Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1647 (14.9.1923)
- Date
- 1923-09-14
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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9CVL MM S-;- Men, Freitag Wiener; Morgenzeitung. Deutschland und Frankreich stieg die Temperatur mittags über 25 Grad (Paris 32 Grad). DaS schöne Wetter dürste wahrscheinlich Samstag eine Unterbrechung erfahren. Voraussage: Schönwetter nur mehr von kurzer Dauer. Mitteilungen aus dem Publikum. Kultus-u.Justiztalare u. Barette Aus Furcht vor Uebertragung eiuer Luugeuleideur. tz liefert in schönster Ausführnng die bekannteste Spesialfirma 935 nimm E fittl RETEIN Ziviland Uniformschneider RUDuLr UULDSTEIll Wien.II.Taborstr. 54. Tel. 45-6*29 Der Seifenfabrikant Sarg erschießt seine beiden Kinder und sich selbst. Gestern nachts hat der 48jährige Fabrikant Rudolf Sarg, Inhaber einer Seifen- und Kerzenfabvik, in seiner in einem Waldgraben bei Iudendovf-Straßengel gelegenen Villa seine beiden Söhne im Alter von 9 und 11 Jahren im Bett durch R e v o l v e r s ch ü s s e in die Schläfe und dann sich selbst durch einen Schuß aus einem Jagdgewehr in das Herz getötet. Einem Abschiedsbrief konnte man cntnchmen, daß er die Tat aus Gram über ein schweres Lungenleiden seiner Frau beging und weil er/befürchtete, daß seine beiden Kinder ebenfalls diesem Leiden zum Opfer fallen werden. Sarg hatte nach dem Ableben seiner ersten Frau, die durch Selbstmord geendet hatte, deren Schwester geheiratet. UuverSuderte LebeusmMelpreise. Trotz der guten Fleischzufuhren haben die Preise vorläufig keine Ermäßigung erfahren. Ter Verkehr gestaltete sich zwar etwas lebhafter als an den vorhergegangenen Tagen, doch nicht so stürmisch, daß nicht angesichts der großen zur Verfügung stehenden Fleischvorräte mit einer Entspannung der Preise zu rechnen wäre, die denn auch erwartet wird. Auf den Gärtncrmärkten ivaren die Vorräte weit über den Bedarf reichend, zumal der Verkehr anfangs sehr flau war und sich erst später ctivas belebte. Trotzdem blieben die Preise ziemlich unverändert, bloß Paradeiser erfuhren eine Preisherabsetzung, die ungefähr 1000 K.' beim Kilogramm betrug. Die Obstmärkte sind anhaltend gut beschickt. An Butter und Eiern herrscht gleichfalls nirgends Mangel. Die Preise bliebenunverändert hoch. Gegründet 1866 » Große Auswahl feinster Stoffe fürMaßbestellungcn . i ■ Es wird hiemit bekanntgegeben, dass die Zionistische Sektion Prater eine hebräische Schule unter der Leitung des Pädagogen Weinstein gegründet hat. Es werden Kinder von 6 bis 16 Jahren in eingeteilten Kursen aufgenommen. Einschreibungen finden ab heute bei den Herren Gerstel, II., Mumbgasse 2. Tür 23, Julius Katz, II., Ybbsstrasse 30, Tür 18, und Jakob Elleiidmann, II., Sebastian Kneippgasse 8, Tür 12, statt. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Tanzinfiitul Seemann Braun» 14. Sez.» Retn- -orfgasse 42. * Die neuen Telephonnummern -es Banbhanles Jezierölri L Ziff» Wien» 1.Bez.»Grünangergasse 1» sind r 72-4-85 und 79-3-60. * Umtausch von Dividenden der Jüdischen Kolonialbank. Äer Umtausch der Dividendencoupons der Jüdischen Kolonialbank erfolgt wegen der Feiertage Dienstag den 1 8. d. und Donnerstag den 27. d. im Zimmer Nr. 8 des Zionistischen Landeskomitoes, 2. Bez.. Taborstraße 20 a. * Leichenbegängnis. Unter überaus großer Teilnahme der Schüler. Kollegen, Vorletzten und Freunde wurde gestern der plötzlich verstorbene Professor Karl Ehrenfest zu'Grabe getragen. Die Schulen, an denen er wirkte, entsendeten den Lehrkörper und MÄHundcrt Schüler bildeten Spalier, als die Leiche zu« Grabe geleitet wurde. In der Zeremonienhalle hielt Rabbiner Dr. Fenchtwang dem Verstorbenen emen die hervorragenden Charaktereigenschaften desselben, treffend zeichnenden Nachruf, der Präsident der Kultusgemsinde, Obergencralstabsarzt Dr. Pick, würdigte die Verdienste Ehrenfest' mn die Jugenderziehung nnd den Religionsunterricht, Direktor Barth von der Realschule, an tvelcher der Verblichene wirkte, nahm in tiefempfundenen Worten namens des Lehrkörpers, der Schüler nnd im eigenen Namen Abschied von dem allseits geliebten Schulmann. Die Tranergesänge in der '»erentoiiienhalle lute auch am Grabe trug Oberkantor Kaufm a u n, ein intimer Freund der leidtragenden Familie, sichtlich überwältigt vorn Schmerz über den plötzlichen Tod des verdientcil Menschen, vor. Ein Schülerchor sang ein Abschiedslied, woraus die Leiche ins Grab gesenkt wurde. * Die Sterblichkeit im Juli. Im Monat Juli starben in Wien 1970 Personen. Da im Monat Juni 1986 Todesfälle gezählt wilrden, ergibt sich eine Berinindernng von 16 Fällen. Stark zurückgegangen ist die Sterblichkeit gegenüber 'dem. Monat Juli 1922,-da sie in..diesem Monat nicht weniger als- 2212 Fälle betrug. Die größte Zahl der Todesfälle entfiel auf organische Herzkrankheiten, die in 370 Fällen den Tod herbei-' führten. * Ein wutverdächtiger Hund. Am 7. d. wurde in der Umgebnng der tierärztlichen Hochschule ein weißer Spitzbastard, &er. sich herrenlos hcrumtrieb, eingesangen und ist in dem Institute unter Anzeichen von Wutkrankheit verendet. Personen, die eventuell von dem Hunde gebissen wurden, werden im eigensten Interesse ersucht, sich beim Kommissariat Landstraße zu melden. * Äiedereröffnung der Klinik Hochenegg. Die Renovierungsarbeiten an der chirurgischen Universitätsklinik des Professors Dr. I. Hochenegg sind nunmehr beendet. Der Betrieb wird in allen Ambulatorien und Äationen der Klinik am 13. d. wieder ausgenommen. * Bereinigte hebräische Schulen, 2. Bez., Große Mohrengasse 16. Der Unterricht hat bereits begonnen. WeiteraWinschrerbnngcn für Anfänger und Borgestyrinene. Kinder und Erwachsene täglich v o n 4 b i s 7 U h r a b e n d s, an Sonntagen von 9 bis 12 Uhr v o r m 111 a gs. * Ein Lortzing-Manuskript für die Stadtbibliothek. Die Musiksammlung der Stadtbibliothck hat durch die Erwerbung der Handschrift einer Komposition aus der Wiener 'Revolution des Jahres 1848 eine Iver wolle Bereicherung erfahren. Es handlet sich um die Vertonung von Kajetan Cerris. Gedicht „Die Garde der Nation" durch G. A. Lortzing,' dem'bekannten Konrponisten des „Mpfsettschmiod" und „Zar und Zimmernmnn". Das Gedicht war in Bäuerles „Theaterzeitung" am 10. Bdai 1848 erschienen und Lortzing vertonte es nach der Datierung ans dem vollsignierten Autograph vom 16. Mai für eine Solostimme mit Chor und Klavierbegleitung. Der Komponist war bekanntlich im Jahre 1846, nach dem Erfolge seines „Waffenschmied", als .Kapellmeister an das Theater an der Wien berufen worden. Die Freihoitskämpfe des Jahres 1848 begeisterten ihn, den Freund Robert Blums, zu einer ganzen Reihe von Kompositionen, deren bekannteste vier Männerchöre sind, die er im März und April über Texte von A. Fischer. K. Rick, Dr. Jurendc und Buchheim - schrieb nnd ine auch „Wiens hochherzigen Studenten' achtungsvoll gewidmet" >im Truck erschienen. Das eingangs erwähnte L:od wurde anscheinend n i ch t gedruckt. * Achdnth-Jsrael. Samstag 'den 15. d. wird Herr Rabbinre Mayersohn im Bethause Beth-Jsrael (Polnische Schule), 2. Bez., Leopoldsgasse 29, um halb 4 Uhr nachmittags über das Problem der.jüdischen Einheit" predigen. * Marconi — FaSzist. Wie aus Rom gemeldet wird, ist Senator Mareou.i der jaszistischen PMvi.bttcgstreten. Bereine. Borttöge und Berfammlunge«. Jüdische Moderne. Morgen Samstag um halb 8 Uhr abends im Cafe de France, 1. Bez., Schottenrrng, Versammlung. Tagesordnung: 1. Der 13. Zwnisten'kongreß. Referenten: Dr. Waldmann und Dr. Gelber. 2. Diskussion. Technisches Museum. Morgen Samstag:. 3 Uhr nachmittags:' Führungsvortrag von Dr. O. Bryk: Wtagnetismus. Sonntag den 16. d., 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal Filmvorführungen: Erzeugung von Flugzeugen, Seeflieger, Taucherdienft, Bilder aus einer Motor-lvotswerft (Bundesfilmstelle). Erläuterung von N. Bovoevic. Urania. Heute: Großer Saal: 3 Uhr: König Dachstein. Halb 8 Uhr:' Das Singspiel. Der Hochzeitsbraten. Die Zaubergeige. Die Maienkönigm. Kleiner Saal: Halb 8 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Hermann Oncken: Die deutsche Politik Kaiser Napoleons des Dritten und der Ursprung des Krieges von 1870—4871. Kurssaal: Halb 7 Uhr: A. Hohlfelder: Geschichte und Problem der berussständischen Vertretung. 2. -8 Uhr: Hofrat Ing. Josef Löwh: Grundlagen der Starkstronrtechnik. 2. K'lnbsaal: 6 Uhr: Univ.-Lektor Marius Fab er: Sprechkurs. 1. Halb 8 Uhr: Dr. Hedwig Rossi: Michelangelo, der Mensch und Dichter. 2. Bühne und „Louise." (Erstausführung in der Voltsoper.) Als -vor zwanzig Jahren ,/Louise" zun: ersten Äwie auf der Bühne der Hofoper erschien, überraschte das neuartige Milieu, das soziale Tendenzen ins Musikdrama einsührte. .Heute, da die Oper des Franzosen Charpentier in die Bottsoper nbevsiedelt ist, scheint uns ihr sozialer Untergrund menschlich näher gerückt nnd gerade dadurch in 'der Oper weniger interessant. Wir waren zu lange an Götter und Helden, an Prinzen und Feen, an die Welt der Illusion ans der Singbühue gewöhnt und nun begegneten wir Louisens Elter«, dem Vater Inder Avbeiterbluse, der Mutter mit dem Umhängetuch, armen Leuten, die von -Freiheit und Gleichheit reden, ihre Suppe löffeln, ihre Zeitung lesen und ihre Tochter Louise n: strenger Zucht crzichen. In ihr tobt das heiße Blut der Boheme-Jugend, sie muß hinaus, um ihren: geliebten Mnstler Julien in freier Liebe auzugehörcu, und so brennt sie durch. Dieser Gegensatz stoischen der dumpfen nnd stumpfen Beschränktheit des Elternhauses und dem phantastischen Milten des Alvntmartre ist von Charpentier, der sein eigener Textdichter ist, mit nngemein bichn'en-knndigvr Hand und mit einem Realismus, der von Zola gelernt hat, geschildert. Das Leben der Straße mit ihren Luinpensanumlern und Gassenjungen, mit den Schutzleuten und Straßenverkäusern des erwachenden Paris ist nicht erfunden, sondern dem Leben nachgobildet. Mit der reichen Detailschildernughält freilich die dramatische Entwicklung nicht gleichen Schritt, und so pendelt Louise mit einer für eine Pariser „Midinette" ganz nngelvöhnttchen 'Schtverisälligkeit vier Alte lang zwischen Eltern und Geliebten hin und her. Die Musik ist in ihrer leichtnrotivischen Arbeit, die mit Juliens packe ude-m Viotiv archcbt und sichin imnter neuen thematischen >Ulngr.uppiermrgen gar nicht ge:mg tun kann, ein direkter Nachfahre Wagners, wie sa auch die Gestalten von Wagner tlicht unbeeinflußt sind. Die Mutter, die, eine gealterte proletarisierte Göttermutter Fricka, unter Orchestersturm keisend über die Bühne geht, der Vater, der gelegentlich aus gut Nibelungen Art seinen Bannfluch gegen die Tochter schleudert. Doch danebell ist die Musik auch reich an franMschem Esprit. Nickt erfolglos ist Lharpentier Musstnets Schüler aeunsen, ^_14. September 1923_ Seite.6 dessen zärtliche Melodik sich die beide>r Liebenden gleich bei der ersten Begegnung zu eigen machen. Gang charmant ist tue inustkalische Zeichnung, etwa der kecke Ton in der Nähstube oder die eigenwilligen Märsche und fast wienerisch lockenden Pariser Walzer, das ganze bunte musikalische GÄvimmel bei der Krönung Louisens zur Mste vom Nkvntmartre. Gigerlartig kräftig ist Charpentiers Rhythmik, sein französisches Erbteil, auch die lebensvolle Harmonik und die klingende, durch Celesta bereicherte' Jnstvumerrtatiörr fesseln noch heute, ivogegen sich die kultivierte Melodik nur ausnahmsweise in einem Duett oder Monolog reicher ausbreitet und sonst vielfach durch evmüderrden Sprechgesang, ersetzt wird. Wenn man sich Louise' ansieht, dieses Kind aus dom Vol'ke, das in fast einem Vie'rtelsahchnndext seiner Bühnenlvieksamkeit karrm gealtert ist, so fällt unwiMürlich ein Seiterrblick aus seine nur wellige Jahre ältere -Schllvester und Schicksalsgefährtill Miini. Puccirris fcntimeut-afc Blumeustickerln, di: von poetischem Schnell erfüllt ist und sich tveit trefflicher aus Re Psyche des Theaterpublikuuls Vorsicht, wird dadurch der kleinen Näherin gefährlich »lnd so wird Mimi, obwohl sic av Schwindstlcht stirbt, auf der Bühne viel länger lebeil alr Louise, welche den Weg ins Freie fiiddet. * Die Ausführung der Bolksoper zeigt btci gtrrcif Willen, freilich werden ihre knappen Geldmittel der Ausstattung ebenso'gefährlich wie die Enge der Bühne den Massenszenell Frau N r s u l e a c schmückte ihre Lonise mit werblichem Lieb reiz und blühendem G.-fang, Herr G r n s a v' e s t u, eia stimm ■ gewaltiger Tenor, blieb dem Jrtlien das französisch: Sentiment und einen Schuß Bohrmelanne schuldig, mit schlichter Innigkeit spielte Herr B r a n d den Vater, Frau Salings: mühte sich um die zwiespältige Rolle der Mutter, sehr gut wai Dr. K'rögler als Narrenkönig. Während im Chor ein Durcheinander herrschte, das rricht einmal mit der Gemütlichkeit eines Montmartrefestes zu entschuldigen ist, schaltete Doktor Kaiser voll Umsicht im Orchester. Es gab stürmischen Beifall für alle Mitwirkenden. Erwin Fel b e r. .Her goldene Hahn". (Kammerspiele.) ' „Der goldene Hahn" ist die Wiedcrbegegnmtg mit dem „Blauen Bogettst Selbstverständlich' also eine erfreuliche Wicderbcgegnung. Genre, Aufmachung, Humore, aber auch Tragik und Pathos sind die nämlichen wie damals, als man den „Blaueir Vogel", bewunderte. Die bemerkenswertesten Nummern: Der Ritt der sechs Kosaken um die Bauerndirne, die auf einer Kuh sitzt. Sie will Kosaken m'cht küssen, ganz besonders , nicht, wcmr sie sechs Mami hoch angeritten konrmen. Aber wenn sie fort schd, die sechs. Reitersleut', kommt die Dirne das Weinen , an, Das Publikum hingegen bei dieser Tragödie abgrundtiefes Lachen. Dich darüber läßt sich nichts Näheres berichten. Man uuiß diese sechs Typen, auf ihrer: gemalten Rössern und ihre,: Ritt durchs gemalte Aehrenfeld rund um die knusperige Dirne und die unbeschreibliche Kuh gesehen und die Begleitmusik gehört haben. — Oder, um eine, ernste Nmnmer. herauszugreifen, „Straßensänger": Hungernde Musikantei: singen nnd tanzen. Aus der Stimme der .Frau Schal -jap in.« schreit Not und Anklage und der Tanz der Frau.Roman o to s k a j a schnürt das Herz .pyainmeu. Wenn daun. alle .drei, der Harfenist, und die beiden Bettlerinnen, die Hände hinhalterc zu der: Fenstern, hohl hinaufgestrcckt und ganz vergeblich, dieiveil sich der Vorhang senkt, ist die Gottverlassenheit der Menschen gebrandmarkt. . ' . Ueberaus ulkig und charakteristisch' der russische Foxtrott und die.Kinderszene „Doktor Nniverfiratis", von der ntan nicht tveiß, ob sie de:r Dadaismus persifliert oder bejaht. Weniger geglückt nnd ans dem'Rahmen des Abends fallend scheinen uns die Nummern „Noethoven? und „Die gute, alke Zeit" zu' sein. Die Erotik des ersteren Stückes vertrügt sich schlecht mit der nuerotischen Musik Beethovens (lucnn schon keine russische Melodie zur Hand' war, hätte inan Mozart zi: toählen), und die Elemente „Gute, alte Zeit", „Lanner" und „Liebespaar" pflegt mau auf wienerisch glücklicher zu mengen. Auch die tanzenden Paare hittter de:: Fenstenr der Kulisse sind hier aus einer besseren, alten Zeit bekannt, als man dämlich noch das „Verwunschene Anstoß" spielte. Ebenfalls aus dem Rahmen fallend, aber dafür außerordentlich, sind die mimischen Szenen desHerrn B o i t l e r. 1 Sic möge recht lauge verweilen,, diese Kleinkunstbühne, in der'Stadt des entarteten Operettenunsinns, der Hahn I am Mist, hoch über dem erschrecklich gehäuften Wiener Operettenmist, ist sehr tvillkommen. O. A. Di« Berllner Rotter-Bühuen im Redoutensaal der Hosi bürg. Der Vertrag zwischen der Verwaltung dc^r Bund'estheater und ber Direktion der D e r l i n er Rotter-Bühnen ist unterzeichnet. Damit erscheint die Direktion: Rotier, die mit ihren sechs führenden Berliner Bühnen das umfangreichste deutsche Dheaterunter:rchn:en dar- ' stellt, zum ersten Male in Wien. In: Redontensaal sind Anf- , führnn-gcn von Werken von Goethe, Shakespeare. Moliere, . Gerhart Hanpimann, Ibsen, St rindberg. Fulda, WAdc Suderrnann vorgeslchen. Eröfstret wird das Gastspiel mit den: neuen Lustspiel „Der Vulkan" von Ludwig Fulda, das für Wien Erftaufführung ist. Trauriges Schicksal eines Bühnenkünstlers. Geistern vormittags ist im Stephanie-Spital der in künstlerischen und Geselffchastskreisen sehr bekannte und geschätzte HofschäuspiÄer Gustav G o r r w o o a im 68. Lebensjahre gestor>be«. Der verstorbene . Künstler, welcher an mehrerer: Bühnen des In- und Auslandes in hervorragerrdster Weise tätig war. war seit zirka zlveieinhaW Jahren e r b l i n d c t und brachte sich als Vor<- tragsmeister dmch. Der brillante Film „Ost und West", ErlevniAe eines amerikanischen Girls im Osten und in Wien mit der lustigen temperamentvollen Math .Picon- »rnd Jakob Kalich ü: den Hauptrollen, läuft ab heute im Maria - lnlferstraße 70. (Monovvl: Qui-ttner, Zucker«»» M 1