Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1628 (24.8.1923)
- Date
- 1923-08-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Süteir, ^yrcnog Wr. tvüLS LMSMV MMtzenze^tüng. 21. August 1923 Seite 5 D<r Wörden könnten. Wieder andere Mädchen waren frisch, gesund, fröhlichen Mrrtes, bewandert in allen Fächern der Haus- Wirtschaft, aber die Prüfung in Anatomie und Physiologie bestanden sie nicht. Dieser Mtchell war ein gehautev Junge — .meinte der Vorsitzende der Kommission —, er wußte ganz gut, iwaS er tat, als er das Bild des idealsten Mädchens konstruierte. Er schien es zu ahnen, daß solche Mädchen unter nns noch nicht zu finden sind. Vielleicht, mochte er gedacht haben, wird es Eltern geben, die, angeregt durch die Bestimmungen des Testaments, ihre Tochter so erziehen werden, daß sie zur testen Zeit den strengen Anforderungen des Testaments in jedem Punkte entfp«chen werden. Wenn schon nicht aus einem anderen Grunde, so doch aus dem einen, um in den! Besitz der Erträgnisse des ungeheuren Vermögens zu gelangen. Mnter den Konkurrentinnen herrscht natürlich große Unzufriedenheit. Jede von ihnen ist überzeugt, daß sie das idealste 'Mädchen sst und nur die Herren PrüftmgAomrnissäre nn- -menschlich strenge Herren sind. "n neues Konttollsystem fSt Die amerikanische Einwanderung. Die „Daily News" berichten aus Mv-Aork, das amerikanische Gmlwandsrungsamt prüfe elm neues System der Kontrolle der Emwanderier. Die Ginwandover sollen nicht mehr in die Konzentrationslager auf Ellis-Isla nid gebracht worden, sondern aus den Schiffen einer Kon-," trolle unterzogen werden. Man glaubt, daß diese Maßnahme «rwo^n wird wegen des Protestes 'der britischen Botschaft gegen die BchaMung der Emwcmdevsr auf Ellis-Jsländ. (Wir haben hierüber gestern berichtet.) Khans im Wischen Schulwesen in Rnmönien. Ans Bukarest meldet I. C. B.: Da wiederholt Verordnungen über die Unterrichtssprache in den jüdischen Schulen in Rumänien avlassen und wieder zurückgoMen wurden, herrscht ein Chaos in den jüdischen Schulen. Die Leiter derselben haben darum beschlossen, sich durch sine Delegation an die Regierm^ zu wenden, um eine ondgültigs Lösung dieser Frage herbeizusiühren. Die Delegation soll sich auch bemühen, die Emoichbuug von Rabb.inerseminaren zu erwirken. Das erste RaWinovsomiNar soll i« Oradea Mare gegründet werden. Ser Tod Nikolaus' des zweiten. Ein offizieller Belicht.- Am 16. Juli, dem fünften Jahrestage des Todes Nikolaus' des Zweiten und seiner Familie, hat die Rateregrerung den ersten offiziellen Bericht über die Ermordung der Zarenfamilie veröffentlicht. Er bringt genaue Einzelheiten über drn Tod des russischen Zaren. Zunächst wetten die Ereignisse von der Gefangennahme des Zaren an geschildert. Als Nikolaus und seine Familie zum ersten Male in Zarskoje Selo durch die provisorische Regierung in Haft gesetzt wurden, forderten die Soldaten und Arbeiter die Ueberffuhvung der Zarenfamilie ins Innere Rußlands, damit sich um sie keine Gegenrevolution mehr konsolidieren könnte. Die provisorische Regierung kam dieser Forderung nach und schickte die Zarenfamilie am 4. August 1917 mit einem Sonderzug nach T o b o l s k. Im Winter 1917 wurde bekannt, daß gegenrevolutionäre Elemente begonnen hatten, sich in der Nähe von Tobolsk zu konsolidieren und PlaUe über die Befreiung der Zarenfamilie zu schmieden. Daher wurde beschlossen, die Verhafteten Romanows nach I e k a t e r i nb u r g zu überführen, wo die Begeisterung der Massen für die Revolution und die Erbitterung über den Zaren weit größer war als in Petersburg und Moskau. Ms der Zug mit der Zarenfamilie in Jekaterinburg ankam, versammelten sich Tausende von Menschen im Bahnhof und es Ware zu Gewalttätigkeiten gegen die Verhafteten gekommen, -wenn nicht der Zug unter starke Bewachung gestellt worden wäre. Der Zar, die Zarin und ihre Tochter wurden in zwei Automobilen in das JmpatiewhauS in Jekaterinbürg gebracht. Dieses erhielt eine eigens dazu erbaute Umfriedung und einen speziellen Kommandanten. Erft nachträglich stellte cs sich heraus, daß das Gepäck der Verhafteten nicht untersucht worden war; sofort wurde eine Untersuchung angeordnet. Der Zar unterzog sich ihr bereitwillig, die Zarin Protestierte energisch. Die Verhafteten wurden daraus aufmerksam gemacht, daß sie sich den Vorschriften zu fügen hätten, andernfalls würden sie von einander getrennt und zu schwerer Arbeit verurteilt werden. Sie leisteten den Anordnungen des Kommandos weiterhin auch keinen Widerstand. In: Mai 1918 wurden in das Jmpatiewlhaus der Zarewitsch und die zweite Tochter des Za re »Paares gebracht, welche bis dahin in Tobolsk verblieben ivaren. Die Zarensamilie war unter strenger Bewachung, aber sie wurde höflich und milde behandelt. Nikolaus der Zweite .fügte sich allen Anordnungen, nur die Zarin erhob Protest. Als das Osterfest nahte, verlangte der Zar für sich irnd seine Familie die Erlaubnis, ins Kloster gehen zu dürfen. Dieser Wünsch wurde nicht erfüllt, jedoch wurde dem Zaren ein Priester geschickt, ferner erhielt er die Oster- 'speisen zugeschickt und es wurde ihm die Teilnahme an der L-sterzeremonie innerhalb des Gefängnisses gestattet. Inzwischen wurde Jekatermburg, gerade weil die Zarensamllie dort weilte, ein immer stärkerer Anziehungspunkt für gegenrevolutionäre und monarchistische Elemente. 'Damals erhob sich auch der Aufstand der Ovenburger ^Kosaken, welche zusammen mit den Tschechen gegen iJekaterinbürg marschierten. Infolgedessen wurde die Zarensamilie nach Olopajewsk geführt. Auch dort breitete sich das monarchistische Intrigenspiel ans und eine große Zahl von Briefen und Telegrammen der Monarchisten wurde abgefanaen. Cs wurde ie Möglichkett des Fernsehens. Im „Berliner Tageblatt" behandelt Artur Fürst das überaus interessante physikalische Problem des Fernsehens. Er schreibt dort: ... Wir sind heute nicht mehr imstande, die tiefe Erregung nachzuempflnden, hie ganz Europa erfaßte, als im Jahre 1877 vom anderen Ufer des Weltmeeres her die Kunde kam, daß es möglich wäre, durch einen Draht zu sprechen. Gerade, weil das Telephon auf sehr einfache Art eine Leistung von bis jetzt unvergleichbarer Großartigkeit vollbringt, wird es nicht mehr als ein Wunderwerk angesehen; da beinahe jeder den Fernsprecher täglich, benützt, scheint feine. Wirkung selbstverständlich. Trotzdem ist dieser Apavat vielleicht die großartigste aller technischen Schöpfungen. Denn er verleiht dem zweitwichtigsten aller menschlichen Sinne, dem Gehör, eine Reichweite, die in unerhörtem Maße über die ihm ursprünglich von der Natur gesetzte Grenze hinausgeht. Uebertroffen zu werden vermag der Fernsprecher nur durch einen Apparat, dessen Erschaffung tatsächlich auch seit der Erftndung des Telephons immer wieder angestrebt worden ist, nämlich durch den Fernseher. Auch der physikalisch völlig Ungeschälte empfindet Wohl, daß Schall und Licht Erscheinungen von gänzlich verschiedener Artung sind. Die Schallwellen kann man unter Umständen grob sinnlich wahrnehmen, zum Beispiel wenn man in der Nähe einer laut tönenden Sirene das Gefühl hat, Schläge gegen die Brust zu erhalten. Die Membran im Ohr, das Trommelfell, dessen Bewegungen das Auftreten eines Schalls dem Gehirn übermitteln, ist ja auch ein körperlicher Gegenstand. Das Licht jedoch hat allerfeinste Natur. Es pflanzt sich auch durch den völlig luftleeren Raum fort und Wird dom Sehnerven als gestufte Helligkeitsempfindung zum Gehirn übertrage», ohne daß ein Bewegungsmechanismus im Auge vorhanden wäre, Die Ermöglichung des Fernsehens scheint deshalb «ine ganz anders geartete Aufgabe zu sein als die Herbeiführung des -Fernhövens. Tatsächlich besteht aber zwischen beiden eine enge Verwandtschaft. Auf einem sehr weit gedehnten Teilgebiet unterscheiden sich die beiden Probleme nur dem Grad aber nicht der Art nach. Damit eine Fernübermittlung durch einen Leitungsdraht stattfinden kann, ist es notwendig, die Impuls«, die übertragen werden sollen, an der Sendestelle in elektrische Bewegungen umtzuwandeln und an -der Empsangsstelle wieder eine Ri'ickwandlung stattfinden zu -lassen. Es muß'dafür -gesorgt werden, daß entweder rhythmische Stromunterbrechungen stattfinden, wie das beim Telegraphieren geschieht, oder daß sinnvolle Abänderungen der Stromstärke, Steigerungen oder Schwächungen vor sich gehen, wie sie zum Beispiel der Fernfprechapparat hervorrust. Dieser i-st also eine Maschine, die Schallwellen in elektrische Pulsationen verwandelt und aus diesen wieder Schallwellen macht. Der Fernseher hat genau das Gleiche mit den Lichtschwingungen zu tun. Bon der Stelle im Sendeapparat also, an 'der die elektrischen Bewegungen entstehen, bis zu der Stelle im Empfänger, wo sie wieder zurückgebildet werden, sind beide Vorrichtungen gleich. Auch >darin sind sie noch vergle'chbar, daß in beiden eben ein Umwandler und ein R ückwandIcr vorhanden sein muß. Beim Fernsprecher wird im Geber das Mikrophon benützt, eine Kohleplatte, hinter der sich leicht verschiebliche Kontakte befinden, im Empfänger das eigentliche Telephon, in dem ein Elektromagnet eine Eisenplatte zu den gleichen Schwingungen veranlaßt, die der Mikropho»Platte durch den Mund des Sprechenden ausgeAwungen worden sind. Zur -Umwandlung von Lichtschwin-gungen in elektr ische Schwingungen und zur folgenden Rückwandlnng aber besitzen wir das Attneral Selen. Sein Widerstand .gegen den Durchgang eines elektrischen Stroms wird genlindert,- ivenn Licht auftälli, und zwar entsprechend der Stärke des Lichts, der Widerstand steigt mit dem Verdunk-elun-gs-grad. Jenseits der Wandlmigsstellen, sowohl im Geber wie im Empfänger, besteht aber ein gewaltiger Unterfestgestellt, dvß im ganzen Gebiete eine starke Bewegung zur Befreiung der Romanotvs und ihrer Wiedereinsetzung auf den Thron organisiert sei. Dieser Umstand, in Verbindung mit dem Anrückerr der Kosakenarmee, welche Jekatcrinburg bedrohte, brachte es dazu, -daß der lokale Sowjet von Jekaterinburg die Zaren-familie zum. Tode ve r u r t e i l t e. Einige Tage später verkündete der Vorsitzende der Jekaterinburger Politischen Kommission von der Tribüne her, daß in der Nacht zwischen dem 16. und 17. Juli „der blutige Zar Nikolaj auf Befehl des Jekaterinburger Sowjets von Bauern und Arbeitern erschossen worden sei". In einer Sitzung der allrussischen Exekutive am 18. Juli wurde diese Exekution des Jekaterinburger Sowjets b e st ä t i g t. Die Erschießung fand wie folgt statt: Am späten Abend des 16. Juli wurde die Zarenfamilie beauftragt, sich in einem großen Zimmer im Parterre des Hauses zu versammeln. Dort fanden sich ein: der Zar, die Zarin, ihr Sohn Alexej, ihre beiden Töchter, der Leibarzt Botkin, die Gouvernante und der Bediente des Zaren. Sämtliche wurden aufgefordert, sich in eine Reihe an der Wand anfzldstellen und im Namen de§ Jekaterinbuvger Sowjets verlas ihnen Awdejew das Todesurteil. In starrem Schweigen nahmen es die Verurteilten entgegen, nur der Zar murmelte: „Das heißt, daß man uns schon nirgends mchr hintransportieren wird?" Die Exekution wurde um etwa 1 Uhr nachts vorgenommen ulld die Leichen sofort in einen Wald in der Nähe des Dorfes Polkino travs- , portiert und dort v e r b r a n n t. schied zwischen den Leistungen, die der Fernsprecher zu voll« bringen, und den Wirkungen, de der Fernseher auSzu. sichren hat. Damit ein Ton übertragen wird, brauchen die Schall, platten im Mikrophon und Telephon im Mittel nicht häufiger als 800mal in der Sekunde zu schwangen. Di« Widerstandsänderungen im Solen aber müssen für die Uebermrttlung eines Bildes ohne Unterlaß gantz außerordentlich viel häufigerstatifmden. Nun ist das Mineral selbst schon n'cht sehr folgsam, da es eine gewisse Trägheit gegenüber den molekularen Verschiebungen besitzt, durch welche die Widerstands, änderuugen hervorgerusen werden, und noch mehr sträuben sich gegen das ungemei-n rasche Arbeiten die mechan'schen Vorrichtungen, durch die auf der Sendeseite notwendigerweise die Schwankungen in der Lichtstärke auf das Selen übertragen und auf der Einpsangsseite de Schwankungen des anlangenden Stroms in wechselnde Lichtstärken Hurü^-gewandclt werden müssen. Hierin liegt die außerordentliche Schwierigkeit, einen w'vklich brauchbaren Fernseher zu ba-uen, der in vielen Teilen ein mechanisches Kunstwerk allevfeinster Art sein muß. Jedes Bild im Schwarz-Weiß, jedes also, bei bem die bunten Farben fehlen, kann man sich aus einer sehr großen Zahl von helleren oder dunkleren Punkten zusammengesetzt denken. Alle in Büchern gewöhnlicher Art abgodvuckten Bilder sind tatsächl-ich durch die sogenannte Rasterung in solche Punkte zerlegt. Die Aufgabe des Gebers beim Fernseher ist cs demgemäß, in seiner Selenzelle nacheinander so viele Widerstandsändevnngen hervorzurnfen, wie das B'Ld Punkte besitzt, und dafür zu sorgen, daß die Widerstandsänderungen dem Hclligkeitsgrad jedes einzelnen Punktes entsprechen. Dam't d.is Auge aber, wie es ja notwendig ist, das Bild als Ganzes sieht, muß dieses innerhalb euer Zehntel Sekunde immer von neuem vollständig übermittelt werden. Nehmen wir nun an, daß nur ein Bild von fünf Zentimetern Breite nnd fünf Znu'nneter Höhe übertragen worden soll, und denken wir uns die Bildsläche 'n Punkte von einem Qnadratmillimeter Größe zerlegt, was eine sehr grobe Urrterteilung ist, dann müssen in einer Zehntel Sekunde 25.000 Lichtschwankungen übermittelt, das heißt, ln einer Sekunde 260.000 Widerstandsänderrmgen im Selen hrrvorgerufen w-.rdcn. Auf der Empfangsseite muß ein ebenso rascher 'Ausbau des Bildes durch eine Vorrichtung erfolgen, deren Lauf mit den Bewegungen im Sendeapparat bis auf eine Hundertstel Sekunde genau ü'bere'nstimmt. Wenn ein Apparat, der diese Anforderungen erfüllt, hergestellt ist, dann wird man'auf einer Milchglasscheib - zum Beispiel ' » das Gesicht einer fernen Person sehen und selbstverständlich jedes Mienenspiel wahr» nehmen können. Es ft aber biü jetzt noch nicht gelungen, -einen Fernseher in Betrieb zn bringen, obgleich sich, seit Carey im Jahre 1865 das Probilsm <vls Erster in Angriff nahm, etwa 60 Gelehrte 'Und Techniker darum bemüht haben. Korns Bildtelegraph, der für jedes Bild eim Aufbauzet von nrchreren Minuten braucht, ist eine wichtige Vorstufe. Soweit sich von Deutschland aus übersehen läßt, ist in der Konstruktion eines Fernsehers am weitesten der Ungar von Mih alp gekommen, der gerade jetzt ein unMeifelhaft ernst zu n-eh»nendes und hoffnungsreiches Projekt dorlegt. Dies geschieht in seinem Buch „Das elektrische Fernsehen", das im Verlag von M. Kr-ayn in Znlin erschien::: ist. und auch die ganze, machst interessante Gcsch'ichte des Fernsehevproblems enthält. Mihaly gebraucht nur Konstruktionstelle, dir bereits in der Schwachstromtechnik bewährt und von ihm in schr gesch'ckter Weise verbessert sindi Besonders wichtig ist die neue Selenzelle mit sehr geringer Trägheit und das Lichtrclais, das der Gesamt» arbeit der Apparatur e'ne bisher noch nicht erreichte, schr erhebliche Grundlraft verleihen dürfte. Es crsche'nt be-auerlich, daß der Erfinder ans der üblichen Ursache, nämlich aus Mangel an Geldmitteln, noch nicht 'mstandc war, seine Gedanken zu verwirklichen. I« Die große Not Deutschlands hat itrticr den vielen Opfern auch eines gefordert, das die Welt um ein typisches Wahrzeichen des deutschen Durchschnitts ärmer gemacht hat. Die „Münchner Fliegenden Blätter" haben ihr Erscheinen eingestellt. Mit ihnen ist das harmloseste Witzblatt der Welt! d'ah:»gegangen. Das harmloseste Witzblatt — es konnte nur ein deutsches sein. Wie der deutsche Witz überhaupt, so Pendelte es an der Grenze zwischen Harmlosigkeit und Wrtzlosigkeit. Der letzteren war es allmählich irumer mehr verfallen und zchrte nur noch von einer großer: Vergangenheit, in der die Na»nen Schkvind, Spitzweg, Wilhelm Busch und als letzte, erst vor kurzem gefunkene Säule Lldolf Oberländer emporragen. Die „Fliegender:" sind 83 Jahre alt geüvorden. Zwei Holzschneider, Kaspar Braun und Friedrich Schneider, haben sie begründet. Ihr Hauptziel war, die AuAvüchse der Mode und des Geschmacks zu geißelrr. Daß daraus gar bald jener Kornplex von Geistigkeit tvevden nnrßte, der den: Philister, dem jedem neuen Wesen ohnnlächtig-ferMichen Durchschnittsurerrschen, am meisten zusagte, ist selbstverständlich. Und die Beharrlichkeit'des, Philisters spiegelte sich auch irr den „Fliegenden^ wider in der: mit geradezu beschränkter -Zähigkeit immer WiederkchreMn Varlanter: des Witzthprrs zerstreuter Professor, bissiger Schwiegermutter, münchhaufender Oberförster samt Dackel, ewiger Stu'dent in ewigen Geldnöten urtd dergleichen. Merkwürdig, daß in den letzten zwei Generationen auch was sich in Deutschland als deutsckiit'L LnsMiel ärlsgibt, immer wieder diese