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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-05 · Heft 1640 (5.9.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1640 (5.9.1923)
Date
1923-09-05
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1640 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung. 5. September 1923 Serie 8 Mitteilungen aus dem Publikum. Nobelfabrik J. Spira 619 Feine Wohnungseinrichtungen. Wien, III., »nrlenMe 1—3 (Ecke Karl Schweighofergasse (Nachfolgende Notizezr bis zu der Rubrik „Aus den Vereinen" find entgeltlich.) * Tanzinstituk Seemann Braun» 14. Bez.» Rein* öorfgafse 42. * Alle Hausfrauen rufen Im Ekjor: „Die beste Seife ist Kagor". Vereine, Bortrllge und Versammlungen. Zionistische Bez i rks s ektio n 9. Donnerstag den 6. d.. 9 Uhr abends, erweiterte Ausschußsitznng im Cafe Metropole (früher Cafe Auto), Ecke Berggasse und Hahn- Nasse. — Zionistische Arbeitsgemeinschaft. Sonntag. 6 Uhr nachmittags, im großen Sitzungssaale des Zionistische n L a n d c s k o m itee s, 2. Bez., Taborstraße 20 a, dringende Sitzung. Sämtliche Mitglieder tverden dringend aufgesordert, pünktlich M erscheinen. — Zioni st lisch e Kulturgruppe 20. Karl Meißlstraße 5. Heule, 7Uhr. abends, außerordentliche Generalversammlung. — Zionistische Bezirk s o rga nis aiio n Brigitten an. Heut«, halb 8 Uhr abends, im Cafe Bürger, Wallenste instraße 2, Ausschußsihnng, Fortsetzung der Dellegationsberichte vom jüngsten Kongreß. Erscheinen Pflicht! Urania. Heute: (Großer Saal), 6 Uhr: Tiergeschichten. 2. Essenz ander, Halb 8 Uhr: Das Singspiel: Die Hochzeit bei Laternenschein. Die Nürnberger Puppe. — (Kleiner Saal), halb 8 Uhr: Dr. spritz Schulhof: Menschenkenntnis. 2. — (Kurssaal), halb 7 Uhr: Prof. Dr. Marianne Z Yche: Frauenberufe. 8 Uhr: Dr. Paul Müller: Werden und Vergehen der österreichischen Großmacht. — (Klntbsaal), 6 Uhr: Univevsi-tätslektor Ferd. Mal ras: Vortragskunst. 1. Halb 8 Uhr: «Äsela Krickl: Die Erreichung gesunder Donbildung. 1. Bühne und Kunst. Frau Vleibtren Meidet aus dem Burgtheater. Die neue Aera im Burgtheater, auf deren Heraufführnng der prominente Künstler Hübling und Frau Wohlgenmch einen so maßgelbenden Einfluß geübt haben, fängt gut an: Wie Ihr Mitarbeiter ans maßgebender Quelle erfährt, wird der Urlaub der Frau Bleibt reu, der offiziell bis zum 1. Oktober dauert, sich schr weit über diesen Termin ansdchnen. Frau Blsibtreu soll nämlich von ihrem Urlaub nicht mehr ans Burgtheater gurückkehren. Die offizielle Begründung lautet: Schonungsbedürfnis wegen geschwächten Gesundheitszustandes, Verlängerung des Urlaubes um mehrere Monate und wie die schönen Floskeln alle lauten. In Wirklichkeit ist natürlich die Stellung der Frau Bleibtreu als Gattin des ,/tbgesägten" Burgthea-terdwektors im Zusammenhang damit, daß Frau Wohlgemuth am Burgtheater eine einflußreiche Persönlichkeit geworden ist, schwer haltbar. Das Burgtheater verliert also seine einzige Schauspielevin von großem künstlerischen Format, ohne — trotz Frau Wohlgemuth, die eine blendende Bühnenerscheinung, jedoch eine nichts weniger als blendende Schauspielerin ist — einen entsprechenden Ersatz zu halben. Wenn das so oft mißbrauchte Wort von der Tradition des Burgcheaters einmal mit einiger Berechtigung angewcndet tverden kann, so ist es bei Frau Bleibtreu, einer Künstlerin, die ihresgleichen an der deutschen Bühne schwerlich findet. So wird das Burgtheater wieder um seine seiner wenigen künstlerischen Individualitäten ärmer. Und die wenigen Bietgabungen, die über das Mittelmaß hinausgchen und dem Burgiheater etwas wie ein Anrecht geben würden, sich als eine führende deutsche Bühne zu betrachten, befinden sich heute nicht mehr im Burgcheater. Zu ihnen gesellt sich nun noch Frau Bleibtreu. Es ist schwer, nicht ,-Burgtheaterdefaitist" za sein. S. S. Eleonore Tust, die große italienische Tragödin, wird im Laufe dieses Monats in der N'uen Wiener Bühne wu Gastspiel absolvieren. Die Künstlerin wird sedoch nur au vier Menden aulstreten, da sie durch andere Gastspielverpflichtungen gebunden ist. Das Gastst-.e'. bea'.nut am 20. b. Aus den Theatern. B u rgtheater: Morgen, 7 Uhr. ,M n n a K a r eu i n a" Akademictheater: Morgen, halb 8 Uhr, „Die Frau von v i e r z i g I a l) r e n". Ope r n the ai c r: Direktor Schalk wird in der hentagen Aufführung des „Lohengrin" zum ersten Male nach seiner sudamerikanischen Tournee am Dirigentenpult erscheinen. Im De u t s che u B olk s th ea te r wird heute im Rahmen des Moiffi-Gastspieles Ibsens „Gespenster" mit Alexander Moissi als Gast wiederholt. Für Freitag den 7. d. wurde eine Wiederholung von Talstois „Der lebende Leichnam'" und für Samstag den 8. d. „Hamlet" augesetzt. Carl-Theater. Ab Freitag den 7..d. wird als Nachtvo r st e l l u n g (Gastspiel des Berliner Residenztheaters) „Galante Nacht" ansgesührt. Beginn um halb 11 Uhr abends. Um 7 Uhr abends täglich „Madame Pomp a d o u r". B olks o per: Heute Mittwoch „Der Barbier von Sevilla" mit den Damen Friedl Böhm und Salinger und den Herren Reumann, Bäudler, Markowsky, Tauber, Weber und Ströb. Dirigent: Herr Dr. Wowich. — Morgen Donnerstag Gastspiel Zaleschi als „Rigoletto". Die Opevettensäugerin Erzste P e ch v vom Königstheater in Budapest wird am I o h a n n Strauß-Theater in der Beuatzkhschen Novität „Ein Mär ch eu aus F lorenz" gastieren. Im Raimund-Theater, das heute wegen der Generalprobe geschlossen bleibt, beginnt die morgen Donnerstag stattfiudeude Premiere des Wiener Stückes mit Musik „D e r liebe Augustin" mit Toni Edthöser und Daguh Servaes in den Hauptrollen, pünktlich um 7 Uhr. tzerichtssaal. Ae „Gäbe" an die Leser. Die „Friedensnummer" der „Reuen Freien Presse". Bekanntlich ist vor «in paar Monaten der Herausgeber der „Neuen Freien Presse" vom Preßrichter deS StrcrfbLzirksgerichtes Jnuer^ Stadt wegen Verletzung des Paragraphen 20 des Pveßgesetzes zu einer Geldstrafe von 30.000 K. verurteilt worden und gleichzeitig war der Verfall von JnsertionSgÄdern in der ungefähren Höhe von anderthalb Milliarden Kronen Msgefprochen worden, die bei der Verwaltung der „Neuen Freien Presse" für die in ihrer am 31. März d. I. erschienenen, als „Friedens,::ummer" ausgemachten Auisgabe veröffent- Achten entgeltlichen Anzeigen eingelaufen waren. Die von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklage wies daraus hm, daß nicht nur eine grobe Unterlassung der Evkentrtlichmachttng der Ankündigrmgen gls bezahlt, sondern geradezu eine Verschleierung vorliege. Der Richter hatte konstatiert, daß mehrere Seiten der Beilage nicht numeriert waren. Die vom Staatsanwalt inkrimimerte Ausmachung bestand darin, daß entgeltliche Ankünidt'gKngen aus etwa 32 Seiten den Anschein erweckten, als wären es redaktionelle Darlegungen. Au drei Stellen im Blatte wurde wvhl auf die Entgeltlichkeit der Ankündigungen hmgewiesen, doch waren sie nicht in den einzelnen Fällen als solche gekennzeichnet. Der Preßrichter begründete sein verurteilendes Erkenntnis damit, daß die Beilage den Anschein erweckte, a!ls ob es sich um redaktionelle Mitteilungen handeln würde. Der Herausgeber des Mattes und der Staatsanwalt brachten gegen das Urteil die Berufung ein. Bei der gestern statt gefundenen Verhandlung wurde vom Berufungs- Vertreter wiederum darauf hingewiesen, daß es genüge, wenn auS dem Text hevvorgehe, daß es sich nicht um eine redaktionelle Mitteilung handle. Nach anderthalbstündiger Beratung sprach der Senat des Hofrates Dr. Wessely, dessen Name aus ähnlichen Prozeßen dieser Art bereits bekannt ist, den Herausgeber des Blattes von sämtlichen inkriminierten Punkten der Anklage frei. Es ist also zu erwarten, daß dieses Blatt es nicht verabsäumen wird, mit dem öligsten Pathos einer bescheinigten Ehrlichkeit seine Reinheit im hellsten Lichte darzustellen. Die „Friodensnummer" der ,Menen Freien Presse" ist rehabilitiert und sie hat damit das Recht erworben, neuerdings eine gut bezahlte Revue über sämtliche Banken Mitteleuropas als Betätigung im Interesse des Friedens herauszustaffiercn und so immer wieder Leute zu finden, die nicht alle werden. Lum Neuen lehret ratulieren Sie Ihren Verwandten, Freunden (Gästen, Kunden) In der Ae „Reichshost" will ihre Lüge« nicht be richtige«. Wie noch erinnerlich ist, hat die „Reichspost" anfangs August wieder einmal zu Hetzzwecken abgeleierte Fälschungen über die Weltmachtbestrebungen des Judentums reproduziert. Sie zitierte eine angebliche Rede Cremieux' und führte zum Beweist ihrer Authentizität an, daß Dr. Josef S. Bloch, der frühere Herausgeber der ,/Oosterreichischen Wochenschrift", die Echtheit dieses Zitates nie angvzweifelt habe. Dr. Bloch sandte daraufhin der „Reichspost" eine Berichtigung, in welcher er die Gelegenheiten (in dem vor: ihtn damals herausgegebenen Blatte, in anderen Publikationen und in Parlamentsreden) anführte, in denen er die Echtheit der ziti tierten Enunziation Cremieux' bestritten hatte. Unser Blatt lvar in der Lage, diese Berichtigung zu veröffentlichen. Die „Reichsswst" hingegen unterließ es, diese Berichtigung abzudrucken. Statt dessen brachte sie ein paar Tage später eine ge wundene Auseinandersetzung über das angebliche Cremieux- Zitat, wobei, sie plötzlich eine ganz andere Q u e l l e angab als die, aus der sie es vorher zitiert haben wollte. Eine neuer liche Berichtigung Dr. Blochs brachtesie auch nicht zum Abdruck, weshalb Dr. Bloch beim Strafbezirksgericht Leopoldstadt die Preßklage erhob. Der Verantwortliche Redakteur der „Reichspost" ließ dur seinen Vertreter ei woenden, daß die Berichtigung nicht den Anforderungen des Preßgesetzcs entspreche, da sie nicht bloß mitgeteilt« Tatsachen berichtige, sondert: auch Meinungen zum Ausdruck bringe. Ueberdies habe die ,Aeich post" zwei Berichtigungen erhalten und ihr verantwortlicher Redakteur sei nicht verpflichtet, eine Auswahl zu treffen, welche Berichtigung er abdrucken solle. Der Privat kläger wies darauf hin, daß, nachdem die erste Berichtigung nicht gebracht worden toar, er eine zweite, dem Wesen nach identische, eingesendet habe, auf die sich auch die Klage br ziehe. Die „Reichspost" wäre verpflichtet gewesen, die zweite Berichtigung abzndrucken. Der Richter nahm einen rein formalen Standpunkt ein. Da in der zweiten Berichtigung ein Satz der ersten weggefallen war, betrachtete er die beiden Berichtigungen als nicht identisch. Deshalb hätte nach seiner Begründung die erste Berichtigung zurück gezogen werden müssen. Da dies nicht geschehen sei und nach den: Preßgesttz der Redakteur nur verpflichtet sei, eine Be richtigung zu bringen, eine Mahl ihtn dagegen nicht aufgelastet werden könne, sei der Tatbestand für eine preßgesetzliche Ber urteilung nicht gegeben. Der Richter ging daher mit einem Freispruch vor. Der Kläger meldete die Berufung an Errichtung von neuen Gewerbegerichten. Wie die Korre spondenz Herzog tneldet. werden demnächst im Buitdcsgesetz Matt Verordnungen kundgemacht, welche die Errichtung je eines Gewerbegerichtes in St. Pölten, Innsbruck unb Dorn birn betreffen. G «OSCH- HASCHANAH Nummer unseres Blattes Sie sparen Geld, Zeit und MUhel Preis für das Elnhelfsinseratt Für Wien und Deutschösterreich ....... K SO.OOO Für die Tschecho-Slowakei. Für Polen... Für Jugoslawien. Für Rumänien .......... Schweiz und das übrige Ausland . . MUSTER: . . . .Kc 2Q poln. Mk 100.000 > . Dinar 50 , . . Lei 75 . Frcs. 9 Ignaz Bodenstein Mähr.-Ostrau, Schlossgasse 13 gratuliert allen Verwandten, Gesinnungsgenossen und Bekannten zum Neuen Jahre! Bolksvirt Gestempelte Krone — 0.0078 kentmes. Auszahlung Wien — 0.007812 kentimes. In Zürich notierte 4./9. 3./9. die österreichische Krone . . , . . . 0.007812 0.0078 die österr. gestempelte Krone . . 0.0078 0.0078 die tschechische Krone . . . . . 16.50 16.40 die Mark.. . . 0.000040 0.000050 Holland .. . . 218.25 218 — Netv-Nork. . . . 555.— 554.25 London.. . . 25.17 25.19 Paris.. . . . . . 31.27 31.40 Mailand. . . 23.60 23.60 Belgrad.. 5.90 Bukarest.. . 2.52 Sofia . . . . 5.30 5.20 Budapest. . . 0.03 0.03V, Warschau. 0.0023 Achecho-slomMche Handels- und Industrie- Politik. Tr. Wilheln: Echtlster, Präsidettt des Allgemeinen böhmimischen Bankvereines, hielt in Preßbttrg über die Richtlinien der tschecho-slowalischen Handels- und Jndustriepolitit einen Vortrag. Er wendete sich zuerst gcgctt das Schlagwort der „Entindustrialisieruttg". Nichtsdestoweniger, meinte der Präsident, müsse man infolge Verenguttg des ehemaligen großen Zollgebietes zu Einschränkungen schreiten. Demgegenüber erscheint die Jndustrialisiertlng der agrarischen Douaustaatett cntpschleus« wert, doch soll das Tentpo nicht zu rasch sein. Der der tschechoslowakischett Jtidtistrie gegebene Rat einer westlichen Umorientierung sei billig, aber schlecht, da z. B. in England nicht jene Wäret: konkurrenffähig sind, die es am Balkan sind. Die Grundlage der güttstigcn Gestaltung der -tschecho-slotvakischen Zahlungsbilanz ist das Aktivum der .Handelsbilanz. Die tschecho-slowakische Handelsbilanz nrußte die Wege der VertragspolitÄ wandeln, und zwar auf Grundlage der Meistbegünstigung, die den Weg zu einer Welthandels Politik tveist. Wenn mau die ganze tschecho-slowakische Handelsbilanz betrachtet, so sicht tnan, daß die Ausfuhr von industriellen Halbfabrikatett, natttcnllich Textilien, gesunken ist. Das ist kein rosiges Bild, dettn die Rohstoffe, die natürlichen Reichtiimcr des Landes, werden ausverkaust u:tb bilden eine Stütze des Aktivums der Handelsbilanz, während die alte, gesunde Stütze des Exports von Fertigfabrikaten unterwühlt wird. Was den Export anbelangt, verliert Oesterreich den ersten Platz und seine Funktion als Reexporten:'. Dett Platz Oesterreichs nimmt Deutschland ein. In der E i n f u h r bleibt Deutschland an erster Stelle, während Oesterreich nach den Bereinigten Staaten an dritter Stelle steht. Stalien ratifiziert den Südbahnakkord. Die Direktion der Südbahngcsellschaft teilt mit: Laut Mitteilung der königl. 'italienischen Gesandtschaft in Wien hat das Königreich Italien den Akkord über die administrative unb technische Reorganisation des Netzes der Südbahngesellschast und das Transitübercinkommen ratifiziert. Der ungarische Banknotenumlauf hat in der letzten Augustwoche eine Erhöhung mit 55 Milliarden auf 399.4 Milliarden Kronen erfahren. Das Wechselportefenille zeigt eine Steigerung um 24.9 Milliardett, daaegen weisen die Giro« guthaben eine Abnahme von 8 Milliardett Kronen aus. Die Prager Mustermesse eröffnet. Wie auS Prag gemeldet wird, ist gestern die siebente Prager Mustermesse ohne Feierlich- ZurSahon! WH ßteäcSne Auswahl neuester In sämtl. PeSaarien - Pariser u. Wiener Geschmack vereinterzeugt nur in eigenen WerkstHtteni unter per». Leihin£j££beag^^ Pelzhaus Pipersberg 11 .2-6 SWHS

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