympUche Staffel in 3:36,3 nach scharfem Kampf gegen den W. A. F. Ch. Hoff springt 732 Zentimeter weit. Beim sonntägigen Meeting des K. I. F. -in Christiania verbesserte CH. Hoff den norwegischen Weitsprungrekord aus 732 Zentimeter. Sein erster Sprung war 740 Zentimeter, doch hatte Hoff übertreten. Hoff gewann auch das 200 Meter-Laufen in 22,6 Sek. vor Guldager 22,7 Sek. Der Schwede Hultin lief 900 Meter -in 1:57,4 vor Brusgard 1:57,5 nnd 1500 Meter in 4:05,2. Das 100 Meter-Laufen g'.wann Guldager in 10,9 Sek. vor Hoff 11,1 Sek. Im 110 Meter-Hürdenlauf blieb der Engländer Gaby in 16,7 Sek. siegreich, den Hochsprung gewann Sperre Hansen nrit 185 Zentimeter. Neuer Weltrekord. H.'lsingsors, 11. September. (Havas.) Der finnische Läufer Stenroos hat den Weltrekord im 20 Kilometer-Laus mit 1 Std. 7 Min. 30,2 Sek. geschlagen. Stenroos hat damit Kohlemainens Rekord um 29 Sek. unterboten. Dempsey verteidigt seinen Weltmeistertitel. Firpo in der zweiten Runde knock-out geschlagen. New-Pork. 14. September. (Reuter.) In New-Iersey fand heute der Boxkampf zwischen Dempsey und dem Argentinier Firpo um die Weltmeisterschaft der Schwergewichte vor 90.000 Zuschauern statt. Der Kampf war überaus' hart. Bereits in der zweiten Runde mußte Firpo viermal zu Boden. Mit großem Mut nahm er aber inlmer wieder den Kampf auf. Er konnte aber nicht mehr bis zum Gongzeichen durchhalten, da er durch einen doppelten Kinnhaken zu Boden gestreckt wurde. Touristik. Hechawer-Touristensektion. Heute zwei Touren. 1. Treffpunkt 9 Uhr Endstation -der Linie 168. Führer Hugo Weiß. 2. Nachmittagstour: Treffpunkt: 14 Uhr Endstakion Linie 168. Führer Ernst Stengel. Aus den Vereinen. I. A. C. Kadimah. Heute Meisterschaft auf dem B-, A. S. 16-Platz um halb 9 und halb 11 Uhr gegen Fünfhaus, erste Mannschaft und Reserve. De-r Platz ist mit dem 19er- und 50er-Wagen bis Iohnstraße zu erreichen. Montag Ausschußsitzung. Copyright 1S23 Nachdruck verboten. dy ü.I^!vlt-Vsri2x,zVi«n-r.siprix. (90. Fortsetzung.) 3n Polens Wäldern. Roman von I. Opatoschu. Autorisierte Uebertragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. „Mensch, -du schämst dich nicht, gegen deinen Bruder die Hand zu erheben?" Mordechcris Freimut, seine Haltung, die Innigkeit seiner Worte,' alles übte seine Wirkung und kam überdies so unerwartet, «daß der Peitschknecht innehielt; er schaute vom Gutsherrn zu Mvrdechai und von Mordechai zum Gutsherrn; alle sahen einander an; tiefe Stille herrschte, die den Ohren weh tat. Einerseits deshalb, -weil die Exekution unterlbrochen worden war, andererseits weil es ein Fremder gewagt hatte, ihm entgegenzutreten, wuchs der Zorn -des Gutsherrn. Mißmutig ritt er auf Mordechai zu und fragte ihn: „Wer seid Ihr?" „Em Wanderer" — antwortete Mordechai. „So geht Eures Weges, wenn es Euch gefällt und mengt Euch nicht in fremde Angelegenheiten!" „Wenn doch der hochwohlgöborene Herr so gut wäre", ein Hirte begann zu stotternverbeugte sich mit dem Hut in der .Hand und deutete auf Antek — „die übrigen Hiebe gib mir!" „Was geht da vor, zu allen Teufeln?" — wütend sprengte der Gutsherr durch den Hof und schrie den Peicschknccht arr — „Weiterschlagen! Das Gesindel wird mir nicht diktieren, was ich zu tun habe." „Er ist ein Katholik, er wird seinen Bruder nicht schlagen!" — rief Mordechai. „Wer ist der Fremde?" — warf jemand vom Gefolge ein. „Was will er?" „Ist es ein Priester?" „Was weiß ich?" „Es ist doch ein Jude!" „Schwatz' kernen Unsrn-n." „Frage ihn." „Frage du ihn." „Es ist ein Jude, ganz ^bestimmt." „Ein Jude?" — wiederholte der Gutsherr überrascht. „Ja" — antwortete Mordechai. „So gib dem Juden die übrigen Hiebe!" — herrschte der Gutsherr den Peitschknecht an und spie aus. „So ein Ungläubiger!" Ehe Mordechai noch Zeit hatte, sich umzusehen, lag er schon auf dem Schnee und fühlte, wie ein glühender Pfahl immer tiefer in seinen Leib drang; er schien ihm die Schultern entzwei zu spalten und du-rchdrang einen Knochen nach -dem anderen . . . eine Trauer steigt auf; sie schmerzt wie ein spitzer Stein und zwischendurch ist das eintönige Zählen des Oekonoms zu hören: Zwanzig... einundzwanzig... zweinndzwanzig..." Mordechai lag besinnungslos, sah nicht, was um ihn oorging, fühlte nur, daß seine Schläfen mit Schnee eingerieben wurden. Er öffnete die Augen, betrachtete eine Weile die Hirten, welche ihn umstanden, erinnerte sich plötzlich, tvas ihm geschehen und mit der letzten Kraft, die ihm noch geblieben war. richtete er sich auf. Er konnte nicht gehen, feurige Räder -kreisten vor seinen- Augen, er wankte. Die Hirten fingen ihn auf, führen ihn in de:: Stall, wo Antek lag, wuschen seine Wunden und fragten ihn schüchtern, ob er etivas essen wolle. Mordechai bat um einen Trunk Wasier. Er (rank einen vollen Krug aus. Das Wasser kühlrr seinen erhitzten Körper und erfrischte ihn ein wenig. Un'-:l Schmerzen legt« er sich auf den Bauch und hörte aufmerksam -den Gesprächen der Hirten zu, die um Antek herumsaßen: ,I!as iiber uns kommt, ist alles zu wenig!" — sagte einer. „Ich will ihm zeigen, dem Hundsfott, was peitschen heißt!" — warf Antek stöhnend ein. „Wir tun nichts als zeigen und sie schlagen u^ns indessen." „Wenn der Bauer und ein Stück Vieh ^dasselbe sind!" „Nichtig, Witek bat recht! Wären wir Menschen, so säßen wir nicht da-" „In Peplowka, so erzählt man, haben -die „Chlopch^ den Hof angezündet." „Wir müssen ^dasselbe tun." ,^Fhr sündigt — warf ein alter Fuhrknecht ein. „In Karschrn haben sie den Gutsherrn erschlagen." „Me muß lnan sie erschlagen!" „Unserer ist auch seines Lebens nicht sicher." „Ihr sündigt, Kinder, Ihr sündigt!" — der Fuhrknecht bekreuzte sich — „Der Böse spricht aus euch." „Wie können wir sündiger:, Mt-er" — Antek setzte sich auf — „da wir bei der: Herren das ganze Jahr Fastenzeit haben? Unser Gutsherr ist ein schtvacher Mensch^.da erlaubt ihm -der Pfaff, während der Fastenzeit gebratene Enten zu essen, eine Geliebte zu haben und auch Bauern zu peitschen — hört Alter, ich will nicht Antek heißen, wenn wir nicht mit ihm abrechnen! Wäret nicht Ihr alte Esel, wir hätten schon längst den Herren die Erde weggenommen, ttnsere Erde — der Psasf läßt es nicht zu, wie? Wir wollen sehen..." Mordechai lag im Fi-elber, wahrend er den Reden -der Hirten zuhörte; er hatte nicht getvrrßt, daß die Beziehuugerr zwischen Dorf und Hof so gespannt waren. Er knirschte nrit den Zähnen im Gefühl seiner Schmach, tiefe Melancholie senkte sich auf ihn, biß sich in ihm ein, wand sich -wie eine Schraube und finstere Gedanken erwachten, rissen an ihm mit Nägeln und Zähnen und schrien — Rache, Rache für die Hiebe! Unzählige Plä.ne flammten in seinem heißen Hirn auf und erloschen wieder. Er hielt seine Schläferr, die sich wie Blastibälge bewegten, mit beiden Händen, um seine Gedvnken zusammenzuhalten. Und so oft seine Pläne verschiwanden und einen kalten leeren Raum zurückließen, zitterte er vor Schreck, die Gelegenheit zu verlieren. Hätte ihn a'ber jemand gefragt, tvavuim er zitterte und was für eine Gelegenheit er zu verliereu fürchtete, er hätte nicht antworten körrnen. Die Furcht dauerte nicht lülNger als einen Augenblick. Bald begannen seine Schläfen wieder zu avbeitrn, düs Fieber verscheuchte seine Unentschlossenheit und nette Pläne begannen in chm zu gaben. (Fortsetzuna foloi->

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