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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-11 · Heft 1645 (11.9.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1645 (11.9.1923)
Date
1923-09-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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WT.ItKW Wiener Morgenzettung. 11. September 1923 mm, ÄMnMiig B« neues Bauprogramm der Gemeinde W ien 2&0OO nette Wohmnrgen in ffinf Fahren. Dom Finanzausschuß des Warner Ge-udvindevates wurde -eftovu eine Bovlage mrderbrett>et, d,vrch die «n für fünf Jahre bervchnetes Baupro>gra>rnn: MgeteiFt wird, dessen Ausführung die Wiener Wohnungsnot gvüiEch zu ändern g-eeign>et ist. Es wurde beschlossen, das; in den nächsten fünf Jahren, Kevchnnißig verteilt ans die einzelnen Jahre, fiinfuudzwcmAigta,vse,td Wohnungen samt einer entsprechenden Zahl von G eschäftslokabitäte.u hoiMstellen sind. Am 1. d. gab es im Wien 19.552 Wohnungssuchende, die mit 1 qualifiziert waren. Diese Vorgemerkten werden difo in den nächsten fünf Jahren befriedigt, und es bleibt darüber hinaus noch die Möglichkeit, eilten neuen Zuwachs zu berücksichtigen. Die gegenwärtige Gonreiudevevwaltimg nmmnt unverrückbar den Standpunkt ein, daß der M i e t e r s ch u tz vollständig a u s r e ch t e r h a I t e n w e r d e n muß. Sie rechnet damit, daß es eine private BauiütigDeii, abgesehen von ausgesprochenen Geschäftshäusern, Luxusvillen oder Fabriken, nicht geben ,wivd. Däher muß in einem noch stärkeren Umfang als bisher die öffentliche Bautätigkeit eiusetzen. Für die Beivältiguug einer großzügigen Bautätigkeit sind von der Gem-einde die Vorbewitm^M Planmäßig geschaffen worden. Was die so wichtige Frage der Bedeckung dieser großen Ausgabe anlangt, führte der N eieren- Stadtrat Breit ne r in der gestrigen Sitzung des'städtischen Finanzausschusses darüber folgendes aus: Die Airsgabe von -IM Milliarden .Kronen aus Anleihen /t verweisen, würde mit der UnauHühribarkeit des großen Projektes gleichbedeutend sein. Es sind üben trotz aller zweifellos vorhandenen Sicherheiten heute so erhebliche Siumnen in fest verzinslichen Werten nicht erhältlich. Schon gar nicht zn einen: vernünftigen mild vertretbaren Zinssatz. Die Gemeinde muß daher, will sie dieses Bauprogramm ans« Mren. sich mit dem Gedanken besröundcn, den Betvtg von <60 Milliarden Kronen in den regulären Voranschlag einzusetzen, bis sich die Verhältnisse ans dem Anleihemarkt geändert haben. Geuvisse kleinere Stemmen werden, wie in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft, immerhin iu Anlecheform auszubringen sein. Es muß daher geprüft werden, ob das Budget der Gemeinde eine derartige Belastung verträgt. Ich glaube dies mit gutem Gewissen unter Zugrundelegung »er heutigen Verhältnisse bejahen zu können. Stadtrat Breitner beantragte schließlich, daß 'oet Magistrat zu beauftragen sei, für die Ausführrmg von fünstausend W'ohnungen samt der entsprechenden Anzahl von Geschaftslvkden und Werkstätten für 1934 plamnäfig alle Vorbereitungen zu treffen. Di« hiezu erforderlichen Ausgaben kmrnen bis zu dem Betrag von hundert Milliarden Krone:: vorschußlveife a>us den Kassabeständsn bsstvittsn werden und sind sodann vierhundert Milliarden Kronen in den nächsten Voranschlag einzusetzen. Der Antrag wurde sodann angenommen. Keren Haieffod-Prohaganda an den Feiertagen. Uebcr Beschluß des Zioniftischsn Loka'Komitees werden alle Zionisten aufgefordert, ailläßlich der Feiertage im Kreise ihrer Freunde und Bekannten auf die dvimgliche Nolwendigkert der materiellen Förderung des Potlastina-Aufbarres hmtzuweifen und sie zu Opferlei st uugen für den Keren Hajes.sod ztr veranlassen. 500.000 Mat fit Wffche Waise«. Das Joint DVswkbrdimr Committee hat mehr als «lkne halbe Million Dollar si'rr die Forffetzung des W a st s e n h i l f s w e r k e s in Ertvopa und Palästina wcchvettd der restlichen Monate von 1923 bestimmt. 2 71.500Dollar find fürP o l e n bestkinmrt, Miodor Joint für 12.240 Kinder, die in WaffercheiriDn rmd Privathälusern rwtergebracht find, sorgt. 100.000 Dollar sind für Waise nkruder in Palästina bestkmnt, 26.000 Dollar für die Tfche cho-Slowakei, 23.000 D ollar für LitaueruWnd 2 2.0 00 Dollar für die Türke i.! Die Gesanrtzahl der vom Jomt Waisenkinder beträgt 17.9 2 0. (I. C. B.) Eine entlarvte Ritnalnwrdlegrnde. Aus Kowno rneldet I. C. B.: In dem Dorfe Ritowo, in der Nähe von Schaulen, verschwand dieser Tage ein 17jähriger Bursche, wovaushin sich die Legende von einen: Ritualrnord verbreitete. Agitatoren waren bereits arr der Arbeit. Nach zwei Tagen stellte sich .jedoch der Vermißte unversehrt in seinem Elternhcmst om. Die vereinigte Mische Bolkrbank in Lands«. Die vereinigte jüdische Volksbcmk ist dieser Tage als öffentliche Gesellschaft mit einem Grundkapital von 50.000 Pfund eingetragen worden. Das Kapital verteÄt sich «mf 100 Grmtderaktien rmd 49.900 «nifache Aktien. Der Zweck -der Bank ist die Förderung von HauÜwevk, Jndwstvie und Landwirtschaft unter de« Jütden, die Unterstützung aller Arien ko,operativer Untevrwhmungvn, Hilfeleistung bei der Cm- und AuSwandevUttg, fevner Bankoperationen aller Art. Die Kontrolle soll in dem Händen eines Aufsichtsrates liegen, der mindestens 23 mid höchstens 100 Mitglieder zählen darf. Die Zahl der Direktoren soll nicht weniger als drei und nicht mchr als fiebe-n betragen. Der AuffiMKM Letzte Nachrichten. Korsn wiN noch Mt geräumt. London, 16. September. Wie das Reutersche Bureau nritteilt, mache sich in politischen Abreisen über die letzte Phase des griechffch-'italienischen Konfliktes ein Gefühl der Befriedigung bemerkbar. Es sei jedoch verfrüht, zu erklären, daß die Angelegenheit geregelt sei. Die ganze Frage drehe sich darum, wie lange die Besetzung Korfus sortdauern werde. Es fei klar, daß die Untersuchung deS Mordes einige Zeit in Anspruch nehmen müsse und daß der pernmnente Jrlternatiortale Gerichtshof keinerlei Entschädigungssumme bestirnmen könne, bevor er das gesamte Beweismaterial vor sich habe. Die Näumutig Korfus werde daher nicht so rasch vor sich gehen, wie in gewissen Kreisen angenoinmen werde. De Tatsache könne jedoch nicht bestritten werden, daß auf beiden Seiten eine viel bessere Stinrmung vorherrsche und die Atmosphäre durch die sehr kluge Diplomatie, mit der in Paris verhandelt werde, bträchtlich geklärt worden fei. Die Mecho-Aawalei muß sparen. Budweis, 10. September. (Tfchech. Preßbttreau.) In einer von der 9tatioualdenrokratischen Partei vemnstaltefcn Mählevv>erfamn:lung ergriff auch Fmanlzminiister Ingenieur Becka das Wort, der unter anderen: erklärte: Unser Staat verträgt nicht ein Budget von 19 Milliarden. Sein Budget muß herabgesetzt werden, wenn nicht die Steuern erhöht werden sollen. Handel und Industrie vertraget: keine Erhöh.ung oder die Gmführung neuer Steuern. Eine Erhöhung der Gehälter ist untnöglich. Wir rnüssen den zweiten Weg wählen, nämlich die Berringernng der Ausgaben. Wir Haber: noch die he'mch'che Balrüaan'leihe im Betrage von 250 Millionen und den ersten Teil der englischen LNehlar:leihe in der Höhe von 500.000 Pffrnd Sterling zu begleichen. Für die allernächste Zeit lverden wir" mit den heimischer: Mitteln durchhalten, ja cs wird vielleicht sogar gel'mgen, auch den zweiten Teil der Mehlanleil-e irr England zu b^ezahlen. Was man „gern" unterschätzt. Mr. Hunter, ich spreche Ihnen meine Bewnndevnng auZ — nicht in sportlicher Beziehung, da meine Existenz von sportlichen Erregrurgen so ziemlich unbeschwert ist. Aber Sie haben jetzt einen so abgerundet kühlen Satz gesagt, daß er alle Aussicht hat, geslüg>M«s Wort zu wevden. Sie äußern sich: „Die Hakoa'h wird gern unterschätzt. Dieses „gern" ist ein stMstischer Genieblitz, denn es erhellt dein gangen Komplex von Problemen, die sich um die Wertung von Lvistrmgen bilden. Sie haben nämlich, Mr. Hm:ber, mit diesem kleinen „gern" eine wichtige Seite des ganzen jüdischen Problems aufgerollt: die Wertung jüdischer Leistung. Wobei ich bemerke« möchte, daß es sich nicht Mf die sportliche Leistung allein bezieht, sondern auf Mische Letstnng überhaupt, auf welchem Gebiet es sein mag, von der Sinaigüsetzgebung angefangen, bis — na, sagen wir, zum Londoner Sisg der Hakoah. Lassen Sie mich, werter Mr. Hunter, Ihren trefflichen Ausspruch ergänzen und es wird damit wohl das Shmptomatiische Säe ganzen WertuugsbMchwng zivifchen IM« und Umwelt gekennzeichnet sein. Jüdische Leistung wird gern unterschätzt, alber ebenso gern üüerschätzt. Die llebcrschätzung ist der Msdvuck des Konkurrenten, der sich für fein Versagen die Phantasie der Menschheit zu Hilfe rufen will, damit er — um nn Sportijargon zu bledbem — unfaire Kampfmethoden motiviere:: kcnm. Dem: der größte Teil der Menschheit gdht noch im>mer von dem Grundsatz aus, daß bein: Versagen glke-ichivertiger Mittel der Konkurrenz auch dse Gewalt, der Verstoß gegen die Spielregeln, der Rechtsbruch erlaubt sei. Da aber die Menschheit, tote sich dies davrch die von Zeit zu Zeit auftanchenden ethischen Forderungen von Religiousstchteru, Phklosophm, Dichtern uls!w. immer wieder kuudg'bt, sich eigentlich twefieS ihres Grundsatzes schämt, so verschönert sie chn durch die M^schmückung der PhMtasie. Vergrößerung ist iimurer Phantäsiebche'ljs. Deshalb werben üben die Juden •»«$> ihre Leistungen gern überschätzt. Weil man eben die Gewalt gegen sie, die Äs die Schwächsten erkannt wurden/ bemäwteln muß. Deshalb die lleberschätznng ihrer Geistigkeit und deren Folgen. Man schlagt jetzt politisch Kapital daraus und sprächt uns politische Konzeptionen von so welt>umfassender Weite zn, daß st« ein politisches Volk tat exochcn voraussetzen vkühtM. Wir Juden sind aber in WirWchkeit das nvpoMfchefte Volk der Welt. Man überschätzt den Mischen Reichtum, weil dadurch immer das- Hintertürchen der Gewalt gegeben ist — das in nicht allzu fern zurückliegenden Zeiten auch Äs Hauptemgmrg für die gewaltsaine Enteignung Mischen Vermögens benützt wurde. In WiMickMt zählelU die Juden zu den ärmsten MKern der Erde. Vor allem haben sie ein verschwindend lletnes Nationalvermögen. Und der Reichtum: ihrer Reichsten m der ganzen Welt ist kleiner als der des DutzeM nichtjüdischer Go'lldmagnaten in Anrerika, er überstieg nicht viel das Borrnögen eines oittzzellnen Mannes, des letzten Rnssenzareu. Gerade das Geld ist der Angelpunkt für die Unterschätzung jüdischer Leistuug, die, wie Sie sagen, Mr. Hunter, so gern srfolgt. Bor allem wird ja dem Gelds der Juden gern die Kraft zugeschrieben, Leistungen zu ersetzen. Ein leicht faßliches Beispiel bieten ja die beiden Matches des Hakoah gegen englische Maunschasten, wo Gerüchte dieser Art mit Behagen kolportiert wurden. De« konzentrierten Ausdrink hat diese Ansicht in der Phrase von der „jüdischen Ausbeutung". Gem unterschätzt, um beim Grundsätzlichen zn bleibe'.i, eine Leistung derjenigen, die aus Adangel an Individualität, ans den: Defekt seiner Uicheri irmlichsÄt .Mte ÄUtzitziduaWüt vtk RrLmtrmcut betrachtet. Das Germmterschätzen ist ein Hakbkuktu« jymptom. Es ist in: einzelnen bei Oberflächlichen, i« der Go samtheit bei Grichpen zn finden, die sich irgendwie im Zustani der Halbkultur besiuden. Schasfensnnfähige Menschen, kulttw lose Völker oder, besser gesagt, Völker und Bölkergruppen nri Halbkultur, lieben es, Leistung zu nuterschatzen. Es ist c'in stille- Haß gegen das Ausfällige, der für diese Erscheinung bestiminen! ist. Darum wird auch gerade jüdische Leist,:ng von Halbkultuv juden so gern unterschätzt, wekhe in, Unterbewußtsein ihrer Un znlänglichkeit, mag sich dazu auch ein noch so starkes Selbst bewußtsein nach außen gesellen, jenen stillen Haß gegen dal Auffällige hegen. Für dieses Nessentin,ent einer indistber Schichte, die im Uebergang von der eigenen .Kultur zur sreinde: auf dem Schwebepunkt angelangt ist, wo die Erscheinnnget unsicher werden und von dem sie sich nicht befreien kann, weil si> nicht den Mut zur Ganzheit hat, gibt cs mannigsache Ber. schleiernngssormen, wie Abneigung gegen „aufdriugli-tzeu tionalismns", die sogenannte Jch-Konzentration, oder auch Ui- Gegenteil, der Kosmopolitismus in seiner verwässer,steu uni verwaschensten Form. Ich l>abe noch nie die Erfahrung ae macht, daß ein einfacher, angeblich schmutziger Jude in, Siler (der eben Jude ist, ohne anderen weiter den Kops darüber;r zerbrechen) wirklicher Leistung skeptisch oder unsicher geg'nübe, stünde, dagegen ist es geradezu symptomatisch, daß von dem au' ihre Zivilisation so stolzen Halbjuden, die dazu bei ihrer feem den Umgebung als so geschätzt gelten, oft die wirkliche müi der halben Leistung verwechselt wird, und dies nur deshalb, weil fit die wirkliche Leistung „gern" unterschützt und sich dafür mit de, ihrer eigenen Halbheit bequemeren Hakbleistung beginigeu. All Pas meiner Meinung nach ziemlich Wesentliche süi die Beziehung von Menschen und Menschheit zur Leistung von Menschen und Menschheit beschwört Ihr knapper Satz herauf Mr. Hunter, der >da sagt, daß man die Hakoah gern unterschätzt. Es ist ein guter Satz. Was darin Trauriges steck: — davon haben wir eben geplaudert, das kann Menschen auf der Höhe der Menschheit nicht entmutigen. Denn wirkliche L ' ist ein Geschehen, das mir der Menschheit verbunden ist, in ihrem Dienste geschieht und ihre Existeuz immer wieder neu begründet. Wer Leistung nicht voll anerkennen kann, erden, den Zweck der Menschheit nicht. Darüber sind wir uns doch einig, Mr. Hunter, nicht? Ihr E. G. F. Eine hebräische Schachzeitnng in Palästina. Ans Jerusalem wird uns geschrieben: Die Vorliebe der Juden für das Schachspiel ist sprichwörtlich. So ist es kein Wunder, daß die aus aller Herren Länder nach Palästina eingcwanderlen Juden das Schachspiel in Palästina popularisieren. In jeder Stadt und in jeder Kolonie bestehen bereits S ch a chklub s, in denen das schöne Geistesspiel gepflegt loird und Simultanspiele verarfftaltet werden. Ab und zu findet sich auch ein Meister, der „blinde" Partien arrangiert. Das Schachspiel hat in Palästina bereits so viele Llnhänger und Förderer, ^daß der Wunsch ,mch einer eigenen hebräischen S ch a chzeitung sich kundgibt, der schließlich dazu führte, daß schon in nächster Zeit eine solche Fachschrift unter dem Titel „Emannel Lasker" zu erscheinen beginnt. Herr M. Japhet, der die -Redaktion des Blattes leiten wird, will sich mit den jüdischen SchachMubs und bekannten Schachküisstlern in Europa und Amerika in Verbindung setzen, u-m sei'- wa:t interessant zu gestalten. Die Ml der Juden in Amerika. Lawt einer vom Jüdischen statfft-ischen Burearr in 2äeiv--8)ork arffgeftelltLn Statistik besitzt heute Amerika unter allen Ländern die zahlreiche Mische Bevölkerung. Erst in Zweiter Reihe kommt Polen, in dritter Rußland-Ukraine. Die jüdische Bevölkerung in Anrerrka zählte in: Jä nner 19 22 ungefähr 3,600.000 Seelen. New-Povk allein zählt 1,5 Millionen Juden, dann kormnen Chicago mit 250.000, Philadelphia mit 200.000, Eleeveland mit 100.000, Boston mit 77.500, Baltimore und Sankt Louis mit je 60.000, Detroit mit 50.000 jüdischen Einwohnern. Widerspruchsvolle Antisemitentavik. Mhrend die NationaMmokratenin Polen den sehnl'ichste'N Wunsch 'htben, die Juden aus Polen hinauszudaÄngen, scheinen ihre Parteigenossen jeitseits 'des Ozea-nS der genauentgegengesetzten Meinung zu sein, nämlich, daß die Juden in Polen bleiben sollen. Eine Gnchpe vor: nationaldemokratischen Polen in Amerika hat nämlich vor kurzem der polnischen Regierung ein Memorandum übermittelt, das die Forderung enthält, die polnische Regierung möge die Auswanderung polnischer Inden nach Amerika beschränke,,! Ob das so ganz nach dem Geschnvack der na-tionaldu!>'.'iratischen Mitglieder der Regievrmg wäre? Eine neue Einwandernngspolitik Argr. An Buenos-Ai res schreibt man uns: Ju Au geutinlien, das bisher in der Einwanderungsfiage das Prinzip größter LiberalitätbeLundet>hat, macht sich in der letzten Zeit in verschiedenen Kreisen eine Bewegung geltend, welche sich gegen die Ernwa-nderung richtet u::d auf ihre Beschränkung hinarbeitet. Wie die Blätter melden, hat die argentinische Regievllng denr Parlament einen neuen Gesetzentwurf über di-e Cinwandent-ug vorgelegt, der eine Reihe von Beschränttuigen errthalten soll, welche (so heißt es etlvas gelmlnde::), ,chen Zweck haben, unerwülffchte Elemente vom Lande fernzuhalter:". Ueber die Deutung des Ausdruckes ,Mlerwünschte Elemente" ist man sich in de» an dar Einwanderrtugsvegelung interessierten Kreisen irr Llrgentinietl anscheinend noch nicht ganz in: klaren; denr: es wird von kommunistischen Eiernearten.und dergleichen gesprochen. Eine Meldung des „Baltischen Emi» a rant" wirrt iedocb ein üeinlich Helles Schlaglicht mr-

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