Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1637 (2.9.1923)
- Date
- 1923-09-02
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980718--16005-3002879- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
, m. mn Men, Sonntng f.mfitioi' Arbeit gekostet haben, fast unersetzlich sind, gegen gute Belohnung an feine Wiener Adresse gelangen zu lassen. * Gottesdienst des Keren Kajemeth l'Jsrael (Jüdischer Nationalfonds). An den hohen Feiertagen beranstaltet der Jüdische Nat'ivualsonds im Verein mit dem Unterstützungsvereine Esra Gottesdienste für Männer und Frauen in den Lokalitäten des „Marokkaner", 2. Bez., Große Zufahrtsstraße 49 und „Radfahrer", 2. Bez., Ausstellungsstraße 86. Sitzplätze sind zu haben: Im Bureau des I. N. F., 2. Bez., Zirkusgasse 33, des Vereines Esra, 2. Bez., Stuwerstraße 25, bei M. Schächter, 2. Bez., Ilgplatz 1, M. Bartfeld, 2. Bez., Sebastian Kneippgasse 8, G. Wittlin, 2. Bez., Mbsstraße 4. Weiters wird darauf aufmerksam gemacht, daß im Lokale „Zum Einsiedler", Kleine Zufahrtsstraße, wo im vorigen Jahre der Gottesdienst des Nationalfonds abgehalten wurde, von Privatpersonen ein Gottesdienst abgehalten wird, dessen Veranstaltung jedoch mit dem I. N. F. in keinen! Zusammenhang steht. * Gilt Verband der jüdischen Hochschüler"des Königreiches S. H. S. Vor kurzem wurde in Belgrad in Anwesenheit der Delegierten sämtlicher jüdisch-akademischer, kultureller und Unterstützungsvereine Jugoslawiens der Verb a n d jüdischer Hochschüler des Königreiches S. H. S. gegründet. ES wurde folgende Exekutive gewählt: Präsident: Josef Weszel, abs. für., Vizepräsident: Juda Levi, abs. jur., 1. Sekretär: Vera Stangl, med.. 2. Sekretär: Samuel Romano, med., Kassier: Alexander Müller, cand. jur.. Revisoren: Marcel Stockhammer, abs. jur. und Franz Zentner, abs. exp. Der Verband ist nichtpolitftchen Charakters; er soll derartige Einrichtungen und Hilfsmittel schaffen und erhalten, welche einem erfolgreichen Fortkommen der jüdischen Studentenschaft Jugoslawiens dienen. Der Verband gilt als Vertreter der gesäurten jüdisch-akademischen Jugend Jugoslawiens, und zwar der in und außerhalb des Staates studierenden Jugend. Informationen erteilt der Präsident: I. Weszel, Sarajevo, Mustaibog 2. * Eine wackere Konkursausschreibung! Die jüdische Kultnsgemeinde in Bijelina (Bosnien) hat in der „Zidovska Svijest", dem Blatte der Zionisten Bosniens, etneit Konkurs zur Besetzung der Stelle eines Religionslehrers ausgeschrieben. Eine der Bedingungen des Konkurses ist die, daß der Lehrer in der Jugend den nationalen Geist im Sinne des Programms der Zionistischen Organisation zu pflegen hat. In Bijelina begreift man, wie man sieht, die Notwendigkeiten der Zeit besser als in mancher größeren und weniger entlegenen jüdischen Gemeinde, wo nichts geschieht, Lm der Entjudung der jüdischen Jugend einen Damm entgegenznsetzcn. * Neuerliche Umwandlung einer Synagoge in einen Arbeiterkind. Ans Ersuchen der jüdischen Kommunisten in Horod ek im Minsk er Gouvernement haben die Behörden die Erlaubnis erteilt, das große Beth Hamidrasch in Horodek in einen Arbeiterklub zu verwandeln. Eine spezielle Kommission hat sich von Minsk nach Horodek begeben, um den Arbeitern die Synagoge zu übergeben. (I. C. B.) * Hakenkreuz und Sowjetstern. Unter der Spitzmarke „Verwechslungen" bringt die ,Mocke" die nachstehende kleine moste auif die Verbrüderung der Völkischen und K o m m u n i st e n, wie sie in deren Presse zum Ausdruck Mitteilungen aus dem Publikum. trat:«::: mark durcii den neuen hygienischen ® ® Strumpfschoner Sie ersparen X e i $ und Seid! Alleinige Erzeugung und Generalvertrieb: SiGI Ges. m. b. fl., Wien, IV.. Lwiedner Hauptstrasse SS :a Telephon 54-2-473 sn»mMgtacwt«awr6T/»MMiueiiwiiUi>a i nnmmtw..ata— Hansi Kohn Felix Braun Wien, VI. Wien, XIX. Verlobte Wien, im September 1928 Leon Sonnenschein Jetty Sonnenschein geh. Schwertfinger empfehlen sich als Vermählte Wien, im August 1923 Zur Vermählung unserer Mitglieder und bewährter Mitarbeiter Frl. Fanni Agid — Herrn Jehuda Leo Flamm gratulieren wir und wünschen herzlichsten Verein Volksbibliothek „Zion“ Möbelfabrik J. Spira Feine ->- W». 111., MMWM 1~3 Wohnungseinrichtungen. (Ecke Karl Scliweighofergasse TEPPBCHHUUS ORACH & Co. VI,, MarlahllVerstraße 79 iss Stets größtes Lager in Teppichen, Vorhängen, Tischdecken, Bettvorlegern sowie echte KnUpi- und Smyrna-Teppiche WM" Wichtig für Megebesucherl 'WA •“ÄS preiswerte Möbel'"'" ^SIS’ renommierte Kunsttischler- und Tapezierer-Möbelhaus Plakschek & Co., Wien, IX., Poezellangafse Nr. 49 a Daselbst Möbel in allen Holz- und Stilarten wie auch Älubgarnitnren ln arösttcr Auswahl. Wr verbackung wird bette Sor„e grtraaen. Geschäftsbestand seit 1882. Besichtigung sllr jedermann frei. Kü7 Kuifus-u.JustiztaBare u. Barette liefert in schönster Aunfdhrung dio bekannteste Spozialfirma 235 RUDOLF GQLDSTEIH Zivil* nnd Uniformschnaidcr Wien.lI.Taborstr. 54. Tel. 45*6*29 Oogrilndet 1666» Große Auswahl feinster Stoffe IRr Mafibsetellungen ^Wiener MorgenzerLung. XX.Wölleorf ein^rf r. 16 X.fevor’tf en.yf9ö X.füvoniznsit 130 VJchönbrunnetrft. 103 XX!. Haup£rfr.44 Qimojfäerf XX. Wöllcn^fciiutr. 16 X.fevor’tf en.yf9ö WMKWI ■r ImwMä® 1.0« Di e^e Wo che sH Äfw/oll \^elou t-' »fivplifaourfo mchicppichen& beffvo Hegern Madras-Künstler, dreiteilig, Makogarn, komplett K 112 Karo-EfamEnv 130 cm breit.. ig Leinen-Künstler, sehr fein.K 98 Läufer, durchgewebt.K 21 Velourvorleger, komplette Grösse.K 84 Bouclebettvorleger. K 38 Die Preise verstehen sich in Tausendern, SÄ-a©^ © in A u •ywaktel Jrch6iwafearle«w»lclilaSti fy t«*- fächfliche Strümpfe und Handschuhe Engres Export Adolf Tarier Wien, I., Kohlmessergasse Nr. 6 WO BEKOMMT MAN DIESE WOCHE Spajrat-Laufteppichc in schönen Dessins, per Meter K 1(> Tiscnleppiche 200 X 300, komplett , , K 540 Bettvorleger, Smyrna imitiert.. , , , , , , K 39 gr KünstlcrvoHiäuge, reich gestickt, per Fenster K 95 & Tüll-Doppcldecke mit Filetmotiven . ,K 135 Gute Flanelldeckcn...K 39 d nur im Z S T A ■ H O F, VII., Mariahilferstrasse 88 a Preise in Tausendern 378 Billige Messe-Woche! Sdnrbbnus Milt? V„ Pilgramgasse 6 Strassenbahnlinle 3, 13, 61, 63 321 SCHRANKKOFFER »S PICCOLO, DER NISTE COUPE-SCHRDHKKOEFER PADL STARK EE^Ä36 ZUR MESSE: MESSEPALAST, GRUPPE A, STAND 33 Statt Einladungen! Hiemit erlaube ich mir alle meinen geehrten Kunden zum Gesuch meines Messe-Standes Nr. 6661 ln der Rotunde, wo meine Fabrikate in einfacher und luxuriöser Ausführung ausgestellt sind, höflichsteiazuladen 74g- FRANZ B0LL1NGER, Eiskastenfabrik Wien, XV., Stftglgasae 10 Telephon 38 4-19 ELEKTR Koch-undHeizapparate, Kipp-1 u. Stehlampen, J jj Taschenlampen Artikel für Schwach» und Starkstrom GlBblampen v. 2-220 Holt Formen detail I.P.ProchwlkimeilinrliaiiH8if.lB I JALES-FABRIL, Telephon 69-1-23 Telephon 69-1-23 Knisbacher & Wintlschauer, Wien, I. Heutorgasse 6 i $ D\T’ror;T,,r im mbhm J 2. September 1.923 Seite f Julius Meinl Kaffee -Import Gegr. 1862 Hauptgeschäft: I. Pleischmarkf. T. fiCt¥ IfiiriTT 0 **oman6n 1fia |b| 1 laOiwane 19 Bral 1 Bm Patentfauteuila sind die besten und billigsten! Zar Wr.Messe: Rötende. 1. Ring, Koje 6193 Eigene Werkstätte, grösstes Lager Wiens in sämtlichen Tapezierermöbeln M.WE1TZ, Wien, 11., Darwing. 39 (vis-a-vis Nordbahnhof) 569 Telephon 40-2-09 von K 160.000 aufwärts iegenmäntel Arbeitsmantel Schlosseranziiae Windjacken 276 eigene Erzeugung Bertifskleiderwerke PHILIPP PORGES Wien, VII. Breitegasse 3 / Telephon 32-1*36 kommt: Schlug man früher eine Zeinng innen auf, so konnte m>n» euch ohne den Kopf genchm lreben '!>>:,-.cunam".: ans d?:n Inhalt snt'tcllen. welcher Richt::ng Organ inan vor sich hatte. Heute ist das sehr schwierig geworden. Stößt man zum Beispiel beim Lesen auf den Satz: „Ebenso wichtig ist, daß die Koalitionsbrnder der jüdischen Kommerzienräte die Herren Stampfer, Hermann Müller und Severing sind", so glaube man nicht etwa, Herrn Knüppel-Kunzes „Deutsches Wochenblatt" zu studieren, sondern beim Zusammenlegen der Zeitung ergibt sich, daß dies Inhalt der „Roten Fahne" ist. Dafür findet man im „Deutschen Tageblatt" Verse wie: „Wenn die Sowjetbanner weh'n, laßt uns fest zusammensteh'n." Ebenso hat es keinen Zweck mehr, die „Deutsche Tageszeitung" zu ergreifen, wenn man des Grasen Rebentkow Ansicht zur Pol'tik kennen lernen will. Dort findet man nur Bruchstückzitate. Deir Originaltext studiert mall bester an der Quelle — der „Roten Fahne". Findest du aber den Namen Karl Radek in einer Zeitung gepriesen, so kannst du mit 99 Prozent Wahrscheinlichkeit aus ein deutschvölkisches Organ tipen. Kurz und gut — denr Zeüungsleser ergeht es wie Hebbels Meister Anton: „Ich verstehe die Welt nicht mehr." * Bei den Menschenfressern. Ms Reisebegleiter würde man sich gerade nicht einen Mann aussuchen, der schon wegen Mordes im Zuchthaus gesessen hat, Wenigsteils bei uns 'n Europa. Mer ober bei den Papuas, den Bewohnern einer vor der Nordwestküste von Neuguinea-im Stillen Ozean gelegenen Inselgruppe reist, muß dieses Vorurteil aufgeben, denn er Wird schwerlich dort emeir Führer oder Träger finden, der nicht mm>destens einen Mord aus dem Gewissen hat. oft sogar mehrere. Denn der Mord wird dort nicht als ein Verbrechen, sondern manchmal als eine Pflicht manchmal als ein notwendiger Te'l der sozialen Etikette, nmnchmal als eine Zerstrenung angesehen. Eirl Mörder gilt bei dcir Papuanern nicht für einen schlechtereii Menischeri . als ein anderer, ja bei einigen Stämmen gilt es sogar als eine ehrenvolle Ta! und ke'n anständiges Mädchen würde bei ihnen einen Mann zum Ehegatten nehmen, der nicht wenigstens einen Menschen umgebracht hat. Sein Stamm Würde nicht zu geben, daß es unrecht sei, unter solchen Mnständen jemandem das Leben zu nehmen. Ja. er erklärt, jemand, der das nicht tätc^ würde nie ein Mann und nie geeignet sein, zu heiraten. Obgle ch selbstverständlich diese Sitten von den eirglischen Negierung bekämpft und die Mörder, wenn man ihrer habhaft werdeii kann, streng bestraft werdeii. sind sie n'cht auszurotten. Mister Hu mph ries, ein Engländer, der diese Inseln bereist und seine Reisen in einem Buche ,/Patronillcngänge iit Papua" anschaulich beschrieben hat. erzählt, daß der Kaunibal^s'.nus bei den Papuanern noch heute besteht, und zwar gebe es bei ihnen bezüglich der Menschenfresserei eine ganz besondere Etikette. Der Leichnam deZ betrefsendeii Opfers, gewöhnlich eines emem feindlichen Starnm angehörcuden Mannes, wird^uuter das gemeine Volk verteilt, während die Hände für den Häuptling des Stammes reserviert bleiben. Denn nach der^ Meinung der Eingeborenen ist die Kraft eines Mannes in seinen Händen enthalten, und dcrjcn'ge, der seine Hände ißt. in dem geht die Kraft des Verstorbenen Uber. Daher lomurt. daß De .^ände zu Delikatesten geworden und die sich der Ehej des l Mammes vorbehält.