Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1635 (31.8.1923)
- Date
- 1923-08-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«et* Wiener Morgenzettung- Wirrt, Frettag * Die Insel Robinsons ein Badeort. Die Insel, auf welcher der englische Rdatrose Mexande-r Selkirk vier sichre lang (von 1706 dis 1709), nachdem er durch einen Schiffbruch dorthin verschlagen worden war, allein gelübt hat,, und. dessen Mbentouer Defoe den Stoff zu den'Roman geliefert haben, der so weNberühmt werden sollte, war die Insel „Juan Fernanden" oder, genauer gesagt, eine zu der „Juan Fernande;" genannten Inselgruppe gehörige Keine Insel namens „Mas atierra", im stillen Ozean, etwa siebenhundert Kilometer von der chilenischen Kiffte entfernt. Nun kommt Es Chile die Nachvicht, daß die dortige Regierung einer, anonymen Akttengefellschaft die Konzession erteilt hat. aus dieser Ini'ell ein mit allem moderner: Luxus und Komfort ausgestattetes „PalaceHotel" zu erbauen und dort einen Badeorten gründen. Durch zweimal wöchentlich verkehrende Dampfer soll die Insel mit dem Festland, und zwar mit der Hafenstadt Valparaiso verbunden werden. Ob etwa auch eine Spielbank errichtet werden soll, wird nicht gesagt, so ganz unmöglich wäre »? aber nicht. _ jüdische Schulnacheichten. * Jüdisches Realgymnasium Wien» 2. Be;., Castellezgaffe 35. Die Aufnahmsprüfungen in die I. bis V. Klasse sowie die Wiederholungs- und Nachtragsprüfungen werden Montag den 8. September um 9 Uhr vormittags abgehalten. Anmeldungen täglich von 11 bis 12 Ubr. Die bisherigen und die neu aufgenommenen Schüler versammeln sich Dienstag den 4. September um 4 Uhr nachmittags im Schulgebäude. * Hebräische Schule, 20. Be;., Othmargasse 46. Einschreibungen für Kinder und Erwachsene. Anfänger und Fortgeschrittene finden dortselbst an Wochentagen von 5 bis 7 Uhr und Sonntags von 10 bis 12 Uhr statt. — Ausnahme in den neu gegründeten hebräischen Kindergarten für Kinder beiderlei Geschlechtes von 4 bis 6 Jahren findet an Wochentagen von 5 bis 7 Uhr und Sonntags von 10 bis 12 Uhr statt. * Hebräische Schule der Bezirke 12 und 15. Die Wiederaufnahme des Unterrichtes in den Kurs des Vorjahres sowie die Eröffnung neuer Kurse für Jugendliche und Erwachsene erfolgt anfangs Septemrber. Einschreibungen täglich von 8 bis 7 Uhr nachmittags (ausgenommen Samstag) und Sonntags von 9 bis 12 Uhr vormittags. 15. Bez., Herklotzyasse 21-8. * Jüdischer Kindergarten der Bezirke 12 bis 15. Kinder, welche bereits in der abgelaufenen Ättson den Kindergarten besucht haben sowie neu eintretende Kinder wollen schon - scht angemeldet werden; täglich (Samstag ausgenommen) von 8 bis 7 Uhr nachmittags und Sonntags von' 9 bis 12 Uhr vormittags. 15. Be;.. Herklotzgaffe 21-3. * Hebräische Kurse. Die Vereinigung der hebräischen Schulen, 2. Bez.. Große Mohrengasse 16—22, errichtet heuer mehrere Kurse sowohl für Vorgeschrittene als auch für Anfänger. (Kinder und Erwachsene.) Einschreibungen finden statt an Wochentagen von 5 bis 7 Uhr abends, Sonntags von 11 bis 1 Uhr mittags im Lokal der hebräischen Schule, 2. Bez., Große Mohvengaffe'16—-22. Vereine, Borträge und Versammlungen. Hi dach du 1h. Samstag. 7 Uhr abends. Waadsitzung. Rechenschaftsbericht über den 18. Kongreß: 8 Uhr abends, 2. Bez., Gl-ockengasse 80, berichtet Dr. Chaim Tartakower über den 18. Zionrstenkongreß. — Bukowinaer Zentralverband. Sonntag den 9. September, 9 Uhr vormittags. Versammlung im großen Saal des Hotel Stephanie, 2. Bez., -TcKorstraße 12. 6 Uhr abends, gesellige Zusammenkunft der Bukowrnaer sowie emgeführter Gäste im ersten Kaffeehaus, Prater Meranda). ' Technisches Museum. Samstag den 1. September, 3 Uhr nachmittags, Führungsoottrag von Dr. Ing. F. Sedlacek: „3ündholzerzeugung". Sonntag den 2. September anläßlich der Wiener Messe, 10 Uhr twrmittags. im großen Hövsaal Vorführung von Werkstättenfilmen der Oesterreichischen Sremens-Schuckert-Werke: .Herstellung von Kleinmotoren". „Elektrisches Dreschen", Lichtbilder über ausgeführte Anlagen. Urania. Heute: 5 Uhr (Großer Saal): Durch den West- Sudan. Halb 8 Uhr: Das Wunder des Schneeschuhes. Halb 8 Uhr (Kleiner Saal): Hofrat Dr. Ing. Rudolf Pozdena: Die Cheopsppramide. 8 Uhr (Kurssoai): Ing. Karl Blitz: Interessante'Episoden aus der Geschichte der Chemie. Bühne und Kunst. Ans der Staatsover. Mitteilungen aus dem Publikum. Gizela Friedmann Josef Epstein Buczacz Wien, II. Verlobte Wien im August 1923 Kultusu. Justiztalare u. Barette liefert in schönster Ausführung die bekannteste Spezialflrma 235 RUDOLF GQLDSTEltl wto.iÄÄÄW Gegründet 1866 - Große Auswahl feinster Stoffe für Maßbestellungen Neues über Tolstoi. In England ist Gegenwart g Tolstoi- Hochflut zu verzeichnen. Ueberall werden seine Dramen aufgeführt, neue Uebersetzungen seiner Werke werden veranstaltet. Außer den .Liebesbriefen Tolstois", die auch ins, Deutsche übersetzt sind, erregen in England besonders neu übersetzte „Gespräche mit Tolstoi" des russischen Musikers A. B Goldenpeizer. der Tolstoi zu seinem Lebzeiten sehr mit gekannt hat, großes Aufsehen. Das Buch ist erst im vorigen Jahve in Moskau erschienen. „Mädel, sag' Jgen." Ab 1. September Komponist Heinrich Strecker und Lilly Buresch im „Chat noir". (Entgeltlich.) Aus den Theatern. Burgtheate r. Morgen Samstag um 7 Uhr Eröffnungsvorstellung: „Julius C ä s a r". A! a d e m i «e t h e a t e r. Morgen Samstag um halb 8 Uhr Eröffnungsvorstellung: „Die Frau von vierzig Jahre n". V o l k s o p e r. Heute „M igno n". Morgen Samstag „Die Fledermaus". Johann Strauß-Theater. Mittwoch den 5. September 200. Aufführung der Operette „Katja, die T ä n z e r i n". Im T h e a t e r a. d. Wien wird die dies'ährige Spielsaison morgen Samstag um 7 Uhr mit der Operette ,D i e Bacchusnacht" eröffnet. Kammersänger Richard Tauber singt die Rolle des New. Gerichtssaal. Wie man in der großdentsche» Bauernvarlei Spesen verrechnet. Gestern wurden zwei Ehrenbeleidigungsklagen verhandelt, welche der Leiter des wirtschaftspolitischen Sekretariats des Verbandes deutschösterreichischer Bauern Waldemar Q u a i s e r und das Vorstandsmitglied dieses Verbandes Johann Karl Hoher gegen den Kaufmann Karl Barack eingebracht hatten. Nach Inhalt der durch Dr. Leopold Friedmann vertretenen Klage Quaisers soll der Beklagte anläßlich einer Rechnungslegung über ein mit dem Wirtschaftsverband geschlossenes Geschäft dem Hoher bei der Verrechnung der Spesen erklärt haben, daß Quaiser von An unsere P. I Abonnenten! Am 1. September 1928 beginnt ein neues Abonnement auf die „Wiener Morgenzeitung". Wir ersuchen, die Bezugsgebühren rechtzeittg einzuzahlen, beziehungsweise das Trafikabonnement rechtzeitig zu erneuern, damtt die Zustellung deS Blattes keine Unter brechung erleide. Bezngsgebühren ab 1. September 1923: Abonnement für Wien (zum Abholen im Expedit oder in den DerschleitzsteNen) monatlich.A. 28.000.— Sonn- und Wochentagsnummer.K. 1.000.— Montagsnummer ...... •.K. 700.— Die neue Spielzeit der S t a a t s o p e r mird morgen rrm halb 6 Uhr mit einer Abführung ,Me Meistersinger von Nürnberg" eröffnet. Sonntag gelangt „Aida", Montag ,/Figaros Hochzeit". Dienstag „Madame Butterfly" zur Aufführung. In der Rolle der Gräfin in .Figaros Hochzeit" tritt Frau Achsel ihr Engagement an der Staatsoper an, den Grafen in „Figaros Hochzeit" singt als Antrittsrolle .Herr Renner. Der an Stelle des ausgeschiedenen Herrn B e i e 11 o neu engagierte Bassist Herr König singt als erste Rolle den Oberpriester Ramphis in „Aida". Kammersängerin I e r i tz a ist in Wien eingetwffen und singt als erste Rolle Mittwoch den 5. September die Partie der Else in ,Zohengvin". Die Tenoristennot an der Staatsoper. Wie wir bereits berichteten, hat die Direktion der Staatsoper Äs Eröffnungsvorstellung „Die Meistersinger von Nürnberg" angÄetzt, ohne daß ein geeigneter Tenor des Ensembles für den Abend vorhanden war. Die Herren Oestvig, Schubert. Slezcck und Fifcher- Niemann sind nicht greifbar. Nun ist es gelungen Herrn Henryk Appels, einen norwegischen Künstler, der an der Oper in Hannover tätig war und auch in Nsw-Aork erfolgreich gastierte, für , die Vorstellung am Samstag zu gewinnen. Es besticht die Absicht, Herrn Appels für die Staatsoper zu engagieren. Burgschauspielerin Marie Vittitz gestorben. Während ihres Sommerurlaubes, den b.e Künstlerin in Italien verbrachte, ist Burgschauspielerin Marie Ltttitz infolge einer Wasservergiftung erkrankt und nach längerem schmerzhaften Leiden in Wien gestorben. Frau L.ttttz wurde zjwar nur mit kleineren Rollen betraut, ist aber allen Besuchern des Burgcheaters als schlichte, vornehme Künstlerin in Erinnerung, die auch der kleinsten Rolle eine persönliche Note zu geben verstand. Gestern wurde di« Leiche der Frau L.ttttz im Sinne ihrer letztwilligen Verfügung eingeäschert. Die Direktion des Burgcheaters ließ durch ihren Vertreter einen Prachtvollen Kranz niedevlegen. „Leidenschaft, Gift und Versteinerung, oder: Die verhängnisvolle Diphonftasche" ist der krause Titel eines einaktigen Jugendwerkes von Bernard ^aw, das bis nun dem deutschen Publikum vorenthalten blieb. Nun ist b.efe tolle Karikierung aller Elemente der Dramatik im Münchener Schauspielhaus in ulkiger Inszenierung über die Bretter geaangen u-vid e-rtzieLte einen durchschlagendwi EriÄg, DaS Abonnement wolle gefälligst rechtzeitig in der Nächstliegenden Verschleißstelle erneuert und die Bezugsgebühr gleichfalls dortselbst erlegt werden. Oesterreich monatlich .... .K. 28.000.- Tschecho-Slowakei monatlich. . . . tschech. 8. 17.- Polen monatlich. . . poln. Mark 70.000.— Jugoslawien monatlich.... .Dinar 40.- Deutschland monatlich .... . . . Mark 1,000.000.— AumSnien monatlich. 90.- «oltand monatlich ...... .... holl. ft. 1.50 Italien monatlich. 10.- Schweiz monatlich .... Schweizer Franken 8.- Frankreich monatlich .... .... Franken 8.- Belgien monatlich. . belg. Franken 8.- England monatlich..... . . . Schilling 3.- Amerika monatlich. .Dollar 1.- LaWellen: Oesterreichisches Postsparkaftenkonto 150.683. Tfchecho-stowakisches Postsparkasfenkouto (Prag) 50.851. Polnisches Pofttparkasfenkonto (Warschau) 180.227. Deutsches Postscheckkonto (Berlin 8» 7) 108.722. RumSnien «nd Bukowina: Oftbank A. G. anderen Filialen. Schweiz r Schweizer Bolksbank in St. Gallen. Jugoslawien: Postsparkassenkonio (Zagreb) 40.085. Italien: Soziela di Eredito Commereiale Triefte» Dia Mazzini 80. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" Wie«, II., Taborstraß« 1—3 Telephon 44.038» 43.81g. LI. August im Nr. 1635 ihm Schmiergelder im Betrag.' von vier Million^ Kronen erhalten habe. Die Spesenrechnung, die Barack bei Hoher vorlegte, soll einen Betrag von 14 Millionej Kronen unter dem Titel Schmiergelder enthalten die Barack, wie er erklärte, an Mitglieder der Gro^ deutschen Partei, darunter auch an den Schwager dej früheren Ministers Dr. Wabcr, gegeben habe. Quaisei behauptet in seiner Klage, daß diese Angaben des Herrn Parat eine Erfindung seien und eine Verdächtigung gegen prominent Mitglieder der Großdeutschen Partei enthalten. In der Klag des Hoher wird inkriminiert, daß Barack anläßlich der Eröv terung eines vom Wirtschaftsverband mit der Firma Han! Müller abgeschlossenen Lebensmittelgeschäftes sich geäußert habe, Hoher sei von Müller b e st o ch e n. Bei der Verhandlung erklärte Barack, daß er anläßlich der Verrechnung eines Geschäftes mit Herrn Hoyer voij Schmiergeldern gesprochen, den Namen Quaisers jedoch nich! genannt habe. Der Angeklagte erklärte weiter, daß er den Beweis des guten Glaubens in dieser Sache antreter könnte, daß er dies aber lieber vermeiden möchte, weil ei Dinge aufdecken müßte, die manchen Leuten unangenehm werden könnten. Anlangend die Klage des Hoyer erklärte Barack, daß er von einer Bestechung nicht gesprochen, sondern nur gesagt habe, daß bei diesem Geschäft etwas nicht in Ordnung sei. Er habe sich auch überzeug daß Herr Hoher nicht bestochen worden fei und könne auch Herrn Hoyer nichts nachsagen. Ueber Anregung des Richters kam schließlich ein Ausgleich in der Form zustande, doß der Angeklagte den beiden Klägern eine seiner Verantwortung entsprechende Erklärung abgab und sich zu einem Kostenbeitrag von 100.000 K. an den klägerischen Vertreter verpflichtete. Die Kläger zogen den Strafantrag zurück, worauf da? Verfahren gegen Barack eingestellt wurde. Reatttiitenerwerb polnischer Staatrangehöriget ln Wie». Am 20. - Oktober 1920 hatte Chaim Salomon L i e b l i in Krakau von Frau Stephanie K a r a s in Krakau das ihr in Wien, 16. Bez., Huttenstraße 49. gehörige Haus gekauft und den Betrag erlegt. Als es zur Ausstellung der Verkaufsurkunde kam, verweigerte Frau Karas die Nebergabe der Urkunde und des Hauses. Lieblich brachte nun gegen Frau Karas eine Klage auf Ausfolgung des einverleibungsfähigen Kaufvertrages, eventuell Uebergabe des Hauses, ein und stellte bei der im Jänner stattgefundenen Verhandlung das Ever^ tualbegehren, daß eventuell die Beklagte verpflichtet sei, den Kaufvertrag oder das Haus einem vom Kläger namhaft zu machenden österreichischen Staatsbürger zu übergeben. Gegen die Klage hatte der Vertreter bei beklagten Realitätenbesitzerin, Dr. Ignaz S t o w a s s e r, hauptsächlich eingewendet, daß der Kläger polnischer Staatsbürger in Oesterreich mangels verbürgter Gegenseitigkeit Eigentum an Liegenschaften nicht erwerben könne. Die Klage Lieblichs wurde zur Gänze mit der Begründung abgewiesen, nach den Bestimmungen des Mgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches müsse der Kläger, um einen gültigen Kaufvertrag über das Haus der Beklagten schließen und als Eigentümer einverleibt werden zu können, Nachweisen, daß in Polen österreichische Staatsbürger in gleicher Weise wie polnische Staatsangehörige Lie- . genschaften erwerben können. Diesen Nachweis vermag der Kläger nicht zu erbringen. Es besteht vielmehr hinsichtlich des Liegenschaftserwerbes für Ausländer, auch Oesterreicher, in Polen!ws Ausnahmsgesetz vom 34. März 1920. Nach diesem Gesetz kann die Erwerbung unbeweglicher Güter durch Ausländer in.Polen nur nach vorheriger Erlangung der Bewilligung des Ministerrates erfolgen. In Polen sind daher nach diesem Gesetz hinsichtlich des Liegenschaftserwerbes die österreichischen Staatsbürger den Polen nicht gleichgestellt und ist daher die Gegenseitigkeit nicht als verbürgt anzusehen. Es ist daher der Kläger als polnischer Staatsbürger nicht in der Lage, Besitz und Eigentum an dem Hause der Beklagten zu erwerben und daher die geschloffene Vereinbarung ungültig. An diesem Rechtszustande ist auch durch das Handelsübereinkommen zwischen Polen und Oesterreich vom 25. September 1922 nichts geändert worden. In diesem Uebereinkommen ist den österreichischen Staatsbürgern bezüglich des Erwerbes von Realitäten nur das Meistbetzünstigungsrecht mit sonstigen Ausländern eingeräumt, nicht aber die Gleichstellung mit polnischen Staatsangehörigen. Wie man unversehens zu einer Vaterschaft kommt. Der Kaufmann Josef Grunwald, der seit langem glücklich verheiratet fft, ging einmal im Schönbrunner Park spazieren und dachte an nichts Böses. Da trat ein Mädchen, die Hausgehilfin Marie Kästner, aus ihn M und teilte ihm mit, er sei Vater eines Kindes, das sie demnächst zu erwarten habe. Herr Grünwal'd war über diese Eröffnung sehr überrascht, da er die Mutter des Kindes, dessen Vater er angeblich sein sollte, nicht kannte. Sie aber ließ, als das Kind geboren wurde, durch dessen Vormundschaft beim Bezirksgericht die Feststellungsklage Einbringen, daß ihr Knabe Grünwalds außereheliches Kind sei und gab an. sie hätte ihn. Grünwald, aus einer Ta n zu n t e r- Haltung in Weigls Dreherpark kennen gelernt und zwei Tage später sei die Bekanntschaft in einem Hotel fortgesetzt worden. Dann habe sie ihn sechs Monate lang nicht gesehen, bis sie ihn zufällig im Schönbrunner Park traf. Grünwald mußte -in dieser unangenehmen Situation einen A l i b ibeweis antreten. Er konnte beweisen, daß er in der Nacht, da er angeblich mit drr Kästner bekannt geworden sein soll, im FußbaMub geweilt hatte, was auch durch Sportkollegen, die er als Zeugen führte «und durch die offiziellen Mitteilungen des Fußlballverbandes bestätigt wurde. Die Kästner brachte Zeugen, die in Grünwald ihren Tanzpartner wrede verkennen wollten, und sie selbst gab an, daß sie Gvünwalld an einem Gold zahn und einem blaugrauen Mantel, den er in der kritischen Nacht trug, wiedererkannt habe. Grünwald konnte jedoch durch seinen Zahntechniker beweisen, daß er zur Zeit, da er auf dem Ball gewesen sein soll, noch gar keinen Goldzahn gehabt harte, sondern erst einige Honate später sich die Goldkrone anfertigen ließ, die er fetzt trägt. Das Bezirksgericht wies die Klage ab unid die Berufung an das ZivAlandesgericht ergab infolge des gelungenen Mi'bibeweifes die Bestätigung des ersirickterlich en Urt ells.