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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-23 · Heft 1627 (23.8.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1627 (23.8.1923)
Date
1923-08-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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(Mt I M-», VMMW ~ Tagesbericht. Campagne der rumSyMen «eistllchklt gegen den AntlsemArmnr. Aus Bukaroft wird uns berichtet: Schon bisher hohen die Repräsentanten des rumänischen geistigen Lebens es sich angelegen sein lassen, gegen das Kesseltreiben der nationalen Chauvinisten und der Antisemiten in Wort und Schrift aufzutreten. Prof. Dnsti» der auch außerhalb Rumäniens bekannte Historiker -Prof. Jorga, der Landesmetro po- Iit Kardinal M-iroll Christoa. haben in zahlreichen öffentlichen Erklärungen, Versammlungen und Kanzelreden offen und eindeutig gegen die immer mchr um sich greifende antisemitische Agitation Stellung genommen. Aber auch andere hervorragende Persönlichkeiten der Universitäten sowie angesehene Publizisten der Bukarester Presse, unter ihnen auch Costa Foru, versäumen nie, diese dem Lande schädliche Bewegung als verwerflich mU> jährlich zu stempeln. Nun hat die rumänische Geistlichkeit sich entschlossen, ihren groß«!" Einfluß auf die breitesten Volksschichten zu benützen, um in offener Front einen Kampf gegen die gewissenlose antisemitische Hetze aufzunehmen und den Minierarbeiten skrupelloser Agitatoren aus Rumänien und aus dem Auslande ein Ende zu Bereiten. Da der Hauptherd der anti« semitischen Propaganda die Moldau ist und auch der Apostel des rumänischen Antisemitismus, Cu za, seinen Wohnsitz in der Hauptstadt der Moldau, in Jassy, hat, ist es von ganz besonderer Bedeutung, daß der Metropolit der Moldau sämtliche Geistliche seiner Diözöse zu einem Kongreß nach Jassy einberies, um in ernster Aussprache die Maßnahmen festzusetzen, welche ztrr Unterdrückung der antisemitischen Bewegung am geeignetsten erscheinen. Es ist begreiflich, daß die antisemitischen Hetzapostel, die bisher nicht nur gegen die Juden, sondern auch gegen ihre eigene Kirche eine verhetzende Propaganda verbreiteten, die rumänische' Bevölkerung auch gegen diese energische Stellungnahme der Geistlichkeit aufzureizen versuchen. Wir wollen hoffen, daß der begrüßenswerte energische Krieg der rumänischen Geistlichkeit den Frieden herbeisühren wird. _ Zer Ag«dah-Kongreß beendet. / ,Außer den bereits mitgeteilten Resolutionen, welche zum Beschlüsse erhoben wurden, beschloß der Kongreß, welcher gestenr uachmittags seine Beratungen beendete, etliche Kundgebungen, welche lauten: Die Kenesfio Oedaulo appelliert im Namen Gottes an den in der Brust der Menschen schlummernden göttlichen Funken, den Haß gegen das Judentum einzustellen. Sie protestiert gegen das historische Unrecht, das jüdische Volk als Vertreter des Radikalismus und Bolschewismus hinzustellen. Die Kenessio Gedaulo wendet sich an alle Regierungen und Völker mit der Bitte, in ihren Gesetzgebungen die Sabbatheiligung, die ein« unumstößliche Notwendigkeit im Leben der orthodoxen Juden ist, nicht zu erschweren, imd dort, wo es bereits der Fall ist, diese Erschwerung zurückzupehen. Die Kenessio Gedaulo begrüßt den Präsidenten der Vereinigten Staaten in Amerika zur Uebernahme des Amtes, und erhofft von chm eine Milderung der Einwanderungsgesetze. Die Kenessio Gedaulo bittet Staaten und Völker, der antisemitischen Propaganda gegen die Schechita keine Folge zu geben und etwa bereits erlassege Verbote wieder aufzuheben. Weiters wurde ein Protest gegen die Verfolgung des jüdischen Glaubens in Sowjetrußland beschlossen. In der Frage der jüdischen 'Gemeinde wird erklärt: Die Bildung rein weltlicher Gemeinden (sog. Volks gemeinden) stcht iw Widerspruch mit der tausendjährigen Tradition des Judentums. Daher wird der Aufbau der jüdischen Gemeinschaft auf der breiten Grundlage des Thoragesehes gefordert. In der Frage per Jewish Agency bestätigt und erneuert der Kongreß seine am 8. Teweth in Breslau gefaßten Beschlüsse (das heißt Ablehnung, solange die Zionistische Organisation ihre Position als Jewish Agency behaupte, in welcher die Agudah paritätisch vertreten sein will.) (D. Red.) Schließlich wurde die Gründung einer Organisation: Jüdisches Hilfswerk der Agudas Jisroel begrüßt, tvelchcs den Zweck haben soll, alle sozialen Jnstitutioneu, die auf religiöser Grundlage stehen, zusammenzufassen, Waisenhäuser, orthodr-xe Lehrwerkstätten, Institute für Säuglings- und Altersversorgung, Bureaus für Rechtsschutz und Berufsberatung und ähnliche Institutionen zu gründen. Der Fonds für ErzichunMürsorge soll Keren Jawne, der Palästina-Fonds Keten Erez Israel heißen. Es wurden ferner Satzungen beschlossen, welche die organisatorischen Grundlagen der Agudah bilden sollen. Ueber die Mitgliedschaft heißt es darin: „Mitglied der Agudas Jisroel kann jeder Jude werden, der die Verbindlichkeit der Thora für sich und das jüdische Volk anerkennt. Den Landesorganisationen steht das Recht zu, unter Zustimmung des rabbinischen Rates ihres Landes einschränkende Bestimmvngen über.die Aufnahme von Mitgliedern für eine begrenzte Zeitdauer zu treffen." Die Organisation unterscheidet: Die Orts- und Jugendgruppen, die Landesorganisationen, den Zentralrat, das Exekutivkomitee, den Geschäftsausschuß, die Kenessio Gedaulo, den rabbinischen Rat. Der Zen Irak rat bestecht aus 100 Mitgliedern, das Exekutivkomitee aus 5 Mitgliedern, die vom Zentralrat gewählt werden. „Das Exekutivkomitee vertritt Agttdas Jisroel gegenüber deN politischen Mächten; chm obliegt vornehmlich die Führung der politischen Verhandlungen. (Sä nt hierbei on die Beichlüsse des Zentralrates und des Geschäftsausschusses gebunden. Seinen Sitz bestimmt der Zentralrat." 'n Der Geschäftsausschuß besteht ans mindestens 7 und höchstens 25 Mitgliedern, die von der Kenessio Gedaulo gewählt werden. Der GeschüftSauSschuß führt die laufenden Geschäfte der Gesamtorganisation. Der rabbinische R a t ist die o b e r st e A u t o r ität der Agndas Jisroel. Er entscheidet alle mit den Bestimmungen der Thora in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang stehenden Fragen der Gesamtorganisationen. Der rabhimsche Rat ist über alle Geschäfte der Gesamtorganisation fortlaufend in Kenntnis zu halten, so daß er Gelegenheit bat, auftauchendc Fragen auch aus eigener Initiative zur Entscheidung zu bringen. Der rabbinische Rat besteht ans sämtlichen rabbinischen Räten der Länder. Er bedarf der Sanktion durch die Kenessio Gedaulo, die bis zur nächsten Kenessio Gedaulo gilt. Der rabbinische Rat wählt aus seiner Mitte einen engeren Ausschuß. Die Kenessio Gedaulo tritt mindestens alle fünf Jahre auf Einberufttng durch den GbschäftSausschuß zusammen. Sie bildet die oberste Körperschaft der Agudas Jisroel für alle Angelegenheiten, dir nicht in das Zustäntzigkeitsgebiet des rabbinischen Rates fallen. In der Schlußsitzung wurden nicht weniger als 18 Abschiedsansprachen gehalten — es waren 80 Abschiedsredner gemeldet. Wie mitgeteilt wurde, haben die gesammelten Spenden für die verschiedenen Fonds ungefähr 30.000 Pfund erreicht. Unter anderen hat der Rabbi von Czortkow für den Crziehungsfonds 60 Millionen Kronen, der Rabbi von Gora 100 Millionen polnische Mark gespendet. Zum Schlujsr wurden von der Versammlung Freudenge sänge angestimmt. Die Wahlen in den Gcschäftsausschnß und *>cu Zentralrat waren mit Akklamation vorgenommen worden. Synagggenersatz. Die Jntcrofselosigkeit, welche die Mitglieder der amerikanischen Synagogcngemeinden dem Besuch der „Schul'" entgegeubringen, hat verzweifelte Bemühungen hervorgevnfen, um den Gläubigen Interesse für das, was in der Synagoge vorgeht, abzülocken. Und nach dem alten Sprichwort von Mohammed und dem Berg haben sich etliche Synagogen entschlossen, den Juden, die durchaus nicht in die Schul' zu bekommen sind, die Schul' ins Haus oder wenigstens — ins Vergnügnngslokal zu bringe::. ° Die „Synagogenprograamne" sind einfach in den radiotelephonischen Stationen zu hören und werden in den Blättern angekündigt. In einem amerikanischen Matte ist also unter dem Programm der Konzerte der drahtlosen Station folgendes zu lesen: - 7,30 abends: „SaVbat-Nachmu"-Progvamm unter der Aufsicht der vereinigten Synagogen Amerikas. Predigt: „Tröstet, tröstet mein Volk" von Rabbi Max Drob; musikalisches Programm bestritten durch den Kantor Jasmowski und Fräulein Mariam Fine/ Mir hahen über ein solches Konzert dieser Tage berichtet.) Ob jetzt, da man es so leicht hat, die Synagoge zu „genießen" die Frequei^ der -Schulen" besser sein wird, ist noch fraglich. Aber ein neues Tätigkeitsgebiet eröffnet sich für die amerikanischen RefovnuxrVbiner: Es entsteht nämlich die Frage, ob der Zuhörer des Synagogenpvogramms im Radioladen als Minjanmann anznsehen ist. Me sechzig Reichsten der Welt. Amerika, das ewig arbeitende, hastende und unruhige Land, hat eine neue Sensation, eine Sensation, die, wenn auch nur für einige Zeit, den Atem der stets sensationshungrigen Amerikaner stillstehen läßt. Das neue Buch von George I. Redmond» „Die Finanzriöesen AfnrerikaL" ist gegenwärtig, wie „Exzelsior" schreibt, in den Vereingten Staaten das Buch der Saison urü> findet reißenden Msay. Es enthält die Biographien der sechzig reichsten Männer, ihren Werdegang umd die Apt, wie sie ihren ungeheuren Reichtum verwenden. John D. Rockefell er, der Petroleumkönig, hat hundertdreißig Millionen Dollar für Universitäten und wissenschastlichd Laboratorien gespendet. Diese Summe wird noch von der übertrchfen, die Andrew Carnegie, der Stahlkönig, für seine. Stiftungen ausgegeben hat und die dreihundert. Millionen Dollar ausmacht. Edward H. Harris on war mehrere Male in seinen: Leben „oben" und wieder „unten", aber als er starb, hinterließ er fünfhundert Millionen Dollar. George Gjastmann schuf die Zchluloidindustrie, die unter seiner Leitung die vierte Amerikas an Ausdehnung und Bedeutung wurde. Theoder N. Vail, König der Telegraphen und des Telephons, ließ sich auf sein Grab die lakonische Grabschrift schreiben: „Er nährte die Völker." Marshall Field, ein großer Kaufmann Chicagos, schuf die Universität seiner Heimatstadt aus eigenen Mitteln und hinterließ ihr acht Millionen Dollar. John Pierpont Morgan war der Stahlkönig, der zusammen mit Carnegie den großen Trust „United Staates Steel Corporation" gegründet hatte, dessen Kapital mchr als die Hälfte des amerikanischen Nationalvermögens darstellt. Sein S o h n, John Pierpont Morgan, ist der Financier, dessen Mithilfe für den Wiederaufbau Europas immer aufs neue von den europäischen Staatsmännern ausgerufen wird. Der neueste Petroleumkönig heißt Harry Sinclair. John H. Hammond gilt als der kühnste Ingenieur der Neuen Welt. James I. Hill hat die Northern Pacific Nailway und den Schiffsverkehr' des Pazifischen Ozeans sowie aller amerikanischen Seen organisiert. Der Kokskönig ist Henry C. F r i k, der Elektrizitätskönig Charles A. C o s s i n. John I. Astor begann ein kleines Geschäft ohne einen Dollar in der Tasche und hatte, als er staub, ein Vermögen von 300 Millionen Dollar. Das gewaltige Vermögen Frank W. W o o lworths entstand ans seinem Basar, in denr Gegenstände für fünf oder zehn Cents verkanit wenden. Der Financier Jakob 23. August' IMS Nr. mgf 11. Schiff begann als einfacher SchMetzbeamter aimr Bmk, Cm anderer berühmter Bankier, Henry P. Davlso«, schM« im Verlaufe des Krieges 100 Millionen Dollar für das amkpjtanische Rote Kreuz. George P. M. Pnlmann War Mpst Erbauer von Eisenbahnmaterial, später konstruierte er die bekannten Pnlmann-Wagen und errichtete für ihren Bau und dl» Organisierung des Dienstes eine Gesellschaft, deren jährliches Erträgnis 70 Millionen Dollar beträgt. Ein zweiter Petroleumkönig, Henry C. Doberty, debütierte in den Straße,: von New-Novk als Zeitungsausträger. Anthony I. Drex el hat ein Vermögen, das allein größer ist als das aller Banken von Philadelphia zusammen. George Wcstinghouse, der geniale Erfinder der nach ihn, benannten Bremse, gilt als dar größte technische Erfinder Amerikas nach Edison. Ms der reichste Mann der Vereinigten Staaten gilt Henry Ford, der die Antonwbilindnstrie revolutioniert Hai. Er ist ein Dollar- Milliardär. Kornelins Vandgr.hi.lt, der König des amerikanischen Transporttvesens, hinterUeß 106 Millionen Dollar seinen Erben, die dieses Vermögen verzehnfachten. Es gibt in Amerika Könige der pharmazeutischein ProdMe, des Reklamewesens, der Edelsteine, des Kautschuks, des Tabaks, der Konserven Der berühmteste Sammler ist William Andrew Clarke, Minenkönig. I. Ogden Armour, der Weizenkönig, hat einen Jahresinnsatz von mchr als 500 Millionen Dollar, wovon 100 Millionen im Handel mit dem Ausländer Als — sparsamster aller amerikanischen Multimillionäre gilt Henry Philipps, der früher mit Carnegie zns-mmnenqcarbeitei hat. — Wie man sicht, ist dieser arme Henry Philipps der einzige „Finanzriefe",;&ci den, cs unmöglich ist, ein: peinliche Eharalkteroigonschaift zu verschweigen Bei allen anderen 59 wird nur hervor geh oben, wie klein sie ougefange« haben, wieviel sie für Universitäten und soziale Stiftungen gegeben haben, und daß sie als Sammler von Antiquitäten und Knustmäzeue ans der ganzen Welt Kunstwerke nach Amerika herüb erbringen und dies gesegnete Land, das Dollar und sechzig ausgezeichnete Männer hat, zu einem der Ander machen, das bald den reichsten Knnstbe-sitz haben wird. Irr Hakenkreuzler mit der Handgranate. Ans A n, b e r g in Bayern wird der folgende Vorfall ge» m.oldet: Vor einigen Tagen befanden sich vier jüdische Bürger in der Synagoge, als plötzlich eine heftige Detonation ertönte. Sie nähmen an. daß ein Mentcri auf den Tempel' unternonunen worden, sei und zwei von. ihrwn •ctftcit ans die Polizei. Don klärte rnan sie auf, das; sie sich in einen: Irrtum, befänden, da der Führer der Amberger Nationalsoziai r s» e n an der nächsten Siraßenecke b e w n ß t l o s anfgofnnden worden sei. Es stellte sich heraus, baß eine Handgranate getvorfen worden war, deren Abreißschnur neben dem Bewußtlosen lag. Irgendeine Verletzung wies er nicht auf, Wohl aber hatte er einen gel idenen und entsicherten Revolver in der Hand/ Am anderen Morgen wurden die vier Herren ans ihv.m Betten heraus verhaftet, wie Schwerverbrecher ins Ge* richtsgefängnis eingeliefert und erst abends, ohne Verhör, > wieder entlassen, ohne daß man ein Wort der Entschuldigung für nötig gehalten hätte. Wie um,mehr die Staatsantva'ltschaft zugibt, hat sich im Laufe der Erhebungen 'der Verdacht verstärkt, daß der Hakenkreuzler die Handgranate selbst geworfen habe, um für sich und seine Sache Aufsehen zu erregen. Für bayrische BerMt-niffe ist es äber iveiter nicht merkwürdig, daß der Mann mff fveienr Fuße bleibt, eidlich als Zeuge vernommen wird, obgleich erwiesen ist, daß er sich in der Nähe der Synagoge hernmgetrieben hat, und daß .der Staatsanwalt vier jüdische Bürger und zehn ganz nMerdächtige Arbeiter verhaften läßt und ein in der Nähe des Tatortes gelegenes Arbeitevlokal in Begleitung etlicher jugendlicher, mit Gummiknütteln bewaffneter Hakenkreuzler durchsucht. Fnteruationaler Limnologenkongreb. , Wie ans Innsbruck gemeldet tvird, begann dork gestern ein Kongreß der Internationalen Bereinigung für theoretische und angewandte Limnologie (Wisienschaft der Scenknnde. Anm. d. Red.), der bis znm 26. August dauern wird. Ans der Tagesordnung stehen: Beratungen des internationalen Ausschusses, Beremsangelegenhvtten und eine große Zahl von fachlichen Vorträgen. Wissenschaftliche Exkursionen werden unter anderem znm Achensee und zu den 2300 Meter hoch gelegenen Torjachseen in der nördlichen Tnxer^GrnPPe unternommen. Der Film Im Zienste der öch«lr. Kürzlich wurde berichtet, daß die Geineinde Wien ift neun Schulen Kinos errichtet und auch sechs Kinos, die bis. jetzt von den Elternvereinignngen geführt worden sind, in ihren Betrieb überninunt. Nunmehr hat sich der Wiener Stadtschulrat mit der Organisation dieser Schulkinqs beschäftigt und es wird diese neue Form des Unterrichtes nach bestimmten Richtlinien dnrchgesi'chrt werden. Die Schnlkinobewegung ist aus den Wiener Elternvereineu hervorgegangen. An cttva neun Wiener Schulen haben sich die Eltern und die Lehrkräfte zusammengetan und mit eigenen Mitteln solche Schulkinos errichtet. Nun bahnt der Stadtschulrat eine einheitliche Organisation dieser Schulkinos an. Es sollen besondere S ch u l k i n o g e m e i n d e n gebildet werden, die es ermöglichen, daß mindestens zchn Schulen ein solches Schulkino benützen können. Das Kino wird nicht in einem Lehrzimmer, sondern im Turnsaale errichtet, wobei immer der Turnsaal eines Schulblocks verwendet wird, so daß, die Kinder, ohne die Straße betreten zu müssen, im anschließen-; den zum Schulblock gehörig^ Turnsaal, dem Unterricht in dew körperlichen Hebungen Nachkommen können. Die Schnlkinogemeinden werden gleichmäßig von den Lchrpersonen und den Elternräten der betreffenden Schulen beschickt. Außerdem entsendet jede Schulkinogemeinde einen Vertreter in ein Zentralkomitee, das im Stadttchulrat Gebildet werden soll, Dje tÄjH-

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