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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-04 · Heft 1639 (4.9.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1639 (4.9.1923)
Date
1923-09-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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*r. 1Ö8» Men, Di-enStaH Wiener Morgenzeitung. 4. September 19SS Seite 5 Mischer Bnsftng nach Mnftadt. Besichtigung der Denkwürdigkeiten der alte» Judenstadt. Die zahlreichen Teilnehmer des sonntägigen Ausfluges tach Eisenstadt werden der veranstaltenden Zionistischen öezirkssektion für den 6., 7. und 8. Bezirk und ihrem lerdienten Obmanne, Herrn Dr. Max Bernhardt, vielen Tank wissen. Es waren genuhreiche und belehrende Stunden, welche sie m den Mauern der altehrwürdigen Judengemeinde des Burzenlandes zubrachten. Die zionistische Reisegesellschaft, für reiche die Eisenbahnverwaltung Sonderwagen bereitgestellt hatte, wurde am Bahnhofe zu Eisensladt namens der dortigen ^udenschaft von den Herren Oberlehrer Bnchsbaum, Rechtsanwalt Dr. Monat und V i g d o r sowie zahlreichen jüdischen Bürgern empfangen. Der Zug bewegte sich, von Ordnern flankiert, vom Bahnhofe nach der alten Judenstadt, die bekanntlich noch heute vor Sabbatbeginn zu beiden Seiten durch eine Kette, beziehungsweise durch ein Gittertor, abgeschlossen wird. Aus den Fenstern der Judengasse tvurdcn die Wiener Gäste durch Hedad-Rufe und Tücherschwenken auf das herzlichste begrüßt. Unter der ausgezeichneten Führung des Herrn Juda y i r s ch l e r wurde zunächst der berühmte Judensriedhof besichtigt, welchem bekanntlich der Wiener jüdische Forscher Doktor Bernhard Wachstein und sein feinsinniger Mitarbeiter, der hervorragende Eisenstädter Jude Sandor Wolf, ein beveutsames Werk gewidmet haben. Die wichtigsten Grabsteine des Friedhofs, bei deren Betrachtung den jüdischen Besucher heilige Ehrfurcht überkommt, wurden von Herrn Hirschler erklärt, der auch alles Wissenswerte über die Geschichte des Friedhofs, des angebauten „Hekdesch" und einiger alter Judenhäuser fesselnd zu berichten wußte. Sodann begaben sich die Gäste zur Synagoge, vor deren Eingang der Vorsteher der Eisenstädter Judengemeinde, Herr Emil Spitzer, die Teilnehmer empfing. Die Stunde, die man unter seiner Führung in den Mauern dieses Tempels verbrachte, werden allen unvergeßlich sein. Herr Spitzer zeigte und erklärte die zahlreichen Kunstschätze und Devotionalien, insbesondere auch die herrlichen alten Thorabehänge, die kostbaren Becher und das berühmte Glasgefäß mit der Darstellung der Tätigkeit der Chewra. Kedischah, welches im Jahre 1713 dem Gemeindemitgliede und Vorsteher der dortigen Chewra Kedischah, Baruch Austerlitz, gewidmet wurde. Auch jene unschätzbaren, kleinen Silberplatten aus dem Jahre 1748, welche die Geschichte des Tempels in hebräischer Sprache enthalten und später an einem Kidnschbccher angebracht wurden, durften vie Besucher dank der Liebenswürdigkeit des Herrn Gemeindevorstehers sehen. Nach der Mittagspause hatten die Ausflugsteilnehmer Gelegenheit, das Mnsrnrn zu besichtigen, welches Herr Sandor Wolf in feinem Hause errichtet hat. Es war natürlich trotz der zweckmäßigen Führung, für welche die Familie Wolf gesorgt hatte, in so kurzer Zeit nicht möglich, alle Kunstschätze und Altertümer zu besichtigen, welche hier in zahlreichen würdi- . gen Raumen untergebracht sind. Man weilte einige Zeit in der hochinteressanten, altertümlichen Sabbatstube, in dem Saale, welcher Palästina gewidmet ist, und der erst jüngst durch viele von Herrn Sandor Wolf anläßlich seiner jüngsten Palästina-Reise erworbenen Stücke bereichert wurde, und sonnte der Flucht der übrigen Ausstellungsräume leider nur kurze Minuten widmen. Die Chefs der Firma Wolf hatten nämlich in entgegenkommendster Weise auch die Besichtigung ihrer ausgedehnten, rühmlichen Weinkellereien gestattet und die Ausflügler ließen es sich natürlich nicht nehmen, auch diesen Prvgrammpunkt des Tages zu absolvieren, zumal der im tiefen Keller kredenzte Trunk trefflich 'nmndete. Bor der Abreise nahm Herr Dr. Max Bernhard, begleitet von den Mitgliedern des Bereinsausschnsses, Gelegenheit, Herrn Kultusvorstand Emil Spitzer, Herrn Leopold Wolf und Herrn Oberlehrer Buchsbaum in ihren Wohnungen seine Aufwartung zu machen und für das freundliche Entgegenkommen namens aller Teilnehmer innigst zu danken. Als. man wieder den Zug bestiegen hatte, erscholl die Tilwah und zahlreiche Eisenstädter Juden, welche-die Wiener Gäste zum Bahnhof begleitet hatten, winkten den Abreisenden Abschiedsgrüße nach. Um das Zustandekommen und Gelingen der schönen Fahrt in die alte Judenstadt hat sich das Vereinsmitglied Herr Leo Schneider als Reiscmarschall besonders verdient gemacht. Herr Tr. I elli n e k und eine Schar von Ordnern waren ihm bei der reckst mühseligen Aufgabe des Arrangements und der Verköstigung sehr behilflich. Mailand wahrt Schuberts Ehre! Publikum des Diana-Theaters in Mailand,' du. hast dir eitlen Ehrenplatz in der Theatevgeschichte gesichert. Publikum des Tiana-Dheaters in Mailand, die Tat, die du vvllbrachi hast, verdiente, nicht von eurem Tagschreiber gepviefeu zu werden, sondern von allen Venen, denen Kunst nicht Ware ist, sondern Empfindung; fcfcmt für sie', hast du gehandelt, Publikum des Diana-Theaters in Mailand; für sie, wenigstens in einem Falle, jene Reinigung -vollbracht, die so notwendig war gegen die übermütige Besudelung der Kunst, die in schändlichster Weise seit Jahren geübt wird. Darum Dank, heißen Dank, Publikum des Diana- Theaters tu Mailand, da du die sogeitannte Schubert- Operette „Ha n nerl" so kräftig ausgepfiffen ljast, daß man nicht mehr ivagen darf, sie in.Mailand anfzuführeu. Du hast für die Achtung vor der Kunst gehandelt, b"' Selbstachtung dev Menschheit bedeutet. Dn hast gezeigt, daß'cs irgendwo in der Welt noch Menschen, Menschen als Kollektivum gibt, die sich zur Wehre setzen, wenn man ihnen zumutet, die herrlichsten Melodien, die ein gottbegnadeter Mestsch geschaffen hat, in lächerliche, stumpfsinnige Texte gezwängt und mit leeren, fentimeutalenJnstrumentationsmätzchenbehängt, über sichergehen zn lassen. Dil hast soviel Ehrfurcht vor dem Genie, der höchsten Stufe menschlichen Geistes, bewiesen, daß l\i seine Verunglimpfung durch eine absurde Versüßlichung Schuibertscher Lebensepiisoden als die deine nahmst. Und ihr, Kritiker von Mailand, euch sei Dank, daß ihr so ehrlich lvaret, die Wahrheit über die Gründe zu sagen, -welche zur Ablehnung des elenden Machwerkes ge- .führt -haben. Ihr hättet ja auch das Gegenteil sagen können! Hier in Wien wurden die zwei Verunglimpfungen des Schubertscheu Genius, das „Dreimäderlhaus" und „Hannerl" und anderer niedriger Schund dieser Art, der sich sogar an die Göttlichkeit Mozarts lvagte, in geradezu verächtlicher Weise zu Hunderten von Aufführungen hinaufgclobt: und das Wiener Publikum, dessen Unmündigkeit von einem Dutzend feit Jahren auf ein seicht-leichtes Altwien gefixter Plauderjobber mißbraucht wird, dessen geschäftige Uebergangsschichten in ihrem galtartigen Kultur-, aggrcgatzustand dort ebenso geschäftigen Nichtsfagern ihr geistiges Niveau beziehen, dieses Wiener Publikum, beffcit beste Kreise durch ihre eigene materielle Verelendung und die geistige Verelendung rings um sie mit Muhe in der Lage sind, bei den Melodien Schuberts und Mozarts ihre Mühsal zu vergessen, es kann nicht mehr soviel Selbstachtung ansbringen, daß es sich gegen das lvehre, was ihm aufdispu-tiert wird. Werl seine Kritik sie nicht mehr hat. Deshalb konnte der „Unfug" (wie die Mailänder Kritik die Existenz einer Schubert-Operette nennt) von Wien aus einen „Siegeszug" durch die halbe oder ganze Welt nehmen. Bis er in Mailand als Unfug entlarvt wurde. Vom Publikunr entlarvt; von der Kritik wurde dann die Tatsache bestätigt. Ihr gebührt daher der Dank in zweiter Linie. Was aber du, Publikum des Diana-Theaters in Mailand, getou hast, das gibt der Vlenschheit hie Hoffnung auf sich selbst wieder, die Hoffnung, daß sie wieder beginne, ihre Würde zu wahren! Siegfried Schmitz. Ausheitenmg. Das Wetter ist in Oesterreich noch trüb und regnerisch. Gestern mittags schrieb der Barograph eine merkwürdige Zacke (plötzlicher Fall von 1,8 Millimeter mit unmittelbar folgendem Anstieg, ohne daß das Wetter . alteriert wurde). Die Wetterstörung dürste bald zu Ende fein. Voraussage: A u sh e i t c r u u g, Temperatitr>zttn ahme. . , * Mandatarbesprechung. Mittwoch den 6. d., 8 Uhr abends versammeln sich sämtliche Mandattre des 2. Bezirkes sowie die Aus schuß Mitglieder d"er BezirLssekt r o rr L e o p o l d st a d t, zu einer wichtigen Besprechung im Hakoah-Heim, 1. Bez.. Wiesingerstraße 11 lAtlashof). * Gottesdienst des Keren Kajemeth l'Jsrael (Jüdischer Natronalfonds). An den hohen Feiertagen veranstaltet der Jüdische Naticmalsonds im Verein mit dem Unterstützungs- Vereine Esra Gottesdienste ftir Männer und Frauen in den Lokalitäteu des „Marokkaner", 2. Bez., Große Zufahrtsstraße 49, und „Radfahrer", 2. Bez., Ausstellungsstraße 86. Sitzplätze sind zu haben: Im Bureau des I. N. F., 2. Bez., Zrrkusgasse 33, des Vereines Esra, 2. Bez.. Stuiverstraße 25, bei M. Schächter, 2. Bez., Jlgplatz 1, M. Bartfeld. 2. Bez., Sebastian Kneippgasse 3, G. Wittlin, 2. Bez.. Ybbsstraße 4,. Weiters wird darauf aufmerksam gemacht, daß im Lokale „Zum Einsiedler", Kleine Zufahrtsstraße, wo im vorigen Jahre der Gottesdienst des Nationalsonds abgehalten wurde, von Privatpersonen ein Gottesdienst abgehalten wird, dessen Veranstaltung jedoch mit bem I. N. F. in keinem Zusammenhang steht. * Ein Geigenkonkurrenzspiel. Mit Unterstützung der Gemeinde Wien, des staatlichen Gewerbeforderungsinstitutes und der Handelskammer, veranstaltet der Verband der Geigenmacher Oesterreichs am 11. d., 3 Uhr nachmittags, im Kleinen Musikveremssaal ein öffentliches Gargenkonkurrenz spiel, das der Musik,well des In- und Auslandes zei!g«n soll, auf welcher Stufe die heimatliche Kunst im Geigenbau sich befindet. Dem Preisrichterkollegmm werden auch je zwei Wiener Musikkritiker und Professoren der Musikakademie angehören. Vom 11. d. 14. d. wird dann in der Handelskammer eine Ausstellung alter u u b neuer Streichinstrumente abgehalten werden. * Straßenbahnfährpreis am Samstag. Am Sasmtag den 8. d. (Feiertag) gilt auf den städtischen Straßenbahnen der Werktagspreis. Demnach haben an diesem Tage die Hin- und Rückfahrtscheine, Frühfahrscheme und Wochenkarten Gültigkeit. Fürsoraefahrscheine haben keine Gültigkeit. ' "Bahnhofrnndverkehr. Bon heilte an wird auf dem Sechshansergürtel bei der Gumpendorserstraße am Geleise gearbeitet. Es muß daher die Bahnhofrundlinie abgelenkt und ab Matzlcinsdorferplatz über die Linie 6 zur Marrahilferstraße geleitet werden. * Das Kiichengeschirr in de»t Gasthäusern. In der letzten Zeit wurde in zahlreichen Gasthausbetrwben eine Revision des K n ch e u g e s ch i r r e s vorgenommen, wobei mehrere Gastwirte wegen U e b e r t r e t n n g des Lebensmittelgesetzes zur Anzeige gebracht und zn empfindlichen Geldstrafen vernieilt wurden. Georgsbad ■ (Clusiusbad) IX. Clusiusgasse 12 H I Neu renoviert und wiedereröffnet! H Vor dem Neu en Inh re bleiben das Sfelnschwlfixbad sowie die Wannenbäder zur Bequemlichkeit des P. T. Publikums Sonntag den 9. und Montag den 10. September 1923 den ganzen Tag über offen Vor dem Langen Tage werden die Bäder Dienstag den 18. und Mttwoch den 19. September geöffnet sein .__768_. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Aus de» Vereinen" sind entgeltlich.) * Delta Mesieangebote!!! Damenstiefel, schwarz Chevreaux 98.000 K., Damenhalbschuhe, schwarz Ehevreaux, Original Goodyar Welt 128.000 K., Herrenstiefel, schwarz Bor '144.000 K. Beachten Sie unsere Anzeige für Schulstiefel am Seite 17. * Das Restaurant Guth widter eröffnet. Nach längerer Unterbrechung wird das seit 50 Jahren bestehende Restaurant Guth» 2. Dez., Hollandstraße 14, heute Dienstag den 4. d. seinen Betrieb wieder aufnehmen. Den alten Freunden des Hauses werden sich wohl viele neue zugesellen, die sich an der bekannt ausgezeichmten Küche delektieren und in den neu adaptierten, mit ersenem Geschmack ausgestalteten Räumen wohlftihlen werden. * Berlin — Wien, das Geheimnis der billigen Preise im Tuchhaus „Zum Hirschen", 2. Bez.. Taborstraße 17b, und 1. Bez., Adlergasse 5. — Von unserer Berliner Zentrale stoßen wir ab: Prima Reinwoll-Velour 99.000, 150 Zentimeter; Modeanzug 65.000, G aburdf» Rahe 115.000. * Tanstnftitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorsg. 42, Vereine. Vorträge und Versammlungen. Ehng Jwoi, Brigittenau. Heute um hall 8 Uhr abends, 20. Bez.. Karl Meißelstraße 5. Mitglieder^ zusammenkunft. Vortrag Kühn: "Saget! in der Musikwelt bei den Juden und bei den Völkern". Gäste willkommen. Hebräische Blätter attfliegend. Jung Inda, Jugcndbund. Morgen abends um halb 7 Uhr erster Heimabend nach den Ferien, 2. Dez., Praier« skraße 43. Zion. Jugendamt. Morgen um viertel 7 Uhr abends Vertretersitzung aller Jugendgruppen. Tagesordttrmg: Jugendbeiblatt. Jugendheim, Parteitag. Um hlttb 8 Uhl abends Sitzung des Lehrerbcirats tmd der Obmänner der Elternvereine. Tagesordnung: Arbeitsprogramm. Urania: .Heute: Großer Saal: 5 Uhr: Bei den Nreinioohnern Australietis. Halb 8 Uhr: Johann Strauß.; — Kleiner Saal: Halb 8 Uhr: Prof. Tr. Benno Steinitz: Rußland und Europa. 1. — Kurssaal: 6 Uhr: Direktor Pin? Fürst: Das Pflanzenleben der Umgebung Wiens. I. — Klubsaal: Halb 6 Uhr: Dr. Josef Zuth: Einführung in das Gitarrenspiel. 1. Halb 8 Uhr: Dr. Josef Zuth: Lied und Gitarre. 1. Technisches M u s e u nt. Anläßlich der Wiener Messe findet Mittwoch den 5. d. um 4 Uhr nachmittags im großen Hörsaale eine Vorführung von Werkstättenfilmen der Oesterr Siemens-Schuckert-Merke statt. Museumsbesucher haben ztr dem Vortrag freien Zutritt. Mhue und Kunst. Lorine und der Zufall. Ein Gastspiel des Berliner „Neuen Theaters" in Bürgerthecrter unter der Spielleitung des Direktors Gusrar Charle machte mit diesem Lustspiel von Fritz Grün bäum und Wilhelm Stärk bekannt, das eigentlich ein Operettenschwank ohne Soubrette und ohne Chor ist. Das Motiv von der abentcuerlustigen Frau, welcher 'ber Zufall alle Mitglieder eines Freundeskreises der Reihe nach als „Liebhaber auf den ersten Blick" zuführt, bis sie schließlick nach etlichen Verlobungen unb Enilobungen wieder zu ihrem ersten Liebhaber — diesmal für immer — zurückfindet, ist weder neu noch mit sonderlich gewählten Mitteln durchgesühr: erfüllt jedoch -durchaus den Zweck einiger lustiger Paraderollet: für die ganz ausgezeichneten Berliner Schauspieler. Durch feine Eharakteristik zeichnet sich Herr Oskar S a b o aus, ein ins Berlinerische übersetzter Tautenhahn, Herr Paulig wirkt durch seine strohtrockene norddeutsche Komik. Herr Paulsen durch seine mannigfachen Exzentrik-Kunst« stücke, weniger heimisch fühlt sich Herr Gera sch, unser Bürgtheat-ersprößling, wenn er in diesem Schwankmilieu hin« und her schwankt Lea Seidl, die einzige^ Vertreterin einer pikanten und versührerischen MeMichkeit, weiß ganz angenehmen zu singen, die Hauptsache aber sind ihre schönen Beine. — Die Musik von Jean Gilbert, von einem unsichtbaren Orchester gespielt, wird dem bedeutttttgslosen Sujet durchaus gerecht:; Eine distinguierte Barmusik mit Vorherrschaft 'des Klaviers, die mitunter gleich den Couplets, die von Kognak, >2herry unb Sekt schwärmen, sein moussiert, oft aber auch schal und süßlich schmeckt, gleich cittcm abgestandenen Zuckerwasser.' flb. Theater an der Wien. Mit Bruno Gramchstaedtens . „Baechusnacht" tottrde die Winierspielzeit eröffnet. Die flotte Musik unb die hübsche Szene taten auch diesmal ihre Schtildigkett und die Damen Margit Künl als Chlvris und Selma Granichstaedtett als Lavignta. sowie Herr Fritz Jmhoff als Metellns fändetr den lebhaften Beifall des zahlreichetr Publikums. ' Den Löwenanteil an Applaus heimste natürlich Herr Tauber, der Tenor unserer Staatsoper, ein, der als^ Kaiser Nero tteben seiner schönen Stimme überraschende Opcrettenspielbegabung offenbarte. - Ernest van Dyck gestorben. In Brüssel ist der berühullc Opernsänger Ernest Bau Dyck, einst ein gefeiertes Mitglied der Wiener Hofoper, im Alter von 62 Jahren gestorben. Ban Dyck ist der älteren Gctterat-ion von Opernbesttchern, die er durch seine edle Gesangskunst und die Vornehmheit seitter Darstellung entzückte, in lebendiger Erinnerung. Er brillierte vornehmlich in Partiett lyrischen Charakters, so in ben Opern von Massenet, später sang er auch den „Lohcttgrin" und den „Tristan" mit größtem künstlerischen Erfolge. Die erfolgreichsten Stücke. Nach einer Statistik, idje Doktor Wilhelm Frels veröffeutlicht, haben in den ,Jahren 194!3 biS 1921 folgende Theaterstücke auf deutschen Bühnen die größte Anzahl von Aufführungen erzielt: 191Z, Dvegely: „©er gut» Zur Saison: Reiche Auswahl In PelxmHnlaln, Stadtpalxen, PelisaHkon, Füchsen, Pelxschlelfen etc., alle Pelxi>rten In preiswert Im Pelzhaut Pipersberg. II.

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