Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1637 (2.9.1923)
- Date
- 1923-09-02
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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£dfc 10 y •:} ■m , r r' } \ I; -r? , v? ■ v,: V ■ Vr 5 > r Wien, Somüäg lNachfolgende Nntizen bis zu der Rubrik „Nus den Vereinen" sind entgeltlich.) - Die A. Gerngrob A.°T. bietet Ihnen speziell für b t c M esse geschaffene N e ub e i t e n in allen Abteilungen, ferner zum Schulde g i n n die günstigste Gelegenheit, Ihre Kleinen mit allen für den Herbst und Winter nötigen K l e i d u n g su n d W ä s ch e st ü ck e n und beit borschriftsmastigen S ch u l r e q u i s i t e n auszustatten. Auch sind bereits a p a r t e N c u h e i t e n in unseren dW o l l- und S e i d e n a b t e i l u n g e n eingelangt, zu ueren Besuch wir Sie speziell einladen. — Bewahren Sie sich nser Inserat auf der Theaterseite auf * Berlin — Wien, das Ä e h e i m n i s der billigen Preise im Tuchhaus „Zum Hirsch.'n". 2. Bez., Taborsiraste 17 b, und 1. Bez., )ldlergasse 5. — Bau unserer Berliner Zentrale stoßen wir ab: P r ima Remmoll-Bel onr 99.000. 150 Zentimeter. M a d e a n; u g 05.000 G a Harbin Rahe 115.000. * Diese Preise sprechen für sich! .Halbstores (Bannes- Femmesl 29 K.. Brises-Biscs 5 K.. Künstlervorhänge 39 K., Spitzenvorhänge, 100 breit, pro Meter 7 K., Doppelbettdecken 95 K., alles ans Tüll. Etamin und Batist, Madrasoarhänge 95 K. Teppichhaus W c i tz n e r. 0. Bez., Mariahilferstraße 105. Preise in Tausendern. * Das Restaurant Guth wieder eröffnet. Nach längerer Unterbrechung wird das seit 50 Icmren . bestehende R e st a u r a nt G n t b, 2. Be;.. H o l l a n d st r a ß e Nr. 11, Dienstag den 4. d. seinen Betrieb wieder anf- Wiener Mortfenzeitrms. 2. September 1923 Nr. 1637 nehmen. Den alten Freunden Hauses werden sich wohl viele neue zugefeilen, die sich an der bekannt ausgezeichneten Küche delektieren und in den neu adaptierten, mit erlesenen: Geschmack aus.zei'tatteten Räumen wohl fühlen werden. * Kein Mcssebesucher versäume es, in der Rotunde, 1. Ring, die Kose 6193 zu besichtigen und sich davon gu überzeugen, Laß man die besten Tapezierermöbel am billigsten beim Selbsterzeuger M. Weih, 2. Bez., Darwingasse 39, kaust. * Russisches Cteinschwihbad in Men. Die Direktion des Georgs-Bades (C l us: u s - Bad) hat ihr Steins ch w i tz b a d im 9. Bezirk. E! u s i u s g a s s e 12. unter der bewährten Leitung des Architekten Hans M i s ch k a von Grund aus restauriert, die Räume vergrößert und mit größtem Komfort neu eingerichtet. Dieses für das Heilverfahr?,: gegen Gicht und Rheuma besonders in Betracht kommende Dte i n s chw i tz b a d dürfte als einzigartige Einrichtung in Men einen großen Zuspruch des Publikums erwarten. * Alle Hausfrauen rufen im Chor: „Die beste Seife ist Kagor." * Das Tanzinstitut Braun ist nach Renovierung der Schnlräume wieder eröffne: worden. Modernste Unterrichtsmethode. Täglich Unterricht und Hebung unter Persönlicher Leitung des'Tanzmeisters Hermann Braun. Einschreibungen täglich, 11. Bez., 'Reindorfgasse 12. Jüdische Schulnachvichten. Jüdisches Realgymnasium in Men, 2. Bez., Castellezgasse 35. Die A u f n a h m s p r ü f u n g e n in die erste bis fünfte Klasse sowie die Wiederholungs- und Nachtragsprüsungen werden Montag den 3. September um 9 Uhr vormittags abgehalten. Anmeldungen täglich von 11 bis 12 Uhr. * In der zweitklassigen Privat-Handelsschule Deutsch beginnen Mitte dieses Monates neue ein- und zweijährige Tagesyandelskurse. Die einsemestrigen Kurse für Abiturieutinnen beginnen am 5. d. Anmeldungen täglich von 8 bis 12 Uhr und von 3 bis 6 Uhr. 9. Bez., Hörlgasse 12. * Oesfentliche Handelsschule Allina. Prospekte und Auf- Telephon 77-0-77. * Wiener Handelsakademie für Mädchen, 2. Bez., Hollaudstraße 1. Akademie. Handelsschule, Kurse. Einschreibungen von 10 bis 12 Uhr. * Abiturientenkurse an der Wiener Handelsakademie für Mädchen, 2. Bez., Hollandstraße 4. In den Räumen, 1. Be;., Franz Josefskai 11, wird im Schülsahre 1923-21 ein Abiturientenkurs für Absolventinnen von Mädchenmittelschulen cckler Art abgehdlren. * Oefsentliches Reformrealghmnasium für Mädchen, 2. Bez., Hollandstratze 4. Unterklassen. staatliches Schulgeld, Ausnahmsprüfungen in alle Klassen vom 3. bis 5. d. Einschreibungen täglich von 11 bis 12 Uhr. * Schwer lernende, schwer erziehbare Kinder werden für nächstes Schulfahr ausgenommen im Spezialinstitut Eminge r, Wien, 18. Bez., Schulgasse 15. (2 bis 4 Uhr.) Vereine, Vorträge und Versammlungen. I ü d. B o l k s b i b l i o t h e f Z i o n. Die Mitglieder werden zur Trauung Aaid-Flamm, heute um 3 Uhr nachmittags in den Tempel,"2. Bez., Leopoldsgasse, höflichst eingeladen. Urania. Heute: Großer Saal: Halb 3 Uhr: Wiener Humor aus vergangener Zelt. 5 Uhr: Ums Nordkap ins Weiße Meer. Rettung aus dem Eise. Halb 8 Uhr: Das schöne Land Salzburg. — Kleiner Saal: Halb 3 Uhr: Aus der Wunderwelt der Dolomiten. Halb 5 Uhr: Aussterbende und ausgestorbene Tiere. Halb 8 Uhr: Opernkonzertc. 1. Musikalische Leitung: Dr. Adolf Günzbura. „Martha". — Knrssaal: Hold 8 Uhr: Min.-Rat Ing. G. A. Witt: Vom Dichter-Ingenieur Max Eyth. — Klubsaal: 8 Uhr: Bortragsmeister Haus Neugebauer: Dichtungen aus dem klassischen Zeitalter. Bühne Volkstümliches Theater. Bemerkungen anläßlich der Neueinstudierung von Wildgans' „Armut" im Deutschen Volkstheater. Das Deutsche Dolkstheater hat sechs oder sieben Dheaterausführungen in einem volkstümlichen Zyklus vereinigt. Volkstümlich scheinen tatsächlich mlr die Preise zu sein, was ja gewiß erfreulich ist. Aber in dem Begriff „volkstümlicher Zyklus" ist denn doch noch etwas anderes en!halten, nämlich der immerhin wohl nicht unwichtige Umstand, daß die Stücke, die in einem volkstümlichen Zyklus vereinigt werden, Volksgut sind oder werden sollen. Man karnr sich also das Programm eines solchen volkstümlichen Zyklus ungefähr so vorstellen: Aristophanes' „Lysistrata", Plantus' „Miles G'loriosus", Shakespeares „Sommernachtstramn" und,-König Heinrich der Vierte"^ Molieres „Der Geizige". Schillers „Räuber", Goethes „Fällst", Hauptnrarms „Biberpelz" -uitb „Die Weber", Stcruheims „Bürger Schippel", ein Nestroy- Stück und etwa Georg Kaisers „Bon Morgens bis Mitternachts". Dazu käme eventuell als moderne und dem realen Wirklichkeilssinn der Gegenwart entsprechende Behandlung eines historischen Stoffes Vernard Shaws „Cäsar und Cleopatra". Solche zwölf bis dreizehn Stücke würden ungefähr dem entsprechen, was an dauernd Gültigem int Drama dcc Weltliteratur vorhanden ist, dessen Ideen und geistiger Horizont im Volksgeiste stetig wirksam sind. Im Deutschen Volkstheater lvird als letztes oder vorletztes Stück des volkstümlichen Zyklus, in welchent sich gutgemeinte Lokalserrtilnentalitäten, wie „Mutter Sorge" oder die verstaubte Wiener Süßlichkeit des „Anatol", finden, „Arll'ult" gegeben, lieber dieses Wildgaus-Ragout aus anderer Schmaus ist in Wien schon so viel gehimme'lt worden, daß es keinen Zweck mehr hat, auf die langweilige Plattheit dieser fünf Szeiten, in denen die küchenlateinischen Aktüberschriftcn geradezu als Symbol ihrer Küchenpoesie aufragen, näher eiuzugehen. Bemerkt nruß werden, daß Karl G ö tz, Hedwig Keller und Oskar Sima hinreißend gut spielen und durch ihre Kunst beinahe Leben Vortäuschen. Diese Illusion verfliegt aber sofort, wenn die Verse, o, diese Verse, anheben. In dieser Vorstellung debütierte ein neues Mitglied des Voltstheaters, Otto Soltau. Er kommt, wenn die Erinnerung nicht trügt, aus Prag. Dort dürfte er wohl Moissi im Klang ersetzt haben; erber das Original ist ntir wenigstens deshalb lieber, weil es mit richtigem Tonansatz singt. Einiges in Geste und Ausdruck des Spieles bringt Herr Soltau so echt und frisch, daß er wirklich die Moissi-Note nicht unbedingt nötig hat. Vielleicht ersucht er cs in einer anderen Rolle ohne das fatale und Unnötige, Beiwerk. S. S. „Dir törichte Fungsrm." Erstaufführung im Apollotheater. Mir eiuem starken Stück hat das Apollotheater feilte Operettenlauf bahn begonnen. Stark in der gewagten Idee wie in -der mnsikalischcn Gestaltung und in der durchaus modernen Inszenierung! Im Freudenhause der italienischen Stadt Gaeta wird ein Maskeirball veranstaltet und alles Volk strömt zu den Hetären, um noch die letzte Nacht der Freiheit zu genießen. Vor den Stadttoren harrt Colisano, ein Feldherr der Renaissance, mit seinen Söldnern, zum Sturm auf die Stadt bereit, wenn sie ihm nicht eine reine Jungfrau — die Vorschrift, daß sie nur mit einem Mantel bekleidet sein dürfe, bleibt ihr diesmal erspart — ins Lager schickt. Mit der Jungfrau hat es in der verlotterten Stadt seine Schwierigkeiten und statt ihrer will man ihm ein erfahrenes Dämchen anbieten. Inzwischen flüchtet Vittorina, die einzige Jungfrau, unter die Hetären, um sich hier vor dem Feldherrn zu verbergen, doch er selbst erscheint maskiert und unerkannt bei dem Feste und entbrennt in Liebe zur schönen Vittorina. Die Dirne als Jungfrau und die Jungfrau als Dirne! Dieses Motiv, 'das sich besser mit der russischen Mystik als mit dem Pariser Montmartre oder gar mit der zügellosen Renaissance verträgt, könnte mit der Vereinigung der beiden Liebenden den schönsten Abschluß eines schönen Einakters finden, doch leider muß eine kunterbunte Szenenreihe Nachfolgen, um zwei weitere Akte zu füllen: Tie falsche Jungfrau kommt ins feindliche Lager, Eolifauo sinnt Rache ob dieses Betruges, doch schon erscheint die echte Jungfrau, opferbereit und ahnungslos nt Colisano ihrem Liebhaber zu begegnen. Sie bleibt ihm auch treu, da sich das Blatt wendet und er dem Beile des Henkers verfallen soll. Nach einem alten Brauche wird in Gaeta jeden: Todgeweihten Leben und Freiheit geschenkt, wenit ihn eine reine Jungfrau freit, und sie erfüllt gerne diese Bedingung und wird die Seine. Die Musik, die Oskar Straus zu dieser sonderbaren Jungferngeschlchte eines Autors geschrieben hat, der sich unter dent blühenden Pseudonym I l o r i d o verborgen 'hält, ist durchaus nicht jungfräulich. Erfahren und stark intellektuell verschmäht sie mädchenhaftes Augenn ic der schlagen und verzichtet auf sentimentales Schmachten und Schwärmen, sie verspottet alles Triviale und parodiert ihre eigenen banalen Melodien ebenso wie das Volkslied, sie läßt in den Bläsern und im Schlagwerk allerlei lustige Nebenstimnlen lös, die gleich geschäftigen Kobolden kichernd und wispernd ihr Unwesen treiben. Wie Straus einst als Kapellmeister an Wolzogens Ueberbrettl int „Lustigen Ehemann" oder im bekannten Schlager „Die Musik kommt" seinen Humor entfaltete, und später in den „Nibelungen" und im „Hugdietrich" seinen parodistischen Neigungen sröhnte, so hat er sich auch diesmal der Klein- und Feinkunst des Kabaretts mit all seinen Sprühteufelcheu verschrieben. Das „Lied von der Jungfrau", leicht und spöttisch hingeworfen, ist ebenso unverfälschte 51abarettmusik wie das übermütige Lied von der „Schönen Vittorina". Bon den vielen Schlagern fei nur noch das populäre „Muß es denn gleich die große Liebe sein", das orientalische ,Holofernes-Duett", das „Türkische Terzett" ultd der Schleiertanz erwähnt. Vieles parodiert die Schablone, manches bleibt auch in ihr stecken, doch inuuer tvieder freut man sich des starken mustkantischen Humors. Sehr schön gelang die Inszenierung des Herrn S: a e r k. Das Freudenhaus mit den riesigen goldenen Frattenleiberrt und beit rot glühenden Herzen, das Lager mit beit stilisierten Zelten und der ragenderr Stadt in: Hintergrund waren ebenso stimmuttgsvoll wie die boit Ballettmeister Trajanowskh einstudierteu Tänze. Die Sensation des Abends war der junge Hermann Thimig als fahrender Gaukler, lustig uud schnippisch war Steffi W a l l i b t als falsche Jungfrau, sehr gut Erich W i r l, eilt stolzer Feldherr im Besitz eiues inarkigen Tenors, Herr Sachs, eilt mit allen Salben geschnlierter Schmieren- Sriute. Lyri L eux als töviHte Iungsrai; fcmg mch taptzte recht angenehm, als Darstellerin schicir sic etwas befangen. Gleicb den Sängern wurde Oskar Straus am Divigentenpnlt immer wieder hervorgejnbelt. flb. Aus den Theatern. >,Der will Bllrgtheater. Morgen (Montag), 7 Uhr, Graf von C h a r o l a i L". Dieitstag „E inen I u x er si ch m a chen". A k a d e m i e t h e a t e r. Aiorgell (Montag) halb 8 Uhr, „Der Bibliothekar". Dienstag „Der Kreis". Volksoper. Morgeit gastiert in der Aufführmig von „C a r m e n" Herr Kannnersänger Alexander V a l c n 1 i n o f f von der Staatsopcr in Moskau als Jose. Int D e ll t s ch e u Volkstheater seht Alexander Moissi sein Gastspiel heute als Marquis Posa in Schillers „Don Carlos", morgen als Fedja in Tolstois IT er lebende L e i ch n a in", Dienstag als Paracelsus in Schtützler^ gleichnamigem Schauspiel und als Wanderbursche in Tolstois Komödie „Er ist an allem schnld" fort. In den K a m m e r s p i e l e u findet Dienstag den 4. d./ 7 Uhr, die Prenriere des zweiaktigen Lustspieles „Der erste B e st e" von Francis de Croisset und der einaktigen Komödie „A l l e i u" (Senl) von Henry Duvernois statt. Im Carl-Theater gelangt heute nachmittags, 3 Uhr, bei ermäßigten Preisen die Leharsche Operette „Der R a st elbin der" ziir Aufführung. Allabendlich 7 Uhr wird die Fallsche Operette „9)1 a bet nt c Pompadour" gegeben. Im Raimundtheater wird die Winterspielzeit Doirnerstag ben (J. d. mit der Erstausführung des Schauspieles mit Musik'„Der liebe Aitgustin" von Julius^Bittncr eröffnet. Die Titelrolle spielt Anton E d t h o s e r. Die Inszenierung besorgt Tr. Rudolf Beer. Die musikalische Leitung hat Herr Kapellmeister W111. In der Renaissancebühne 7. d. die ~ findet Freitag den Premiere des Lustspieles „D i e hohe Schule der von Koloman Rege n Y i (für die deutsche Bühne bearbeitet non Alexander Engel) mit Arnold K o r f f in der Hauptrolle statt. . In der N e u e n Wiener B ü h it c beginnt Else L e h«. mann Freitag den 7. ch. ihr Gastspiel in Gerhart Haupt-! manns Tragikoillödie „D i e Ratte n" als Frau John. Die Künstlerin tritt nach siebenjähriger Abwesenheit zum ersten Male wieder in Wien auf. Als zweite Rolle wird Frau Leh-: mann die Frau Wolfs in Gerhart Hauptmanns „Biberpelz" darstellen. Der „Biberpelz" wurde vom Burgtheater für drei Aufführullgctt sreigcgeben. Hugo Thimig und Arnold Korss werden in' diesen drei Aufführungen die Rollen deS Krüger und Wehrhahn spielen. 2l p o l l o - T h e a t e r. Bis ans weiteres gelaitgt allabendlich die Operette „Die törichte Jungfrau" von Oskar Straus zur Aufführung. Ikeuengagernenis im Burgtheater. Am 1. September hat der Schauspieler Julius Karsten, dessen Vertrag bereits im Lan.se der vorigen Spielzeit aogeschlosset: wurde, sein Eltgage-' ment im Burgthcater attgetreten. Neuengagiert wurde gleich-/ falls ab 1. September Herr Fred Hennings vom Neuen Theater in Frankfurt a. M. Das Iosefstädter-Theater unter der Direktion Reinhardt. Wie verlautet, wird die Wiedereröffnung des Theaters in der Jos es st ad t unter der Direktion Max Reinhardts an: 1. Februar 1921 mit einer Aufführung von Schillert „Kabale und Liebe" erfolgen. Es wird bereits Hugo, Thimig. der bekanntlich das Burgtheater verlassen hat, in der Nolle des Musikus Miller an diesem Abende Mitwirken. Den Präsidentei: wird Arnold Korff spielen, die Louise Heleitc Thintig, die Lady Milfort Maria Fein. Ob Raoul Aslan, dem'die Rolle des Hofmarschalls Kalb zugedacht ist„ mitwirkell wird, hängt bon der Erlaubnis des Bnrgtheaters ab, die noch anssteht. Arnold Rose, der ausgezeichnete Musiker und Führer deS bcrühntten Rose-Ouartctts, begeht demnächst feilten 60. Geburtstag. Der Künstler, welcher jüdischer Abstammung ist, steht bereits 12 Jahre im Verbände des Opernorchesters. Eine Konferenz jüdischer Schauspieler in Warschau. Aus Warschau wird gemeldet: Hier wird eine Konferenz der jüdischen Bühitenkünstler tagen, die am 5. d. beginnt. Die Beratungeil werden drei Tage dauern.^ Die Konferenz wird sich auch mit wirtschaftlicheit Fragen beschäftigen. Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Die Einschreibungen neu cintretender Schüler für sämtliche Abteilungen der Akademie für Musik und darstellend^ Kunst finden vom 10. bis 15. d. Hott 9 bis 12 Uhr vormittags in der Akademiekanzlei. 3. Bez., Lothringerstraße 18, statt, woselbst auch nähere Auskütifte erteilt werdet:. Der Wiener Jüdische Gesangverein nimmt seine Proben tag .. abends wieder auf. Stimmbegabte Damen und Herren werden höflichst cittgeladctt, dem Vereine, der heuer einige große Aufführungen veranstaltet, beizntretett. Neuatlfilahnten gelegentlich der Probet: jeden Dicttstag von 7 bis 9 Uhr abends im o'bgenanntet: Probelokale. (Entgeltlich.) erichtrslwl. Das Existenzminiumm des Säuglings, lieber die H5H6 des Existeuzmittimtims für einen Säugling haben zwei Ge-, richtsinstauzen verschiedene Ansichtetr ausgesprochen.^ Eine Hausgehilfitt ^brachte gegetl beit Vater ihres außerehelichen Kindes eitle Klage auf Leistung von Alimenten für den Säugling ein. Formell geschah dies, beit prozessualen Vorschriften gemäß, in der Weise, daß der Säugling durch seilten Vormund als Kläger gegen den Vater, eitlen 'Wehrmann, auftrat. Das Bezirksgericht verurteilte beit Geklagten zur Leistung einer Alimentation vow zehn Prozent seiner 800.000 Kronen monatlich betragmdeil Löhnung, also zur Zahlung von 80.000 Kronen monallich^ Dagegen brachte der Vormund die Berufung an das Zi^ villändesgericht ein, weil ein Säugling mit 80.000 Kronen mo^ ttatlich nicht auskommen könne. Das allermindeste, was heutzutage ein Sättglittg zt:m Lebett brauche, seien 120.000 Kronen! monatlich,' also 15 Prozent der Löhnung des Geklagten^ der ohnehin außerdent Kost und Quartier beziehe, wofö^ ihm ntlr 160.000 Kronen ntonatlich von der Löhnung abgezoaeuj werden. Die verbleibenden 640.000 Kronen seien ein reichliches Taschengeld unb ein Wehrmann könne daher ohne weiteres! gefunden, daß ein Säugling mit 80.000 Kronen monatlich aus^ 120.000 .Kronen, das sind 15 Prozent seiner Bernfungssenat fand, das; isn 999 Krönet: monatlich das TtU nimu m dessen darstellen, m LebeZ braucht, was ein Säugling heutigen Tage^