Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1640 (5.9.1923)
- Date
- 1923-09-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Heite 4 Wien, Mttwoch Wiener Morgenzeitung. 6. September 1923 Nr. 164t» . In der Rotunde entwickelt sich das Geschäft immer lebhafter. Solche sind vor allem in der Werkzeugma s ch i n e nindustrie aufzttweisett.' Große Abschlüsse wurden auch in Edelhölzern und Founticrett getätigt. In der Möbelindustrie herrscht starke Nachfrage nach Modeln in mittlerer Preislage und nach zusammenlegbaren Patentmöbeln, die insbesondere nach dem westlichen Ausland Abnehmer fanden. In Bürstenwaren, Alnmimmngeschirr . deutscher Provenienz, die nach Aegypten und Italien abgesetzt wurden, und elektrotechnischen Maschinen und Gebrauchtsartikeln und in Beleuchtungsartikeln wurden namhafte Abschlüsse getätigt. Die VolkrzShlungin Litauen. Aus Kowno wird uns gemeldet: Ueber Auftrag der Regierung wurde die Heuer durchzuführende Volkszählung für den 11. September bestimmt. Ta dieser Termin mit dem jüdischen Neujahrsfeste zusammenfällt, hat der Jüdische Nationalrat und das Ministerium für jüdische Angelegenheiten von der. Regierung die Verschiebung dieses Termines gefordert. Interessant ist, daß der Termin des 11. September noch vom früheren Kabinett, dem als jüdischer Min ist e r der Richter Friedmann angehörte, ohne besten Widerspruch beschlossen wurde. Dank den Bemühungen des gegenwärtigen jüdischen Ministers Dr. Rosenbaum wurde der Termin auf den 17. September verschoben. Heimkehr. Gegen Ende der kommunistischen Herrschaft und in der ersten Zeit des Regimes des weißen Terrors in Ungarn haben, wie wir seinerzeit berichteten, lausende Juden in Ungarn die Flucht aus dem Judentum ergriffen, weil sie der Meinung waren, daß sie durch einen solchen verwerflichen Schritt ihr Leben, ihr Vermögen und ihre Seelenruhe retten können. Seit einiger Zeit macht sich eine gesteigerleRückkehr dieser Fahnenflüchtlinge zu ihrem angestammten Glauben bemerkbar. Das Mitglied des Budapester Rabbinats, Dr. Siegmund Großmann, schildert diese Heimkehr der Flüchtigen im „Egyenlöseg". Diesen Schilderungen entnehmen wir folgende Stellen: ' „Die dunklen Schatten grauenhafter Zeiten huschen an mir vorüber, während ich am stillen Schreibtisch meiner Amtsstube sitze. Es war vor etwa vier Jahren. Selbst die Erinnerung an jene Zeit ist furchtbar. Einer nach dem anderen kamen sie, die Kleinmütigen, die Erschrockenen, die Unüberlegten. Sie kamen gesenkten Hauptes, mit verschämten Blicken, mit stotternder Sprache bot. ihren Seelsorger, um ihre Abtrünnigkeit anzumelden... Die wohlwollend tadelnden oder strenge verurteilenden Worte der Rabbiner hatten sich, ganz unbewußt, tief eingewurzelt in den Herzen der Abschiednehmenden. Als sie sich damals enffernten, dachten sie wohl, daß sie die Türe, welche sie mit den jüdischen Eltern, den jüdischen Ahnen und der jüdischen Vergangenheit verbunden hatte, für immer hinter sich zugeschlagen hätten. Als sie damals von uns gingen, da waren sie wohl der Ueberzeugung, daß sie selbst und auch die anderen cs bald vergessen würden, daß sie Juden sind. Aber dort draußen in ihrem neuen Leben erwachte erst recht in ihnen das Bewußtsein des Judeseins, und nun kehren sie demütig zurück in diese ruhige Amtsstube, schreiten hoffend, bereuend vor ihre alten Seelsorger hin und öffnen wieder die Tür, welche sie zu dem Jahrtausende alten Judentum zurückführt. Erleichterten Herzens, gehobenen Hauptes kehren sie in das alte Leben zurück, mit Freudentränen in den Augen feiern sie ein Wiedersehen mit den Vertretern ihres väterlichen Glaubens. * Ein ganze Familie, die vor vier Jahren geschloffen dem Judentum den Rücken gekehrt hatte, kehrt wieder zu ihm zurück. Sie besitzt Vermögen, besitzt Rang und Ansehen, aber ihr fehlte die Seelenruhe, seitdem sie ihrem Glauben abtrünnig geworden ist. Und jetzt kehren sie heim, der Vater, die Mutter, die Söhne und die Töchter, und sind glücklich, weil sie mit ihrem alten jüdischen Glauben auch die verlorene Ruhe ihrer Seele wiedergewonnen haben. Ein junger Mensch tritt ein. Ernst sind seine Blicke, ernst und alr seine Gesichtszüge. Ich war leichtfertig gegen meine Religion, ich habe mich niemals als Jude gesuhlt und mich deshalb auch leichten Herzens vom Glauben meiner Eltern abgewendet. Erst nachdem ich abtrünnig geworden war, erwachte ich zum Bewußtsein meiner Tat, erst jetzt als Renegat fühle ich so recht, daß ich Jude bin und Jude bleiben will bis ans Ende meines Lebens . . . Vor mir steht ein bleicher, alter Mann, ein zitternder Greis. Wer weiß, wie lange er noch auf diesen irdischen Gefilden zu wandern hat. Und er erschrickt bei dem Gedanken, daß er, der bis in sein Greisenältcr dem Judentum treu war, nunmehr nicht aus jenem Gottesacker ruhen soll, wo seine frommen Eltern zur ewigen Ruhe bestattet sind. Er bittet und flchr, er nröchte zurück zum Judentum, er findet keine Ruhe bei Tag, keinen Frieden bei Nacht und er fühlt es immer mehr, daß er diesen seligen Frieden nicht eher finden werde, als bis ihn das Judentum, das er so schnöde verlassen hat, wieder liebevoll ausgenommen haben wird... Ein anderer Gestrauchelter meldet sich. Er denkt nicht an den Tod, sondern an das Leben. Nicht, um im Judentum begraben zu werden, sondern um zu leben an der Seite einer jüdischen Frau kehrt er zurück. Und er will die Ehe schließen .,uach den Gesetzen Mosis und Israels". Ihn hat der jüdische Segen, das „Jeworech'cho", das er nicht missen will, zurück zum Judentum gezogen. . . . Und so kommen sie der Reihe nach, die Enttäuschten ttnd die zum Selbstbewustsein Erwachten. Und sie erzählen alle pie sie dazu kamen, den furchtbaren Schritt auszuführen. Der r.ue wurde emgeschüchtert, der andere mit dem Leben bedroht, >st dritte mit klingenden Versprechungen aus dem Judentum lerausgelockt. Alles hat sich als Lng und Trug erwiesen. Nur 1 eines blieb Wahrheit, der Wurm der Selbstverachtung nagte an ihrem HerM, das jüdische Gewissen bäumte sich in ihnen auf und sie fanden.keine Ruhe, bis sie den Heimweg arttraten und wieder heimgefunden haben." Sie Kleingartenaurstellung. Der Besuch der fünften Kleingarten« und WohnvauauSstellung war gestern außerordentlich zufriedenstellend. Wie groß auch das Interesse des Auslandes an dieser Ausstellung ist, geht daraus hervor, daß viele Fachleute, besonders aus den Nachfolgestattcn und Deutschland, die Einrichtungen der Kleingärtner, Siedler und des Wiener Wohnungsamtes studieren. (Sin Schwindler mit gefälschten Empfehlung»- schreiben. Vor einiger Zeit erstattete ein Schlossergehilfe in Hernals die Anzeige, daß ihm ein Mann, der sich Franz Hehle nannte, unter dem Vorwände, ihm sei sein ganzes Geld in .Wien gestohlen worden und er könne nicht Heimreisen, einen Betrag von 80.000 Kronen entlockt habe. Das Sicherheitsbureau leitete die entsprechenden Erhebungen ein und es gelang, den Mann in der Person des 29jährigen HMarbeiiers Rrtdolf Lamprecht zu verhaften. Im Lause des Vechöves gestand Lamprecht, daß er bereits eine Reihe von bisher unbekannten Betrügereien verübt hatte, di« recht merkwürdig sind. Er gab an, daß er sich vorwiegend an die Sekretariate einzelner poliitischer Parteien herangemacht habe, sich als Vertrauensmann der HolAerwertungs A.-G. in Pernegg ansgab und unter den verschiedensten Vorspiegelungen Millionen betrage herauslockte. In G r a z begann er mit seiner „Tätigkeit", reiste durch ganz Steiermark an der Südbahnstveck« bis nach Wien. Hier entdeckte er ein neues Gebiet für seine Betrügereien, indem er sich einigen Nationalräten als Funktionär des Land- und Forstarbeiterverbandes vorstellte und von ihnen Empfehlungsbriefe herausschwindelte, die er dann für seine Betrügereien bei der Aufnahme von Darlehen verwertete. Der angerichtete Schaden geht in die Millionen. Lamprecht wird nach Abschluß der Erbeb,'n-u b:ni Landesgerichte eingeliesert werden. UuverSudete Gar- und Bim^tetfe. Der Stadtsenat hat gestern stir den Ablefungsabschuttt vom 8. bis 14. d. den Preis eines Kubikmeters Gas unverändert mit K. 2140 bestimmt. Unverändert blieben auch die Preise für den Lichtstrom mit K. 500 und den Kraftstrom mit K. 300 für eine Hektowattstunde. Höhere RindfleiMreise. Da auf dem Rmdermarkt die Beschickung geringer als in der Vorwoche war. trat gestern eine Verteuerung des Lebendviehs ein. Im Großhandel notierte Rindfleisch um 1000 K/pro Kilogramm höher. Im Einzelverschleiß blieben die Preise noch unverändert, doch ist auch hier mit einem Anziehen der Preise zu rechnen. Auf den Grün Warenmärkten konnten sich die Preise trotz der guten Beschickung fest behaupten. Sehr groß sind btc Zufuhren an Obst, besonders Zwetschken, so daß eine Preisherabsetzung um durchschnittlich 500 K. pro Kilogramm eintrat. Butter und Eier wurden reichlich zugeführt. TM und Ml. In den Nordalpen hat eS gestern nachmittags nicht mehr geregnet. Don Westen her nimmt die Bewölkung ab. lieber dem Kanal liegt ein neues Regengebiet. Voraussage: Nach rasch vorübergehender Besserung neuerlich trübes, regnerisches und kühles Wetter. * Zionistisches Landeskomitee. Morgen Donnerstag um 8 Uhr abends im Zionistischen Bureau Sitzung der politischen Ko mmiss-ion. Die für morgen Donnerstag anberaumte Sitzung des Landeskomitees mußte auf S a m stag den 8. d.. halb 6 Uhr abends, verschoben werden. Die Mitglieder des Landeskomitees werden erpicht, am Samstag zuverlässig und pünktlich zu erscheinen. * Wiener Zionistisches Lokalkomitee. Sonntag den 9. d. um drciviertel 10 Uhr vormittags Sitzung im Bureau des Landeskomitees. * Keren Kajemeth l'Jsrael (Jüdischer Nationalfonds). Sitzung der Landeskommistion heute um halb 7 Uhr. * Bar-Mizwah. Samstag den 8. d. um 9 Uhr vormittags findet in der polnischen Schule, 2. Bez., Leopoldsgasse 2 9. die Bar-Mirjwäh-Feier des jüngsten Sohnes des Herrn R. Torczvner statt. Alle Verwandten, Freunde und Bekannte werden auf diesem Wege verständigt und zur freundlichen Teilnahme höslichst eingeladen. * Warnung! Bon Frau Sophie Grünfeld, Präsidentin des Vereins F e r i e n h e i m und des ö st e r r e i ch ischen Sech o spitzes in Grado, geht uns die Mitteilung zu. daß unberufene Personen für obgenannte Vereine oder mit Berufung auf den Namen der Präsidentin oder auf Namen von Vorstandsmitgliedern Geldspenden sammeln. Das Publikum wird gebeten, bei derartigen Anlassen den Vorzeiger von Sammelbögen anhalten zu lassen. GÄdstpenden sind nur mittelst Posterlagscheines zu überweisen oder direkt im Bureau. 9. Bezirk, Türkenstraße 17, gegen Bestätigung abzugeben. * Der Umtausch von DividendeneouponS der Jüdischen Kolonialbank erfolgt auch weiterhin jeden Mittwoch zwischen 6 und 7 Uhr abends im Zionistischen Landeskomitee, Zimmer 8 <2. Bez., Taborstraße 20 a). Um diese Zeit werden auch nette Zeichnungen auf Aktien der Kolonialbanlk ent- Hegengenommen. * Arme, alte Frau, die einen kranken, arbeitslosen Mann zu versorgen hat und deren einzige Stühe, eine als Näherin arbeitende Tochter,, krank im, Spitale liegt, bittet in ihrer großen Not mitfühlende jüdische Herzen innt rasche Hilfe. Wir sind gerne bereit, Spenden entgegetMnehmen und ihrer Bestimmung .zuzuführen. * Gottesdienst des Keren Kajemeth l'Jsrael sJüdischer Nationalfonds). 'An den hohen Feiertagen veranstaltet der Jüdische Nationalfonds im Verein mit dem Unterstützungs- Verein ESra Gottesdienste für Männer und Frauen in "den Lokalitäten des „Marokkaner", 2. Bez., Große Zufahrtsstraße 49, und „Radfahrer", 2. Bez.. Ausstelluttgsstraße 80. Sitzplätze sind zu haben: Im Bureau des I. N. F., 2. Bez.. Zivkusgasfe 83, des Vereins Esra, 2. Dez. Stuwerstraße' 25, bei M. Schächter, 2. Bez.. Jlgplay 1; M...Bartfeld. 2. Bez.. Sebastian Kneippgaffe 3; G. Wittlin. 2* Bez.. Mbsstraße 4. Ter Gottsdienst int Lokale „Zum EinsMerJ Kleme Zufahrtsstraße, wo im vorigen Jahre der Got^sdrenst der National« ifonds abgehalten wurde, wird von der ,-Theologia veranstaltet. * Die Einreise nach Konstantinopel. .Wie die Ämter Handelskammer erfährt, ist nunmehr out,er Entscheidung der türkischen Negierung zufolge den fremden Staatsangehörigen die Einreise nach KMstantmoPel ohne vorherige Bewilligung der Regierung gKatiet. Dte Reisenden haben lediglich tmt einem ordnungsgemäßen Paß, der 'den Sichtvermerk einer türkischen Mnsularvertretnng , aufweisen muß, versehen zu fein. In Wieg Werden Passe bet der schweizerischen Gesandtschaft sturtrscher Jnteressendienst) an Wochentagen zwischen 11 und 11lhr. fu ihrer Kanzlvi, 4. Bez.. Prinz Eugenstraße 40, vihieist. Die Sichtvermerks« gebühr beträgt a ch t Schweizer FrankeG * ZuqSverkehr am Doppelfeiertag, Die Betrickbsdivektion der SMbahn teilt mit, daß der um 14 Uhr 95 Mimten von Wien-Süidbahnhvf abgchende PersonetiMg Nr. 45, der laut Fahrplan an allen Samstagen bis ll^ürzzufchlaig (sonst nur bis Paheribach-Reichenau) 'verkehrt, des Doippelfeiertzcrges wegen ausnahmsweise am.Freitag d^u 7. d. vts Mürzzuschlag, am Samstag (Feiertag), 8. d., dagegen nur bis P a y e r b a ch -- R e i ch e n a u geführt werden wird. * Die jüdischen Studenten in Entstand Aus London wird uns gemeldet: Der Umverfitätsvervand der indischen Studettten Englands hielt diese Woche.seine Iahreskonferenz in Ilkley ab. Deut Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß der Verband eine rege Tätigkeit zugunsten der Nauonalbibliothek in Jerusalem entfaltet uüd daß bereits 10.000 Bände vom Verbände gesammelt und nach Palastma geiaudt wurden. Die Konferenz beschloß, diese Tätigkott auch stveiterhin sortznsetzeit. Ein spezielles Komitee tvurde zum Studtum der Verhältnisse der jüdischen Studenten ib Mittel- und Zentraleuropa eingesetzt. Dieses Komitee wird.auch gegen jede Entrechtung der jüdischett Studettten in düten Ländern austreten. * Eine Emigrantenspende Jakob Schiffs. Aus London wird uns gemeldet: Der ,bekanM amerrkamiche Bankier Jakob Schiff Hatte eine Stimme von 7000 Pfund gespendet, uut eine Slnzahl von Emigranten atts Polen und Rußland, die infolge von Paßschwierigkoiten nickst nach Elmerrka cittgelassen werden konnten, bis zttr EtckedWMg rhrer Llngelegenheiten in England ausznhaMn. In den letzten Tagen sind nunmehr 250 dieser Emigranten nach New-Aork abgefahreit. ' * Das jüdische Volksvermögen in- Palastma. Der Keren Kajemeth.l'Jsrael (Jüdischer Nationalfpnds) hat eine kleine Anzahl Berichte des Keren Kajemeth s'Jswel Jerusalem , an den Kongreß erhallen. Der stattliche Band von 200 Deitctt enthält alles Matevial über: 1. Aufbringung der Geldmittel des K. K. L., 2. Verwendung derselben, 3. FinanM des K. K. L. sowie die Ergebnisse der Ani'chMngen aller Besihuugen des K. K. L. in Erez Israel. Soweit der Vorrat reicht, kann.ein Exemplar nnt 10.0 0 0 K. abgegeben werden. * Ein Genesungsheim für mittestose. kranke Juden tu Meran. In Meran besteht seit 1909 eiito Hetlanstalt für ulittetlose, krattke Judett, tvelche in drei Bclallpcriodcn zusammen 300 Kranke vom November bis Mai beherbergt. Dte Llnstalt veMgt über 100 Bettett und 90 Znmstcr und ist völlig den modernen hygienischeit Anfordenntgen ejUsPrechend.emgerichtet. Selbstverständlich wird die Bertvaliunjt des Haiffes, tvclchcs unter dem Protektorat des Oberrabbigers von,Ma iland, Eommandatore da Fano, steht, strenße nach rttuellen Vorschriften geführt. Die Aufsicht über das Hsths übt_ ein Komitee aus, dessen Präsidentin Frau Rosa P e t s ch e k izt, die Wittve des Gründers der Anstalt Dr. WiHelw Hersch. Tic ^'.rektion, welche sich nach Kräften um die Erhaltung dieser tvertvollen Heilavstält müht, hat weben emtfn Aufruf mt alle Gemeinden. Stiftungen und jüdische Ernzelperioiteu Italien^ veröffentlicht, in welchem diese ausgesordert wevdeit, .durch Spenden und reguläre Beiträge zur Etzhaltutzg dieses judtscheit Genesungsheims beizutragen. Wie uns miwcieilt w'.rd. war :>u vorigen Jahre ein Drittel der Besucher aus ^esi erreich. Es wäre daher schon aus dieffnt^ Grunds angezcigt. daß mau sich auch hier uut das Schicksal dieser Stiftung mehr beküntmert als bisher! * Das Budget der Berliner jüdischen Gemetnde. Welche ungeheuren Summen ntii Rücksicht auf die fortschreitende Geldentwertung für die Aufrechtcrhaltntig der Berliner tudtscheu Genteinde erforderlich sind, ersieht >uan aus dem Umstand, daß alleitt die Gehälter der B e a m t c u t nt vJi onat 2lngust 80 Milliarden Relchsutark ausmachten. Da dieser Betrag durch.Stencrgelder nicht sofort aulgebracht werden konnte, hat die jüdische Gemeinde durch Vermittlung der prettßischen Regierltug die enlsprechendett ersovdcrltchctt Suntntcn von der R e i ch s re g i e r tt n g öur Verfßgllng gestellt erhalten, natürlich vorbehaltlich späterer Rttckzahlttug ans den Steuerbeträgett. Die Gemeindebchörde habe ntlninehrj^beschlossen, uttd zwar mit Genehntigttng der Staatsausttchtsbe« Hörde, als dritte vorläufige Steuer für 1923 den fuuszi gsachen Betrag der gesamten, bisher angeforderten, vorläufigen Steuern mit s ö f o r t i g e x F a l l t g k e tt ztt erheben. (I. C. B.) * Polizeiliche Bewachung des Warschauer jüdischen Friedhofes. Da es in der letzten Zeit häufig vorgekommeit ist, daß Juden, die den jüdischett Friedhoi besuchen, vom Pöbel belästigt und mißhandelt wnrden. ferner mfolge der oft vorgekommenen Beschmutzung der jüdischen Gräber und Devastierung der Grabdenkutäler, hat des Warschatter,Polizeifommanbattt di>e Anordnung getroffen, daß der Friedhof ständio von Polizisten bewacht werden soll. (I. B. ) Austritte aus dem gsidentnm. Scher Käthi, geb. 2. Dezember 1894, Wien, Expedientin, 18. Bez., Währinger Gürtel 61. Fischer Nellv geb. S ch t'v a r z, geb. 1. Oktober 1894, Wiön, 6. Bez., Mollardgasse 25. A n s ch Karl, geb. 8. Dezember 1893, Wien, Prokurist, 3. Bez., Hauptstraße 1. R o b i t s ch e k Elsa. geb. 15. Febrttar 1876, Näherin, 17. Bez., Frauengasse 19. K l a v p e r Josef, geb. 27. Jänner 1883, Wien. 16. Bez., Zöchbauergasse 6. Fischer Erna, geb. 16- Februar 1917, Wien, 6. Bez.. Mollardgasse 25. W e i 8 z Sitgftied, geb. 14. ^uli 1904, Wehrutann, 10. Bez., Arsenal, Objekt XII. Gold Rosa, geb. 7. Dezember 1897, Wien, 6. Bez., Blümelgasse 1. G r o fr» nt a n n Walter, geb. 3. November 190f, Techniker, 7. Bez., Schottenfeldgasse 69. Bauer Marianne geb. 8. Dezember 1894, Wien, Comptoiristin, 7. Bez., Kaiserstraße 83. Schulhof Hilde Margarete, geb. 29. Juni >002, Wten, Private, 4. Bez., Gußhausstraße 3. G r ü n b a ä nt Dr. Moritz Siegmund, geb. 21. September 1872, Industrieller, W Bez., Hegelgasse 3. Stern Else, geb. 9. Dezember 4896, Wien. 2. Bez., Allitertenstraße 6. Leschetitzky Erüestine geb. U n g e r, geb. 28. Mai 1900, Wiett, Private, 5. Kez. HundSturmplatz 4. G r o h m a n n Walter, geb. 29. April 1891, Tetschen, Privatbeamter, 5. Bez., Biargareteugürtel 114. C z e s ch e r Moritz Josef, geb. 10. Septentber 1876, Wien, Mndesbeamter, 6. Bez., Stolberggasse 15. B l a u st e i n Otto recte A t h l a 8, geb. 16. Februar 1902, Wien, 6. Bez.- Mariahilferstraße 107. S t e r n r e i ch Natalie recte W u l W e {, geb. 18. August 1902, Tarnow, 3. Bez., LÜtoengasse 20. Spiegel Robert, geb. 5. August 1895.. Wiett, Kaufmann, 9. Brz., Po«-ells»« gasse 45.